Triglav-Hüttentour: 6 Tage in Sloweniens wilden Bergen (+ GPX)

Der Triglav-Nationalpark in Slowenien ist mit seinen schroffen Gipfeln und türkisfarbenen Seen ein echtes Paradies für Bergbegeisterte. In diesem Artikel nehme ich dich mit auf eine spektakuläre 6-tägige Hüttentour, mit der du auf aussichtsreichen Höhenwegen die Highlights der Julischen Alpen kennenlernst.

In diesem Artikel:

Es war am dritten Tag, ich stand auf einem schmalen Felsband. Tausend Meter unter mir lag das Trentatal, im Hintergrund ragte die gewaltige, wolkenverhangene Gipfelpyramide des Triglav auf. Und plötzlich steht keine drei Meter vor mir ein Alpensteinbock und genießt seelenruhig diese unbeschreiblich gute Aussicht – so als wäre es das Normalste der Welt.

In diesem Moment wurde mir klar: Das ist die schönste Hüttentour, die ich jemals gemacht habe.

Eigentlich bin ich eher durch Zufall auf den Triglav-Nationalpark gekommen, weil ich nach Hüttentouren abseits der üblichen Alpenklassiker gesucht habe. Aber als ich die ersten Fotos gesehen habe, wollte ich sofort hin. Im Rückblick war das genau die richtige Entscheidung: Bis heute gehört diese Tour zu den Treks, an die ich am liebsten zurückdenke.

Steinbock am Fuß des Razor.

In Slowenien ist der Triglav-Nationalpark natürlich berühmt. Dennoch steht er bei vielen Bergwanderern immer noch etwas im Schatten der Klassiker in Österreich oder Norditalien. Völlig zu Unrecht: Die Julischen Alpen sind eine spektakuläre Hochgebirgslandschaft aus schroffen Gipfeln, türkisfarbenen Gebirgsbächen und steilen Bergpfaden – ein ideales Revier für anspruchsvolle Hüttentouren.

In diesem Guide zeige ich dir meine sechstägige Tour mit allen Etappen, GPX-Track, Hütten, Schwierigkeit, Packtipps und allen wichtigen Informationen, die du für die Planung deines eigenen Bergabenteuers brauchst.

Auf einen Blick

Spektakuläre Hüttentour durch die Hochgebirgslandschaften des Triglav-Nationalparks mit aussichtsreichen Höhenwegen und optionalen Gipfelbesteigungen.

📏 Länge:
ca. 76 Kilometer
⏱️ Dauer:
6 Tage
🥾 Schwierigkeit:
mittel bis schwer
🌿 Abenteuerfaktor:
hoch
🧗 Wegbeschaffenheit:
teilweise ausgesetzte, aber versicherte Wege, viel Schotter und leichte Kraxeleien
🪖 Ausrüstung:
kein Klettersteigset erforderlich, ggf. Helm zum Schutz vor Steinschlag
⛰️ Optionale Gipfel:
Triglav (2.864 m) und Razor (2.601 m)
🏡 Übernachtung:
Berghütten des Slowenischen Alpenvereins

💡 Tipp: Die Tour richtet sich an trittsichere und schwindelfreie Wanderer mit guter Kondition. Für die Übernachtungen in den Berghütten empfiehlt sich eine frühzeitige Reservierung.

So habe ich die Hüttentour durch die Julischen Alpen geplant

Die Planung meiner Hüttentour durch den Triglav-Nationalpark war etwas aufwendiger, weil ich keinem vorgebebenen Weg wie der Alta Via 1 oder dem Stubaier Höhenweg gefolgt bin. Stattdessen musste ich mir eine eigene Route zusammenstellen. Bei knapp 70 Hütten im Triglav-Nationalpark und hunderten von Kilometern an Wanderwegen ein spaßiges, aber auch ziemlich zeitaufwändiges Unterfangen…

Bei der Planung hatte ich fünf klare Ziele:

Gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Möglichst viele landschaftliche Highlights auf einer einzigen Tour
Anspruchsvolle Bergwege für geübte Wanderer, aber keine extremen Kletterpassagen
Übernachtungen ausschließlich in Berghütten, kein Wildcamping
In einer Urlaubswoche machbar

Herausgekommen ist die folgende Route, die für mich das Beste des Triglav-Nationalparks verbindet und die ich rundum weiterempfehlen kann. Dass die Tour hervorragend funktioniert, zeigen nicht zuletzt auch die vielen positiven Rückmeldungen von Leserinnen und Lesern des Blogs, welche die Wanderung inzwischen selbst gegangen sind.

Karte und GPX-Track

Die Tour startet in dem beschaulichen Städtchen Bovec und folgt in den ersten beiden Tagen dem Lauf des Gebirgsflusses Soča auf dem gleichnamigen Soča-Trail. Durch das Trenta-Tal steigt der Weg bis zum Vršičpass, wo sich die ersten Einblicke ins wilde Hochgebirge bieten. Am dritten Tag passieren wir auf spannenden Alpinwegen einige der höchsten Gipfel im Triglav-Nationalpark: Prisonjik, Bovški Gamsovec und Razor.

Tag 4 führt uns über die exponierte Luknja-Scharte zum König der Julischen Alpen, dem 2.864 m hohen Triglav (für die optionale Besteigung ist ein weiterer Tag sinnvoll). Nach einer Übernachtung überschreiten wir am fünften Tag den benachbarten Berg Kanjavec und gelangen in das berühmte Tal der sieben Seen – wahrscheinlich das schönste Gebirgstal im Park. Durch eine romantische von Almen, Wiesen und dichte Wälder geprägte Landschaft geht es am letzten Tag dann auf einfachen Wegen bis zum Bohinj-See, wo die Tour endet.

GPS-Track zum Herunterladen:

👉Anleitung zum Öffnen von GPX-Tracks

Höhenprofil

Die Triglav-Hüttentour: In 6 Etappen durch den Triglav-Nationalpark

Damit du dir einen besseren Eindruck von der Hüttentour machen kannst, folgt hier eine etwas detailliertere Beschreibung der einzelnen Etappen mit vielen Fotos, die ich unterwegs aufgenommen habe.

🥾 Etappe 1: Bovec – Pri Plajerju Farm

📍 Route: Bovec (454 m) → Soča-Tal → Pri Plajerju Farm (610 m)

📏 Länge: 20,5 km  ·  ⏱️ Dauer: ca. 8 Stunden

↑ Aufstieg
255 hm
↓ Abstieg
137 hm
🥾 Schwierigkeit
Leicht (T2)

Pfad: 10,9 km    Naturweg: 3,2 km    Schotterweg: 2,8 km    Asphalt: 2,6 km    Straße: 973 m

☕ Einkehr unterwegs: ✔️
🏡 Übernachtung: Pri Plajerju Farm*

Der erste Tag startet gemütlich und folgt ohne größere Steigungen durchweg dem wunderschönen Gebirgsfluss Soča auf dem Soča-Trail. Der Soča-Trail ist ein Teilstück des Alpe-Adria-Trails und gilt bei vielen Wanderern als das schönste Stück des Fernwanderwegs. Ich kenne zwar den Alpe-Adria-Trail nicht in der gesamten Länge, aber ja… der Soča-Trail ist sehr reizvoll.


Lies dir hier meinen ausführlichen Erfahrungsbericht zum Soča-Trail durch.

Der Weg verläuft fast immer am Fluss entlang und bietet wunderschöne Ausblicke auf das türkisfarbene Wasser der Soča. Zwischendurch überquerst du einige Brücken. Wenn du mutig bist, kannst du auch im Fluss schwimmen. Aber Vorsicht: Das Wasser ist selbst im Hochsommer eiskalt. Übernachtet wird in dem urigen Bauernhof Pri Plajerju*. Hier schläfst du in einer alten Scheune auf Matratzen aus Heu. Der perfekte Abschluss eines tollen Wandertags.

Auf dem Soca-Trail im Triglav-Nationalpark.

Triglav-Nationalpark Etappe 2

🥾 Etappe 2: Trenta-Tal – Vršič-Hütte

📍 Route: Trenta-Tal (610 m) → Vršičpass (1.611 m) → Poštarski dom na Vršiču (1.688 m)

📏 Länge: 11 km  ·  ⏱️ Dauer: 6–7 Stunden

↑ Aufstieg
1.160 hm
↓ Abstieg
80 hm
🥾 Schwierigkeit
Leicht (T2)

Pfad: 7,9 km    Schotterweg: 1,6 km    Straße: 719 m    Naturweg: 505 m    Asphalt: 351 m

☕ Einkehr unterwegs: ✔️
🏡 Übernachtung: Poštarski dom na Vršiču*

Weiter geht es auf stillen Wegen entlang der Soča bis zu dem malerischen kleinen Weiler Trenta. Wenn du ein bisschen Zeit hast kannst du hier die Kirche der Heiligen Madonna von Loreto besichtigen und eine Pause einlegen. Danach wird es nämlich steil: Zunächst über einen Gebirgsweg bis du das Denkmal von Julius Kugy erreichst. Der Schriftsteller und Bergsteiger gilt als poetischer Botschafter der Julischen Alpen.

Monument von Julius Kugy.

Das letzte Stück der heutigen Etappe bin ich auf der Straße entlang gelaufen, wo es nicht viel Verkehr gab. Ich habe im GPS-Track aber die schönere Route auf einem Gebirgsweg eingetragen, die Steigung ist ungefähr gleich. Die Gipfel beginnen sich jetzt immer weiter aufzutürmen bis schließlich der 1.611 m hohe Vršičpass  erreicht wird.

Auf dem Weg zum Vršičpass.

Die Hütte Poštarski dom na Vršiču liegt noch einmal etwa 50 Höhenmeter oben. Unterwegs kommst du an der mächtigen Nordwand des Prisonjik vorbei und kannst das Gesicht des heidnischen Mädchens bestaunen – eine faszinierende Felsformation, die tatsächlich wie ein menschliches Gesicht aussieht.

Das Gesicht des heidnischen Mädchens an der Nordwand des Prisonjik.

Tipp: Nach dem Denkmal von Julius Kugy an der weiter westlich gelegenen Hütte Koča pri izviru Soče einen Abstecher nach Izvir Soče machen, der Quelle der Soča, die hier zwischen den Felsen entspringt. Ich hab es mir nicht angeschaut, der Weg soll etwas anspruchsvoller sein (T3). Der eigentliche Weg führt noch vor der Quelle zum Pass. Mit dem Abstecher bist du schätzungsweise 8 Stunden unterwegs.


Triglav-Nationalpark Etappe 3

🥾 Etappe 3: Vršič-Hütte – Pogačnikov-Hütte

📍 Route: Poštarski dom na Vršiču (1.688 m) → Sedlo Planja (2.348 m) → Pogačnikov dom na Kriških podih (2.050 m)

📏 Länge: 8,5 km  ·  ⏱️ Dauer: 7–8 Stunden

↑ Aufstieg
1.185 hm
↓ Abstieg
810 hm
🥾 Schwierigkeit
Schwer (T4)

Pfad: 5,9 km    Pfadspur: 2,3 km    Schotterweg: 230 m

☕ Einkehr unterwegs:

Die heutige Etappe folgt dem Slowenian Mountain Trail. Für alle, die gedacht haben, der letzte Tag war anstrengend: Ab hier geht es eigentlich erst richtig los. Zunächst aber noch recht zahm: Von der Hütte Poštarski dom na Vršiču läufst du auf einem schmalen, aber einfachen Bergpfad durch dichte Wäldchen aus Bergkiefern bis zur Kreuzung Na Robu.

Die Wegkreuzung Na Robu.
Schmaler Pfad hinter der Wegkreuzung Na Robu.

Ab Na Robu wird das Terrain dann zunehmend alpiner. An der Südwand des Prisonjik vorbei steigt man über einen teils ausgesetzten, mit Stiften und Drahtseilen gesicherten Steig bis zum Sedlo Planja, einem schmalen Sattel zwischen den Bergen Razor und Planja. Das ist die Schlüsselstelle und der schwierigste Abschnitt der gesamten Tour

Erste Sicherungen hinter Na Robu:

Gesicherter Wanderweg zum Sedlo Planja.

Mäßig steiles Schrofengelände, auch hier ist der Weg noch relativ harmlos:

Steiles Schrofengelände an der Südwand des Prisonjik.

Vor dem eigentlichen Aufstieg zum Sedlo Planja gibt es eine riesige Wiese im alpinen Ödland, die einen guten Platz zum Rasten abgibt. Hier habe ich auch das erste Mal Scharen von Steinböcken gesehen, die sich von mir aber nicht weiter stören ließen.

Steinböcke im alpinen Ödland am Fuße des Sedlo Planja.

Der anschließende Übergang über den Sedlo Planja ist die technisch anspruchsvollste Stelle der gesamten Tour: Der Weg ist stellenweise sehr schmal und ausgesetzt, vor dem letzten Aufschwung darf man drahtseilgesichert eine ca. 25 Meter hohe abschüssige Felsplatte herunterkraxeln. Dafür sind die Tiefblicke und die Aussichten auf die umliegenden Berge überwältigend. Außerdem ist es hier sehr einsam. Ich habe auf der ganzen Etappe nur einen einzigen Wanderer gesehen.


Nach der Felsplatte folgt ein letzter kurzer Aufstieg, dann erreicht man den eigentlichen Sedlo Plaja, einen schmalen Sims am Fuß des Razor. Das Foto mit dem Steinbock oben habe ich genau dort aufgenommen. Als Belohnung gibt es außerdem einen tollen Blick auf den Triglav im Südosten. Wenn du genügend Zeit und Energie hast, kannst du den Razor besteigen (2.601 m). Plane dafür ungefähr 2-3 Stunden mit Abstieg ein, ich habe das allerdings nicht gemacht.

Blick auf den Gipfel des Triglav vom Swedlo Planja.
Blick auf den in Wolken gehüllten Gipfel des Triglav vom Sedlo Planja.

Das letzte Stück zum Etappenziel ist noch einmal ziemlich zäh und zieht sich teils gesichert über eine nicht enden wollende Geröllhalde bis zur Hütte Pogačnikov dom na Kriških podih. Beim Abstieg aufpassen: Der Weg ist durch den vielen Schotter extrem rutschig! Die steilsten Stellen sind aber glücklicherweise wieder mit Drahtseilen entschärft.

Ausgesetzter Wanderweg am Razor im Triglav-Nationalpark.
Schmaler Gebirgspfad am Sedlo Planja, direkt daneben geht es viele hundert Meter in die Tiefe.

Triglav-Nationalpark Etappe 4

🥾 Etappe 4: Pogačnikov-Hütte – Koča na Doliču

📍 Route: Pogačnikov dom na Kriških podih (2.050 m) → Bovški Gamsovec (2.392 m) → Luknja (1.758 m) → Koča na Doliču (2.151 m)

📏 Länge: 9 km  ·  ⏱️ Dauer: ca. 7,5 Stunden

↑ Aufstieg
1.150 hm
↓ Abstieg
1.030 hm
🥾 Schwierigkeit
Schwer (T4)

Pfad: 6,9 km    Pfadspur: 2,1 km

☕ Einkehr unterwegs:
🏡 Übernachtung: Koča na Doliču*

Ein weiterer toller Wandertag mit atemberaubenden Ausblicken auf den Triglav. Los geht es recht sanft und erfreulicherweise ohne größere Steigung über riesige Kalksteinblöcke. Nach knapp 20 Minuten ändert sich das und der erste größere Aufstieg (300 hm) zum Bovški Gamsovec steht an. Der Weg ist mit Seilen und Stiften gesichert, auf den Gipfel führt ein kurzer gesicherter Klettersteig (optional).

Steiler, aber gesicherter Aufstieg zum Bovški Gamsovec:

Der Aufstieg zum Bovški Gamsovec im Triglav-Nationalpark.

Schöne luftige Passage auf dem Weg zur Luknja-Scharte, die Drahtseile sorgen zumindest für ein wenig moralische Unterstützung:

Abschüssiges Felsband auf dem Weg zum Bovški Gamsovec.

Auch ohne Gipfel bietet sich eine fantastische Aussicht auf die Nordwand des Triglav in der Morgensonne. Anschließend folgt die Schlüsselstelle des Tages: Ein sehr schmales Felsband, das gequert werden muss bis man oberhalb der Luknja-Scharte rauskommt. Der Abstieg zur Scharte ist nicht übermäßig steil und verläuft durch Wiesen von blühenden Bergblumen. Trotzdem ist ein bisschen Vorsicht angesagt: Auf beiden Seiten des Sattels geht es mehrere hundert Höhenmeter fast senkrecht runter.

Abstieg zur Luknja-Scharte im Triglav-Nationalpark.

An der Luknja-Scharte angekommen siehst du mit etwas Glück die ersten Bergsteiger, die gerade dabei sind, den Triglav über den Bamberg-Klettersteig hochzukraxeln – weiter unten gibt es einen Parkplatz. Für mich kam das vollem Trekking-Gepäck nicht in Frage: Der Klettersteig ist lang und nicht ganz einfach (Schwierigkeit C/D).

Blick auf die Nordwand des Triglav mit dem Bamberg-Weg.
Kannst du die Bergsteiger erkennen? (Tipp: rechts unten von der Bildmitte.)

Die Wanderroute verläuft stattdessen südwestlich und steigt rund 200 hm in ein bewaldetes Nebental ab. Das letzte Stück zieht sich dann nochmal ziemlich, da man von rund 1.500 Metern auf 2.150 Meter aufsteigen darf. Über schier endlose Serpentinen geht es nach oben bis zur Hütte Koča na Doliču am Fuß des Triglav.

Serpentinen auf dem Weg zur Berghütte Koča na Doliču.
Serpentinenweg zur Hütte Koča na Doliču, ganz weit oben in der Einschartung schon schwach erkennbar.

Tipp: Die Hütte macht erst um 16:00 Uhr auf. Wenn du früher ankommst, könnstest du theoretisch auch noch am gleichen Tag auf den Triglav hochsteigen. Das sind dann aber nochmal knapp 700 Hm im Aufstieg. Ich war nach dem Anmarsch etwas zu platt dafür und habe mir die Besteigung für das nächste Mal aufgehoben. Die Hütte selbst ist übrigens die einfachste Hütte der Tour. Es gibt hier nur kaltes Wasser für die Katzenwäsche und ein Plumpsklo.


Triglav-Nationalpark  Etappe 5

🥾 Etappe 5: Koča na Doliču – Sieben-Seen-Hütte

📍 Route: Koča na Doliču (2.151 m) → Kanjavec (2.568 m) → Zasavska Koča na Prehodavcih (2.071 m) → Koča pri Triglavskih jezerih (1.685 m)

📏 Länge: 9 km  ·  ⏱️ Dauer: 6–7 Stunden

↑ Aufstieg
460 hm
↓ Abstieg
925 hm
🥾 Schwierigkeit
Mittel (T3)

Schotterweg: 6,9 km    Pfad: 2,1 km

☕ Einkehr unterwegs: ✔️

Am nächsten Tag bin ich über den Berg Kanjavec ins Tal der sieben Seen gelaufen, weil ich nochmal die Aussicht auf den Triglav von Westen genießen wollte. Es gibt aber einen einfacheren Weg über Dolič und Hribarice, der mit etwas weniger Höhenmeter auskommt. Achtung: Auf den Kanjavec führen ebenfalls mehrere Routen, die laut Hüttenwart aber teilweise riskant sind. Die beste Route beginnt direkt hinter der Hütte und ist mit einem grünen Wegweiser markiert.

Mondlandschaft rund um den Kanjavec.
Über viel loses Geröll geht es auf den Gipfel des Kanjavec.

Die Route auf den Gipfel ist recht gut markiert auch wenn es eigentlich kein richtiger Weg ist, sondern loses Schottergelände, in dem man sich häufig selbst die beste Route sucht. Extrem steil wird es aber nicht – nur ganz zum Schluss: Dort darf man einige Meter fast vertikal in einem Kamin aufsteigen, allerdings vorbildlich mit einem durchgängigen Drahtseil gesichert.

Drahtseilgesicherter Weg im Triglav-Nationalpark zum Kanjavec.
Letzte Meter vor dem Gipfel, der steile Aufstieg ist mit einem Drahtseil entschärft.

Nach den letzten beiden Tagen, vor allem nach dem Sedlo Planja, ist diese kurze Stelle (ca. 25 hm) aber keine wirkliche Herausforderung mehr. Oben angekommen bietet sich dann noch einmal ein Blick auf die prächtige Gipfelpyramide des Triglav. Die Morgenstimmung, als die Sonnenstrahlen den Berg beleuchteten, fand ich wahnsinnig stimmungsvoll – der Aufstieg ist also schon lohnenswert.


Anschließend bin ich es etwas schlechter markiert die Südwestflanke runter und durch eine verkarstete Mondlandschaft in das Tal der sieben Seen. Hier etwas aufpassen: In dem Karstgelände gibt es viele Senklöcher (Dolinen) und tiefe Spalten. Gehe im Zweifelsfall also lieber zur letzten Markierung zurück, anstatt auf gut Glück herumzulaufen. Die Hütte Zasavska koča na Prehodavcih ist ein guter Punkt für eine Mittagspause. Von hier aus hast du auch einen genialen Blick auf die ersten beiden Seen des Tals.

Im Tal der Sieben Seen.
Blick von der Hütte Zasavska koča na Prehodavcih im Triglav-Nationalpark.

Der letzte Abschnitt des Tages führt durch die eindrucksvolle Karstlandschaft zu Füßen des Vogel-Massivs an einigen unbeschreiblich schönen Bergseen vorbei. Vor allem der größte See Jezero v Ledvicah hat mich mit seinem intensiven Bildschirmschoner-Türkis einfach nur umgehauen. Das Foto hier ist übrigens nicht nachbearbeitet…

Der See Jezero v Ledvicah im Tal der Sieben Seen im Triglav-Nationalpark.

Baden in den Seen wird nicht gerne gesehen. Ein paar Leute haben es trotzdem gemacht und ich konnte es mir auch nicht verkneifen, zumindest mal kurz reinzuspringen. Als Krönung wartet dann die Hütte Koca pri Triglavskih Jezerih in traumhafter Lage am untersten der Seen. Wenn es einen Preis für die schönste Berghütte der Welt gibt – hier ist der Gewinner.


 Triglav-Nationalpark Etappe 6

🥾 Etappe 6: Sieben-Seen-Hütte – Stara Fuzina

📍 Route: Koča pri Triglavskih jezerih (1.685 m) → Štapce (1.851 m) → Bregarjevo zavetišče na planini Viševnik (1.620 m) → Koča na Planini pri Jezeru (1.453 m) → Bohinj-See (525 m) → Stara Fuzina (547 m)

📏 Länge: 13 km  ·  ⏱️ Dauer: 6–7 Stunden

↑ Aufstieg
360 hm
↓ Abstieg
1.500 hm
🥾 Schwierigkeit
Leicht (T2)

Pfad: 6,8 km    Schotterweg: 2,7 km    Naturweg: 2,3 km    Asphalt: 566 m    Straße: 401 m    Pfadspur: 129 m

☕ Einkehr unterwegs: ✔️
🏡 Übernachtung: Hostel Pod Voglom*

Nach den alpinen Etappen der vorigen Tage klingt die Tour entspannt aus. Ein Stück geht es noch am See entlang, dann führt die Route mit einem kurzen knackigen Anstieg über Štapce aus dem Tal heraus. Der Weg führt durch Kiefernwald, immer mal wieder lichtet sich Blick auf kleine versteckte Wiesen und Täler.


Die idyllische Alm Koča na Planini pri Jezeru liegt an einem weiteren See und ist der perfekte Ort für einen Zwischenstopp.

Ausblick auf die Alm Koča na Planini pri Jezeru.

Das letzte Stück führt auf steinigen Pfaden durch den dichten Wald oberhalb des Bohinj-Sees stetig abwärts. Einige wenige Stellen sind mit Drahtseilen gesichert. Eigentlich kann hier aber nichts mehr passieren. An der Hütte Kosijev Dom na Vogarju hast du die Zivilisation fast schon wieder erreicht. Hier zweigt ein kleiner Trampelpfad südlich zu einem tollen Aussichtspunkt über dem Bohinj-See ab.

Blick auf den Bohinj-See.
Panoramablick auf den Bohinj-See.

Eine halbe Stunde später verlässt du den Wald und läufst die letzten paar Meter auf einer Straße bis in das Örtchen Stara Fužina, wo die Tour endet. Hier gibt es ein paar Hotels, im südlich gelegenen Ribčev Laz ist aber etwas mehr los. Ich bin stattdessen noch ein Stück weiter in Richtung Ukanc gelaufen, weil sich unterwegs das preiswerte Hostel Pod Voglom* befindet. Praktischerweise gibt es direkt am Hostel eine Bushaltestelle – damit ging es am nächsten Morgen dann zurück nach Ljubljana.

Wie schwer ist die Trekking-Tour im Triglav-Nationalpark?

Die Wanderung führt auf den mittleren Etappen durch alpines Gelände bis 2.500 Meter – für Alpenverhältnisse also schon recht hoch. Dazu kommt eine Besonderheit der Julischen Alpen: Die Berghänge sind stark zerklüftet und stürzen fast überall sehr steil ins Tal ab. Daher sind etliche Wege entsprechend schmal und ausgesetzt.

Eine generelle Herausforderung in den Julischen Alpen ist auvh der viele Schotter, bedingt durch das brüchige Kalkgestein. Dadurch sind die Wege ziemlich rutschig. Am Sedlo Planja führen diese Rutschpartien auch schon mal ohne Sicherungen am Abgrund entlang. Hier musst du konzentriert und langsam gehen, dann ist das Risiko überschaubar.

Technisch anspruchsvoll sind die folgenden Abschnitte:

Passage & Etappe Beschreibung der Stelle Warum es anspruchsvoll ist Risiko
Übergang zum Sedlo Planja (Etappe 3) Abstieg über eine abschüssige Felsplatte (ca. 25 Meter). Teilweise mit Drahtseil und Stiften versichert. Ausgesetzte Wege am Pass. Konzentration und Schwindelfreiheit erforderlich, leichte Kraxelei direkt am Abgrund. ⚫⚫⚫⚫⚪
Abstieg zur Pogačnikov-Hütte (Etappe 3) Relativ steiler Pfad auf rutschigem Schotter und Geröll. Nur teilweise mit Drahtseil versichert. Erhöhte Rutschgefahr. Der lose Untergrund bietet kaum Halt und beansprucht die Knie. ⚫⚫⚫⚪⚪
Anmarsch zur Luknja-Scharte (Etappe 4) Schmaler, exponierter Pfad auf Felsbändern. An den kritischen Stellen mit Drahtseil versichert. Psychisch fordernd durch Tiefblicke. Kein Spielraum für Fehltritte. ⚫⚫⚫⚫⚪
Abstieg zur Luknja-Scharte (Etappe 4) Relativ steiles Grasgelände auf schmalem Gratweg. Das Gelände bricht zu beiden Seiten fast senkrecht ab. Bei Nässe oder Wind rutschig und gefährlich. ⚫⚫⚫⚪⚪
Gipfelkamin des Kanjavec (Etappe 5) Fast vertikaler Aufstieg in einer engen, felsigen Rinne (ca. 25 Meter). Teilweise drahtseilgesichert. Verlangt einfache, vertikale Kraxelei. Durch die Enge des Kamins ist erhöhte Vorsicht vor Steinschlag geboten. ⚫⚫⚫⚪⚪

Der schwierigste Teil ist der Abschnitt rund um den Sedlo Planja. In den OSM-Karten wird die Route hier mit dem Grad T5 nach SAC-Wanderskala bewertet. Ich selbst würde es eher als T4 einstufen, da es an allen kritischen Stellen zumindest Stifte zum Festhalten und Steigbügel gibt. Ein bisschen Kraxelei solltest du auf jeden Fall aber nicht abgeneigt sein.

💡 Tipp: Du kannst die schwierigen Etappen 3 & 4 auch überspringen. Anstatt am Ende von Etappe 2 zum Vršič-Pass aufzusteigen, wanderst du von Trenta auf der Via Alpina durch das Zadnjica-Tal und steigst über einen breit angelegten Militär-Saumpfad zur Hütte Koča na Doliču auf. Die Strecke beträgt rund 11 km, damit verkürzt sich die Tour auf 5 Tage.

Abstieg vom Sedlo Planja.
Mit Drahtseilen gesicherter Abstieg vom Sedlo Planja (Etappe 3).

Voraussetzung für die Tour ist auf jeden Fall 100%ige Schwindelfreiheit. Die Wege sind nicht an allen ausgesetzten Stellen versichert. Allgemein sind die Sicherungen etwas rustikaler als man das z.B. aus Deutschland oder Österreich kennt. Statt einem durchgängigen Drahtseil gibt es häufig nur Stifte zum Festhalten oder einen Steigbügel für den Fuß. Das funktioniert auch, mag aber etwas ungewohnt sein, wenn man Drahtseile gewöhnt ist.

Im steilen Gelände solltest du außerdem Folgendes beachten:

Bleibe konzentriert und vermeide Ablenkungen – viele Unfälle passieren auf vermeintlich einfachen Passagen.
Halte ausreichend Abstand zu anderen Wanderern, um Steinschlag zu vermeiden und genügend Bewegungsfreiheit zu haben.
Prüfe jeden Tritt und Griff bewusst. Geröll und lose Felsbrocken sind in den Julischen Alpen keine Seltenheit.
Nutze Drahtseile und Sicherungen nur als zusätzliche Hilfe – verlasse dich nicht ausschließlich darauf.
Lass dich nicht von schnelleren Wanderern unter Druck setzen. Wähle dein eigenes Tempo und lege bei Bedarf kurze Pausen ein.
Bei Nässe, Schnee oder Vereisung können selbst leichte Kletterpassagen deutlich schwieriger werden. Drehe im Zweifel lieber um.

Sicherheits-Equipment

Da der Weg häufig unterhalb von steilen Felswänden verläuft, hatte ich einen Helm zum Schutz gegen Steinschlag* dabei. Man kann sich darüber streiten, ob das zwingend nötig ist – sicherer ist es auf jeden Fall und ich gehe ungern vermeidbare Risiken ein. Auf der dritten Etappe habe ich dann auch mehrmals Steinschlag an gegenüberliegenden Hängen beobachtet. Das zusätzliche Gewicht von knapp 350 Gramm war es mir daher auf jeden Fall wert.

Ist ein Klettersteig-Set erforderlich?

Meiner Meinung nach nein, denn man kann sich nicht durchgängig sichern. Wie erwähnt gibt es an vielen Stellen gar keine Drahtseile sondern nur Stifte oder Bügel. Generell würde ich die Route auch nicht in erster Linie als Klettersteig sehen, sondern als (teilweise) anspruchsvolle Wanderung im alpinen Gelände. Wichtig sind hier vor allem ausreichend Gebirgserfahrung und eine gesunde Selbsteinschätzung – dann ist die Tour purer Genuss.

Hinweisschild für Wanderer im Triglav-Nationalpark.
Die Hinweisschilder im Park geben Auskunft zur aktuellen Wegelage oder Sperrungen.

Sicherheit auf der Triglav-Hüttentour

Die Wege im Triglav-Nationalpark sind überwiegend gut markiert und gesichert. Bei schönem Wetter ist die Tour mit der entsprechenden Erfahrung also gut machbar. Dennoch sollte man alpines Gelände mit ausgesetzten Passagen und leichten Kletterstellen auch nicht unterschätzen.

⛰️ Wichtige Sicherheits-Hinweise

Die folgenden Hinweise solltest du vor einer Tour im Hochgebirge beachten:

Wetter im Hochgebirge +

Starte morgens spätestens gegen 8:00 Uhr.

Informiere dich jeden Morgen vor dem Aufbruch über die aktuelle Wettervorhersage und frage im Zweifel auch die Hüttenwirte nach ihrer Einschätzung. Juli und August, also die Hauptwandersaison in den Alpen, ist gleichzeitig auch die Hauptsaison für Unwetter. Häufig kommt es bereits am frühen Nachmittag zu meist kurzen, aber heftigen Wärmegewittern.

Starte daher morgens spätesten gegen 8:00 Uhr, damit du ausgesetzte Grate und Wege zur Mittagszeit bereits hinter dir hast. Generell gilt: Das Wetter kann im Hochgebirge innerhalb weniger Minuten umschlagen – meist nicht zum Besseren. Und Regen macht selbst einfache Wege rutschig – in Kombination mit dem vielen Schotter der Julischen Alpen steigt die Sturzgefahr dann erheblich.

❄️ Restschneefelder +

Bis in den Juli Schnee möglich.

Das wird häufig unterschätzt: Gerade auf nord- und westseitig ausgerichteten Hängen können bis weit in den Juli hinein noch Schneefelder liegen. Auf dieser Tour betrifft das beispielsweise den Sedlo Planja, den wir von Nordwesten her ersteigen. Bei mir im August war die gesamte Route komplett schneefrei – im Juli kann das anders aussehen.

Die Schneedecke (auch jährliche Durchschnittswerte) kannst du z.B. im Copernicus-Browser der ESA prüfen. Hier einfach einen kostenlosen Account anlegen, Region auf der Karte und den Standard-Satelliten Sentinel-2 L2A auswählen und anschließend mit dem Reiter „NDSI“ die Schneedecke prüfen. Alternativ bietet Outdooractive ebenfalls die Option die Schneehöhe zu checken.

🧭 Orientierung +

Plane so, dass du dich auch ohne Elektronik orientieren kannst.

Nimm neben dem GPS-Track immer auch eine Wanderkarte im Maßstab 1:50.000 oder detaillierter mit. Elektronische Geräte können ausfallen oder der Akku ist schneller leer als gedacht. Ich selbst habe zum Aufzeichnen noch ein kleines GPS-Gerät dabei, eigentlich reicht aber auch ein Smartphone. Dennoch plane ich immer so, dass ich mich auch komplett ohne Elektronik orientieren könnte.

Was natürlich auch wichtig: All die tollen elektronischen Geräte und auch die gute alte Karte muss man natürlich auch bedienen können. Es macht also Sinn, dass du dich schon vor der Tour damit vertraut machst, wie man damit umgeht.

💧 Wasser und Sonnenschutz +

In den Julischen Alpen ist Wasser knapp.

Plane pro Etappe etwa zwei Liter Trinkwasser ein, das Wasser kannst du in den Hütten nachfüllen (auch in der wassertechnisch eher ungünstig gelegenen Koča na Doliču). Ich habe im GPS-Track Quellen eingetragen. Kalksteingebirge wie die Julischen Alpen sind aber immer eher wasserarm. Es kann also sein, dass Quellen im Hochsommer kein Wasser mehr führen.

Außerdem solltest du an Sonnenschutz denken. In den Bereichen oberhalb der Baumgrenze bist du der Sonne oft stundenlang ungeschützt ausgesetzt. Sonnencreme, eine Kopfbedeckung und eine Sonnenbrille gehören deshalb zwingend ins Gepäck.

🚨 Handyempfang und Notruf +

Der alpine Notruf in Slowenien lautet 112.

In den Hütten hast du in der Regel guten Handyempfang. Auch sonst ist der Empfang im Triglav-Nationalpark relativ gut – problematisch wird es am ehesten noch in den steil eingeschnittenen Tälern. Bei einem Notfall sollte es aber nicht zu lange dauern, in einen Bereich mit Empfang zu kommen. Der alpine Notruf in Slowenien lautet 112.

⛰️ Im Zweifel umkehren +

Die Berge sind auch beim nächsten Mal noch da.

Der vielleicht wichtigste Tipp: Wenn dir eine Passage zu schwierig erscheint oder du ein ungutes Gefühl hast – höre auf dein Gefühl und drehe lieber um. Das gilt besonders bei schlechtem Wetter oder wenn du dich erschöpft fühlst. Die Berge sind auch beim nächsten Mal noch da und kein Weg ist es wert, seine Gesundheit dafür aufs Spiel zu setzen.

Wegmarkierungen für Bergsteiger und Wanderer an einer Felswand im Triglav-Nationalpark.
Die Routen im Nationalpark sind gut mit Pfeilen und Markierungen ausgewiesen.

Gibt es Bären im Triglav-Nationalpark?

In Slowenien leben mehrere hundert Braunbären, die gelegentlich auch durch den Triglav-Nationalpark streifen. Die Chance, dass du tatsächlich einem Bären begegnest, halte ich aber für sehr gering. Es sind jede Menge Leute unterwegs, es gibt viele Hütten und Bären sind sehr scheue Tiere, die im Normalfall gar kein Interesse an Menschen haben.

Natürlich gibt es auch in Europa ab und zumal unglückliche Begegnungen mit sogenannten „Problembären“. Das ist aber äußerst selten. In den offiziellen Verhaltensregeln für den Triglav-Nationalpark werden Bären daher auch nicht erwähnt. Wenn du mal eine Vorstellung davon bekommen willst, wie eine Bärenbegegnung im Gebirge abläuft, lies dir den Reisebericht zu meiner Trekking-Tour im türkischen Kaçkar-Gebirge durch.

Tipp

🛡️ Auslandskrankenversicherung für Trekkingreisen

Bei Trekkingtouren im Ausland habe ich grundsätzlich eine Auslandskrankenversicherung dabei. Wahrscheinlich werde ich sie nie brauchen – aber wenn doch etwas passiert, kann ein Krankenhausaufenthalt schnell teuer werden. Das zusätzliche Sicherheitsgefühl ist mir die paar Euro wert.

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Hütten buchen im Triglav-Nationalpark

Während der Tour übernachtest du überwiegend in Hütten des slowenischen Alpenvereins, im Tal teilweise in privaten Unterkünften. Da Wildcampen im Triglav-Nationalpark verboten ist, kommt man praktisch nicht um die Hütten herum. Die Ausstattung der Berghütten ist einfach, aber ausreichend – die Lage dafür meist umso spektakulärer.

Etappe Unterkunft Preis (1 Nacht/Schlafsaal) Reservierung Warum hier?
1 Pri Plajerju Farm ca. 100 € inkl. Frühstück online Urige Atmosphäre und perfekter Einstieg ins Soča-Tal.
2 Poštarski dom na Vršiču 43,50 € online Ruhige Lage direkt oberhalb des Vršič-Passes.
3 Pogačnikov dom na Kriških podih 33 € online Fantastische Hochgebirgslage mit großartigen Ausblicken.
4 Koča na Doliču 34,50 € online Optimal als Stützpunkt für die nächste Bergetappe.
5 Koča pri Triglavskih jezerih 35 € online Traumlage mitten im Sieben-Seen-Tal.
6 Hostel Pod Voglom 35 € online Perfekter Tourabschluss direkt am Bohinj-See.

Die Reservierung der Berghütten läuft inzwischen komplett über das Portal des Slowenischen Alpenvereins, ähnlich wie das Online-Hüttenreservierungssystem bei den deutschen oder österreichischen Berghütten. Das Ganze ist relativ unkompliziert. So funktioniert die Reservierung:

  1. Auf den Link klicken, die Webseite ggf. auf Englisch einstellen
  2. Zimmertyp und Datum der Reservierung eingeben
  3. Auswählen ob man Frühstück, Abendessen oder Halbpension dazubucht
  4. Bestätigen und dann bezahlen
  5. Für die Reservierung ist in der Regel eine Kreditkarte erforderlich

Solltest du keine Kreditkarte haben, kannst du die Hütte per Email anschreiben oder anrufen (Nummer auf der Webseite zu finden) und fragen, ob du eine Anzahlung auf das Konto machen kannst. Das sollte auch funktionieren – als ich die Tour gemacht habe, gab es das Buchungssystem noch gar nicht und ich musste alles per Anzahlung machen.

💡 Tipp: Wenn du auf der Suche nach einer komplett gebührenfreien Reise-Kreditkarte bist, kann ich VISA-Reisekreditkarte AWA7* empfehlen. Damit kannst du weltweit bezahlen, beim Abheben im Ausland werden zudem keine Gebühren fällig.

Wanderweg im Triglav-Nationalpark.

Halbpension oder Essen von der Karte?

Die Hütten bieten meist Halbpension (half-board) oder Menü a la Carte an. Halbpension beinhaltet ein frei wählbares Abendessen von der Karte und ein Frühstück mit Kaffee. Die Getränke werden extra berechnet. Wirklich viel Geld sparst du mit der Halb-Pension meiner Erfahrung nach aber nicht, ich habe daher immer a la Carte bestellt.

Die Preise der Hütten bewegen sich etwa auf deutschem Niveau. Hier kannst du dir die Preisliste der Sieben-Seen-Hütte anschauen. Beim Übernachten hast du meist die Wahl zwischen Schlafsaal (Dorm) und Einzelzimmern. Ich habe immer im Dorm übernachtet. Der Preis für eine Nacht im Schlafsaal liegt bei bei rund 35 Euro.

💡 Tipp: Die Mitgliedschaft beim Deutschen Alpenverein (und anderen europäischen Alpenvereinen) wird in Slowenien anerkannt. Du bekommst damit auf den Hütten einen Rabatt von etwa 20% pro Nacht. Das lohnt sich durchaus, da du ungefähr 11 – 12 Euro bei jeder Übernachtung sparst.

Wichtig: Rechtzeitig reservieren

Die Hütten in Slowenien sind in den Sommermonaten, wie auch im Rest der Alpen, sehr schnell ausgebucht. Wenn du eine Tour im Sommer planst, reserviere am besten bereits im Frühjahr, mindestens aber 1-2 Monate vor der Tour. Als Solo-Wanderer hat man evtl. die Chance auch ohne Anmeldung auf gut Glück einen Platz zu bekommen. Für Gruppen ist eine Reservierung Pflicht.

Gut zu wissen

💳 Kartenzahlung: Nicht jede Hütte akzeptiert Kreditkarten. Nimm ausreichend Bargeld mit.
🛏️ Hüttenschlafsack: In den Schlafsälen Pflicht und sollte auf keiner Hüttentour fehlen.
💧 Wasser: Trinkwasser erhältst du in den Hütten. Wegen der teils schwierigen Wasserversorgung ist es aber kostenpflichtig.
🔌 Steckdosen: In den meisten Hütten vorhanden, allerdings häufig nur im Gasträumen und nicht direkt am Schlafplatz.
Ankunft: Plane deine Etappen so, dass du möglichst spätestens gegen 18:00 Uhr an der Hütte bist.
📞 Verspätung: Falls du es nicht rechtzeitig schaffst oder deine Tour absagen musst, informiere die Hütte möglichst früh telefonisch.
🗺️ Weitere Berghütten: Eine Übersicht aller Berghütten des Slowenischen Alpenvereins inklusive Öffnungszeiten, Kontaktdaten und Reservierungsmöglichkeiten findest du hier.

Wildcamping und Zelten im Triglav-Nationalpark

Zelten ist im Triglav-Nationalpark nicht gestattet. Es gibt aber eine Reihe von einfachen Biwak-Hütten, die teilweise ganzjährig geöffnet sind (zur Übersicht). Zur Übernachtung sollte man eine Isomatte und Schlafsack mitnehmen. Außerdem natürlich Proviant, da die Hütten nicht bewirtschaftet sin

Pause an einer Berghütte in den Julischen Alpen.

Anreise

Einer der großen Vorteile dieser Hüttentour: Du brauchst kein Auto. Sowohl Start- als auch Endpunkt sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Du kannst also ganz bequem in Ljubljana starten und nach der Tour auch direkt wieder dorthin fahren.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Von Ljubljana fahren zwischen Mai und August fahren mehrmals täglich Busse nach Bovec. Die Fahrt dauert rund 3,5 Stunden, das Ticket kostet etwa 13 Euro.

Die aktuellen Fahrpläne findest du hier:

Busbahnhof Ljubljana
Nomago
Arriva

🔎 Suche dort einfach nach:
„Ljubljana AP“ → „Bovec“

Es gibt:

  • eine Direktverbindung von Nomago (1x täglich)
  • 4-5 weitere Verbindungen mit Umstieg.

↔️ Der Umstieg erfolgt je nach Anbieter entweder:

  • in Tolmin
  • oder über Tarvisio in Italien

Nach der Tour gelangst du von Stara Fužina beziehungsweise vom Bohinj-See ebenfalls bequem mit dem Bus zurück nach Ljubljana. Die Fahrzeit beträgt rund zwei Stunden, die Tickets kosten etwa 9 Euro.

💡 Tipp: Die Busfahrkarten kannst du am Busbahnhof Ljubljana bzw. auf der Rückfahrt direkt im Bus kaufen. Es ist nicht erforderlich, die Tickets vorher online zu buchen. Du bezahlst einfach in Bar im Bus.

Hoteltipp für Ljubljana

🏨 H2O Hostel

Wenn du vor oder nach der Hüttentour noch eine Nacht in Ljubljana verbringen willst, kann ich das H2O Hostel empfehlen. Die Unterkunft ist klein, aber gemütlich und liegt sehr zentral in der Altstadt. Der Busbahnhof ist nur wenige Gehminuten entfernt.

Unterkunft ansehen →

Mit dem Auto

Wenn du doch mit dem Auto anreist: Lass den Wagen am besten in Ljubljana stehen und nimm anschließend den Bus nach Bovec. Es ist auch möglich von Stara Fužina zurück nach Bovec mit dem Bus zu fahren. Das ist aber ziemlich umständlich, da du mindestens einmal umsteigen musst.

  • 1️ Bus von Stara Fužina nach Lesce oder direkt weiter bis Kranjska Gora.
  • 2️⃣ In Kranjska Gora dann weiter mit dem Bus über den Vršič-Pass nach Bovec.

Für diese Strecke bräuchtest du ca. 5-6 Stunden, da man das Gebirge, durch das du gerade durchgewandert bist, im Prinzip einmal komplett umfahren muss. Wenn dein Auto in Ljubljana steht, ist es deutlich entspannter – du kannst nach der Tour direkt die Heimreise antreten.

Beste Reisezeit zum Wandern im Triglav-Nationalpark

Die beste Zeit für Wanderungen im Triglav-Nationalpark und auch diese Tour, sind, wie in den Alpen üblich, die Sommermonate, das heißt von Mitte Juni bis Anfang September. Dann haben die Hütten geöffnet und die höheren Lagen sind schneefrei. Juli und August ist gleichzeitig aber auch Hochsaison mit den meisten Besuchern.

Außerhalb der Saison könnte man durchaus Wanderungen in den tieferen Lagen machen, z.B. im Mai oder Oktober. Die hier beschriebene Hochgebirgstour ist zu diesen Zeiten meiner Einschätzung nach aber nicht ohne alpinistische Hilfsmittel (Steigeisen, Eispickel etc.) und entsprechende Erfahrung möglich. Das fällt dann eher nicht mehr unter normales Wandern.

Blumen im Triglav-Nationalpark.

Packliste und Ausrüstung zum Wandern im Triglav-Nationalpark

Bei dieser mehrtägigen Wanderung durch den Triglav-Nationalpark übernachtest du, wie in den europäischen Alpen üblich, in Berghütten und bekommst dort auch deine täglichen Mahlzeiten. Das ist insofern praktisch, weil du kein Zelt, Campingausrüstung oder größere Mengen Proviant mitschleppen musst.

Sinnvoll finde ich für Hüttentouren in den Alpen:

🧥 Fleecepulli bzw. -jacke
Für kühle Tage/Schlechtwetter
🌧️ Isolation/Regenjacke
Verhindert Auskühlen
👕 T-Shirt/Baselayer
Geruchsarm und schnelltrocknend
👖 Regenhose
Trägt sich besser im Gebirge
🥾 Wanderhose
Schnelltrocknend + Stretchmaterial
🧣 Schlauchtuch
Vielseitig verwendbar
🆘 Biwaksack
Für Notfälle/Unwetter
🧦 Trekking-Socken
Verhindern Blasen
👟 Hüttenschuhe
Zum Wechseln für Abends
🕶️ Polarisierte Sonnenbrille
Mindestens UV-Kategorie 3
🥾 Trekking-Stöcke
Hilft bei steilen Abstiegen
🗺️ Gebietskarte
Auch offline/ohne Strom
🧭 ggf. GPS-Gerät
Auch bei Regen verwendbar
🔋 Powerbank
Aufladen von Smartphone etc.
💧 Trinkflasche
Ich bevorzuge faltbare Modelle
⛑️ Notfall-Erstehilfe-Kit
Pflaster, Antiseptische Salbe für Kratzer, Mullbinde, Ibuprofen
je nach Bedarf selbst zusammenstellen

Als Unterwäsche benutze ich seit Jahren die Boxershorts von Icebreaker Merino*. Zwei Paar sollten ausreichen. Eine Daunenjacke hatte ich bei dieser Tour nicht dabei und habe sie auch nicht vermisst, weil man abends ja in der warmen Hütte ist. Im Sommer kannst du statt der langen Hose natürlich auch eine robuste Outdoor-Shorts* nehmen, das habe ich auch so gemacht.

Weitere Tipps findest du in meiner Packliste für Mehrtagswanderungen:

Welche Wanderschuhe brauche ich für die Wanderung?

Ein schwieriges Thema, über das man endlos diskutieren könnte. Ich hatte für die Tour meine Meindl Vakuum GTX* dabei (zum Test). Das sind gute, solide und bequeme Bergstiefel mit super Grip, die mich auf dem vielen Geröll mehr als einmal vom Ausrutschen bewahrt haben. Ich benutze diese Schuhe nicht immer, aber hier fand ich sie definitiv sinnvoll, auch wenn sie ziemlich schwer sind.

Viele Leute verwenden heute ausschließlich Trailrunner, auch im Hochgebirge. Das ist auch möglich kann, allerdings verschleißen diese Schuhe dort relativ schnell. Auf einfachen Mehrtageswanderwegen, z.B. dem beliebten Fischerweg, benutze ich lieber Trailrunner. Im Hochgebirge überlege ich es mir aber immer noch zweimal.

Eine gute Alternative für technisch etwas anspruchsvollere Treks sind Approach-Schuhe. Das sind Schuhe aus dem Klettersport, die für den häufig anspruchsvollen Zustieg zu den Routen verwendet werden. Damit sind sie sehr gut für raueres Felsterrain geeignet. Ich habe diverse Modelle ausprobiert, mein Favorit ist der Klassiker Scarpa Mescalito*.

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Rucksack

Bei einer Hüttentour ohne Zelt und Camping reicht ein Rucksack mit 30-40 Liter Fassungsvermögen. Ich hatte den Deuter Guide 34+* dabei. Das ist ein solider Alpinrucksack mit Frontzugang und Befestigung für Stöcke und Helm. Der Rucksack liegt sehr eng am Rücken, was bei den Kraxeleien definitiv hilfreich ist. Eine exzellente Alternative, die ich inzwischen sehr gerne verwende, ist der Deuter Speed Lite 30*.

Was ich auch immer gerne dabei habe: Einen Tagesrucksack, in diesem Fall den Osprey Ultralight Stuffpack*. Das ist ein wirklich toller Minirucksack mit winzigem Packmaß (so groß wie ein Apfel) und knapp über 100 Gramm Gewicht. Perfekt, wenn du im Anschluss z.B. noch eine Stadtbesichtigung in Ljubljana oder anderswo machen willst. Ich verzichte inzwischen so gut wie nie darauf.

Schmetterling auf einem Rucksack.

Verpflegung und Wasser

Snacks und Lunchpakete kannst du auch in den Hütten kaufen. Da fast alle Lebensmittel per Helikopter oder Materialseilbahn auf die Hütten transportiert werden, sind die Preise natürlich viel höher als im Tal. Ich habe mir daher vorher ein paar Snacks für unterwegs (Schokolade, Trockenfrüchte, Nüsse) in Ljubljana gekauft.

Wasser gibt es ebenfalls in den Hütten zu kaufen. Allerdings recht teuer, gerade auf den höheren Hütten (zwischen 4,50 € und 6,00 €). Auf den niedrigeren Hütten, z.B. im Soča-Tal habe einfach ich Leitungswasser mit einem Wasserfilter* gefiltert. Auf den höheren Hütten habe ich aber doch Flaschen gekauft.

Insgesamt bin einschließlich Wasser und Proviant auf ein Gesamtgewicht von knapp 10 Kilogramm gekommen. Mehr würde ich nicht mitnehmen, da man jeden Tag viele Höhenmeter bewältigen muss und jedes zusätzliche Gramm die Kletterpartien erschwert.

💡 Weiterlesen: Ultraleicht-Trekking für Einsteiger: 7 praktische Tipps, die du sofort anwenden kannst

Wanderführer und Wanderkarte für den Triglav-Nationalpark

Meine Empfehlung: Rother Wanderführer – Julische Alpen*

Ich habe mir diesen Wanderführer* erst nach der Tour geholt, weil mir die Berge Sloweniens so gut gefallen haben. Es ist aber auf jeden Fall eine empfehlenswerte Ergänzung zur Planung.

Einige der Etappen meiner Tour befinden sich auch in dem Büchlein. Insgesamt sind es 61 Touren – 10 davon im Triglav-Nationalpark. Der Rest in den übrigen Teilen der Julischen Alpen – Slowenien hat nämlich noch viel mehr zu bieten.

Wie fast immer bei Rother sind die Beschreibungen der Touren ausreichend detailliert ohne abzuschweifen. Dazu gibt’s die wichtigsten Infos zu Land und Leuten und einige nützliche Begriffe für den Wortschatz. Eine klare Empfehlung!

Als Wanderkarte hatte ich eine slowenische Karte vom Verlag Kartografija dabei, die inzwischen nicht mehr online erhältlich ist. Derzeit ist die beste Option die Kompass-Karte Triglav Nationalpark 1:25.000*. Eine Alternative sind die italienischen Tabacoco-Karten im Maßstab 1:25.000*, die ein sehr schönes Kartenbild und viele Details haben, leider aber nicht laminiert sind.

Wanderweg durch das Tal der Sieben Seen.

Weiterführende Links

Die folgenden Links haben mir persönlich dabei geholfen eine Route zu erstellen. Hier findest du auch viele weitere Tipps zu möglichen Zielen im Nationalpark.

Berglandschaften beim Wandern in den Julischen Alpen.

FAQ und sonstige Fragen

Zum Abschluss noch die Antworten auf einige häufige Fragen, die mich im Lauf der Zeit immer wieder zu der Triglav-Tour erreicht haben:

Ja, unbedingt - auch wenn es die Flexibilität stark einschränkt. Besonders an den Wochenenden sind die Hütten schon sehr früh im Jahr ausgebucht. Die Pri Plajerju Farm* und das Hostel Pod Voglom* kannst du bequem per Booking buchen, die Berghütten des Slowenischen Alpenvereins über die jeweiligen Webseiten.

Eher nicht. Du kannst zwar, wie oben erwähnt, die schwierigen Etappen auslassen. Aber das sind auch die Highlights der Tour, es wäre schade sie zu überspringen. Die Wanderung richtet sich also eher an geübte Bergwanderer mit Erfahrung im alpinen Gelände.

Ja. Ich selbst war auch alleine unterwegs. Voraussetzung sind allerdings Erfahrung im alpinen Gelände, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Außerdem solltest du täglich den Wetterbericht prüfen und jemandem deine geplante Route mitteilen.

Grundsätzlich ja. Ich würde aber die hier vorgestellte Richtung bevorzugen. Der Einstieg über das Soča-Tal ist landschaftlich wunderschön und die anspruchsvolleren Hochgebirgsetappen folgen dann erst nach einer guten Eingewöhnung.

Die Übernachtung im Schlafsaal kostet in den Berghütten zwischen 30 und 40 Euro pro Nacht. Dazu kommen die Kosten für Verpflegung und Anreise. Insgesamt würde ich – je nach Komfort und Essverhalten – mit etwa 350 bis 500 Euro für die sechstägige Tour rechnen.

Nimm ausreichend Bargeld für die gesamte Tour mit. Nicht alle Berghütten akzeptieren Kartenzahlung und die Kartenleser können auch mal ausfallen. Vor allem im Hochgebirge solltest du dich nicht darauf verlassen, überall mit Karte bezahlen zu können.

Natürlich, die Berghütte Koča na Doliču ist der ideale Ausgangspunkt dazu. Ich würde dazu aber eher einen weiteren Tag einplanen - nach dem Aufstieg in der vierten Etappe auch noch auf den Gipfel und wieder runter zu steigen, ist ziemlich ambitioniert (aber nicht unmöglich).

Ja, problemlos. In den Berghütten, Unterkünften und Restaurants sprechen die meisten Mitarbeiter gut Englisch. Auch bei der Busfahrt oder beim Einkaufen hatte ich während meiner Reise keinerlei Verständigungsprobleme.

Mein Fazit

Eine geniale Tour – für mich immer noch die Messlatte, mit der ich andere Hüttentouren vergleiche. Ein Geheimtipp ist der Triglav-Nationalpark natürlich nicht mehr. Gerade um den Triglav und im Tal der sieben Seen waren schon viele Leute unterwegs. Trotzdem ist die Bergwelt hier noch ursprünglicher als anderswo: Skilifte, Zufahrtsstraße bis zum letzten Gipfel und riesige Hotelanlagen sind hier zum Glück Fehlanzeige.

Mir hat die Mischung aus wilden Berggipfeln, farbenprächtigen Blumenwiesen und geheimnisvollen Wäldern hervorragend gefallen. Eine wirklich schöne Ecke der Alpen! Und dank dem weitverzweigten Netz an Hütten ist es kinderleicht, sich eigene Mehrtagestouren zusammenbasteln. Das war ganz bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich durch den Triglav-Nationalpark gewandert bin.

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