Wandern an der Amalfiküste: 6 Tage an der schönsten Küste Italiens

Verwunschene Wege zwischen Olivenbäumen und Zitronenplantagen, traumhafte Ausblicke auf das Mittelmeer und viele Höhenmeter: Die Amalfiküste in Süditalien hat Wanderfreunden auch neben dem weltberühmten „Weg der Götter" viel zu bieten. Die Königstour: Eine 6-tägige Wanderung, die dich von Salerno bis nach Sorrent zu den schönsten Orten der Küste führt.

In diesem Artikel:

Die Nachmittagssonne taucht die Zitronenbäume in ein weiches Licht, während wir die Gärten von Amalfi hinter uns lassen und die Felsklippen auf einem steinigen Trampelpfad hochkraxeln. Der Duft von Thymian und Oleander liegt in der Luft, weit unter uns funkelt das türkisblaue Mittelmeer. Wandern an der Amalfiküste ist ein Erlebnis für alle Sinne!

Viele Wanderer kommen nur wegen einem Weg zur Amalfiküste in der italienischen Region Kampanien: Dem berühmten „Sentiero degli Dei“, dem Weg der Götter. Genau so bin ich auch auf diese Gegend aufmerksam geworden. Und göttlich sind die Aussichten von diesem schwindelerregend steilen Felsenpfad hoch über dem Mittelmeer zweifellos! Das soll schon Zeus höchstpersönlich gefallen haben.

In 6 Tagen zu den Highlights der Amalfiküste

Die vielleicht schönste Küste von ganz Italien hat neben dem Götterweg aber noch mehr zu bieten: Alte Pflasterwege, die an Zitronenhainen und verwunschenen Gärten vorbei zwischen den Dörfchen verlaufen, versteckte Bergpfade im einsamen Hinterland, das wildromantische Mühlental, in dem Besucher noch heute die Ruinen der alten Papiermühlen aus dem Mittelalter bewundern können.

Du kannst hier also ohne Probleme ein paar Tage verbringen, ohne dass dir langweilig wird – und da liegt es doch nahe, die Highlights zu einer einzigen großen Tour zu verbinden! Eine Wanderung von Dorf zu Dorf, die täglich neue landschaftliche Eindrücke bietet und bei der du jeden Abend in einer gemütlichen Unterkunft bei einem Glas Rotwein den Sonnenuntergang über dem Mittelmeer genießt.

Eine Wanderung in einer der romantischsten Landschaften Italiens, die Natur und Kultur auf geradezu perfekte Weise miteinander verbindet.

Klingt gut? Dann schauen wir uns das doch mal genauer an!


Auf einen Blick:

  • Aussichtsreicher Küstenwanderweg durch die spektakulären Steilküsten der sorrentinischen Halbinsel
  • Wandern auf dem Weg der Götter „Sentiero degli Dei“ und Zwischenstopps in malerischen Städten wie Amalfi, Positano und Ravello
  • Länge: ca. 93 km
  • Dauer: 6 Tage
  • Schwierigkeit: leicht – mittel
  • Abenteuerfaktor: mittel
  • Übernachtung in Unterkünften am Weg

Karten und Wanderführer für die Amalfiküste

Meine Empfehlung: Rother Wanderführer – Golf von Neapel

Der Wanderführer aus dem Rother-Verlag* stellt 57 Touren in der Region vor. Auch die hier vorgestellte Mehrtageswanderung auf der „Alta Via dei Monte Lattari“ ist in dem Wanderführer enthalten. Dazu Wanderungen an beliebten Orten wie Ischia und am Vesuv.

Das handliche Büchlein enthält zusätzlich brauchbare Kartenausschnitte und eine praktische Übersichtskarte aller Wanderungen auf der gesamten Halbinsel Insel.

Zusammen mit der Wanderkarte für die Amalfiküste* bist du mit diesem Wanderführer für alle Fälle gerüstet!

Als Karte empfiehlt sich diese Wanderkarte für die Amalfiküste im Maßstab 1:25.000*. Die Karte „Monti Lattari. Penisola sorrentina. Costiera amalfitana. Isola di Capri.“ wird von den örtlichen Sektionen des CAI verlegt und enthält alle Wanderwege und interessanten Punkte auf der Halbinsel – darunter auch die beliebten Wege durch das idyllische Mühlental (Valle dei Mulini) oder nach Ravello.

Theoretisch könntest du auch ohne Wanderkarte losziehen und mit einer Wander-App nur der GPS-Route aus diesem Artikel folgen. Erfahrungsgemäß entgehen einem dabei aber meist die besonders reizvollen, versteckten Orte abseits der Strecke, da die Übersicht über das gesamte Gebiet fehlt. Ich würde daher immer empfehlen, eine richtige Wanderkarte aus Papier mitzunehmen.

Ebenfalls empfehlenswert für Wanderungen an der Amalfiküste:

Das erwartet dich beim Wandern an der Amalfiküste

Bei der Amalfiküste denken die meisten wahrscheinlich erstmal nicht an große Wanderungen, sondern eher an Luxusvillen, Jetset und Strandurlaub. Und natürlich gibt es das alles dort auch zur Genüge. Aber die Amalfiküste hat auch ein völlig anderes Gesicht – und das wirst du nur sehen, wenn zu Fuß unterwegs bist.

Sobald du die belebten Küstenstädtchen hinter dir lässt, tauchst du in eine komplett andere Welt ein. Stille Wege durch Zitronenplantagen und verwilderte Obstgärten. Malerische Dörfer im Hinterland, in die sich kaum jemals Touristen verirren. Alte Hirtenpfade, die sich in schwindelerregenden Höhen an der Steilküste entlangwinden und alle paar Minuten fantastische Panoramablicke auf das Mittelmeer erlauben.

Wandern an der Steilküste über der Amalfiküste.
Wild zerklüftete Steilküste auf dem Weg zur Punta Campanelle (Etappe 6).

Der größte Reiz dieser Region liegt für mich in dem einzigartigen Mix aus mediterraner Kulturlandschaft und unberührter Natur. Man ist zwar nie wirklich weit weg von der Zivilisation, aber es fühlt sich zumindest so an. Auf den Wanderwegen begegnet man tagsüber nur wenigen anderen Leuten. Und diese Wege durch die steilen Felsküsten haben es stellenweise in sich! Du kannst hier also richtig wandern und nicht bloß spaziergehen.

Das Tüpfelchen auf dem i: Auch der Genuss kommt nicht zu kurz. Immerhin sind wir hier in Italien. Nach einem langen Wandertag geht es jeden Abend zurück ans Meer. Dort wartet dann die Dusche, das obliatorische Glas Rotwein und zum weltberühmten italienischen Essen muss man ja nicht mehr viel sagen. Du kannst es dir hier also schon auch richtig gut gehen lassen!

tl;dr: Die Amalfiküste ist der perfekte Ort, um eine anspruchsvolle Wandertour mit italienischer Dolce Vita zu verbinden.

Steiler Küstenweg an der Amalfiküste mit Blick auf Boot im Meer.

Mehrtageswanderung an der Amalfiküste auf dem CAI 300

Eine mehrtägige Wanderung an der Amalfiküste ist logistisch gesehen keine größere Herausforderung: Es gibt ausreichend Unterkünfte zum Übernachten unterwegs. Außerdem eine offizielle Route, die von Ost nach West einmal über den Hauptkamm der sorrentinischen Halbinsel führt: Der hierzulande eher unbekannte Höhenweg mit der Nummer CAI 300, die „Alta Via dei Monti Lattari„.

Der Weitwanderweg wird von den örtlichen Sektionen des italienischen Alpenvereins C.A.I. betreut und verläuft stellenweise eher im Inland als an der Küste. Weil das aber gerade eine der Hauptattraktionen ist, habe ich die Route etwas angepasst. Mit der hier vorgestellten Tour an der Amalfiküste wirst du auf einigen Nebenwegen des CAI 300 in niedrigerer Höhe laufen. Du brauchst dafür ungefähr 6 Tage.

Kleines Schmankerl: Die sorrentinische Halbinsel liegt direkt am Golf von Neapel. Du kannst im Anschluss an die Wanderung also bequem einen Aufenthalt in Neapel dranhängen und dir die berühmten archäologischen Stätten von Pompeji und Herculaneum anschauen. Wenn du noch Energie hast, bietet sich außerdem ein Abstecher auf den Vesuv an.

Route von Salerno bis Sorrent + GPS-Track

GPX-Download

Meine alternative Route zum CAI 300

Im Original führt der Höhenweg CAI 300 in 11 relativ kurzen Etappen über die Monti Lattari, die bis zu 1400 Meter hohe Gebirgskette in der Mitte der sorrentinischen Halbinsel. Abstecher an die Küste gibt es erst ganz am Ende. Der „Weg der Götter“ und die hübschen Küstenstädtchen werden nicht berührt.

Das hat mich etwas gestört, daher habe ich die „offizielle“ Strecke auch ein bisschen abgeändert, um das beste aus beiden Welten zu kombinieren: Tolle Küstenwege mit Traumblicken auf das Meer und gelegentliche Abstecher in das unberührte Bergland der Monti Lattari. Der berühmte „Weg der Götter“ darf bei meiner Variante natürlich auch nicht fehlen.

Die Wanderung habe ich in sechs Tagesetappen eingeteilt, die jeweils in einem Ort mit Unterkünften zum Übernachten enden. Insgesamt kommst du damit auf rund 93 km von Salerno bis Sorrent. Wenn dir das zu viel ist, kannst du natürlich auch vorzeitig aussteigen. Auch die (teilweise steilen) Abstecher ins gebirgige Hinterland musst du nicht zwangsweise machen – es gibt flachere Alternativen in Küstennähe.

Blick über die Amalfiküste beim Wandern.

Etappen der Mehrtageswanderung an der Amalfiküste

Die Wanderung entlang der Amalfiküste startet in Salerno und verläuft in westlicher Richtung, immer an der Küste entlang bis zum Punta Campanella, dem äußersten Zipfel der Halbinsel. Von dort geht es dann ein Stück durchs Inland auf der anderen Seite der Halbinsel zurück nach Sorrent.

Die Etappen habe ich folgendermaßen augeteilt. Klicke jeweils auf die Etappe für die genaue Beschreibung und die Karte:

EtappeRouteLänge Höhenmeter
01Salerno – Maiori14,3 km+ 1.150, – 1.158 hm
02Maiori – Ravello – Amalfi18,2 km+ 1.427, – 1.414 hm
03Amalfi- Bomerano11,1 km+ 1.427, – 639 hm
04Bomerano – Piano di Sorrento (Weg der Götter)19,3 km+ 1.710, – 2.038 hm
05Piano di Sorrento – Marina del Cantone11.5 km+ 432, – 683 hm
06Marina del Cantone – Punta Campanelle – Sorrent17,7 km+ 878, – 908 hm

Hinweis: Bei der 2. Etappe habe ich einen optionalen Abstecher ins Hinterland eingebaut. Das ist aber nicht zwingend notwendig, du kannst hier auch an der Küste entlangwandern. Die Etappe wird damit deutlich kürzer und einfacher.

Wie schwer ist die Wanderung an der Amalfiküste?

Die vielen Höhenmeter sehen auf den ersten Blick vielleicht ein bisschen übertrieben aus. Aber du kannst das, wie bereits erwähnt, ganz gut entschärfen, indem du die optionalen Abstecher ins Hinterland weglässt und in Küstennähe bleibst. Generell geht es aber schon recht viel rauf und runter, und zwar meistens über steile Treppenwege aus Stein.

Der übliche Tag sieht so aus: Morgens rauf von der Küste, den Tag über mal rauf mal runter, abends dann wieder komplett runter. Da kommt einiges zusammen. Als Belohnung winken wahnsinnige Aussichten auf die Steilklippen, die Städte mit ihren bunten Häuschen und das einsame Hinterland. Touristen haben wir (abgesehen vom Weg der Götter) nur wenige gesehen. Die meisten machen sich nicht die Mühe hier hochzukommen und lassen sich stattdessen mit dem Boot von Ort zu Ort schippern.

Amalfiküste Wandern auf einem Gebirgsweg.
Etwas steilerer Abstieg nach Marina del Cantone (Etappe 5): Hier kommt schon ein bisschen Gebirgsfeeling auf.

Abgesehen von den An- und Abstiegen ist die Wanderung aber recht unkompliziert. Die Schwierigkeit liegt überwiegend im Bereich T1 auf der SAC-Skala, stellenweise vielleicht auch T2, maximal T3. Manchmal führen die Wege durch leicht überwucherte Wiesen und dichtes Buschwerk. In den höheren Lagen der Monti Lattari geht es auch mal über Schotter und Geröll. Es gibt aber keine wirklich gefährlichen Stellen, extrem ausgesetzte Steilhänge etc. Gute Wanderschuhe sind trotzdem sinnvoll.

Markierungen auf dem CAI 300

Die Wanderwege an der Amalfiküste sind, wie in Italien üblich, mit einer rot-weißen Markierung gekennzeichnet. Die Markierungen befinden sich auf Steinen, an Straßenecken, manchmal auch an Bäumen. Auf den Seitenwegen des CAI 300, gibt es aber keine durchgängige Kennzeichnung. Auch in den Ortschaften ist manchmal nicht ganz klar, wo sich jetzt genau die richtige Abzweigung befindet.

Hinterland von Piano di Sorrento (Etappe 4): Nicht immer sind die rot-weißen Markierungen so gut sichtbar wie an diesem Baum.

Zur schnelleren Orientierung empfiehlt es sich, die Route als GPX-Datei dabeizuhaben. Dazu würde ich auf jeden Fall raten, denn ausgeschilderte Wege mit Kilometerangaben nach DAV-Standard sucht man an der Amalfiküste vergebens. Du kannst den GPS-Track entweder mit einem richtigen GPS-Gerät, z.B. dem handlichen Garmin eTRex 32x, verwenden. Alternativ mit deinem Smartphone und einer Navigationsapp wie Outdoor Active.

Meine Erfahrungen auf dem Weg der Götter (Sentiero degli Dei)

Noch ein paar Worte zum berühmten „Weg der Götter. Das ist ja der mit Abstand bekannteste Wanderweg an der Amalfiküste und für viele Leute wohl auch die Hauptattraktion. In Listen mit den besten Wanderwegen der Welt wird er häufig als einer der schönsten Küstenwanderwege überhaupt bezeichnet. Das ist natürlich immer ein bisschen subjektiv, eine tolle Wanderung ist es auf jeden Fall!

Fantastischer Ausblicke auf die Küste während der Wanderung auf dem Weg der Götter.

Strecke

Der Weg startet in dem Dörfchen Bomerano bzw. Agerola und führt von dort entlang der Steilküste bis zu dem Weiler Norcelle oberhalb von Positano. Dieses zentrale Wegstück – der schönste Teil der Wanderung – ist nur etwas über 5 km lang. Bis nach Positano ist es dann etwa nochmal so lang. Insgesamt kommst du also auf knapp 10 km. Du brauchst dafür etwa 4-5 Stunden.

Landschaft

Mit einem Wort: Grandios: Im zentralen Abschnitt schlängelt sich der Götterweg in luftigen Höhen an der zerklüfteten Steilküste entlang. Die Aussichten sind phänomenal. Weit unten die malerische Landschaft aus kleinen Dörfern, Weinbergen und Wäldern. Zur Linken fällt der Blick auf das tyrrhenische Meer und den Golf von Salerno. Bei klarem Wetter kann man bis zur Insel Capri schauen. Teilweise fühlt es sich so an, als läuft man über den Wolken.

Schwierigkeit

Der Weg der Götter ist ein leichter – mittelschwerer Wanderweg, der für die meisten erfahrenen Wanderer keine große Herausforderung sein dürfte. Der Weg ist jederzeit ausreichend breit, verläuft stellenweise aber recht nahe an der Steilküste. Der Abstieg nach Positano führt über steile (und recht schmale) Treppen. Es ist besser, wenn du komplett schwindelfrei bist – ich habe einen Wander auf dem Weg nach Positano gesehen, der hier etwas Probleme hatte.

Eintritt + Gebühren

Der Weg der Götter ist öffentlich zugänglich und erfreulicherweise muss man auch (noch) kein Eintrittsgeld dafür zahlen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wie das Beispiel der Cinque Terre zeigt. Ebenfalls erfreulich ist, dass der Weg ( auch hier im Unterschied zu Cinque Terre) trotzdem in einem guten Zustand ist.

Anfahrt

Wenn du die Tour als Tageswanderung machen willst, fahre am besten mit dem Bus nach Bomerano und laufe von da nach Positano. In diese Richtung geht es immer schön abwärts. Wenn du dir den letzten steilen Abstieg nach Positano sparen willst, kannst du dich auch in Norcelle abholen lassen, sofern du eine Tour gebucht hast.

Geführte Wandertouren auf dem Weg der Götter

Eigentlich nicht notwendig und zum Glück auch nicht zwingend vorgeschrieben. Aber natürlich gibt es in Neapel und auch in den Orten an der Amalfiküste jede Menge Anbieter, die den Weg der Götter im Programm haben. Für eine Tagestour mit offiziellem Wanderführer zahlst du etwa ab 70 Euro.

Ist der Weg der Götter die beste Wanderung an der Amalfiküste?

Der Weg der Götter vereint einen kurzen, einfachen Weg mit schönen Aussichten und spektakulären Landschaftseindrücken. Deshalb ist diese Wanderung so beliebt. Die anderen Etappen unserer Amalfi-Tour waren landschaftlich aber nicht weniger reizvoll. Und sie waren deutlich weniger überlaufen. Wenn du nur eine Wanderung an der Amalfiküste machst, ist der Weg der Götter aber auf jeden Fall eine gute Wahl.

Blick über Positano – der vielleicht bekannteste Ort der Amalfiküste.

Tageswanderungen an der Amalfiküste

Du kannst einzelne Etappen der kompletten Wanderung natürlich auch als Tageswanderung machen. Allerdings müsstest du dich dazu, vorher über die Rückfahrtmöglichkeiten schlau machen. Am schnellsten geht das mit den Booten, die die Orte an der Küste miteinander verbinden, teilweise gibt es auch Busse (siehe unten).

Lade dir hier die einzelnen Etappen als GPS-Track herunter:

Anreise zur Amalfiküste

Die Anfahrt zum Start der Tour in Salerno ist mit öffentlichen Vekehrsmitteln kein Problem. Von Neapel aus fahren etwa stündlich die Regionalzüge von Trenitalia von der Bahnstation Napoli Centrale an der Piazza Garibaldi nach Salerno. Abfahrt ist im Untergeschoss des Bahnhofs. Die Fahrt dauert etwa 1 Stunde.

Von Sorrent aus fahren Züge der Regionalbahn Ferrovia Cercumversuviana zurück nach Neapel. Alternativ kannst du dich auch mit der Fähre von Sorrent über den Golf von Neapel zurückschippern lassen. Gerade bei schönem Wetter ist das ein toller Ausklang der Wanderung.

Die einzelnen Ortschaften an der Amalfiküste sind dank dem Busunternehmen SITA Sud zudem mit Bussen verbunden, die relativ regelmäßig fahren (je nach Verbindung stündlich oder halbstündlich). Die Busse decken alle Orte an der Küste ab und fahren sogar bis nach Neapel. Hier geht’s zum Busplan.

Die Tickets für den Bus kaufst du vor Ort in den für Italien typischen Tabacchi. Das sind kleine Tabakläden, in denen man zusätzlich auch Briefmarken, Getränke und anderen Kleinkram bekommt. Autofahren an der Amalfiküste ist ein Abenteuer für sich. Die Küstenstraße Amalfitana ist kurvenreich, sehr eng und für größere Fahrzeuge (Wohnmobile etc.) tagsüber gesperrt.

Mittagspause im Dörfchen Torca (Etappe 5).

Unterkünfte, Hostels und Übernachtungsmöglichkeiten für Wanderer

Es gibt in allen Start und Zielorten der Wandertour Hostels und andere preiswerte Übernachtungsmöglichkeiten. Eigentlich ist die Amalfiküste ein ziemlich teures Pflaster. Hotelpreise von 150 Euro pro Nacht (und deutlich mehr) sind keine Seltenheit. Mit ein bisschen Recherche findest du aber auch günstigere Alternativen, die trotzdem nicht schlechter sind.

Damit du dir nicht selbst die Mühe machen musst, hier die Unterkünfte in denen wir übernachtet haben:

Die Unterkünfte liegen alle an oder in der Nähe der Route. Es sind also keine größeren Umwege erforderlich. Der Preis pro Person lag bei etwa 25 bis 35 Euro die Nacht, was für die Amalfiküste wirklich günstig ist. Dazu kommen dann noch die Kosten für Frühstück, was meistens nicht dabei war, und das Abendessen.

In den touristisch stark frequentierten Ortschaften an der Amalfiküste sind die Preise für Restaurants, Imbiss, Snacks etc. wie zu erwarten ziemlich saftig. 5 Euro für eine Kugel Eis habe ich nicht mal in den weltberühmten Cinque Terre gezahlt. Das einzig preiswerte war eigentlich Pizza, für die ich meistens knapp 10 Euro hingelegt habe.

Proviant und Verpflegung

Größere Vorräte an Proviant musst du beim Wandern an der Amalfiküste nicht mit dir rumschleppen. Die jeweiligen Tagesetappen starten und enden immer in Ortschaften. Hier gibt es neben Restaurants auch kleine Läden, in denen du dich mit Snacks, Müsliriegeln, Wasser, etc. eindecken kannst.

Da die Wege tagsüber meistens durch durch die Natur führen, würde ich mir für jeden Tag ausreichend Verpflegung für die Mittagspause mitnehmen. Abends haben wir dann meistens im Restaurant gegessen – etwas teuer, aber nach den teils recht anstrengenden Etappen war das immer eine schöne Belohnung.

Außerdem wichtig: Nimm ausreichend Wasser mit. Unterwegs gibt es nur wenige Möglichkeiten nachzufüllen und bei dem vielen Auf und Ab, kommt man ganz schön ins Schwitzen. Ich bin mit 2 Litern pro Tag gut ausgekommen. Wenn du etwas für die Umwelt machen willst, empfehle ich die wiederverwertbare Plastikflasche von Platypus*. Damit kannst du dir das Leitungswasser in den Unterkünften abfüllen.


Camping und Wildcamping an der Amalfiküste

Wildcamping mit Zelt ist an der Amalfiküste meines Wissens nach nicht erlaubt. Die geografischen Gegebenheiten sind aber ohnehin nicht gerade ideal dafür. Oben an der Steilküste gibt es neben dem Weg meistens keinen Platz, unten an der Küste sind die Touristenorte und die Straße. Bliebe höchstens noch das Hinterland.

Wenn man sich halbwegs schlau anstellt, kann man hier vielleicht irgendwo ein Plätzchen für die Nacht finden. Viele der freien Flächen werden aber von Bauern bewirtschaftet und wir sind eigentlich alle naselang auf Gärten, Felder oder eingezäunte Weideflächen gestoßen. Die Region ist eben doch eine Kulturlandschaft.

Bei offiziellen Campingplätzen sieht das Angebot ziemlich mau aus. Es gibt rund um den Ort Amalfi einige Plätze an der Küste, sowie den Campingplatz Nettuno in Marina del Cantone auf dem wir eine Nacht waren. Dazu kommt eine Handvoll Plätze im Inland, die aber relativ weit weg von der Küste sind.

Campingplatz an der Amalfiküste.
Camping Nettuno in Marina del Cantone: Einer der wenigen Campingplätze an der Amalfiküste (Etappe 5).

Ausrüstung und Wanderschuhe für die Amalfiküste

Da du in festen Unterkünften übernachtest, hält sich der Bedarf an Ausrüstung in Grenzen. Camping-Equipment etc. können getrost zuhause bleiben. Ich bin gut mit einem 45 Liter-Rucksack ausgekommen und hatte folgendes Equipment dabei:

Tipp: Schau dir hier meine aktuelle Packliste für Mehrtageswanderungen an. Damit bist du bestens für die Amalfiküste gerüstet!

Eine Regenjacke ist bei längeren Wanderungen immer sinnvoll. Generell ist das Wetter an der Steilküste ohnehin auch ziemlich unbeständig, weil sich die Wolken an den Abhängen stauen. Es kann dir also passieren, dass an der Küste schönster Sonnenschein herrscht und du ein paar hundert Meter weiter oben im Nebel und/oder Regen herumläufst.

Feste und gut eingelaufene Wanderschuhe sind auch Pflicht. Ich hatte meine Approach-Halbschuhe dabei. Diese Schuhe sind eigentlich für den Zustieg zu Klettersteigen gedacht, taugen aber auch gut als Allround-Wanderschuhe. An der Amalfiküste geht es teilweise über gebirgsähnliche Wege mit Geröll und etwas rustikale Trampelpfade. Daher boten diese Schuhe einen guten Kompromiss aus Tragekomfort und Sicherheit.

Auf dem Weg der Götter habe ich viele Leute mit Trekking-Stöcken* gesehen. Ich persönlich hatte keine dabei, aber es wäre auch nicht verkehrt gewesen. Die Treppenwege sind doch recht steil und am Ende freuen sich die Knie über jede Entlastung.

Die Berge über der Amalfiküste an der Bucht von Salerno.
Ausblick über die Bucht von Salerno vom Monte Falerio (Etappe 1).

Beste Reisezeit zum Wandern an der Amalfiküste

Als beste Reisezeit für Wanderungen an der Amalfiküste gelten die Monate April bis Anfang Juni. Neben der Blumenpracht im Frühling darfst du dich in dieser Zeit auch schon auf angenehm warme Temperaturen freuen. Das Wetter ist aber nicht so unerträglich heiß wie im Hochsommer.

Wir waren Anfang Mai an der Amalfiküste, also eigentlich mitten in der besten Zeit zum Wandern. Leider war das Wetter ziemlich verregnet, erst am vierten Tag auf dem Weg der Götter wurde es langsam besser. Postkartentaugliches Wetter mit wolkenlosem Himmel und türkisfarbenem Meer gab es erst ganz zum Schluss – übrigens auch der Grund warum die meisten Fotos in diesem Beitrag von den letzten Etappen sind:)

In den Sommermonaten würde ich diese Tour nicht machen wollen. Die Wege an der Küste bieten nur wenig Schatten und auf den Treppenwegen gibt es auch nicht gerade viel Schutz vor der Sonne. September und Oktober sind zum Wandern vermutlich auch okay. Im Winter dürfte es hingegen ein Glückspiel sein. Es gibt in Süditalien schon sonnige Tage im Winter, aber auch viel Regen. Und viele Unterkünfte haben in dieser Zeit geschlossen.

Wanderer blickt von der Amalfiküste über das Mittelmeer.

Mein Fazit

Hach ja… Italien. Einfach ein Land, wo man immer wieder hinfahren kann und das einen immer wieder aufs Neue überrascht. Ich hatte die Amalfiküste vorher vor allem als Ort im Kopf, an dem die Reichen und Schönen ihren Sommerurlaub auf der Yacht verbringen. Und das gibt es hier natürlich auch. Aber das ist nur die eine Seite.

Ich werde die Amalfiküste für ihre duftenden Zitronenbäume und die blühenden Gärten in Erinnerung behalten. Für die kunstvoll in den Berghängen angelegten Terrassen, die efeubewachsenen Treppenwege und die kleinen Dörfchen, in denen nur das Knattern der Vespa die Stille der Mittagshitze durchbricht und sich die Katzen behaglich im Schatten der alten Bäume räkeln.

Okay, klingt vielleicht alles ein bisschen klischeehaft. Aber ja… diese Wanderung war wirklich ein Stück eintauchen in den Alltag der Landbevölkerung in Süditalien. Dazu noch tolle Landschaften, die ewige Magie des Mittelmeers und ein Wanderweg, auf dem bereits die Götter spazieren gegangen sind. Wer könnte da schon nein sagen?

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Ohne Kaffee komme ich morgens nicht raus und kann keine neue Abenteuer erleben:)

Warst du auch schon mal an der Amalfiküste wandern? Kennst du noch andere schöne Routen in Italien? Dann nichts wie ab in die Kommentare! Ich freue mich, von dir zu hören.