Fischerweg in Portugal: Die 4 schönsten Etappen (+ Erfahrungen)

Einsame Strände, Traumblicke auf die wild zerklüftete Atlantikküste und herrlich naturnahe Wege, die niemals überfordern: Der Fischerweg in Portugal ist ein echter Alleskönner und nicht ohne Grund einer der beliebtesten Fernwanderwege Europas. In diesem Guide zeige ich dir die 4 schönsten Etappen, teile meine Erfahrungen und gebe dir alle wichtigen Tipps zur Planung deiner Tour.

In diesem Artikel:

Möwen kreischen im Wind, der Geruch von Salz hängt in der Luft, die Wellen des Atlantiks tosen gegen die wild zerklüfteten Felsklippen der Costa Vicentina. Willkommen auf dem Fischerweg in Portugal!

Als spektakulärster Teil der Rota Vicentina führt der Fischerweg (Trilho dos Pescadores) auf insgesamt 226 km und 13 Etappen von São Torpes bis nach Lagos. Wir sind die 4 Etappen von Porto Covo bis Odeceixe gewandert – für viele das landschaftliche Highlight. Dort geht es auf schmalen Pfaden immer entlang der wild zerklüfteten Atlantikküste des Alentejo.

Was mir persönlich besonders gut gefallen hat: Die Mischung aus unberührter Natur und Zivilisationsnähe. Daher ist die Tour eine beliebte Wahl für die erste mehrtägige Wanderung. Gleichzeitig sind die Wege aber naturnah und landschaftlich spannend genug, dass sich auch erfahrene Wanderer nicht langweilen.

Fischerweg Portugal: Alle Infos auf einen Blick

  • 📍 Strecke: Küstenwanderung im Naturpark Costa Vicentina von São Torpes bis Lagos
  • 📏 Länge: ca. 220 km (gesamt) · ca. 75 km (beliebtester Abschnitt)
  • ⏱ Dauer: 4 Tage (Highlights) · ca. 13 Tage komplett
  • 🔺 Schwierigkeit: leicht bis mittel – ideal für Einsteiger
  • 🔥 Abenteuerfaktor: mittel
  • 🏡 Unterkünfte: Pensionen & kleine Hotels entlang der Route
  • ⛺ Zelten: offiziell verboten (wird teilweise trotzdem gemacht)

Was dich auf dem Fischerweg erwartet

Gut angelegte, perfekt markierte Küstenpfade, geniale Aussichten, bei denen du den Atlantik praktisch durchgehend im Blick hast – und viel Sand. Das ist kurz zusammengefasst der Fischerweg. Es ist ein Weg, der technisch nicht besonders fordert, aber dich trotzdem mit einer wilden, fast unberührten Küstenlandschaft belohnt.

Dazu kommt die einfache Logistik: Die Anreise ist unkompliziert. Am Ende jeder Etappe warten Unterkünfte und Restaurants – erfreulicherweise auch noch recht preiswert. Zelt und teure Campingausrüstung sind also nicht erforderlich. Genau deshalb ist die Wanderung gerade bei Einsteigern so beliebt: Der Fischerweg ist für viele, mich eingeschlossen, der Weg, mit dem sie ins Mehrtageswandern eingestiegen sind.

Gibt es gar keine Schattenseiten? Vielleicht könnte man den relativ hohen Anteil an Sand auf den Wegen nennen. Auf den längeren Etappen kann das etwas anstrengend werden, vor allem in Kombination mit Sonne und Wind. Wirklich störend fand ich das aber nur selten – für mich war es eher eine dieser kleinen Eigenheiten, die den Charakter eines guten Wanderwegs ausmachen und für die man einen Trek am Ende ganz besonders in Erinnerung behält.

✔️ Spektakuläre Küstenlandschaften mit ständigem Meerblick
✔️ Perfekt markiert und einfach zu navigieren
✔️ Gute Infrastruktur mit Unterkünften entlang der Route
❌ Viel Sand auf einigen Abschnitten – teilweise anstrengend

TLDR: Der Fischerweg ist nicht ohne Grund einer der beliebtesten Küstenwanderwege Europas – zugänglich für Einsteiger, aber landschaftlich so stark, dass auch erfahrene Wanderer auf ihre Kosten kommen.

Die schönsten Etappen auf dem Fischerweg

Der schönste und beliebteste Abschnitt des Fischerwegs sind die 4 Etappen von Porto Covo bis Odeceixe. Hier geht es durch eine unverbaute, einsame Küstenlandschaft, fast immer direkt am Atlantik entlang. Einige der anderen Etappen machen teilweise längere Abstecher ins Hinterland.

Wir sind den Weg von Süd nach Nord gegangen und haben jeden Abend in einer Unterkunft in einem der Orte an der Küste übernachtet. Unsere Einteilung der Etappen war folgendermaßen:

EtappeLänge in kmDauerHöhenmeter
01. Odeceixe – Zambujeira do Mar18, 5ca. 7 Stunden
↑ 280 ↓ 240
02. Zambujeira do Mar – Almograve 19ca. 7 Stunden↑ 150 ↓ 170
03. Almograve – Vila Nova de Milfontes 15ca. 5 – 6 Stunden↑ 80 ↓ 80
04. Porto Covo – Vila Nova de Milfontes19 kmca. 8 Stunden↑ 60 ↓ 70

Karte & GPS-Track: Fischerweg von Odeceixe bis Porto Covo

Schau dir auf der Karte die Strecke von Odeceixe bis Porto Covo an. Darunter findest du den GPS-Track, den du zur Navigation mit einer Smartphone-App bzw. GPS-Gerät verwenden kannst.

Zum Vergrößern anklicken:

Bild: QGIS/Thunderforest Landscape

GPS-Download

Anleitung zum Öffnen von GPX-Tracks

Wanderkarte und Wanderführer für den Fischerweg

Meine Empfehlung: Rother Wanderführer Rota Vicentina

Der Wanderführer aus dem Rother-Verlag* stellt sämtliche 13 Etappen des Fischerwegs von Porto Covo bis Lagos sowie den kompletten „Historischen Weg“ im Detail vor und enthält zudem 9 schöne Rundtouren in der Region.

Neben einer ausführlichen Tourbeschreibung mit Höhenprofil und Übernachtungsmöglichkeiten enthält das Büchlein außerdem Kartenausschnitte der einzelnen Etappen.

Wenn du dir einen Wanderführer für die Region besorgen möchtest, bist du mit diesem Führer bestens bedient!

Wenn du gerne eine Papierkarte verwendest bietet sich die Wanderkarte zur Costa Vicentina im Maßstab 1:50.000* an. Die Karte enthält die gesamte Rota Vicentina in 4 Blättern, außerdem noch ein Beiheft mit den wichtigsten Infos zum Fischerweg. Man braucht sie vermutlich nicht zwingend, aber ich habe trotzdem gerne immer eine richtige Karte dabei.

Reisebericht: In 4 Tagen von Odeceixe bis Porto Covo auf dem Fischerweg

Zum Einstieg mein Reisebericht mit Fotos und Eindrücken vom zentralen und schönsten Abschnitt des Fischerwegs. Die Tour haben wir auf eigene Faust als Wandergruppe organisiert, nur am letzten Tag war ich alleine unterwegs. Wir sind die Strecke von Süd nach Nord gewandert, viele machen es anders rum. Prinzipiell ist die Anreise aber in beide Richtungen einfach möglich (siehe unten).

Wandergruppe bei Odeceixe auf dem Beginn des Fischerwegs.
Auf dem Abschnitt kurz hinter Odeceixe.

🥾 Etappe 1: Odeceixe – Zambujeira do Mar

Länge: 18,5 km  ·  Dauer: ca. 7 Stunden  ·  Restaurant unterwegs:✔️ ·  Schwierigkeit: leicht

Pfad: 6,3 km    Schotterweg: 5,7 km    Naturweg: 1,6 km    Asphalt: 4,5 km    Straße: 0,6 km

🏖️ Sandanteil: niedrig

🍽️ Restaurant unterwegs: ✔️

🏡 Unterkunft: Hakuna Matata*

Nachdem uns der Bus aus Lagos nach Odeceixe gebracht hat, starten wir die erste Etappe des Fischerwegs direkt im Ortszentrum. Wir folgen zunächst für ca. 30 Minuten einer Nebenstraße, die sich entlang des Rio Seixe in Richtung Meer schlängelt. Kurz vor der breiten Bucht mit dem schönen Sandstrand Praia de Odeceixe beginnt dann der eigentliche Wanderweg, der uns zunächst über die Dünen führt.  Das Rauschen der Wellen wird stärker, schließlich eröffnet sich vor uns der Atlantik in all seiner Pracht. Am Aussichtspunkt Punta Arena genießen wir einen tollen Blick auf die Bucht.

Blick auf die Bucht von Odeceixe.
Toller Blick auf den riesigen Praia de Odeceixe.

Wir wandern wir an der Küste entlang, passieren einsame Buchten. Schnell wird klar, warum der Weg eigentlich „Fischerweg“ heißt. In diesem abgelegenen Landstrich waren die schmalen Küstenpfade zwischen den Dörfern die einzige Möglichkeit für die Fischer, ans Meer zu gelangen. Hin und wieder kommen wir an Hinweisschildern vorbei, die Wanderer ermahnen auf den Wegen zu bleiben. Durch die permanente Erosion von Wind und Wasser sind die Klippen der Costa Vicentina instabiler als es wirkt, zumindest gelegentlich dürften Teile der Küste ins Meer abrutschen.


Das Fischerörtchen Azenha do Mar befindet sich ziemlich in der Halbzeit der Etappe. Der kleine Strand ist über eine Treppe erreichbar und bietet keine Infrastruktur. Wir machen stattdessen Mittagspause im einfachen, aber guten Restaurant Azenha do Mar. Das Ambiente ist unspektakulär, aber das Restaurant genießt inzwischen Kultstatus. Sogar die Zeitung Welt hat schon darüber berichtet. Zu Recht – der Stockfisch (Bacalhau) ist hervorragend!


Hinter Azenja do Mar führt die Route kurzzeitig zwischen Eukalyptusbäumen ins Landesinnere. Am Praia de Amália sind wir dann aber wieder an der wilden Küste und passieren in der Folge eine ganze Reihe von idyllischen Stränden, einer schöner und menschenleerer als der nächste. (Hinweis: Weg zum Praia de Amália derzeit wegen Einsturzgefahr umgeleitet, siehe Track). Kurz bevor wir das Etappenziel Zambujeira do Mar erreichen, kommen wir an diesem riesigen Freiluftgehege vorbei, in dem Strauße und Lamas in der Sonne herumstolzieren.

Strauß und Lama in Freiluftzoo.
Freiluftzoo kurz vor Zambujeira do Mar.

🥾 Etappe 2: Zambujeira do Mar – Almograve

Länge: 19 km  ·  Dauer: ca. 7 Stunden  ·  Schwierigkeit: leicht – mittel

Schotterweg: 8,0 km    Pfad: 4,8 km    Naturweg: 2,9 km    Asphalt: 2,6 km    Straße: 0,6 km

🏖️ Sandanteil: mittel

🍽️ Restaurant unterwegs: ✔️

🏡 Unterkunft: Casa Azul*

Die Etappe startet am Praia de Nossa Senhora, ein kleiner, durch eine Bucht relativ gut von der Brandung geschützter Strand. Über eine Holzbohlen-Treppe geht es hinunter. Danach führt uns der Fischerweg leider weg von der Küste, für die nächsten 2 Kilometer müssen wir entlang der Straße marschieren. Nicht ganz so spannend – aber beim „Restaurante A Barca“ zweigt der Weg wieder auf einen der für den Fischerweg typischen sandigen Küstenpfade ab.


Wir passieren viele Buchten, allerdings liegen sie tief unter den Steilklippen. Ein Weg ist meistens nicht erkennbar. Zum Baden sieht das Meer auch etwas rau aus. Jedes Mal wenn die Wellen an die Ausläufer der Küste donnern, spritzt die Gischt meterhoch in den Wind. Beim Örtchen Cavaleiro – praktischerweise wieder mal genau in der Mitte der Etappe – zweigt die offizielle Route ins Landesinnere ab. Allerdings hat keiner von uns Lust auf eine Pause und wir kürzen ab, indem wir die Bucht auf einem inoffiziellen Trampelpfad durchqueren.

Wanderer auf dem Fischerweg bei Cavaleiro.
Querfeldein geht’s durch die Bucht vor Cavaleiro.

Der nächste Abschnitt vom Leuchtturm am Cabo Sardão bis nach Almograve ist spektakulär, wahrscheinlich der beste der ganzen 4 Tage. Wir laufen zwischen den Dünen immer direkt am Rand der Steilklippen entlang, die rötlich in der Sonne schimmern. Neben uns sattgrüne Sträucher und die leuchtend gelben Mittagsblumen, die einen lebhaften Kontrast zu den Felsen bilden. Am Wegesrand liegen Muscheln im Sand. Die Sonne scheint, aber dank der frischen Brise ist es nicht zu warm. Ein herrlicher Tag und auch wenn es relativ viel Sand gibt, ist es gar nicht so tief. Wir können bequem laufen.


Zum Schluss geht es wieder auf eine Piste. Am großen Praia de Almograve gibt es einen Zugang, der über Holztreppen zum Strand führt. Da ich meine Badesachen dabeihabe, hüpfe ich kurz ins Wasser. Eiskalt! Und ziemlich raue See. Der Horizont wird von den riesigen Wellenbergen komplett verdeckt, die Wellen sind mindestens vier oder fünf Meter hoch. Ist eben doch der Atlantik und nicht das Mittelmeer… Danach ist es nicht mehr weit bis nach Almograve, wo wir die einzigen Gäste in der Jugendherberge sind.

Häuser in Almograve.

🥾 Etappe 3: Almograve – Vila Nova de Milfontes

Länge: 15 km bzw. 10,5 (Abkürzung)  ·  Dauer: ca. 5–6 Stunden  ·  Schwierigkeit: mittel

Schotterweg: 7,9 km    Naturweg: 2,6 km    Straße: 2,1 km    Asphalt: 2,0 km    Pfad: 0,1 km

🏖️ Sandanteil: hoch

🍽️ Restaurant unterwegs:

🏡 Unterkunft: Patio Victoria*

Die heutige Etappe ist kürzer, vor allem da man vor Vila Nova de Milfontes mit einer Personenfähre abkürzen kann. Aber es geht auch relativ häufig durch tiefen Sand. Hinter Almograve wandern wir noch kurz auf einem einfachen Schotterweg aus der Stadt hinaus. Danach machen wir dann einen Schlenker an die Küste und ab hier wird es dann etwas anstrengender.

Wandergruppe auf felsigem Abschnitt auf dem Fischerweg.
Etwas anstrengender Abschnitt hinter Almograve.

Der Weg verläuft auf diesem Abschnitt oberhalb einer Reihe von Stränden, immer mitten zwischen den Dünen. Die sind zwar nicht besonders hoch, aber auf diesen sandigen Dünenwegen rauf und runter zu laufen, ist eine ganz besondere Herausforderung. Zumindest kommen wir langsamer voran, als an den Vortagen.  Die Strände sind dafür wieder mal fantastisch, vor allem der langgezogene Praia do Brejo Largo. Und an fast keinem dieser Strände sehen wir irgendwelche Leute!


Später verlassen wir die Küste und laufen entlang von grünen Äckern. Das Landesinnere ist ziemlich flach und wird vor allem landwirtschaftlich genutzt. Vor Vila Nova de Milfontes gelangen wir dann zu der breiten Bucht, wo der Rio Mira in den Atlantik mündet. Die offizielle Wegführung verläuft über eine Autobahnbrücke, allerdings gibt es auch eine Personenfähre. Für 5 Euro kann man sich über die Bucht schippern lassen und spart somit gut 4 Kilometer langweiliges Straßenwandern. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen!

Fähre vor Vila Nova de Milfontes.
Mit der Personenfähre über den Rio Mira spart man ca. 1 Stunde Straßenwandern.

Vila Nova de Milfontes ist ein kleines Küstenörtchen mit einem tollen goldgelben Sandstrand und einer hübschen Altstadt aus weißgetünchten Häusern. Ich streife ein bisschen durch die Straßen, gönne mir im Pão Café einen Galão, die portugiesische Version von Caffè Latte. Als ich den Gästen zuhöre, muss ich mich halb totlachen. „Zwei Galao“ heißt auf Portugiesisch eigentlich „dois galãos“ aber wenn die das aussprechen, klingt es wie „duisch galuisch“. Ein urkomischer Akzent – wenn Portugiesen reden, klingt es so, als ob Polen versuchen Spanisch zu sprechen…

Stadtplatz von Vila Nova de Milfontes.

🥾 Etappe 4: Porto Covo – Vila Nova de Milfontes

Länge: 19 km  ·  Dauer: ca. 7–8 Stunden  ·  Schwierigkeit: mittel

Schotterweg: 7,2 km    Pfad: 6,4 km    Asphalt: 3,2 km    Naturweg: 1,8 km    Straße: 0,1 km

🏖️ Sandanteil: sehr hoch

🍽️ Restaurant unterwegs:

🏡 Unterkunft: Mute Hostel*

Auf dieser Etappe bin ich alleine, der Rest der Wandertruppe hat sich schon wieder in Richtung Berlin verabschiedet. Heute steht noch einmal eine lange Etappe an, unterwegs werde ich auch nicht an Ortschaften vorbeikommen. Daher habe ich zwei Liter Wasser und ein bisschen Proviant dabei. Zunächst geht es erstmal wieder zwei Kilometer auf der Piste bis zum Restaurant „Porto das Barcas“ am Hafen. Hier beginnt dann der Naturweg.


Die Wanderung führt heute sehr nah an der Küste entlang, häufig geht es wieder durch relativ tiefen Sand. Dafür werde ich erneut mit fantastischen Stränden belohnt: Der formschöne, aber unerreichbar scheinende „Praia do Burdo“, die sanfte Sandbucht am „Praia do Malhão“ und schließlich den riesigen „Praia dos Aivados“. Hier führt der Weg sogar mitten über den Strand. Anstrengend, aber eine kleine Strandwanderung im Rahmen einer mehrtägigen Tour – das hat auch was für sich.


Gegen Mittag wird es merklich kühler. Am Horizont baut sich eine Sturmfront auf, schon bald prasseln die ersten Regentropfen herunter. Nach den vergangenen sonnigen Tagen bin ich überrascht, wie ungemütlich das Klima am Atlantik werden kann. Der Wind peitscht nur so um mich herum, beim Blick über die wild zerklüftete Küstenlinie komme ich mir fast schon ein bisschen verloren vor.

Storch an der Steilküste der Costa Vicentina.
Auf den steilen Felstürmen, die aus dem Wasser ragen, haben Störche ihre Nester gebaut.

„Fin del Mundo“, das Ende der Welt, so fühlt es sich in diesem Moment an. Eigentlich ganz passend. Der südwestlichste Zipfel Europas befindet sich zwar weiter südlich beim Leuchtturm am Cap von Sao Vicente. Aber auch die Vicentina-Küste, an der ich gerade entlangwandere, bildete jahrhundertelang eine natürliche Grenze für Europa. Das Ende der alten Welt – bis Heinrich der Seefahrer im 15. Jahrhundert seine Schiffe von Sagres aussandte und das Zeitalter der großen Entdeckungsfahrten einleitete.

Schließlich werden in der Ferne die Schornsteine der riesigen Fabriken bei Sines sichtbar. An der schmalen Bucht von Porto Covo treffe ich dann auf einen Fahrweg, ein paar Minuten später bin ich Stadtzentrum, wenn man das so nennen will. Wie alle Orte an der Küste wirkt Porto Covo in der Nebensaison ziemlich verlassen. Aber es gibt Hostels, Restaurants und eine gute Busverbindung. Genau die nutze ich am nächsten Morgen und fahre zum Abschluss nach Lissabon, wo ich noch ein paar schöne Tage verbringe.

Stadtpark in Lissabon.
Der Park Jardim da Estrela in Lissabon.

Im Folgenden die praktischen Tipps, mit denen du die Wanderung auf dem Fischerweg ganz einfach selbst planen kannst.

Wie schwer ist der Fischerweg?

Der Fischerweg ist eine technisch leichte Wanderung. Wir bewegen uns fast durchgängig auf gut zu begehenden Wegen, häufig auch auf Schotterpisten. Das Gelände ist zudem nicht besonders steil. Die zu bewältigenden Höhenmeter pro Etappe fallen daher sehr moderat aus und es gibt auch keine ausgesetzten Steilpassagen oder gefährliche, technisch anspruchsvolle Stellen. Die einzige größere Herausforderung sind die langen Passagen durch Sand.

✔️ Meist einfache, gut begehbare Küstenpfade
✔️ Keine technische Passagen
✔️ Sehr gut markierte Route
❌ Teilweise tiefer Sand macht Laufen etwas anstrengender

Muss man für den Fischerweg schwindelfrei sein?

Der Fischerweg ist auf dem Abschnitt zwischen Porto Covo und Odeceixe häufig als schmaler Küstenpfad am Meer angelegt. Stellenweise fällt die Küste neben dem Weg recht steil ab – bis zu 50 Meter. Es ist aber immer ausreichend Platz. Die Stellen, bei denen der Weg der Küste am nächsten kommt, sehen ungefähr so aus:

Küstenweg am Atlantik in Portugal.

Wenn du keine ernsthafte Höhenangst sollte diese Wegabschnitte kein Problem sein. Dazu kommt: Der Fischerweg führt auf den vier Tagesetappen zwar fast immer am Meer entlang, aber die Art der Pfadführung unterscheidet sich von Etappe zu Etappe. An nächsten an den Klippen läufst du auf diesen Abschnitten:

  • 1️⃣ Etappe 1: Odeceixe – Zambujera – Kurz nach dem Verlassen der Schotterpiste ab Punta Arena für ca. 5 km
  • 2️⃣ Etappe 2: Zambujera – Almograve – Hinter dem Restaurante A Barca für ca. 7 km
Sandiger Weg auf der Rota Vicentina.
Manche Abschnitte auf dem Fischerweg führen längere Zeit durch Sand.

Sand auf dem Fischerweg

Die größte Herausforderung beim Fischerweg ist, dass du stellenweise durch tiefen Sand marschierst. Das ist anstrengender als normales Wandern und man kommt dabei langsamer voran. Rechne damit, dass du ca. 25 – 30 % mehr Zeit brauchst, um voranzukommen. Der Sandanteil variiert aber von Etappe zu Etappe.

EtappeVon – NachSandanteilCharakteristik
1️⃣Odeceixe – Zambujeiraniedrig ●○○○Der sanfte Einstieg: überwiegend feste Klippenpfade und Schotterwege.
2️⃣Zambujeira – Almogravemittel
●●○○
Meist feste Wege, etwas anstrengende Passage durch die roten Dünen kurz vor Almograve.
3️⃣Almograve – Milfonteshoch
●●●○
Wechselhaft: sehr sandige Abschnitte in der ersten Hälfte, später einfachere Feldwege.
4️⃣Milfontes – Porto Covosehr hoch
●●●●
Die Herausforderung zum Schluss: fast 20 km, weite Strecken durch tiefen Dünensand.

❓ Eine naheliegende Frage in diesem Zusammenhang: Wie verhindere ich, dass Sand in die Schuhe kommt?

Die Methode, mit der ich das gelöst habe: Eine zippbare Wanderhose, die ich je nach Bedarf kürzen konnte. Bei besonders sandigen Passagen habe ich die Hosenbeine wieder befestigt und unten über die Schuhe gestülpt. Das war dann eine Art natürliche Gamasche zum Schutz. Das bisschen Sand, das noch reingekommen ist, habe ich einfach in den Pausen ausgeklopft.

Ich verwende diese Wanderhose:

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  • Flexibles Stretch-Material
  • Schnelltrocknend und atmungsaktiv
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Wenn du ausschließlich in kurzen Hosen und/oder niedrigen Leichtwanderschuhen wanderst, kann es natürlich trotzdem Sinn machen, sich eine leichte Trail-Gamasche zum Schutz vor Sand besorgen. Mein Blogger-Kollege Dominik hat mit den Tidy Gaiters ein gutes Modell dafür entwickelt. Auf jeden Fall einen Blick wert!

Gesperrte Wegabschnitte

Unter Umständen können bestimmte Wegabschnitte gesperrt sein. Wir hatten z.B. direkt auf der ersten Etappe hinter Odeceixe Hinweisschilder gesehen. Grund dafür ist die Erosion. Durch den permanenten Einfluss von Wind und Wasser können Abschnitte der Küste im Lauf der Zeit instabil werden und ggf. wegrutschen. Die Chance, dass sich ein Stück Küste genau in dem Moment löst, in dem du drüber läufst, ist natürlich verschwindend gering.

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Beste Reisezeit zum Wandern auf dem Fischerweg

Auf der offiziellen Webseite der Rota Vicentina wird empfohlen, den Fischerweg in den Monaten September bis Juni zu wandern. Im Sommer ist es mit Temperaturen über 30° Grad an der Algarve sehr heiß. Schatten gibt es auf dem Weg so gut wie nicht, dazu kommt das teils anstrengende Laufen durch den Sand.

Ich fand die Zeit Ende März hervorragend. Die Temperaturen tagsüber lagen bei rund 20° Grad und man merkte, wie die Pflanzenwelt langsam aus dem Winterschlaf erwachte. Überall am Weg blühten die Blumen, der Frühling war in vollem Gange. Das Frühjahr ist an der Vicentina-Küste zudem Nebensaison, weil viele Surfer und Camper erst im Sommer anreisen. Also die besten Voraussetzungen für Wanderer!

Der März ist auch insofern ideal, weil dann noch nicht ganz so viel los ist. Die meisten Wanderer sind im April/Mai unterwegs. Da der Fischerweg in den letzten Jahren extrem beliebt geworden ist, wird es zu diesen Zeiten deutlich voller auf den Wegen. Zu kalt fand ich es im März nicht, aber eine Regen-/Windjacke war sinnvoll. Die Atlantikküste ist im Frühjahr schon recht stürmisch.

Fels inmitten blühender Büsche an der Costa Vicentina.

So klappt die Anreise

Der Fischerweg ist ganzjährig gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Busse des Transportunternehmens Rede Expressos fahren sowohl Odeceixe im Süden und Porto Covo im Norden an. Um nach Portugal zu gelangen bieten sich die Flughäfen Faro (Süden) und Lissabon (Norden) an. Die Anreise unterscheidet sich etwas, je nachdem wo du landest:

Start in Faro

  • 1️⃣ Mit der Buslinie 16 bis zum Busbahnhof Terminal Rodoviário (Fahrplan). Fahrscheine gibt es direkt beim Fahrer.
  • 2️⃣ Anschließend Expressbus der Linie 57 mit dem Busunternehmen Vamos bis nach Lagos (Fahrplan). Die Fahrt dauert knapp 2 Stunden.
  • 3️⃣In Lagos Buslinie 78 oder 80 mit Rede Expressos (Online-Fahrplan) nach Odeceixe. Die Fahrt ist recht kurz, ca. 50 Minuten.
  • 🚍 Alternative bei Start in Porto Covo: In Lagos Buslinie 33 bis Vila Nova de Milfontes, dann umsteigen in Buslinie 20 bis Porto Covo, ca. 3 Stunden von Lagos (Fahrplan)
Busbahnhof in Lissabon.

Start in Lissabon

  • 1️⃣ Vom Flughafen bis zum zentralen Busbahnhof Lisboa Sete Rios (verschiedene Linien), ca. 30 Minuten
  • 2️⃣ Danach von Sete Rios mit den Expressbussen 229, 278 oder 051 nach Porto Covo, ca. 2 – 2,5 Stunden (Online-Fahrplan)
  • 🚍 Alternative bei Start in Odeceixe: mit Buslinie 278 einfach bis Odeceixe weiterfahren, ca. 3,5 Stunden

Die genannten Linien kannst du natürlich auch für die Rückfahrt nutzen. Wir sind von Lagos aus gefahren, weil wir da vorher noch einen Abend verbracht haben und den Fischerweg von Süd nach Nord mit Start in Odeceixe gewandert sind. Bei einem Start im Norden ist es vermutlich besser direkt nach Lissabon zu fliegen, weil du von da schneller in Porto Covo bist. Andererseits ist Lagos wirklich schön und vor der Wanderung nochmal einen Blick auf die Algarve zu werfen hat auch was für sich.

💡 Tipp: Du kannst die Bustickets mit dem Portal Omio bequem online buchen*. Gib im Suchfenster einfach Start- und Zielort ein, sowie das Datum und fertig. Ich habe das selbst schon genutzt, es funktioniert problemlos und die Kosten sind ungefähr gleich.

Empfehlenswerte Unterkünfte auf dem Fischerweg

Die meisten Wanderer auf dem Fischerweg übernachten in Unterkünften. In allen Etappenorten des Fischerwegs findest du Hostels und Pensionen, teilweise auch Campingplätze. Die Preise sind moderat, vor allem in der Nebensaison. Rechne mit etwa 40- 50 Euro für ein Doppelzimmer pro Nacht, dazu ggf. noch Frühstück. Eine vorige Reservierung ist besser, zumal der Weg mit jedem Jahr beliebter wird. Das gilt vor allem dann, wenn du in einem Zimmer und nicht im Schlafsaal übernachten willst.

Unterkunft am Fischerweg in Portugal.

Wir haben in diesen preiswerten aber guten Unterkünfte auf dem Fischerweg übernachtet, ich kann sie mit gutem Gewissen weiterempfehlen:

Zambujeira do Mar

UnterkunftAnmerkung
Hostel Hakuna Matata*Der Name ist Programm: Gemütliches Hostel mit relaxter und entspannter Atmosphäre im Ortszentrum von Zambujeira do Mar.
Leser-Tipp:
Villa Camping Zambujeira*
Campingplatz mit Mobilheimen, Supermarkt und Restaurant. Im Gemeinschaftsraum gibt es einen großen Kamin, an dem man schön relaxen kann.

Almograve

UnterkunftAnmerkung
Pousada de Juventude*Jugendherberge mit großer Terrasse und Garten am Ortsrand von Almograve. Frühstück ist im Preis dabei und äußerst umfangreich.
Leser-Tipp: Casa Azul*Ferienhaus in Strandnähe mit eigener Küche, Balkon und Waschmaschine, ideal für Pärchen

Villa Nova de Milfontes

UnterkunftAnmerkung
Apartmentos Pátio Victória*Einfache aber schöne Apartments für bis zu 4 Personen mit eigener Küche. Zum großen Strand Praia de Franquia sind es nur 3 Minuten zu Fuß.
Leser-Tipp: Villa Eira Boutique Houses*Die etwas schickere Variante mit eigenem Pool auf dem Gelände. Ebenfalls Apartments für mehrere Personen verfügbar.

Porto Covo

UnterkunftAnmerkung
Mute Hostel*Großes Hostel am Strand von Porto Covo mit Einzel- und Doppelzimmern sowie Plätzen im Schlafsaal. Frühstück ist im Preis inbegriffen, einen Pool gibt es auch.
Leser-Tipp: Ahoy Hostel Porto Covo*Direkt an der Hauptstraße von Porto Covo gelegen und mit 15 Euro pro Nacht im Schlafsaal ziemlich günstig.

Odeceixe

Hier haben wir nicht übernachtet, daher nur die folgende Empfehlung, die ich per Zuschrift erhalten habe (vielen Dank an Leserin Laura):

UnterkunftAnmerkung
Odeceixe Hostel*Im Ortszentrum von Odeceixe. Kein Frühstück, aber dafür mehrere Restaurants direkt in der Nähe

💡 Wenn du selbst in Unterkünften übernachtet hast, die du empfehlen möchtest, hinterlasse unten gerne eine Kommentar! Die anderen Wanderer werden es dir danken.

Campingplätze

Auf den Etappen des Fischerwegs zwischen Porto Covo und Odeceixe gibt es auch mehrere Campingplätze, auf denen man übernachten kann – entweder im eigenen Zelt oder in Bungalows, Mobilheim etc. Ein Zeltplatz kostet um die 15 Euro.

Die Campingplätze sind:

Beachte, dass die Campingplätze nicht direkt am Weg liegen, sondern teilweise etwas weiter im Inland.

Wanderer im Hinterland der Costa Vicentina.

Wildcampen auf dem Fischerweg

Wildcamping und freies Zelten ist an der Vicentina-Küste verboten. Auf diversen Schildern am Wegesrand wird zudem darauf hingewiesen, dass man die markierten Wege zum Schutz der Landschaft nicht verlassen soll.

Die Realität sieht natürlich etwas anders aus. Unterwegs habe ich einige Leute gesehen, die trotz Verbot wild am Strand gezeltet haben. Und ein Freund von mir hat die Strecke auch mit dem Zelt gemacht, allerdings schon vor knapp 10 Jahren. Damals war der Weg noch nicht ganz so bekannt.

Sandbucht am Rand des Fischerwegs.

Ich denke, unauffälliges Stealthcamping sollte möglich sein. Ich würde dann aber eher ins Hinterland ausweichen. Die empfindliche Dünenlandschaft steht nicht ohne Grund unter Schutz. Bedenke auch: Ein einzelner Wanderer, der eine Nacht irgendwo zeltet, richtet kaum Schaden an. Aber wenn es alle machen, leidet die Natur. Und irgendwann werden dann auch schärfere Kontrollen kommen.

Wenn du zeltest, halte dich auf jeden Fall an das Leave-no-Trace-Prinzip, nimm allen Müll wieder mit und bleibe nicht länger als eine Nacht an einem Ort. An Stränden sollte man zudem die Gezeiten beachten. Zeltplätze unterhalb der Steilklippen sind wegen Steinschlaggefahr ebenfalls zu vermeiden.

Hier findest du Tipps für empfehlenswerte Zelte:

Proviant und Verpflegung auf der Wanderung

Verpflegung kannst du während der Wanderung nachkaufen. Im Frühjahr wirkten die kleinen Orte an der Vicentinaküste häufig zwar wie ausgestorben. Dennoch haben wir an jedem Start- und Zielort mindestens 1 kleinen Supermarkt gefunden, wo man Nüsse, Obst, Müsliriegel und anderen Kleinkram zum Snacken bekommt. Bis auf den Abschnitt zwischen Porto Covo und Almograve gab es unterwegs zudem ein kleines Restaurant, das wir die Mittagspause genutzt haben (siehe Beschreibung der Etappen oben).

Wichtig ist: Ausreichend Wasser mitnehmen, ca. 2-3 Liter pro Etappe. Ich versuche Plastikmüll zu vermeiden und verwende stattdessen diese praktische wiederverwertbare Faltflasche:

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Das Wasser kannst du z.B. in den Unterkünften nachfüllen. An vielen Strandzugängen und in den Ortschaften gibt es auch öffentliche Toiletten mit fließendem Wasser. Das Leitungswasser im Süden Portugal schmeckt etwas verchlort, ich fand es aber nicht ganz so extrem wie z.B. in La Gomera. Gesundheitlich sollte es keine Probleme geben (ggf. Filter benutzen).

Wasser aus den Bachläufen und Flüssen zu trinken ist nicht empfehlenswert, auch nicht gefiltert. Die Region wird im Hinterland der Küste stark landwirtschaftlich genutzt, das Wasser dürfte ordentlich mit Dünger angereichert sein. Im Küstenbereich ist zudem mit Zufluss von Salzwasser zu rechnen.

Fischerweg in Odeceixe am Fluss.

In den Ortschaften gibt es neben den Unterkünften auch Restaurants, in denen du für wenig Geld gutes Essen zum Abschluss eines langen Wandertages bekommst.

Ein paar Empfehlungen:

Mein Eindruck in der Nebensaison war: Viele Restaurants haben geschlossen, weil es sich wahrscheinlich nicht lohnt, den Laden vor Mai/Juni aufzumachen. Auch die Öffnungszeiten in Google Maps waren nicht gerade verlässlich. Es gab aber zumindest in jedem Ort ein Restaurant, das aufhatte. Verhungern wirst du also nicht.

Die Region ist aus naheliegenden Gründen besonders für Fisch bekannt – besonders lecker fand ich Stockfisch, Calamares und gekochten Oktopus. Ich kenne Leute, die den Trail komplett mit Camping-Ausrüstung und Selbstversorgung bestritten haben. Geht auch, zwingend nötig ist das aber nicht.

Bezahlen und Bargeld

Auf dem Fischerweg gibt es in allen Etappenorten zwischen Odeceixe und Porto Covo Bankautomaten. Du kannst unterwegs also Geld abheben und musst keine größeren Mengen Bargeld mit dir führen. Häufig kann man auch bargeldlos zahlen.

Zum Bezahlen/Abheben funktioniert in Portugal die normale EC-Karte. Ich habe im Ausland sicherheitshalber dennoch immer eine VISA-Kreditkarte dabei. Dazu verwende ich die komplett gebührenfreie AWA7-Kreditkarte* der Hanseatic Bank – eine gute Empfehlung, wenn du eine Kreditkarte brauchst.

Wanderer steigen auf dem Fischerweg zur Küste ab.

Gepäcktransport für den Fischerweg

Dazu haben mich schon einige Leseranfragen erreicht: Kann man den Fischerweg auch ohne eigenes Gepäck wandern und sich die Sachen transportieren lassen? Ich habe daher mal ein bisschen recherchiert und den deutschsprachigen Anbieter Vicentinatransfers gefunden.

Der Service ist bis auf Dezember und Januar ganzjährig und täglich verfügbar. Pro Etappe fallen etwa 15- 20 Euro für 2 Gepäckstücke an, für jedes weitere Gepäck 5 Euro extra. Das ist ziemlich fair, da man sich sonst um nichts kümmern muss. Wir haben das nicht genutzt, die Angaben sind also ohne Gewähr. Wenn jemand Erfahrungen damit hat – gerne unten einen Kommentar hinterlassen!

Orientierung und Navigation

Der Fischerweg dürfte zu den am besten markierten Weitwanderwegen Europas zählen. Die Markierungen sind erkennbar neueren Datums und finden sich regelmäßig auf Holztafeln, Schildern oder Steinen am Wegesrand. Häufig sieht man schon die nächste Markierung weiter vorne. Auf unmarkierte Abschnitte wird eigens mit Warntafeln hingewiesen – komfortabler geht’s nicht.

Markierung Fischerweg:

Markierung Fischerweg.

Falls du doch mal von der Route abkommst, kannst du dich zudem immer an der Küste orientierten. Spätestens nach ein paar hundert Metern bist du wieder auf dem richtigen Weg. Verlaufen ist auf dem Fischerweg also quasi unmöglich, sofern du ein bisschen aufpasst. Die GPS-Tracks in Verbindung mit einer Navigations-App sind sicherlich trotzdem hilfreich.

Wegweiser mit Markierung am Fischerweg.
Wegweiser am Fischerweg.

Fischerweg, Historischer Weg und Rota Vicentina

Der Fischweg ist Teil eines größeren Wegenetzes im Südwesten Portugals, der sogenannten Rota Vicentina. Die Rota Vicentina besteht aus 750 Kilometern Wanderwege, die die gesamte Vicentina-Küste erschließen. Neben dem Fischweg zählen dazu:

Historischer Weg: 13 Etappen und 263 km, Teil des Europäischen Fernwanderwegs E9. Verläuft parallel zum Fischerweg, aber eher im Hinterland von Alentejo/Algarve und nicht an der Küste. Start ist Santiago do Cacém, Ziel der Leuchturm am Cabo de S. Vicente in der Nähe von Sagres.

Markierung:

Markierung Historischer Weg.

Rundwanderwege: 24 Rundwanderwege, die an verschiedenen Etappenorten des Fischerwegs und des Historischen Wegs starten. Die Länge beträgt meist zwischen 10 und 20 km. Gut als zusätzliche Tageswanderungen möglich.

Markierung:

Markierung Rundwanderwege Rota Vicentina.

Teilweise überschneiden sich die Wege, auf einigen Schildern befinden sich Markierungen des Fischerwegs und des Historischen Wegs. Generell kannst du dir aber merken: Der Fischerweg verläuft an der Küste, der Historische Weg im Hinterland. Die Rundwege sind deutlich mit Hinweisschildern ausgezeichnet.

Tipp: In der beliebten Wander-App Outdooractive ist der Fischerweg ebenfalls eingetragen. Mit dem folgenden Gutschein sparst du 5 Euro für das Pro-Abo – das sind 2 Monate der Premiumversion geschenkt!

So funktionierts:

  1. Auf den Link klicken* und einen Account für Outdooractive erstellen.
  2. Das Pro-Abo auswählen.
  3. Im nächsten Fenster „Gutschein einlösen“ auswählen und den Gutscheincode „ESKAPIST5L“ eingeben.
  4. Verwende alternativ den Gutscheincode „ESKAPIST10J“ um 10 Euro beim Abo Outdooractive-Pro+ zu sparen.

Anschließend wird der Gutschein direkt mit dem Betrag verrechnet und du erhältst Zugriff auf die Premium-Features.

💡 Outdooractive bietet in der Pro-Version gute topografische Karten vom Centro de Informação Geoespacial do Exército, also vom portugiesischen Militär. Auch die Vicentina-Region wird abgedeckt. Weitere Infos zu Outdooractive Pro.

Packliste und Ausrüstung

Da wir auf dem Fischerweg nicht zwingend Campingausrüstung mitschleppen müssen, kann man sehr leicht packen. Ich würde empfehlen, dass du auf ein Gewicht von maximal 10 Kilogramm kommst. Das ist mit etwas Planung auch kein Problem.

Folgendes gehört auf die Packliste:

ArtikelAnmerkungEmpfehlung
Trekking-Rucksack40 – 50 Liter reicht ausOsprey Talon 44*
T-Shirt zum Wandern tagsüberidealerweise aus Merinowolle (schnelltrocknend, geruchsresistent)Icebreaker Merino*
WanderhoseBequem, ggf. zippbar  Maier Sports Latit Zip-Hose*
2 Paar Unterwäscheidealerweise aus Merinowolle (geruchsresistent)Icebreaker Boxershorts*
2 Paar Wandersockenverhindern BlasenSmartwool*
Leichter Fleecepullifür kühlere TageMountain Equipment Micro Zip Jacke*
Regenjackean der Atlantikküste kann es auch regnen, vor allem im Frühjahr
Montbell Stormcruiser*
Sonnenbrillevor allem auf den langen Sandpassagen hilfreich (Sonne blendet)Quechua MH140*
KopfbedeckungSonnenschutzNorthface Horizon*
Reisehandtuchleicht und schnelltrocknend
PackTowl Luxe Hand*
Powerbankzum Aufladen in den UnterkünftenAnker PowerCore 10000mAh*
Ladekabelfür elektronische Geräte
ggf. Gamaschenfür die SandabschnitteTidy Gaiters
ggf. Wanderstöckeentlastet Knie und GelenkeHelinox Ridgeline LB135*

Weitere Tipps findest du hier:

Welche Schuhe braucht man für den Fischerweg?

Berücksichtige bei der Schuhwahl, dass du längere Strecken am Stück durch Sand läufst. Von schweren Wanderstiefeln aus Leder o.ä. würde ich daher dringend abraten. Die Wege sind überwiegend technisch einfach, Leichtwanderschuhe sind hier eine gute Option, ggf. halbhoch wenn du zum Umknicken neigst. Ich selbst verwende für solche Wanderungen gerne Trailrunningschuhe, manchmal auch Approach-Schuhe.

Zwei Modelle, die ich persönlich empfehlen kann, sind:

Gesamte Route des Fischerwegs

Wenn du den gesamten Weg durch den Naturpark „Sudoeste-Alentejano e Costa Vicentina“ laufen willst, erwarten dich insgesamt 13 Tagesetappen auf einer Gesamtlänge von 226 km. Offizieller Start ist in São Torpes. Von hier aus führt der Weg immer an der Küste entlang bis nach Lagos im Süden.

Die offiziellen Etappen des Fischerwegs von Nord nach Süd sind:

EtappeLänge in kmDauerHöhenmeter
1. São Torpes/Sines – Porto Covo10ca. 3 Stunden+ 120
2. Porto Covo – Vila Nova de Milfontes20,5ca. 8 Stunden +200, – 180
3. Vila Nova de Milfontes – Almograve15ca. 5 1/2 Stunden+ 150, – 130
4. Almograve – Zambujeira do Mar22 ca. 7 Stunden+ 200, – 200
5. Zambujeira do Mar – Odeceixe18, 5 ca. 7 Stunden+ 300, – 300
6. Odeceixe – Aljezur22,5ca. 7 Stunden+ 150, – 150
7. Aljezur – Arrifana17, 5ca. 6 Stunden+ 400, – 350
8. Arrifana – Carrapateira20ca. 6 Stunden+ 300, – 250
9. Carrapateira – Vila do Bispo16ca. 6 Stunden+ 500, – 420
10. Vila do Bispo – Sagres20, 5 ca. 7 Stunden+ 150, – 200
11. Sagres – Salema19, 5ca. 8 Stunden+ 600, – 650
12. Salema – Luz12ca. 4 1/2 Stunden+ 400, – 400
13. Luz – Lagos11 ca. 4 Stunden+ 300, – 300

Quelle: rotavicentina.com

Mir wurde allerdings schon mehrfach berichtet, dass die anderen Etappen teilweise ihre Längen haben, weil sie entlang von Straßen oder auf Schotterpisten verlaufen. Eindrücke vom südlichen Abschnitt des Fischwegs findest du auf Dominiks Blog Weg als Ziel.

Fels inmitten blühender Büsche an der Costa Vicentina.

FAQ und sonstige Tipps

Zum Abschluss noch ein paar praktische Tipps und Antworten auf typische Fragen, die mir vor und während der Wanderung selbst begegnet sind.

Ja, grundsätzlich ist der Fischerweg auch für Anfänger geeignet. Wenn du eine solide Grundkondition mitbringst und mehrere Stunden am Tag gehen kannst, ist der Fischerweg auch ohne große Wandererfahrung gut machbar.

Die meisten Wanderer gehen von Nord nach Süd, also z. B. von Porto Covo Richtung Odeceixe. In dieser Richtung weht der Wind häufig von hinten, was die Wanderung angenehmer macht. Dafür scheint einem die Sonne öfter ins Gesicht. Die umgekehrte Richtung ist auch gut machbar, am Ende hat man allerdings die Fabrikanlagen von Sines am Horizont.

Eine Vorbuchung ist generell empfehlenswert, da der Fischerweg inzwischen recht beliebt ist und viele Unterkünfte schnell ausgebucht sind.

Wanderstöcke können hilfreich sein, vor allem bei längeren Etappen mit Rucksack. Wenn du bereits Wanderstöcken besitzt, kannst du sie mitnehmen - zwingend erforderlich sind sie meiner Meinung nach aber nicht. Ich hatte keine dabei.

Ja, in den Unterkünften, Restaurants und Cafés entlang des Fischerwegs sprechen die meisten Menschen ausreichend gutes Englisch. Die Verständigung ist in der Regel problemlos möglich.

In der Regel nicht. Auf meiner Wanderung habe ich keine freilaufenden oder aggressiven Hunde erlebt. Der Fischerweg gilt in dieser Beziehung als unproblematisch.

Ja, du kommst unterwegs an vielen schönen Stränden entlang, die sich für eine Abkühlung anbieten. Allerdings ist der Atlantik ziemlich rau, das Wasser eher kühl und es können starke Strömungen auftreten. Etwas Vorsicht ist angebracht.

Viele nutzen die Gelegenheit für einen Abstecher nach Lissabon. Die Stadt ist gut erreichbar und eignet sich ideal, um die Reise entspannt ausklingen zu lassen. Es gibt zahlreiche Unterkünfte und Sehenswürdigkeiten für ein paar zusätzliche Tage. Eine gute, preiswerte Unterkunft ist das  Living Lounge Hostel*.

Wanderer mit Rucksack blickt vom Fischerweg über den Atlantik.

Mein Fazit zum Fischerweg

Eine wirklich empfehlenswerte Küstenwanderung! Der mächtige Atlantik, windgepeitschte Dünenlandschaften, eine beeindruckenden Steilküste: Mit dieser Mischung hat uns der Fischerweg jeden Tag tolle neue Eindrücke beschert. Und gerade wenn man ein bisschen Abwechslung vom nasskalten Winter in Mitteleuropa möchte, ist das eine sehr willkommene Flucht in den Süden.

Ob die übrigen Etappen genauso gut sind, kann ich persönlich nicht beurteilen. Die Strecke von Odeceixe bis Porto Covo hat auf jeden Fall großen Spaß gemacht. Wenn dir der Sinn nach einer einfachen, aber landschaftlich beeindruckenden Küstenwanderung steht, machst du mit dem Fischerweg garantiert nichts falsch.

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