Wandern auf dem Soča-Trail in Slowenien: Erfahrungsbericht und Tipps

Der Soča-Trail gilt als einer der schönsten Wanderwege Sloweniens. Über 25 Kilometer lang führt der Weg durch das malerische Trenta-Tal und folgt dabei dem Lauf der smaragdgrünen Soča. Wenn du den Weg selbst laufen willst, bekommst du in diesem Artikel alle Infos.

In diesem Artikel

Der Soča-Trail (Slowenisch: Soška Pot), manchmal auch Soča-Weg genannt, ist ein Teil des bekannten Fernwanderwegs Alpe-Adria-Trail und streift die Gebirgslandschaften des Triglav-Nationalparks im Nordwesten Sloweniens.

Bei vielen Wanderern gilt die 24. Etappe des Alpe-Adria-Trails von Trenta nach Bovec sogar als der beste Teil. Bei meiner mehrtägigen Wanderung durch den Triglav-Nationalpark wollte ich das natürlich nicht verpassen. Und einen schöneren Einstieg hätte es wohl nicht geben können.

Auf 25 Kilometern bietet der Weg einen Querschnitt der allerlieblichsten Berglandschaften, die man sich nur ausmalen kann. Dichte Wälder, hohe Berggipfel, kleine Bauernhöfe. Und natürlich die Soča, nach der der Weg benannt ist. Mal türkisblau, mal smaragdgrün – je nachdem wie das Sonnenlicht einfällt – windet sich das rauschende Gebirgsflüsschen von der Quelle am Vršičpass bis zum Städtchen Bovec.

Eine Szenerie wie aus dem Bilderbuch.

Blick auf das smaragdgrüne Wasser der Soča.

Soča-Trail Karte und GPS-Datei

Tourdaten

  • Länge: 25,1 Km
  • Höhenmeter: 555 hm
  • Schwierigkeit: leicht

GPX-Download

Wandern auf dem Soča-Trail von Bovec nach Trenta

Die meisten Leute laufen den Soča-Trail von der Soča-Quelle bis nach Bovec, weil es in diese Richtung bergab geht. Ich bin genau andersrum gelaufen, weil ich anschließend ins Innere des Triglav-Nationalparks wollte. Es sind ein paar mehr Höhenmeter. Landschaftlich ist es aber genauso schön. Außerdem sind beide Enden des Weges sowohl mit Auto wie auch Öffis gut erreichbar

Wegmarkierung am Soča-Trail.
Der Soča-Weg ist durchgängig gut markiert. Verlaufen ist praktisch ausgeschlossen.

Los geht es in Bovec, der “Outdoor-Hauptstadt Sloweniens”. Nach einem kurzen Stück durch eine schöne Wiesenlandschaft führt der Weg an das Ufer der Soča und hier bleibt er die nächsten Kilometer dann auch. Vorbei an der großen und der kleinen ­Soča-Schlucht werden immer wieder Hängebrücken aus Holz überquert, von denen man wunderbare Aussichten auf den Fluss hat.


Einige kürzere Wegabschnitte verlassen den Fluss und führen durch dichten Wald in höhere Lagen. Aber du bist nie lange vom Fluss weg. Hinter dem malerischen Weiler Trenta steigt der Weg schließlich steil in Richtung Vršičpass an. Beim Denkmal des Bergpoeten Julius Kugy hast du die Wahl: Entweder ein Abstecher zur Quelle der Soca oder direkt zum Pass weiterlaufen. Dort endet der Weg.

Highlights auf dem Soča-Trail

Eigentlich ist der ganze Weg ein Highlight für Naturliebhaber. Die folgenden Stellen verdienen aber eine besondere Erwähnung.

Kleine Soča-Schlucht

Kleine Soča-Schlucht.

Etwa auf halbem Weg, direkt vor dem Zufluss des Gebirgsbachs Vrsnica, gräbt sich die Soča auf knapp 100 Metern Länge in den Fels. Die bis zu 6 Meter tiefe Schlucht ist an der engsten Stelle nur 1 Meter breit und gibt einen wunderbaren Platz zum Rasten auf den Felsen ab. In der Nähe befindet sich auch ein Campingplatz.

Große Soča-Schlucht

Große Soča-Schlucht.

Die große Soča-Schlucht (Velika korita Soče) oder große Soča-Tröge ist noch ein ganzes Stückchen beeindruckender als die kleine Schwester. In der 750 Meter langen Schlucht wird die Soča zu einem reißenden Strom. Am Ende der Schlucht beruhigen sich die Stromschnellen und das Wasser sammelt sich in einigen smaragdgrün-schimmernden Becken. Ein guter Platz zum Baden.

Kršovec-Schlucht

Hängebrücke auf dem Soča-Trail.

Die Kršovec-Schlucht markiert den Eingang zum Triglav-Nationalpark und ist ein weiterer toller Badespot, da sich hier ein Kiesstrand befindet. Vielleicht machst du aber auch einfach nur eine Pause und streckst die Füße ins Wasser. Die Temperaturen der Soča sind nämlich selbst im Hochsommer geradezu arktisch. Ich fand das Wasser sogar noch ein Stück kälter als in Island.

Trenta

Blick auf Trenta.

Trenta ist ein malerischer kleiner Weiler am Oberlauf der Soča etwa auf halber Strecke des Weges, in dem die Zeit scheinbar stehen geblieben ist. Das Dörfchen besteht eigentlich nur aus einigen verstreuten Bauernhäusern. Wenn du ein bisschen Zeit mitbringst, kannst du dir hier die Kirche der Heiligen Madonna von Loreto anschauen.

Denkmal von Julius Kugy

Denkmal von Julius Kugy am Soča-Trail.

Hinter Trenta steigt der Weg steil bis zu dem Denkmal von Julius Kugy (1858 – 1944) an. Der österreichische Dichter und Bergsteiger war einer der ersten Leute, die den Triglav-Nationalpark und die Julischen Alpen erkundeten. Auf der Infotafel gibt es einen kurzen Abriss über sein Leben. Mir hat besonders der Titel seiner Autobiographie gefallen: „Arbeit, Musik, Berge“. Damals wussten die Leute noch worauf es ankommt!

Soča-Quelle

Ich hab die Quelle der Soča leider nicht gesehen, weil ich direkt bis zum Vršičpass gelaufen bin. Im Nachhinein betrachtet ein Fehler: Die Quelle befindet sich in einer versteckten Höhle in den Felsen und entspringt einer Art unterirdischen See. Auf Fotos sieht das wirklich beeindruckend aus. Die Quelle ist anscheinend nur mit Klettereien über ausgesetzte Felsvorsprünge erreichbar – ich vermute es lohnt sich.

Vršičpass

Vršičpass am Ende des Soča-Trails.

Nach 25 Kilometer in wunderschöner Natur empfand ich den 1.611 Meter hohen Vršičpass als mittelschwere Enttäuschung. Ja… die Aussichten auf die Berge sind schön, aber der riesige Parkplatz und die Scharen von motorisierten Touristen nerven. Wenn du nach dem Aufstieg noch Energie hast, geh unbedingt noch ein paar Meter weiter bis zum Gesicht des heidnischen Mädchens an der Prisonjik-Nordwand. Ein wahnsinniger Anblick!

Gesicht des heidnischen Mädchens an der Prisonjik-Nordwand.

Für wen ist der Soča -Trail geeignet?

Kurz gesagt: Für jeden, der zwei Füße hat und ein Bein vor das andere setzen kann. Der Soča-Trail ist ein familienfreundlicher Wanderweg und nicht besonders schwierig zu laufen. Bergerfahrung und spezielle Ausrüstung sind nicht erforderlich. Außer vielleicht eine gute Kamera. Denn aus dem Fotografieren wirst du hier gar nicht mehr herauskommen.

Streckenweise geht es im Wald mal über Wurzeln und der Weg ist auch recht steinig. Mit ein paar festen Schuhen ist das aber kein Problem. Wahrscheinlich würden sogar Turnschuhe reichen. Nur der Abschnitt zur Soča -Quelle ist streckenweise ausgesetzt und mit Drahtseilen versichert. Und wenn du dir den Aufstieg sparen willst, startest du am besten am Vršičpass und läufst bis nach Bovec.

Soča-Trail im Wald.
Einige Kilometer lang führt der Soča-Trail auch durch den Wald.

Anreise mit Bus und Auto zum Soča -Trail

Sowohl Bovec als auch der Vršičpass sind gut mit Auto oder Öffis erreichbar. Der Bus von Ljubljana nach Bovec fährt im Sommer 3x täglich. (Fahrplan). Die Fahrt dauert etwa 3,5 Stunden, das Ticket kostet 13 Euro.

Wenn du am Vršičpass starten willst, fährst du am besten nach Kranjska Gora und nimmst dort den Bus (Fahrplan). Der Bus fährt alle 2 Stunden. Die Fahrt bis zum Pass dauert knapp 30 Minuten. Es gibt sogar eine Bushaltestelle in der Nähe der Soča-Quelle. Der Bus fährt anschließend nach Bovec weiter.


Campingplätze und Unterkünfte auf dem Soča-Weg

Im Soča-Tal gibt es eine ganze Reihe von Campingplätzen, auf denen du Zelten kannst. Bekannt ist beispielsweise das Camp Soča, das sich direkt an der großen Soča-Schlucht befindet oder das Kamp Klim ein Stück davon entfernt.

Aus meiner Sicht der einzige Nachteil der Campingplätze: Es stehen dort recht viele Wohnmobile und Wohnwagen. Durch das Tal führt eine Straße (die man beim Wandern glücklicherweise überhaupt nicht bemerkt). Daher muss man sich die Plätze mit vielen motorisierten Campern teilen.

Eine wirklich schnuckelige Unterkunft ist die Eco-Lodge Pri Plajerju in der Nähe von Trenta. In dem umgebauten Bauernhof werden Zimmer vermietet.  Noch besser ist aber eine Übernachtung auf Strohballen in der alten Scheune. Ein echtes Highlight der Wanderung. Außerdem war das Essen hervorragend und die Preise sehr vernünftig.

Wildzelten ist am Soča-Trail streng verboten. Ich würde es auch nicht riskieren, da hier doch recht viele Leute unterwegs sind und vermutlich stark kontrolliert wird.

Blick auf die Soča im Nebel.

Mein Fazit zum Soča-Trail

Die Wanderung über den Soča-Trail war ein schönes Erlebnis und eine tolle Tageswanderung. Selbst nach 25 Kilometern konnte ich mich an der Farbe des Wassers nicht sattsehen. Die malerische Umgebung tat ihr übriges. Ich würde den Weg jedem empfehlen, der nicht so viel Zeit mitbringt und zumindest mal ein bisschen in den Triglav-Nationalpark reinschnuppern möchte.

Ich will aber auch nicht lügen: Die wirklich atemberaubenden Landschaften, bei denen dir die Kinnlade auf die Wanderschuhe fällt, siehst du im Inneren des Nationalparks. Im Vergleich mit den Wanderungen zum Sedlo Planja, dem Luknja Pass oder dem Tal der Sieben ist der Soča-Trail nur gehobener Durchschnitt.

Ich empfehle daher unbedingt Tageswanderungen oder eine mehrtägige Hüttentour durch den Park. Die Berghütten Tičarjev dom na Vršiču und Poštarski dom na Vršiču am Vršičpass sind ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge. Schau dir hier die Route für eine spektakuläre Mehrtagestour durch den Triglav-Nationalpark an.

Karstlandschaften im Triglav-Nationalpark.

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