In diesem Artikel:
- Was ist ein Homestay?
- Über das Mt. Mahabarat Homestay
- Einrichtungen des Homestays
- Essen und Verpflegung
- Was kann man im Mt. Mahabarat Homestay machen?
- So buchst du den Aufenthalt
- Anreise zum Mt. Mahabarat Homestay
- Mein Fazit
Bei meinem letzten Nepal-Trip war ich längere Zeit im Kathmandu-Tal, insgesamt etwas mehr als 3 Wochen. Die Hauptstadt Kathmandu ist aufregend und es gibt dort wirklich viele spannende Sehenswürdigkeiten. Irgendwann war es mir aber doch ein bisschen zu viel und vor meinem großen Everest-Trek wollte ich nochmal raus aus der Stadt und ein paar Tage im Grünen verbringen.
Meine Anforderungen waren eigentlich recht einfach:
- 🏡 Gemütliches Homestay, d.h. kein Hotel, sondern Wohnen bei einer Familie
- 📍 In der näheren Umgebung von Kathmandu, damit ich gut dort hinkomme
- 🏞️ Schöne Natur, am besten guter Blick auf die Berge
- 🌐 Im Idealfall mit WLAN, damit ich dort arbeiten konnte
Das Problem: Es war gar nicht so leicht einen Ort zu finden, der alle diese Eigenschaften vereint. Der offensichtliche Kandidat für eine Auszeit im Kathmandu-Tal ist eigentlich das Örtchen Nagarkot. Das gefiel mir zum Wohnen allerdings weniger, da dort inzwischen alles mit Hotels zugebaut wird. Eine weitere Option war Dhulikhel am Araniko Highway. Auch das war mir aber noch zu zivilisationsnah und es gibt auch dort mehr Hotels und keine richtigen Homestays.
Ich war tatsächlich fast schon ein bisschen am Verzweifeln. Aber dann gab mir Laphsang Lama, der Besitzer des Monkey Temple Homestays* in Kathmandu noch einen weiteren Tipp: Ich soll doch mal in Dhunkharka schauen. Dort gäbe es ein paar schöne Orte. Und genau so bin ich dann auch auf das Homestay gekommen, das für 5 Tage mein ganz persönliches Paradies wurde: Das Mount Mahabharat Homestay.

Was ist ein Homestay?
Noch schnell zur Erklärung was ein Homestay eigentlich ist. Kurz gesagt ist das die wahrscheinlich authentischste Art, Nepal zu erleben. Statt in einem Hotel oder Hostel zu übernachten wohnst du direkt bei einer nepalesischen Familie – häufig in traditionellen Häusern in Dörfern, die du sonst wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen würdest.
Was macht ein Homestay aus?
- 👨👩👧👦 Echtes Familienleben: In einem Homestay bist du nicht bloß ein zahlender Kunde wie im Hotel, sondern lebst mit der Familie. Du lernst den Alltag kennen und wirst für ein paar Tage Teil der Gemeinschaft.
- 🍛 Hausgemachtes Essen: Statt immer nur das übliche Touristen-Essen in Restaurants zu bestellen, bekommst du hier echte organische Hausmannskost – wenn du willst darfst du sogar mitkochen!
- 🌏 Kulturelle Einblicke: Du lernst, wie die Leute im ländlichen Nepal leben, wie die Landwirtschaft funktioniert, was die Herausforderungen sind und siehst all das nicht nur als Außenstehender, sondern bist für ein paar Tage (oder Wochen) selbst mittendrin.
- 🤲 Unterstützung der Einheimischen: Dein Geld geht direkt an die Familie, statt an große Hotelketten. Viele Homestays sind nachhaltige Projekte, die ländliche Regionen stärken.

Warum lohnt es sich?
Wie viele andere Backpacker suche ich nicht einfach nur nach der günstigsten Unterkunft. Was mich wirklich interessiert, sind authentische Erlebnisse. Ein Homestay gibt einem genau das: Man lebt im natürlichen Rhythmus, trinkt Tee mit Menschen, die ihre Tür für dich öffnen, und verlässt den Ort mit Geschichten, die kein anderer Tourist hat. Das kann man für kein Geld der Welt kaufen.
Klar… der Standard ist etwas niedriger als in einem Hotel. Es gibt keine Klimaanlage, vielleicht nicht immer warmes Wasser zum Waschen und eventuell fällt auch mal der Strom aus. Das gehört in Nepal zum Alltag dazu. Was aber auch dazugehört: Eine unglaubliche Warmherzigkeit. Wenn du die selbst erleben willst, dann gibt es wahrscheinlich nichts Besseres als ein Homestay.

Über das Mt. Mahabarat Homestay
Das Mt. Mahabarat Homestay habe ich eigentlich nur zufällig über Google Maps gefunden, aber mir haben die Fotos direkt gefallen. Das Homestay liegt in den Hügeln oberhalb des Örtchens Bethanchowk, etwa 25 Kilometer südöstlich von Kathmandu. Diese Gegend heißt Dhunkharka – eine Ansammlung von verstreuten Bauernhöfen in einer malerischen Landschaft aus sanften Hügeln, Terrassenfeldern und dichten Wäldern – quasi die Bildschirmschoner-Version des nepalesischen Tieflands, nur in echt!
Angereist bin ich mit dem Bus, zuerst nach Panauti und von da aus weiter mit dem Lokalbus nach Bethanchowk. Dort empfängt mich dann Kamal, der Besitzer des Homestays. Das letzte Stück fahren wir mit dem Jeep. Eine richtige Straße gibt es nämlich noch nicht, nur eine ziemlich holprige Offroad-Piste. Das ist auch einer der Hauptgründe, warum das Ganze noch so idyllisch ist – man kommt mit dem Auto nicht ganz so einfach hin.

Einrichtungen des Homestays
Das Mt. Mahabarat Homestay wird von Kamal und seiner Frau Goma betrieben, die hier zusammen mit den beiden Söhnen Kushal und Jenish und den Großeltern leben. Das Homestay bietet sowohl Einzelzimmer und geteilte Räume. Die Einrichtungen sind einfach aber sauber, alle Räume haben Strom und Licht. Eine warme Dusche gibt es auch und die Internetverbindung war erstaunlich gut, ich konnte dort problemlos arbeiten.
Gäste können entweder als Volunteer auf der Farm mithelfen oder einfach so übernachten. Volunteers zahlen etwas weniger für die Übernachtung (1.300 NPR einschließlich 3 Mahlzeiten). Ich habe als Nicht-Volunteer 2.000 NPR für die Nacht gezahlt. Selbst als Volunteer hat man aber genügend Freizeit und ich habe in den 5 Tagen häufig auch mal mitgeholfen. Das Ganze ist sehr locker und familiär.
Eine Besonderheit: In den Wänden des Hauses sind Bienenstöcke angelegt, das ist in Nepal auf dem Land teilweise so üblich. Dementsprechend sind auf der Terrasse immer viele Bienen hin- und hergeflogen. Die Tiere sind aber harmlos – und der Honig ist wirklich lecker!

Essen und Verpflegung
Das Homestay ist ein traditioneller Bauernhof, die Zutaten kommen also direkt vom Feld auf den Teller. Das Essen ist wirklich hervorragend und das ist auch gut so. Denn wie ich schnell feststelle: Im ländlichen Nepal gibt es jeden Tag so ziemlich das Gleiche: Reis und Linsen (Dal) dazu Chapati-Brot und Gemüse. In diesem Fall Salat von der Farm und Pilze. Außerdem bereitet Goma hervorragenden Butterschmalz (Ghee) zu.

Fleisch habe ich in den 5 Tagen, die ich da war, nicht gegessen. Ich bin zwar eigentlich kein Vegetarier, aber ich habe es auch nicht groß vermisst. Interessant fand ich auch, dass es kein richtiges Frühstück gibt, nur ein paar Kekse und Masala-Tee. Die erste Mahlzeit gegen 10:00 Uhr besteht direkt gleich aus Reis und Linsen. Und das gibt es dann dreimal täglich.
In Bethanchowk gibt es natürlich auch Läden, in denen man Snacks, Schokolade, Zivilisationsgetränke wie Cola etc. bekommt. Man muss dann zwar erstmal in ca. 1 Stunde runterlaufen, aber immerhin bist du nicht komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Da Kamal häufig unterwegs ist, bringt er auch gerne was aus dem Ort mit.

Was kann man im Mt. Mahabarat Homestay machen?
Eine große Attraktion des Mt. Mahabarat Homestay ist die absolut fantastische Lage. Der Blick reicht über das Tal bis zu den Eisriesen des Himalaya – du hast quasi den gesamten nepalesischen Himalaya direkt vor der Nase, einschließlich Mount Everest, Langtang und Annapurna Himal. Wenn du hier wohnst, darfst du dich darauf freuen, jeden Tag mit diesem Blick aufzuwachen:

Was aber noch besser ist: Das Homestay ist ausreichend weit weg von Kathmandu, dass man hier nichts von dem allgegenwärtigen Smog über der Hauptstadt mitbekommt. Die Luft ist sauber, die Sicht auf die Berge ist dementsprechend genial. Nicht nur morgens, sondern den ganzen Tag über.
In der Umgebung rund um das Homestay:
Die Natur rund um das Homestay ist unglaublich schön, der Kontrast zur Innenstadt von Kathmandu könnte nicht größer sein. Man kann hier also ziemlich gut gar nichts machen und einfach nur die tolle Landschaft, die klare Luft und die Abwesenheit von Motoren, Staub und Lärm genießen. Aber natürlich gibt es auch diverse Aktivitäten:
- 🌾 Auf der Farm oder im Haushalt mithelfen: Es gibt immer was zu tun – Pflanzen gießen, ernten, helfen das Essen zuzubereiten etc. Das Schöne dabei ist, das fühlt sich eigentlich nicht wie Arbeit an. Gerade wenn man es gewohnt ist, im normalen Job den ganzen Tag vor dem Rechner zu hocken, ist diese Form der Beschäftigung eine schöne Abwechslung.
- 🧘 Yoga/Meditation: Im Homestay gibt es einen eigenen Raum für Yoga und Meditationen. Bei den Gästen sind auch immer mal wieder Yoga-Lehrer dabei. Ich hatte z.B. das Glück, ein paar Sessions mit einem Lehrer aus Mexico City mitzumachen. An einem Tag kam auch mal ein buddhistischer Mönch aus der berühmten Kopan Monastery in Kathmandu zu Besuch. Eine tolle Begegnung!
- 🥾 Wanderungen: Im Umkreis des Homestays gibt es etliche schöne Pfade durch die Wälder zu Tempeln, Wasserfällen und kleinen Dörfern. Nichts davon ist markiert oder in irgendwelchen Apps eingetragen. Am besten geht man erstmal mit den Kids von Kamal und Goma los und lässt sich die Umgebung zeigen.
- 🏕️ Camping: Ein Highlight war die Übernachtung auf dem Gipfel des knapp 3.000 Meter hohen Mt. Mahabarat. Wir sind nachmittags losgewandert, waren pünktlich zum Sonnenuntergang oben und haben dann gezeltet und ein Lagerfeuer gemacht. Zelte werden gestellt, ich hatte bei der Gelegenheit mein Zpacks Duplex Lite das erste Mal getestet.
- ⛰️ Trekking: Kamal ist lizensierter Trekking Guide und steht auch für längere Trekkings bereit. Einer der Gäste, Josef aus der Tschechei, war im Anschluss an den Homestay-Aufenthalt zusammen mit Kamal auf dem Annapurna Circuit unterwegs.
- 💻 Workation: Das war der Grund, warum ich eigentlich hier war – ein schöner Ort im Grünen zum Arbeiten. Dank der stabilen Internet-Verbindung war das hier sehr gut möglich. Nur an die Bienen musste ich mich erstmal ein bisschen gewöhnen…
Eindrücke vom Camping-Trip zum Mt. Mahabarat:
So buchst du den Aufenthalt
Das Mt. Mahabarat Homestay ist auf diversen Portalen vertreten, z.B. Worldpackers oder Opodo. Es gibt aber auch eine eigene Webseite, auf der man direkt buchen kann. Alternativ kannst du Kamal eine Nachricht per WhatsApp schicken (+977 985 111 0861) und nachfragen, ob was frei ist. So habe ich das gemacht und das hat auch gut geklappt.
Tipp: Nimm auf jeden Fall eine Stirnlampe* und ein Powerbank mit, ein paar Mal gab es zumindest zeitweise Stromausfall. Als Powerbank empfehle ich die kompakte und leichte Anker Powercore.
- Gewicht: 200 g (inkl. Micro-USB-Kabel + Beutel)
- Kompakte + leistungsstarke Powerbank, ideal für Rucksackreisende
- hochwertige Verarbeitung
- ca. 4-5 Aufladungen von Smartphones
- Vor Überspannung und Kurzschluss geschützt
Anreise zum Mt. Mahabarat Homestay
Von Kathmandu fahren regelmäßig Busse am Ratna Bus Park nach Panauti. Von dort geht es dann weiter mit dem Lokalbus nach Bethanchowk/Dhunkharka. Am besten ist, vorher Kamal über WhatsApp Bescheid zu geben, wann du in Bethanchowk ankommst. Dann organisiert er einen Jeep für das letzte Stück bis zum Homestay. Außerdem wird auch ein Komplett-Transfer mit Jeep von Kathmandu angeboten (ca. 50 Euro).

Mein Fazit
Die knappe Woche im Mt. Mahabarat Homestay ist unheimlich schnell vorbeigegangen und ich wäre gerne noch länger geblieben. Die meisten anderen Gäste haben das auch gemacht: Etliche Backpacker haben 1 oder 2 Monate mit der Familie gewohnt. Das geht hier wirklich sehr gut. Wenn man einmal in dem Rhythmus des ländlichen Lebens drinnen ist, merkt man gar nicht mehr, wie die Tage vergehen.
Eigentlich war ich zum Trekking in Nepal. Aber am Ende muss ich sagen: Diese 5 Tage zählten zu den besten Erfahrungen meiner letzten Reise. Die wahnsinnig freundliche Familie, die wunderbare Natur, die vielen Gespräche mit den anderen Gästen – das war ein unglaublich bereicherndes Erlebnis. Und ich musste mich danach erstmal wieder an das touristische Nepal auf den Treks gewöhnen. Wenn du ein tolles Homestay im Umkreis von Kathmandu suchst, kann ich das Mt. Mahabarat Homestay zu 100% empfehlen!
Viele weitere nützliche Infos findest du in meinem großen Cityguide:

Schau dir auch diese Artikel zu den schönsten Trekkingtouren in Nepal an:
- 🏕️ Annapurna Circuit: 30 Tage auf dem berühmtesten Trek der Welt
- 🏔️Langtang Trek auf eigene Faust: Erfahrungsbericht + viele Tipps
- 🗻Everest Three Passes Trek: Der komplette Guide mit GPS-Route
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