In diesem Artikel:
- Zpacks Duplex Lite auf einen Blick
- Konstruktion des Zpacks Duplex Lite
- Aufbau des Duplex Lite im Test
- Hightech-Material für soliden Wetterschutz
- Wie viel Platz bietet das Duplex Lite?
- Wetterfestigkeit des Duplex Lite im Test
- Meine Erfahrungen mit Kondensation
- Wie robust ist das Zpack Duplex Lite?
- Wo kann man das Duplex Lite kaufen?
- Mein Fazit zum Zpacks Duplex Lite
Die Zelte von Zpacks gelten bei vielen Fans des Ultraleicht-Wanderns als so etwas wie der heilige Gral unter den Trekking-Zelten: Unglaublich leicht, voll wind- und wettertauglich, leider aber auch recht teuer. Das vielleicht beliebteste Zelt des US-Herstellers ist das Zpacks Duplex, das häufig als das leichteste Zwei-Personen-Zelt der Welt bezeichnet wird.
Genau von diesem Zelt gibt es jetzt eine noch leichtere Version: Das Zpacks Duplex Lite*. Das Zelt wiegt einschließlich Packsack gerade mal 431 Gramm. Selbst wenn man das Gewicht der Trekkingstöcke dazurechnet, ist das für ein vollwertiges Zwei-Personen-Zelt immer noch eine Ansage. Was natürlich die Frage aufwirft: Wie gut schlägt sich dieser Hauch von nichts im Outdoor-Alltag?
Um es vorwegzunehmen: Das Zpacks Duplex Lite ist ein hervorragendes Zelt. Es ist unkompliziert aufzubauen und bietet gewichtsbewussten Ultraleicht-Wanderern zuverlässigen Wetterschutz, selbst bei sehr rauen Bedingungen. Gleichzeitig ist es konsequent auf Minimalismus getrimmt. Das sorgt für ein extrem niedriges Gewicht – aber wie bei jedem Ultraleicht-Produkt geht das mit bestimmten Kompromissen einher.
Was mir am Duplex Lite gefällt
- Extrem leicht – Zelt als Gewichtsfaktor fällt fast komplett weg
- Sehr einfach und schnell aufzubauen
- Exzellenter Wetterschutz auch in rauen Bedingungen
Was man beim Duplex Lite besser machen könnte:
- Hoher Preis
- Materialverschleiß höher als bei schwereren Zelten
- bislang nur im Import erhältlich
Schauen wir uns das Duplex Lite also mal etwas genauer an!

Zpacks Duplex Lite im Test: Auf einen Blick
Das Zpacks Duplex Lite ist ein nicht freistehendes, einwandiges Zelt aus dem ultraleichten Material Dyneema Composite Fabric. Für den Aufbau werden 2 Trekkingstöcke benötigt. Es eignet sich gut für 3-Jahreszeiten-Bedingungen und bietet eine beeindruckende Kombination aus minimalem Gewicht, kleinem Packmaß und Funktionalität.
Das Zelt ist wetterfest und 100% wasserdicht, von der Konstruktion aber eher luftig. Die Materialien sind zudem fragil und erfordern einen sorgfältigen Umgang. Für eine Person bietet das Duplex Lite sehr viel Platz. Als 2-Personen-Zelt könnte es auf Dauer etwas eng werden. Derzeit ist das Duplex Lite nur per Direkt-Import von Zpacks aus den USA erhältlich, daher fallen zusätzliche Zollgebühren an.
Spezifikationen des Zpacks Duplex Lite:
| Typ | einwandiges 3-Jahreszeiten-Zelt |
| Geeignet für | Trekking, Camping, Backpacking, Fastpacking, Bikepacking, Wasserwandern |
| Personen | 1-2 |
| Material Zelt | 15,5 g/m2 Dyneema Composite Fabric, Wassersäule 15.000 mm |
| Material Zeltboden | 25,5 g/m2 Dyneema Composite Fabric, Wassersäule 20.000 mm |
| Insektenschutz | 19 g/ m2 Ultralight Nano-Noseeum Mesh |
| Eingänge | 2 |
| Apsiden | 2 |
| Maße Innenraum | 230 x 102 x 122 cm (LxBxH) |
| Packmaß | 30 x 15 cm (LxB) |
| Gewicht | 431 Gramm (Zelt: 423 Gramm, Packsack: 8 Gramm) |
| Farbe | Blau, Olivgrün, Weiß |
| Besonderheiten | Heringe + Trekkingstöcke zum Aufbau erforderlich (nicht mitgeliefert) |
| Preis | 669 USD, nur im Import erhältlich. Mit Zoll und Einfuhrumsatzsteuer in Deutschland ca. 800 – 900 Euro |
Testbedingungen
Ich besitze das Duplex Lite seit Anfang 2024. Verwendet habe ich es zunächst auf Campingtrips in Brandenburg und in den norditalienischen Alpen. Der echte Härtetest erfolgte 2025 während meiner 8-monatigen Himalayareise. Dort habe ich das Zelt für zahlreiche lange Hochgebirgs-Treks benutzt, unter anderem eine 500 Kilometer lange Durchquerung von Ladakh und Zanskar.

Wettertechnisch war im Himalaya so gut wie alles dabei: milde Temperaturen in den südlichen Tälern, Frost bei Passüberquerungen im Frühling, starke Winde und Unwetter in exponierten Hochlagen über 5.000 Meter. Außerdem extreme UV-Strahlung in den alpinen Wüstenlandschaften von Ladakh/Zanskar und ein Schneesturm bei der Überquerung des Himalaya-Hauptkamms.

Ich denke, damit habe ich so gut wie alle Bedingungen erlebt, die man einem 3-Jahreszeiten-Zelt realistischerweise zumuten kann. Das Duplex Lite wurde mir für den Test von Zpacks ohne weitere Konditionen zur Verfügung gestellt. Sämtliche im Artikel geäußerten Meinungen beruhen auf meinen eigenen Erfahrungen.

Zpacks Duplex Lite vs. Zpacks Duplex vs. Zpacks Duplex Zip
Bevor wir zum eigentlichen Test kommen, noch eine wichtige Info für potentielle Interessenten des Duplex Lite: Das Zelt ist kein gänzlich neues Design, sondern eine Weiterentwicklung des beliebten Modells Zpacks Duplex.
Derzeit bietet Zpacks drei Duplex-Varianten an:

Alle Modelle sind aus dem ultraleichten Dyneema Composite Fabric gefertigt, haben die gleiche A-Frame-Form und werden mit 2 Trekking-Stöcken* aufgestellt. Das Duplex Zip hat zusätzlich Reißverschlüsse und Magnetclips an den Außenplanen und wiegt knapp 50 Gramm mehr.
Das Zpacks Duplex Lite hat die folgenden Unterschiede zum normalen Zpacks Duplex:
| Zpacks Duplex Lite | Zpacks Duplex |
|---|---|
| Breite Innenraum: 102 cm | Breite Innenraum: 114 cm |
| Zeltboden: 25,5 g/m2 DCF | Zeltboden: 28,3 g/m2 DCF |
| Stärke Abspannleinen: 1.3 mm | Stärke Abspannleinen: 2.0 mm |
| Höhe Badewannenboden: 15 cm | Höhe Badewannenboden: 20 cm |
Im Endeffekt hat das Duplex Lite also einen etwas dünneren Zeltboden, dünnere Abspannleinen, etwas weniger Platz in der Breite und einen geringfügig niedrigeren Rand im Innenraum. Dadurch erzielt Zpacks eine Gewichtsersparnis von rund 25 % im Vergleich zum normalen Duplex.
Konstruktion des Zpacks Duplex Lite
Das Zpacks Duplex Lite hat kein separates Außen- und Innenzelt, sondern besteht aus einer einzigen Plane mit eingenähtem Insektenschutz-Netz an den Seiten. Aufgestellt wird es mit zwei Trekking-Stöcken. Im aufgerichteten Zustand erinnert es von der Form her an ein klassisches A-Frame-Zelt mit schrägen Seitenwänden wie bei einem Giebeldach.

Das Zelt ist nicht freistehend, d.h. es muss auf jeden Fall mit Heringen im Boden verankert werden. Ich nehme dafür die leichten aber robusten MSR Groundhogs*. Minimal brauchst du sechs Heringe. Es sind aber acht Abspannpunkte vorhanden und meiner Erfahrung ist es auch besser, alle zu nutzen. Damit steht das Zelt sicherer bei starkem Wind. Außerdem kannst du so die Wände am Fuß- und Kopfende noch etwas hochziehen und hast innen mehr Platz.
Funktional auch ohne Innenzelt
Auch ohne separates Innenzelt bietet das Zpacks Duplex Lite verlässlichen Wetterschutz. Der Innenraum des Zeltes wird zunächst durch den Badewannenboden definiert, der sich beim Aufbau automatisch hochzieht. Die Planen werden dann quasi über dem Boden abgespannt. Es sieht am Ende fast ein bisschen so aus, als würde das Zelt über dem Boden schweben.

Diese Konstruktion wirkte auf mich zunächst etwas merkwürdig, sie ist aber ziemlich clever: Der Rand der Bodenplane ist mit ca. 15 Zentimetern relativ hoch und bietet damit ohnehin schon guten Schutz vor Wasser und Regen. Durch die schräg abfallenden Planen wird der Regen noch besser abgeleitet. Außerdem sorgt die vergleichsweise große Lücke zwischen Boden und Planen für eine gute Luftzirkulation. Zum Thema Kondensation weiter unten noch ausführlicher.

Zwei Eingänge mit eigener Apside
Das Duplex Lite ist für zwei Personen konstruiert, daher befindet sich an jeder Seite ein separater Eingang mit Apside. Der Eingang wird nicht per Reißverschluss verschlossen. Stattdessen werden die beiden Planen mit einem Haken fixiert, der an der mittleren Abspannlinie angebracht ist. In der Praxis macht das aber keinen großen Unterschied – die Hakenkonstruktion ist überraschend stabil und hält auch bei starken Windböen.
Detailansichten des Zpacks Duplex Lite (zum Vergrößern anklicken):



Bei gutem Wetter kann man den Eingang auch offenlassen, auf Wunsch auch nur auf einer Seite. Dazu befindet sich auf jeder Plane eine Schlaufe mit Plastikhaken, mit dem man den Eingang einrollen und befestigen kann. Das Meshgewebe an den Seiten funktioniert gleichzeitig als Insektenschutz und wird mit jeweils zwei Reißverschlüssen geöffnet. Das funktioniert auch von innen sehr gut, vor allem dank der langen Kordeln, die Zpacks an den Reißverschlüssen angebracht hat.

Überraschend einfach: Aufbau des Duplex Lite
Bei Ultraleicht-Zelten keine Selbstverständlichkeit: Das Zpacks Duplex Lite lässt sich schnell und leicht aufbauen. Bei meinem Lunar Solo musste ich mir z.B. erst mehrere YouTube-Videos angucken, um den „Perfect Pitch“ zu erreichen. Beim Duplex Lite ist das nicht erforderlich. Selbst ohne Vorerfahrung mit Trekkingstockzelten kannst du das Zelt innerhalb von ein paar Minuten sicher und stabil aufstellen.

Am besten funktioniert das Aufbauen meiner Erfahrung nach so:
- Das Zelt ausbreiten, jeweils eine Seite, an der sich der Eingang befindet, an den beiden Enden abspannen.
- Anschließend den Trekkingstock in der Mitte anbringen und abspannen, ggf. die Leinen an den Seiten nachjustieren.
- Das gleiche auf der anderen Seite wiederholen.
- Zum Schluss noch die beiden Seitenwände mit jeweils einem Hering abspannen.
Video-Tutorial zum Aufbau des Duplex-Zelts:
Erwähnenswert sind noch die Abspannleinen im knalligen Neonlook. Die dünnen Fäden laufen durch eine Plastiköse und sind dort mit einem Knoten verankert. Das sieht nicht wirklich stabil aus, aber es hält. Siehe dazu auch unten die Anmerkungen zur Wetterfestigkeit.
Dyneema: Hightech-Material mit beeindruckendem Wetterschutz
Das Duplex Lite ist aus Dyneema Composite Fabric (DCF) gefertigt, einem Material, das auch beim Segelsport zum Einsatz kommt und inzwischen bei hochpreisigen Ultraleicht-Zelten recht beliebt ist. Den Plastiktüten-Look fand ich am Anfang ehrlicherweise etwas gewöhnungsbedürftig. Tatsächlich bietet Dyneema aber drei große Vorteile:
- 🪶 sehr geringes Gewicht
- 🏔️ gleichzeitig sehr stabil und reißfest
- 🌦️ vollständig wasserfest und ohne zusätzliche Beschichtung wasserabweisend
Über die ersten beiden Punkte müssen wir, glaube ich, nicht diskutieren – das ist bei jedem Zelt ein Vorteil. Wirklich spannend fand ich die hervorragende Performance bei Regen: Die Regentropfen perlen einfach am Zelt ab. Es besteht keine Chance, dass sich die Plane im Laufe der Zeit vollsaugt und das Zelt durchhängt. Das ist ein gängiges Problem bei den Zelten aus SilNylon, das auch durch eine DWR-Beschichtung nicht komplett abgestellt werden kann.

Nachteile von Dyneema
Dyneema hat allerdings nicht nur Vorteile. Zum einen ist es sehr teuer – der Hauptgrund für den hohen Preis des Duplex Lite. Außerdem ist das Material zumindest ein Stück weit durchsichtig. Man kann nicht ins Zelt reinschauen, aber man sieht zumindest in Schemen, ob jemand drinnen ist.
Der vielleicht größte Schwachpunkt von Dyneema ist die geringere Abriebfestigkeit. Das Material ist zwar extrem reißfest, allerdings nutzt es sich bei Reibung oder starken Zugkräften schneller ab als Silnylon- oder Silpoly-Zelte. Auf diesen Punkt werde ich weiter unten noch ausführlicher eingehen.

Platzangebot: Zu zweit wird es eng
Laut Hersteller-Angabe von Zpacks ist das Duplex Lite ein Zelt für 1-2 Personen. Das trifft es ganz gut. Man kann schon zu zweit in dem Zelt übernachten. Aber es ist dann kaum noch Platz für sonstige Ausrüstung im Zelt – sämtliches Gepäck muss dann in den Apsiden verstaut werden.
Zur Veranschaulichung: Die allseits beliebte Isomatte Thermarest Neoair hat eine Breite von 51 cm. Der Innenraum des Duplex Lite ist 102 cm breit. Wenn du sie genau nebeneinanderlegst, bekommst du zwei dieser Isomatten in das Zelt. Sonst aber nichts anderes und das Duplex Lite besitzt auch sonst keine Stauräume, Fächer etc. Hier wurde konsequent aufs Nötigste reduziert.

Wer regelmäßig mit zwei Leuten in dem Zelt übernachten will, sollte daher über die Anschaffung der normalen Variante nachdenken. Die wiegt nur knapp 100 Gramm mehr – bei zwei Leuten macht das keinen Unterschied. Das Duplex Lite ist meiner Einschätzung nach eher ein 1,5-Personen-Zelt. Also ein Zelt, in dem bei Notfällen auch mal eine zweite Person übernachten kann, aber nicht unbedingt regelmäßig.
Die eigentliche Zielgruppe für das Duplex Lite sind Solo-Wanderer. Und da ist es wirklich eine Überlegung wert – für eine Person bietet es sehr viel Platz. Vermutlich ist das auch der Grund, warum es dieses Zelt überhaupt gibt. Auf den US-Trails benutzen viele (die meisten?) Thru-Hiker das normale Duplex ohnehin als Solo-Zelt. Da macht es Sinn, eine Version auf den Markt zu bringen, die noch weniger wiegt und sonst keine größeren Einbußen aufweist.

Wetterfestigkeit des Duplex Lite im Test
Die wichtigtste Frage: Wie gut schlägt sich das Duplex Lite bei schlechtem Wetter? Nach 8 Monaten im höchsten Gebirge der Erde kann ich berichten: Sehr gut – vor allem, wenn man bedenkt, dass wir hier von einem Trekkingstock-Zelt reden, das weniger als ein halbes Kilo wiegt. Ich habe im Himalaya etliche ungemütliche Situationen in großen Höhen erlebt und das Duplex Lite hat mich zu keinem Zeitpunkt im Stich gelassen.

Normaler Regen perlt, wie erwähnt, einfach von der Plane ab. Und auch starken Windböen hält das Zelt gut stand, weil es an zwei Trekkingstöcken aufgerichtet wird und damit stabil verankert ist. Bei besonders schlechtem Wetter habe ich das Zelt niedriger abgespannt (Stöcke auf ca. 110 cm , um zu verhindern, dass der Wind unter der Zeltplane hindurchfegt. Das hat gut funktioniert – man kann die Zeltplanen bei Bedarf bis fast komplett zum Boden abspannen.

Konstruktionsbedingt ist das Duplex Lite trotz allem relativ luftig. Bei starkem Wind kann es also schon ein wenig wackeln. Gelegentlich musste ich auch den Stock nachjustieren, wenn er sich verschoben hatte. Dennoch bietet das Zelt – gemessen an seinem unglaublich niedrigen Gewicht – erstaunlich guten Schutz, selbst unter extremen Bedingungen, für die es eigentlich gar nicht konzipiert wurde.

Ein prägendes Erlebnis: Während der Überquerung des Himalaya-Hauptkamms von Zanskar nach Himachal über den vergletscherten Kang-La-Pass gerieten wir unerwarteterweise in einen Schneesturm und mussten auf 4.300 Metern notbiwakieren. Draußen peitschende Höhenwinde, ein düsterer Himmel, mit jeder Stunde wurde die Schneedecke höher. Spielraum für Fehlentscheidungen: Null. Das war eines der extremsten Camps meiner bisherigen Trekking-Karriere, aber das Duplex Lite hat mich sicher durch die Nacht gebracht.
Wir haben die Tour am Ende abgebrochen, weil das Wetter immer schlechter wurde. Und ich musste in der Nacht auch immer wieder Schnee vom Zeltdach klopfen, um zu verhindern, dass alles zusammenklappt. Aber das Duplex Lite hat den Schneesturm ohne bleibende Schäden überstanden und mich vor einer gefährlichen Wetterlage bewahrt – für mich ein Zeichen von Qualität. Das ist nicht bloß ein leichtes Sommerzelt für Schönwetter-Touren. Das Duplex Lite ist durchaus für anspruchsvolle Unternehmungen geeignet, bei denen Wetterschutz kein nettes Extra für mehr Komfort ist, sondern eine Frage der Sicherheit.
Kondensation
Das Duplex Lite ist ein einwandiges Zelt, daher ist Kondensation ein wichtiges Thema: Ohne schützendes Innenzelt ist es besonders ärgerlich, wenn sich nachts Wasser an den Innenseiten bildet und man mit dem Schlafsack daran stößt. Bislang war das mit dem Duplex Lite aber kein größeres Problem. Ich denke, das liegt an zwei Gründen:
- Die DCF-Plane nimmt materialbedingt keine Feuchtigkeit auf.
- Durch die leicht schwebende Konstruktion gibt es ausreichend Platz zum Zirkulieren der Luft.
Bei kühlen Außentemperaturen und einem starken Temperaturgefälle zwischen Zelt und Umgebung kommt es natürlich trotzdem zu Kondensation – das ist unvermeidlich. Dennoch schlägt sich das Duplex Lite im direkten Vergleich zu meinem Lunar Solo besser. Beim Lunar ist die Plane am Morgen häufig klitschnass, während ich beim Duplex Lite meist nur kleinere Tröpfchen auf der Innenseite der Zeltplane habe.

Wie robust ist das Zpack Duplex Lite?
Dyneema Composite Fabric verspricht eine besonders hohe Reißfestigkeit und das kann ich nach zwei Jahren Einsatz auch bestätigen. Etwas anders sieht es bei der Abriebfestigkeit aus: Dyneema neigt bei Reibung und dauerhafter Zugbelastung zu schnellerem Verschleiß.
Während meiner Himalaya-Reise fing das nach etwa sechs Monaten an: Im Lauf der Zeit bildeten sich winzig kleine Mikro-Löcher rund um den Zeltfirst und die Befestigungspunkte für die Trekkingstöcke – also dort wo erfahrungsgemäß die stärksten Zugkräfte wirken.

Eine weitere Schwachstelle sind die Reißverschlüsse: Nach ein paar Monaten löste sich einer der Reißverschlüsse, weil das Klebeband zum Befestigen des Reißverschlusses am Mesh nicht mehr ordentlich hielt. Außerdem hatte ich irgendwann einige kleine Löcher am Zeltboden (für mich persönlich unwichtig) und zwei der Abspannleinen fingen an, auszufasern.

Reparaturmöglichkeiten
Die Sache mit den Reißverschlüssen ist ärgerlich, unterwegs konnte ich das aber provisorisch mit Panzertape* reparieren. Die Mikrolöcher waren zum Glück so klein, dass unterwegs kein Regen eindrang. Im Anschluss an meine Reise habe ich das mit DCF-Folie selbst repariert. Die ausgefasterten Abspannleinen habe ich inzwischen auch ausgetauscht – sämtliches Material gibt’s preiswert bei Extremtextil*.

Meine Meinung zum Materialverschleiß von Dyneema
In den Foren der Ultralight-Community werden die bekannten Schwachstellen von DCF häufig und kontrovers diskutiert. Nicht ganz zu Unrecht, denn das Material ist definitiv nicht so robust wie etwa SilNylon und das sollte man vor dem Kauf auch wissen – die Hersteller unterschlagen das aus offensichtlichen Gründen gerne.
Am allseits beliebten Dyneema-Bashing möchte ich mich trotzdem nicht beteiligen. Und zwar aus drei Gründen:
1. Häufigkeit der Nutzung spielt eine große Rolle
Ich habe das Zelt über Monate hin fast täglich benutzt – das entspricht mehreren „normalen“ Trekking-Jahren in komprimierter Form. Diese extreme Belastung ist aber nicht unbedingt die Norm. Wenn ich nur 2–3 Touren pro Jahr mache, werde ich die typischen DCF-Schwachstellen deutlich später oder vielleicht auch gar nicht erleben. Es kommt also schon darauf an, wie häufig und wie intensiv man sein Zelt nutzt.
2. Verschleiß hängt von den äußeren Bedingungen ab
Der Verschleiß von DCF hängt auch von den äußeren Bedingungen ab. In meinem Fall war das Zelt lange Zeit im rauen Himalaya-Klima im Einsatz, häufig weit oberhalb der Baumgrenze, mit extremer UV-Belastung, starkem Wind, Temperaturschwankungen und felsigen Böden. All das beschleunigt den Materialverschleiß und es ist ein völlig anderes Szenario als zwei oder drei Wochen Sommer-Trekking in Europa. Bei freundlicheren Bedingungen wird das Material länger halten.
3. Leicht zu reparieren
DCF verschleißt schneller, lässt sich aber relativ leicht reparieren. Kleine Löcher oder Schwachstellen kann ich mit DCF-Tape selber flicken. Zudem weiß ich bei dem Material ziemlich genau, wo potenzielle Problemzonen liegen (First, Trekkingstock-Aufnahme, stark belastete Abspannpunkte). Genau diese Stellen kann ich vorsorglich verstärken und unterwegs kontrollieren. Das macht den Materialverschleiß bei längeren Treks für mich kalkulierbar.
Ich würde also nicht sagen, dass DCF ein Material ist, das automatisch „von selbst“ zerfällt. Es ist ein Hochleistungswerkstoff mit klar definierten Eigenschaften. Wenn du genau weißt, für was du das Zelt benutzen willst, das Material pfleglich behandelst und bereit bist, im Zweifelsfall kleinere Reparaturen durchzuführen, bekommst du ein extrem leistungsfähiges Produkt für einen ganz bestimmten Zweck. Aber du wirst das Zelt wahrscheinlich nicht an deine Großenkel vererben.

Wo kann man das Zpacks Duplex Lite kaufen?
Zum Schluss noch eine praktische Frage: Wo bekommt man eigentlich das Duplex Lite und wie teuer ist der Spaß? Zum ersten Punkt: Zpacks sitzt in den USA und hat derzeit noch keine Niederlassung in Europa. Daher musst du das Zelt direkt beim Händler bestellen und aus den USA importieren.
Zpacks versendet international mit DHL, der Versand dauert laut Hersteller 3-6 Tage, das geht also recht fix. Da Zpacks inzwischen recht groß ist, gibt es keine längeren Wartezeiten mehr. Früher wurden die Zelte auf Bestellung angefertigt, man musste dann teilweise sehr lange warten, bis das Zelt überhaupt fertig war.
Die Zelte von Duplex werden teilweise auch in europäischen Ultraleicht-Trekking-Shops verkauft. Damit entfällt der Import. Allerdings sind die Kosten dann in der Regel höher, weil die Shops ja auch noch ein bisschen was verdienenen wollen. Zum Preis und den Kosten im Folgenden noch einige konkrete Details.

Wie teuer ist der Import des Zpacks Duplex Lite?
Zpacks verkauft das Duplex Lite für 699 USD. Nach derzeitigem Wechselkurs entspricht das etwa 594 Euro. Dazu kommen noch Zollgebühren, Einfuhrumsatzsteuer und eventuelle DHL-Versandkosten.
Beispielhaft betragen die Kosten ungefähr (Angaben ohne Gewähr):
- Warenwert Duplex Lite: 594 Euro
- Zoll 7%: 41,58 Euro
- Einfuhrumsatzsteuer 19% auf Warenwert + Zoll: 120,76 Euro
- Versand DHL: ca. 6 Euro
Gesamt: 762,34 Euro
Das Duplex Lite kostet also knapp 760 Euro, wenn du es direkt importierst. In den europäischen Shops gehen die Preise bei etwa 840 Euro los, teilweise wird das Zelt dort aber auch für über 900 Euro verkauft. Der Import ist also in jedem Fall die preiswertere Option.
Noch eine Sache: Ich hatte im Rahmen des Tests bei Zpacks nachgefragt, ob für die Zukunft geplant ist, nach Europa zu expandieren oder hier zumindest ein Lager einzurichten. Der Markt dafür wäre ja sicherlich da und das würde die Bestellung natürlich deutlich vereinfachen.
Eine definitive Antwort gab es nicht, nur die Aussage „möglicherweise“. Konkrete Pläne hat Zpacks hier wohl noch nicht, aber das kann sich natürlich auch irgendwann ändern. Die Marke ist inzwischen ja auch bei uns recht bekannt. Für die absehbare Zukunft wird es wohl aber beim Import bleiben.

Mein Fazit zum Zpacks Duplex Lite
Weniger Gewicht, mehr Reichweite: Das Zpacks Duplex Lite hat meinen Aktionsradius beim Trekking klar erweitert. Das ist keine Übertreibung. Dieses Zelt hat mir ermöglicht, einige der abgelegensten und beeindruckendsten Gebirgsregionen der Erde zu durchqueren – und das mit einem Maß an Komfort und Wetterschutz, das ich in dieser Gewichtsklasse nicht für möglich gehalten hätte.
Es ist natürlich kein Allround-Campingzelt für Einsteiger. Das Zpacks Duplex ist ein hochspezialisiertes Werkzeug – gebaut für Trekker, die lange Strecken machen, auch in schwierigem Gelände, und ihr Rucksackgewicht auf das absolute Minimum reduzieren wollen. Wenn du nur gelegentlich raus gehst oder maximale Robustheit über alles stellst, wirst du mit anderen Materialien möglicherweise glücklicher.
Was auch klar ist: Ein so leichtes Zelt bringt gewisse Kompromisse mit sich. Für mich überwiegen die Vorteile aber bei weitem, daher bleibt das Duplex Lite ein fester Bestandteil meiner Packliste. Es hat mir im letzten Jahr unzählige starke Momente in den Bergen beschert – und wenn meine Touren so bleiben wie bisher, sehe ich aktuell kaum leichtere Alternativen für die nächsten Abenteuer.

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