Wandern auf die Zugspitze durchs Reintal: In 1 Tag rauf auf den Gipfel

Du willst auf die Zugspitze wandern, aber hast keine Lust auf Menschenmassen oder Kletterexperimente? Dann ist die klassische Route durch das wunderschöne Reintal dein Weg. Hier bekommst du alle Infos zur Planung der Tour.

Zuletzt aktualisiert: 12.07.2021

In diesem Artikel:

Die meisten Besucher der Zugspitze fahren mit der Seilbahn auf den Gipfel der Zugspitze. Schnell ein Ticket gekauft und keine 10 Minuten später kann man sagen: „Ich war auf der „Top of Germany“.

Aber mal ehrlich: Wo bleibt da das Erlebnis? 

Sich einfach hochkarren lassen, um kurz ein Selfie vor dem Gipfelkreuz zu knipsen, wird dem höchsten Berg Deutschlands nicht gerecht. Da fehlt einfach das befriedigende Gefühl, dass man sich den Gipfel auch wirklich verdient hat.

Zum Glück geht es auch anders. Ganz altmodisch und zu Fuß. Und zwar auf dem Wanderweg durch das Reintal. Auf dieser Route können auch Otto-Normal-Wanderer ohne größere Bergerfahrung auf die Zugspitze. Eine wunderschöne Tour unter dem Motto: “Der Weg ist das Ziel”. Und im Vergleich zu den bekannteren Aufstiegswegen, etwa durch die Höllentalklamm, ist hier viel weniger los.

Was braucht man mehr für einen tollen Wandertag in den Bergen?

Wandern auf die Zugspitze mit Blick ins Reintal.

Auf einen Blick:

  • Landschaftlich vielseitige Bergwanderung durch Partnachklamm, Reintal und Schneefernereck bis auf den Gipfel der Zugspitze
  • Länge: 21,6 Km Strecke
  • Höhenmeter: + 2250 Hm
  • Schwierigkeit: mittel, auch für Anfänger geeignet
  • Abenteuerfaktor: mittel
  • Gehzeit: ca. 9 – 10 Stunden (je nach Fitness)
  • 2-Tagestour, für ausdauernde Wanderer auch an einem Tag zu bewältigen
  • Keine Kletter- oder Bergsteigerkenntnisse erforderlich, optionaler Klettersteig am Ende der Tour, Rückfahrt am einfachsten mit der Zugspitzbahn

Wandern auf die Zugspitze durch das Reintal: Beschreibung der Strecke

Der Weg durch das Reintal ist die längste, aber auch die einfachste Route auf den Berg, da sie alle klettertechnischen Hindernisse umgeht. Außerdem ist es die Route, die der Erstbesteiger der Zugspitze Josef Naus 1820 für seinen Aufstieg auf den Gipfel wählte. Damals konnte man sich am Ende natürlich nicht so einfach mit der Bahn ins Tal zurückfahren lassen…

Los geht es in der Partnachklamm. Danach folgt ein sanft ansteigender, mäßig anstrengender Marsch durch das untere Reintal. Nachdem zwei Drittel der Strecke geschafft sind, geht es richtig los. In steilem Anstieg steigst du auf die beeindruckende Hochebene des Schneefernerecks auf dem Zugspitzplatt. Wenn du am Ende noch Energie hast, kannst du über einen kurzen, gesicherten Klettersteig auf den Gipfel kraxeln. Alternativ fährt die Zahnradbahn von der Bergstation Sonnalpin die letzten Meter bis ganz nach oben.

Karte und GPS-Datei

GPX-Download: Zugspitze durch Reintal und Partnachklamm

Tipp: Wenn du ein bisschen Zeit hast und noch mehr wandern möchtest, empfehle ich dir die spannende Wanderung auf dem Stangensteig über der Höllentalklamm.

Durch die Partnachklamm

Die Tour beginnt mit einem echten Knaller und führt zunächst durch die etwa 20 Minuten von Garmisch-Partenkirchen entfernte Partnachklamm. Hier hat der Bergbach Partnach eine tiefe, bis zu 80 Meter hohe Schlucht in die Berge gegraben. Ein echtes Erlebnis! Das Wasser der Partnach rauscht mit gewaltiger Kraft (und Lautstärke) durch die Klamm, von den Seiten strömen zahllose kleine Wasserfälle herab.

Partnachklamm am Start der Wanderung auf die Zugspitze.
Die Partnachklamm ist ein starker Einstieg in die Tour.

Der Weg verläuft abwechselnd direkt am Wasser oder durch in den Berg gegrabene Tunnel und ist gut gesichert. Einzige Herausforderung: Von oben stürzt ständig Wasser in die Klamm herab. Teilweise kommt es mir so vor, als würde ich durch Sprühregen laufen. Deshalb unbedingt eine Regenjacke mitnehmen! Nach knapp 700 Metern ist der Spaß auch schon vorbei und wir erreichen das Ende der Klamm im unteren Reintal.

Beginn des Wanderweges auf die Zugspitze.
Nach der Partnachklamm wird der Weg zunächst etwas öde. Zum Glück aber nicht lange!

Partnachklamm bis Bockhütte

Es folgen einige Kilometer auf einem sanft ansteigenden, aber landschaftlich unspektakulären Forstweg durch lichten Nadelwald. Dieses Stück zieht sich für mein Empfinden ziemlich in die Länge. Ich bin sogar schon kurz davor, die Wanderung als Fehlschlag zu verbuchen, noch bevor es richtig losgeht. Aber es wird noch viel besser! Und immerhin können wir hier gut Strecke machen.

Irgendwann endet der langweilige Wirtschaftsweg an einer kleinen Schutzhütte und wird zu einem echten Wanderweg. Erstmals öffnet sich der Wald und gibt den Blick auf das Tal und die umliegenden Gipfel des Wettersteingebirges frei. Traumhaft! Kurze Zeit später erreichen wir die Partnachalm auf 1050 Meter, wo wir uns bei einer kurzen Pause auf der Sonnenterrasse stärken und den Blick über die umliegenden Gipfel schweifen lassen.

Wandern an der Partnachalm zur Zugspitze.


Nach der Partnachalm verläuft der Weg relativ gemütlich entlang der Partnach. Der mächtige Gebirgsfluss aus der Klamm ist hier nur noch ein kleines Bächlein und plätschert munter über die Steine. Die meiste Zeit laufen wir im Schatten der Bäume. Deshalb wird es trotz starkem Sonnenschein nicht zu anstrengend. Ein paar kleinere Anstiege gibt es hier schon, aber nichts Ernstes. Ungefähr 2 Stunden später erreichen wir die Blockhütte, die nur im Sommer geöffnet hat.

Wanderweg entlang der Partnach im unteren Reintal.
Immer schön an der Partnach entlang geht es durchs Reintal.

Traumhaft schöne Wanderung bis zur Reintalangerhütte

Jetzt kommt der für mich schönste Teil der Wanderung. Ein langgezogener nicht zu steiler Anstieg, der sich im Schatten mächtiger Felswände langsam ins obere Tal empor schlängelt. Das türkisblaue Wasser der Partnach immer an der Seite passieren wir die Quelle bei den sieben Sprüngen und zahlreiche Gumpen – kleine Becken, die von dem Wasser der Gebirgsbäche über Jahrhunderte in den Felsen geschliffen werden.


Von der bekannten Blauen Gumpe, einstmals das Juwel des Reintals, ist nach einem Unwetter im Jahr 2005 leider nur noch ein großes Geröllfeld übriggeblieben. Dafür fällt der Blick auf den weit entfernten Wasserfall der Partnach, der zur linken Seite des Weges in die Tiefe stürzt. Ein wunderbarer Anblick. Und diese himmlische Ruhe! Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich in diesem Moment auch in einem abgelegenen Bergtal im Himalaya sein.

Ausblick vom oberen Reintal.
Blick zurück ins traumhaft schöne Reintal.

Im weiteren Verlauf wird der Weg zunehmend steiler. Nach einem letzten Anstieg am Wasserfall vorbei erreichen wir das obere Reintal und die idyllisch gelegene Reintalangerhütte auf 1366 Metern. Ein guter Zeitpunkt für eine ausgedehnte Pause. Wir haben bereits 13,5 Kilometer, also fast 2/3 der Gesamtstrecke zurückgelegt. Es warten aber immer noch knapp 1600 Höhenmeter auf den verbleibenden 8 Kilometern. Ab hier wird es also ernst!

Reintalanger und steiler Aufstieg zur Zugspitze.
Hinter dem Reintalanger geht der Aufstieg richtig los.

Tipp: Wenn du die Tour als Zwei-Tagestour planst, ist die Reintalangerhütte ein guter Ort, um einen Zwischenstopp einzulegen.

Reintalangerhütte bis auf die Zugspitze

Langsam weicht das Grün der Wälder und Almwiesen nacktem Gestein und dem Grau der Geröllfelder. Das Gelände wird zunehmend alpiner und nach der Reintalangerhütte geht es immer steiler nach oben. Der bisher angenehm zu laufende Wanderweg wird zu einem Gebirgssteig, der sich über Schrofen und Geröll bis zum Zugspitzplatt windet.

Aufstieg über Schrofenfelder zur Knorrhütte.
Steiler Anstieg über Schrofen und Geröll nach der Reintalangerhütte.

Technisch ist es immer noch kein schwieriger Weg, aber die Steigung setzt uns zu. Ich mache alle paar Minuten eine kurze Pause, drehe mich um und genieße den wunderbaren Blick über das Reintal, das jetzt schon weit unter uns liegt.

Zufällig treffen wir auf Henriette, eine andere Wanderin, die wie wir ebenfalls aus Berlin stammt. Scheinbar hat sie sich in dem Geröll ein bisschen verlaufen. Aber gemeinsam haben wir nach kurzer Zeit den richtigen Weg wiedergefunden. Schritt für Schritt geht es bis zur Knorrhütte, der letzten Station vor dem Gipfelsturm.


Knorrhütte bis zur Zugspitze

An der Knorrhütte hat sich der Himmel zugezogen und vom Sonnenschein der letzten Stunden ist keine Spur mehr zu sehen. Die Landschaft hat sich in eine karge Steinwüste verwandelt und nach einer kurzen Pause stapfen wir weiter nach oben. Es ist zwar schon Anfang Juni aber hier oben liegt immer noch Schnee. Schließlich erreichen wir das Schneefernereck am östlichen Rand des Zugspitzplatts.

Diese ausgedehnte Hochebene erstreckt sich über mehrere Kilometer unterhalb des Zugspitzgipfels. Der Weg führt relativ gerade nach Westen, bevor es zum Schluss steil über die Südwestflanke zum Gipfel geht. Wobei man heute nicht von Weg sprechen kann. Das Schneefernereck ist fast komplett zugeschneiht und uns bleibt nichts anderes übrig, als durch den tiefen Schnee zu stapfen.

Schneefernereck von der Knorrhütte.
Am Schneefernereck.

Es ist halb drei Uhr mittags. Der Gipfel ist jetzt schon zum Greifen nah und in der Ferne sehen wir die Station der Gletscherseilbahn Sonnalpin, die die letzten paar Hundert Höhenmeter bis auf den Gipfel führt. Aber die letzten Stunden haben ihre Spuren hinterlassen. Der Weg durch den Schnee zieht sich und es fühlt sich an, als würde ich in Zeitlupe gehen. Eine weitere Stunde vergeht und wir sind noch immer nicht am Fuß des Gipfels.

Der Weg an der Gipfelflanke der Zugspitze.
Weg über das Zugspitzplatt an der Gipfelflanke entlang.

Gegen 15:30 Uhr erreichen wir schließlich die Station der Seilbahn auf dem Zugspitzplatt. Von hier aus führt das letzte Stück des Weges über den Klettersteig bis ganz oben zum Gipfelkreuz. Knapp 300 Höhenmeter auf einer Strecke von weniger als 1 Kilometer. Eigentlich machbar, aber ist das heute wirklich eine gute Idee?

Wir entscheiden uns gegen den Klettersteig. Die letzte Bahn fährt um 16:30 zurück ins Tal, keine Chance, dass wir das in nur einer Stunde schaffen. Vor allem, weil wir damit rechnen müssen, dass der Klettersteig vereist ist. Keiner von uns hat Steigeisen oder Grödel dabei. Stattdessen nehmen wir die Seilbahn und lassen uns das letzte Stück hochfahren.

Blick auf die Zugspitze von der Zahnradbahn Sonnalpin.
Die letzten Meter bis zum Gipfel von der Gondel der Zahnradbahn betrachtet.

Auf dem Gipfel der Zugspitze

Nach der tollen Wanderung ist die Bergstation auf der Zugspitze zugegebenermaßen eine ziemliche Enttäuschung. Das graue Betongebäude ist hässlich und erinnert eher an ein Flughafenterminal. Von Bergsteigerromantik ist hier nicht viel zu spüren. Aber das ist wohl der Preis, den man zahlen muss, wenn wirklich jeder auf den Gipfel hochgekarrt werden soll.

Immerhin ist es heute an der Gipfelstation überraschend leer. Außer uns sind nur wenige andere Touristen, die ein Foto vom Gipfelkreuz wollen. Bei gutem Wetter kann man die letzten paar Meter bis zum Kreuz auf einem kurzen, ausgesetzten Grat direkt von der Station erreichen. Heute leider auch vereist und wir begnügen uns damit, die „Hillary Step“ von der Absperrung aus zu betrachten.

Beim wohlverdienten Gipfelbier lassen wir die letzten Stunden Revue passieren. Klar – der Klettersteig zum Schluss wäre schön gewesen, aber die Wanderung war auch so ein voller Erfolg. Schließlich ging es uns nicht um irgendwelche sportliche Leistungen, sondern um das Erlebnis an sich. Und das war es auf jeden Fall!

Gipfelkreuz der Zugspitze.

Kann man auch als Anfänger die Zugspitze über das Reintal besteigen?

Die Wanderung durch das Reintal ist nicht besonders schwierig. Jeder halbwegs fitte Wanderer, der schon mal im Gebirge war, dürfte keine größeren Probleme bekommen. Es gibt keine ausgesetzten Stellen und bis auf wenige, sehr kurze Kraxeleinlagen nach der Reintalangerhütte auch keine technischen Herausforderungen. In erster Linie ist es wirklich “nur” eine Wanderung.

Ganz auf die leichte Schulter nehmen, würde ich die Tour aber nicht. Es ist halt immer noch eine Gebirgswanderung und wer hier in Turnschuhen oder Flip-Flops antanzen will, sollte sich die Sache nochmal überlegen und vielleicht doch lieber die Seilbahn nehmen.

Die größte Herausforderung sind meiner Meinung nach die Länge und die zu bewältigenden Höhenmeter, wie auch das Höhendiagramm zeigt:

Höhenprofil der Wandertour

Höhendiagramm der Wanderung zur Zugspitze.

Im Prinzip geht es permanent nach oben. Und der wirklich steile Anstieg beginnt erst nach der Reintalangerhütte, wenn du schon stundenlang unterwegs warst. Hier erwarten dich auf einer Strecke von knapp 8 Kilometern noch einmal 1600 Höhenmeter bis zum Gipfel – das ist kein Zuckerschlecken.

Nach der Knorrhütte führt der Weg zudem durch hochalpines Gelände mit den üblichen Gefahren im Hochgebirge: Plötzliche Wetterwechsel, Temperatureinbrüche und Nebel, der die Orientierung erschwert. Deswegen solltest du vorher unbedingt die Wetterbedingungen checken und wasserdichte/warme Kleidung für den Notfall mitnehmen. Ein GPS-Gerät oder Karte und Kompass können sicherlich auch nicht schaden.

Ein anderes Thema ist der Klettersteig bis zum Gipfel. Der Steig ist an den ausgesetzten Stellen zwar durchgehend gesichert und klettertechnisch keine große Herausforderung. Von dem was uns andere Wanderer erzählt haben, ist der Untergrund aber sehr rutschig. Man läuft größtenteils über feines Geröll und rutscht auch mit gutem Profil an der Sohle bei jedem Schritt wieder herunter. Im Frühsommer kann es zudem sein, dass der Klettersteig vereist ist und man Steigeisen für den Aufstieg benötigt.

Meine Empfehlungen zum Bergwandern*

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Wandern auf die Zugspitze: In 1 oder 2 Tagen?

Wir haben die Wanderung in einem Rutsch gemacht und sind an einem Tag bis zur Zugspitze gewandert. 22 Kilometer klingt ja auch erstmal nicht so viel, oder? Und ja… es ist definitiv machbar. Zum Ende hin war es ehrlich gesagt aber eine ziemliche Hetzerei, da wir die letzte Seilbahn zurück ins Tal bekommen mussten.

Hier einige Tipps und geschätzte Gehzeiten für eine 1-Tagestour durch das Reintal:

  • Wenn du die Wanderung an einem Tag bewältigen willst, solltest du früh in Garmisch-Partenkirchen starten, spätestens gegen 6:30 Uhr.
  • Versuche gegen 7:00 Uhr am nördlichen Eingang zur Partnachklamm zu sein, die zu dieser Zeit allerdings noch nicht geöffnet hat (Gehzeit: 30 Minuten). Daher musst du die Partnachklamm umgehen, so wie weiter unten beschrieben.
  • Am besten Strecke machst du auf den ersten Kilometern bis zur Bockhütte. Hier empfielt es sich, zügig durchzulaufen und keine größeren Pausen zu machen (Gehzeit: 2 Stunden).
  • Bis zur Reintalangerhütte ist die Wanderung generell eher gemütlich (Gehzeit: 2 Stunden) Minuten). Danach folgen etwa 650 Höhenmeter verteilt über ca. 5 Km Strecke. Das ist der erste wirklich anstrengende Abschnitt der Tour (Gehzeit: 1,5 Stunden).
  • Versuche bis spätestens 13:00 Uhr an der Knorrhütte zu sein. Ab hier wird das Gelände etwas anspruchsvoller. Wenn du früh in der Saison wanderst, musst du zudem mit Schneefeldern auf dem Weg zum Klettersteig rechnen (Gehzeit: 1,5 – 2 Stunden).
  • Vom Zugspitzplatt (2600 m) bis zum Gipfel der Zugspitze (2962 m) sind es zwar nur etwa 300 Höhenmeter. Allerdings hast du zu diesem Zeitpunkt schon knapp 2000 Höhenmeter hinter dir – daher lieber großzügig planen. Im Zweifelsfalls würde ich lieber die Gletscherbahn nehmen, die vom Zugspitzplatt aus im Minutentakt verkehrt (Gehzeit: 1,5 – 2 Stunden).
  • Gehzeit gesamt: 9 -10 Stunden

Meine persönliche Empfehlung

Ich würde die Wanderung beim nächsten Mal auf zwei Tage verteilen und einen Stopp bei der Reintalangerhütte oder der Knorrhütte einlegen. So läuft man ganz entspannt durchs Reintal und hat auch Zeit, die wunderbare Natur auf sich wirken zu lassen. Außerdem ist man dann am nächsten Tag gut erholt für das letzte Stück und kann den Aufstieg zur „Top of Germany“ ohne Zeitdruck genießen.

Unteres Reintal auf dem Weg zur Zugspitze.

Weitere Tipps zur Tourenplanung

Öffnungszeiten der Klamm: Beachte, dass die Partnachklamm erst um 8:00 Uhr morgens öffnet. Das hat unsere Zeitplanung etwas durcheinandergebracht, da wir eine Stunde am Eingang der Klamm warten mussten, obwohl wir schon um halb sieben Uhr morgens gestartet sind. Außerdem ist ein Eintrittspreis von 6 Euro fällig.

Partnachklamm umgehen: Du kannst die Partnachklamm auch über die “Eiserne Brücke” umgehen. Dazu biegst du auf dem Parkplatz an der Graseckbahn vor dem Kassenhäuschen der Klamm nach rechts ab und folgst dem Weg über das Graseck bis zur Eisernen Brücke. Dort überquerst du die Partnach und gelangst anschließend zur Partnachalm und von hier aus auf dem “Hohen Weg” zur Bockhütte.  

Öffnungszeiten der Hütten: Die Hütten auf dem Weg haben für Übernachtungsgäste nur im Sommer geöffnet – in der Regel von Ende Mai bis Oktober. Informiere dich aber am besten zur Sicherheit telefonisch. Hier sind die Links zu den Hütten:

Letzte Talfahrt der Seilbahn Zugspitze: Die letzte Talfahrt der Seilbahn vom Gipfel der Zugspitze bis zum Eibsee im Tal ist um 16:30 Uhr. Du solltest also spätestens um 16:00 Uhr auf dem Gipfel sein. Die letzte Fahrt von der Gletscherbahn am Zugspitzplatt auf die Zugspitze ist um 16:25 Uhr. Der Preis für eine einfache Fahrt mit der Seilbahn Zugspitze beträgt 35 Euro. Eine Übernachtungsmöglichkeit auf dem Gipfel ist das Münchner Haus.

Blick ins Wettersteingebirge.

Andere Wege auf die Zugspitze

Der Wanderweg durch die Partnachklamm ist nicht der einzige Weg auf die Zugspitze. Es gibt noch einige andere Routen, die aber meist bergsteigerische Erfahrung voraussetzen:

Höllentalklamm: Der Weg durchs Höllental auf die Zugspitze ist wahrscheinlich die beliebteste und bekannteste Tour. Auf eine leichte Wanderung durch das Höllental folgen Kletterpassagen und die Überquerung des Höllentalferner-Gletschers.

Stopselzieher: Die Route über den Stopselzieher-Klettersteig ist der kürzeste Weg auf die Zugspitze und verläuft an der Landesgrenze zwischen Deutschland und Österreich. Zunächst steht wieder ein kurzer Wanderweg an, danach ein anspruchsvoller Klettersteig. Die Strecke gilt als etwas leichter als die Höllentalklamm

Gatterl-Tour: Die Gatterl-Tour führt von Österreich auf die Zugspitze und ist wie die Reintal-Route eine reine Wanderung. Hier musst du auch nur 1800 Höhenmeter zurücklegen. Der letzte Teil der Tour führt wie die Wanderung durchs Reintal zur Knorrhütte und von dort zum Zugspitzplatt.

Jubiläumsgrat: Die Tour über den Jubiläumsgrat ist eine hochalpine Gratwanderung, die nur von sehr erfahrenen Bergsteigern in Angriff genommen werden sollte. Hier gibt es fast jedes Jahr tödliche Unfälle, vor allem auch von Leuten, die sich selbst überschätzen. Schau dir lieber erstmal ein Video davon an:

Anreise

Garmisch-Partenkirchen ist sehr gut mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar. Wir sind von Berlin mit dem ICE nach München gefahren. Von dort ging es dann mit der Regionalbahn nach Garmisch-Partenkirchen. Insgesamt haben wir dafür etwa 7 Stunden gebraucht.

Wenn du früh genug ankommst, kannst du den Rest des Tages noch für eine kleinere Tour nutzen, beispielsweise in die Höllentalklamm oder rund um den Eibsee. Die Ortschaften im Umkreis von Garmisch-Partenkirchen, beispielsweise Grainau, Hammersbach oder den Eibsee erreichst du mit der Zugspitze-Zahnradbahn.

Die Zugspitzbahn startet am Zugspitzbahnhof, der einige hundert Meter hinter dem Bahnhof von Garmisch-Partenkirchen liegt. Eine einfache Fahrt von Garmisch nach Eibsee oder umgekehrt kostet 4,90 Euro. Mit der Zugspitzbahn kommst du nach der Seilbahnfahrt vom Gipfel auch wieder nach Garmisch zurück. Die Fahrpläne sind aufeinander abgestimmt.

Baum mit Camping verboten Schild.

Unterkünfte

Eine gute und relativ günstige Unterkunft in Garmisch ist das Hostel der Athleten an der Großen Olympiaschanze. Für ein Zweibettzimmer haben wir knapp 60 Euro pro Nacht bezahlt. Das Hostel befindet sich praktischerweise direkt am Start der Wanderung. Ansonsten fand ich Garmisch relativ teuer. Für einen so bekannten Touristenort ist das aber auch nicht weiter überraschend.

Wandern auf die Zugspitze

Fazit zur Wanderung durch das Reintal auf die Zugspitze

Ich hatte im Vorfeld nicht wahnsinnig viel von dieser Tour erwartet. “Einfachster Weg”klingt ja immer auch ein bisschen wie “langweiligster Weg”. Aber weit gefehlt: Am Ende wurde es eine tolle Wanderung, an die ich mich noch lange zurückerinnern werde. Vor allem hat mir gefallen, wie abgeschieden das Reintal war – und das trotz des Touristenmagnets Zugspitze in der unmittelbaren Nachbarschaft. Definitiv eine empfehlenswerte Tour!


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Hast du noch Fragen oder Anmerkungen zu der Tour? Ich freue mich über einen Kommentar. Und vergiss nicht den Beitrag mit deinen Freunden und Bekannten zu teilen, wenn er dir gefallen hat!