Wandern auf die Zugspitze durchs Reintal: In 1 Tag auf den höchsten Gipfel Deutschlands

Du willst auch mal auf dem höchsten Punkt von Deutschland stehen, aber hast keine Lust auf Kletter-Experimente oder Menschenmassen? Dann ist die klassische Route durch das wunderschöne Reintal genau dein Weg. Hier bekommst du alle wichtigen Infos und jede Menge praktische Tipps, um die Wanderung auf die Zugspitze sauber zu planen.

In diesem Artikel:

Die Zugspitze ist mit 2.962 Metern der höchste Berg Deutschlands und damit automatisch eines der begehrtesten und beliebtesten Ausflugsziele des Landes. Jedes Jahr pilgern tausende von Touristen nach Garmisch-Partenkirchen, um den höchsten Punkt des Wetterstein-Gebirges zu besteigen. Wenn du das hier liest, gehe ich schwer davon aus, dass du ebenfalls mit dem Gedanken spielst.

Was man aber auch dazusagen muss: Die meisten Besucher der Zugspitze fahren einfach mit der Seilbahn auf den Gipfel der Zugspitze. Schnell ein Ticket gekauft und keine 10 Minuten später darf man von sich behaupten: „Ich war auf der „Top of Germany“. Kann man schon machen… aber irgendwie klingt das nicht richtig, oder? Wo bleibt da das Erlebnis? 

Zu Fuß auf die Zugspitze

Ich vermute jetzt einfach mal, du willst dich nicht bloß hochkarren lassen, um kurz ein Selfie vor dem Gipfelkreuz zu knipsen. Vielleicht geht es dir ja nicht nur um den Gipfel, sondern auch darum, den Weg dahin zu genießen. Eine gute Entscheidung! Denn du kannst auch einfach auf die Zugspitze wandern. Ganz altmodisch, ohne irgendwelche Hilfsmittel. Und zwar auf dem Wanderweg durch das Reintal.

Auf dieser Route für Fußgänger gelangen auch Otto-Normal-Wanderer ohne größere Bergerfahrung auf die Zugspitze. Alles was du brauchst, ist eine ordentliche Brotzeit, feste Schuhe und ein bisschen Schmalz in den Beinen. Und lass dich nicht täuschen: Es ist zwar die einfachste Variante zum Gipfel, aber keineswegs langweilig. Diese wunderschöne Tour steht zu 100% unter dem Motto: „Der Weg ist das Ziel“.

Zugspitze Wandern für Anfänger.

Auf einen Blick:

  • Landschaftlich abwechslungsreiche Bergwanderung durch Partnachklamm, Reintal und Zugspitzplatt bis auf den höchsten Gipfel von Deutschland
  • Länge: 21,6 Km
  • Höhenmeter: + 2.250 Hm
  • Schwierigkeit: mittel, auch für weniger erfahrene Bergwanderer geeignet
  • Abenteuerfaktor: mittel
  • Gehzeit gesamt: ca. 9 – 10 Stunden (je nach Fitness)
  • Dauer: 1-2 Tage, Wanderung über 2 Tage bietet mehr Genuss und ist einfacher
  • Keine Kletter- oder alpinistische Vorkenntnisse erforderlich, optional einfacher Klettersteig am Ende der Tour, Rückfahrt am einfachsten mit der Zugspitzbahn

Karte und GPS-Datei

GPX-Download

Wandern auf die Zugspitze durch das Reintal: Das erwartet dich auf dem Normalweg

Der Weg durch das Reintal ist mit knapp 22 Kilometern die längste und einfachste der fünf gängigen Routen auf die Zugspitze – sozusagen der „Normalweg“, der alle klettertechnischen Hindernisse umgeht. Dies ist die Route, die auch der Erstbesteiger der Zugspitze, der Vermessungsingenieur Josef Naus, 1820 für seinen Aufstieg wählte. Damals wurden Berge nicht zum Spaß bestiegen, sondern meist zu ernsthaften, wissenschaftlichen Zwecken.

Kurz gesagt ging es vor allem darum, so unkompliziert wie möglich hochzukommen.

Genau das freut auch den heutigen Wanderer, der zu Fuß auf die Zugspitze will, aber keine Kletterambitionen verspürt. Das gilt umso mehr, da die Reintal-Route äußerst abwechslungsreich ist. Von ganz unten im Tal geht es durch alle Vegetationszonen dieser idyllischen, erstaunlich abgeschiedenen Gebirgslandschaft in einem Rutsch bis in die hochalpine Felsenwelt rund um den Zugspitzgipfel. Auch ohne den Zusatz des „höchstens Punkts von Deutschland“ wäre das immer noch eine absolute Top-Tour!

Wanderung durch das Reintal zur Zugspitze.
Auf dem Weg zum höchsten Berg Deutschlands, kurz hinter der Reintalangerhütte.

Wandern auf die Zugspitze durch das Reintal: Das ist die Route

Start der Wanderung ist die beeindruckende Felsenschlucht der Partnachklamm – ein echtes Highlight gleich zu Beginn. Durch grüne Nadelwälder, immer begleitet von der plätschernden Partnach, geht es anschließend auf flachen Forstwegen durch das untere Reintal. An der Partnachalm (980 m) wird der Weg dann endlich zu einem echten Bergweg. So geht es weiter bis zur Bockhütte (1.052 m), die ein erster guter Punkt für eine Pause ist.

Dahinter wird der Weg immer spektakulärer. Auf der linken Seite des Tals erheben sich mächtige Berggipfel wie der Hochwanner (2.744 m), rechterhand ragen die Höllentalspitzen auf dem berüchtigten Jubiläumsgrat weit über uns in den Himmel. Stetig ansteigend windet sich der Weg zwischen den gewaltigen Kalkwänden des oberen Reintals bis zur Reintalangerhütte (1.370 m). Wenn du die Tour auf 2 Tage aufteilst, findest du hier den perfekten Platz zum Übernachten.

Im letzten Drittel der Wanderung geht es in einem steilen Aufstieg zur Knorrhütte (2.051 m). Bei der Überquerung des Zugspitzplatts, einem ausgedehnten Hochplateau, kannst du sogar noch die Überreste des Schneeferner-Gletschers aus nächster Nähe beobachten. Ein letzter Anstieg führt auf einem kurzen, Klettersteig-ähnlichen Weg über den Südwestgrat auf den Gipfel der Zugspitze. Alternativ fährst du mit der Zahnradbahn von der Bergstation Sonnalpin die letzten Meter bis ganz nach oben.

Wanderführer und Karten für die Zugspitze

Meine Empfehlung: Rother Wanderführer Zugspitze

Der Wanderführer aus dem bekannten Rother-Verlag* enthält 50 Touren rund um den höchsten Gipfel Deutschlands – natürlich sind auch die Aufstiegsrouten auf die Zugspitze beschrieben.

Ich hab mir dieses Buch erst nach der Wanderung durchs Reintal besorgt und dann auch direkt bedauert, was ich verpasst habe. Aber zumindest weiß ich damit, was ich beim nächsten Mal machen werde.

In Verbindung mit einer Wanderkarte* bist du mit diesem Führer bestens gewappnet, um die Zugspitzregion zu erkunden!

Als Karte bietet sich die Alpenvereinskarte Wettersteingebirge/Zugspitze* im Maßstab 1:25.000 an. Eine Alternative ist die Kompass-Karte* im Maßstab 1:35.000, die auch noch Mittenwald abdeckt – perfekt, wenn du danach vielleicht noch den bekannten Mittenwalder Höhenweg machen willst. Außerdem gibt es einen Wanderführer Zugspitze* aus dem Bruckmann-Verlag.

Ebenfalls empfehlenswert:

Wandern auf die Zugspitze: In 1 oder 2 Tagen?

Viele Leute wollen an einem Tag auf die Zugspitze wandern. War bei uns genauso und das haben wir dann auch gemacht: In einem Rutsch von Garmisch-Partenkirchen bis auf den Gipfel. 22 Kilometer klingt ja auch erstmal nicht so viel, oder?

Und ja… es liegt definitiv im Bereich des Möglichen, wenn du zumindest halbwegs in Form bist. Zum Ende hin war es ehrlich gesagt aber eine ziemliche Hetzerei, da wir die letzte Seilbahn zurück ins Tal bekommen mussten. Ich würde es also nicht unbedingt nochmal so machen.

Wenn du vorhast, an einem Tag durch das Reintal bis hoch zur Zugspitze zu wandern, bedenke folgendes:

  • Du machst an einem einzigen Tag über 2.200 Höhenmeter. Das ist ziemlich happig, vor allem wenn du ansonsten keinen Ausdauersport betreibst (Jogging, Trailrunning etc.) oder nicht regelmäßig in die Berge gehst.
  • Der größte und steilste Teil des Aufstiegs (1.600 Höhenmeter) beginnt erst nach ca. 15 km – also dann, wenn du schon viele Stunden unterwegs gewesen bist.
  • Auf dem Zugspitzplatt läufst du durch hochalpines Gelände. Hier kann es zu unvorhergesehenen Schwierigkeiten kommen, z.B. durch plötzlichen Nebel, Schneefall oder Unwettern.
  • Auf Bergtouren mit einem konkreten Gipfelziel verliert man meiner Erfahrung nach im letzten Drittel fast immer viel Zeit. Gerade wenn du den Gipfel schon vor dir sieht und denkst, jetzt bist du gleich da, zieht sich das letzte Stück meistens eine gefühlte Ewigkeit.
  • Wenn du bisher noch nicht so viele Wanderungen im alpinen oder hochalpinen Gelände gemacht hast, geht eventuell Zeit drauf, weil du den Weg suchen musst. Ein paar Stellen auf dem Weg von der Knorrhütte bis zum Zugspitzplatt sind nicht so gut markiert.
Zugspitze Reintal Route höchster Gipfel Deutschland wandern.
Auf dem Weg zum Zugspitzplatt. Teilweise gibt es hier keinen richtigen Weg, nur eine markierte Route zwischen den Felsen. Bei schlechter Sicht kann die Orientierung zur Herausforderung werden.

Wandern auf die Zugspitze durchs Reintal: Gehzeiten und Taktik für 1 Tag

Natürlich ist die Wanderung auf die Zugspitze trotzdem als Tagestour möglich. Es gibt auch genug Leute, die das machen. Also, wenn du wirklich Bock drauf hast – go for it. Hier ein paar Tipps und geschätzte Gehzeiten für eine 1-Tagestour durch das Reintal:

  • Wenn du die Wanderung an einem Tag bewältigen willst, starte früh in Garmisch-Partenkirchen. Spätestens gegen 6:30 Uhr, eher noch ein bisschen früher.
  • Versuche gegen 7:00 Uhr am nördlichen Eingang zur Partnachklamm zu sein (Gehzeit: 30 Minuten). Die Klamm hat dieser Zeit allerdings noch nicht geöffnet hat. Daher musst du die Partnachklamm umgehen, so wie weiter unten beschrieben.
  • Am besten Strecke machst du auf den ersten Kilometern bis zur Bockhütte. Hier empfielt es sich, zügig durchzulaufen und keine größeren Pausen zu machen (Gehzeit: 2 Stunden, gesamt: 2,5 Stunden).
  • Bis zur Reintalangerhütte ist die Wanderung generell eher gemütlich (Gehzeit: 2 Stunden, gesamt: 4,5 Stunden). Danach folgen etwa 650 Höhenmeter verteilt über ca. 5 Km Strecke. Das ist der erste wirklich anstrengende Abschnitt der Tour (Gehzeit: 1,5 Stunden, gesamt: 6 Stunden).
  • Versuche bis spätestens 13:00 Uhr an der Knorrhütte zu sein. Ab hier wird das Gelände alpiner und felsiger. Wenn du früh in der Saison wanderst (Mai/Juni), musst du zudem mit Schneefeldern auf dem Weg zum Zugspitzplatt rechnen (Gehzeit: 1,5 – 2 Stunden, gesamt: 7,5 – 8 Stunden).
  • Vom Zugspitzplatt (2.600 m) bis zum Gipfel der Zugspitze (2.962 m) sind es zwar nur etwa 300 Höhenmeter. Allerdings hast du zu diesem Zeitpunkt schon knapp 2.000 Höhenmeter hinter dir – plane für das letzte Stück also lieber einen großzügigen Zeitpuffer ein.
  • Wenn es zeitlich eng wird, kürze lieber mit der Gletscherbahn ab, die vom Zugspitzplatt aus im Minutentakt verkehrt. Der Steig über den Südwestgrat verlangt volle Aufmerksamkeit und ist kein Ort, um rumzuhetzen (Gehzeit: 1,5 – 2 Stunden, gesamt: 9,5 – 10 Stunden).
  • Gehzeit gesamt: 9 -10 Stunden (persönliche Erfahrung, Angaben ohne Gewähr)
Unteres Reintal Wandern auf dem Weg zur Zugspitze.
Wenn du die wunderschöne Natur des Reintals richtig genießen willst, nimm dir lieber 2 Tage Zeit als einfach durchzuhetzen.

Meine persönliche Empfehlung: In 2 Tagen durch das Reintal auf die Zugspitze wandern

Ich würde die Wanderung beim nächsten Mal unbedingt auf zwei Tage verteilen und eine Übernachtung in der Reintalangerhütte einplanen. So läufst du ganz entspannt durchs Reintal und hast ausreichend Zeit, die wunderbare Natur auf dich wirken zu lassen. Die Lage der Hütte im oberen Reintal ist einfach super. Außerdem bist du dann am nächsten Tag gut erholt für das letzte Stück und kannst den Aufstieg zur „Top of Germany“ ohne Zeitdruck genießen.

Wenn du ein bisschen vorausplanst, kannst du die Wanderung auf die Zugspitze bequem in ein einziges Wochenende packen. Es wäre ein ziemlich vollgepacktes Wochenende, aber es ist definitiv möglich. Du kannst das beispielsweise so machen:

  • Freitag: Anfahrt nach Garmisch-Partenkirchen am Nachmittag, dort übernachten. Je nach Länge des Anfahrtsweges evtl. einen halben Tag Urlaub nehmen.
  • Samstag: Lange ausschlafen, frühstücken und gemütlich in 5 – 6 Stunden bis zur Reintalangerhütte laufen. Dort den Nachmittag relaxen und übernachten.
  • Sonntag: Früh starten (ca. 7:00 Uhr), in 5 Stunden auf den Gipfel laufen, dort Mittagspause, anschließend Rückfahrt mit der Seilbahn ins Tal, danach Abreise nach Hause.

Wenn du ein bisschen mehr Zeit hast – umso besser. Neben der Zugspitze kannst du beispielsweise durch die Höllentalklamm wandern. Sehr schön ist auch die spannende Wanderung auf dem Stangensteig über der Höllentalklamm. Ein weiterer Klassiker ist der Rundweg um den idyllischen Eibsee – leider hat es bei uns geregnet, als wir da waren.

Höllental Wanderung Zugspitzregion
Wanderung durch die Höllentalklamm: Ein schöner Einstieg, um die Bergwelt rund um die Zugspitze kennenzulernen.

Anreise

Garmisch-Partenkirchen ist sehr gut mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar, wesentlich unkomplizierter als etwa Berchtesgaden. Wir sind von Berlin mit dem ICE nach München gefahren. Von dort ging es dann mit der Regionalbahn in etwas über 1 Stunde nach Garmisch-Partenkirchen. Insgesamt haben wir dafür etwa 7 Stunden gebraucht.

Wenn du früh genug ankommst, kannst du den Rest des Tages noch für eine kleinere Tour nutzen, beispielsweise in die Höllentalklamm oder rund um den Eibsee. Die Ortschaften im Umkreis von Garmisch-Partenkirchen, beispielsweise Grainau, Hammersbach oder den Eibsee erreichst du mit der Zugspitze-Zahnradbahn.

Die Zugspitzbahn startet am Zugspitzbahnhof, der einige hundert Meter hinter dem Bahnhof von Garmisch-Partenkirchen liegt. Eine einfache Fahrt von Garmisch nach Eibsee oder umgekehrt kostet 4,90 Euro. Mit der Zugspitzbahn kommst du nach der Seilbahnfahrt vom Gipfel auch wieder nach Garmisch zurück. Die Fahrpläne sind aufeinander abgestimmt.

Baum mit Camping verboten Schild.

Unterkünfte in Garmisch-Partenkirchen

Wie man sich denken kann, gibt es in Garmisch-Partenkirchen jede Menge Unterkünfte. Die meisten sind ziemlich teuer, was bei einem so beliebten Ferienort auch kein Wunder ist. Aber es gibt auch ein paar preiswertere Optionen. Empfehlenswert sind:

  • Hostel der Athleten*: Ideal gegenüber der Olympia-Sprungschanze gelegen. Du kannst die Wanderung direkt am Hostel starten.
  • Werdenfelser Hof*: Einfache, aber saubere Zimmer und vergleichsweise preiswert. Bis zur Olympia-Schanze sind es etwa 10 Minuten zu Fuß.
  • Bed and Breakfast Hotel Garni Trifthof*: Kleines gemütliches Hotel, Frühstück ist schon im Preis inbegriffen. Ebenfalls in fußläufiger Entfernung zur Olympia-Schanze.

Tipp: Buche frühzeitig (2-3 Monate vorher), da der Ort auch außerhalb der Skisaison aus allen Nähten platzt. Wenn in Garmisch-Partenkirchen keine Zimmer mehr frei sind, kannst du dein Glück im Nachbarort Grainau* versuchen.

Wanderung auf die Zugspitze durch das Reintal: Erfahrungsbericht

Im Folgenden eine detaillierte Beschreibung unserer Wanderung durchs Reintal, einschließlich Highlights, Lowlights und möglichen Schwierigkeiten, die dir vielleicht begegnen werden.

Los geht es an einem frühen Morgen Anfang Juni 2020. Am Vorabend sind wir aus Berlin angereist, Aufstehen war um 6:00 Uhr. Eine Stunde später sind wir an der Olympia-Schanze in Garmisch-Partenkirchen losgelaufen. Von dort geht es zur Partnachklamm, dem offiziellen Start der Tour. Unser Ziel: In einem Tag auf den Gipfel der Zugspitze laufen und wieder mit der Bahn runterfahren.

Leider haben wir übersehen, dass die Klamm erst um 8:00 Uhr aufmacht. Also geht wertvolle Zeit drauf, die wir vor dem Eingang vertrödeln. Um kurz vor Acht öffnen sich schließlich die Tore und wir starten mit etwas Verspätung unsere Wanderung auf den höchsten Berg Deutschlands.

Partnachklamm am Start der Wanderung durch das Reintal auf die Zugspitze.
Die Partnachklamm ist ein starker Einstieg in die Tour.

Die Partnachklamm ist ein echter Knaller direkt zum Start. Der Bergbach Partnach hat hier eine bis zu 80 Meter tiefe Schlucht in die Berge gegraben. Es ist schon ein Erlebnis zwischen den himmelhohen Felswänden zu laufen, die am frühen Morgen noch ganz feucht sind. Das Wasser der Partnach rauscht mit gewaltiger Kraft (und Lautstärke) durch die Klamm. Von den Seiten strömen zahllose kleine Wasserfälle herab.

Der Weg verläuft abwechselnd direkt am Wasser oder durch in den Berg gegrabene Tunnel und ist gut gesichert. Einzige Herausforderung: Von oben stürzt ständig Wasser in die Klamm herab. Teilweise kommt es mir so vor, als würde ich durch Sprühregen laufen. Deshalb unbedingt eine Regenjacke mitnehmen. Nach knapp 700 Metern ist der Spaß auch schon vorbei und wir erreichen das Ende der Klamm im unteren Reintal.

Beginn des Wanderweges durch das Reintal auf die Zugspitze.
Nach der Partnachklamm wird der Weg zunächst etwas öde. Zum Glück aber nicht lange!

Auf Forstwegen bis zur Bockhütte

Es folgen einige Kilometer auf einem sanft ansteigenden, aber landschaftlich unspektakulären Forstweg durch lichten Nadelwald. Dieses Stück zieht sich für mein Empfinden ziemlich in die Länge. Ich bin kurz davor, die Wanderung als Fehlschlag zu verbuchen, noch bevor es richtig losgeht. Aber es soll zum Glück noch besser werden, viel besser sogar! Und ein Gutes hat die Sache: Immerhin können wir hier gut Strecke machen.

Irgendwann endet der langweilige Wirtschaftsweg an einer kleinen Schutzhütte und wird zu einem echten Wanderweg. Erstmals öffnet sich der Wald und gibt den Blick auf das Tal und die umliegenden Gipfel des Wettersteingebirges frei. Traumhaft! Kurze Zeit später erreichen wir die Partnachalm auf 1.050 Meter, wo wir uns bei einer kurzen Pause auf der Sonnenterrasse stärken und den Blick über die umliegenden Gipfel schweifen lassen.

Wandern an der Partnachalm im Reintal zur Zugspitze.
An der Partnachalm ist am frühen Morgen noch nicht viel los.


Nach der Partnachalm verläuft der Weg relativ gemütlich entlang der Partnach. Der mächtige Gebirgsfluss aus der Klamm ist hier nur noch ein kleines Bächlein und plätschert munter über die Steine. Die meiste Zeit laufen wir im Schatten der Bäume. Deshalb wird es trotz starkem Sonnenschein nicht zu anstrengend. Ein paar kleinere Anstiege gibt es hier schon, aber nichts Ernstes. Ungefähr 2 Stunden später erreichen wir die Bockhütte, die nur im Sommer geöffnet hat.

Wanderweg entlang der Partnach im unteren Reintal.
Immer schön an der Partnach entlang geht es durchs Reintal.

Traumwanderung bis zur Reintalangerhütte

Jetzt kommt der für mich schönste Teil der Wanderung. Ein langgezogener, nicht zu steiler Anstieg, der sich im Schatten der mächtigen Felswände langsam ins obere Reintal emporschlängelt. Das türkisblaue Wasser der Partnach immer an der Seite passieren wir die Quelle bei den sieben Sprüngen und zahlreiche Gumpen. Die kleinen Becken wurden von dem Wasser der Gebirgsbäche über Jahrhunderte in den Felsen geschliffen.


Von der bekannten Blauen Gumpe, einstmals das Juwel des Reintals, ist nach einem Unwetter im Jahr 2005 leider nur noch ein großes Geröllfeld übriggeblieben. Dafür fällt der Blick auf den weit entfernten Wasserfall der Partnach, der zur linken Seite des Weges in die Tiefe stürzt. Ein wunderbarer Anblick. Und diese himmlische Ruhe! Wenn ich es nicht besser wüsste, könnte ich in diesem Moment auch in einem abgelegenen Bergtal im Himalaya sein.

Ausblick vom oberen Reintal.
Blick zurück ins traumhaft schöne Reintal.

Im weiteren Verlauf wird der Weg zunehmend steiler. Nach einem letzten Anstieg am Wasserfall vorbei erreichen wir das obere Reintal und die idyllisch gelegene Reintalangerhütte auf 1.366 Metern. Ein guter Zeitpunkt für eine ausgedehnte Pause. Wir haben bereits 13,5 Kilometer, also fast zwei Drittel der Gesamtstrecke zurückgelegt. Trotzdem warten immer noch knapp 1.600 Höhenmeter auf den verbleibenden 8 Kilometern. Ab hier wird es ernst!

Reintalanger und steiler Aufstieg zur Zugspitze.
Hinter dem Reintalanger geht der Aufstieg richtig los.

Tipp: Wenn du die Tour als Zwei-Tagestour planst, ist die Reintalangerhütte ein guter Ort, um einen Zwischenstopp einzulegen.

Von der Reintalangerhütte ins alpine Ödland

Langsam weicht das Grün der Wälder und Almwiesen nacktem Gestein und dem Grau der Geröllfelder. Das Gelände wird zunehmend alpiner. Nach der Reintalangerhütte geht es immer steiler nach oben. Der bisher angenehm zu laufende Wanderweg wird zu einem Gebirgssteig, der sich über Schrofen und Geröll in Richtung Zugspitzplatt windet.

Aufstieg über Schrofenfelder zur Knorrhütte.
Steiler Anstieg über Schrofen und Geröll nach der Reintalangerhütte.

Im Prinzip ist es immer noch kein schwieriger Weg, auch wenn es ein bisschen steiler wird. Aber die Steigung und die bislang zurückgelegten Kilometer setzen uns doch zu. Ich mache alle paar Minuten eine kurze Pause, drehe mich um und genieße den wunderbaren Blick über das Reintal, das jetzt schon weit unter uns liegt.

Blick auf das Reintal

Zufällig treffen wir auf Henriette, eine andere Wanderin, die ebenfalls aus Berlin stammt. Scheinbar hat sie sich in dem Geröll ein bisschen verlaufen. Aber gemeinsam haben wir nach kurzer Zeit den richtigen Weg wiedergefunden. Schritt für Schritt geht es bis zur Knorrhütte, der letzten Zwischenstation vor dem Gipfelsturm.

Wandern durch das Reintal zur Zugspitze
Auf dem Weg zur Knorrhütte. Hier wird das Gelände deutlich alpiner, man läuft aber weiterhin auf relativ einfachen Bergwegen.

Knorrhütte: Der letzte Stopp vor dem Gipfelsturm

An der Knorrhütte hat sich der Himmel zugezogen und vom Sonnenschein der letzten Stunden ist keine Spur mehr zu sehen. Die Landschaft hat sich in eine karge Steinwüste verwandelt und nach einer kurzen Pause stapfen wir über die Gletschermoräne weiter nach oben. Es ist zwar schon Anfang Juni aber hier oben liegt immer noch Schnee. Schließlich erreichen wir das Schneefernereck am östlichen Rand des Zugspitzplatts.

Früher war das ausgedehnte Hochplateau komplett von einem Gletscher bedeckt. Heute ist nur noch ein kleiner Teil der Eismasse übrig – der Schneeferner. Der Weg führt relativ gerade nach Westen, bevor es zum Schluss steil über die Südwestflanke zum Gipfel geht. Wobei man heute nicht von Weg sprechen kann. Das Zugspitzplatt ist fast komplett zugeschneit und uns bleibt nichts anderes übrig, als durch den tiefen Schnee zu stapfen.

Der Weg an der Gipfelflanke der Zugspitze.
Weg über das Zugspitzplatt an der Gipfelflanke entlang.

Es ist halb drei Uhr mittags. Der Gipfel ist jetzt schon zum Greifen nah und in der Ferne sehen wir die Station der Gletscherseilbahn Sonnalpin, die die letzten paar Hundert Höhenmeter bis auf den Gipfel führt. Aber die letzten Stunden haben ihre Spuren hinterlassen. Der Weg durch den Schnee zieht sich und es fühlt sich an, als würde ich in Zeitlupe gehen. Eine weitere Stunde vergeht und wir sind noch immer nicht am Fuß des Gipfels.

Auf dem Weg zur Gletscherbahn auf dem Zugspitzplatt. Die Bahn fährt bis ca. 16:30 Uhr alle paar Minuten ab und überwindet die letzten 300 Höhenmeter bis zum Gipfel im Handumdrehen.

Gegen 15:30 Uhr erreichen wir schließlich die Station der Zahnradbahn auf dem Zugspitzplatt. Von hier aus führt auch das letzte Stück des Weges an Drahtseilen entlang über den Südwestgrat bis ganz oben zum Gipfelkreuz. Knapp 300 Höhenmeter Strecke, 1 Kilometer, weniger als eine Stunde Zeit. Sollte schon möglich sein. Aber ist das heute wirklich eine gute Idee?

Blick auf die Zugspitze von der Zahnradbahn Sonnalpin.
Die letzten Meter bis zum Gipfel von der Gondel der Zahnradbahn betrachtet.

Am Ende entscheiden wir uns gegen die Kraxeltour. Die letzte Bahn fährt um 16:30 Uhr zurück ins Tal. Das wird in einer Stunde schon ziemlich knapp. Dazu kommt, dass der Klettersteig möglicherweise vereist ist. Keiner von uns hat Steigeisen oder Grödel dabei. Also nehmen wir stattdessen die Seilbahn und lassen uns das letzte Stück hochfahren.

Bausünden auf dem Gipfel der Zugspitze

Nach der tollen Wanderung ist die Bergstation auf der Zugspitze zugegebenermaßen eine ziemliche Enttäuschung. Das graue Betongebäude ist hässlich und erinnert eher an eine Mischung aus Flughafenterminal und Industriekomplex. Von Bergsteigerromantik ist hier nicht viel zu spüren. Aber das ist wohl der Preis, den man zahlen muss, wenn wirklich jeder auf den Gipfel hochgekarrt werden soll.

Immerhin ist es heute an der Gipfelstation überraschend leer. Außer uns sind nur wenige andere Touristen oben, die ein Foto vom Gipfelkreuz wollen. Bei gutem Wetter kann man die letzten paar Meter bis zum Kreuz auf einem kurzen, ausgesetzten Grat direkt von der Station erreichen. Heute leider auch vereist und wir begnügen uns damit, den „Hillary Step“ von der Absperrung aus zu betrachten.

Beim wohlverdienten Gipfelbier lassen wir die letzten Stunden Revue passieren. Ja… es ist ziemlich ärgerlich, dass wir das letzte Stück des Wegs nicht mehr gepackt und ein bisschen geschummelt haben. Aber die Wanderung war auch so ein tolles Erlebnis. Und wenn ich beim nächsten Mal hier hochkomme, kann ich das Finale immer noch nachholen. Schließlich gibt es ja noch ein paar andere Routen…

Gipfelkreuz der Zugspitze.
Blick auf den Gipfel der Zugspitze. Der mit Drahtseilen und Leitern versicherte Grat war Anfang Juni noch mit Schnee und Eis bedeckt.

Kann man auch als Anfänger auf die Zugspitze wandern?

Wie schwer ist denn jetzt die Wanderung auf die Zugspitze durchs Reintal? Packt man das auch als Anfänger? Meiner Meinung nach: Ja, zumindest wenn du schon ein paar Wanderungen im Gebirge gemacht hast. Die Tour führt zwar in hochalpines Gelände, aber es ist in erster Linie eine Wanderung ohne „technischen Herausforderungen“, wie es immer so schön heißt. Der Schwierigkeitagrad bewegt sich im Bereich T3 auf der SAC-Skala.

Konkret bedeutet das:

  • Der Einsatz technischer, alpinistischer Hilfsmittel (Seil, Steigeisen, Steinschlaghelm, Klettergurt etc.) ist zu keinem Zeitpunkt erforderlich.
  • Es gibt keine Stellen, an denen geklettert wird und nur sehr wenige, leichte Kraxelstellen.
  • Der Weg ist bis auf ein paar kurze Stellen oberhalb der Knorrhütte durchweg gut markiert. Wenn du aufmerksam bist, besteht keine ernsthafte Gefahr in Absturzgelände zu geraten.
  • Die einzigen ausgesetzten Passagen kommen am Südwestgrat des Zugspitzgipfels vor. Diese sind aber mit Drahtseilen entschärft.

Wenn du nicht zum allerersten Mal in die Berge gehst, regelmäßig wanderst und /oder halbwegs fit bist, dürftest du bei guten Bedingungen keine größeren Probleme bekommen. Gute Bedingungen heißt: Gute Sicht, kein Regen/Unwetter/Schneefall, keine vereisten Wege. In den Sommermonaten Juli bis September ist die Chance am höchsten, dass du solche Bedingungen vorfindest.

Die größte Herausforderung: Über 2.000 Höhenmeter

Eine Sache ist natürlich klar: Es ist immer noch eine Wanderung im Hochgebirge und kein Sonntagsspaziergang im Park. Und die Tour ist sehr lang. Das ist meiner Meinung nach auch die größte Herausforderung der Reintal-Route: Die Länge und die zu bewältigenden 2.200 Höhenmeter. Schauen wir uns dazu einfach mal kurz das Höhendiagramm an:

Wanderung durch das Reintal zur Zugspitze: Höhenprofil

Zugspitze Wandern durch das Reintal Höhenprofil
Zum Vergrößern anklicken

Wie bei Gipfeltouren üblich geht es die meiste Zeit nach oben. Bei der Reintal-Route verteilt sich der Anstieg leider nicht gleichmäßig. Auf den ersten 10 Kilometern, also knapp der Hälfte der Strecke, machst du gerade mal ein bisschen mehr als 500 Höhenmeter, d.h. etwa ein Viertel der insgesamt zu bewältigenden Höhenmeter. Erst danach wird es langsam steiler.

Der eigentliche Anstieg beginnt erst nach der Reintalangerhütte auf Streckenkilometer 14. Hier erwarten dich auf einer Distanz von knapp 8 Kilometern noch einmal 1.600 Höhenmeter bis zum Gipfel. Das heißt: Auf das letzte Drittel Strecke entfallen etwa drei Viertel der Gesamt-Höhenmeter. Das ist kein Zuckerschlecken – und ein weiterer Grund die Wanderung auf zwei Tage aufzuteilen. Dadurch startest du den Gipfelsturm ausgeruht und die Tour wird deutlich leichter.

Wichtig: Wetter im Hochgebirge beachten

Ab dem oberen Reintal führt dich die Wanderung auf die Zugspitze in alpine und hochalpine Landschaften. Das ist erstmal kein Grund auszuflippen und sich in die Hose zu machen. Es erfordert aber, dass du dich mit den üblichen Gefahren im Hochgebirge auseinandersetzt. Die wichtigsten sind:

  • Unterkühlung durch plötzliche Wetterumschwünge und Temperatureinbrüche
  • Unvorhergesehene Wetterstürze, die im Hochgebirge extrem schnell auftreten können (teilweise innerhalb weniger Minuten)
  • Orientierungsprobleme durch Nebel, Regen oder plötzlichen Schneefall (Whiteout)
  • Vereiste Wege durch gefrierenden Regen, die ein Vorankommen oder einen Rückzug unmöglich machen (vor allem in steilem Gelände)
  • Steinschlag, Stürze und Unfälle in unzugänglichem, schwer erreichbarem Gelände ohne schnelle Rettungsmöglichkeiten

Wenn du schon ein paar Tourenbeschreibungen (im Internet oder anderswo) gelesen hast, wird dir wahrscheinlich aufgefallen sein, dass diese alpinen Gefahren immer wieder rauf- und runtergebetet werden. Das hat seinen Grund. Auch auf einer einfachen Route kann das Wetter so schlecht werden, dass gefährliche Situationen enstehen können. 2008 erfroren auf dem Zugspitzplatt beispielsweise mehrere Trailrunner, die bei Regen starteten.

Daher gilt:

  • Unbedingt vor der Wanderung den Wetterbericht checken.
  • Nicht bei Gewittergerfahr loslaufen, oder wenn es so aussieht als ob sich das Wetter im Laufe des Tages deutlich verschlechtert.
  • Früh starten, um einen ausreichenden Zeitpuffer nach hinten zu haben.
  • Immer wasserdichte und warme Kleidung mitnehmen: Je höher du gehst, desto kühler wird es – auch im Sommer.
  • Ausreichend Proviant mitnehmen.
  • Physische Karte der Wanderregion mitnehmen (und lernen damit umzugehen).
  • Zusätzlich mit GPS-Gerät und/oder Smartphone mit GPS-Track absichern.
Was gerade im Frühsommer häufig vergessen wird: Während unten schon die Sonne scheint, herrschen auf über 2.500 Meter in den Alpen noch winterliche Bedingungen.

Was ist mit dem Klettersteig auf dem Weg zur Zugspitze?

Ein anderes Thema ist der letzte Teil des Anstiegs über den Südwestgrat der Zugspitze. Manchmal wird dieser Abschnitt auch als Klettersteig bezeichnet. Von dem was ich gesehen habe, ist es eher ein versicherter Gebirgssteig im Schwierigkeitsgrad T4 auf der SAC-Skala. Man kann sowas auch Klettersteig nennen, aber wenn dann ist es ein einfacher A bzw. A/B-Steig.

Der „Zugspitz-Klettersteig“ hat ein paar steile, ausgesetzte Stellen ist aber durchweg mit Drahtseilen versichert. Andere Wanderer erzählten uns, die größte Herausforderung sei, dass man über Geröll läuft und auch mit gutem Profil an der Sohle bei jedem Schritt wieder ein Stück herunterrutscht. Im Frühsommer kann es zudem sein, dass der Steig vereist ist und man Steigeisen bzw. Grödel für den Aufstieg benötigt.

Ob man dafür ein Klettersteig-Set benötigt? Darüber kann man sich jetzt streiten. Die einen werden sagen: „Kann ja nicht schaden“. Ich vertrete eher die Meinung, dass man sich solche etwas schwierigeren Wanderwege besser im Lauf der Zeit mit zunehmender Erfahrung erarbeitet und das dann „einfach so“ geht oder es halt bleiben lässt. Aber letztlich muss beim Thema Sicherheit natürlich jeder für sich selbst entscheiden.

Packliste für die Wanderung auf die Zugspitze

Für die Wanderung auf den höchsten Berg Deutschlands benötigst du die übliche Ausrüstung für Wanderungen im Hochgebirge. Konkret gehören die folgenden Dinge auf die Packliste:

GegenstandAnmerkungEmpfehlung
Touren-Rucksack20 – 25 LiterVaude Jura 24*
Regenjackewasserdicht + atmungsaktivMontbell Storm Cruiser*
Warme Bekleidungsschicht zum Wechselnz.B. Fleecepulli, SoftshelljackePatagonia R1 Hoody*
Mützefür Wetterstürze Mountain Equipment Flash Beanie*
Biwaksackfür unfreiwillige Übernachtungen/NotfälleMountain Equipment Ultralight Bivy Bag*
Stirnlampevor allem bei frühem Start sinnvollPetzl Actik Core*
Wanderkarteim Maßstab 1:25.000DAV-Karte Wettersteingebirge/Zugspitze*
Sonnenbrillemit hohem UV-Schutzfaktor Quechua MH530*
SonnencremeLichtschutzfaktor 50Nivea Sun UV*
Wasserflasche2 Liter, da sehr lange WanderungPlatypus Platy Bottle*
ggf. Regenhose für Wetterstürze, schlechtes WetterMarmot PreCip Eco Full Zip*
ggf. Trekkingstöckebei langen Abstiegen sinnvollHelinox Ridgeline LB 135*
ggf. Grödel oder Leichtsteigeisenvor allem im Mai/Juni bzw. September – OktoberSnowline Chainsen Pro*
ggf. GPS-Gerätzur Navigation bei schlechten BedingungenGarmin eTrex 32x*

Tipp: Schau dir auch meine Packliste für Mehrtageswanderungen an. Viele der Sachen dort kannst du natürlich auch für Tagestouren verwenden.

Welche Schuhe brauche ich zum Wandern auf die Zugspitze?

Für meine Wanderung hatte ich die Meindl Vacuum GTX* als Wanderschuhe am Start. Das sind sehr robuste Trekking-Stiefel der Kategorie B, also auch fürs Hochgebirge geeignet. Da wir auf dem Zugspitzplatt durch Schneefelder laufen mussten, war das sicherlich nicht verkehrt. Inzwischen würde ich aber wahrscheinlich zu leichteren Schuhen greifen.

Eine mögliche Option sind Trailrunning-Schuhe. Im Sommer sollte die Tour damit kein Problem sein. Ein Nachteil von Trailrunnern ist meiner Meinung nach, dass sie zu schnell verschleißen, gerade auf Bergwegen. Ich bin seit einiger Zeit daher mit den robusten Approach- bzw. Zustiegsschuhen Garmont Dragontail LT* unterwegs – für mich die perfekte Wahl bei Bergwanderungen.

Wandern auf die Zugspitze

Nützliche Tipps zur Tourenplanung

Hier noch ein paar letzte Tipps, die dir bei der Planung der Tour behilflich sein könnten. Einiges davon wussten wir vorher nicht. Wahrscheinlich war das auch der Grund, warum wir am Ende ein bisschen Zeitprobleme hatten. Ich drücke die Daumen, dass es bei dir besser klappt!

Öffnungszeiten der Klamm

Beachte, dass die Partnachklamm erst um 8:00 Uhr morgens öffnet. Das hat unsere Zeitplanung etwas durcheinandergebracht, da wir eine dreiviertel Stunde am Eingang der Klamm warten mussten, obwohl wir schon um halb sieben Uhr morgens gestartet sind. Außerdem ist ein Eintrittspreis von 6 Euro fällig.

Partnachklamm umgehen

Du kannst die Partnachklamm auch umgehen, wenn du schon früher da bist. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: 1) Auf dem Parkplatz Wildenau nach rechts auf den Hohen Weg abbiegen und diesem bis zur Partnachalm folgen. 2) an der Graseckbahn vor dem Kassenhäuschen der Klamm nach links abbiegen und dem Weg bis Graseck folgen. Dort rechts bis zur Eisernen Brücke, die Partnach überqueren und anschließend zur Partnachalm weiter.

Öffnungszeiten der Hütten

Die Hütten auf dem Weg haben für Übernachtungsgäste nur im Sommer geöffnet – in der Regel von Ende Mai bis Oktober. Informiere dich aber am besten zur Sicherheit telefonisch. Buche die Hütten auf jeden Fall rechtzeitig vorher – vor allem, wenn du am Wochenende übernachten willst. Als DAV-Mitglied erhältst du einen Rabatt.

Hier sind die Links zu den Hütten:

Beste Reisezeit zum Wandern auf der Zugspitze

Wie im Hochgebirge üblich, ist die Zeit von Mitte/Ende Juni bis Ende September die beste Zeit, um auf die Zugspitze zu wandern. In diesen Monaten ist der Schnee in den höheren Lagen in der Regel abgeschmolzen. Als wir Anfang Juni da waren, ging es gerade so. Der Südwestgrat wäre ohne Grödel aber eventuell kritisch geworden.

Letzte Talfahrt der Seilbahn Zugspitze

Die letzte Talfahrt der Seilbahn vom Gipfel der Zugspitze bis zum Eibsee im Tal ist um 16:30 Uhr. Versuche also spätestens um 16:00 Uhr auf dem Gipfel sein. Die letzte Fahrt von der Gletscherbahn am Zugspitzplatt auf die Zugspitze ist um 16:25 Uhr. Der Preis für eine einfache Fahrt mit der Seilbahn Zugspitze beträgt 35 Euro.

Auf der Zugspitze übernachten

Eine Übernachtungsmöglichkeit auf dem Gipfel ist das Münchner Haus. Die DAV-Hütte der Kategorie II ist aber recht klein und bietet nur 36 Schlafplätze. Im Notfall wird zwar niemand abgewiesen. Wenn du Pech hast und es zu voll wird, kann es aber auch sein, dass du auf dem Fußboden schlafen musst.

Blick ins Wettersteingebirge.

Die 4 anderen Wege auf die Zugspitze

Der Wanderweg durch die Partnachklamm und das Reintal ist nicht der einzige Weg auf die Zugspitze. Es gibt noch vier andere beliebte Routen, die aber meist alpinistische Kenntnisse und Ausrüstung (Klettersteigset, Helm, Gurt, evtl. Seil) voraussetzen:

  • Höllentalklamm: Der Weg durchs Höllental auf die Zugspitze ist wahrscheinlich die beliebteste und bekannteste Tour. Auf eine leichte Wanderung durch das Höllental folgen Kletterpassagen und die Überquerung des Höllentalferner-Gletschers.
  • Stopselzieher: Die Route über den Stopselzieher-Klettersteig ist der kürzeste Weg auf die Zugspitze und verläuft an der Landesgrenze zwischen Deutschland und Österreich. Zunächst steht wieder ein kurzer Wanderweg an, danach ein anspruchsvoller Klettersteig. Die Strecke gilt als etwas leichter als die Höllentalklamm
  • Gatterl-Tour: Die Gatterl-Tour führt von Österreich auf die Zugspitze und ist wie die Reintal-Route eine reine Wanderung. Hier musst du auch nur 1800 Höhenmeter zurücklegen. Der letzte Teil der Tour führt wie die Wanderung durchs Reintal zur Knorrhütte und von dort zum Zugspitzplatt.
  • Jubiläumsgrat: Die Tour über den Jubiläumsgrat ist eine hochalpine Gratwanderung, die nur von sehr erfahrenen Bergsteigern in Angriff genommen werden sollte. Hier gibt es regelmäßig tödliche Unfälle, vor allem auch von Leuten, die sich selbst überschätzen. Schau dir lieber erstmal ein Video davon an:

Mein Fazit

So das war er also… der höchste Punkt Deutschlands. Ich bin ganz ehrlich: Ich hatte im Vorfeld nicht wahnsinnig viel von dieser Tour erwartet. „Einfachster Weg“ klingt ja immer auch ein bisschen wie „langweiligster Weg“. Aber weit gefehlt. Die Wanderroute durch das Reintal war ein toller Tag in den Bergen, an den ich mich noch lange zurückerinnern werde.

Der zugebaute Gipfel der Zugspitze ist zugegebenermaßen eine mittelschwere Naturkatastrophe und versprüht so ziemlich überhaupt keinen Charme. Aber der Weg dahin…ein Traum. Vor allem hat mich überrascht, wie abgeschieden das Reintal war – und das trotz des Touristenmagnets Zugspitze in der unmittelbaren Nachbarschaft. Definitiv eine empfehlenswerte Tour!

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Hast du noch Fragen oder Anmerkungen ? Bist du schon einen der anderen Wege auf die Zugspitze hochgegangen? Dann nichts wie ab in die Komentare – ich freue mich, von dir zu hören!