Geld abheben & Kreditkarten in Nepal: So sparst du Gebühren

Wie bezahle ich in Nepal? Wo kann man unkompliziert Geld abheben und wie lässt mit einer guten Kreditkarte viel Geld sparen? Genau das und jede Menge praktische Tipps aus drei langen Nepal-Reisen zeige ich dir in diesem Artikel.

In diesem Artikel:

Das mit dem lieben Geld in Nepal ist so eine Sache. Meistens funktioniert alles ganz einfach – bis zu dem Zeitpunkt, an dem es eben nicht mehr funktioniert. Und dieser Zeitpunkt kommt natürlich immer genau dann, wenn man ihn überhaupt nicht gebrauchen kann.

Nepal: Geld & Kreditkarte – Quick Facts
💵 Bargeld bleibt wichtig
Gerade auf Trekkingtouren kommst du ohne Bargeld oft nicht weit.
💳 VISA funktioniert meist am besten
VISA funktioniert in Nepal meist zuverlässiger als Mastercard.
🏧 ATM-Gebühren sind normal
Die meisten Geldautomaten verlangen zusätzlich etwa 500–850 NPR pro Abhebung.
🔁 Zwei Kreditkarten mitnehmen
Nicht jeder ATM funktioniert zuverlässig – eine Backup-Karte kann extrem wichtig werden.
🏔️ Vor Treks genug Bargeld abheben
In abgelegenen Regionen funktionieren Geldautomaten oft nicht oder sind leer.
💰 Gute Reisekreditkarte lohnt sich
Mit der richtigen Reisekreditkarte vermeidest du hohe Auslands- und Fremdwährungsgebühren.

Ich kann mich noch gut an meinen ersten Trip auf dem Annapurna Circuit erinnern. Ich stand in Dharapani vor dem ATM und wollte mir ein bisschen Geld für die nächsten Etappen abheben, aber die Maschine funktionierte einfach nicht.

Andere Karte verwenden? Tja, hätte ich doch mal eine mitgenommen… Vielleicht gut zureden, ein „Om Mani Padme Hum“ aufsagen – keine Chance, das störrische Ding weigerte sich standhaft, seinen Dienst zu verrichten.

Zum Glück hatte ich mir in Kathmandu vorher eine großzügige Geldsumme abgehoben. Ich musste bis zum Thorong La-Pass ein bisschen sparsamer sein, aber bis Jomsom hat es gereicht. Und dort fand ich zum Glück dann auch wieder einen Automaten, der mit meiner Karte funktioniert hat.

Der Punkt ist: Geld abheben und Bezahlen ist in Nepal eigentlich ziemlich einfach. Trotzdem gibt es ein paar Dinge, die man vorher wissen sollte. Welche Kreditkarten zuverlässig funktionieren, wo du problemlos Geld bekommst und natürlich, wie du Gebühren beim Abheben vermeidest – genau darum geht es in diesem Artikel.

Nepali bezahlt in einem kleinen Local-Laden mit Bargeld.

Bezahlen in Nepal: Bargeld bleibt König

Zum Einstieg ein paar Basics. Zunächst die Währung: In Nepal wird mit der Nepalesischen Rupie (NPR) bezahlt. Auf Speisekarten oder Preisschildern findest du meistens einfach nur die Abkürzung „Rs.“ (Rupees).

Die Nepalesische Rupie ist im Vergleich zum Euro weniger wert. Daher macht es Sinn, von Euro nach NPR umzurechnen: 1 Euro entspricht etwa 180 NPR, wobei der Wechselkurs natürlich schwankt.

Im Alltag bezahlst du fast alles mit Bargeld und zwar meist mit Scheinen. Die wichtigsten Scheine sind:

  • 100 NPR
  • 500 NPR
  • 1.000 NPR

Daneben gibt es auch kleinere Scheine (5, 10, 20, 50). Es ist immer gut ein paar davon dabeizuhaben, weil in Tea Houses, kleinen Restaurants oder lokalen Shops oft das Wechselgeld fehlt. Gerade das Bezahlen mit dem 1.000 NPR-Schein kann in lokalen Läden zu einer echten Herausforderung werden. Immerhin gibt es aber eine so (vergleichsweise) große Banknote – in Indien ist bei 500 Rupees Schluss.  

Großaufnahme von Nepalesischen Rupien.

Kann man in Nepal mit Karte bezahlen?

Ja – zumindest teilweise. In Kathmandu und Pokhara kann man mittlerweile in vielen Hotels, Restaurants oder Souvenirläden, teilweise sogar in einigen Outdoor-Shops problemlos mit Kreditkarte bezahlen. Gerade in den touristischen Gegenden wird das immer einfacher. Sobald du die größeren Städte verlässt, sieht die Sache allerdings etwas anders aus. Auf Trekkingtouren wird Bargeld dann schnell wieder unverzichtbar.

Ich habe auf dem Annapurna Basecamp Trek in Bamboo zwar tatsächlich schon einen Americano mit Kreditkarte bezahlt. Aber das ist (noch) eher die Ausnahme. Viele Tea Houses, kleine Restaurants oder lokale Shops akzeptieren gar keine Karten – und wenn doch, funktioniert das Kartenlesegerät wegen dem schlechten Internet häufig nicht immer zuverlässig. Teilweise werden auch zusätzliche Gebühren (3–4 %) verlangt.

Blick auf die Fassade einer Wechselstube in Kathmandu.

Geld wechseln in Nepal: Lohnt sich das?

Bei Bedarf kannst du in Nepal problemlos Geld wechseln. Gerade in Kathmandu und Pokhara gibt es unzählige Wechselstuben die Euro oder US-Dollar tauschen. Einige Reisende machen das auch bewusst, um die teils hohen ATM-Gebühren in Nepal zu vermeiden – das ist wohl der größte Vorteil davon.

Ich selbst habe das noch nie gemacht, weil ich Geldabheben per Kreditkarte unkomplizierter finde. Aber ich habe immer eine kleine Bargeldreserve dabei (50 – 100 €) – damit kommt man in Nepal schon sehr weit und das reicht als Backup, falls:

  • Geldautomaten streiken
  • Karten gesperrt werden
  • oder unterwegs plötzlich gar nichts mehr funktioniert

Größere Beträge in Euro würde ich persönlich nicht in bar mitnehmen. Dafür funktioniert das Abheben in Nepal insgesamt zu gut. Falls du doch Geld wechseln möchtest: Das geht auch direkt am Flughafen in Kathmandu, aber die Wechselkurse sind dort (natürlich) etwas schlechter als später in Thamel oder Lakeside.

Gut zu wissen: Indische Rupees werden in Nepal nicht oder nur sehr eingeschränkt akzeptiert. Hintergrund ist, dass es früher Probleme mit gefälschten indischen Banknoten gab. Auch das Wechseln ist nur schwierig möglich. Nach meinem Indien-Trip konnte ich in Nepal anschließend keine indische Währung umtauschen.

Bankautomaten in einer Straßenzahle in Kathmandu.

Wo gibt es Geldautomaten?

In Kathmandu und Pokhara findest du in den Hauptstraßen problemlos Geldautomaten – gerade in touristischen Vierteln wie Thamel oder Lakeside ist der nächste ATM nie weit (einfach in Google Maps ATM eingeben). Praktischerweise stehen dort oft mehrere ATMs direkt nebeneinander, sodass man einfach den nächsten ausprobieren kann, falls einer nicht funktioniert.

Tipp: In der Ankunftshalle des Flughafens Kathmandu findest du mehrere ATMs. Du kannst also direkt nach dem Landen und noch vor dem Passieren der Sicherheitskontrollen Geld abheben.

Auch in den größeren Ortschaften entlang bekannter Trekkingrouten gibt es teilweise Geldautomaten. Auf dem Annapurna Circuit zum Beispiel in Orten wie Jomsom oder Manang. Am Manaslu Circuit habe ich sogar einen in dem kleinen Örtchen Philim entdeckt und in der Everest-Region gibt es tatsächlich einen ATM in Dingboche auf über 4.000 Metern – vielleicht der höchste ATM der Welt?

Der Knackpunkt: Viele der Automaten in den kleineren Orten sind manchmal leer, weil sie nur ab und zu befüllt werden. Außerdem sind sie eventuell offline oder akzeptieren bestimmte Karten nicht. Und die nächste Alternative ist dann meist viele Kilometer in einem anderen Tal. Je weiter du in abgelegene Regionen kommst, desto wichtiger wird es also, dass du einen ausreichenden Vorrat an Bargeld mit dir führst.

ATM in Philim auf dem Manaslu Circuit.

Wie hoch sind die Gebühren beim Geldabheben in Nepal?

Was das Geldabheben in Nepal etwas undurchsichtig macht: Es können gleich mehrere Gebühren gleichzeitig anfallen. Wie teuer es am Ende wird, hängt auch von deiner Kreditkarte ab.

Das erste echte Ärgernis: Die Geldautomaten in Nepal verlangen immer eine feste ATM-Gebühr pro Abhebung. Diese liegt meistens bei ungefähr 500–750 NPR, also etwa 3–4 Euro, teilweise aber auch höher. Diese Gebühr wird dir bei jedem Abheben angezeigt. Es macht daher Sinn, dass du erstmal verschiedene Automaten vergleichst und schaust, wo die Gebühren am niedrigsten sind.

Hier der Überblick über die Gebühren verschiedener Banken:

Bank Typisches Abhebelimit ATM-Gebühr
Nabil Bank max. 35.000 NPR 660–850 NPR
Kumari Bank max. 40.000 NPR 850 NPR
Siddhartha Bank max. 35.000 NPR 500 NPR
Prabhu Bank 25.000 NPR 625 NPR
Global IME Bank 20.000 NPR 600 NPR
Machhapuchchhre Bank 35.000 NPR 650 NPR
NMB Bank 35.000 NPR 660 NPR
Standard Chartered 20.000 NPR 600 NPR

Ich habe wenn möglich immer bei der Siddhartha Bank abgehoben, da die Gebühren dort am niedrigsten sind.  Global IME Bank ist meiner Erfahrung nach aber auch eine gute Option und diese Bank hat Filialen in vielen Orten.

Wie du der obigen Tabelle entnehmen kannst, haben die meisten Banken in Nepal ein Limit pro Abhebung. Gerade bei längeren Trekkingtouren ist das etwas nervig, weil man dadurch mehrere Abhebungen hintereinander machen muss. Generell empfiehlt es sich, das Limit pro Abhebung auszureizen und größere Beträge auf einmal abzuheben, anstatt ständig kleine Summen – die ATM-Gebühr wird schließlich pro Abhebung berechnet.

Bildschirm eines ATM mit Anzeige der Gebühr zum Abheben mit Kreditkarte.

Neben der fixen Abhebegebühr können zusätzlich noch Gebühren deiner eigenen Bank kommen – zum Beispiel Fremdwährungsgebühren oder Kosten für das Abheben im Ausland. Manche Kreditkarten verlangen z.B. eine Fremdwährungsgebühr von 1–2 %, andere berechnen extra Kosten für das Geldabheben außerhalb Europas. Das kann sich gerade bei mehreren Abhebungen schnell summieren.

Die gute Nachricht: Mit einer guten Reisekreditkarte kannst du diese Zusatzkosten oft komplett vermeiden. Um die „Automatengebühr“ kommt man damit zwar auch nicht herum, aber immerhin musst du dann keine anderen Gebühren zahlen. Dazu gleich noch ausführlicher.

Was tun, wenn der ATM die Karte frisst?

In vielen Travel-Ratgebern wird häufig empfohlen, ATMs in einer Bankfiliale zu verwenden, da das sicherer ist. Für Nepal ist das meist nicht ganz praxistauglich – die Automaten sind in der Regel kleine Kabinen oder Foyers, die nur manchmal (aber nicht immer) von irgendjemandem überwacht werden.

Daher stellt sich natürlich die Frage: Was tun, wenn der Automat die Karte schluckt? Mir ist das zum Glück noch nie passiert, aber man sollte sich trotzdem mal ein paar Gedanken darüber machen. So würde ich in diesem Fall vorgehen:

ATM hat deine Karte geschluckt – was jetzt?
1

Standort dokumentieren

Foto vom Automaten machen & Banknamen notieren

Gerade in Kathmandu oder Pokhara stehen oft mehrere Geldautomaten direkt nebeneinander. Später noch herauszufinden, welcher ATM die Karte eingezogen hat, ist sonst gar nicht so einfach.

2

Bank kontaktieren

Notfallnummer anrufen oder Filiale suchen

Auf vielen Automaten steht eine Telefonnummer oder zumindest der Name der zuständigen Bank. Dort würde ich direkt den Vorfall melden und versuchen herauszufinden, ob die Karte noch erreichbar ist.

3

Zur Bankfiliale gehen

Direkt persönlich nachfragen

Wenn der Automat zu einer konkreten Bank gehört, würde ich anschließend versuchen, direkt in die Filiale zu gehen. Mit etwas Glück bekommt man die Karte am nächsten Werktag zurück.

4

Tourist Police einschalten

Hilfe bei Kommunikation & Organisation holen

Gerade in Kathmandu und Pokhara kann die Tourist Police sehr hilfreich sein. Die Beamten können bei der Kommunikation unterstützen oder dir sagen, an wen du dich wenden musst.

5

Karte sperren lassen

Im Zweifel über +49 116 116 sperren

Wenn gar niemand erreichbar ist oder sich das Problem nicht schnell lösen lässt, würde ich die Karte sperren lassen. Nervig – aber immer noch besser als ein möglicher Missbrauch.

Meine Einschätzung: Wenn der Automat die Karte wirklich schluckt, würde ich davon ausgehen, dass sie erstmal weg ist. In einer Stadt besteht vielleicht noch eine kleine Chance, dass man sie zurückbekommt. Auf einem Trek ist die Karte ziemlich sicher verloren. Daher plane ich inzwischen eigentlich immer für den Fall, dass ich eine verlorene Kreditkarte nicht zurückbekomme.

Unter anderem deshalb verwende ich inzwischen zwei Kreditkarten von verschiedenen Anbietern. Falls die eine Karte weg ist, habe ich immer noch eine Alternative. Außerdem kommt ein weiterer wichtiger Punkt dazu: Die Gebühren. Schauen wir uns also jetzt mal an, wie ich das löse.

Großaufnahme von zwei Nepal-Kreditkarten.

Mein Kreditkarten-Setup für Nepal

Ich halte das Ganze relativ simpel und habe zwei Kreditkarten:

Bei meiner ersten Nepal-Reise hatte ich ausschließlich die normale VISA-Karte der Berliner Volksbank dabei, die gibt`s kostenlos zum Konto dazu. Damit konnte ich in Nepal problemlos Geld abheben und bezahlen – zumindest überall da, wo Kartenzahlung möglich war.

Die Sache hatte aber auch einen großen Haken: Die Auslandsgebühren beim Abheben.

Warum eine normale Kreditkarte nicht immer die beste Option ist

Als ich nach meinem Trip wieder zurück war und auf die Bankauszüge bei der Abrechnung des Kreditkartenkontos schaute, fiel mir eine Sache auf: Die Beträge waren merkwürdig hoch, viel höher als ich eigentlich erwartet hatte.

Also habe ich mal ein bisschen über die genauen Konditionen der Berliner Volksbank recherchiert – das Ergebnis hat mich ziemlich überrascht. Es fallen nämlich pro Transaktion relativ happige Gebühren an:

  • Abhebegebühr: Die Bank verlangt 2,00 % vom Umsatz, mindestens jedoch 7,50 Euro pro Abhebung.
  • Auslandseinsatzentgelt: Zusätzlich fällt für die Abrechnung in einer Fremdwährung (wie den Nepalesischen Rupien) eine Gebühr von 1,80 % vom Umsatz an.

Das ist nicht gerade wenig, wir können das mal einem konkreten Rechenbeispiel durchgehen.

Beispielrechnung

100.000 NPR für einen Trek abheben

Annahme: Der ATM erlaubt maximal 25.000 NPR pro Abhebung.

Auszahlung
Pro Abhebung 25.000 NPR entsprechen ungefähr 175 €.
175 €
Bankgebühr
Volksbank-Abhebegebühr 2 % Gebühren pro Abhebung, Mindestgebühr 7,50 €. Da der Betrag (3,50 €) darunter liegt, werden 7,50 € berechnet.
7,50 €
Ausland
Fremdwährungsgebühr Zusätzlich fallen 1,80 % Auslandseinsatzentgelt an.
3,15 €
Gesamt
Gesamtkosten pro Abhebung
10,65 €
Trekking-Budget
Benötigte Abhebungen Um insgesamt 100.000 NPR für den Trek zu erhalten.
4
Endsumme
Gesamte Gebühren Die zusätzlichen ATM-Gebühren der nepalesischen Banken sind dabei noch nicht eingerechnet.
42,60 €

Bei vier Abhebungen würde ich mit meiner normalen VISA-Karte schon über 40 Euro reine Gebühren an die Volksbank zahlen – die Gebühr des nepalesischen Automatenbetreibers noch gar nicht mitgerechnet! Das summiert sich auf Dauer, was ich nach meinem ersten Trip auch gemerkt habe – das waren mehrere hundert Euro vermeidbare Bankgebühren.

Beste Kreditkarte für Nepal: Darauf kommt es an

Um die oben aufgeführten Gebühren zu vermeiden, habe ich mir inzwischen eine eigene Kreditkarte fürs Ausland zugelegt. Natürlich auch, weil es eine zusätzliche Absicherung ist: Es reicht ja schon, dass ein ATM eine Karte nicht annimmt oder plötzlich gesperrt wird (ist mir tatsächlich schon mal in Peru passiert) – ohne Alternative steht man dann plötzlich ziemlich blöd da.

Wichtig war mir bei der Auslands-Kreditkarte, dass sie unkompliziert funktioniert und ich möglichst wenig bzw. gar keine laufenden Kontoführungsgebühren dafür zahlen muss.

Meine Kriterien:

Keine Fremdwährungsgebühren

Sonst zahlst du bei jeder Abhebung oder Kartenzahlung zusätzliche Prozentgebühren.

Keine Kontoführungsgebühren

Viele Reisekreditkarten sind inzwischen dauerhaft kostenlos – gerade als Backup-Karte finde ich das wichtig.

Weltweit nutzbar

Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht immer. Manche Karten funktionieren außerhalb Europas überraschend schlecht.

Gute ATM-Akzeptanz

Gerade in Nepal wichtig. Nicht jeder Geldautomat akzeptiert jede Karte zuverlässig.

Echte Kreditkarte

Im Ausland oft praktischer als reine Debitkarten, weil Beträge reserviert werden können.

Gesucht wurde also die eierlegende Wollmilchsau – und ich habe sie gefunden! Nach dem Vergleich mehrerer Anbieter habe ich mich für die Kreditkarte AWA7* entschieden. Das ist eine weltweit einsetzbare, dauerhaft gebührenfreie, echte Kreditkarte ohne Fremdwährungsgebühr und ohne zusätzlichen Kosten für Abhebungen im Ausland – also ziemlich genau das, was ich wollte.

Natürlich gibt es ein paar Dinge, die man wissen sollte: Standardmäßig ist bei der Karte die Teilzahlung aktiviert. Das bedeutet, dass der offene Betrag nicht automatisch vollständig zurückgezahlt wird und dadurch später Zinsen anfallen können. Das lässt sich aber direkt in der App umstellen und war eine Sache von weniger als zwei Minuten.

Abgesehen davon habe ich bislang ehrlich gesagt keinen wirklichen Nachteil an der Karte gefunden. Gerade als Reise- und Backup-Kreditkarte finde ich die Konditionen momentan extrem stark. Diese Karte ist fast schon zu gut, um wahr zu sein.

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  • keine Gebühren für Abheben im Ausland

Kann man auch mit der normalen EC-Karte in Nepal Geld abheben?

Viele Leute wissen das nicht: Sofern die normale deutsche EC-Karte die Maestro-Funktion bietet, kann man sie im Ausland zum Abheben an Geldautomaten benutzen – auch in Nepal. Ich habe das selbst schon in Nepal getestet. Allerdings muss die Karte vorher bei der Bank für das jeweilige Land freigeschaltet werden.

Das funktioniert recht einfach: Bei der Bank anrufen, den Zeitraum und das Land angeben, anschließend noch die tägliche Maximalsumme zum Abheben festlegen – das war’s im Prinzip. Direkt in Geschäften bezahlen kann man mit der EC-Karte nicht, außerdem berechnen deutsche Banken eine Gebühr für Abhebungen außerhalb der EU. Dennoch ist das eine gute Alternative für Notfälle.

Western Union als Notfalllösung

Falls wirklich gar nichts mehr funktioniert – Karte weg, ATM streikt und sämtliche Backup-Karten machen ebenfalls Probleme – gibt es in Nepal eine weitere ziemlich gute Notfalllösung: Western Union. Das Prinzip ist relativ simpel: Du kannst dir selbst Geld aus Deutschland nach Nepal schicken und es dort in bar abholen.

Dafür legst du dir einfach vor der Reise einen Western-Union-Account an und verknüpfst dein Bankkonto damit. Im Notfall kannst du dann online Geld an dich selbst senden. Kurz darauf bekommst du einen Abholcode (MTCN), mit dem du das Geld in einer Western-Union-Filiale oder Wechselstube in Nepal abholen kannst – meistens gegen Vorlage deines Reisepasses.

Ich habe das einmal in Peru getestet als mir, wie erwähnt, unterwegs eine Karte gesperrt wurde und das war tatsächlich die Rettung. Auch in Kathmandu und Pokhara gibt es einige Western-Union-Standorte, in den abgelegenen Trekkingregionen sieht das natürlich wieder anders aus. Einziger Nachteil sind die Gebühren, die nicht gerade niedrig sind. Aber als Notfall-Backup gibt es trotzdem etwas Sicherheit.

Aufnahme einer Straße in Nepal mit einem ATM.

FAQ und sonstige Fragen

Zum Abschluss noch einige wichtige Fragen zum Thema Geld, die bei Nepal-Reisenden immer wieder aufkommen:

Zum Geldabheben reicht oft auch eine Debitkarte. Ich persönlich finde echte Kreditkarten auf Reisen aber besser, weil sie international meist zuverlässiger akzeptiert werden.

Die Einheimischen bezahlen zunehmend mit eSewa und Fonepay. Im Westen beliebte Dienste wie Google Pay oder Apple Pay funktionieren in Nepal aber nicht. Bezahlen mit PayPal geht auch nicht.

Normalerweise nicht. Bezahlt wird fast immer in Nepalesischen Rupien. Bei größeren Summen werden unter Umständen auch Euro oder US-Dollar akzeptiert.

Das kann man im Einzelfall nur schwer sagen. Mögliche Gründe sind unterschiedliche internationale Zahlungsnetzwerke, technische Probleme oder schlicht veraltete Automaten. Gerade Mastercard scheint in Nepal manchmal etwas empfindlicher zu sein.

Willkommen in Nepal:)  Wenn wirklich kein einziger Geldautomat mehr funktioniert, bleibt dir meistens nur eines: Improvisieren. Die Leute sind bei solchen Problemen oft sehr hilfsbereit. Dennoch ist es natürlich eine unangenehme Situation. Genau daher habe ich immer eine Karte als Backup und ausreichend Bargeld-Reserven dabei.

Definitiv. Wenn eine Karte nicht funktioniert oder gesperrt wird, hast du wenigstens noch eine Alternative.

Das hängt stark von der jeweiligen Route ab - Infos dazu findest du in meinen ausführlichen Trekking-Guides. Generell würde ich eher etwas zu viel als zu wenig mitnehmen - unterwegs gibt es oft tagelang keinen ATM.

Du kannst Nepalesische Rupien in Deutschland bei der Reisebank zurücktauschen. Aber der Wechselkurs ist nicht besonders und es werden nur gut erhaltene Scheine angenommen. Daher gebe ich kleinere Restbeträge meistens einfach noch vor der Abreise aus. Eine andere Möglichkeit: Die Rupien einfach für die nächste Nepal-Reise aufheben.

Mein Fazit

Nepal hat – nicht ganz zu Unrecht – den Ruf, dass dort alles etwas chaotisch zugeht. Deswegen machen sich viele auch beim Thema Geld vor der Reise Sorgen. Wirklich kompliziert ist es aber eigentlich nicht. Mit einer guten Kreditkarte, ausreichend Bargeld als Reserve und ein bisschen Vorbereitung kommt man normalerweise problemlos durchs Land.

Wichtig finde ich vor allem, dass man sich nicht blind auf den nächsten Geldautomaten verlässt. Wenn man Pech hat, merkt man dort nämlich recht schnell, dass in Nepal manchmal eben doch nicht alles ganz so zuverlässig funktioniert wie wir das von zuhause gewöhnt. Seit ich nach meiner ATM-Erfahrung in Dharapani immer mit mehreren Karten unterwegs bin, hatte ich aber nie wieder größere Probleme und ich denke, das wird bei dir ganz ähnlich sein.

In diesem Sinn wünsche ich eine gute Reise – und hoffentlich immer genügend Rupees in der Tasche!

Meine aktuelle Reisekreditkarte:

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Wie sind deine Erfahrungen Geld und Kreditkarten in Nepal? Hast du noch Fragen oder Anmerkungen? Irgendetwas unklar geblieben? Dann nichts wie ab in die Kommentare – ich freue mich, von dir zu hören!

 

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