Verbot von Solo-Trekking in Nepal: Das ist die aktuelle Lage

Seit 2023 ist Trekking in Nepal laut Tourism Board nur noch mit einem lizensierten Guide erlaubt. Allerdings wird diese Regel so gut wie nirgends eingehalten. Warum ist das so? Und wie sieht die Lage vor Ort derzeit wirklich aus? Genau das erfährst du in diesem Artikel, in dem ich von meinen Erfahrungen in Nepal berichte.

In diesem Artikel:

📌 Wichtig: Es gibt kein Gesetz, das Wandern ohne Guide verbietet. Die Anordnung des Nepal Tourism Board von 2023 ist rechtlich nicht bindend und wird bislang weitgehend ignoriert. Permits werden weiterhin ausgestellt – Details weiter unten. Alle Informationen in diesem Artikel beruhen auf meinen eigenen Erfahrungen vor Ort.

Nepal – das Bergland im Himalaya gilt bei vielen als Heimatland des Trekking und ist weltweit der Anziehungspunkt für Bergbegeisterte, Backpacker und Trekking-Fans, die die mächtigen 8.000er-Eisriesen einmal mit eigenen Augen sehen wollen. Tja… und so schnell kann es gehen: Eine kleine Pressemitteilung reichte aus, um all das durcheinanderzubringen.

Am 01. April 2023 veröffentlichte das Nepal Tourism Board eine Anordnung, die das Trekking ohne offiziell lizensierten Guide verbietet. Einfach den Rucksack schnappen und loslaufen, so wie ich das viele Male gemacht habe – sei es auf der Annapurna-Runde, in der Everest Region oder auf dem Langtang-Trek – all das sollte so nicht mehr möglich sein.

Drei Jahre ist es jetzt her, dass diese Meldung für viel Wirbel und jede Menge Ärger sorgte. Und noch immer ist eine der häufigsten Fragen, die mich zum Thema Nepal-Trekking erreichen: Darf ich das denn jetzt überhaupt noch ohne Guide? Die Kurzfassung: Nein, eigentlich nicht, aber irgendwie doch. Klingt kompliziert? Genau deshalb habe ich diesen Artikel geschrieben.

Schauen wir uns das also mal an!

Solo-Trekking im Nepal: Nur noch mit Guide?

Zuerst schnell die offizielle Version. Das ist in diesem Fall die Pressemitteilung des Nepal Tourism Board. Das Nepal Tourism Board ist eine Organisation, die mit der nepalesischen Regierung zusammenarbeitet und die Entwicklung des Tourismus vorantreiben soll. Hier der Screenshot der Pressemitteilung:

📌 Wichtig: Das Nepal Tourism Board ist keine staatliche Behörde! Darauf werde ich weiter unten noch detailliert eingehen. Genau darin liegt nämlich der Kern des ganzen Problems.

Hier erstmal der Screenshot der Pressemitteilung:

Dort heißt es klipp und klar:

Trekker müssen die Dienste eines offiziell lizensierten Guides in Anspruch nehmen und eine TIMS-Karte durch eine offiziell bei der Regierung registrierte Trekking-Agentur erwerben. Die neue Regel tritt nach dem 31. März 2023 in Kraft.

Kurz zur Erklärung: Die TIMS-Karte (Trekker Information Management System) ist ein System, mit dem die Behörden den Standort von Trekkern nachvollziehen wollen. Dazu soll die Karte beim Eintritt in die Nationalparks und an verschiedenen Checkpoints auf der Route kontrolliert werden. Das TIMS-Permit ist kostenpflichtig, die Einnahmen gehen zu gleichen Teilen an das Nepal Tourism Board und den Verband der Trekking-Agenturen (TAAN).

Bis 2023 war es verpflichtend, dass alle Trekker eine TIMS-Karte mit sich führen, zusätzlich zum eigentlichen Permit für die jeweilige Trekking-Region. Als ich 2022 das erste Mal in Nepal war, wurde TIMS aber nirgendwo kontrolliert. Das deckt sich mit den Erfahrungen anderer Leute. Deshalb wurde auch schon länger kritisiert, dass die TIMS-Karte reine Geldmacherei ist und die eigentlich sinnvolle Idee reine Theorie bleibt, da die Trekker eben nicht konsequent kontrolliert werden.

Das bedeuten die neue Trekking-Regeln in Nepal

Gehen wir die Pressemitteilung gerade nochmal durch und schauen uns an, was da genau drinnen steht:

  • Trekker benötigen ab dem 01. April 2023 einen offiziell lizensierten Guide, d.h. er muss bei der Trekking Agencies Association of Nepal (TAAN) registriert sein.
  • Die neue Maßnahme soll für alle Trekker gelten. Also nicht nur für Solo-Trekker, sondern auch für Gruppen. Bislang waren etliche Trekking-Regionen, z.B. der Manaslu-Circuit ausschließlich für Solo-Trekker gesperrt, aber nicht für Gruppen von 2 oder mehr Personen.
  • Die Regel gilt für alle Gebirgs-Nationalparks von Nepal, für die man bislang bereits eine TIMS-Karte brauchte.
  • Im FAQ heißt es außerdem, dass die Regel nur für ausländische Trekker gilt. Nepali sind davon ausgenommen.
  • Die Maßnahme wurde zum Schutz der Touristen ergriffen. Immer wieder würden sich Leute verlaufen, unterwegs krank werden oder Naturkatastrophen zum Opfer fallen. Der Guide soll gewährleisten, dass Trekker sofort Zugang zu professioneller Unterstützung bekämen.
  • Außerdem sollen somit neue Verdienst-Möglichkeiten im Tourismus-Sektor geschaffen und nicht-lizensierte Guides unterbunden werden.
  • An der (komplizierten) Bürokratie für Bergtouren auf die hohen Himalaya-Gipfel ändert sich nichts. Hier braucht man auch weiterhin einen offiziell registrierten Sirdar und ggf. einen Verbindungs-Offizier für Genehmigungen der Gipfel über 6.500 Meter.

Für diese Regionen in Nepal gelten die Regeln

Das Tourism Board hat auch ein FAQ auf seiner Webseite eingestellt und listet die Regionen auf, für die man einen Guide und das TIMS-Permit benötigt. Im Prinzip sind das alle bekannten Trekking-Regionen und sämtliche bekannten Treks:

RegionTrek
Kanchenjunga Region1. Kanchenjunga Base Camp via Sele La Pass Trek
2. Kanchenjunga Basecamp Trek
3. Kanchenjunga Base Camp Nango Pass Trek
4. Lumba Sumba Pass Trek
Makalu Barun Area1. Makalu Basecamp Trek
2. Sherpani Col Pass Trek
Everest Region1. Everest Basecamp Trek
2. Gokyo Trek
3. Chho La Pass Trek
4. Gokyo Renjo La Pass Trek
5. Three Passes Trek
6. Everest View trek
7. Mera Peak Trek
8. Amphu Labtsha Pass
Rolwaling Region1. Rolwaling Trek
2. Tashi Labtsha Pass Trek
Panchpokhari Bhairabkunda Area1. Panchpokhari Trek
Helambu Region1. Helambu Trek
2. Goshaikunda Trek
Langtang Region1. Langtang Trek
2. Langtang Gosaikund Trek
3. Tamang Heritage Trek
4. Tamang Heritage Langtang Trek
5. Ganja La pass Trek
6. Tillman Pass
Ganesh Himal-Ruby Valley Area1. Ganesh Himal – Ruby Valley Trek
Manaslu Region1. Manaslu Circuit Trek
2. Manaslu – Tsum Valley Trek
3. Tsum Valley Trek
Annapurna Region1. Annapurna Circuit Trek
2. Nar Phu Annapurna Circuit Trek
3. Mesokanto / Tilicho Pass Trek
4. Poon Hill-ABC Trek
5. Khopra Trek
6. Mardi Himal Trek
7. Sikleh Tara Hill Trek
Mustang Region1. Upper Mustang Trek
2. Sarebung Pass Trek
Dhaulagiri Region1. Round Dhaulagiri
Dolpo Region1. Upper Dolpo – Jomsom Trek
2. Upper Dolpo Trek
3. Lower Dolpo Trek
4. Kagmara Pass Trek
Humla Region1. Humla Limi Valley Trek

Von der Regel ausgenommen sind das Kathmandu-Tal (außer Shivapuri-Nationalpark) und die Außenbezirke von Pokhara. Weiterhin erlaubt ohne Guide ist auch das Wandern rund um die größeren Städte. Außerdem sollen eine individuelle Fahrt und die Busfahrt nach Muktinath ebenfalls ohne Führer möglich sein (aber nur mit TIMS-Permit). Der Tempel ist ein beliebtes Ziel für indische Pilger.

Wichtig: Es gab bereits vor dem 1. April 2023 etliche Gebiete in Nepal, in die man nur mit Sondergenehmigung und Führer hineinkam, die sogenannten Restricted Areas (siehe unten). Dazu zählen beispielsweise Upper Mustang und Dolpo (Übersicht). In diesen Gegenden war das Solo-Trekking schon immer verboten. Mit der neuen Regelung soll dieses Verbot auf alle Trekking-Gebiete ausgedehnt werden – auch auf solche, die vorher individuell bereist werden konnten.

Nepal Solo Trekking Verbot nur noch mit Guide.
Träger auf dem Weg zum über 5.400 Meter hohen Pass Thorong-La.

Wer steht hinter dem Nepal Tourism Board?

An dieser Stelle lohnt es sich, etwas genauer darauf einzugehen, was das Nepal Tourism Board eigentlich ist und was diese Organisation macht. Auf der Webseite findet sich dazu die folgende Erklärung:

📌 Das Nepal Tourism Board ist eine nationale Tourismusorganisation Nepals. Sie wurde 1998 durch ein Parlamentsgesetz als Partnerschaft zwischen der Regierung Nepals und der privaten Tourismusbranche gegründet.  Ziel ist, Nepal als attraktives Reiseziel zu entwickeln und zu vermarkten.

Heißt das also, dass das Nepal Tourism Board eine staatliche Behörde ist? Nicht ganz  – das Nepal Tourism Board wurde zwar in Zusammenarbeit mit der Regierung gegründet und wird auch von dieser beaufsichtigt. Es ist aber keine Behörde im engeren Sinne, wie z.B. ein Ministerium, die Polizei oder eine Nationalparkverwaltung.

Eher könnte man sagen, das Nepal Tourism Board ist eine gesetzlich gegründete, staatlich verankerte Organisation. Konkret:

  • 👉 eine Public-Private-Partnership (PPP)
  • 👉 gegründet durch ein Parlamentsgesetz (Nepal Tourism Board Act, 1998)
  • 👉 unter Aufsicht des Tourismusministeriums
  • 👉 mit staatlicher Beteiligung, aber nicht Teil der Ministerialverwaltung

Das deckt sich auch mit der öffentlich einsehbaren internen Verwaltungsstruktur des Nepal Tourism Board. Der 11-köpfige Aufsichtsrat besteht nämlich aus:

  • 5 Vertretern der Regierung
  • 5 Vertretern des Privatsektors
  • Chief Executive Officer (Geschäftsführer)

Warum ist all das wichtig? Aus einem einfachen Grund: Da das Nepal Tourism Board keine staatliche Behörde ist, hat diese Organisation keine Befugnis Gesetze zu erlassen. Diese Aufgabe liegt bei den zuständigen Ministerien und in letzter Instanz beim Parlament. Ebensowenig kann das Tourism Board irgendjemanden kontrollieren oder bestrafen. Diese Aufgaben zählen schlicht nicht zu den vorgesehenen Kompetenzen.

Was das Nepal Tourism Board macht:

  • 📜 Richtlinien für den Tourismus in Nepal formulieren
  • 💡 Empfehlungen aussprechen
  • 🚶‍♂️ Tourismus-Management-Systeme entwickeln und vorantreiben (z.B. TIMS)

👉 Im Prinzip ist das Nepal Tourism Board also so etwas wie die Marketing-Abteilung der nepalesischen Regierung in allen Fragen des Tourismus.

Genau aus diesem Grund wird in der obigen Pressemitteilung auch immer nur von „provision“ gesprochen, also von „Regelung“ und niemals von „Gesetz“. Das sogenannte „Guide-Verbot“ ist kein offizielles Gesetz, sondern erst mal nur ein Vorschlag einer staatlich legitimierten Organisation. Damit es zu einem richtigen Gesetz werden würde, müsste erst darüber im Parlament abgestimmt werden. Genau das ist aber niemals passiert. Und genau deshalb schwebt diese sogenannte „Regelung“ rechtlich gesehen immer noch in einem luftleeren Raum.

Mache ich mich strafbar, wenn ich ohne Guide unterwegs bin?

Rechtlich gesehen nein, da es sich wie oben dargelegt nicht um ein offizielles Gesetz handelt. Es gibt bislang kein Gesetz und keine Verordnung, die das Trekking ohne Guide verbietet.

  • ❌ Kein Parlamentsgesetz
  • ❌ Keine ministerielle Verordnung
  • ❌ Keine im Gesetzblatt veröffentlichte Pflicht

👉 Es existiert kein formell bindendes Recht, das Solo-Trekking in Nepal landesweit verbietet.

Das ist der Kern des Problems: Nationalparks und Behörden können die Regel anwenden, sie sind aber rechtlich nicht zwingend dazu verpflichtet. Das macht die Sache so schwammig.

Und deshalb ignorieren auch so gut wie alle Trekking-Regionen vor Ort die Vorgabe – einfach, weil es geht und weil bei Nichtbeachtung keine unmittelbaren Konsequenzen drohen. Davon abgesehen gibt es natürlich 1.000 Gründe ein Trekkingverbot für Solo-Wanderer nicht umzusetzen: Personalmangel, zu umständliche Kontrollen, mangelhafte Verwaltungsstrukturen, wirtschaftliche Interessen der betroffenen Regionen und und und.

Diese Regeln gelten für Trekker in der Everest-Region

Das war bis jetzt alles etwas theoretisch. Schauen wir uns das also doch mal an einem Beispiel aus der Praxis an: Die Everest-Region. Dort kann man nämlich sehr schön sehen, wie die lokalen Behörden ticken und wie sie tatsächlich handeln.

Die Everest-Region ist eine der wohlhabendsten Provinzen Nepals. Die Sherpa sind gute Geschäftsleute und wissen genau, was sie am Everest haben. Und am liebsten möchten sie sich dabei nicht zu viel von anderen reinreden lassen. Solo-Trekker sind hier seit jeher erlaubt, auch wenn sie nur eine Minderheit bilden. Die meisten westlichen Besucher, vor allem die Everest-Basecamp-Trekker, gehen ohnehin mit einem Guide. Dennoch sind Individual-Touristen grundsätzlich gerne gesehen – schließlich lassen die auch Geld da.

Die vom Tourism Board eingeführte TIMS-Karte kommt in der Everest-Region schon seit längerem nicht zum Einsatz. Die Provinzverwaltung Khumbu Pasanglhamu Rural Municipality erhebt stattdessen seit 2017 ihre eigene Eintrittsgebühr und hat ein eigenes Permit-System entwickelt, die sogenannte Khumbu Trek Card. Die Einnahmen fließen direkt in die Entwicklung der Region, das ganze läuft überwiegend in lokaler Selbstverwaltung. Mit der neuen Regelung wäre die TIMS-Karte jetzt aber wieder verpflichtend gewesen – und diese Einmischung von außen war für die Khumbu Pasanglhamu Rural Municipality nicht akzeptabel.

Trekking Permit für Everest Nationalpark Nepal.
Permit und Trek Card für die Everest-Region.

Bereits wenige Tage nach Veröffentlichung der Pressemitteilung erhob die Regionalverwaltung Einspruch und drohte vor Gericht zu ziehen, falls die Regel für die Everest-Region nicht sofort zurückgezogen würde. Die Argumentation: Nur die Verwaltungsorgane vor Ort hätten das Recht Gebühren und Eintrittsgelder einzuziehen. Indem Trekker jetzt gezwungen würden, eine gebührenpflichtige TIMS-Karte zu verwenden, würden sie damit eine Art versteckte Gebühr durch die Hintertür an das Tourism Board zahlen. Das sei aber illegal, da diese Organisation laut Gesetz gar keine Gebühren eintreiben dürfe. Das Nepal Tourism Board mache sich also strafbar.

Wie man sich schon denken kann, kam es nie zu einem Gerichtsverfahren. Ob die Verantwortlichen im Tourism Board erkannten, wie wackelig ihre Position war, sei dahingestellt. Vielleicht wollte man es nicht darauf ankommen lassen. Vielleicht wurde einigen Leute auch einfach ein bisschen bange, als sie erkannten, wie viel Arbeit da noch auf sie zukommen würde. Eine Pressemitteilung in die Welt zu setzen ist eine Sache. Eine so weitreichende Maßnahme dann auch landesweit durchzusetzen eine andere.

Insofern passierte das, was in solchen Fällen immer passiert: Gar nichts.

Die Behörden in der Everest-Region ignorierten die Ankündigung des Tourism Board ganz einfach und veröffentlichten kurz darauf sogar ihre eigene Pressemitteilung, in der sie das genaue Gegenteil schrieben und individuelle Trekker ausdrücklich weiterhin begrüßten:

Zitat:

Individual-Reisende sind immer in der Everest-Region willkommen. Es ist nicht verpflichtend, einen Trekking-Guide zu nehmen, auch wenn wir es für Hochgebirgsregionen empfehlen.

Kurz darauf wurden die Regeln auf der Facebook-Seite der Behörde nochmal für alle anschaulich zusammengefasst:

Solo Trekking Everest Verbot
Bildquelle: Khumbu Pasanglhamu Rural Municipality

Vom Nepal Tourism Board hat man danach nie wieder eine Reaktion darauf gehört. Und genau so oder so ähnlich läuft es auch in den anderen Regionen: Die lokalen Behörden und Verantwortlichen machen ihr eigenes Ding. Was im fernen Kathmandu entschieden wird, mag ja schön und gut sein. Aber wenn:

  • diese Regelung rechtlich nicht bindend ist
  • die geplante Maßnahme direkt meinen eigenen Interessen widerspricht und
  • niemand da ist, der das dann auch vor Ort durchsetzt

Wieso sollte ich dann irgendetwas am Status Quo ändern? Bislang lief es ja gar nicht so schlecht. Das ist der Grund, warum dieses sogenannte „Guide-Verbot“ bislang nicht über eine Pressemitteilung hinausgekommen ist. Ob sich das in der näheren Zukunft ändern wird – nach allem, was bisher passiert ist, sieht es eher nicht danach aus.

Schau dir meinen großen Kathmandu-Guide an:

Wer könnte diese Regel durchsetzen?

Neben dem Tourism Board gibt es in Nepal tatsächlich einige staatliche Organe, bei denen man sich vorstellen kann, dass sie diese Regel wirklich umsetzen könnten – zumindest, wenn es denn irgendwann mal ein offizielles Gesetz gäbe. Dazu zählen z.B.

  • ✈️ Ministry of Culture, Tourism and Civil Aviation
  • 📄 Department of Immigration
  • 🌲 Nationalparkverwaltungen
  • 👮‍♂️ Polizei

Diese Organe sind Vollzugsbehörden mit einem eigenen Beamtenapparat. Es sind offizielle Repräsentanten des nepalesischen Staates, die die Macht haben, Regeln umzusetzen und Verstöße zu ahnden. Sie dürfen kontrollieren, prüfen und bei Verstößen konkrete Maßnahmen ergreifen, beispielsweise dürften sie ein Bußgeld oder eine Strafe verhängen, wenn du an einem Checkpoint ohne Permit erwischt wirst.

All das darf das Nepal Tourism Board nicht – und genau genommen hat es auch gar nicht die Möglichkeit dazu, da es keine eigenen Beamten beschäftigt, die irgendetwas durchsetzen können. Wobei sich natürlich immer noch die Frage stellen würde: Wer von den oben genannten Institutionen ist denn jetzt wirklich dafür zuständig. Die Kompetenzen überschneiden sich ja teilweise.

Konflikte wegen unklaren Kompetenzen: Der Fall Langtang

Dieses Kompetenz-Wirrwar hat in den vergangenen Jahren tatsächlich schon zu einigen Unklarheiten geführt. Ein gutes Beispiel dafür ist das Langtang Valley, eine der beliebtesten Trekking-Regionen Nepals.  

Langtang ist ein „echter“ Nationalpark unter direkter Regierungskontrolle, anders als z.B. die Annapurna-Region, für die ein neues Modell entwickelt wurde (siehe unten). Die Verwaltung von Langtang liegt beim Ministerium für Forst und Umweltschutz, die Kontrollen erfolgen durch Soldaten der nepalesischen Armee. Die Soldaten kontrollieren auch die Trekking-Permits. Sie sind allerdings nicht in erster Linie hinter Wanderern ohne Guide her, sondern wollen Wilderei und Schmuggel über die tibetische Grenze verhindern.

Kontrolle der Permits im Langtang-Nationalpark durch Soldaten der nepalesischen Armee.

Nach der Pressemitteilung 2023 änderte sich erstmal gar nichts, Trekker bekamen auch ohne Guide weiterhin Permits. Ich selbst war 2024 in der Gegend und holte mir das Permit vorher in Kathmandu. Im Februar 2025 verschickte die Nationalparkverwaltung allerdings einen Brief an den Verband der Trekking-Agenturen von Nepal (TAAN).

In diesem Brief heißt es:

Wir fordern die zuständigen Tourismusunternehmer dazu auf, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, um Touristen im Nationalpark mit einem Nature Guide/Trekking Guide zu begleiten. Wir bitten um Unterstützung bei der Begleitung von in- und ausländischen Touristen durch einen Trekkingführer im Langtang-Nationalpark.

Bei diesem Schreiben stellen sich zwei Fragen:

  1. ⏳ Warum fordert der Nationalpark die Umsetzung einer Regel, die zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon seit zwei Jahren gelten sollte?
  2. 👮‍♂️ Warum braucht man überhaupt Unterstützung, wenn es doch genügend Checkpoints und Beamte gibt, die das Verbot durchsetzen könnten?

Eine Antwort darauf habe ich leider auch nicht. Aber zwischen den Zeilen kann man ziemlich deutlich die Unsicherheit der Nationalpark-Verwaltung herauslesen: Wer ist wirklich für die Umsetzung dieser Regel verantwortlich? Wir wissen es nicht – also schickt uns bitte jemanden, der das ein für alle Mal klärt.

Geschehen ist daraufhin allerdings… nichts. TAAN forderte die im Verband organisierten Trekking-Agenturen in einem Schreiben zwar noch einmal dazu auf, sicherzustellen, dass Touristen nur mit Führer gehen:

Der Sinn dieses Schreibens bleibt allerdings unklar. Die Regel hätte erstens ja ohnehin schon gelten sollen. Und zweitens geht die Botschaft völlig am eigentlichen Adressaten vorbei: den Solo-Wanderern. Denn wenn ich wirklich alleine wandern will, gehe ich sicherlich nicht vorher zu einer Trekking-Agentur und sage schnell mal Bescheid, dass ich ohne Guide gehe. Die Trekking-Agenturen waren einfach der komplett falsche Ansprechpartner für diesen Brief.

Für einige Monate schien es 2025 im Langtang Valley tatsächlich Probleme zu geben, weil einige Beamte bei der Permit-Kontrolle so entschieden, andere so. Verlässlichkeit sieht anders aus – und natürlich hat das den Einheimischen nicht gefallen. Schließlich machen viele ein gutes Geschäft mit den Touristen und gerade nach dem Erdbeben 2015 war man hier sehr darauf bedacht, die Leute ins Langtang Valley zu holen und nicht, sie zu verscheuchen.

Irgendwann wurde der Druck der Bevölkerung wohl zu hoch und die Lokalverwaltung sah sich Mitte Oktober 2025 zu diesem Beitrag auf Facebook veranlasst:

Zitat:

Hiermit informieren wir alle ausländischen Trekker, dass die Langtang-Region für individuelles Trekking geöffnet ist. Trekker brauchen keinen Führer oder Porter, um das Gebiet zu betreten und zu erkunden.

Stand 2026 sind Besucher im Langtang Valley also wieder ohne Einschränkungen willkommen, einschließlich Wanderer ohne Guide.

Wie hoch ist das Risiko, wenn ich ohne Guide wandere?

Kann ich mir also einfach das Permit holen, losziehen und mir 100% sicher sein, dass ich keine Probleme habe? Ganz so einfach ist es nicht. Denn im Nepal Tourism Board sitzen ja auch staatliche Vertreter. Das heißt, diese Regelung wird von verschiedenen staatlichen Organen, z.B. dem Tourismusministerium mitgetragen. Das Ministerium hat die Richtlinie auch niemals aufgehoben oder in irgendeiner Form widersprochen.

📌 Es existiert weiterhin eine verwaltungspolitische Maßnahme, die zwar rechtlich unverbindlich, aber staatlich gebilligt ist.

Konkret heißt das: Du kannst nicht wegen Gesetzesbruch verurteilt werden und wirst aller Wahrscheinlichkeit nach auch niemals Strafe zahlen müssen. Was aber – zumindest theoretisch – passieren kann:

  • 👮‍♂️ Ein Nationalpark-Ranger könnte dich zur Umkehr auffordern
  • ❌ Dir könnte das Permit verweigert werden
  • ❓ In Zweifelsfall hast du keine klare Rechtsgrundlage, auf die du dich berufen kannst

Das Risiko ist nicht so sehr strafrechtlicher, sondern administrativer Natur. Jeder zuständige Beamte, z.B. ein Polizist, ein Nationalpark-Mitarbeiter oder der Beamte am Permit-Schalter, könnte sich quer stellen, dir das Permit nicht ausstellen, dich nicht in den Nationalpark reinlassen oder sonst irgendwie Probleme bereiten – und er kann sich dabei immer auf die Richtlinie des Tourism Board berufen.

In diesem Fall könntest du wahrscheinlich relativ wenig machen.

Dazu muss man sagen: Das ist die Theorie. In der Praxis gibt es mit 99,9%iger Wahrscheinlichkeit nach keine Probleme, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Denn wie oben dargelegt, haben die entsprechenden Regionen, die von dem Verbot betroffen wären, oft gar kein Interesse daran, dass sich irgendetwas ändert. Und wenn sich etwas ändert, dann bitteschön nur unter Mitsprache aller Beteiligten und nicht durch ein einseitiges Dekret.

Meine Erfahrungen in der Annapurna-Region

All das oben geschilderte habe ich im Herbst 2025 erneut selbst erlebt. Ich war von September bis Dezember in Nepal und habe dort u.a. viele Wanderungen in der Annapurna Conservation Area gemacht. Unter anderem Teile des Annapurna Circuit, daneben aber auch etliche unbekanntere Routen, die ich mir bei meinem ersten Besuch 2022 vorgemerkt hatte.

Trekking auf dem Weg von Sikles zum Kapuche Lake: Kontrollen und Checkpoints – Fehlanzeige.

Die Annapurna-Region ist kein Nationalpark, sondern eine „Conservation Area“. Dieses Modell wurde 1985 in dem wegweisenden Annapurna Conservation Area Project (ACAP) entwickelt, um den Naturschutz mit den Bedürfnissen der Einheimischen zu vereinbaren. Ein zentraler Pfeiler ist die lokale Selbstverwaltung – die rund 100.000 Einwohner der Region haben ein Mitspracherecht bei allen wichtigen Entscheidungen, so auch beim Tourismus.

Die Entscheidung des Nepal Tourism Board stieß dementsprechend schon von Anfang an auf große Ablehnung, insbesondere bei den einflussreichen Lodge-Besitzern. Die Annapurna-Region ist die mit Abstand beliebteste Trekking-Region Nepals, es gibt weit über 1.000 Lodges und traditionell einen sehr hohen Anteil an Individual-Touristen. Natürlich ist das ein gutes Geschäft und das will man nicht einfach preisgeben.

Daher besteht in der Annapurna-Region keinerlei Interesse, die Vorgaben des NTB umzusetzen – und so lange es keine klare Entscheidung im Parlament gibt, wird sich das auch nicht ändern. Individualreisen sind heute tatsächlich sogar noch einfacher als vor ein paar Jahren, da man sich inzwischen einfach ein digitales e-Permit holen kann. Ich musste vorher nicht mal mehr zum Touristen-Büro in Pokhara oder Kathmandu gehen, das läuft jetzt alles online. Bei den ACAP-Checkpoints zeigte ich einfach die PDF-Datei mit dem Permit auf meinem Smartphone vor – das war’s.

Ein paar Sachen sind mir bei meinen Treks aufgefallen:

  • Checkpoints befinden sich generell nur entlang der bekannteren Treks (Annapurna Circuit, ABC-Trek, Mardi Himal etc.)
  • Daneben gibt es unzählige Nebenrouten, die überhaupt nicht kontrolliert werden. Wenn man die entsprechenden Wege kennt, kann man problemlos mehrere Tage wandern, ohne jemals einen Checkpoint zu sehen.
  • Die Checkpoints haben nicht immer geöffnet und sind ggf. geschlossen.
  • Die Beamten fragen weder nach einem Guide noch nach dem TIMS-Permit. Das Einzige, was kontrolliert wird, ist das Permit für das entsprechende Gebiet (in diesem Fall ACAP).
  • Die Lodgebesitzer interessiert es ebenfalls überhaupt nicht, ob man mit oder ohne Guide unterwegs ist.

Meine Erfahrungen beim Trekking in zugangsbeschränkten Gebieten (restricted areas)

Ich habe 2025 auch den berühmten Manaslu Circuit gemacht. Diese Wanderung verläuft in unmittelbarer Nähe der Grenze zu Tibet, daher gilt das Gebiet als „restricted area“ (Sperrzone), der Zutritt ist besonders streng reglementiert. Konkret gelten hier folgende Regeln:

  • 👨‍💼 Zutritt nur mit offiziell lizensiertem Guide
  • 2️⃣ Mindestens 2 Personen für den Trek erforderlich
  • 🎫 TIMS-Karte erforderlich
  • 🏞️ Für die Wanderung wird neben den Nationalpark-Permits ein separates Restricted Area Permit benötigt
  • 📜 Zusätzlich wird ein lokales Permit der Regionalverwaltung benötigt

Das Ganze wäre ein ziemlicher bürokratischer Alptraum, wenn man sich selbst darum kümmern müsste. Für den Manaslu Circuit braucht man inzwischen nämlich ganze 4 Permits:

  • Manaslu Conservation Area Permit
  • Annapurna Conservation Area Permit
  • Restricted Area Permit
  • Chumnubri Rural Municipality Permit

Zum Glück läuft das in diesem Fall alles über die Agentur*. Wir mussten uns also um nichts kümmern. Das Ganze war aber insofern interessant, als ich mal sehen konnte, wie streng in den restricted areas kontrolliert wird. Man liest ja immer, dass hier die Kontrollen besonders strikt sind und dass individuelles Trekking auf gar keinen Fall möglich wäre.

Trekking mit Guide auf dem Manaslu Circuit.

Ich hatte ehrlich gesagt einen etwas anderen Eindruck. Wir wurden am Start des Treks in Machakhola und in einigen Orten danach schon kontrolliert. Aber unser Guide ist auch immer von selbst zum Checkpoint gegangen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die örtlichen Beamten besonders genau hinschauen. Und wenn wir von der Marsyangdi-Seite über den Larke-Pass gelaufen wären, wäre erstmal gar nichts passiert. Dort gibt es nämlich gar keinen Checkpoint.

Das soll jetzt nicht heißen, dass ich irgendjemanden dazu animieren möchte, ohne Permits und Guide in restricted areas zu wandern. Ich schätze, früher oder später würde es Probleme geben, allein schon, weil die Lodgebesitzer keine Erfahrung im Umgang mit Individualreisenden haben. Aber in der Realität vor Ort gibt es auch viele Grauzonen. Es ist längst nicht alles so klar, wie es im Internet immer wieder dargestellt wird.

Kontrolle der Permits am Start des Manaslu Circuit.

Warum schreiben so viele Webseiten, dass Trekking ohne Guide verboten ist?

In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage: Warum finde ich auf vielen Webseiten trotzdem die pauschale Aussage, dass Trekking in Nepal ohne Guide verboten ist? Ich glaube, das liegt an einem einfachen Grund: Es gibt im Internet gar nicht so viele unabhängige Quellen, die wirklich unvoreingenommen über das Thema berichten.

Auf der einen Seite haben wir die Webseiten der Trekking-Agenturen. Diese sind in Nepal häufig Mitglieder des Verbands der Trekking-Agenturen (TAAN), d.h. sie haben ein natürliches Interesse daran, die „offizielle“ Linie weiterzuverbreiten – unabhängig davon, was wirklich passiert. Ausländische Anbieter übernehmen das dann häufig und da sie meist nicht vor Ort sind, können sie gar nicht prüfen, ob das wirklich alles so stimmt.

Auf der anderen Seite sind die internationalen Medien. Natürlich wurde 2023 über die Ankündigung berichtet, aber in der Regel war das nur eine kurze Meldung über die offizielle Version. In den Redaktionen sitzen häufig Leute, die keinen Bezug zum Thema haben und kaum jemand macht sich die Mühe (im Unterschied zu mir), die Hintergründe zu recherchieren. Das ist aufwändig, es kostet Zeit und die hat niemand. Dementsprechend blieb es meist bei einer einzigen News, die niemals überarbeitet, aber trotzdem immer wieder zitiert wird. Auf diese Weise verbreiten sich falsche oder zumindest unvollständige Informationen.

Beschleunigt wird das Ganze heute dann auch noch durch Sprachmodelle wie ChatGPT:

ChatGPT kann natürlich keine verlässliche Antwort auf die Frage liefern, denn diese Modelle durchforsten einfach das Internet und beziehen sich auf vorhandene Quellen. Sind die Quellen falsch, voreingenommen oder unvollständig, beeinflusst das auch die Antwort von ChatGPT.

(Interessant finde ich, dass ChatGPT sogar den vorliegenden Artikel von mir als Quelle heranzieht, aber einzelne Aussagen völlig aus dem Kontext reißt.)

📌 Tipp: Informiere dich vor der Reise in einschlägigen Foren und Nepal-Wandergruppen im Internet, z.B. auf Facebook über den Stand der Dinge. Diese Gruppen gibt es für alle bekannten Wandergebiete wie Annapurna Circuit, Everest und Langtang. Du bekommst da aktuelle Infos zur Lage vor Ort von Leuten, die dort kürzlich selbst unterwegs waren.

Was bringt die Zukunft?

Im Moment ist schwer abzusehen, wie sich das in Nepal weiter entwickeln wird. Persönlich vermute ich, dass sich der Status Quo auf absehbare Zeit erstmal nicht ändert oder alternative Möglichkeiten gesucht werden, um die Sicherheit zu erhöhen, z.B. indem man die Wege besser markiert. Dazu gab es unlängst Ansätze. Ich glaube auch nicht, dass Nepal langfristig eine Art zweites Bhutan werden und den Tourismus vollständig reglementieren will.

Es gibt durchaus Leute, die davon profitieren würden, wenn nur noch reiche Luxusreisende ins Land kommen – z.B. Hotelbesitzer und große Trekking-Agenturen – aber für den Großteil der Tourismusindustrie in Nepal wäre das eine Katastrophe.

  • 💔 Unwiederbringlicher Imageschaden, wenn individuelle Reisen vollständig verboten würden
  • ❌ Das würde dazu führen, dass Nepal weltweit stark an Beliebtheit verliert
  • 💼 Weniger Einnahmen für die lokale Bevölkerung
  • 👥 Massenarbeitslosigkeit, wenn ein beträchtlicher Teil der Touristen ausbleibt

Trekking ist in Nepal ein Riesen-Business – da hängt sehr viel dran und es sind viele Leute beteiligt. Ich denke daher, dass es Leute in der Regierung gibt, die das erkennen, die Sache etwas vorsichtiger angehen und nichts überstürzen. Andererseits hat TAAN die Regierung aber zuletzt erneut aufgefordert, das Guide-Verbot durchzusetzen. Ab 2026 müssen sich Touristen bei der Einreise zudem auf einer neuen digitalen Plattform registrieren.

Es gibt also durchaus Bestrebungen, ausländische Besucher stärker zu kontrollieren. Daher ist es nicht völlig auszuschließen, dass das Solo-Trekking-Verbot irgendwann wirklich umgesetzt wird. Wenn du eine Trekking-Tour in Nepal ohne Guide planst, ist es also vielleicht besser, das nicht mehr allzu lange aufzuschieben.

Was sagen eigentlich die Einheimischen dazu?

Bei meinen Trips habe ich mich natürlich auch immer mal wieder mit der Bevölkerung unterhalten – Ladenbesitzer, Guides, Träger und die Betreiber von Lodges und Hotels – und gefragt, was diese von dem Guide-Zwang halten. Die Antwort war eigentlich fast immer gleich: „Eine sehr schlechte Entscheidung. Wenn das kommt, bleiben uns in Zukunft die Leute weg. Diese Regel hilft, wenn überhaupt, nur den großen Agenturen.“

Dazu muss man sagen, dass gerade der Verband TAAN in Nepal von vielen Leuten kritisch gesehen wird, in der Vergangenheit gab es auch Betrugsvorwürfe, weil angeblich Gelder aus den Einnahmen der TIMS-Karte unterschlagen wurde. Einige Guides, mit denen ich mich in Nepal unterhalten habe, bezeichneten TAAN daher schlichtweg als „Scammer“, also Betrüger.

Wahrscheinlich ist das ein bisschen zu einfach. Ich hatte bei meinem letzten Trip auch länger mit Krishna Pariyar geredet, dem Inhaber der Agentur Ammonite Adventures*, der selbst mal 2 Jahre im Aufsichtsrat von TAAN gesessen hat. Natürlich geht es bei TAAN ums Geschäft, aber das ist legitim und es ist auch nicht alles schlecht. Unter anderem erkundet TAAN regelmäßig neue Trekkingrouten. Dazu kommen sinnvolle Maßnahmen wie die Ausbildung von Trail-Inspektoren oder das Einrichten von Tafeln nach der Corona-Pandemie.

Wie immer gibt es also zwei Seiten. In jedem Fall bleibt zu hoffen, dass bei zukünftigen Entscheidungen nicht nur wirtschaftliche Interessen einzelner Akteure im Vordergrund stehen, sondern die Vielfalt des Trekkingtourismus erhalten bleibt. Denn Nepal lebt ja gerade von seiner Offenheit für unterschiedliche Reisestile – und von den Menschen vor Ort, die direkt von den Reisenden profitieren. Eine Regelung, die Sicherheit schafft, ohne unabhängige Trekker auszuschließen, wäre am Ende wohl im Interesse aller.

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Was haltet ihr von der ganzen Geschichte? Habt ihr vielleicht selbst dieses Jahr einen Trek in Nepal geplant? Oder seid ihr gerade vor Ort? Dann nichts wie ab in die Kommentare! Ich freue mich von euch zu hören!

 

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