Der Eskapist https://der-eskapist.de/ Outdoor-Blog: Wandern, Trekking, Backpacking Sun, 29 Mar 2026 14:22:13 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=6.9.4 https://der-eskapist.de/wp-content/uploads/2023/12/cropped-android-chrome-512x512-1-32x32.png Der Eskapist https://der-eskapist.de/ 32 32 Fischerweg in Portugal: Die 4 schönsten Etappen (+ Erfahrungen) https://der-eskapist.de/portugal/auf-dem-fischerweg-in-der-algarve-wandern-an-portugals-sturmkueste/ https://der-eskapist.de/portugal/auf-dem-fischerweg-in-der-algarve-wandern-an-portugals-sturmkueste/#comments Mon, 23 Mar 2026 23:59:50 +0000 http://der-eskapist.de/?p=2832 In diesem Artikel: Möwen kreischen im Wind, der Geruch von Salz hängt in der Luft, die Wellen des Atlantiks tosen gegen die wild zerklüfteten Felsklippen der Costa Vicentina. Willkommen auf dem Fischerweg in Portugal! Als spektakulärster Teil der Rota Vicentina führt der Fischerweg (Trilho dos Pescadores) auf insgesamt 226 km und 13 Etappen von São […]

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Möwen kreischen im Wind, der Geruch von Salz hängt in der Luft, die Wellen des Atlantiks tosen gegen die wild zerklüfteten Felsklippen der Costa Vicentina. Willkommen auf dem Fischerweg in Portugal!

Als spektakulärster Teil der Rota Vicentina führt der Fischerweg (Trilho dos Pescadores) auf insgesamt 226 km und 13 Etappen von São Torpes bis nach Lagos. Wir sind die 4 Etappen von Porto Covo bis Odeceixe gewandert – für viele das landschaftliche Highlight. Dort geht es auf schmalen Pfaden immer entlang der wild zerklüfteten Atlantikküste des Alentejo.

Was mir persönlich besonders gut gefallen hat: Die Mischung aus unberührter Natur und Zivilisationsnähe. Daher ist die Tour eine beliebte Wahl für die erste mehrtägige Wanderung. Gleichzeitig sind die Wege aber naturnah und landschaftlich spannend genug, dass sich auch erfahrene Wanderer nicht langweilen.

Fischerweg Portugal: Alle Infos auf einen Blick

  • 📍 Strecke: Küstenwanderung im Naturpark Costa Vicentina von São Torpes bis Lagos
  • 📏 Länge: ca. 220 km (gesamt) · ca. 75 km (beliebtester Abschnitt)
  • ⏱ Dauer: 4 Tage (Highlights) · ca. 13 Tage komplett
  • 🔺 Schwierigkeit: leicht bis mittel – ideal für Einsteiger
  • 🔥 Abenteuerfaktor: mittel
  • 🏡 Unterkünfte: Pensionen & kleine Hotels entlang der Route
  • ⛺ Zelten: offiziell verboten (wird teilweise trotzdem gemacht)

Was dich auf dem Fischerweg erwartet

Gut angelegte, perfekt markierte Küstenpfade, geniale Aussichten, bei denen du den Atlantik praktisch durchgehend im Blick hast – und viel Sand. Das ist kurz zusammengefasst der Fischerweg. Es ist ein Weg, der technisch nicht besonders fordert, aber dich trotzdem mit einer wilden, fast unberührten Küstenlandschaft belohnt.

Dazu kommt die einfache Logistik: Die Anreise ist unkompliziert. Am Ende jeder Etappe warten Unterkünfte und Restaurants – erfreulicherweise auch noch recht preiswert. Zelt und teure Campingausrüstung sind also nicht erforderlich. Genau deshalb ist die Wanderung gerade bei Einsteigern so beliebt: Der Fischerweg ist für viele, mich eingeschlossen, der Weg, mit dem sie ins Mehrtageswandern eingestiegen sind.

Gibt es gar keine Schattenseiten? Vielleicht könnte man den relativ hohen Anteil an Sand auf den Wegen nennen. Auf den längeren Etappen kann das etwas anstrengend werden, vor allem in Kombination mit Sonne und Wind. Wirklich störend fand ich das aber nur selten – für mich war es eher eine dieser kleinen Eigenheiten, die den Charakter eines guten Wanderwegs ausmachen und für die man einen Trek am Ende ganz besonders in Erinnerung behält.

✔️ Spektakuläre Küstenlandschaften mit ständigem Meerblick
✔️ Perfekt markiert und einfach zu navigieren
✔️ Gute Infrastruktur mit Unterkünften entlang der Route
❌ Viel Sand auf einigen Abschnitten – teilweise anstrengend

TLDR: Der Fischerweg ist nicht ohne Grund einer der beliebtesten Küstenwanderwege Europas – zugänglich für Einsteiger, aber landschaftlich so stark, dass auch erfahrene Wanderer auf ihre Kosten kommen.

Die schönsten Etappen auf dem Fischerweg

Der schönste und beliebteste Abschnitt des Fischerwegs sind die 4 Etappen von Porto Covo bis Odeceixe. Hier geht es durch eine unverbaute, einsame Küstenlandschaft, fast immer direkt am Atlantik entlang. Einige der anderen Etappen machen teilweise längere Abstecher ins Hinterland.

Wir sind den Weg von Süd nach Nord gegangen und haben jeden Abend in einer Unterkunft in einem der Orte an der Küste übernachtet. Unsere Einteilung der Etappen war folgendermaßen:

EtappeLänge in kmDauerHöhenmeter
01. Odeceixe – Zambujeira do Mar18, 5ca. 7 Stunden
↑ 280 ↓ 240
02. Zambujeira do Mar – Almograve 19ca. 7 Stunden↑ 150 ↓ 170
03. Almograve – Vila Nova de Milfontes 15ca. 5 – 6 Stunden↑ 80 ↓ 80
04. Porto Covo – Vila Nova de Milfontes19 kmca. 8 Stunden↑ 60 ↓ 70

Karte & GPS-Track: Fischerweg von Odeceixe bis Porto Covo

Schau dir auf der Karte die Strecke von Odeceixe bis Porto Covo an. Darunter findest du den GPS-Track, den du zur Navigation mit einer Smartphone-App bzw. GPS-Gerät verwenden kannst.

Zum Vergrößern anklicken:

Bild: QGIS/Thunderforest Landscape

GPS-Download

Anleitung zum Öffnen von GPX-Tracks

Wanderkarte und Wanderführer für den Fischerweg

Meine Empfehlung: Rother Wanderführer Rota Vicentina

Der Wanderführer aus dem Rother-Verlag* stellt sämtliche 13 Etappen des Fischerwegs von Porto Covo bis Lagos sowie den kompletten „Historischen Weg“ im Detail vor und enthält zudem 9 schöne Rundtouren in der Region.

Neben einer ausführlichen Tourbeschreibung mit Höhenprofil und Übernachtungsmöglichkeiten enthält das Büchlein außerdem Kartenausschnitte der einzelnen Etappen.

Wenn du dir einen Wanderführer für die Region besorgen möchtest, bist du mit diesem Führer bestens bedient!

Wenn du gerne eine Papierkarte verwendest bietet sich die Wanderkarte zur Costa Vicentina im Maßstab 1:50.000* an. Die Karte enthält die gesamte Rota Vicentina in 4 Blättern, außerdem noch ein Beiheft mit den wichtigsten Infos zum Fischerweg. Man braucht sie vermutlich nicht zwingend, aber ich habe trotzdem gerne immer eine richtige Karte dabei.

Reisebericht: In 4 Tagen von Odeceixe bis Porto Covo auf dem Fischerweg

Zum Einstieg mein Reisebericht mit Fotos und Eindrücken vom zentralen und schönsten Abschnitt des Fischerwegs. Die Tour haben wir auf eigene Faust als Wandergruppe organisiert, nur am letzten Tag war ich alleine unterwegs. Wir sind die Strecke von Süd nach Nord gewandert, viele machen es anders rum. Prinzipiell ist die Anreise aber in beide Richtungen einfach möglich (siehe unten).

Wandergruppe bei Odeceixe auf dem Beginn des Fischerwegs.
Auf dem Abschnitt kurz hinter Odeceixe.

🥾 Etappe 1: Odeceixe – Zambujeira do Mar

Länge: 18,5 km  ·  Dauer: ca. 7 Stunden  ·  Restaurant unterwegs:✔️ ·  Schwierigkeit: leicht

Pfad: 6,3 km    Schotterweg: 5,7 km    Naturweg: 1,6 km    Asphalt: 4,5 km    Straße: 0,6 km

🏖️ Sandanteil: niedrig

🍽️ Restaurant unterwegs: ✔️

🏡 Unterkunft: Hakuna Matata*

Nachdem uns der Bus aus Lagos nach Odeceixe gebracht hat, starten wir die erste Etappe des Fischerwegs direkt im Ortszentrum. Wir folgen zunächst für ca. 30 Minuten einer Nebenstraße, die sich entlang des Rio Seixe in Richtung Meer schlängelt. Kurz vor der breiten Bucht mit dem schönen Sandstrand Praia de Odeceixe beginnt dann der eigentliche Wanderweg, der uns zunächst über die Dünen führt.  Das Rauschen der Wellen wird stärker, schließlich eröffnet sich vor uns der Atlantik in all seiner Pracht. Am Aussichtspunkt Punta Arena genießen wir einen tollen Blick auf die Bucht.

Blick auf die Bucht von Odeceixe.
Toller Blick auf den riesigen Praia de Odeceixe.

Wir wandern wir an der Küste entlang, passieren einsame Buchten. Schnell wird klar, warum der Weg eigentlich „Fischerweg“ heißt. In diesem abgelegenen Landstrich waren die schmalen Küstenpfade zwischen den Dörfern die einzige Möglichkeit für die Fischer, ans Meer zu gelangen. Hin und wieder kommen wir an Hinweisschildern vorbei, die Wanderer ermahnen auf den Wegen zu bleiben. Durch die permanente Erosion von Wind und Wasser sind die Klippen der Costa Vicentina instabiler als es wirkt, zumindest gelegentlich dürften Teile der Küste ins Meer abrutschen.


Das Fischerörtchen Azenha do Mar befindet sich ziemlich in der Halbzeit der Etappe. Der kleine Strand ist über eine Treppe erreichbar und bietet keine Infrastruktur. Wir machen stattdessen Mittagspause im einfachen, aber guten Restaurant Azenha do Mar. Das Ambiente ist unspektakulär, aber das Restaurant genießt inzwischen Kultstatus. Sogar die Zeitung Welt hat schon darüber berichtet. Zu Recht – der Stockfisch (Bacalhau) ist hervorragend!


Hinter Azenja do Mar führt die Route kurzzeitig zwischen Eukalyptusbäumen ins Landesinnere. Am Praia de Amália sind wir dann aber wieder an der wilden Küste und passieren in der Folge eine ganze Reihe von idyllischen Stränden, einer schöner und menschenleerer als der nächste. (Hinweis: Weg zum Praia de Amália derzeit wegen Einsturzgefahr umgeleitet, siehe Track). Kurz bevor wir das Etappenziel Zambujeira do Mar erreichen, kommen wir an diesem riesigen Freiluftgehege vorbei, in dem Strauße und Lamas in der Sonne herumstolzieren.

Strauß und Lama in Freiluftzoo.
Freiluftzoo kurz vor Zambujeira do Mar.

🥾 Etappe 2: Zambujeira do Mar – Almograve

Länge: 19 km  ·  Dauer: ca. 7 Stunden  ·  Schwierigkeit: leicht – mittel

Schotterweg: 8,0 km    Pfad: 4,8 km    Naturweg: 2,9 km    Asphalt: 2,6 km    Straße: 0,6 km

🏖️ Sandanteil: mittel

🍽️ Restaurant unterwegs: ✔️

🏡 Unterkunft: Casa Azul*

Die Etappe startet am Praia de Nossa Senhora, ein kleiner, durch eine Bucht relativ gut von der Brandung geschützter Strand. Über eine Holzbohlen-Treppe geht es hinunter. Danach führt uns der Fischerweg leider weg von der Küste, für die nächsten 2 Kilometer müssen wir entlang der Straße marschieren. Nicht ganz so spannend – aber beim „Restaurante A Barca“ zweigt der Weg wieder auf einen der für den Fischerweg typischen sandigen Küstenpfade ab.


Wir passieren viele Buchten, allerdings liegen sie tief unter den Steilklippen. Ein Weg ist meistens nicht erkennbar. Zum Baden sieht das Meer auch etwas rau aus. Jedes Mal wenn die Wellen an die Ausläufer der Küste donnern, spritzt die Gischt meterhoch in den Wind. Beim Örtchen Cavaleiro – praktischerweise wieder mal genau in der Mitte der Etappe – zweigt die offizielle Route ins Landesinnere ab. Allerdings hat keiner von uns Lust auf eine Pause und wir kürzen ab, indem wir die Bucht auf einem inoffiziellen Trampelpfad durchqueren.

Wanderer auf dem Fischerweg bei Cavaleiro.
Querfeldein geht’s durch die Bucht vor Cavaleiro.

Der nächste Abschnitt vom Leuchtturm am Cabo Sardão bis nach Almograve ist spektakulär, wahrscheinlich der beste der ganzen 4 Tage. Wir laufen zwischen den Dünen immer direkt am Rand der Steilklippen entlang, die rötlich in der Sonne schimmern. Neben uns sattgrüne Sträucher und die leuchtend gelben Mittagsblumen, die einen lebhaften Kontrast zu den Felsen bilden. Am Wegesrand liegen Muscheln im Sand. Die Sonne scheint, aber dank der frischen Brise ist es nicht zu warm. Ein herrlicher Tag und auch wenn es relativ viel Sand gibt, ist es gar nicht so tief. Wir können bequem laufen.


Zum Schluss geht es wieder auf eine Piste. Am großen Praia de Almograve gibt es einen Zugang, der über Holztreppen zum Strand führt. Da ich meine Badesachen dabeihabe, hüpfe ich kurz ins Wasser. Eiskalt! Und ziemlich raue See. Der Horizont wird von den riesigen Wellenbergen komplett verdeckt, die Wellen sind mindestens vier oder fünf Meter hoch. Ist eben doch der Atlantik und nicht das Mittelmeer… Danach ist es nicht mehr weit bis nach Almograve, wo wir die einzigen Gäste in der Jugendherberge sind.

Häuser in Almograve.

🥾 Etappe 3: Almograve – Vila Nova de Milfontes

Länge: 15 km bzw. 10,5 (Abkürzung)  ·  Dauer: ca. 5–6 Stunden  ·  Schwierigkeit: mittel

Schotterweg: 7,9 km    Naturweg: 2,6 km    Straße: 2,1 km    Asphalt: 2,0 km    Pfad: 0,1 km

🏖️ Sandanteil: hoch

🍽️ Restaurant unterwegs:

🏡 Unterkunft: Patio Victoria*

Die heutige Etappe ist kürzer, vor allem da man vor Vila Nova de Milfontes mit einer Personenfähre abkürzen kann. Aber es geht auch relativ häufig durch tiefen Sand. Hinter Almograve wandern wir noch kurz auf einem einfachen Schotterweg aus der Stadt hinaus. Danach machen wir dann einen Schlenker an die Küste und ab hier wird es dann etwas anstrengender.

Wandergruppe auf felsigem Abschnitt auf dem Fischerweg.
Etwas anstrengender Abschnitt hinter Almograve.

Der Weg verläuft auf diesem Abschnitt oberhalb einer Reihe von Stränden, immer mitten zwischen den Dünen. Die sind zwar nicht besonders hoch, aber auf diesen sandigen Dünenwegen rauf und runter zu laufen, ist eine ganz besondere Herausforderung. Zumindest kommen wir langsamer voran, als an den Vortagen.  Die Strände sind dafür wieder mal fantastisch, vor allem der langgezogene Praia do Brejo Largo. Und an fast keinem dieser Strände sehen wir irgendwelche Leute!


Später verlassen wir die Küste und laufen entlang von grünen Äckern. Das Landesinnere ist ziemlich flach und wird vor allem landwirtschaftlich genutzt. Vor Vila Nova de Milfontes gelangen wir dann zu der breiten Bucht, wo der Rio Mira in den Atlantik mündet. Die offizielle Wegführung verläuft über eine Autobahnbrücke, allerdings gibt es auch eine Personenfähre. Für 5 Euro kann man sich über die Bucht schippern lassen und spart somit gut 4 Kilometer langweiliges Straßenwandern. Das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen!

Fähre vor Vila Nova de Milfontes.
Mit der Personenfähre über den Rio Mira spart man ca. 1 Stunde Straßenwandern.

Vila Nova de Milfontes ist ein kleines Küstenörtchen mit einem tollen goldgelben Sandstrand und einer hübschen Altstadt aus weißgetünchten Häusern. Ich streife ein bisschen durch die Straßen, gönne mir im Pão Café einen Galão, die portugiesische Version von Caffè Latte. Als ich den Gästen zuhöre, muss ich mich halb totlachen. „Zwei Galao“ heißt auf Portugiesisch eigentlich „dois galãos“ aber wenn die das aussprechen, klingt es wie „duisch galuisch“. Ein urkomischer Akzent – wenn Portugiesen reden, klingt es so, als ob Polen versuchen Spanisch zu sprechen…

Stadtplatz von Vila Nova de Milfontes.

🥾 Etappe 4: Porto Covo – Vila Nova de Milfontes

Länge: 19 km  ·  Dauer: ca. 7–8 Stunden  ·  Schwierigkeit: mittel

Schotterweg: 7,2 km    Pfad: 6,4 km    Asphalt: 3,2 km    Naturweg: 1,8 km    Straße: 0,1 km

🏖️ Sandanteil: sehr hoch

🍽️ Restaurant unterwegs:

🏡 Unterkunft: Mute Hostel*

Auf dieser Etappe bin ich alleine, der Rest der Wandertruppe hat sich schon wieder in Richtung Berlin verabschiedet. Heute steht noch einmal eine lange Etappe an, unterwegs werde ich auch nicht an Ortschaften vorbeikommen. Daher habe ich zwei Liter Wasser und ein bisschen Proviant dabei. Zunächst geht es erstmal wieder zwei Kilometer auf der Piste bis zum Restaurant „Porto das Barcas“ am Hafen. Hier beginnt dann der Naturweg.


Die Wanderung führt heute sehr nah an der Küste entlang, häufig geht es wieder durch relativ tiefen Sand. Dafür werde ich erneut mit fantastischen Stränden belohnt: Der formschöne, aber unerreichbar scheinende „Praia do Burdo“, die sanfte Sandbucht am „Praia do Malhão“ und schließlich den riesigen „Praia dos Aivados“. Hier führt der Weg sogar mitten über den Strand. Anstrengend, aber eine kleine Strandwanderung im Rahmen einer mehrtägigen Tour – das hat auch was für sich.


Gegen Mittag wird es merklich kühler. Am Horizont baut sich eine Sturmfront auf, schon bald prasseln die ersten Regentropfen herunter. Nach den vergangenen sonnigen Tagen bin ich überrascht, wie ungemütlich das Klima am Atlantik werden kann. Der Wind peitscht nur so um mich herum, beim Blick über die wild zerklüftete Küstenlinie komme ich mir fast schon ein bisschen verloren vor.

Storch an der Steilküste der Costa Vicentina.
Auf den steilen Felstürmen, die aus dem Wasser ragen, haben Störche ihre Nester gebaut.

„Fin del Mundo“, das Ende der Welt, so fühlt es sich in diesem Moment an. Eigentlich ganz passend. Der südwestlichste Zipfel Europas befindet sich zwar weiter südlich beim Leuchtturm am Cap von Sao Vicente. Aber auch die Vicentina-Küste, an der ich gerade entlangwandere, bildete jahrhundertelang eine natürliche Grenze für Europa. Das Ende der alten Welt – bis Heinrich der Seefahrer im 15. Jahrhundert seine Schiffe von Sagres aussandte und das Zeitalter der großen Entdeckungsfahrten einleitete.

Schließlich werden in der Ferne die Schornsteine der riesigen Fabriken bei Sines sichtbar. An der schmalen Bucht von Porto Covo treffe ich dann auf einen Fahrweg, ein paar Minuten später bin ich Stadtzentrum, wenn man das so nennen will. Wie alle Orte an der Küste wirkt Porto Covo in der Nebensaison ziemlich verlassen. Aber es gibt Hostels, Restaurants und eine gute Busverbindung. Genau die nutze ich am nächsten Morgen und fahre zum Abschluss nach Lissabon, wo ich noch ein paar schöne Tage verbringe.

Stadtpark in Lissabon.
Der Park Jardim da Estrela in Lissabon.

Im Folgenden die praktischen Tipps, mit denen du die Wanderung auf dem Fischerweg ganz einfach selbst planen kannst.

Wie schwer ist der Fischerweg?

Der Fischerweg ist eine technisch leichte Wanderung. Wir bewegen uns fast durchgängig auf gut zu begehenden Wegen, häufig auch auf Schotterpisten. Das Gelände ist zudem nicht besonders steil. Die zu bewältigenden Höhenmeter pro Etappe fallen daher sehr moderat aus und es gibt auch keine ausgesetzten Steilpassagen oder gefährliche, technisch anspruchsvolle Stellen. Die einzige größere Herausforderung sind die langen Passagen durch Sand.

✔️ Meist einfache, gut begehbare Küstenpfade
✔️ Keine technische Passagen
✔️ Sehr gut markierte Route
❌ Teilweise tiefer Sand macht Laufen etwas anstrengender

Muss man für den Fischerweg schwindelfrei sein?

Der Fischerweg ist auf dem Abschnitt zwischen Porto Covo und Odeceixe häufig als schmaler Küstenpfad am Meer angelegt. Stellenweise fällt die Küste neben dem Weg recht steil ab – bis zu 50 Meter. Es ist aber immer ausreichend Platz. Die Stellen, bei denen der Weg der Küste am nächsten kommt, sehen ungefähr so aus:

Küstenweg am Atlantik in Portugal.

Wenn du keine ernsthafte Höhenangst sollte diese Wegabschnitte kein Problem sein. Dazu kommt: Der Fischerweg führt auf den vier Tagesetappen zwar fast immer am Meer entlang, aber die Art der Pfadführung unterscheidet sich von Etappe zu Etappe. An nächsten an den Klippen läufst du auf diesen Abschnitten:

  • 1️⃣ Etappe 1: Odeceixe – Zambujera – Kurz nach dem Verlassen der Schotterpiste ab Punta Arena für ca. 5 km
  • 2️⃣ Etappe 2: Zambujera – Almograve – Hinter dem Restaurante A Barca für ca. 7 km
Sandiger Weg auf der Rota Vicentina.
Manche Abschnitte auf dem Fischerweg führen längere Zeit durch Sand.

Sand auf dem Fischerweg

Die größte Herausforderung beim Fischerweg ist, dass du stellenweise durch tiefen Sand marschierst. Das ist anstrengender als normales Wandern und man kommt dabei langsamer voran. Rechne damit, dass du ca. 25 – 30 % mehr Zeit brauchst, um voranzukommen. Der Sandanteil variiert aber von Etappe zu Etappe.

EtappeVon – NachSandanteilCharakteristik
1️⃣Odeceixe – Zambujeiraniedrig ●○○○Der sanfte Einstieg: überwiegend feste Klippenpfade und Schotterwege.
2️⃣Zambujeira – Almogravemittel
●●○○
Meist feste Wege, etwas anstrengende Passage durch die roten Dünen kurz vor Almograve.
3️⃣Almograve – Milfonteshoch
●●●○
Wechselhaft: sehr sandige Abschnitte in der ersten Hälfte, später einfachere Feldwege.
4️⃣Milfontes – Porto Covosehr hoch
●●●●
Die Herausforderung zum Schluss: fast 20 km, weite Strecken durch tiefen Dünensand.

❓ Eine naheliegende Frage in diesem Zusammenhang: Wie verhindere ich, dass Sand in die Schuhe kommt?

Die Methode, mit der ich das gelöst habe: Eine zippbare Wanderhose, die ich je nach Bedarf kürzen konnte. Bei besonders sandigen Passagen habe ich die Hosenbeine wieder befestigt und unten über die Schuhe gestülpt. Das war dann eine Art natürliche Gamasche zum Schutz. Das bisschen Sand, das noch reingekommen ist, habe ich einfach in den Pausen ausgeklopft.

Ich verwende diese Wanderhose:

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  • Flexibles Stretch-Material
  • Schnelltrocknend und atmungsaktiv
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Wenn du ausschließlich in kurzen Hosen und/oder niedrigen Leichtwanderschuhen wanderst, kann es natürlich trotzdem Sinn machen, sich eine leichte Trail-Gamasche zum Schutz vor Sand besorgen. Mein Blogger-Kollege Dominik hat mit den Tidy Gaiters ein gutes Modell dafür entwickelt. Auf jeden Fall einen Blick wert!

Gesperrte Wegabschnitte

Unter Umständen können bestimmte Wegabschnitte gesperrt sein. Wir hatten z.B. direkt auf der ersten Etappe hinter Odeceixe Hinweisschilder gesehen. Grund dafür ist die Erosion. Durch den permanenten Einfluss von Wind und Wasser können Abschnitte der Küste im Lauf der Zeit instabil werden und ggf. wegrutschen. Die Chance, dass sich ein Stück Küste genau in dem Moment löst, in dem du drüber läufst, ist natürlich verschwindend gering.

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Beste Reisezeit zum Wandern auf dem Fischerweg

Auf der offiziellen Webseite der Rota Vicentina wird empfohlen, den Fischerweg in den Monaten September bis Juni zu wandern. Im Sommer ist es mit Temperaturen über 30° Grad an der Algarve sehr heiß. Schatten gibt es auf dem Weg so gut wie nicht, dazu kommt das teils anstrengende Laufen durch den Sand.

Ich fand die Zeit Ende März hervorragend. Die Temperaturen tagsüber lagen bei rund 20° Grad und man merkte, wie die Pflanzenwelt langsam aus dem Winterschlaf erwachte. Überall am Weg blühten die Blumen, der Frühling war in vollem Gange. Das Frühjahr ist an der Vicentina-Küste zudem Nebensaison, weil viele Surfer und Camper erst im Sommer anreisen. Also die besten Voraussetzungen für Wanderer!

Der März ist auch insofern ideal, weil dann noch nicht ganz so viel los ist. Die meisten Wanderer sind im April/Mai unterwegs. Da der Fischerweg in den letzten Jahren extrem beliebt geworden ist, wird es zu diesen Zeiten deutlich voller auf den Wegen. Zu kalt fand ich es im März nicht, aber eine Regen-/Windjacke war sinnvoll. Die Atlantikküste ist im Frühjahr schon recht stürmisch.

Fels inmitten blühender Büsche an der Costa Vicentina.

So klappt die Anreise

Der Fischerweg ist ganzjährig gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Busse des Transportunternehmens Rede Expressos fahren sowohl Odeceixe im Süden und Porto Covo im Norden an. Um nach Portugal zu gelangen bieten sich die Flughäfen Faro (Süden) und Lissabon (Norden) an. Die Anreise unterscheidet sich etwas, je nachdem wo du landest:

Start in Faro

  • 1️⃣ Mit der Buslinie 16 bis zum Busbahnhof Terminal Rodoviário (Fahrplan). Fahrscheine gibt es direkt beim Fahrer.
  • 2️⃣ Anschließend Expressbus der Linie 57 mit dem Busunternehmen Vamos bis nach Lagos (Fahrplan). Die Fahrt dauert knapp 2 Stunden.
  • 3️⃣In Lagos Buslinie 78 oder 80 mit Rede Expressos (Online-Fahrplan) nach Odeceixe. Die Fahrt ist recht kurz, ca. 50 Minuten.
  • 🚍 Alternative bei Start in Porto Covo: In Lagos Buslinie 33 bis Vila Nova de Milfontes, dann umsteigen in Buslinie 20 bis Porto Covo, ca. 3 Stunden von Lagos (Fahrplan)
Busbahnhof in Lissabon.

Start in Lissabon

  • 1️⃣ Vom Flughafen bis zum zentralen Busbahnhof Lisboa Sete Rios (verschiedene Linien), ca. 30 Minuten
  • 2️⃣ Danach von Sete Rios mit den Expressbussen 229, 278 oder 051 nach Porto Covo, ca. 2 – 2,5 Stunden (Online-Fahrplan)
  • 🚍 Alternative bei Start in Odeceixe: mit Buslinie 278 einfach bis Odeceixe weiterfahren, ca. 3,5 Stunden

Die genannten Linien kannst du natürlich auch für die Rückfahrt nutzen. Wir sind von Lagos aus gefahren, weil wir da vorher noch einen Abend verbracht haben und den Fischerweg von Süd nach Nord mit Start in Odeceixe gewandert sind. Bei einem Start im Norden ist es vermutlich besser direkt nach Lissabon zu fliegen, weil du von da schneller in Porto Covo bist. Andererseits ist Lagos wirklich schön und vor der Wanderung nochmal einen Blick auf die Algarve zu werfen hat auch was für sich.

💡 Tipp: Du kannst die Bustickets mit dem Portal Omio bequem online buchen*. Gib im Suchfenster einfach Start- und Zielort ein, sowie das Datum und fertig. Ich habe das selbst schon genutzt, es funktioniert problemlos und die Kosten sind ungefähr gleich.

Empfehlenswerte Unterkünfte auf dem Fischerweg

Die meisten Wanderer auf dem Fischerweg übernachten in Unterkünften. In allen Etappenorten des Fischerwegs findest du Hostels und Pensionen, teilweise auch Campingplätze. Die Preise sind moderat, vor allem in der Nebensaison. Rechne mit etwa 40- 50 Euro für ein Doppelzimmer pro Nacht, dazu ggf. noch Frühstück. Eine vorige Reservierung ist besser, zumal der Weg mit jedem Jahr beliebter wird. Das gilt vor allem dann, wenn du in einem Zimmer und nicht im Schlafsaal übernachten willst.

Unterkunft am Fischerweg in Portugal.

Wir haben in diesen preiswerten aber guten Unterkünfte auf dem Fischerweg übernachtet, ich kann sie mit gutem Gewissen weiterempfehlen:

Zambujeira do Mar

UnterkunftAnmerkung
Hostel Hakuna Matata*Der Name ist Programm: Gemütliches Hostel mit relaxter und entspannter Atmosphäre im Ortszentrum von Zambujeira do Mar.
Leser-Tipp:
Villa Camping Zambujeira*
Campingplatz mit Mobilheimen, Supermarkt und Restaurant. Im Gemeinschaftsraum gibt es einen großen Kamin, an dem man schön relaxen kann.

Almograve

UnterkunftAnmerkung
Pousada de Juventude*Jugendherberge mit großer Terrasse und Garten am Ortsrand von Almograve. Frühstück ist im Preis dabei und äußerst umfangreich.
Leser-Tipp: Casa Azul*Ferienhaus in Strandnähe mit eigener Küche, Balkon und Waschmaschine, ideal für Pärchen

Villa Nova de Milfontes

UnterkunftAnmerkung
Apartmentos Pátio Victória*Einfache aber schöne Apartments für bis zu 4 Personen mit eigener Küche. Zum großen Strand Praia de Franquia sind es nur 3 Minuten zu Fuß.
Leser-Tipp: Villa Eira Boutique Houses*Die etwas schickere Variante mit eigenem Pool auf dem Gelände. Ebenfalls Apartments für mehrere Personen verfügbar.

Porto Covo

UnterkunftAnmerkung
Mute Hostel*Großes Hostel am Strand von Porto Covo mit Einzel- und Doppelzimmern sowie Plätzen im Schlafsaal. Frühstück ist im Preis inbegriffen, einen Pool gibt es auch.
Leser-Tipp: Ahoy Hostel Porto Covo*Direkt an der Hauptstraße von Porto Covo gelegen und mit 15 Euro pro Nacht im Schlafsaal ziemlich günstig.

Odeceixe

Hier haben wir nicht übernachtet, daher nur die folgende Empfehlung, die ich per Zuschrift erhalten habe (vielen Dank an Leserin Laura):

UnterkunftAnmerkung
Odeceixe Hostel*Im Ortszentrum von Odeceixe. Kein Frühstück, aber dafür mehrere Restaurants direkt in der Nähe

💡 Wenn du selbst in Unterkünften übernachtet hast, die du empfehlen möchtest, hinterlasse unten gerne eine Kommentar! Die anderen Wanderer werden es dir danken.

Campingplätze

Auf den Etappen des Fischerwegs zwischen Porto Covo und Odeceixe gibt es auch mehrere Campingplätze, auf denen man übernachten kann – entweder im eigenen Zelt oder in Bungalows, Mobilheim etc. Ein Zeltplatz kostet um die 15 Euro.

Die Campingplätze sind:

Beachte, dass die Campingplätze nicht direkt am Weg liegen, sondern teilweise etwas weiter im Inland.

Wanderer im Hinterland der Costa Vicentina.

Wildcampen auf dem Fischerweg

Wildcamping und freies Zelten ist an der Vicentina-Küste verboten. Auf diversen Schildern am Wegesrand wird zudem darauf hingewiesen, dass man die markierten Wege zum Schutz der Landschaft nicht verlassen soll.

Die Realität sieht natürlich etwas anders aus. Unterwegs habe ich einige Leute gesehen, die trotz Verbot wild am Strand gezeltet haben. Und ein Freund von mir hat die Strecke auch mit dem Zelt gemacht, allerdings schon vor knapp 10 Jahren. Damals war der Weg noch nicht ganz so bekannt.

Sandbucht am Rand des Fischerwegs.

Ich denke, unauffälliges Stealthcamping sollte möglich sein. Ich würde dann aber eher ins Hinterland ausweichen. Die empfindliche Dünenlandschaft steht nicht ohne Grund unter Schutz. Bedenke auch: Ein einzelner Wanderer, der eine Nacht irgendwo zeltet, richtet kaum Schaden an. Aber wenn es alle machen, leidet die Natur. Und irgendwann werden dann auch schärfere Kontrollen kommen.

Wenn du zeltest, halte dich auf jeden Fall an das Leave-no-Trace-Prinzip, nimm allen Müll wieder mit und bleibe nicht länger als eine Nacht an einem Ort. An Stränden sollte man zudem die Gezeiten beachten. Zeltplätze unterhalb der Steilklippen sind wegen Steinschlaggefahr ebenfalls zu vermeiden.

Hier findest du Tipps für empfehlenswerte Zelte:

Proviant und Verpflegung auf der Wanderung

Verpflegung kannst du während der Wanderung nachkaufen. Im Frühjahr wirkten die kleinen Orte an der Vicentinaküste häufig zwar wie ausgestorben. Dennoch haben wir an jedem Start- und Zielort mindestens 1 kleinen Supermarkt gefunden, wo man Nüsse, Obst, Müsliriegel und anderen Kleinkram zum Snacken bekommt. Bis auf den Abschnitt zwischen Porto Covo und Almograve gab es unterwegs zudem ein kleines Restaurant, das wir die Mittagspause genutzt haben (siehe Beschreibung der Etappen oben).

Wichtig ist: Ausreichend Wasser mitnehmen, ca. 2-3 Liter pro Etappe. Ich versuche Plastikmüll zu vermeiden und verwende stattdessen diese praktische wiederverwertbare Faltflasche:

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Das Wasser kannst du z.B. in den Unterkünften nachfüllen. An vielen Strandzugängen und in den Ortschaften gibt es auch öffentliche Toiletten mit fließendem Wasser. Das Leitungswasser im Süden Portugal schmeckt etwas verchlort, ich fand es aber nicht ganz so extrem wie z.B. in La Gomera. Gesundheitlich sollte es keine Probleme geben (ggf. Filter benutzen).

Wasser aus den Bachläufen und Flüssen zu trinken ist nicht empfehlenswert, auch nicht gefiltert. Die Region wird im Hinterland der Küste stark landwirtschaftlich genutzt, das Wasser dürfte ordentlich mit Dünger angereichert sein. Im Küstenbereich ist zudem mit Zufluss von Salzwasser zu rechnen.

Fischerweg in Odeceixe am Fluss.

In den Ortschaften gibt es neben den Unterkünften auch Restaurants, in denen du für wenig Geld gutes Essen zum Abschluss eines langen Wandertages bekommst.

Ein paar Empfehlungen:

Mein Eindruck in der Nebensaison war: Viele Restaurants haben geschlossen, weil es sich wahrscheinlich nicht lohnt, den Laden vor Mai/Juni aufzumachen. Auch die Öffnungszeiten in Google Maps waren nicht gerade verlässlich. Es gab aber zumindest in jedem Ort ein Restaurant, das aufhatte. Verhungern wirst du also nicht.

Die Region ist aus naheliegenden Gründen besonders für Fisch bekannt – besonders lecker fand ich Stockfisch, Calamares und gekochten Oktopus. Ich kenne Leute, die den Trail komplett mit Camping-Ausrüstung und Selbstversorgung bestritten haben. Geht auch, zwingend nötig ist das aber nicht.

Wanderer steigen auf dem Fischerweg zur Küste ab.

Gepäcktransport für den Fischerweg

Dazu haben mich schon einige Leseranfragen erreicht: Kann man den Fischerweg auch ohne eigenes Gepäck wandern und sich die Sachen transportieren lassen? Ich habe daher mal ein bisschen recherchiert und den deutschsprachigen Anbieter Vicentinatransfers gefunden.

Der Service ist bis auf Dezember und Januar ganzjährig und täglich verfügbar. Pro Etappe fallen etwa 15- 20 Euro für 2 Gepäckstücke an, für jedes weitere Gepäck 5 Euro extra. Das ist ziemlich fair, da man sich sonst um nichts kümmern muss. Wir haben das nicht genutzt, die Angaben sind also ohne Gewähr. Wenn jemand Erfahrungen damit hat – gerne unten einen Kommentar hinterlassen!

Orientierung und Navigation

Der Fischerweg dürfte zu den am besten markierten Weitwanderwegen Europas zählen. Die Markierungen sind erkennbar neueren Datums und finden sich regelmäßig auf Holztafeln, Schildern oder Steinen am Wegesrand. Häufig sieht man schon die nächste Markierung weiter vorne. Auf unmarkierte Abschnitte wird eigens mit Warntafeln hingewiesen – komfortabler geht’s nicht.

Markierung Fischerweg:

Markierung Fischerweg.

Falls du doch mal von der Route abkommst, kannst du dich zudem immer an der Küste orientierten. Spätestens nach ein paar hundert Metern bist du wieder auf dem richtigen Weg. Verlaufen ist auf dem Fischerweg also quasi unmöglich, sofern du ein bisschen aufpasst. Die GPS-Tracks in Verbindung mit einer Navigations-App sind sicherlich trotzdem hilfreich.

Wegweiser mit Markierung am Fischerweg.
Wegweiser am Fischerweg.

Fischerweg, Historischer Weg und Rota Vicentina

Der Fischweg ist Teil eines größeren Wegenetzes im Südwesten Portugals, der sogenannten Rota Vicentina. Die Rota Vicentina besteht aus 750 Kilometern Wanderwege, die die gesamte Vicentina-Küste erschließen. Neben dem Fischweg zählen dazu:

Historischer Weg: 13 Etappen und 263 km, Teil des Europäischen Fernwanderwegs E9. Verläuft parallel zum Fischerweg, aber eher im Hinterland von Alentejo/Algarve und nicht an der Küste. Start ist Santiago do Cacém, Ziel der Leuchturm am Cabo de S. Vicente in der Nähe von Sagres.

Markierung:

Markierung Historischer Weg.

Rundwanderwege: 24 Rundwanderwege, die an verschiedenen Etappenorten des Fischerwegs und des Historischen Wegs starten. Die Länge beträgt meist zwischen 10 und 20 km. Gut als zusätzliche Tageswanderungen möglich.

Markierung:

Markierung Rundwanderwege Rota Vicentina.

Teilweise überschneiden sich die Wege, auf einigen Schildern befinden sich Markierungen des Fischerwegs und des Historischen Wegs. Generell kannst du dir aber merken: Der Fischerweg verläuft an der Küste, der Historische Weg im Hinterland. Die Rundwege sind deutlich mit Hinweisschildern ausgezeichnet.

Tipp: In der beliebten Wander-App Outdooractive ist der Fischerweg ebenfalls eingetragen. Mit dem folgenden Gutschein sparst du 5 Euro für das Pro-Abo – das sind 2 Monate der Premiumversion geschenkt!

So funktionierts:

  1. Auf den Link klicken* und einen Account für Outdooractive erstellen.
  2. Das Pro-Abo auswählen.
  3. Im nächsten Fenster „Gutschein einlösen“ auswählen und den Gutscheincode „ESKAPIST5L“ eingeben.
  4. Verwende alternativ den Gutscheincode „ESKAPIST10J“ um 10 Euro beim Abo Outdooractive-Pro+ zu sparen.

Anschließend wird der Gutschein direkt mit dem Betrag verrechnet und du erhältst Zugriff auf die Premium-Features.

💡 Outdooractive bietet in der Pro-Version gute topografische Karten vom Centro de Informação Geoespacial do Exército, also vom portugiesischen Militär. Auch die Vicentina-Region wird abgedeckt. Weitere Infos zu Outdooractive Pro.

Packliste und Ausrüstung

Da wir auf dem Fischerweg nicht zwingend Campingausrüstung mitschleppen müssen, kann man sehr leicht packen. Ich würde empfehlen, dass du auf ein Gewicht von maximal 10 Kilogramm kommst. Das ist mit etwas Planung auch kein Problem.

Folgendes gehört auf die Packliste:

ArtikelAnmerkungEmpfehlung
Trekking-Rucksack40 – 50 Liter reicht ausOsprey Talon 44*
T-Shirt zum Wandern tagsüberidealerweise aus Merinowolle (schnelltrocknend, geruchsresistent)Icebreaker Merino*
WanderhoseBequem, ggf. zippbar  Maier Sports Latit Zip-Hose*
2 Paar Unterwäscheidealerweise aus Merinowolle (geruchsresistent)Icebreaker Boxershorts*
2 Paar Wandersockenverhindern BlasenSmartwool*
Leichter Fleecepullifür kühlere TageMountain Equipment Micro Zip Jacke*
Regenjackean der Atlantikküste kann es auch regnen, vor allem im Frühjahr
Montbell Stormcruiser*
Sonnenbrillevor allem auf den langen Sandpassagen hilfreich (Sonne blendet)Quechua MH140*
KopfbedeckungSonnenschutzNorthface Horizon*
Reisehandtuchleicht und schnelltrocknend
PackTowl Luxe Hand*
Powerbankzum Aufladen in den UnterkünftenAnker PowerCore 10000mAh*
Ladekabelfür elektronische Geräte
ggf. Gamaschenfür die SandabschnitteTidy Gaiters
ggf. Wanderstöckeentlastet Knie und GelenkeHelinox Ridgeline LB135*

Weitere Tipps findest du hier:

Welche Schuhe braucht man für den Fischerweg?

Berücksichtige bei der Schuhwahl, dass du längere Strecken am Stück durch Sand läufst. Von schweren Wanderstiefeln aus Leder o.ä. würde ich daher dringend abraten. Die Wege sind überwiegend technisch einfach, Leichtwanderschuhe sind hier eine gute Option, ggf. halbhoch wenn du zum Umknicken neigst. Ich selbst verwende für solche Wanderungen gerne Trailrunningschuhe, manchmal auch Approach-Schuhe.

Zwei Modelle, die ich persönlich empfehlen kann, sind:

Gesamte Route des Fischerwegs

Wenn du den gesamten Weg durch den Naturpark „Sudoeste-Alentejano e Costa Vicentina“ laufen willst, erwarten dich insgesamt 13 Tagesetappen auf einer Gesamtlänge von 226 km. Offizieller Start ist in São Torpes. Von hier aus führt der Weg immer an der Küste entlang bis nach Lagos im Süden.

Die offiziellen Etappen des Fischerwegs von Nord nach Süd sind:

EtappeLänge in kmDauerHöhenmeter
1. São Torpes/Sines – Porto Covo10ca. 3 Stunden+ 120
2. Porto Covo – Vila Nova de Milfontes20,5ca. 8 Stunden +200, – 180
3. Vila Nova de Milfontes – Almograve15ca. 5 1/2 Stunden+ 150, – 130
4. Almograve – Zambujeira do Mar22 ca. 7 Stunden+ 200, – 200
5. Zambujeira do Mar – Odeceixe18, 5 ca. 7 Stunden+ 300, – 300
6. Odeceixe – Aljezur22,5ca. 7 Stunden+ 150, – 150
7. Aljezur – Arrifana17, 5ca. 6 Stunden+ 400, – 350
8. Arrifana – Carrapateira20ca. 6 Stunden+ 300, – 250
9. Carrapateira – Vila do Bispo16ca. 6 Stunden+ 500, – 420
10. Vila do Bispo – Sagres20, 5 ca. 7 Stunden+ 150, – 200
11. Sagres – Salema19, 5ca. 8 Stunden+ 600, – 650
12. Salema – Luz12ca. 4 1/2 Stunden+ 400, – 400
13. Luz – Lagos11 ca. 4 Stunden+ 300, – 300

Quelle: rotavicentina.com

Mir wurde allerdings schon mehrfach berichtet, dass die anderen Etappen teilweise ihre Längen haben, weil sie entlang von Straßen oder auf Schotterpisten verlaufen. Eindrücke vom südlichen Abschnitt des Fischwegs findest du auf Dominiks Blog Weg als Ziel.

Fels inmitten blühender Büsche an der Costa Vicentina.

FAQ und sonstige Tipps

Zum Abschluss noch ein paar praktische Tipps und Antworten auf typische Fragen, die mir vor und während der Wanderung selbst begegnet sind.

Ja, grundsätzlich ist der Fischerweg auch für Anfänger geeignet. Wenn du eine solide Grundkondition mitbringst und mehrere Stunden am Tag gehen kannst, ist der Fischerweg auch ohne große Wandererfahrung gut machbar.

Die meisten Wanderer gehen von Nord nach Süd, also z. B. von Porto Covo Richtung Odeceixe. In dieser Richtung weht der Wind häufig von hinten, was die Wanderung angenehmer macht. Dafür scheint einem die Sonne öfter ins Gesicht. Die umgekehrte Richtung ist auch gut machbar, am Ende hat man allerdings die Fabrikanlagen von Sines am Horizont.

Eine Vorbuchung ist generell empfehlenswert, da der Fischerweg inzwischen recht beliebt ist und viele Unterkünfte schnell ausgebucht sind.

Wanderstöcke können hilfreich sein, vor allem bei längeren Etappen mit Rucksack. Wenn du bereits Wanderstöcken besitzt, kannst du sie mitnehmen - zwingend erforderlich sind sie meiner Meinung nach aber nicht. Ich hatte keine dabei.

Nein, das ist nicht notwendig. In allen Etappenorten zwischen Odeceixe und Porto Covo gibt es Bankautomaten. Du kannst unterwegs jederzeit Geld abheben und musst keine großen Mengen Bargeld mit dir führen. Häufig kann man auch bargeldlos zahlen (EC-/Kreditkarte).

Ja, in den Unterkünften, Restaurants und Cafés entlang des Fischerwegs sprechen die meisten Menschen ausreichend gutes Englisch. Die Verständigung ist in der Regel problemlos möglich.

In der Regel nicht. Auf meiner Wanderung habe ich keine freilaufenden oder aggressiven Hunde erlebt. Der Fischerweg gilt in dieser Beziehung als unproblematisch.

Ja, du kommst unterwegs an vielen schönen Stränden entlang, die sich für eine Abkühlung anbieten. Allerdings ist der Atlantik ziemlich rau, das Wasser eher kühl und es können starke Strömungen auftreten. Etwas Vorsicht ist angebracht.

Viele nutzen die Gelegenheit für einen Abstecher nach Lissabon. Die Stadt ist gut erreichbar und eignet sich ideal, um die Reise entspannt ausklingen zu lassen. Es gibt zahlreiche Unterkünfte und Sehenswürdigkeiten für ein paar zusätzliche Tage. Eine gute, preiswerte Unterkunft ist das  Living Lounge Hostel*.

Wanderer mit Rucksack blickt vom Fischerweg über den Atlantik.

Mein Fazit zum Fischerweg

Eine wirklich empfehlenswerte Küstenwanderung! Der mächtige Atlantik, windgepeitschte Dünenlandschaften, eine beeindruckenden Steilküste: Mit dieser Mischung hat uns der Fischerweg jeden Tag tolle neue Eindrücke beschert. Und gerade wenn man ein bisschen Abwechslung vom nasskalten Winter in Mitteleuropa möchte, ist das eine sehr willkommene Flucht in den Süden.

Ob die übrigen Etappen genauso gut sind, kann ich persönlich nicht beurteilen. Die Strecke von Odeceixe bis Porto Covo hat auf jeden Fall großen Spaß gemacht. Wenn dir der Sinn nach einer einfachen, aber landschaftlich beeindruckenden Küstenwanderung steht, machst du mit dem Fischerweg garantiert nichts falsch.

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Lykischer Weg: Mein ehrlicher Erfahrungsbericht (+ viele Tipps) https://der-eskapist.de/tuerkei/lykischer-weg-turkei-erfahrungsbericht-etappen-tipps/ https://der-eskapist.de/tuerkei/lykischer-weg-turkei-erfahrungsbericht-etappen-tipps/#comments Thu, 19 Mar 2026 20:08:47 +0000 https://der-eskapist.de/?p=14258 In diesem Artikel: Ich bin den Lykischen Weg nicht zu Ende gelaufen. Eigentlich war der Plan klar: Immer entlang der türkischen Mittelmeerküste wandern, auf einem der angeblich schönsten Fernwanderwege der Welt. Aber irgendwann stand ich nach acht Tagen auf einer staubigen Schotterpiste im Niemandsland hinter Gelemiş und dachte mir: Das reicht jetzt. Und trotzdem – […]

Der Beitrag Lykischer Weg: Mein ehrlicher Erfahrungsbericht (+ viele Tipps) erschien zuerst auf Der Eskapist.

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In diesem Artikel:

Ich bin den Lykischen Weg nicht zu Ende gelaufen.

Eigentlich war der Plan klar: Immer entlang der türkischen Mittelmeerküste wandern, auf einem der angeblich schönsten Fernwanderwege der Welt. Aber irgendwann stand ich nach acht Tagen auf einer staubigen Schotterpiste im Niemandsland hinter Gelemiş und dachte mir: Das reicht jetzt.

Und trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – zählt der Lykische Weg zu den Touren aus den letzten Jahren, die mir besonders im Kopf geblieben sind.

Lykischer Weg Blumenwiese auf der Halbinsel Yediburun.

Zwischen Schotterpisten und Traumlandschaften

Die Türkei haben die meisten ja nicht unbedingt auf dem Schirm, wenn es um Trekking und Wandern geht. Die große Ausnahme: der Lykische Weg (türkisch: Likya Yolu). Der erste Weitwanderweg der Türkei wurde seit seiner Eröffnung 1999 sogar mal vom National Geographic Magazin zu einem der 10 schönsten Wanderwege der Welt ernannt.

Ich war letztes Jahr nach ungefähr 10 Jahren Pause wieder in der Türkei und bin durch das wilde Kaçkar-Gebirge gewandert. Das hat mich schwer beeindruckt, danach war klar: Ich muss so schnell wie möglich wieder in mein zweites Heimatland. Und warum dann nicht zur Abwechslung mal ein bisschen was Bekannteres ausprobieren und schauen, was der berühmte Lykische Weg so taugt?

Mein Plan: Zunächst den ersten Teil des Weges von Fethiye nach Kaş laufen und dann weiterschauen. Was mich erwartete, war eine Mischung aus unglaublich schönen Küstenlandschaften, unerwarteten Highlights – aber auch einigen Dingen, die mich ehrlich gesagt ziemlich genervt haben.

Warum ich trotzdem sagen würde: Der Lykische Weg lohnt sich – und für wen eher nicht – genau das erfährst du in diesem Artikel.

Lykischer Weg – Das Wichtigste auf einen Blick

  • 📍 Strecke: Fernwanderweg von Fethiye nach Antalya
  • 📏 Länge: ca. 450 km (verschiedene Varianten möglich)
  • ⏳ Etappen: 26
  • 🌄 Landschaft: Küstenpfade & Gebirge, mediterrane Kulturlandschaften
  • 🚘 Straßenanteil: relativ hoch, viele Schotterpisten
  • 🔺 Schwierigkeit: mittel (optional anspruchsvollere Varianten)
  • 🔥 Abenteuerfaktor: hoch
  • 📅 Beste Reisezeit: April – Mitte Mai
  • 🏕️ Übernachtung: Zelt, einfache Pensionen & problemloses Wildcampen
  • 🐕 Besonderheit: viele freilaufende Hunde

Was dich auf dem Lykischen Weg wirklich erwartet

Der Lykische Weg ist kein klassischer „Wohlfühl-Fernwanderweg“.

Er ist rauer, unfertiger, stellenweise auch frustrierender, als man es von bekannten Wegen in Europa gewohnt ist. Es ist die Sorte Trail, bei denen du dich zwischendurch wahrscheinlich fragst, warum du dir das eigentlich antust – nur um fünf Minuten später wieder komplett begeistert zu sein. Genau dieses Wechselbad der Gefühle macht den Reiz des Wegs aus.

Landschaftlich erwartet dich ein Best-of aus mediterranen Küstenlandschaften zwischen Bergen und Meer. Dazu gibt’s jede Menge antike Ruinen direkt am Wegesrand, Begegnungen mit der freundlichen Bevölkerung – und viele Russen. Es ist ein Trek, der Natur und Kultur auf vorbildliche Weise vereint und viel fürs Auge bietet. Gleichzeitig gewährt er einen intimen Einblick in Geschichte und Gegenwart dieser alten Kulturlandschaft an der Schwelle von Europa und Asien.


Leider ist nicht alles eitel Sonnenschein. Die Küsten des antiken Lykiens sind heute eine der beliebtesten Ferienregionen der Türkei. Für die Neureichen aus Istanbul gehört es fast schon zum guten Ton, eine Villa für den Sommerurlaub an die Küste zu pflanzen. Dementsprechend wurde und wird viel gebaut – stellenweise ist die Landschaft durch Bauruinen geradezu verschandelt. Teile der Route führen über Asphaltstraßen. Manchmal läuft man stundenlang über Schotterpisten – das kann ziemlich nerven.

  • ✔️ Landschaftlich spektakuläre Berg- und Küstenwege
  • ✔️ Spannende Einblicke in Geschichte und Kultur
  • ❌ Etliche Schotterstraßen und Straßenabschnitte
  • ❌ Teilweise etwas verbaut

Wenn du einen perfekt designten Premium-Wanderweg im europäischen Stil erwartest – sagen wir mal, so etwas wie den Fischerweg in Portugal… Dann wirst du hier vermutlich manchmal an deine Grenzen stoßen. Falls du aber Lust auf einen etwas wilderen, ungeschliffenen Fernwanderweg hast, der dich immer wieder überrascht – dann könnte der Lykische Weg genau dein Ding sein.

Eindrücke vom Lykischen Weg:

Was man auch noch wissen sollte: Als bekanntester Wanderweg der Türkei ist der Lykische Weg gut besucht. Bei meinem Trek ungefähr zu 90% von Russen. Den Rest machen größtenteils Türken aus. In der Türkei reicht der Ruf des Lykischen Wegs inzwischen nämlich so weit, dass selbst die Basarverkäufer im Istanbuler Stadtteil Sultanahmet davon gehört haben. Und die Jungs machen den ganzen Tag nichts anderes als Tee trinken, Zigaretten rauchen und vor ihrem Laden hocken. Ein Geheimtipp ist der Weg also eher nicht.

Für wen lohnt sich der Lykische Weg – und für wen nicht?

Der Lykische Weg hat das Potential zum Polarisieren. Die schönen Abschnitte sind wirklich schön, mancher wird allerdings sich an den Schotterpisten stören. Wie immer hängt viel davon ab, mit welchen Erwartungen du startest.

✔️ Der Lykische Weg lohnt sich für dich, wenn du …

  • … Lust auf eine Mischung aus Natur, Kultur und Geschichte hast.
  • … gerne unabhängig unterwegs bist und auch mal improvisierst.
  • … kein Problem mit einfachen Unterkünften oder Zelten hast.
  • … dich an kleinen „Unperfektheiten“ wie Schotterpisten nicht störst.
  • … das Gefühl von Ursprünglichkeit suchst, das es in Europa immer seltener gibt.

❌ Eher nicht ideal ist der Lykische Weg, wenn du …

  • … einen perfekt ausgebauten Fernwanderweg erwartest.
  • … durchgehend spektakuläre Landschaften ohne „Durchhänger“ suchst.
  • … möglichst wenig Kontakt mit Straßen oder Zivilisation haben willst.
  • … dich schnell von Hitze, Hunden oder organisatorischen Herausforderungen stressen lässt.

Einige der nicht ganz so schönen Abschnitte des Wegs:

Unterm Strich: Der Lykische Weg ist nicht durchgängig ein „Postkarten-Trail“, sondern ein Fernwanderweg mit Ecken und Kanten. Man muss kein schlechtes Gewissen haben, die weniger schönen Abschnitte mit dem Bus zu überspringen. Wahrscheinlich ist das sogar besser!

Wanderführer und Karten zum Lykischen Weg

Meine Empfehlung: Outdoor Wanderführer – Lykischer Weg

Seit 2024 gibt es endlich wieder einen deutschsprachigen Wanderführer für den Lykischen Weg*. Das Buch aus dem Conrad-Stein-Verlags wurde von meinem Blogger-Kollegen Raffaele Nostitz verfasst. Er war ungefähr zur gleichen Zeit wie ich unterwegs und ist den gesamten Weg gewandert.

Der Wanderführer enthält ausführliche Beschreibungen aller Etappen, sowie zumindest teilweise Alternativ-Routen. Außerdem werden GPS-Tracks für die Wanderung bereitgestellt.

Zusammen mit einer guten Wanderkarte bist du mit diesem Buch für alle Fälle gerüstet!

Neben dem Outdoor-Führer gibt es auch ein Guidebook zum Lykischen Weg von der Erfinderin Kate Clow persönlich. Dort werden noch mehr mögliche Routen und Varianten ausführlich beschrieben werden. Außerdem gibt es Tipps für neu markierte Wanderungen abseits der Original-Route. Dieses Buch eignet sich vor allem für Wanderer, die gerne viel selbst planen.

Zur Orientierung und Navigation bieten sich folgende topografische Wanderkarten an:

In den Karten sind Quellen, Zisternen, Ortschaften mit Einkaufsmöglichkeiten und mögliche Zeltplätze eingetragen. Die allerneuesten Nebenrouten von Kate Clow sind nicht drin, allerdings die komplette klassische Route mit den bekannten Varianten. Dass es überhaupt aktuelle Wanderkarten gibt, ist in jedem Fall erfreulich. In der Türkei ist das ein schwieriges Thema, weil häufig das Militär die Hände drauf hält.

Wanderkarten zum Lykischen Weg.

Weitere nützliche Karten im Maßstab 1:50.000 sind:

Diese 4 Karten kannst du auch direkt bei der Culture Routes Society in Antalya vor Ort kaufen. Sie enthalten neben dem Lykischen Weg Abschnitte im Hinterland und sind für entdeckungsfreudige Wanderer hochinteressant. Teilweise sind dort auch weglose Routen und Gipfelbesteigungen eingetragen. Hier am Besten ein bisschen aufpassen – abseits der markierten Routen können Wanderungen in der Türkei schnell zu hartem Bushwacking ausarten.

(Hinweis: Die alten Karten aus dem MapFox-Verlag sind inzwischen leider vergriffen)

Karte und Etappen des Lykischen Wegs

Der Lykische Weg startet offiziell in Ovacık bzw Ölüdeniz, einem Vorort von Fethiye. Von dort geht es in ungefähr 26 Etappen bis nach Konyaaltı bei Antalya. Ich schreibe bewusst „ungefähr“, da es inzwischen etliche Varianten gibt und viele Leute die Abschnitte überspringen, die inzwischen auf Straßen verlaufen.

Auf dieser Karte siehst du den aktuellen Verlauf des Lykischen Wegs (zum Vergrößern anklicken):

Karte des kompletten Lykischen Wegs mit Etappenorten.
Bild: QGIS/Thunderforest Landscape

GPS-Download*

Hinweis: Nur die Strecke von Kayaköy bis Kalkan, ich bin teilweise auf Varianten des Wegs gelaufen. 👉Anleitung zum Öffnen der GPX-Tracks.

Was ist der schönste Abschnitt des Lykischen Wegs?

In der Türkei sagen viele, der Teil von Ölüdeniz bis Patara Beach West sei der beste Abschnitt des Lykischen Wegs. Mir hat das auch sehr gut gefallen, vor allem weil es so abwechslungsreich war: Großartige Bergpanoramen, tolle Küstenwege, einsame Strände – da war ein bisschen was von allem dabei.

Çıralı und den Olympos-Nationalpark fand ich allerdings auch gut, die Szenerie ist hier ein wenig alpiner, da man rund um den Tahtalı Dağı mitten durch die Berge läuft. Das gleiche dürfte für den Abschnitt hinter Kemer gelten – auch dort knackt man nochmal die 1.500 Meter-Marke und es gibt hier vergleichsweise wenig Dörfer.

Wenn du nicht ganz so viel Zeit hast, und dich entscheiden musst, würde ich aber den ersten Abschnitt ab Ölüdeniz empfehlen. Damit machst du nichts falsch – das ist eine Woche reines Wander-Vergnügen.

Blick auf die Lykische Küste von Lykischen Weg.

Diese Abschnitte auf dem Lykischen Weg überspringen viele Wanderer

Auf den folgenden Abschnitten bist du häufiger auf Asphalt oder breiten Schotterpisten unterwegs. Diese Etappen zählen nicht zu den Highlights des Lykischen Wegs, viele Wanderer lassen sie deshalb aus oder kürzen ab.

  • 1️⃣ Patara West / Gelemiş → Kalkan: stark landwirtschaftlich geprägte Umgebung mit vielen Gewächshäusern – eher unspannend, einer der klassischen Abschnitte, den viele skippen.
  • 2️⃣ Finike → Karaöz: Der Weg verläuft fast überwiegend entlang der breiten Küstenstraße D-400 – kann man getrost auslassen.
  • 3️⃣ Çıralı – Tekirova: Hier kommt es auf die Variante an: Der Küstenweg ist stellenweise wenig spannend (viel Schotterpiste), die Gebirgsvariante über den Tahtalı-Pass ist hingegen sehr reizvoll.

Tipp: In der beliebten Wander-App Outdooractive ist der Lykische Weg ebenfalls eingetragen. Mit dem folgenden Gutschein sparst du 5 Euro für das Pro-Abo – das sind 2 Monate der Premiumversion geschenkt!

So funktionierts:

  1. Auf den Link klicken* und einen Account für Outdooractive erstellen.
  2. Das Pro-Abo auswählen.
  3. Im nächsten Fenster „Gutschein einlösen“ auswählen und den Gutscheincode „ESKAPIST5L“ eingeben.
  4. Verwende alternativ den Gutscheincode „ESKAPIST10J“ um 10 Euro beim Abo Outdooractive-Pro+ zu sparen.

Anschließend wird der Gutschein direkt mit dem Betrag verrechnet und du erhältst Zugriff auf die Premium-Features.

Wie lang ist der Lykische Weg?

Die Länge des Lykischen Wegs wird meist mit etwa 500 Km angegeben. Im neuesten Wanderführer ist sogar von 710 Km die Rede. Damit sind aber sämtlichen Varianten und alternativen Wege eingerechnet, die du auf einer einzigen Wanderung gar nicht alle machen kannst. Wenn du den kompletten Weg von Ovacık bis Antalya läufst, kommst du insgesamt auf kanpp 460 Km.

Wegsperrungen und aktuelle Änderungen

Der Verlauf des Lykischen Wegs ändert sich regelmäßig. Sei es durch Bauarbeiten, die Erschließung neuer Straßen, Erdrutsche oder weil Land verkauft wird und der Weg plötzlich über Privatgrundstücke führt. Daher sind jedes Jahr Teams von Freiwilligen unterwegs, um neue Wegabschnitte zu markieren. Aktuelle Infos dazu findest du auf der Webseite der Culture Routes Society.

Meine Etappen-Einteilung

Ich wollte zunächst nur einen Teil des Weges laufen und zwar von Fethiye bis Kaş. Dafür hatte ich etwa 14 Tage veranschlagt. Durch die Varianten und weil es viele Stellen zum Zelten gibt, kann man sich die Strecke gut individuell einteilen. Das habe ich auch so gemacht und bin bereits ein Stück vor Ölüdeniz gestartet. Ende war für mich in Kalkan, das ungefähr drei Tage vor Kaş liegt.

Die Etappen sahen bei mir folgendermaßen aus:

📍 Etappe 🧭 Start/Ziel📏Länge⛰️ Höhenmeter
01Kayaköy – Ölüdeniz11 km+ 820, – 220 hm
02Ölüdeniz – Kabak14 km+ 345, – 1.090 hm
03Kabak – Cennet Beach3,5 km+ 315, – 320 hm
04Cennet Beach – Bel14 km+ 1.015, – 360 hm
05Bel – Gavurağılı (Patara Beach West) – Kınık (Xanthos)11,5 km+ 170, – 815 hm
06Xanthos – Çayköy9,5 km+ 200, – 5 hm
07İnpınar – Gelemiş (Patara Beach Ost)23 km+ 475, – 725 hm
08Gelemiş – Kalkan21 km+ 650, – 625 hm

Nach Gelemiş wurde es mir etwas zu langweilig, weil ich dort lange Zeit auf Schotterpisten durch eine mit halbfertigen Bauruinen verschandelte Landschaft laufen musste. Das Pistenwandern fing aber bereits nach Kınık an. Daher hab ich in Kalkan Schluss gemacht und bin weiter nach Çıralı, um mir noch einige Gebirgsabschnitte des Trails anzuschauen.

Blick über den Berg Olympos auf dem Lykischen Weg.
Lykischer Weg bei der Umrundung des Tahtalı-Massivs – ein wunderbarer Abschnitt!

Lykischer Weg östlich von Kaş

Nach dem Ende in Kalkan bin ich nach Çıralı, ein wunderschönes Dörfchen am Fuße des heiligen Bergs Olympos (Tahtalı Dağı). Hier habe ich in drei Tagen das Olympos-Gebirgsmassiv umrundet, streckenweise ebenfalls auf Abschnitten des Lykischen Wegs. Eine unglaublich schöne Wanderung mit teilweise alpinem Flair, das ich auf der Hauptroute so nicht erlebt habe.

Weiterlesen: Der Tahtalı-Circuit – In 3 Tagen um den heiligen Berg Olympos

Danach bin nach Antalya, um mich auf einer selbstgeplanten Route durch das Taurusgebirge zur legendären antiken Stadt Termessos zu schlagen. Diese Tour war sogar noch beeindruckender und landschaftlich besser als alles, was ich bis dahin auf dem Lykischen Weg gesehen habe. Leider war der Weg auf dem letzten Abschnitt komplett zugewachsen und mit extremem Bushwacking verbunden.

Wanderung in den Bergen von Antalya.
Auf dem Weg nach Termessos bin ich durch die spektakuläre Bergwelt Antalyas gewandert.

Kommen wir jetzt aber erstmal zum Erfahrungsbericht des eigentlichen Lykischen Wegs!

Erfahrungsbericht: Lykischer Weg von Fethiye bis Kaş

Ich hab in den acht Tagen auf dem Lykischen Weg einiges erlebt: Grenzwertige Begegnungen mit Hunden, Kletterpartien, einzigartige Landschaften, interessante Gespräche mit russischen Wanderern und vieles mehr. Für einen Artikel wäre das ein bissel viel. Daher hab ich den Erfahrungsbericht auf die jeweiligen Tage aufgeteilt.

In den Beschreibungen findest du zusätzlich Anmerkungen zu möglichen Wegvarianten, Tipps für Stellen zum Camping – und natürlich jede Menge tolle Fotos. Los geht’s!

Wanderer mit Wegweiser auf dem Lykischen Weg.

In den folgenden Abschnitten noch ein paar praktische Tipps zum Lykischen Weg:

Lykischer Weg Schwierigkeitsgrad: Ist der Weg auch für Anfänger geeignet?

Der Lykische Weg ist auf dem Teil, den ich gewandert bin, größtenteils eine mittelschwere Wanderung im Bereich T2 auf der SAC-Skala. Ich würde ihn vom Schwierigkeitsgrad zwischen dem Fischerweg und dem etwas abenteuerlicheren E4 in Kreta ansiedeln. Die Wege sind teilweise recht steinig, stellenweise auch ein bisschen steiler. Häufig läufst du aber auch einfach auf Feldwegen oder Dirtroads.

Einige Varianten sind etwas schwieriger. Dazu zählte bei mir etwa der Weg zum Cennet Beach, wo ich etwas kraxeln musste. Wirklich dramatisch war das aber auch nicht. Wenn du z.B. regelmäßig in den Alpen oder anderen Gebirgen wandern gehst, sind solche Stellen kein Problem. Was man auch noch sagen kann: Der östliche Teil des Lykischen Wegs verläuft generell in höheren Lagen, also tendenziell eher im Gebirge, als die Trails von Fethiye bis Kaş.

Römisches Aquädukt in der Nähe von Üzümlü auf dem Lykischen Weg.
Auf diesem Abschnitt hinter Xanthos verläuft der Lykische Weg direkt auf einem etwas bröckeligen römischen Aquädukt.

Ist der Weg für Anfänger geeignet? Kommt drauf an… es ist schon alles ein bisschen rauer als in Europa. Dazu kommt die Sache mit den Hunden und die mögliche Sprachbarriere. Im Prinzip sind das alles aber keine Riesen-Probleme und die Bevölkerung ist wahnsinnig freundlich und hilfsbereit. Da spielt auch ein bissel die persönliche Einstellung eine Rolle. Im Prinzip also: Ja… schon irgendwie anfängertauglich. Aber eine Portion Abenteuerlust solltest du mitbringen.

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Hunde auf dem Lykischen Weg

Dir werden auf dem Lykischen Weg sehr viele freilaufende Hunde begegnen, die keinen offensichtlichen Besitzer haben. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei genau 100%. Wenn das nicht so wäre, wäre es nicht die Türkei. Davon muss man sich aber nicht abschrecken lassen. Die Hunde sind in der Regel friedlich. Und in den seltenen Fällen, wo das nicht so ist, ignorierst du sie am Besten.

Die Türken machen das meistens so: Einfach weitergehen und nicht beachten, wenn ein Hund doch mal unfreundlich ist. Im Notfall hebst du einen Stein vom Boden auf oder tust zumindest so. Das verstehen die Hunde und lassen dich dann im Normalfall in Ruhe. Das Wichtigste ist: Sich nicht einschüchtern lassen. Die Hunde checken sofort, wenn du unsicher bist.

Lykischer Weg Hundebegegnung.
Es gibt viele Hunde in der Türkei, aber die meisten sind freundlich oder lassen dich in Ruhe.

Ich hatte auf dem Lykischen Weg nur einmal eine etwas grenzwertige Begegnung mit Hunden, und zwar nachts im Zelt in der Nähe von Xanthos. Da hatte ich schon ein bisschen Schiss. Am Ende ist aber (natürlich) nichts passiert. Ein Sonderfall sind vielleicht noch die großen Kangal-Hirtenhunde: Die können durchaus zudringlich werden, wenn sie das Gefühl bekommen, dass du die Herde bedrohst. Hier am besten einen weiten Bogen drum machen.

Markierungen auf dem Lykischen Weg

Der Lykische Weg ist – zumindest in der Theorie – durchgängig markiert, und zwar folgendermaßen:

  • 🔴⚪ Rot-Weiß: Hauptroute des Lykischen Wegs
  • 🔴🟡 Rot-Gelb: Varianten des Lykischen Wegs

Die Markierungen siehst du meistens relativ regelmäßig, ca. alle 200 Meter. Teilweise sind auch rote Pfeile auf Steine gesprüht. Warum also „in der Theorie“? Nun, es gibt etliche Stellen, wo das nicht so ist. Und zwar meistens dann, wenn der Weg eine Straße oder Piste kreuzt. In diesen Fällen fehlen die Markierungen häufig oder sie sind durch den Straßenbau zerstört und nicht mehr vorhanden.

Wegweiser nach Kalkan auf dem Lykischen Weg.
An einigen Stellen stehen sogar schon offizielle Wegweiser für den Lykischen Weg.

Meine Erfahrung: In der Natur gibt es meistens keinerlei Schwierigkeiten. Der Weg ist hier wirklich vorbildlich markiert, gerade an den etwas unübersichtlichen Stellen. Häufig helfen auch Steinmännchen bei der Orientierung. Probleme gab es eigentlich immer nur in der Nähe von Straßen oder Ortschaften. Hier war häufig durchaus raten angesagt, wo es jetzt genau weitergeht.

Wegweiser einer Unterkunft auf dem Lykischen Weg.
Manchmal stellen auch die Pensionen Wegweiser in die Landschaft, um Wanderer zu sich zu locken. Checke am besten immer mit der Karte, ob die Route stimmt.

Meine Empfehlung ist daher: Lade dir vorher einen GPS-Track der Route herunter und speichere sie offline auf dem Smartphone oder GPS-Gerät ab. Außerdem würde ich mir eine Karte mit dem Verlauf der Route besorgen. Es geht im Notfall wahrscheinlich auch ohne, aber sicher ist sicher. Irgendwann in der Pampa zu stehen und nicht mehr weiterzuwissen, ist vielleicht nicht lebensgefährlich aber zumindest ärgerlich.

Anreise zum Lykischen Weg

Viele Leute reisen über Antalya an, weil es hier die meisten Flugverbindungen gibt. Die Anfahrt nach Fethiye dauert insgesamt etwa 4-5 Stunden, das Ganze funktioniert folgendermaßen:

  • 1️⃣ Am Flughafen die Buslinie 600 zum Busbahnhof Antalya (Antalya Otogar) nehmen.
  • 2️⃣ Der Bus hält an den Terminals T1 und T2, Abfahrt alle 30 Minuten, täglich zwischen 06:30 und 23:30 Uhr. Fahrtzeit 30 – 45 Minuten.
  • 3️⃣ Ticket können im Bus gekauft werden (ca. 2 €, Zahlung nur mit Kreditkarte)
  • 4️⃣ Alternative: Taxi bis zum Busbahnhof (ca. 15 – 20 €, ca. 25 Minuten)

Antalya nach Fethiye

  • 🚌 Am Busbahnhof von Antalya gibt es verschiedene Fernbusanbieter, die nach Fethyie fahren, z.B. Pamukkale oder Fethiye Seyahat.
  • 🎫 Eine gute Alternative ist Flixbus, der die Strecke ebenfalls bedient – hier kannst du die Tickets bereits vorher bequem kaufen (ca. 12 Euro).
  • ⏱️ Die Fahrtzeit von Antalya nach Fethiye beträgt etwa 3,5 Stunden.
Flughafen Dalaman.

Alternative: Anreise über Dalaman

Ich bin stattdessen nach Zwischenstopp in Istanbul nach Dalaman, weil das viel näher an Fethiye liegt als Antalya (50 Kilometer vs. 200 Kilometer). Die Fahrtzeit beträgt hier nur etwa 1 Stunde. Das funktioniert so:

  • 1️⃣ Vom Flughafen Dalaman per Shuttlebus oder Taxi in die Innenstadt/Busbahnhof (Dalaman Otogar).
  • 2️⃣ Am Dalaman Otogar den nächsten Bus (Dolmuş) nach Fethiye nehmen. Die Busse fahren etwa alle 30 Minuten, die Fahrtzeit beträgt rund 45 Minuten, Kosten: 3- 4 Euro.
  • 3️⃣ Alternative: Mit Shuttlebus von Muttaş direkt vom Flughafen Dalaman nach Fethiye (ca. 5 Euro).

💡 Dolmuş sind die typischen Kleinbusse in der Türkei für lokale Verbindungen. Diese Busse fahren tagsüber regelmäßig, bezahlt wird in der Regel bar beim Fahrer – das ist also sehr unkompliziert.

Dolmuş  nach Ölüdeniz für die Anreise zum Lykischen Weg.
Dolmuş in Fethiye auf dem Weg nach Ölüdeniz.

Fethiye zum Start des Lykischen Wegs

Der Start des Lykischen Wegs ist von Fethiye aus in weniger als 30 Minuten erreichbar.

  • 1️⃣ Von Fethiye nimmst du am Busbahnhof (Otogar) den nächsten Dolmuş Richtung Ölüdeniz und steigst in Ovacık aus, dem offiziellen Start des Lykischen Wegs.
  • 2️⃣ Die Dolmuş fahren tagsüber alle 20–30 Minuten, Kostenpunkt: 1-2 Euro.
  • 3️⃣ Der offizielle Start des Trails liegt ca. 10 Minuten außerhalb des Stadtzentrums an der Ölüdeniz Caddesi.

Die Busse halten direkt an der Abzweigung zum Lykischen Weg – einfach der Schotterpiste links in den Wald folgen (Richtung Babadağ) und zwei Minuten später stehts du am Tor zum Lykischen Weg.

Tor am offiziellen Startpunkt des Lykischen Wegs.
Offizieller Start des Lykischen Wegs in Ölüdeniz.

Unterkünfte, Internet und Verpflegung

Die meisten Leute, die ich auf dem Lykischen Weg gesehen habe, hatten ein Zelt dabei – damit ist man auf jeden Fall flexibler. In den kleinen Ortschaften entlang der Strecke gibt es meist nicht wahnsinnig viele Unterkünfte. Gerade wenn eine große Gruppe vor dir ankommt, kann es gut sein, dass alle Zimmer weg sind. Ich habe das ein paar Mal gesehen. Zelten ist meiner Meinung nach the way to go.

Unterkünfte

Wenn du doch im Bett schlafen willst: Viele Unterkünfte am Lykischen Weg kann man teilweise auch über Booking im Voraus buchen. Aus eigener Erfahrung empfehlen kann ich z.B.:

💡 Wichtig: Aufgrund eines Rechtstreits hat die türkische Regierung diverse ausländische Internetanbieter blockiert – dazu zählt auch Booking. Du kannst die Unterkünfte per Booking aus dem Ausland buchen, aber nicht innerhalb der Türkei.

Speisekarte eines Hotels auf dem Lykischen Weg.
Was fast alle Unterkünfte auf dem Lykischen Weg gemeinsam haben: Hervorragendes Essen.

Kosten auf dem Lykischen Weg: Was du pro Tag einplanen solltest

Eine Wanderung auf dem Lykischen Weg ist recht preiswert. Rechne mit etwa 25 – 50 € pro Tag – je nachdem, ob du überwiegend zeltest oder in Pensionen übernachtest.

Ich habe häufig in der Natur gezeltet und lag am unteren Ende des Spektrums, teilweise bin ich sogar mit 10 € pro Tag ausgekommen, wenn ich mir nur Essen gekauft habe. Generell ist die Türkei immer noch ein relativ preiswertes Reiseland, auch wenn die Preise für Hotels und Restaurant durch die starke Inflation in den letzten Jahren gestiegen sind.

  • 🍽️ Ein einfaches, gutes Essen bekommst du schon für 5 €, teilweise sogar noch preiswerter.
  • 🛏️ Ein Zimmer in einer einfachen Pension kostet etwa 20-30 , manchmal ist da sogar Essen dabei.
  • 🏕️ In Bel habe ich im Garten einer Pension gezeltet und dafür 10 € einschließlich Essen gezahlt.

👉 Mein Tipp: Mit einem Mix aus Zelten und gelegentlichen Unterkünften kommst du mit 30–40 € pro Tag gut über die Runden. Ich habe fast überall mit türkischen Lira bezahlt, die ich mir vorher in Fethiye abgehoben habe. Euro wird vor allem in den kleinen Dorfläden und Restaurants eher nicht so gerne angenommen.

Internet

Die meisten Unterkünfte am Lykischen Weg bieten WLAN, das in der Regel auch ganz gut funktioniert. Dennoch kann es Sinn machen, sich eine lokale SIM-Karte zu besorgen, wenn du unterwegs Empfang haben willst. Damit bist du flexibler, vor allem für Navigation, Wetter-Checks oder spontane Umplanung.

  • ✈️ Lokale SIMs bekommst du z.B. an den großen Flughäfen (Istanbul, Antalya). Dort gibt es einen Schalter z.B. vom Anbieter Turkcell direkt nach dem Verlassen des Sicherheitsbereichs.
  • 📶 Turkcell bietet z.B ein Touristenpaket mit 20 GB Datenvolumen an (ca. 35 Euro, gültig für 28 Tage).
  • 🪪 Für die Beantragung der SIM benötigst du deinen Reisepass. Um alles andere kümmern sich die Angestellten vor Ort, das Ganze dauert nicht länger als 15 Minuten.

eSIM für die Türkei

Eine gute Alternative zu lokalen SIMs sind eSIM-Karten, bei denen du gar keine physische Karte mehr brauchst. Du lädst dir einfach den gewünschten Tarif auf dein Smartphone. Das funktioniert in wenigen Minuten und komplett ohne Shop vor Ort.

  • 📱 Eine empfehlenswerte eSIM-Option für die Türkei ist der Anbieter Saily*, der das stabile und verlässliche 4.5G-Netz von Turkcell nutzt.
  • 💰 Die Tarife sind hier sogar noch preiswerter als mit einer lokalen SIM (ca. 20 Euro für 20 GB).
  • ⚠️ Wichtig: Du musst die eSIM zwingend vor der Abreise aktivieren. Aufgrund des oben erwähnten Rechtsstreits funktioniert das innerhalb der Türkei ebenfalls nicht.
  • 💬 Mit einer eSIM hast du keine lokale Nummer, nur Datenvolumen. In der Praxis spielt das für die meisten aber keine Rolle, da es hauptsächlich ums Internet geht. Telefonieren kannst du auch mit WhatsApp und Co.

SIM vs. eSIM in der Türkei – was lohnt sich?

📶 Lokale SIM

  • ✔ Beste Netzabdeckung (Turkcell)
  • ✔ Lokale Nummer
  • ✖ Kauf vor Ort nötig
  • ✖ Registrierung mit Pass

📱 eSIM

  • ✔ Sofort online nach Landung
  • ✔ Kein Shop, kein Papierkram
  • ✔ Oft günstiger (~20 €)
  • ✖ Keine lokale Nummer
  • ✖ Vor Reise aktivieren nötig
📱 eSIM-Tarife für die Türkei prüfen*

Essen und Trinken

Viele Wanderer auf dem Lykischen Weg schleppen Unmengen an Proviant mit. Das ist gar nicht nötig, wir reden hier ja immer noch über die Türkei. Ein Land, in dem gut essen einer der zentralen Eckpfeiler der Kultur ist und es in jedem noch so kleinen Nest ein Lokanta gibt. Das trifft gerade auf den Lykischen Weg zu, der relativ zivilisationsnah verläuft.

Auf dem Trek wirst du mindestens einmal am Tag an einem Ort vorbeikommen, wo du was zu Futtern bekommst (sind in den Karten eingetragen). Und das Essen ist fast durchweg hervorragend! Die gefriergetrocknete Trekkingnahrung kann also getrost zuhause bleiben. Snacks, Müsliriegel und Ähnliches bekommst du in Fethiye oder Antalya, unterwegs gibt es aber auch immer mal wieder kleine Supermärkte.

Traditionelles Gözleme-Gericht.

Eine Ausnahme ist der östliche Teil des Lykischen Wegs: Hier gibt es einige Abschnitte im Gebirge, wo es noch keine Unterkünfte gibt und man für 1-2 Tage Proviant braucht.

Etappe ohne UnterkunftRouteLänge
17Demre – Alakilise14 km
18Alakilise – Finike26,5 km
24Göynük – Hısarçandır18,5 km

Ob das in Zukunft auch so bleibt, ist offen. In der Türkei werden häufig an den unmöglichsten Orten Restaurants eröffnet, sobald sich rumspricht, dass ab und zu mal Touristen vorbeikommen. Ein paar Sicherheits-Reserven sind hier wahrscheinlich aber nicht verkehrt. Weitere Infos zu diesen Abschnitten findest du auf dem Gipfelwelt-Blog von Raffaele.

💡 Tipp: Das beste Getränk für Wanderer auf dem Lykischen Weg ist Ayran. Es besteht aus Joghurt, dem Wasser und Salz zugefügt wird. Das schmeckt hervorragend, ist supererfrischend und perfekt für warme Temperaturen, weil du viel körpereigenes Salz und andere Mineralien durch Schwitzen verlierst.

Zelten und Tipps zu guten Campingplätzen

Wildcamping, also Zelten außerhalb von Campingplätzen ist am Lykischen Weg kein Problem. Es gibt viele idyllische Zeltplätze und es stört auch niemanden. In der Türkei ist Wildzelten nicht generell verboten, das Verbot gilt nur für einige spezielle Naturschutzgebiete. Ansonsten suchst du dir einfach ein geschütztes Plätzchen und gut ist – es wird niemand die Polizei rufen.

Hier findest du Tipps für empfehlenswerte Leicht-Zelte:

Stichwort geschützte Gebieten: Es gibt am Lykischen Weg einige Strände, die als Brutgebiet für die Meeresschildkröte Caretta Caretta dienen. Hier ist das Zelten definitiv verboten und das wird auch mit Schildern kommuniziert. Das sollte man respektieren – die Schildkröten fühlen sich durch die Anwesenheit von Campern eventuell gestört und kommen dann nicht an Land, um ihre Eier zu legen.

Ansonsten gelten die üblichen Regeln für freies Zelten:

  • Keinen Müll zurücklassen, den Müll der Vorgänger mitnehmen (es gibt unterwegs genügend Mülltonnen)
  • Außerhalb der Sichtweite von Siedlungen, Häusern etc. zelten
  • Nur eine Nacht am Platz bleiben
  • Keine Parties, Saufgelage etc.
  • Kein offenes Feuer, keine Zigarettenkippen wegschmeißen (in der Südtürkei besonders wichtig, es ist bereits im Frühjahr sehr trocken)
Zeltplatz am Lykischen Weg.

Empfehlenswerte Wildcampingspots auf dem Lykischen Weg

Eine sehr gute Übersicht über mögliche Plätze zum Zelten findest du auf der Webseite von Peter Lill. Einfach jeweils bei den Etappen nachschauen. Die Seite ist gleichzeitig die beste Planungs-Ressource zum Lykischen Weg im Internet, auch wenn die Infos zu den Zeltplätzen inzwischen teilweise veraltet sind. Peter war, glaube ich, das letzte Mal 2013 dort unterwegs.

Konkret sind folgende Angaben nicht mehr zutreffend:

  • Tag 4: Olivenhain mit Zeltplätzen auf kleinen Wiesenflächen vor Bel – inzwischen eingezäunt
  • Tag 6: Olivenhain vor der Quelle von Inpınar – konnte ich trotz genauer Koordinaten nichts entdecken, alles komplett zugewuchert
  • Tag 7: Bach nach Islamar – Entgegen der Beschreibung fand ich es nicht so schlimm. Kein perfekter Zeltspot, aber es würde schon gehen.

In den bekannten Outdoor-Navigations-Apps sind mögliche Zeltplätze auch eingetragen, siehe diesen Screenshot aus Outdooractive:

Karte mit Zeltplätzen in Outdoor-Navigations-App

Beachte dabei, dass ein guter Zeltplatz immer Wasser in der Nähe haben sollte (Bach, Quelle etc.) Ein paar weitere Tipps zu möglichen Zeltspots mit genauen GPS-Koordinaten findest du in meinem Erfahrungsbericht bei den einzelnen Etappen.

Ausrüstung und Packliste für den Lykischen Weg

Für den Lykischen Weg benötigst du eine Trekking-Ausrüstung, die an trocken-heiße mediterrane Bedingungen angepasst ist. Neben Camping-Equipment und den passenden Klamotten braucht man aber nicht wirklich viel: Das Wetter ist meistens freundlich, Essen bekommst du unterwegs. Wenn du mal Ultraleicht-Trekking ausprobieren willst – der Lykische Weg ist geradezu ideal dafür geeignet.

Wildcamping am Lykischen Weg in der Türkei.

Rucksack

Ich hatte auf der Wanderung einen 70-Liter Rucksack dabei (Exped Thunder), der auch ziemlich voll war. Das war aber rein testweise, weil ich den Rucksack für meine große Anden-Tour in Peru im Sommer mal ausprobieren wollte. Ein 40-50 Liter großer Rucksack hätte völlig ausgereicht – du kannst auf dem Lykischen Weg sehr leicht packen.

Ausrüstung

Wenn du den Trail im Frühjahr wanderst (also zur Hauptsaison), finde ich diese Sachen sinnvoll:

GegenstandAnmerkungEmpfehlung
Leichtes Trekking-ZeltDas Wetter ist freundlich, ein einfaches Sommerzelt reicht aus.Six Moon Designs Lunar Solo*
Leichter Schlafsack mit Komfortbereich zwischen 0-5 GradGerade in höheren Lagen (500 m+) ist es im Frühling nachts noch recht kühl.Katabatic Palisade*
Isomatte mit R-Wert 1.5 – 2Besser keine Luftmatratze mitnehmen! Der Boden ist häufig steinig.Therm-a-Rest Z Lite Sol *
Leichtes T-Shirt aus Merino für TagsüberIn der Regel am Tag völlig ausreichend.Icebreaker Merino*
Langarm-Shirt zum Schlafen im ZeltFür die etwas kühleren Nächte im Zelt.Merino Icebreaker 200*
ggf. Trekking-HemdTrage ich sehr gerne, weil es gut vor der Sonne schützt.Craghoppers NosiLife Shirt*
Zip-WanderhoseBei den Abschnitten durch die stachelige Macchia sind lange Hosen sinnvoll.Maier Sports Latit Zip-Hose*
Leichter Fleecepulli für abendsWenn du abends vor dem Zelt oder am Strand sitzt.Decathlon MH100*
RegenjackeBis Mai kann es an der Küste gelegentlich regnen.Montbell Stormcruiser*
SonnenschutzIch finde einen Sonnenhut mit breiter Krempe ideal.Northface Horizon*
ggf. Camping-Kocher + GeschirrFür die Abschnitte ohne Unterkünfte.Soto Windmaster*
WasserfilterEssenziel für sicheres Wasser aus Zisternen oder Bächen!Sawyer Micro*
FalteimerSinnvoll für Camper, an das Wasser in den Zisternen kommst du teilweise nicht heran.SeatoSummit-Falteimer 10 L*
ReepschnurAn den Falteimer binden und dann in die Zisterne ablassen.Reepschnur*
PowerbankKannst du unterwegs in den Restaurants/Unterkünften aufladen.Anker PowerCore 10000mAh*
ggf. Trekking-StöckeMit großem Rucksack bei den Abstiegen knieschonender.Helinox Ridgeline LB135*

Tipp: Schau dir hier meine erprobte Packliste für Mehrtageswanderungen an:

Wichtig: Ausreichend Wasser mitnehmen!

Nimm immer genügend Wasser mit, die Südtürkei ist auch im Frühjahr sehr trocken. Starte den Tag am besten mit ca. 2 Liter. Unterwegs findest du Zisternen (unbedingt Wasser filtern!) und Quellen, in den Dörfern gibt es meist auch Brunnen oder Wasserhähne. Viele Quellen trocknen im Sommer aus und die Zisternen sind nicht immer 100% verlässlich.

Zisterne mit Wasser auf dem Lykischen Weg.
An den Zisternen brauchst du häufig ein Seil für den Behälter, um ans Wasser zu kommen.

Beste Reisezeit für den Lykischen Weg

Die beste Zeit für eine Wanderung auf dem Lykischen Weg ist von Anfang April bis Mitte Mai. Dann sind die Temperaturen warm, aber noch nicht zu heiß. Außerdem regnet es nur selten und wenn dann auch meistens nur kurz. Die Quellen am Weg sollten zu dieser Zeit fast alle Wasser führen, ich hatte Ende April keinerlei Probleme damit. In den höheren Lagen kann es abends noch recht kühl werden. Mit Fleecepulli ist das aber kein Problem.

Lykischer Weg im Sommer

Im Sommer ist der Lykische Weg nur was für Masochisten. Ich war früher sehr häufig im Sommer in dieser Ecke der Türkei. Viel mehr als am Strand liegen, kleine Ausflüge mit dem Auto und im Schatten Tee trinken haben wir eigentlich nie gemacht. Bei Temperaturen über 40 Grad ist da auch nicht viel drin. Die Bewohner verkrümeln sich in dieser Jahreszeit traditionell in ihre Yaylası im Taurusgebirge.

Wenn du im Sommer in der Türkei wandern gehen willst: Such dir lieber eines der Hochgebirge in Anatolien aus. Dort herrschen im Prinzip die gleichen Bedingungen wie in den Alpen, d.h. die hohen Pässe sind ausschließlich im Sommer schneefrei. Eine Empfehlung ist z.B. das bereits erwähnte Kaçkar-Gebirge.

Hier findest du weitere Tipps:

Lykischer Weg im Herbst

September und Oktober sind temperaturmäßig grundsätzlich eine gute Zeit für den Lykischen Weg. Die große Hitze des Sommers ist vorbei, die Tage sind oft bis weit in den November hinein stabil und sonnig – eigentlich perfekte Bedingungen zum Wandern. Es gibt aber einen Haken: Viele Wasserquellen sind zu dieser Zeit bereits versiegt oder führen nur noch sehr wenig Wasser.

Für den Herbst gilt daher:

  • mehr Wasser einplanen als im Frühjahr
  • dich vorab genau über verfügbare Quellen informieren (vor der Etappe jeweils im Ort fragen)
  • im Zweifel lieber in Orten übernachten, wo du sicher Wasser bekommst
Blick auf das Taurusgebirge vom Lykischen Weg

Über die Landschaft Lykien

Wenn man über den Lykischen Weg redet, muss man natürlich auch über die Region sprechen, durch die er führt: Die antike Landschaft Lykien. Diese Gegend hat weitaus mehr als landschaftliche Schönheiten und Strände zu bieten. Tatsächlich ist es eine der interessantesten Kulturregionen des gesamten Mittelmeerraums, da sich hier seit dem Altertum ganz verschiedene kulturelle Einflüsse vermischten. Und die Geschichte ist allgegenwärtig.

Antike Ruinen auf dem Lykischen Weg.

Die ursprünglichen Bewohner, von denen die Region ihren Namen hat, waren die Lykier. Aber zu verschiedenen Zeitpunkten der Geschichte waren so gut wie alle wichtigen Zivilisationen Kleinasiens hier vertreten. Perser, Römer, Alexander der Große und die hellenistischen Diadochen-Reiche, Byzantiner, später dann die Seldschuken und ganz zuletzt die Osmanen. Bei dem Ritt durch die Jahrtausende kann einem schon ein bisschen schwindelig werden…

Konkret bedeutet das alles: Dir werden auf dem Lykischen Weg jede Menge antike Ruinen begegnen. Römische Aquädukte, Felsengräber, alte Zisternen, prächtige Städte im griechischen Stil, die teilweise erstaunlich gut erhalten sind. Allein auf meinen Abschnitt bin ich an drei fantastischen antiken Städten vorbeigekommen (Xanthos, Patara, Olympos). Insgesamt führt der Lykische Weg an etwa 25 größeren Kulturdenkmälern vorbei.

Ruinen von Xanthos mit Torbogen in Lykien.

Zur Geschichte des Lykischen Wegs

An dieser Stelle noch ein paar Worte dazu, warum es ausgerechnet in der Türkei einen mehrtägigen Wanderweg gibt. Die Idee zum Lykischen Weg stammt natürlich nicht von einem Türken. Natürlich, weil in der Türkei häufig immer noch das Motto gilt: „Laufen ist nur was für Leute, die zu arm sind, sich ein Auto zu leisten.“ Stattdessen geht der Lykische Weg auf die Engländerin Kate Clow zurück.

Die IT-Spezialistin arbeitete in den 90ern in der Türkei und erkundete in ihrer Freizeit alte Routen. Daraus entstand dann ein ganzes Netz an Wegen und 1999 wurde der Lykische Weg eingeweiht. Kate war später Mitgründerin der Turkish Culture Routes Society. Die Organisation betreut heute neben dem Lykischen Weg insgesamt 20 Fernwanderwege in der Türkei und ist z.B. für die Markierungen und Pflege der Wege zuständig.

Culture Routes Society Gebäude in Antalya.
Zentrale der Culture Routes Society in Antalya.

FAQ und sonstige Tipps zum Lykischen Weg

Zum Abschluss noch ein paar praktische Tipps und Antworten auf typische Fragen, die mir vor und während der Wanderung selbst begegnet sind.

Ja, unbedingt. In größeren Orten wie Fethiye, Kaş oder Antalya findest du Geldautomaten. In kleineren Dörfern, Pensionen und Läden wird aber oft nur Bargeld akzeptiert. Nimm deshalb immer ausreichend Geld für mehrere Tage mit. 40-50  € pro Tag mit Übernachtung und Essen sind ausreichend, mit Zelt ggf. weniger.

Entlang der Küste kommst du mit Englisch in der Regel gut zurecht. In abgelegeneren Regionen kann es aber hilfreich sein, ein paar einfache türkische Wörter zu kennen – das kommt auch immer gut an.

Ja, das ist problemlos möglich und wird von vielen so gemacht. Der Weg ist (meistens) ausreichend markiert und du triffst regelmäßig andere Wanderer. Eine gewisse Erfahrung im Trekking ist trotzdem hilfreich.

Die meisten nutzen ihr Smartphone mit entsprechenden Apps zur Navigation, ich habe das auch so gemacht. Am besten lädst du dir die Karten vorher offline herunter, da du nicht überall Empfang hast. Ein GPS-Gerät ist nicht zwingend notwendig.

In der Türkei gibt es Schlangen und Skorpione (auch giftige). Am besten immer morgens die Schuhe ausklopfen und bei Wanderungen im hohen Gras ein bissel aufpassen.

Um Bären und Wölfe musst du dir in diesem Teil des Taurus-Gebirges eher nicht den Kopf zerbrechen. In Olympos hab ich einmal ein Wildschwein im Wald gesehen.

Nein, die Steckdosen entsprechen dem europäischen Standard. Du kannst deine Geräte ganz normal laden.

Die Türkei ist Deutschland eine Stunde voraus. Wenn es in Deutschland 12 Uhr ist, ist es in der Türkei bereits 13 Uhr.

Verlassenes Bauernhaus in Lykien mit Taurusgebirge.

Mein Fazit

So… das war er also, der berühmte Lykische Weg – oder zumindest ein Teil davon. Insgesamt eine richtig schöne Tour, auch wenn ich ehrlich sagen muss: Mit weniger Dirtroads hätte ich sie noch mehr genossen. Würde ich es trotzdem empfehlen? Ja. Gerade der erste Abschnitt bis zum Strand von Patara ist außergewöhnlich und zählt mit zum Besten, was ich im Mittelmeerraum bis jetzt gesehen habe.

Der Lykische Weg ist nicht das reine, 100%ige Naturerlebnis, bei dem man komplett abschalten kann. Aber am Ende haben die schönen Eindrücke doch bei weitem überwogen. Wenn du mal einen Eindruck von dem riesigen Potential der Türkei als Outdoor-Destination bekommen willst, ist diese Wanderung auf jeden Fall ein guter Startpunkt. Ich denke, du wirst es nicht bereuen und mit vielen tollen Eindrücken und einem warmen Gefühl im Herzen wieder nach Hause fahren!

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Manaslu Circuit: Meine Erfahrungen & Tipps zur Planung https://der-eskapist.de/nepal/manaslu-circuit-erfahrungen-kosten-tipps-zur-planung/ https://der-eskapist.de/nepal/manaslu-circuit-erfahrungen-kosten-tipps-zur-planung/#comments Tue, 03 Mar 2026 00:11:35 +0000 https://der-eskapist.de/?p=27757 In diesem Artikel: Es gibt Treks, die haben bei Nepal-Reisenden einen geradezu mystischen Status – der Manaslu Circuit zählt definitiv dazu: Die legendäre Umrundung des achthöchsten Bergs der Welt. Jeder hat schon mal davon gehört, gefühlt alle wollen den Trek machen. Annapurna Circuit? Neee… das ist doch was für Anfänger. Der Manaslu Circuit, das ist […]

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In diesem Artikel:

Es gibt Treks, die haben bei Nepal-Reisenden einen geradezu mystischen Status – der Manaslu Circuit zählt definitiv dazu: Die legendäre Umrundung des achthöchsten Bergs der Welt. Jeder hat schon mal davon gehört, gefühlt alle wollen den Trek machen. Annapurna Circuit? Neee… das ist doch was für Anfänger. Der Manaslu Circuit, das ist ein richtiger Trek und das echte Nepal, so wie es anderswo vor 20 Jahren war.

Natürlich hat mich all das schon lange gereizt. Das Problem: Aufgrund der Nähe zur tibetischen Grenze ist ein teures Sonderpermit erforderlich. Außerdem braucht man mindestens zwei Personen, um die Wanderung antreten zu dürfen und ein Guide ist auch vorgeschrieben. Der Manaslu Circuit ist also schon eine etwas exklusivere Veranstaltung, das Backpacker-Proletariat muss draußen bleiben.

Glücklicherweise war ich während meiner letzten Nepalreise aber zeitweilig mit einem Freund aus Indien unterwegs. Und wenn man etwas wirklich will, gibt es immer einen Weg: Nach zwei Tagen Suche in Kathmandu hatten wir eine vertrauenswürdige Agentur am Start, die Permits waren schnell organisiert und mit geteilten Kosten war es am Ende auch gar nicht so teuer.

Das Abenteuer Manaslu Circuit konnte beginnen!


Auf einen Blick

  • 🥾 Der klassische Teahouse-Trek durch das Nubri-Tal an der Grenze zu Tibet
  • 📏 Länge: 120 km
  • ⏳ Dauer: variabel, 10 – 14 Tage
  • 📍 Optional: Abstecher ins Tsum Valley (5-6 Tage zusätzlich)
  • ⏱️ Beste Zeit: März – April, Oktober -November
  • 🏔️ Höchster Punkt: Larke Pass, 5.106 m
  • 🔺 Schwierigkeit: mittel
  • 🔥 Abenteuerfaktor: hoch
  • ⛺ Übernachtung in einfachen Lodges
  • 👥 Ausschließlich mit Guide, für den Trek sind offiziell zwei Personen vorgeschrieben
  • 🎒 Solo-Trekking mit Guide möglich (Ghost Permit, siehe unten)

Geeignet für

Vom Anspruch her ist der Manaslu Circuit für durchschnittlich erfahrene Trekker gut geeignet. Der eigentliche Unterschied zu anderen Nepal-Treks liegt in der aufwändigeren Organisation. Durch Permit-Pflicht und vorgeschriebenen Guide ist die Tour zudem etwas teurer als z.B. der Annapurna Circuit. Dafür bietet sie ein ursprünglicheres Trekking-Erlebnis.

Das erwartet dich auf dem Manaslu Circuit

Der Manaslu Circuit verbindet alle Elemente des klassischen Nepal-Teahouse-Treks zu einem großartigen Gesamtkunstwerk: Der lange Anmarsch durchs Tal, das langsame Eintauchen in die majestätische Bergwelt des Himalaya, während die Zivilisation immer weiter zurückbleibt. Und natürlich die Überschreitung des über 5.000 Meter hohen Gebirgspasses, der physische und spirituelle Höhepunkt eines Himalaya-Treks.

Landschaftlich nimmt es die Tour locker mit den besten Treks in Nepal auf: Bereits die ersten Tage in der gewaltigen Schlucht des Budhi Gandaki sind Landschaftskino im XXL-Format. Die schneebedeckten Gipfel an der Grenze zu Tibet im oberen Bereich des Tals legen dann nochmal einen drauf: Das ist der Himalaya von seiner monumentalen Seite, eine kolossale Bergwelt, wild und ungezähmt. Der Blick auf die gletschergepanzerte Nordflanke des Manaslu – unglaublich beeindruckend, für mich sogar noch beeindruckender als die Giganten am Everest.

Der Manaslu Circuit ist aber auch kulturell äußerst spannend. Die Täler an der Grenze zu Tibet sind eine eigene kleine Welt, die sich dem unaufhaltsamen Fortschritt in Nepal immer noch ein Stück weit entziehen. Die buddhistisch geprägten Dörfer mit ihren Gebetsfahnen und Manisteinen, die Gompas und Tempel zu Ehren des großen Heiligen Padmasambhava – all das ist hier noch gelebte Realität und keine reine Touristen-Attraktion.

Möche und Einheimische im Kloster in Samagaon.

Geheimtipp Manaslu Circuit?

Wenn wir gerade beim Thema sind: Der Manaslu Circuit ist noch nicht vollständig mit Straßen erschlossen – das ist einer der großen Unterschiede zum Annapurna Circuit und auch der Grund dafür, dass sich hier alles noch ein Stück weit ursprünglicher anfühlt. Wie lange das noch so bleibt ist eine andere Frage. Auch hier wird gebaut, die ersten 50 Kilometer der alten Route haben sich schon in eine Piste verwandelt und das ist nicht das Ende.

Dazu kommt: Der Manaslu Circuit ist in den letzten Jahren extrem populär geworden. Rein von den Besucherzahlen rangiert der Trek inzwischen auf dritter Stelle hinter der Everest-Region – Tendenz steigend. In der Hauptsaison im Oktober – so haben es mir ausnahmslos alle Guides erzählt – sind die Lodges auf dem Manaslu Circuit bis auf den letzten Platz ausgebucht und brechend voll. Mitte November fand ich es allerdings recht angenehm und an keinem Punkt überlaufen.

Trekker machen Pause in einem Teahouse auf dem Manaslu Circuit.

Ein Geheimtipp ist der Manaslu Circuit insgesamt wohl nicht mehr. Aber er ist auch noch kein Opfer seines eigenen Erfolgs geworden. Der Straßenbau und die steigenden Besucherzahlen haben ihre Spuren hinterlassen, keine Frage. Bislang überwiegen aber bei weitem die schönen Abschnitte – abwechslungsreiche, toll zu laufende Bergpfade, auf denen man tagelang keinem Fahrzeug begegnet. Solange das so bleibt, spielt der Manaslu Circuit in einer anderen Liga als der Annapurna Circuit.

Manaslu Circuit: Karte und Etappen

Manaslu Circuit Trek Karte mit Etappenorten und Höhenangaben

Der Manaslu Circuit startet in dem Ort Machha Khola. Allerdings reicht die Straße bereits bis Jagat, was inzwischen ebenfalls von vielen als Startpunkt gewählt wird. In den ersten Tagen laufen wir durch das untere Budhi-Gandaki-Tal und schon hier beeindrucken die Dimensionen des Himalaya: tief eingeschnittene Felsschluchten, himmelhohe Steilwände und dichte Wälder, der tosende Gletscherfluss ein ständiger Begleiter auf dem Weg – eine Talwanderung der Extraklasse!

Noch vor dem Örtchen Namrung zweigt das abgeschiedene Tsum Valley ab (ca. 5-6 Tage zusätzlich). Danach öffnet sich die enge Schlucht zu einem weitläufigen Hochtal, die gewaltigen schneegekrönten Berge an der Grenze zu Tibet beginnen nun die Szenerie zu dominieren. Ab hier betritt man auch den buddhistisch geprägten Kulturraum.  Auf der Wanderung zum letzten größeren Ort Samagaon wandern wir direkt unterhalb der Nordflanke von Manaslu – vielleicht das landschaftliche Highlight des Treks.

Samagaon bietet sich gut für eine Pause zum Akklimatisieren an. Nächster Stopp ist der alte Karawanen-Rastplatz Samdo – von hier sind es nur einige Stunden Fußmarsch zur tibetischen Grenze, zum Hochlager Dharmasala und zum Höhepunkt des Treks: dem 5.106 Meter hohen Larke-Pass. Der spektakuläre Übergang bringt uns in einem langen Marsch zum idyllisch gelegenen Bergdorf Bhimtang auf der anderen Seite der Manaslu-Gebirgskette. Die letzte Etappe führt schließlich durch einsame Nadelwälder bis nach Dharapani im Marsyandi-Tal. Wer noch Zeit hat, geht von hier weiter auf dem Annapurna Circuit.

Trekker auf dem Weg nach Lho mit Manaslu Bergpanorama im Hintergrund.

Etappen des Manaslu Circuit (12 Tage)

Wir haben für den Manaslu Circuit mit An- und Abfahrt 12 Tage gebraucht (10 Tage rein auf dem Trek). Das war die etwas schnellere Variante, sie ist dennoch ohne vorige Akklimatisierung möglich. Wer sich etwas mehr Zeit lassen möchte, plant 2-3 Tage mehr ein (es gibt viele Tagesausflüge), für den Abstecher ins Tsum Valley etwa 5-6 Tage mehr. Bis auf Tag 2 (Pewa statt Deng) haben wir an den üblichen Etappenorten übernachtet.

Das waren unsere Tagesetappen:

📍 Etappe🥾 Route📏 Kilometer⏱️ Dauerℹ️ Hinweis
Tag 0Kathmandu → Machha Khola (930 m)ca. 160 kmca. 10 StundenAnfahrt
Tag 1 Machha Khola (869 m) → Jagat (1.340 m)17 km8 StundenTrekkingstart
Tag 2Jagat (1.340 m) → Pewa (1.850 m)15 km8-9 StundenAlternative zu Deng
Tag 3Pewa (1.850 m) → Namrung (2.630 m)19 km 9 Stundenlängster Tag des Treks
Tag 4Namrung (2.630 m) → Lho (3.180 m)10 km5 Stundenerster Blick auf Manaslu
Tag 5Lho (3.180 m) → Samagaon (3.520 m) 7 km4-5 StundenNubri-Tal
Tag 6Samagaon (3.520 m) → Manaslu Basecamp (4.800 m)14 km8 StundenAkklimatisationstag
Tag 7Samagaon (3.520 m) → Samdo (3.875 m)8 km4 StundenWeg ins Hochgebirge
Tag 8Samdo (3.875 m) → Dharmasala (4.460 m)6 km3-4 Stundenkurze Etappe
Tag 9Dharmasala (4.460 m) → Bhimtang (3.590 m)15 km8 StundenÜberquerung des Larke Pass (5.106 m)
Tag 10Bhimtang (3.590 m) → Tilche (2.300 m) → Besisahar18 km7-8 StundenLanger Abstieg
Tag 11Besisahar → Kathmanduca. 180 kmca. 10 StundenRückfahrt

💡 Tipp: Wenn du eine Papierkarte für den Manaslu Circuit suchst, ist die Maphouse-Karte Manaslu & Tsum Valley* im Maßstab 1:75.000 die beste Option. Du bekommst sie auch in Kathmandu oder Pokhara. Zur Planung kann es dennoch Sinn machen, sie sich schon vorher zu besorgen.

Erfahrungsbericht: 12 Tage auf dem Manaslu Circuit

Zum Einstieg hier zunächst mein Reisebericht unseres Treks auf dem Manaslu Circuit, basierend auf den Tagebucheinträgen und Fotos von unterwegs. Weiter unten findest du dann alle praktischen Informationen und Tipps, um den Trek selbst zu planen. Jetzt aber erstmal viel Spaß beim Lesen!

Die Ankunft

Der Manaslu Circuit beginnt wie jeder große Trek in Nepal: Mit einer Geduldsprobe in Form einer endlos langen Busfahrt zum Startpunkt. Früh im Morgengrauen geht es in Kathmandu am Gongabu Bus Park los – im Unterschied zu meinen sonstigen Treks in Nepal diesmal im Team: Ich, mein indischer Freund Prem, den ich im Frühjahr in Manali kennengelernt habe und unser Guide Prakash. Fast 11 Stunden sind wir auf schmalen Bergstraßen unterwegs. Um kurz nach fünf erreichen wir dann Maccha Khola, wo unser Trek beginnt.

Busfahrt zum Manaslu Circuit.
Wie immer in Nepal ist die Busfahrt zum Start des Treks lang und holprig.

Maccha Khola ist eine dieser typischen Nepali-Siedlungen am Rand des Himalaya: Nicht ganz Dorf, nicht ganz Stadt. Seit ein paar Jahren an eine Straße angeschlossen und gerade noch so im Einzugsbereich der Zivilisation. Gefühlt aber doch schon ziemlich weit weg von der Moderne. Viele der Häuser sind einfache Holzhütten, dazu ein paar hastig errichtete Beton-Hotels für die Touristen, die staubige Hauptstraße erinnert mehr an einen Weg.

Straße in Maccha Khole am Start des Manaslu Circuit.
Die „Hauptstraße“ in Maccha Khola.

Das Abendessen ist sehr förmlich. Unser Guide Prakash nimmt die Bestellungen entgegen wie ein höflicher aber etwas distanzierter Kellner, setzt sich dann an einen anderen Tisch zu den übrigen Nepali-Guides. Hier die Einheimischen – da die Touristen. Ich komme mir angesichts dieser offen ausgelebten Zwei-Klassen-Gesellschaft ein bisschen komisch vor.

Erst zum offiziellen „Briefing“ ist Prakash dann wieder bei uns, geht mit uns den morgigen Tag durch: Wie lange laufen wir? Wo halten wir zum Essen an? Was sind die Gefahren? (Maultiere und Autos!) Prem und ich schmunzeln ein bisschen. Come on…dude. Wir haben beide schon viele Treks auf eigene Faust gemacht, auch in Nepal. Prem ist vor zwei Jahren über 20.000 Kilometer durch ganz Asien geradelt. Ich bin im Sommer wochenlang alleine mit dem Zelt durch Ladakh gewandert. Wir wissen wie das funktioniert. Aber okay… Prakash kennt uns noch nicht so gut. Er ist professionell und behandelt uns erstmal wie normale Kunden.

In den nächsten Tagen wird sich das zum Glück ändern.

Durch das Tal des Budhi Gandaki

Der erste Abschnitt des Manalsu Circuit führt durch das untere Tal des Budhi Gandaki, einem reißenden Gletscherfluss, der in dem Gebirge an der Grenze zu Tibet entspring. Von den schneebedeckten Bergen des Himalaya sind wir hier noch Welten entfernt. Die Vegetation ist tropisch, die Luft feuchtwarm, Wasserfälle rauschen in glitzernden Kaskaden über die steilen Felswände.


Mir gefällt die Wanderung bereits hier sehr gut und bei den Dimensionen dieses Tals komme ich aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Mein Blick gleitet an den dicht bewaldeten Berghängen hoch und hoch und hoch. Aber es geht immer weiter – hunderte, tausende von Metern. Der Himalya ist eben auch in den Tälern gewaltig!

Manaslu Circuit im unteren Tal des Budhi Gandaki.
Unterwegs im unteren Tal des Budhi Gandaki.

Immer wieder passieren wir Gebiete, die von Erdrutschen betroffen sind – den berüchtigten Landslides. Diese Erdrutsche gibt es überall im Himalaya, vor allem in den steilen Tälern. Im Monsun, wenn es wochenlang am Stück regnet, beginnen die Hänge abzurutschen und der allgegenwärtige Straßenbau macht die Berge noch instabiler.

Hinter Jagat können wir live sehen, wie der Straßenbau abläuft: Bauarbeiter mit Dynamit und schwerem Gerät in einer unfassbar steilen Felswand – ein gewaltiger Knall und die Felsbrocken purzeln in die Tiefe. Jeder Zentimeter Straße muss mit roher Gewalt aus dem Fels herausgesprengt werden. Uns wird schon beim Zuschauen schwindelig…

Bauarbeiter in einer Steilwand hinter Jagat.
Straßenbau im Himalaya – an der Steilkante geht es mehrere hundert Meter in den Abgrund.

Prakash erzählt, dass er früher selbst als Bauarbeiter gearbeitet hat. 30.000 Rupees im Monat bekommt man dafür in Nepal. Nicht mal 180 Euro für tägliche 12-Stunden-Schichten, ohne Versicherung permanent in gefährlichem Gebirgsterrain unterwegs. Ein Knochenjob. Da ist die Arbeit als Touristen-Guide doch deutlich angenehmer…vor allem, wenn man so unkomplizierte Kunden hat, wie wir es sind.


Bereits nach zwei Tagen auf dem Trek sind wir gut eingespielt. Jeder geht in seinem eigenen Rhythmus. Prakash hat inzwischen verstanden, dass er nicht permanent Babysitter spielen muss. Manchmal gehen wir zusammen, manchmal jeder für sich. Es ist eine angenehme Wanderung und die traumhaft schöne Umgebung tut ihr übriges dazu, dass wir das voll genießen.

Der Himalaya rückt näher

In Deng endet der untere Teil des Manaslu Circuit. Abends wird es jetzt schon deutlich kühler. Sobald die Sonne hinter den Bergen versinkt, geht es ab in den warmen Aufenthaltsraum der Lodge. In der zweiten Novemberhälfte sind nur noch wenige Leute auf dem Trek unterwegs, die Gruppen werden meist auf zwei oder drei Teahouses verteilt. Wenn wir uns abends vor dem Ofen versammeln, treffen wir meist immer wieder die gleichen Leute.


Vor allem für meinen Freund Prem ist das Klima eine Herausforderung – er kommt aus Tamil Nadu, dem südlichsten Teil Indiens, wo es niemals kälter als 20° Grad wird und „Winter“ ein Fremdwort ist. Aber er steckt die Kälte erstaunlich gut weg und als ich am dritten Abend in Pewa die Vermutung äußere, dass das wohl die letzte halbwegs warme Nacht wird, grinst er nur. „Let’s enjoy it, while we can!“

Nicht nur das Klima, auch die Landschaft ändert sich. Hinter Deng beginnt sich das bisher schluchtartige Tal zu öffnen. Die dichtbewaldeten Berghänge legen ihr grünes Kleid ab, darunter kommt nackter Fels zum Vorschein. in einem Seitental erhasche ich den ersten richtig guten Blick auf einen großen Himalaya-Gipfel: Chamar (7.165 m), ein fantastisch zerklüfteter Felskoloss, der hoch über dem Tsum Valley thront.

Blick auf Himalaya Gipfel mit Wäldern im Vordergrund.
Fantastischer Blick auf den zerklüfteten Gipfel von Chamar (7.165 m).

Das abgeschiedene Tsum Valley mit seiner stark tibetanisch geprägten Kultur haben wir links liegen gelassen. Aber auch hier im Haupttal werden die Einflüsse Tibets spürbarer. In den Dörfern flattern bunte Gebetsfahnen im Wind, am Wegesrand tauchen die Mauern aus übereinandergeschichteten Mani-Steinen auf. Wir nähern uns dem Herzen des Himalaya!


Unser Mittagessen in Ghap nehmen wir unter den wachsamen Augen des Dhalai Lama ein, sein Porträt sehen wir jetzt immer häufiger. Ich frage Prakash, ob er Hindu oder Buddhist ist. Er erzählt, dass er eigentlich aus Solukhumbu kommt, der Heimat der Sherpa, und Buddhist ist. Aber, so fügt er augenzwinkernd hinzu, in Nepal gibt es drei Religionen: Buddhismus, Hinduismus und Tourismus. Er ist überzeugter Anhänger der dritten Glaubensrichtung.

„Was machst du sonst so?“ wollen wir wissen. Eine ganze Menge, wie sich herausstellt: Prakash hat eine Lizenz als Mountain Guide, war schon auf dem Gipfel von Ama Dablam und in den oberen Everest-Camps und ist Sprecher einer lokalen Tourismusorganisation. Den Knaller finde ich aber, dass er auch noch in Musikvideos singt, wenn sonst nichts geht. Er seufzt. „Wenn ich doch nur eine echte Lederjacke hätte… dann würde ich richtig groß auf YouTube rauskommen.“ Okay, vorgemerkt. Da haben wir doch schon unser Abschiedsgeschenk…

Der erste Blick auf den Manaslu

Am nächsten Tag haben wir die erste Begegnung mit dem achthöchsten Berg der Welt – und die kommt unerwartet. Im einen Moment laufen wir noch durch die dichten Kieferwälder hinter Namrung, überqueren eine der zahllosen Hängebrücken – wie viele es sind, haben wir längst aufgegeben zu zählen. Dann bleiben plötzlich die Berghänge auf den Seiten zurück, vor uns eröffnet sich eine weite, offene Ebene – das Nubri-Tal.


Am Horizont erhebt sich eine riesige Mauer aus Schneebergen, aber der Blick fährt unwillkürlich zur linken Seite. Da ist er: Manaslu, eine gewaltige Pyramide, schneeweiß, unerreichbar hoch. Nicht so sehr ein physisches Objekt, sondern eine kraftvolle Aura – ein schweigender Wächter, der das gesamte Tal vor uns mit seiner Präsenz erfüllt. Ehrfürchtig bleiben wir stehen. Ja… jetzt sind wir wirklich im Himalaya angekommen.

Großaufnahme von Manaslu mit Kloster im Vordergrund.
Eine perfekte symmetrische Schneepyramide: Gipfel des Manaslu (8.163 m) betrachtet von Nordosten.

Die Wanderung durch das Nubri-Tal ist der erste große Wow-Moment auf dem Manaslu Circuit. Nicht dass der Trek bis hierhin langweilig war. Aber die Bergwelt, die sich nun vor uns öffnet, übertrifft jede Erwartung. Auf der Seite der gewaltige Monolith des Manaslu, vor uns das Dörfchen Lho und die goldenen Dächer des Klosters Rimbung auf einem Hügel, direkt dahinter ein weiterer Gigant aus Schnee und Eis: Naike Peak (6.211 m).

Naike Peak mit dem Ort Lho im Vordergrund.
Gewaltig: Die massive Eiswand von Naike Peak (6.211 m) erhebt sich drohend über dem Örtchen Lho.

Mit seiner riesigen vergletscherten Flanke und den massiven Eisschilden wirkt dieser Gipfel sogar noch beeindruckender als der Monarch Manaslu, die personifizierte Naturgewalt in Stein. Es ist ein überwältigendes Bild und selbst nach sieben Monaten im Himalaya bleibt mir angesichts der schieren Größe dieser Berge die Spucke weg. Würden wir genau hier umkehren – allein dafür hätte sich die Reise gelohnt.

Zwischenstopp in Samagaon

Aber natürlich bleiben wir und die zwei Tage im nächsten Ort Samagaon werden zu meinen schönsten Erinnerungen auf dem Trek. Hier können wir nochmal durchatmen, bevor es zum Pass geht. Das Dorf wirkt wie der letzte Außenposten der Zivilisation und mit seinen flachen Steinhäusern fühlt es sich schon mehr wie Tibet als Nepal an.

Straße in Samagaon auf dem Manaslu Circuit.
Es gibt schon Stromleitungen in Samagaon, aber der Ort fühlt sich immer noch abgelegen an.

Überall Gebetsfahnen, Gompas, Statuen zu Ehren von Padmasambhava, dem großen Heiligen des tibetischen Lamaismus. Das buddhistische Mantra „Om Mani Padme Hum“ allgegenwärtig, denn es ist hier völlig üblich, dass die Einwohner die Silben in einer Art Singsang vor sich hin rezitieren, wenn sie durch die gepflasterten Gassen spazieren.  


Den klassischen Abstecher zum Manaslu Basecamp lasse ich mir nicht nehmen. Leider alleine, denn Prem fühlt sich in der zunehmend dünnen Luft nicht ganz wohl und braucht einen Pausentag. Prakash bleibt auch lieber im Teahouse um zu relaxen, er hat das alles eh schon hundertmal gesehen. Also mache ich mich alleine auf und nehme unterwegs noch den schönen Gletschersee Birendra Tal mit.

Eindrücke vom Ausflug zum Manaslu Basecamp und Birendra Tal:

Die Abende verbringen wir inzwischen zusammen mit Prakash und in Samagaon ist es erstaunlicherweise tatsächlich möglich, im Dorfladen Spielkarten zu erwerben. Also bringe ich Prem und Praksh kurzerhand Mau-Mau bei – das ist so einfach, dass man es überall auf der Welt in drei Minuten versteht. Vor allem unser Guide springt voll drauf an – er ist so begeistert, dass wir gar nicht mehr aufhören hören.

Kartenspielen mit Guide in der Lodge.
Mau-Mau geht immer… auch auf 3.500 Metern im Himalaya.

Viel zu schnell vergehen die zwei Tage – dann geht es wieder an den Ernst des Lebens: Der letzte Abschnitt der Reise bis zum Pass.

Der Weg zum Pass

In Samagaon war es schon sehr kalt, danach betreten wir endgültig die eisige Gebirgswelt des hohen Himalaya. Die Umgebung verwandelt sich in eine Art Wüste, unsere Welt scheint jetzt nur noch aus grauen Felswänden und den Brauntönen der kargen Hügel zu bestehen. Außerdem nimmt die Luft eine beißende Schärfe an, die wir mit jedem Atemzug in unseren Lungen spüren.


Vegetation gibt es oberhalb von 3.500 Metern kaum noch, die schönen grünen Nadelwälder der vergangenen Tage werden zu einer fernen Erinnerung. Dennoch ist die Landschaft unglaublich beeindruckend. Die Berge auf unseren Seiten ragen immer höher und höher auf. Die schneeweißen Gipfel bilden den einzigen Kontrast in dieser monochromen Hochgebirgswüste, die uns trotz ihrer Lebensfeindlichkeit in ihren Bann zieht.

Oberes Nubri-Tal mit verschneiten Himalaya Bergen und Wolken.
Kolossale Bergwelt im oberen Nubri-Tal hinter Samagaon.

Samdo ist der letzte richtige Ort vor dem Larke Pass. Ein winziger Weiler aus vielleicht 50 windschiefen Holzhäusern und ein paar einfachen Lodges. Strategisch gelegen an einer Kreuzung in den Bergen – dort, wo ein weiterer Gebirgsfluss aus einem Seitental in den inzwischen merklich geschrumpften Budhi Gandaki mündet.

Gebetsfahnen vor der Lodge in Samdo.
Trotz der Sonne ist es in Samdo auf knapp 4.000 Metern bitterkalt.

Während ich ein bisschen um die Lodge herumspaziere und die nähere Umgebung erkunde, erinnere ich mich, dass der Name Samdo kein Zufall ist. Es ist die nepalisierte Version des tibetischen Wortes „Sumdo“, das den Zusammenfluss zweier Flüsse bezeichnet. Im Sommer in Ladakh und Zanskar bin ich an vielen solcher Sumdos vorbeigekommen – die Stimmung hier ist ähnlich. Karg und windgepeitscht, archaisch. Und jetzt Ende November natürlich bitterkalt, unter sämtlichen Wasserhähnen liegen dicke Eisklumpen.


Leider sind wir etwas spät dran, für eine längere Wanderung ist keine Zeit mehr. Von Samdo könnte man in ein paar Stunden bis zum Layung La laufen, einem 5.000 Meter hohen Pass, der die Grenze zu Tibet markiert. Vermutlich, so denke ich mir, ist das auch der einzige Grund, warum an einem so unwirtlichen Ort überhaupt Menschen leben.

Als die Karawanen noch Salz zwischen Indien und Tibet handelten, waren die Gebirgstäler Nepals ein logischer Verbindungsweg, Orte wie Samdo der letzte Rastplatz vor den hohen Pässen. Schade – ich hätte gerne einmal nach Tibet hinübergeblickt. Immerhin entdecke ich ein paar Blauschafe, die um unsere Lodge herumstreifen. Am nächsten Morgen machen wir uns auf zum letzten Stopp vor dem Pass…

Wenn Samdo mit viel gutem Willen noch ein Dorf war, dann ist das letzte Lager Dharmashala kaum mehr als eine Ansammlung von Hütten. Unser Schlafplatz: ein rostiger Blechschuppen, in dem ein paar Matratzen ausliegen, die vermutlich seit Jahren kein Wasser gesehen haben. Mein Tagebucheintrag an diesem Abend ist entsprechend knapp: „kalt und dreckig – ein erbärmlicher Ort.“


Den Rest des Tages verbringen wir vor unserem Schuppen. In der Sonne ist es halbwegs erträglich, aber im November sind die Tage kurz, vor allem zwischen diesen monströsen Bergen. Bereits um kurz vor drei verschwindet die Sonne und ein großer Schatten fällt über das Tal. Danach sinkt die Temperatur rapide. Ich verkrieche mich in meinen Schlafsack und lausche dem Wind, der an den Blechwänden rüttelt. Morgen früh geht es im Dunkeln zum Pass – mir graut es jetzt schon davor.

Die Überquerung des Larke-Pass

Aufstehen um 6:00 Uhr. Alles läuft rein mechanisch ab. Das Wichtigste ist: Nicht zu viel nachdenken. Raus aus dem Schlafsack, die Klamotten anziehen und versuchen, die eisige Kälte auszublenden. Selbst in unserem Verschlag herrschen Minustemperaturen, an Waschen ist überhaupt nicht zu denken. Nur schnell einen Tee und ein hartgekochtes Ei runterschlingen. Um 6:30 Uhr stehen wir draußen – bereit für die große Etappe über den Larke Pass.

Dharmasala vor Sonnenaufgang.
Dharmasala 6:30 Uhr, kurz vor Sonnenaufgang.

Es ist noch nicht richtig hell. Der Boden ist gefroren, jeder Schritt knirscht. Ich bewege die Finger in den Handschuhen, um sicherzugehen, dass sie noch da sind. Aber schon nach wenigen Minuten beißt sich der eisige Wind durch den Stoff, meine Hände werden taub. Verdammt. Ende November im Himalaya – was habe ich erwartet? Prakash merkt sofort, was los ist, und drückt mir wortlos seine dickeren Handschuhe in die Hand. Ich zögere kurz, will ihn nicht frieren lassen. Aber die Kälte ist stärker. Prakash scheint sie kaum zu spüren.

Der Weg steigt gleichmäßig an. Keine dramatischen Steilhänge oder Abgründe, nur ein endloses Hochtal. Links und rechts die vergletscherten Gipfel entlang der tibetischen Grenze wie eine geschlossene Mauer. Alles wirkt größer als in den Tagen zuvor. Nach einer Stunde taucht die Sonne auf und es wird spürbar angenehmer. Das Licht legt sich auf die Schneeflächen und plötzlich scheint die Welt nur noch aus Weiß und Blau zu bestehen. Keiner von uns redet, wir laufen einfach weiter. Ein gleichmäßiges, stilles Vorankommen.


Irgendwann sehe ich die Gebetsfahnen. Es ist kein dramatischer Moment und auch kein heroischer Kraftakt. Der Larke-Pass ist eigentlich nur ein kleiner Hügel, eingekeilt zwischen den gewaltigen Gebirgsmassiven. Am Pass sind schon ein paar Nepali, Drohnen sirren durch die Luft. Aber wir lassen uns nicht stören und ich genieße den Moment. Keine Gedanken an Zuhause, keine Pläne. Nur Wind, Licht und diese ungeheure Weite. Die Magie des Himalaya.

Trekker mit Guide am Larke Pass auf dem Manaslu Circuit.
Geschafft – Larke-Pass (5.106 m), der höchste Punkt des Manaslu Circuit.

Prem ist offensichtlich nicht so ganz begeistert von den Nepali, die mit ihren Smartphones für das nächste Instagram-Reel posieren. „They behave like Indians“ meint er nur trocken und es ist klar, dass das nicht als Kompliment gemeint ist. Nach dem obligatorischen Passfoto machen wir uns also schnell an den Abstieg, wir haben noch einen langen Weg vor uns.

Blick auf Himalaya Gipfel vom Larke Pass.
Blick über die verschneiten Gipfel an der Grenze zu Tibet – eine gigantische Mauer aus Bergen.

Der Abstieg vom Pass ist steil und komplett verschneit. Ohne Microspikes wäre das eine einzige Rutschpartie. Dafür wird es mit jedem verlorenen Höhenmeter milder. Es ist fast so, als hätte jemand einen Schalter umgelegt. Nur ein paar hundert Meter unter dem Pass sind wir schon wieder in einem völlig anderen Klima, die Luft verliert mit einem Schlag ihre alpine Schärfe.

Das Bergpanorama hinter dem Pass ist immer noch gewaltig, ein mächtiger Moränenstrom begleitet uns auf dem Weg ins Tal. Langsam verschwindet der Schnee, die Landschaft bekommt wieder Konturen, irgendwann sogar ein bisschen Farbe. Als wir Stunden später Bhimtang erreichen, liegt der Ort zwar schon im tiefen Schatten. Aber zum ersten Mal nach vier Tagen ist mir tatsächlich wieder ein klein bisschen warm – ich bin dankbar dafür.

Bergpanorama bei Bhimtang auf dem Manaslu Circuit.
Spektakulär: Bhimtang liegt direkt unter der Westflanke des Manaslu-Massivs.

Die Rückkehr

Die Überquerung des Passes mag der offensichtliche Höhepunkt des Treks gewesen sein. Langweilig wird unser letzter Tag auf dem Manaslu Circuit aber nicht. Auf schmalen Naturwegen steigen wir durch duftende Wälder ab – zuerst Kiefern, später übernehmen die Rhododendron-Bäume. Nach den letzten Tagen in der kargen Hochgebirgswelt tut es so gut wieder zwischen Bäumen zu laufen. Man spürt förmlich wie das Leben zurückkehrt.

Nach ein paar Stunden öffnet sich plötzlich der Wald und wir haben noch einmal freie Sicht auf das Manaslu-Massiv – was für ein Anblick. Unten die saftigen grünen Wälder, darüber, wie eine Fata Morgana, die weiß funkelnden Gipfel des Himalaya. Zwei Welten: So nah beieinander und doch durch eine unsichtbare Grenze voneinander getrennt.

Blick auf das Manaslu Massiv auf dem Weg nach Tilche.
Letzter Blick auf Manaslu auf dem Weg nach Tilche.

All zu schnell hat uns die Zivilisation wieder in ihrem Griff. Die Schotterpiste beginnt bereits an dem Örtchen Gho, ab hier sehen wir die ersten Fahrzeugen seit Tagen – Motorräder, um genau zu sein. In Tilche kehren wir schließlich endgültig in die moderne Welt zurück. Hier beginnt auf der anderen Seite des Flusses eine kurvige Jeep-Piste, die runter nach Dharapani ins Marsyangdi-Tal führt.


In Tilche geht alles sehr schnell. Rucksäcke einladen, Trekkingstöcke zusammenpacken, ab in den rumpeligen Jeep. Ein paar Stunden später sind wir in Dharapani, von hier geht‘s noch am gleichen Tag nach Besisahar. Beim obligatorischen Abschiedsessen fließt ordentlich Rakshi. Von Prakashs anfänglicher Reserviertheit ist nichts mehr übrig. Wir sind ein gutes Team geworden – und seine Lederjacke hat er sich redlich verdient.

Im Bus auf dem Weg zurück nach Kathmandu denke ich nochmal an den letzten Anblick des Manaslu. Ich glaube ich verstehe jetzt, warum er „Berg der Seele“ genannt wird. Manaslu ist Teil einer höheren Welt. Einerseits furchteinflößend, aber zugleich von einer fast unwirklichen Reinheit. Einer Reinheit, die den Blick klärt und die Seele befreit. In unserem Alltag verblasst dieser Zauber viel zu schnell. Aber etwas bleibt. Das Gefühl, für einen kurzen Moment Teil von etwas Größerem gewesen zu sein.

Und vielleicht ist es genau das, was uns immer wieder zurück in die hohen Berge zieht.

Kloster mit riesigem Schneeberg im Hintergrund.

Planung & Vorbereitung für den Manaslu Circuit

Kommen wir nun zum praktischen Teil: Alles was du wissen musst, wenn du selbst einen Trek auf dem Manaslu Circuit planst. Dazu jetzt alle wichtigen Infos und viele praktische Tipps.

Wie schwer ist der Manaslu Circuit?

Der Manaslu Circuit ist ein mittelschwerer Trek und vom Anspruch ungefähr vergleichbar mit dem Annapurna Circuit. Die Wege sind fast durchweg gut ausgebaut, es gibt keine technischen Passagen, auch auf den etwas schmaleren Abschnitten. Wie bei allen Nepal-Treks fallen stellenweise etwas steilere Anstiege an, häufig über Treppen. Wenn man sich ausreichend Zeit lässt und gleichmäßig geht, sollte das aber kein Problem sein.

Wanderer auf Weg auf dem Manaslu Circuit.
Typischer Weg auf dem mittleren Abschnitt des Manaslu Circuit.

Überquerung des Larke-Pass

Der Larke-Pass (5.106 m) ist der höchste Punkt des Manaslu Circuit. Der Weg zum Pass ist prinzipiell einfach, der Anstieg erfolgt auf guten Gebirgspfaden durch ein sehr langgezogenes, gleichmäßig ansteigendes, flaches Hochtal ohne abrupte Höhenunterschiede. Bei guter Akklimatisierung braucht man bei normalem Gehtempo etwa 4 Stunden von Dharmasala bis zur Passhöhe.

Blick zum Larke Pass.
Die letzten Meter vor dem Larke-Pass. Der Übergang führt über ein flaches Plateau, der Aufstieg ist recht einfach.

Die größte Herausforderung beim Larke Pass ist, wie bei allen Nepal-Treks, die Höhe. Ich habe auf dem Weg zum Pass einige Gruppen gesehen, die schlecht akklimatisiert waren und trotz der einfachen Wege sehr langsam vorankamen. Das kann zum Problem werden, an den hohen Pässen kippt das Wetter in der Regel um die Mittagszeit. Es wird dann häufig sehr windig, unter Umständen ziehen auch Wolken herein.

💡 Regel zum Merken: Spätestens nach 13:00 Uhr sollte man wieder runter vom Pass sein. Die meisten Gruppen peilen aber eine Ankunft gegen 10:00 Uhr an.

Der Abstieg vom Pass zum High Camp (4.380 m) auf der anderen Seite überwindet auf rund 3 Kilometer etwa 600 Höhenmeter, dieser Abschnitt ist also recht steil. Bei unserem Übergang war der komplette Abstiegsweg verschneit, Microspikes waren sehr hilfreich. Ab dem High Camp (kleine Lodge, gut für eine Pause) werden die Wege dann wieder deutlich einfacher – so wie auf dem Rest des Manaslu Circuit.

💡 Tipp: Der Guide macht sich in den Tagen vor dem Pass ein Bild davon, wie schnell du durchschnittlich läufst. Davon ist dann die Startzeit in Dharmasala abhängig. Wir sind später als durchschnittlich gestartet, weil wir recht zügig unterwegs waren. Manche Gruppen starten aber bereits um 3:00 Uhr in der Frühe – das ist individuell.

Abstieg vom Larkepass mit verschneiten Bergen im Hintergrund.
Fantastisches Bergpanorama beim Abstieg vom Larke-Pass.

Ist der Manaslu Circuit schwerer als der Annapurna Circuit?

In einigen Beschreibungen, vor allem auf den Agentur-Webseiten, liest man manchmal, dass der Manaslu Circuit „rauer“ und anspruchsvoller als der Annapurna Circuit sei. Das ist nicht komplett falsch. Es liegt vor allem daran, dass der Trail-Anteil auf dem Manaslu Circuit höher ist. Auf dem Annapurna Circuit wandert man inzwischen ja häufig auf breiten Fahrwegen, die überhaupt keine Schwierigkeiten aufweisen.

Im Unterschied dazu führt der Manaslu Circuit an vielen Stellen über „richtige“ Bergwege. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Pfade manchmal uneben und etwas schmaler sind. Wie oben erwähnt hält sich der Schwierigkeitsgrad dennoch in Grenzen. Wenn du z.B. schon mal in den Alpen auf einem durchschnittlichen Bergweg wandern warst, wirst du hier an keiner einzigen Stelle an deine Grenzen kommen und du brauchst auch keinerlei Erfahrung im Bergsteigen, Hochtouren etc.

Erdrutsch auf einem Weg vor Deng.
Erdrutschgefährdeter Abschnitt des Wegs vor Deng.

Landslides/Erdrutsche

Auf den ersten drei Etappen im unteren Nubri-Tal führt der Manaslu Circuit durch einige kurze Abschnitte die regelmäßig von Erdrutschen betroffen sind:

  • Abschnitt zwischen Doban und Yarupanth
  • Abschnitt zwischen Philim und Pewa
  • Abschnitt zwischen Pewa und Deng

Der Weg verläuft hier durch die steilen Berghänge direkt über dem Fluss, er ist teilweise schmal und durch das lose Geröll recht rutschig. Allerdings sind diese Abschnitte immer nur sehr kurz – maximal 500 Meter. Bei normalem, aufmerksamem Gehen sollte also nichts passieren – im Zweifelsfall hilft dir der Guide. Gefährlich sind diese Abschnitte nur bei starkem Regen, wenn man keinen guten Halt mit den Schuhsohlen findet.

Wegweiseer nach Larke Bazar auf dem Manaslu Circuit.

Akklimatisierung

Der Manaslu Circuit erreicht in relativ kurzer Zeit (ca. 8 Tage) eine Höhe über 5.000 Meter. Daher empfiehlt es sich, die allgemeinen Hinweise zur Akklimatisierung bei Höhen-Trekkings zu beachten:

  • ⛰️ Langsam aufsteigen: Ab etwa 3.000 m die Schlafhöhe möglichst nicht um mehr als 300–500 Höhenmeter pro Tag erhöhen
  • 📅 Pausentage einrechnen: Auf 3.500 Metern, mindestens einen, ggf. sogar zwei Pausentage einlegen. Dazu bietet sich z.B. Samagaon an.
  • 💧 Ausreichend trinken: 3–4 Liter Flüssigkeit pro Tag, möglichst wenig Alkohol (in Maßen aber kein Weltuntergang)
  • 🧠 Konservativ planen: Lieber kürzere Etappen pro Tag machen oder zusätzliche Akklimatisierungstage planen
  • 📋 Programm der Agentur checken: Die Planung sollte den allgemeinen Best-Practices folgen – nicht zu hoch pro Tag aufsteigen, ausreichend Pausentage, keine übermäßig langen Etappen
  • ⚠️ Symptome ernst nehmen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Appetitlosigkeit können ein Indiz für fehlende Akklimatisierung sein.
  • Bei ernsthaften Beschwerden: Pausentag einlegen, nicht weiter aufsteigen. Wenn die Symptome dennoch nicht abklingen oder stärker werden → absteigen

Gute Orte für Pausentage vor dem Larke Pass sind Lho (3.180 m) und Samagaon (3.520 m) an. Diese Orte haben eine interessante lokale Kultur (Klöster, Gompas), es gibt ein paar gute Cafés (Tipp: Main Street Café) und man kann von hier aus auch schöne Ausflüge in die Umgebung machen. In Samdo (3.875 m) würde ich nur im Notfall länger bleiben wollen. Der Ort liegt schon sehr hoch im alpinen Niemandsland, ich fand es (zumindest Ende November) eher ungemütlich.

Ribum Monastery in Lho.
Die Ribum Monastery liegt auf einem Hügel oberhalb von Lho.

Diamox zur besseren Akklimatisierung

Diamox (Acetazolamid) ist ein Medikament in Tablettenform, das die Akklimatisierung unterstützen kann. Gerade auf den organisierten Treks mit engem Zeitfenster kommt es in Nepal sehr häufig zum Einsatz. Ich würde mich allerdings nicht ausschließlich auf Diamox verlassen und den Trek lieber so planen, dass ein langsamer Aufstieg gegeben ist – das ist sicherer (und gesünder) als jedes Medikament.

Ich hatte auf dem Manaslu Circuit ein paar Tabletten dabei, allerdings nicht selbst gebraucht, da ich zu diesem Zeitpunkt bereits über 7 Monate im Himalaya war. Mein Freund Prem, der noch nicht komplett akklimatisiert war, hatte in Samagaon leichte Kopfschmerzen und Übelkeit – nach einer Tablette Diamox mittags und einer weiteren abends ging es ihm besser. Für genau solche Fälle habe ich immer ein Päckchen Diamox dabei, das kann nie schaden.

Kranker Trekker auf dem Manaslu Circuit.

Guides & benötigte Permits für den Manaslu Circuit

Der Manaslu Circuit führt durch das Nubri-Tal an der unmittelbaren Grenze zu Tibet (China). Diese Region wird von Nepal als geopolitisch sensibel eingestuft, außerdem möchte man die einzigartige Kultur dieser grenzüberschreitenden Himalaya-Täler erhalten. Daher gilt das Nubri-Tal als sogenannte Restricted Area – der Zugang für Ausländer unterliegt besonderen Regeln.

Restricted Area Permit

Für den Manaslu Circuit ist zwingend ein Restricted Area Permit erforderlich, außerdem ein offiziell lizensierter Guide. Die Gruppengröße muss zudem mindestens 2 Personen betragen. Es reicht dabei nicht, einfach zusätzlich einen einheimischen Porter anzuheuern, es müssen zwei Ausländer sein. Solo-Wanderungen sind offiziell also nicht vorgesehen, inoffiziell aber trotzdem möglich (siehe Ghost Permit).

Permitkontrolle beim Checkpoint in Jagat.
Kontrolle der Permits am Checkpoint in Jagat.

Permits für Schutzgebiete

Das Nubri-Tal ist nicht nur eine Restricted Area, sondern gleichzeitig auch Teil eines Schutzgebiet mit eigenen Permit-Anforderungen – der Manaslu Conservation Area. Allerdings verläuft der Trek nicht nur hier. Nach der Überquerung des Passes endet der Manaslu Circuit in einem weiteren Schutzgebiet, der Annapurna Conservation Area. Auch hier ist ein Permit erforderlich.

Chumnubri Local Permit

Um die Sache noch komplizierter zu machen verlangt der Bezirk – die Chumnubri Rural Municipality – seit einiger Zeit ein zusätzliches lokales Permit. Das ist ein Trend, der seit einigen Jahren immer beliebter in Nepal wird – die Gemeinden erheben eigene Eintrittsgebühren, weil sie fürchten dass die Einnahmen der überregionalen Permits in dunklen Kanälen versickern.

Lokales Permit für den Manaslu Circuit.
Chumnbubri Rural Municipality Permit – direkt erhältlich in Jagat.

Konkret bedeutet das – für den Manaslu Circuit brauchst du insgesamt 4 Permits:

  • Manaslu Conservation Area Permit
  • Annapurna Conservation Area Permit
  • Manaslu Restricted Area Permit
  • Chumnubri Local Permit
  • Optional: Tsum Valley Restricted Area Permit

Für das Tsum Valley ist tatsächlich ein weiteres Permit erforderlich. Aber auch ohne hat der Manaslu Circuit damit die zweifelhafte Ehre, der Trek mit den meisten Permit-Anforderungen in ganz Nepal zu sein. Das einzig Gute dabei: Um die Permits kümmert sich der Guide bzw. die Agentur. Du musst dich glücklicherweise nicht mit der Bürokratie herumschlagen, sondern einfach nur zahlen.

Restricted Area Permit für den Manaslu Circuit.
Das Restricted Area Permit wird von der Einwanderungsbehörde ausgestellt.

Preise für die Trekking-Permits

PermitGültig fürKosten
Manaslu Conservation Area Permit (MCAP)Jagat → BhimtangNPR 3.000 (≈ USD 28)
Annapurna Conservation Area Permit (ACAP)Dharapani → Besi SaharNPR 3.000 (≈ USD 28)
Chumnubri Local PermitNubri-Tal (lokale Gebühr)NPR 1.000 (≈ USD 8)
Manaslu Restricted Area Permit (RAP)Gesamte Restricted Areasiehe unten

Manaslu Restricted Area Permit (RAP)

Die Kosten für das Restricted Area Permit hängen von der Saison ab (Hauptsaison vs. Nebensaison) und der Dauer deines Aufenthalts in der Restricted Area.

SaisonGrundgebühr (erste 7 Tage)Zusätzliche Tage
Hauptsaison (Sep–Nov)USD 100USD 15 pro Tag
Nebensaison (Dez–Aug)USD 75USD 10 pro Tag

Tsum Valley Restricted Area Permit (RAP)

Das Tsum Valley benötigt, wie erwähnt, ein eigenes Restricted Area Permit (RAP) zusätzlich zum Manaslu-RAP.

SaisonGrundgebühr (erste 7 Tage)Zusätzliche Tage
Hauptsaison (Sep–Nov)USD 40 pro WocheUSD 7 pro Tag
Nebensaison (Dez–Aug)USD 30 pro WocheUSD 7 pro Tag

Übersicht der Permit-Gebühren auf der offiziellen Webseite von Nepal Immigration

TIMS-Permit

Ein Lichtblick bei der ganzen Permit-Bürokratie: Die TIMS-Karte ist für den Manaslu Circuit nicht erforderlich, da du bereits ein Restricted Area Permit (RAP) hast. TIMS ist dazu da, den Eintritt und die Aufenthaltsorte ausländischer Touristen in den Trekking-Gebieten nachzuvollziehen. Das wird beim Manaslu Circuit glücklicherweise bereits durch das RAP abgedeckt.

So bekommst du die Permits

Die Vergabe der Permits ist recht unkompliziert, da alles über den Guide/die Agentur läuft. Benötigt wird folgendes:

  • Genaue Daten mit Start und Ende des Trek
  • Kopie deines Reisepasses
  • Kopie deines Visums für Nepal
  • Versicherungsnummer deiner Auslandskrankenversicherung

Der Antrag wird dann von der Agentur beim Department of Immigration gestellt und die Bearbeitung geht auch recht schnell. In der Regel hast du die nötigen Permits innerhalb von 24 Stunden.

Buddha Statue in einem Kloster.

Sicherheit im Notfall: Reiseversicherung

Eine Auslandskrankenversicherung, die Höhenrettungen und Bergungen abdeckt, ist beim Manaslu Circuit Pflicht. Die Agenturen fragen bereits während der Beantragung der Permits danach. Grund dafür: Im Ernstfall werden Trekker häufig per Helikopter evakuiert – die Einsätze kosten schnell mehrere tausend Euro.

Darauf solltest du achten:

  • 🛟 Bergungs-, Rettungs- und Transportkosten sind abgedeckt
  • 🏔️ Die Versicherung gilt auch in großen Höhen (mindestens bis 5.000 m, besser ohne Höhenlimit)
  • 💰 Die Deckungssumme ist ausreichend hoch (mind. 10.000–15.000 €)
  • 📞 Es gibt eine 24 Stunden erreichbare Notfall-Hotline

Eine gute Option ist die Auslandskrankenversicherung TravelSecure* der Würzburger Versicherung. Sie bietet eine Deckungssumme von 15.000 € und gilt für Reisen bis 56 Tage. Optional kannst du die Deckungssumme mit einer zusätzlichen Bergsportversicherung um 7.500 € erhöhen. Die 15.000 € Basisdeckung bieten aber bereits einen soliden Schutz.

💡 Tipp: Der Alpine Sicherheitsservice ASS vom DAV und ÖAV deckt weltweit Bergungskosten, allerdings nur bei selbst organisierten Touren. Der Trek mit einer Agentur wird als Pauschalreise gewertet und nicht abgedeckt. Für den Manaslu Circuit ist der ASS also nicht ausreichend.

Beispielrechnung: Permits für den Manaslu Circuit ohne Tsum Valley

Zur Verdeutlichung der gesamten Permit-Kosten habe ich hier mal eine Beispielrechnung für den Manaslu Circuit ohne Tsum Valley im Oktober (Hauptsaison) aufgeführt. Wir gehen hier von einem 12-tägigen Trek aus. Du zahlst dabei insgesamt etwa USD 240 pro Person an Permitgebühren.

Permit Kosten Manaslu Circuit Infografik

Ghost Permits

Offiziell sind mindestens zwei Ausländer vorgeschrieben, die zusammen trekken. Man kann den Manaslu Circuit aber auch als Solo-Wanderer mit Guide machen – möglich macht’s das sogenannte Ghost Permit. Das ist ein Trick, bei dem du von der Agentur eine zusätzliche Person für das Restricted Area Permit registrieren lässt. Diese Person läuft dann am Ende aber gar nicht mit, sie existiert auf dem Trek also nur als „Geist“.

💡 Tipp: Das Ghost Permit ist nur für die Restricted Area erforderlich, nicht für die Schutzgebiete (MCAP, ACAP). Es ist ausschließlich über eine Agentur erhältlich, da die Vergabe von RAP-Permits über das Department of Immigration läuft – ausländische Individual-Trekker dürfen dort gar keine Anträge stellen. In der Regel läuft es so ab, dass die Agenturen die entsprechenden Kontakte haben und dann eine zusätzliche Person beim Antrag registrieren.

Meine Empfehlung: Ghost Permits sind eher eine Notlösung für Leute, die unbedingt alleine gehen wollen oder auf die Schnelle niemanden finden, um den Trek zusammen zu machen. Es ist aber recht teuer (175 – 250 Euro zusätzlich). Ich persönlich würde daher eher nach anderen Möglichkeiten suchen. Besser ist sich einer Gruppe anzuschließen oder vor Ort nach Mitwanderern zu suchen.

Was du z.B. machen kannst:

  • In der Agentur fragen, ob noch ein Platz in einer Gruppe frei ist – die meisten Agenturen bieten diese Option an und gerade bei einem beliebten Trek wie dem Manaslu Circuit ist das eine sichere Option.
  • Vorher in Nepal-Facebook-Gruppen fragen – wird sehr häufig gemacht, relativ gute Chance, jemanden zu finden.
  • Spontan vor Ort im Hostel/Hotel fragen – eher eine Notfalloption für ganz Kurzentschlossene, aber es gibt genügend Leute in Nepal, die so ihren Trekking-Partner gefunden haben.
Blick in eine Trekkingagentur in Kathmandu.

So findest du einen Guide für den Manaslu Circuit

Einen Trekking-Guide in Nepal zu finden ist ein Thema für sich, zu dem ich hier auch demnächst einen eigenen Blogbeitrag veröffentlichen werde. Beim Manaslu Circuit ist es aber nicht allzu kompliziert, da die Tour erstens sehr beliebt ist und zweitens auch nicht zu schwer. Es gibt also ausreichend willige Guides und jede Agentur hat den Trek in ihrem Portfolio.

Guide für den Manaslu Circuit finden Infografik.

Im Prinzip hast du drei Optionen:

  1. Selbst einen Guide suchen (ohne Agentur)
  2. Komplett-Paket mit internationaler Reiseagentur buchen
  3. Agentur vor Ort suchen

Selbst einen Guide suchen

Diese Option bietet sich vor allem dann an, wenn du bereits einen Kontakt hast, der dir einen Guide empfehlen kann. Du kannst diesen Guide dann anschreiben oder anrufen und fragen, ob er Zeit hat. Viele Trekker, die schon einmal mit einem Guide in Nepal unterwegs waren, gehen dann auch immer wieder mit diesem ganz bestimmten Guide – ich würde das übrigens auch so machen.

💡 Tipp: Die Kosten für einen Guide auf dem Manaslu Circuit betragen etwa 25-35 Dollar/Tag.

Komplett-Paket mit internationaler Reiseagentur buchen

Viele der großen Reiseagenturen (Hauser, DAV Summit Club etc.) bieten Nepal-Trips an. Das ist sehr unkompliziert, da man den Trek dann wie eine Pauschalreise bucht. Du suchst dir ein Paket auf der Webseite raus, bezahlst schon in Deutschland für den Trip, der Rest wird einschließlich Anreise, Hotels etc. von vorne bis hinten organisiert. Es hat aber auch einen großen Nachteil: Die Pauschal-Angebote sind deutlich teurer. In der Regel zahlst du mindestens doppelt so viel wie bei einer lokalen Agentur, teilweise sogar noch mehr.

Yak vor einem Kloster mit weißen Bergen im Hintergrund.
Yak vor der Phung Gyen Monastery in Samagaon.

Agentur vor Ort suchen

Die letzte Option finde ich persönlich empfehlenswert: Den Trek über eine lokale Agentur organisieren, z.B. in Kathmandu. Genau so habe ich das auch gemacht, es ist meiner Meinung nach auch die einfachste Option, wenn man nicht bereits einen bestimmten Guide kennt. Einerseits ist es viel preiswerter, weil du die lokalen Preise zahlst, außerdem kannst du ggf. vorher auch schon mal den Guide kennenlernen.

Viele der lokalen Agenturen haben inzwischen auch ihren eigenen Webauftritt*. Du kannst den Trek also genau wie bei den internationalen Anbietern schon von zu Hause aus buchen. Die Kommunikation erfolgt dann per WhatsApp, Videocall oder Telefon. Am besten ist es, mehrere Anbieter zu vergleichen (mindestens 3-4).

Achte dabei auf die folgenden Punkte:

1. Ist der Guide lizenziert?

Wie erwähnt brauchst du für den Manaslu Circuit einen offiziell registrierten Guide. Das ist insofern wichtig, da es auch Einheimische gibt, die als Führer arbeiten, aber gar keine Lizenz besitzen. Lass dir also die Guide-Lizenz zeigen (ID-Karte des Ministry of Culture, Tourism and Civil Aviation mit Passfoto des Guides) oder zumindest glaubhaft bestätigen, dass es sich um einen staatlich registrierten Trekking Guide handelt.

2. Was ist im Preis des Treks enthalten?

Hier am besten gut aufpassen, damit später nicht unerwartete Zusatzkosten auftauchen. In der Regel sollte für einen Trek mit Guide, den du über eine Agentur buchst, folgendes im Preis enthalten sein:

  • 💰 komplettes Guide-Gehalt
  • 🛡️ Versicherungen für den Guide
  • 🎟️ Permits (RAP, MCAP, ACAP)
  • 🚐 Transport nach Maccha Khola und von Dharapani zurück
  • 🍽️ Unterkunft und Verpflegung des Guides (in Nepal so üblich)
  • 🎒 ggf. Träger/Porter für Gepäck
  • 📍 das Chumnubri Local Permit (1.000 NPR) wird vor Ort in Jagat bezahlt

Viele der preiswerteren Angebote wirken im ersten Moment extrem günstig. Das liegt häufig daran, dass sie keine Permitgebühren, Kosten für die Unterkünfte oder den Transport enthalten. Kläre das daher vorher und denk immer dran: Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es meistens auch!

Straßenansicht in Namrung,
Ankunft in Namrung. Ab hier heißt das Tal des Budhi Gandaki „Nubri“.

3. Erfahrung mit der Route

Frage hier ganz konkret über die Erfahrungen des Guides auf dem Manaslu Circuit. Das ist vor allem dann wichtig, wenn du keine/wenig Erfahrung mit großen Höhen hast. Ein Guide, der einfache Wanderungen à la Poon Hill führt, ist nicht unbedingt die richtige Person, falls Probleme mit der Akklimatisierung, AMS-Symptome etc. auftreten.

Kläre vorher:

  • 🔁 Wie oft war der Guide schon auf dem Manaslu Circuit?
  • ⛰️ Ist er schon mehrmals über den Larke Pass gegangen?
  • 📅 War er in der jeweiligen Saison dort, in der du gehen willst?

Ideal ist, wenn die Agentur regelmäßig Treks in der Manaslu Conservation Area macht – die Guides kennen dann gute Teahouse oder Alternativen, falls die Pläne sich unterwegs ändern. Das ist übrigens ein weiterer Punkt, den du klären kannst: Wie flexibel ist die Planung insgesamt? Kannst du mitentscheiden, in welchem Teahouse ihr übernachtet? Hast du ein Mitspracherecht bei Pausen? Das sind Kleinigkeiten, aber genau hieran entzünden sich erfahrungsgemäß die Konflikte.

Einheimische auf dem Manaslu Circuit.

4. Sympathie & Kommunikation

Ein Faktor, den man auch nicht unterschätzen darf, ist die allgemeine Sympathie – immerhin verbringst du 10–14 Tage gemeinsam mit dem Guide auf dem Trail. Das sollte also auch menschlich passen. Die meisten Nepali sind zum Glück von Natur aus sehr umgänglich. Aber achte trotzdem auf die folgenden Sachen:

  • 🗣️ Spricht der Guide gut Englisch?
  • 🥾 Macht er einen kompetenten Eindruck?
  • ❓ Fühlst du dich ernst genommen?

Natürlich kann man nach einem einzigen Gespräch nicht mit 100%iger Gewissheit klären, dass alles gut laufen wird. Aber meistens sagt uns ja unser Bauchgefühl und der erste Eindruck, ob das passen könnte und das spielt hier schon auch eine Rolle.

Mein persönlicher Tipp

Schau beim Verhandeln nicht ausschließlich auf den Preis. Es gibt in Kathmandu hunderte von Agenturen. Durch den starken Wettbewerb besteht die Neigung, die Konkurrenz mit immer niedrigeren Preisen zu unterbieten. Extrem niedrige Preise bedeutet häufig aber auch eine schlechte Bezahlung und/oder eine fehlende Versicherung der Guides. Die Guides haben es in Nepal ohnehin schon nicht gerade leicht. Daher sollte der Preis so gestaltet sein, dass es am Ende für alle fair ist: für dich, für den Guide und für die Agentur.

An dieser Stelle eine ganz persönliche Empfehlung von mir: die kleine aber feine Trekking-Agentur Ammonite Adventures, mit der ich den Manaslu Circuit organisiert habe. Das war die vierte Agentur, mit der ich in Kathmandu gesprochen hatte und da treffen erfreulicherweise alle Anforderungen zu, die ich hier beschrieben habe.

Wanderer und Besitzer in einer Trekkingagentur in Thamel.

Krishna, der Besitzer der Agentur, hat uns direkt ein gutes Angebot für 10 Tage gemacht, mit dem wir zufrieden waren. Unser Guide Prakash machte auch einen aufgeweckten Eindruck. Außerdem wurde er fair bezahlt, er hatte eine Versicherung und war offiziell registriert. Alle Kosten wurden sauber aufgeschlüsselt, Permits, Transport und Unterkünfte waren klar geregelt. Das war für mich der Sweet Spot – kein Billigangebot, sondern ein guter lokaler Preis.

Was aber noch wichtiger war: Abgesehen vom Finanziellen hatten wir am Ende einfach eine wirklich gute Zeit zusammen auf dem Trek.

Drei Trekker auf dem Manaslu Circuit Porträt.

Ich hatte im Vorfeld durchaus Bedenken, weil ich ja sonst nie mit Guides gehe. Aber hier hat einfach alles gepasst – gute Kommunikation, menschliche Sympathie und viel Freiraum. Wir waren jeden Tag flexibel und haben unsere Pläne auch mal geändert. Es hat sich nie so angefühlt, als ob wir nur ein festes Programm abspulen. Genau so sollte das sein – auch wenn es leider nicht überall so ist. Falls ich nochmal einen geführten Trek in Nepal machen sollte, weiß ich auf jeden Fall, an wen ich mich wenden werde.

Larke Pass 5106 m – Manaslu Circuit

Geführter Manaslu Circuit mit lokaler Agentur

10 oder 12 Tage – inkl. Guide, Permits & kompletter Organisation

10-Tage Tour ansehen* 12-Tage Tour ansehen*

Manaslu Circuit Kosten & Budgetplanung

Die nächste große Frage: Wie teuer ist der Manaslu Circuit? Das hängt vor allem davon ab, wie du den Trek organisierst:

  • 🏢 mit lokaler Agentur (preiswert)
  • 🥾 individuell mit eigenem Guide (preiswert)
  • ✈️ mit einer internationalen Reiseanbieter (teuer)

Bei den internationalen Reiseagenturen gehen die Preise für ein Komplettangebot ab etwa 3.000 Euro los, teilweise ist der Flug schon inbegriffen. Wenn du den Trek lokal organisierst, ist es viel preiswerter, meist um die 1.200 – 1.500 Euro.

Mit einem günstigen Flug (700- 1.000 Euro bei rechtzeitiger Buchung) kannst du mit lokalen Anbietern also bis zu 1.000 Euro sparen – ohne, dass sich großartig etwas an den Leistungen ändert. Die Reiseagenturen arbeiten letztendlich auch nur mit den lokalen Anbieter zusammen. Im Endeffekt zahlst du hier rein für die Vermittlung.

Einhemische Guides in Philim.

Preise für einen 12-tägigen Manaslu Circuit Trek

Wir haben den Trek als Komplett-Paket gebucht und für einen 12-tägigen Trek 1.200 Euro bezahlt. Ich habe mir unterwegs aber die Preise der Lodges, Übernachtungen, Essen etc. angeschaut und notiert. Im Folgenden daher eine Übersicht der zu erwartenden Kosten, wenn du den Trek komplett selbst organisieren würdest.

Ich gehe dabei von folgendem Szenario aus:

  • 12 Tage
  • 1 Guide
  • Kein Träger
  • Übernachtung in normalen Teahouses

🏠 Unterkunft pro Nacht

Die Unterkünfte auf dem Manaslu Circuit sind wie überall in Nepal preiswert. Rechne mit etwa 5-10 Euro pro Tag. In den höheren Lagen ist es tendenziell etwa teurer. Wir gehen hier mal durchschnittlich von 8 Euro aus.

🍛 Essen & Getränke pro Tag

Verpflegung ist der größte variable Kostenpunkt, da es davon abhängt, wie viel du konsumierst. Auch hier wird es teurer, je höher du kommst, da ab Jagat/Philim alles getragen oder per Maultier transportiert wird.

Durchschnittlich kannst du diese Kosten erwarten:

  • Frühstück: 6–8 Euro
  • Mittagessen: 8–12 Euro
  • Abendessen: 10–15 Euro
  • Tee, Snacks, Wasser: 5–8 Euro

Insgesamt würde ich mit etwa 30-35 Euro/Tag rechnen.

🧭 Guide-Kosten pro Tag

Der Tageslohn für einen lizenzierten Guide liegt auf dem Manaslu Circuit bei 25–35 Euro pro Tag. Darin enthalten sind das Gehalt des Guides, die Versicherung sowie Unterkunft und Essen des Guides.

Durchschnitt: 30 Euro

📊 Tageskosten: Manaslu Circuit mit 1 Guide

PostenØ pro Tag
Unterkunft8 Euro
Essen & Getränke30 Euro
Guide30 Euro
Gesamt pro Tag≈ 68 Euro

💰 Zusätzliche einmalige Kosten

Zusätzlich zu den laufenden Kosten kommen noch die Gebühren für die Permits und der Transport.

🎟️ Permits (Hauptsaison, 12 Tage)

  • RAP: ~175 Euro
  • MCAP: ~30 Euro
  • ACAP: ~30 Euro
  • Chumnubri Permit: ~10 Euro

Gesamt: ca. 245 Euro

🚐Transport

  • Bus Kathmandu → Soti Khola / Maccha Khola: 30 Euro
  • Jeep Tilche → Dharapani → Besisahar → Bus nach Kathmandu: 40 Euro

Gesamt: ca. 70 Euro

📊 Gesamtbudget: Manaslu Circuit (12 Tage)

KostenBetrag
Laufende Kosten (12 × 68 €)816 €
Permits245 €
Transport (Hin- & Rückfahrt)70 €
Gesamtkosten Trek1.131 €

Dazu würde ich folgendes kalkulieren:

  • Trinkgeld für Guide (üblich ca. 100–150 Euro)
  • Puffer für Snacks, heiße Duschen, WLAN, Laden von Geräten (150-200 Euro)

Für einen 12-tägigen Trek auf dem Manaslu Circuit würde ich einschließlich aller Kosten also mit ungefähr 1.400 – 1.500 Euro kalkulieren. Das ist dann kein übertriebener Luxus, aber komfortabel und mit ausreichend Puffer für unvorhergesehene Ausgaben.

Einheimische sitzen im Teahouse am Tisch.

Trinkgelder für die Guides

Das ist eine Frage, die immer wieder aufkommt: Wie viel soll ich dem Guide denn an Trinkgeld geben? Daher hier noch ein paar Worte dazu.

Zunächst mal ist es so: Es gibt keine Verpflichtung, dem Guide ein Trinkgeld zu geben. Das erfolgt rein auf freiwilliger Basis – eigentlich. Es machen aber trotzdem fast alle Trekker, weil das in Nepal seit Jahrzehnten eine fest etablierte Tradition ist: Die internationalen Kunden geben den einheimischen Führern nach dem Ende des Treks ein Trinkgeld, um ihre Wertschätzung auszudrücken.

Wieviel du selbst gibst, würde ich von den folgenden Punkten abhängig machen:

  • ⭐ Wie zufrieden warst du insgesamt mit dem Guide?
  • 🔄 Ist der Guide auf deine Wünsche eingegangen (flexible Etappenplanung, Auswahl der Lodges etc.)?
  • ❓ War er engagiert und hat er dich bei Problemen unterstützt?

Ein guter Richtwert für Trinkgelder sind 10-15 % des Guidegehalts. Üblicherweise wird das Geld am letzten Trekkingtag oder beim Abschiedsessen in bar übergeben. Dazu noch ein paar nette persönliche Worte – das sollte nicht allzu schwer fallen, denn auf dem Trek lernt man sich ja ganz gut kennen.

Du musst natürlich nicht zwangsweise Geld geben, sondern kannst dem Guide auch anderweitig eine Freude machen. Viele Kunden verschenken Ausrüstung oder Wanderschuhe. Vielleicht erfährst du ja auch, dass es irgendetwas gibt, dass sich der Guide schon lange wünscht.

Ich habe unserem Guide Prakash z.B. nach dem Trek eine Lederjacke in Kathmandu gekauft. Das hatte zwar rein gar nichts mit Trekking oder Bergsteigen zu tun, aber ich wusste, dass er sich die Jacke sehnlichst gewünscht hat. Und ich fand das eine schöne Geste, besser als einfach nur Geld zu geben.

Anreise + Transport

Die Anfahrt zum Manaslu ist unkompliziert, da das in der Regel vom Guide/der Agentur organisiert wird. Daher hier nur ein paar allgemeine Infos.

Startpunkte des Manaslu Circuit

Früher startete der Manaslu Circuit in Arughat Bazar am Eingang des Budhi-Gandaki-Tals. Allerdings wurde das Tal inzwischen mit Straßen erschlossen, viele Trekker starten daher in Maccha Khola (ca. 20 km nördlich von Arughat). Die Jeep-Piste reicht inzwischen aber noch weiter. Ein weiterer möglicher Startpunkt ist Jagat am Eingang der Manaslu Conservation Area (ca. 15 km hinter Maccha Khola).

Derzeit fahren die Jeeps bis Philim (ca. 5 km hinter Jagat), teilweise starten dort auch Leute. Damit verkürzt sich der Trek um etwa 1-2 Tage. Wir selbst sind in Maccha Khola losgelaufen, erfreulicherweise wandert man aber nicht nur auf Pisten, da es Alternativrouten auf der anderen Seite des Flusses gibt.

Am ersten Tag (Maccha Khola – Jagat) sind wir etwa 6 km entlang der Piste gewandert, am zweiten Tag (Jagat – Pewa) etwa 5 km – das waren jeweils etwa 2 Stunden. Der Rest verlief über schöne Naturwege. Ich würde also nicht sagen, dass man den unteren Teil unbedingt überspringen muss. Maccha Khola ist immer noch ein guter Startpunkt und das wird voraussichtlich auch so bleiben. Selbst wenn die Jeep-Piste in Zukunft verlängert wird, bleiben die Alternativ-Routen bestehen.

Truck auf einer Straße bei Maccha Khola.

Ende des Manaslu Circuit

Das klassische Ende des Manaslu Circuit war Dharapani im Marsyangdi-Tal, einer der bekannten Etappenorte auf dem Annapurna-Circuit. Tatsächlich beenden die meisten Leute den Trek heute aber in Tilche (ca. 5 km vor Dharapani) – haben wir auch so gemacht. Von Tilche führt eine ausgebaute Jeepstraße nach Dharapani, zum Wandern ist das nicht so spannend. Fahrzeuge werden entweder vorher organisiert oder man nimmt einen der wartenden Jeeps in Tilche, es gibt da genug.

Anfahrt

Für die Anfahrt gibt es zwei Optionen:

  • 🚙 Jeep
  • 🚌 Öffentlicher Bus

Die Jeeps werden von der Agentur organisiert. Viele Trekker fahren aber mit dem Bus an (wir auch). Für die Fahrt von Kathmandu nach Maccha Khola haben wir etwa 10 Stunden gebraucht. Die Fahrt führt zunächst in westlicher Richtung durch das Trishuli-Tal. Bei Mugling zweigt man dann in die Berge ab und fährt über Ghorka Richtung Arughat Bazar. Nach einem kurzen Zwischenstopp geht’s dann in ca. 2 Stunden nach Maccha Khola.

Mit dem Jeep wird die Fahrt voraussichtlich etwas kürzer dauern (8-9 Stunden). Aber es hängt auch viel von den Straßenverhältnissen ab. Und sobald man den gut ausgebauten National Highway im Trishuli-Tal verlässt, verläuft die Route im letzten Abschnitt auf ziemlich rumpeligen Schotterpisten. Das dauert – auch mit dem Jeep.

Abfahrt

In Dharapani stehen Jeeps bereit, die in ca. 4-5 Stunden bis Besisahar fahren. Die Strecke ist immer noch in relativ maroden Zustand, obwohl in den letzten Jahren viel gebaut wurde. Besisahar ist mit Bussen gut an die übrigen Städte in Nepal angebunden. Nach Kathmandu dauert die Fahrt etwa 9-10 Stunden, nach Pokhara 3-4 Stunden. Die komplette Rückfahrt wird im Normalfall schon vorher vom Guide/Agentur organisiert.

Teahouse auf dem Manaslu Circuit.
Unsere Lodge in Bhimtang.

Unterkünfte & Verpflegung unterwegs

Der Manaslu Circuit ist ein klassischer Teahouse Trek, d.h. du übernachtest jeden Abend in einer lokalen Unterkunft. Die Manaslu Conservation Area wurde allerdings erst 1992 für den organisierten Trekking-Tourismus geöffnet. Dementsprechend hinkt die Entwicklung ein wenig den bekannten Treks in der Annapurna-Region oder am Everest hinterher. Der Standard ist ein bisschen niedriger – trotzdem gibt es sehr viele schöne Lodges.

Außenaufnahme eines Teahouse im Sonnenschein.
Teahouse auf dem Weg nach Ghap.

Ausstattung der Lodges

Im Großen und Ganzen gleichen sich die Unterkünfte, die Unterschiede betreffen höchstens Details.  Was es in jeder Lodge gibt:

  • Großer Essens-/Gemeinschaftsraum mit Ofen
  • Zimmer zum Schlafen für die Trekker, teilweise mit eigenem Bad
  • Zimmer zum Schlafen für die Guides und Porter
  • Küchenbereich (auch zum Aufenthalt für die Guides)

Die Lodges im unteren Bereich des Manaslu Circuit (bis Jagat) sind relativ modern, fast schon auf dem gleichen Niveau wie auf dem Annapurna Circuit. Danach wird es etwas spartanischer, vor allem in Samagaon war unsere Lodge ziemlich einfach. Interessanterweise war die Unterkunft in Samdo, dem letzten Dorf vor dem Pass, dann aber wieder etwas komfortabler.

Teahouse in Samdo.
Teahouse in Samdo.

Der Ofen in den Aufenthaltsräumen wird meistens ab Nachmittag beheizt. Dann wird es nämlich kühl, vor allem ab Namrung. Die Schlafzimmer sind unbeheizt, auf Wunsch werden aber zusätzlich zu den vorhandenen Decken weitere Decken bereitgestellt. Elektrisch beheizte Decken und ähnlichen Luxus wie in Manang habe ich nirgends auf dem Manaslu Circuit gesehen.

💡 Tipp: In der Regel entscheiden die Guides, wo übernachtet wird. Zumindest bei uns war es aber so, dass wir ein Mitspracherecht hatten. Wenn wir darauf bestanden hätten, hätten wir immer auch woanders übernachten können.

Dharmasala/ Larke Phedi

Die letzten Lodges vor dem Pass befinden sich in Dharmasala/ Larke Phedi. Das ist kein Dorf, sondern einfach eine Ansammlung von einfachen Hütten. Das Wort Dharmasala/Dharamsala bezeichnet auf dem indischen Subkontinent eine Herberge für Reisende und das ist auch der ursprüngliche Zweck dieses Ortes: Ein letzter Rastplatz vor dem Pass.

Zeltlager in Dharmasala.
In Dharmasala übernachten viele Guides draußen im Zelt.

Dharmasala hat auf dem Manaslu Circuit nicht den besten Ruf – was den Komfort angeht, kann ich das auch nachvollziehen. Wir haben die Nacht in einer Art Blechverschlag verbracht, in dem auf dem Boden ein paar Matratzen ausgebreitet waren. Das Bad war ein weiterer Verschlag, fließendes Wasser gab es im November auch nicht – es war aber eh viel zu kalt zum Waschen. Alles in allem nicht die gemütlichste Nacht meines Lebens.

Andererseits darf man sich aber freuen, dass es hier überhaupt Lodges gibt. Unser Guide Prakash hat uns erzählt, dass die Touristen vor 10 Jahren hier noch zelten mussten – die Guides machen das auch heute noch so. Für mich war es okay, da ich sowieso öfter zelte und keinen großen Luxus brauche. Alle anderen dürfen sich hier auf eine Nacht einfaches Leben einstellen – aber das gehört dazu und macht auch ein Stück weit den Reiz des Manaslu Circuit aus.

Cafe in Samagaon.

Essen

Wie in den anderen bekannten Trekking-Regionen Nepals haben die Lodges standardisierte Speisekarten. Es gibt also im Prinzip überall das Gleiche. Bei den Komplett-Paketen ist es in der Regel so, dass das Essen schon im Preis mit inbegriffen ist. Du bekommst:

  • Frühstück
  • Mittagessen
  • Abendessen

Getränke und Snacks müssen selbst bezahlt werden, genauso wie zusätzliche Mahlzeiten. Unterwegs kommt man regelmäßig durch Dörfer, wo es kleine Läden gibt. Wie bei allen Treks in Nepal steigen die Preise mit der Höhe. Zur groben Orientierung hier ein Screenshot der Speisekarte in Doban, das war relativ weit unten

Und hier die Speisekarte in Dharmasala kurz vor dem Pass, das war die teuerste Lodge auf dem Trek:

Banken und Bargeld

Auf dem Trek selbst habe ich nur eine Bank mit ATM gesehen, nämlich in Philim. Dass die funktioniert ist allerdings nicht 100% sicher. Bring daher ausreichend Bargeld mit. Am besten ist, vorher in einer der größeren Städte (Kathmandu, Pokhara etc.) abzuheben, evtl. noch in Arugath Bazar. Kreditkarten werden in den Lodges auf dem Manaslu Circuit nicht akzeptiert.

Bankautomat in Philim.
Bankautomat in Philim.

Tagesausflüge & Akklimatisationsoptionen

Auf dem Manaslu Circuit gibt es eine ganze Reihe von Tagesausflügen, die bei der Akklimatisierung helfen und weitere Eindrücke der Region eröffnen. Ich habe leider nicht alle davon gemacht, da wir auf unserer 10-tägigen Tour ein relativ straffes Programm hatten. Dennoch will ich sie hier mal vorstellen. Es gibt auf jeden Fall genug zu sehen, dass einem auch in 14 Tagen nicht langweilig wird.

Vor dem Larke-Pass

Nubri Milarepa Park Namrung

Kurzer Spaziergang (ca. 20 – 30 min) zu einem kleinen Park oberhalb von Namrung mit Statuen von Buddha und berühmten tibetanischen Heiligen Milarepa.

Ribung Monastery Außenaufnahme.
Die Ribum Monastery in Lho.

Lho: Ribum Monastery

Buddhistisches Kloster in toller Lage auf einem Hügel oberhalb von Lho, fantastische Ausblicke auf Manaslu (ca. 2. Stunden).

Samagaon: Birendra Tal

Schöner Spaziergang zu dem Gletschersee direkt unterhalb von Manaslu. Am Aussichtspunkt gibt es ein kleines Teahouse (ca. 2 Stunden).

Trekker bei einem Tagesausflug zum Birendra Tal.
Der türkisblaue Gletschersee Birendra Tal, im Hintergrund Manaslu.

Samagaon: Manaslu Basecamp

Lange Höhenwanderung zum Manaslu Basecamp auf ca. 4.800 Meter mit fantastischen Aussichten auf die Gletscherfelder von Manaslu. Früh starten, für die komplette Tour braucht man ca. 6-7 Stunden.

Samagaon: Pungyen Gompa

Lange, aber etwas einfachere Wanderung entlang des Pungyen-Gletschers zur Pungyen Gompa auf ca. 4.000 Metern. Schöne Bergpanoramen, insgesamt etwas entspannter als die Tour zum Manaslu Basecamp (ca. 4-5 Stunden)

Berge auf der Wanderung zum Manaslu Basecamp.
Auf dem Weg zum Manaslu Basecamp.

Samdo: Viewpoint

Kurze Wanderung zu einem Aussichtspunkt oberhalb von Samdo auf knapp 4.200 m mit schönen Aussichten auf den Aufstiegsweg im Tal (ca. 1-2 Stunden)

Samdo: Grenzweg nach Tibet

Lange Tageswanderung auf dem historischen Karawanenweg zum Layung-La-Pass, 5.000 m, an der Grenze zu Tibet. Der Grenzübergang wird laut Einheimischen satellitenüberwacht, also besser nicht illegal überqueren (ca. 6 Stunden)

Dharmasala: Viewpoint

Kurzer Trip zu einem Aussichtspunkt oberhalb von Dharmasala, 4.750 m, mit schönem Blick auf das Tal, das zum Larke-Pass führt (ca. 1-2 Stunden)

Nach dem Larke Pass

Bimthang: Ponkar Lake

Halbtageswanderung oberhalb von Bhimtang zum von riesigen Moränen eingekeilten Ponkar Lake. Verläuft teilweise auf dem Abstiegsweg vom Larke Pass, aber auf der normalen Route ist der See nicht zu sehen (ca. 4 Stunden)

Manaslu Circuit verlängern: Tsum Valley

Der Trek zum Tsum Valley ist eine beliebte Option, um den Manaslu Circuit zu verlängern und noch ein bisschen tiefer in die tibetisch geprägte Kultur der Region einzutauchen. Das Tsum Valley ist ein stark zerklüftetes Seitental des Nubri-Tals, das hinter Philim in nordöstlicher Richtung abzweigt und bis zur Grenze von Tibet reicht. Die traditionellen Verbindungs-Pässe über den Himalaya-Hauptkamm werden heute allerdings kaum noch genutzt, daher ist das Tsum Valley inzwischen keine Transit-Route mehr.

Bewaldete Berghänge am Eingang zum Tsum Valley.
Eingang ins Tsum Valley, der Trek erfordert 5-6 Tage zusätzlich.

Trekker gehen üblicherweise bis Mu Gompa, dem letzten bewohnten Dorf im Tsum Valley, und passieren dabei eine Reihe von traditionellen Dörfern mit stark tibetanischem Einfluss. Anschließend geht es auf gleichem Weg zurück zum Haupttrail des Manaslu Circuit. Für den Abstecher planst du am besten 5-6 Tage ein. Die Gesamtdauer für den Manaslu Circuit verlängert sich mit Tsum Valley auf etwa 20 Tage Gesamtzeit.

Wir haben den Trip nicht gemacht, da ich persönlich nicht der größte Fan von Routen mit identischem Hin- und Rückweg bin. Unterwegs hatten wir allerdings zwei deutsche Mädels getroffen, die in den höchsten Tönen davon geschwärmt haben. Eventuell hätte es sich also doch gelohnt – vielleicht ein Fall für das nächste Mal…

Trekker mit Rucksäcken in Maccha Khola.

Packliste für den Manaslu Circuit

Da wir auf dem Manaslu Circuit immer in Teahouses übernachten, kann die Packliste relativ minimalistisch ausfallen – Camping-Ausrüstung und größere Mengen an Proviant sind nicht erforderlich. Wichtig sind wie bei allen Nepal-Treks ausreichend warme Kleidung, gut eingelaufene Schuhe und ein bequemer Rucksack (40-50 Liter).

Je nach Veranstalter gehen manche Trekker mit Trägern (Porter). Wir haben das nicht gemacht und alles selbst im Rucksack getragen. Als Anregung hier meine konkrete Packliste mit allen Gegenständen:

🎒 Packliste Manaslu

Bekleidung

Ausrüstung

Sonstiges

  • Woll-Handschuhe
  • Sonnenbrille (für die Schneefelder rund um Pass)
  • Microspikes (vorher in Pokhara gekauft, ca. 5 Euro)

Noch ein paar Anmerkungen dazu:

Schlafsack

Da wir in der zweiten Novemberhälfte unterwegs waren, wusste ich, dass es oberhalb von 3.500 Metern abends kalt wird. Daher habe ich meinen üblichen Daunenquilt Katabatic Sawatch* mitgenommen (Komfort: – 10° C). Das war völlig ausreichend, selbst in Dharmasala konnte ich damit eine warme und (halbwegs) komfortable Nacht verbringen.

Wir haben unterwegs einen kroatischen Trekker ohne Schlafsack kennengelernt, der einfach immer nur die Decken genommen hat. Das geht schon, hängt aber stark vom persönlichen Kälteempfinden ab. Im Herbst würde ich persönlich nicht ohne Schlafsack gehen wollen. Im Frühjahr ist es evtl. eine Option. In Dharmasala wird es aber zu jeder Jahreszeit kalt sein. Wenn du schnell frierst, würde ich hier zumindest einen leichten Schlafsack mit Komfort 0°C mitnehmen.

Schuhe

Als Schuhe hatte ich leichte Trailrunner von Columbia dabei (im Sommer in Ladakh gekauft, Modell unbekannt). Das hat gereicht, da wir nur bei der Passüberquerung durch Schnee gelaufen sind und die Wege technisch einfach sind. Die Microspikes waren allerdings extrem hilfreich beim verschneiten Abstieg beim Pass – das wäre ohne eine einzige Rutschpartie geworden.

Generell sind Schuhe eine sehr persönliche Sache. Ich will hier daher auch keine konkreten Modelle empfehlen. Mein Tipp wäre aber: Fixiere dich nicht ausschließlich auf Trekkingstiefel und anderes schweres Schuhwerk. Für die meisten Trekking-Routen in Nepal reichen leichte Wanderschuhe, ob mit oder ohne Schaft ist dann eine Frage der persönlichen Vorliebe. Bergstiefel für technisches Gelände o.ä. sind beim normalen Trekking völlig fehl am Platz.

Ausrüstungs-Fail 

Im Großen und Ganzen hat meine Ausrüstung gepasst. Der einzige nennenswerte Fail waren meine Stoff-Handschuhe, die nicht warm genug waren. Ich habe sie nur einmal gebraucht, nämlich bei der Passüberquerung und da habe ich mir ziemlich die Hände abgefroren. Zum Glück war Prakash nett genug mir für den Tag seine dicken Handschuhe auszuleihen – ansonsten wäre es ziemlich ungemütlich geworden.

Trekker auf Hängebrücke, im Hintergrund verschneite Berge.

Beste Reisezeit und Klima für den Manaslu Circuit

Die beste Reisezeit für den Manaslu Circuit ist die gleiche wie für die meisten Nepal-Treks: Frühling (März – Mai) und Herbst (Oktober–November). In diesen Monaten sind die Bedingungen im Himalaya am stabilsten.

🌸 Frühling (Mitte März–Anfang Mai)

  • Angenehme Temperaturen
  • Klare Sicht am Vormittag
  • Etwas grüner und Blütezeit, vor allem in tieferen Lagen
  • Gute Bedingungen am Larke-Pass

✅ Vorteil: Wärmer als im Herbst, in den tiefen Lagen besonders schön

❌ Nachteil: Ab Ende April kann es dunstiger werden

🍁 Herbst (Mitte Oktober–Ende November)

  • Sehr klare Sicht nach der Monsunzeit
  • Sehr stabile Wetterverhältnisse
  • Beste Fernsicht auf die umliegenden Gipfel rund um den Manaslu
  • Gute Bedingungen für den Pass

✅ Vorteil: Beste Sicht des Jahres

❌ Nachteil: Hauptsaison – etwas mehr Trekker unterwegs

Eiskristalle an einem Bach.
In schattigen Lagen waren das Wasser im November häufig zu Eiszapfen gefroren.

Noch ein paar Anmerkungen und persönliche Erfahrungen: Wir waren in der zweiten Novemberhälfte unterwegs. Ab Lho wurde es nachts schon sehr kalt (leichte Minusgrade), beim Passübergang herrschten in den frühen Morgenstunden arktische Temperaturen (zwischen – 5 und –10° C) und der Weg war komplett verschneit.

Ich hatte zudem den Eindruck, dass im oberen Nubri-Tal ein eher kühles, kontinentales Klima herrscht, vermutlich bedingt durch die Nähe zum Hochland von Tibet. Nachdem wir den Larke-Pass überquerten wurde es schlagartig wärmer. Der Pass kam mir fast wie eine Art Klimascheide vor – auf der einen Seite das raue Klima Tibets, auf der anderen Seite die typisch subtropischen Temperaturen Nepals.

Im Frühling ist das vielleicht nicht ganz so stark ausgeprägt. Allerdings kann der Larke-Pass Anfang April noch verschneit sein. Bei meinem ersten Trip auf dem Annapurna Circuit vor einigen Jahren traf ich in Dharapani damals Leute, die mir erzählten, dass sie bei der Überquerung durch meterhohen Schnee laufen mussten.

Beste Reisezeit Trekking in Nepal

Praktische Tipps für unterwegs & FAQ

Zum Abschluss noch ein paar letzte Tipps, die für deine Planung hilfreich sein können.

  • 📱 Handyempfang & WLAN: Ab Jagat gibt es kaum Netz und wenn dann eher mit dem Anbieter NCell. WLAN ist gegen Gebühr aber in den meisten Lodges verfügbar. Falls du eine Karten-App verwendest, denke an Offline-Karten.
  • 🔌 Strom & Laden von Geräten: Wir konnten in den meisten Zimmer unsere Geräte aufladen, ein spezieller Adapter ist für Nepal nicht erforderlich. Manchmal sind die Steckdosen aber sehr wackelig, eine Powerbank zur Sicherheit ist sinnvoll.
  • 💰 Bargeld: Bring ausreichend Bargeld mit, ich habe nur eine einzige Bank auf dem Trek gesehen und zwar in Philim. Dass sie funktioniert ist aber nicht 100% sicher.
  • 🚿Duschen & Hygiene: Viele der Lodges verlangen eine geringe Gebühr für warme Duschen (200 – 300 NPR, in den höheren Lagen teurer). In Dharmasala habe ich keine Dusche gesehen.
  • 🥾 Microspikes: Sind vor allem im Herbst sinnvoll, der Guide kann das schon vor dem Trek einschätzen. Microspikes bekommst du preiswert in Kathmandu/Pokhara (5-10 Euro).
  • ♻️ Müll & Umwelt: Es gibt vereinzelt Mülleimer. Dennoch ist es besser, den eigenen Müll wieder mitzunehmen und keine Einweg-Plastikflaschen zu verwenden. Eine gute Alternative sind Wasseraufbereitungs-Tabletten oder ein Filter.

Der Manaslu Circuit ist ein mittelschwerer Trek. Technisch sind die Wege überwiegend einfach, es gibt keine Kletterpassagen oder ausgesetzten Gratabschnitte. Die größte Herausforderung ist die Höhe: Der Larke Pass liegt auf 5.106 Metern. Wenn du dir ausreichend Zeit zur Akklimatisierung nimmst und eine normale Grundkondition hast, sollte es keine Probleme geben.

Der Manaslu Circuit ist grundsätzlich sicher. Die größten Risiken sind Höhenkrankheit, plötzliche Wetterumschwünge am Larke Pass sowie vereinzelte Erdrutsch-Abschnitte im unteren Tal. Mit guter Akklimatisierung, einem lizenzierten Guide und einer passenden Reiseversicherung ist das Risiko aber sehr überschaubar.

Ja. Für den Manaslu Circuit ist ein lizenzierter Guide zwingend vorgeschrieben, da das Nubri-Tal als "Restricted Area" gilt. Zusätzlich müssen offiziell mindestens zwei ausländische Trekker gemeinsam unterwegs sein. Solo-Trekking ist nur über eine Agentur mit sogenanntem „Ghost Permit“ möglich. Um die Organisation der erforderlichen Permits kümmert sich die Agentur.

Die Gesamtkosten für den Manaslu Circuit liegen je nach Länge des Aufenthalts zwischen 1.200 und 1.500 Euro für ca. 12 Tage. Darin enthalten sind Guide, Permits, Unterkünfte, Verpflegung und Transport innerhalb Nepals. Internationale Reiseveranstalter verlangen meist deutlich höhere Preise. Für die Permits allein bezahlst du in der Hauptsaison rund 240 US-Dollar pro Person.

Der Manaslu Circuit dauert in der Regel 12 - 14 Tage inklusive An- und Abreise. Reine Trekkingzeit sind meist 10 - 12 Tage. Wenn du zusätzliche Akklimatisierungstage einplanst oder einen Abstecher ins Tsum Valley machst, rechne mit 16 - 20 Tagen. Ein langsamerer Aufstieg fördert die Höhenanpassung und erhöht die Sicherheit am 5.106 Meter hohen Larke Pass.

Die beste Reisezeit ist im Frühjahr (Mitte März–Mai) und im Herbst (Ende Oktober–Dezember). Besonders im November sind die Sichtverhältnisse hervorragend. Allerdings wird es dann bereits deutlich kälter, vor allem in höheren Lagen. Während der Monsunzeit (Juni–Anfang Oktober) ist der Trek aufgrund von Erdrutschen und schlechter Sicht nicht empfehlenswert.

Ja. Mit normaler Grundkondition ist der Trek auch für Einsteiger gut machbar. Wichtig sind ein langsamer Aufstieg, genügend Akklimatisierungstage und eine realistische Selbsteinschätzung. Wenn du noch nie in großen Höhen unterwegs war, solltest du besonders auf Symptome der Höhenkrankheit achten.

Das kann man pauschal nicht sagen. Der Manaslu Circuit ist etwas weniger erschlossen, da große Teile noch nicht mit Straßen durchzogen sind. Zudem wirkt die Region geografisch und kulturell abgelegener. Der Annapurna Circuit ist logistisch einfacher und bietet mehr Komfort entlang der Route, dafür aber auch mehr Besucher. Landschaftlich sind beide Treks sehr reizvoll, die Bergpanoramen auf dem Manaslu Circuit sind vielleicht noch ein bisschen spektakulärer.

Blick auf das Manaslu Massiv von Samagaon.

Mein Fazit zum Manaslu Circuit

Ich hatte vor dem Manaslu Circuit viele Fragen: Ist der Trek wirklich so toll wie alle sagen? Lohnt sich der Aufwand mit den ganzen erforderlichen Permits? Und wie ist es überhaupt, für mehrere Tage mit einem Guide durch die Gegend zu laufen, obwohl ich doch sonst viel lieber auf eigene Faust unterwegs bin?

Am Ende kann ich aber ehrlich sagen: Es war gut, dass ich hier mal über meinen Schatten gesprungen bin und einen geführten Trek gemacht habe. Die Landschaften waren großartig, die kulturellen Einblicke hochinteressant und die Bergwelt wirklich gewaltig. Der Manaslu Circuit ist ein Blockbuster mit dem Herz am rechten Fleck – ein Trek, der genau die richtige Mischung hinbekommt und den man einfach gut finden muss.

Natürlich bleibt die Frage, wie sich der Manaslu Circuit entwickeln wird. Der Straßenbau geht weiter, wahrscheinlich werden in Zukunft auch noch mehr Besucher kommen. Vielleicht ist es also keine schlechte Idee, den Trek eher früher als später zu machen. Ich war jedenfalls sehr froh, den Manaslu Circuit noch in dieser Form erlebt zu haben und kann nur empfehlen: Warte nicht zu lange – in ein paar Jahren wird das Nubri-Tal mit Sicherheit anders aussehen.

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Hast du noch Fragen oder Anmerkungen zum Manaslu Circuit? Kennst du andere spannende Treks in Nepal? Oder bist du die Tour selbst schon mal gelaufen? Dann nichts wie ab in die Kommentare – ich freue mich, von dir zu hören!

Der Beitrag Manaslu Circuit: Meine Erfahrungen & Tipps zur Planung erschien zuerst auf Der Eskapist.

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Zpacks Duplex Lite im Test: Was taugt das neue Ultraleicht-Wunder? https://der-eskapist.de/ausruestung/zpacks-duplex-lite-ultraleicht-zelt-test-erfahrungen/ https://der-eskapist.de/ausruestung/zpacks-duplex-lite-ultraleicht-zelt-test-erfahrungen/#respond Thu, 19 Feb 2026 23:02:49 +0000 https://der-eskapist.de/?p=20068 In diesem Artikel: Die Zelte von Zpacks gelten bei vielen Fans des Ultraleicht-Wanderns als so etwas wie der heilige Gral unter den Trekking-Zelten: Unglaublich leicht, voll wind- und wettertauglich, leider aber auch recht teuer. Das vielleicht beliebteste Zelt des US-Herstellers ist das Zpacks Duplex, das häufig als das leichteste Zwei-Personen-Zelt der Welt bezeichnet wird. Genau […]

Der Beitrag Zpacks Duplex Lite im Test: Was taugt das neue Ultraleicht-Wunder? erschien zuerst auf Der Eskapist.

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Die Zelte von Zpacks gelten bei vielen Fans des Ultraleicht-Wanderns als so etwas wie der heilige Gral unter den Trekking-Zelten: Unglaublich leicht, voll wind- und wettertauglich, leider aber auch recht teuer. Das vielleicht beliebteste Zelt des US-Herstellers ist das Zpacks Duplex, das häufig als das leichteste Zwei-Personen-Zelt der Welt bezeichnet wird.

Genau von diesem Zelt gibt es jetzt eine noch leichtere Version: Das Zpacks Duplex Lite*. Das Zelt wiegt einschließlich Packsack gerade mal 431 Gramm. Selbst wenn man das Gewicht der Trekkingstöcke dazurechnet, ist das für ein vollwertiges Zwei-Personen-Zelt immer noch eine Ansage. Was natürlich die Frage aufwirft: Wie gut schlägt sich dieser Hauch von nichts im Outdoor-Alltag?

Um es vorwegzunehmen: Das Zpacks Duplex Lite ist ein hervorragendes Zelt. Es ist unkompliziert aufzubauen und bietet gewichtsbewussten Ultraleicht-Wanderern zuverlässigen Wetterschutz, selbst bei sehr rauen Bedingungen. Gleichzeitig ist es konsequent auf Minimalismus getrimmt. Das sorgt für ein extrem niedriges Gewicht – aber wie bei jedem Ultraleicht-Produkt geht das mit bestimmten Kompromissen einher.

Was mir am Duplex Lite gefällt

  • Extrem leicht – Zelt als Gewichtsfaktor fällt fast komplett weg
  • Sehr einfach und schnell aufzubauen
  • Exzellenter Wetterschutz auch in rauen Bedingungen

Was man beim Duplex Lite besser machen könnte:

  • Hoher Preis
  • Materialverschleiß höher als bei schwereren Zelten
  • bislang nur im Import erhältlich

Schauen wir uns das Duplex Lite also mal etwas genauer an!

Zpacks Duplex Lite im Test: Auf einen Blick

Das Zpacks Duplex Lite ist ein nicht freistehendes, einwandiges Zelt aus dem ultraleichten Material Dyneema Composite Fabric. Für den Aufbau werden 2 Trekkingstöcke benötigt. Es eignet sich gut für 3-Jahreszeiten-Bedingungen und bietet eine beeindruckende Kombination aus minimalem Gewicht, kleinem Packmaß und Funktionalität.

Das Zelt ist wetterfest und 100% wasserdicht, von der Konstruktion aber eher luftig. Die Materialien sind zudem fragil und erfordern einen sorgfältigen Umgang. Für eine Person bietet das Duplex Lite sehr viel Platz. Als 2-Personen-Zelt könnte es auf Dauer etwas eng werden. Derzeit ist das Duplex Lite nur per Direkt-Import von Zpacks aus den USA erhältlich, daher fallen zusätzliche Zollgebühren an.

Spezifikationen des Zpacks Duplex Lite:

Typeinwandiges 3-Jahreszeiten-Zelt
Geeignet fürTrekking, Camping, Backpacking, Fastpacking, Bikepacking, Wasserwandern
Personen1-2
Material Zelt15,5 g/m2 Dyneema Composite Fabric, Wassersäule 15.000 mm
Material Zeltboden25,5 g/m2 Dyneema Composite Fabric, Wassersäule 20.000 mm
Insektenschutz19 g/ m2 Ultralight Nano-Noseeum Mesh
Eingänge2
Apsiden2
Maße Innenraum230 x 102 x 122 cm (LxBxH)
Packmaß30 x 15 cm (LxB)
Gewicht431 Gramm (Zelt: 423 Gramm, Packsack: 8 Gramm)
FarbeBlau, Olivgrün, Weiß
BesonderheitenHeringe + Trekkingstöcke zum Aufbau erforderlich (nicht mitgeliefert)
Preis669 USD, nur im Import erhältlich. Mit Zoll und Einfuhrumsatzsteuer in Deutschland ca. 800 – 900 Euro

Testbedingungen

Ich besitze das Duplex Lite seit Anfang 2024. Verwendet habe ich es zunächst auf Campingtrips in Brandenburg und in den norditalienischen Alpen. Der echte Härtetest erfolgte 2025 während meiner 8-monatigen Himalayareise. Dort habe ich das Zelt für zahlreiche lange Hochgebirgs-Treks benutzt, unter anderem eine 500 Kilometer lange Durchquerung von Ladakh und Zanskar.

500 Kilometer durch Ladakh und Zanskar: Dank leichtem Zelt konnte ich die abgelegene Hochgebirgsregion mit einem Rucksackgewicht von 10-12 Kilogramm durchqueren.

Wettertechnisch war im Himalaya so gut wie alles dabei: milde Temperaturen in den südlichen Tälern, Frost bei Passüberquerungen im Frühling, starke Winde und Unwetter in exponierten Hochlagen über 5.000 Meter. Außerdem extreme UV-Strahlung in den alpinen Wüstenlandschaften von Ladakh/Zanskar und ein Schneesturm bei der Überquerung des Himalaya-Hauptkamms.

Verfrühter Wintereinbruch in Zanskar – nicht besonders gemütlich, aber gut für einen echten Härtetest.

Ich denke, damit habe ich so gut wie alle Bedingungen erlebt, die man einem 3-Jahreszeiten-Zelt realistischerweise zumuten kann. Das Duplex Lite wurde mir für den Test von Zpacks ohne weitere Konditionen zur Verfügung gestellt. Sämtliche im Artikel geäußerten Meinungen beruhen auf meinen eigenen Erfahrungen.

Wildcamping in Nepal beim Erkunden der alten Salzroute über den versteckten Namun-La-Pass, ca. 4.500 Meter.

Zpacks Duplex Lite vs. Zpacks Duplex vs. Zpacks Duplex Zip

Bevor wir zum eigentlichen Test kommen, noch eine wichtige Info für potentielle Interessenten des Duplex Lite: Das Zelt ist kein gänzlich neues Design, sondern eine Weiterentwicklung des beliebten Modells Zpacks Duplex.

Derzeit bietet Zpacks drei Duplex-Varianten an:

Modelle des Zpacks Duplex im Vergleich.
Bild: Screenshot/zpacks.com

Alle Modelle sind aus dem ultraleichten Dyneema Composite Fabric gefertigt, haben die gleiche A-Frame-Form und werden mit 2 Trekking-Stöcken* aufgestellt. Das Duplex Zip hat zusätzlich Reißverschlüsse und Magnetclips an den Außenplanen und wiegt knapp 50 Gramm mehr.

Das Zpacks Duplex Lite hat die folgenden Unterschiede zum normalen Zpacks Duplex:

Zpacks Duplex LiteZpacks Duplex
Breite Innenraum: 102 cmBreite Innenraum: 114 cm
Zeltboden: 25,5 g/m2 DCFZeltboden: 28,3 g/m2 DCF
Stärke Abspannleinen: 1.3 mmStärke Abspannleinen: 2.0 mm
Höhe Badewannenboden: 15 cmHöhe Badewannenboden: 20 cm

Im Endeffekt hat das Duplex Lite also einen etwas dünneren Zeltboden, dünnere Abspannleinen, etwas weniger Platz in der Breite und einen geringfügig niedrigeren Rand im Innenraum. Dadurch erzielt Zpacks eine Gewichtsersparnis von rund 25 % im Vergleich zum normalen Duplex.

Konstruktion des Zpacks Duplex Lite

Das Zpacks Duplex Lite hat kein separates Außen- und Innenzelt, sondern besteht aus einer einzigen Plane mit eingenähtem Insektenschutz-Netz an den Seiten. Aufgestellt wird es mit zwei Trekking-Stöcken. Im aufgerichteten Zustand erinnert es von der Form her an ein klassisches A-Frame-Zelt mit schrägen Seitenwänden wie bei einem Giebeldach.

Totalansicht des Zpacks Duplex Lite.

Das Zelt ist nicht freistehend, d.h. es muss auf jeden Fall mit Heringen im Boden verankert werden. Ich nehme dafür die leichten aber robusten MSR Groundhogs*. Minimal brauchst du sechs Heringe. Es sind aber acht Abspannpunkte vorhanden und meiner Erfahrung ist es auch besser, alle zu nutzen. Damit steht das Zelt sicherer bei starkem Wind. Außerdem kannst du so die Wände am Fuß- und Kopfende noch etwas hochziehen und hast innen mehr Platz.

Funktional auch ohne Innenzelt

Auch ohne separates Innenzelt bietet das Zpacks Duplex Lite verlässlichen Wetterschutz. Der Innenraum des Zeltes wird zunächst durch den Badewannenboden definiert, der sich beim Aufbau automatisch hochzieht. Die Planen werden dann quasi über dem Boden abgespannt. Es sieht am Ende fast ein bisschen so aus, als würde das Zelt über dem Boden schweben.

Das Zelt bietet einen großen Freiraum zwischen Plane und Zeltboden.

Diese Konstruktion wirkte auf mich zunächst etwas merkwürdig, sie ist aber ziemlich clever: Der Rand der Bodenplane ist mit ca. 15 Zentimetern relativ hoch und bietet damit ohnehin schon guten Schutz vor Wasser und Regen. Durch die schräg abfallenden Planen wird der Regen noch besser abgeleitet. Außerdem sorgt die vergleichsweise große Lücke zwischen Boden und Planen für eine gute Luftzirkulation. Zum Thema Kondensation weiter unten noch ausführlicher.

Badewannenboden des Zpacks Duplex Lite.
Der Badewannenboden des Duplex Lite ist sehr hoch und richtet sich automatisch beim Aufbau auf.

Zwei Eingänge mit eigener Apside

Das Duplex Lite ist für zwei Personen konstruiert, daher befindet sich an jeder Seite ein separater Eingang mit Apside. Der Eingang wird nicht per Reißverschluss verschlossen. Stattdessen werden die beiden Planen mit einem Haken fixiert, der an der mittleren Abspannlinie angebracht ist. In der Praxis macht das aber keinen großen Unterschied – die Hakenkonstruktion ist überraschend stabil und hält auch bei starken Windböen.

Detailansichten des Zpacks Duplex Lite (zum Vergrößern anklicken):

Bei gutem Wetter kann man den Eingang auch offenlassen, auf Wunsch auch nur auf einer Seite. Dazu befindet sich auf jeder Plane eine Schlaufe mit Plastikhaken, mit dem man den Eingang einrollen und befestigen kann. Das Meshgewebe an den Seiten funktioniert gleichzeitig als Insektenschutz und wird mit jeweils zwei Reißverschlüssen geöffnet. Das funktioniert auch von innen sehr gut, vor allem dank der langen Kordeln, die Zpacks an den Reißverschlüssen angebracht hat.

Reißverschluss des Duplex Lite in der Detailansicht.

Überraschend einfach: Aufbau des Duplex Lite

Bei Ultraleicht-Zelten keine Selbstverständlichkeit: Das Zpacks Duplex Lite lässt sich schnell und leicht aufbauen. Bei meinem Lunar Solo musste ich mir z.B. erst mehrere YouTube-Videos angucken, um den „Perfect Pitch“ zu erreichen. Beim Duplex Lite ist das nicht erforderlich. Selbst ohne Vorerfahrung mit Trekkingstockzelten kannst du das Zelt innerhalb von ein paar Minuten sicher und stabil aufstellen.

Am besten funktioniert das Aufbauen meiner Erfahrung nach so:

  • Das Zelt ausbreiten, jeweils eine Seite, an der sich der Eingang befindet, an den beiden Enden abspannen.
  • Anschließend den Trekkingstock in der Mitte anbringen und abspannen, ggf. die Leinen an den Seiten nachjustieren.
  • Das gleiche auf der anderen Seite wiederholen.
  • Zum Schluss noch die beiden Seitenwände mit jeweils einem Hering abspannen.

Video-Tutorial zum Aufbau des Duplex-Zelts:

Erwähnenswert sind noch die Abspannleinen im knalligen Neonlook. Die dünnen Fäden laufen durch eine Plastiköse und sind dort mit einem Knoten verankert. Das sieht nicht wirklich stabil aus, aber es hält. Siehe dazu auch unten die Anmerkungen zur Wetterfestigkeit.

Dyneema: Hightech-Material mit beeindruckendem Wetterschutz

Das Duplex Lite ist aus Dyneema Composite Fabric (DCF) gefertigt, einem Material, das auch beim Segelsport zum Einsatz kommt und inzwischen bei hochpreisigen Ultraleicht-Zelten recht beliebt ist.  Den Plastiktüten-Look fand ich am Anfang ehrlicherweise etwas gewöhnungsbedürftig. Tatsächlich bietet Dyneema aber drei große Vorteile:

  • 🪶 sehr geringes Gewicht
  • 🏔️ gleichzeitig sehr stabil und reißfest
  • 🌦️ vollständig wasserfest und ohne zusätzliche Beschichtung wasserabweisend

Über die ersten beiden Punkte müssen wir, glaube ich, nicht diskutieren – das ist bei jedem Zelt ein Vorteil. Wirklich spannend fand ich die hervorragende Performance bei Regen: Die Regentropfen perlen einfach am Zelt ab. Es besteht keine Chance, dass sich die Plane im Laufe der Zeit vollsaugt und das Zelt durchhängt. Das ist ein gängiges Problem bei den Zelten aus SilNylon, das auch durch eine DWR-Beschichtung nicht komplett abgestellt werden kann.

Frostiger Morgen Mitte Juni auf dem Weg zum Rupin-Pass, Uttarakhand, ca. 4.300 Meter.

Nachteile von Dyneema

Dyneema hat allerdings nicht nur Vorteile. Zum einen ist es sehr teuer – der Hauptgrund für den hohen Preis des Duplex Lite. Außerdem ist das Material zumindest ein Stück weit durchsichtig. Man kann nicht ins Zelt reinschauen, aber man sieht zumindest in Schemen, ob jemand drinnen ist.

Der vielleicht größte Schwachpunkt von Dyneema ist die geringere Abriebfestigkeit. Das Material ist zwar extrem reißfest, allerdings nutzt es sich bei Reibung oder starken Zugkräften schneller ab als Silnylon- oder Silpoly-Zelte. Auf diesen Punkt werde ich weiter unten noch ausführlicher eingehen.

Halbgeöffnetes Zpack Duplex Lite.
Duplex Lite mit geöffneter Eingangstür bei freundlichem Wetter im Kathmandu-Tal.

Platzangebot: Zu zweit wird es eng

Laut Hersteller-Angabe von Zpacks ist das Duplex Lite ein Zelt für 1-2 Personen. Das trifft es ganz gut. Man kann schon zu zweit in dem Zelt übernachten. Aber es ist dann kaum noch Platz für sonstige Ausrüstung im Zelt – sämtliches Gepäck muss dann in den Apsiden verstaut werden.

Zur Veranschaulichung: Die allseits beliebte Isomatte Thermarest Neoair hat eine Breite von 51 cm. Der Innenraum des Duplex Lite ist 102 cm breit. Wenn du sie genau nebeneinanderlegst, bekommst du zwei dieser Isomatten in das Zelt. Sonst aber nichts anderes und das Duplex Lite besitzt auch sonst keine Stauräume, Fächer etc. Hier wurde konsequent aufs Nötigste reduziert.

Innenraum des Zpacks Duplex Lite mit Schlafsack und Isomatte.
Blick in den Innenraum des Duplex Lite.

Wer regelmäßig mit zwei Leuten in dem Zelt übernachten will, sollte daher über die Anschaffung der normalen Variante nachdenken. Die wiegt nur knapp 100 Gramm mehr – bei zwei Leuten macht das keinen Unterschied. Das Duplex Lite ist meiner Einschätzung nach eher ein 1,5-Personen-Zelt. Also ein Zelt, in dem bei Notfällen auch mal eine zweite Person übernachten kann, aber nicht unbedingt regelmäßig.

Die eigentliche Zielgruppe für das Duplex Lite sind Solo-Wanderer. Und da ist es wirklich eine Überlegung wert – für eine Person bietet es sehr viel Platz. Vermutlich ist das auch der Grund, warum es dieses Zelt überhaupt gibt. Auf den US-Trails benutzen viele (die meisten?) Thru-Hiker das normale Duplex ohnehin als Solo-Zelt. Da macht es Sinn, eine Version auf den Markt zu bringen, die noch weniger wiegt und sonst keine größeren Einbußen aufweist.

Wanderer liegt im Zpacks Duplex Lite mit Campingausrüstung.
Innenansicht des Duplex Lite. Für eine Person völlig ausreichend, zu zweit ist aber nicht viel Platz.

Wetterfestigkeit des Duplex Lite im Test

Die wichtigtste Frage: Wie gut schlägt sich das Duplex Lite bei schlechtem Wetter? Nach 8 Monaten im höchsten Gebirge der Erde kann ich berichten: Sehr gut – vor allem, wenn man bedenkt, dass wir hier von einem Trekkingstock-Zelt reden, das weniger als ein halbes Kilo wiegt. Ich habe im Himalaya etliche ungemütliche Situationen in großen Höhen erlebt und das Duplex Lite hat mich zu keinem Zeitpunkt im Stich gelassen.

Beim Aussitzen eines der üblichen Nachmittagsgewitter auf dem Changtang-Plateau in Ladakh, ca. 5.200 Meter.

Normaler Regen perlt, wie erwähnt, einfach von der Plane ab. Und auch starken Windböen hält das Zelt gut stand, weil es an zwei Trekkingstöcken aufgerichtet wird und damit stabil verankert ist. Bei besonders schlechtem Wetter habe ich das Zelt niedriger abgespannt (Stöcke auf ca. 110 cm , um zu verhindern, dass der Wind unter der Zeltplane hindurchfegt. Das hat gut funktioniert – man kann die Zeltplanen bei Bedarf bis fast komplett zum Boden abspannen.

Konstruktionsbedingt ist das Duplex Lite trotz allem relativ luftig. Bei starkem Wind kann es also schon ein wenig wackeln. Gelegentlich musste ich auch den Stock nachjustieren, wenn er sich verschoben hatte. Dennoch bietet das Zelt – gemessen an seinem unglaublich niedrigen Gewicht – erstaunlich guten Schutz, selbst unter extremen Bedingungen, für die es eigentlich gar nicht konzipiert wurde.

Notbiwak auf dem Weg zum Miyar-Gletscher in Zanskar, ca. 4.300 Meter. Das Duplex Lite hat sich im Schneesturm überraschend gut geschlagen.

Ein prägendes Erlebnis: Während der Überquerung des Himalaya-Hauptkamms von Zanskar nach Himachal über den vergletscherten Kang-La-Pass gerieten wir unerwarteterweise in einen Schneesturm und mussten auf 4.300 Metern notbiwakieren. Draußen peitschende Höhenwinde, ein düsterer Himmel, mit jeder Stunde wurde die Schneedecke höher. Spielraum für Fehlentscheidungen: Null. Das war eines der extremsten Camps meiner bisherigen Trekking-Karriere, aber das Duplex Lite hat mich sicher durch die Nacht gebracht.

Wir haben die Tour am Ende abgebrochen, weil das Wetter immer schlechter wurde. Und ich musste in der Nacht auch immer wieder Schnee vom Zeltdach klopfen, um zu verhindern, dass alles zusammenklappt. Aber das Duplex Lite hat den Schneesturm ohne bleibende Schäden überstanden und mich vor einer gefährlichen Wetterlage bewahrt – für mich ein Zeichen von Qualität. Das ist nicht bloß ein leichtes Sommerzelt für Schönwetter-Touren. Das Duplex Lite ist durchaus für anspruchsvolle Unternehmungen geeignet, bei denen Wetterschutz kein nettes Extra für mehr Komfort ist, sondern eine Frage der Sicherheit.

Kondensation

Das Duplex Lite ist ein einwandiges Zelt, daher ist Kondensation ein wichtiges Thema: Ohne schützendes Innenzelt ist es besonders ärgerlich, wenn sich nachts Wasser an den Innenseiten bildet und man mit dem Schlafsack daran stößt. Bislang war das mit dem Duplex Lite aber kein größeres Problem. Ich denke, das liegt an zwei Gründen:

  • Die DCF-Plane nimmt materialbedingt keine Feuchtigkeit auf.
  • Durch die leicht schwebende Konstruktion gibt es ausreichend Platz zum Zirkulieren der Luft.

Bei kühlen Außentemperaturen und einem starken Temperaturgefälle zwischen Zelt und Umgebung kommt es natürlich trotzdem zu Kondensation – das ist unvermeidlich. Dennoch schlägt sich das Duplex Lite im direkten Vergleich zu meinem Lunar Solo besser. Beim Lunar ist die Plane am Morgen häufig klitschnass, während ich beim Duplex Lite meist nur kleinere Tröpfchen auf der Innenseite der Zeltplane habe.

Abspannleinen im Innenraum des Zpacks Duplex Lite in der Detailansicht.
Praktisch: Du kannst die Wände an Fuß- und Kopfende mit einer Mini-Abspannleine im Inneren zusätzlich hochziehen und für etwas mehr Platz sorgen.

Wie robust ist das Zpack Duplex Lite?

Dyneema Composite Fabric verspricht eine besonders hohe Reißfestigkeit und das kann ich nach zwei Jahren Einsatz auch bestätigen. Etwas anders sieht es bei der Abriebfestigkeit aus: Dyneema neigt bei Reibung und dauerhafter Zugbelastung zu schnellerem Verschleiß.

Während meiner Himalaya-Reise fing das nach etwa sechs Monaten an: Im Lauf der Zeit bildeten sich winzig kleine Mikro-Löcher rund um den Zeltfirst und die Befestigungspunkte für die Trekkingstöcke – also dort wo erfahrungsgemäß die stärksten Zugkräfte wirken.

Großaufnahme der Stelle wo die Trekkingstöcke befestigt werden: Nach mehreren Monaten Dauereinsatz haben sich einige winzige Löcher gebildet.

Eine weitere Schwachstelle sind die Reißverschlüsse: Nach ein paar Monaten löste sich einer der Reißverschlüsse, weil das Klebeband zum Befestigen des Reißverschlusses am Mesh nicht mehr ordentlich hielt. Außerdem hatte ich irgendwann einige kleine Löcher am Zeltboden (für mich persönlich unwichtig) und zwei der Abspannleinen fingen an, auszufasern.

Kleines Loch im Meshgewebe des Zpacks Duplex Lite.
Leichter Materialschaden am Mesh. Das Gewebe ist hauchdünn und relativ empfindlich.

Reparaturmöglichkeiten

Die Sache mit den Reißverschlüssen ist ärgerlich, unterwegs konnte ich das aber provisorisch mit Panzertape* reparieren. Die Mikrolöcher waren zum Glück so klein, dass unterwegs kein Regen eindrang. Im Anschluss an meine Reise habe ich das mit DCF-Folie selbst repariert. Die ausgefasterten Abspannleinen habe ich inzwischen auch ausgetauscht – sämtliches Material gibt’s preiswert bei Extremtextil*.

Vielleicht ein Grund, warum das Duplex Lite nach dem Himalaya-Trip etwas mitgenommen aussah…

Meine Meinung zum Materialverschleiß von Dyneema

In den Foren der Ultralight-Community werden die bekannten Schwachstellen von DCF häufig und kontrovers diskutiert. Nicht ganz zu Unrecht, denn das Material ist definitiv nicht so robust wie etwa SilNylon und das sollte man vor dem Kauf auch wissen – die Hersteller unterschlagen das aus offensichtlichen Gründen gerne.

Am allseits beliebten Dyneema-Bashing möchte ich mich trotzdem nicht beteiligen. Und zwar aus drei Gründen:

1. Häufigkeit der Nutzung spielt eine große Rolle

Ich habe das Zelt über Monate hin fast täglich benutzt – das entspricht mehreren „normalen“ Trekking-Jahren in komprimierter Form. Diese extreme Belastung ist aber nicht unbedingt die Norm. Wenn ich nur 2–3 Touren pro Jahr mache, werde ich die typischen DCF-Schwachstellen deutlich später oder vielleicht auch gar nicht erleben. Es kommt also schon darauf an, wie häufig und wie intensiv man sein Zelt nutzt.

2. Verschleiß hängt von den äußeren Bedingungen ab

Der Verschleiß von DCF hängt auch von den äußeren Bedingungen ab. In meinem Fall war das Zelt lange Zeit im rauen Himalaya-Klima im Einsatz, häufig weit oberhalb der Baumgrenze, mit extremer UV-Belastung, starkem Wind, Temperaturschwankungen und felsigen Böden. All das beschleunigt den Materialverschleiß und es ist ein völlig anderes Szenario als zwei oder drei Wochen Sommer-Trekking in Europa. Bei freundlicheren Bedingungen wird das Material länger halten.

3. Leicht zu reparieren

DCF verschleißt schneller, lässt sich aber relativ leicht reparieren. Kleine Löcher oder Schwachstellen kann ich mit DCF-Tape selber flicken. Zudem weiß ich bei dem Material ziemlich genau, wo potenzielle Problemzonen liegen (First, Trekkingstock-Aufnahme, stark belastete Abspannpunkte). Genau diese Stellen kann ich vorsorglich verstärken und unterwegs kontrollieren. Das macht den Materialverschleiß bei längeren Treks für mich kalkulierbar.

Ich würde also nicht sagen, dass DCF ein Material ist, das automatisch „von selbst“ zerfällt. Es ist ein Hochleistungswerkstoff mit klar definierten Eigenschaften. Wenn du genau weißt, für was du das Zelt benutzen willst, das Material pfleglich behandelst und bereit bist, im Zweifelsfall kleinere Reparaturen durchzuführen, bekommst du ein extrem leistungsfähiges Produkt für einen ganz bestimmten Zweck. Aber du wirst das Zelt wahrscheinlich nicht an deine Großenkel vererben.

Wo kann man das Zpacks Duplex Lite kaufen?

Zum Schluss noch eine praktische Frage: Wo bekommt man eigentlich das Duplex Lite und wie teuer ist der Spaß? Zum ersten Punkt: Zpacks sitzt in den USA und hat derzeit noch keine Niederlassung in Europa. Daher musst du das Zelt direkt beim Händler bestellen und aus den USA importieren.

Zpacks versendet international mit DHL, der Versand dauert laut Hersteller 3-6 Tage, das geht also recht fix. Da Zpacks inzwischen recht groß ist, gibt es keine längeren Wartezeiten mehr. Früher wurden die Zelte auf Bestellung angefertigt, man musste dann teilweise sehr lange warten, bis das Zelt überhaupt fertig war.

Die Zelte von Duplex werden teilweise auch in europäischen Ultraleicht-Trekking-Shops verkauft. Damit entfällt der Import. Allerdings sind die Kosten dann in der Regel höher, weil die Shops ja auch noch ein bisschen was verdienenen wollen. Zum Preis und den Kosten im Folgenden noch einige konkrete Details.

Wie teuer ist der Import des Zpacks Duplex Lite?

Zpacks verkauft das Duplex Lite für 699 USD. Nach derzeitigem Wechselkurs entspricht das etwa 594 Euro. Dazu kommen noch Zollgebühren, Einfuhrumsatzsteuer und eventuelle DHL-Versandkosten.

Beispielhaft betragen die Kosten ungefähr (Angaben ohne Gewähr):

  • Warenwert Duplex Lite: 594 Euro
  • Zoll 7%: 41,58 Euro
  • Einfuhrumsatzsteuer 19% auf Warenwert + Zoll: 120,76 Euro
  • Versand DHL: ca. 6 Euro

Gesamt: 762,34 Euro

Das Duplex Lite kostet also knapp 760 Euro, wenn du es direkt importierst. In den europäischen Shops gehen die Preise bei etwa 840 Euro los, teilweise wird das Zelt dort aber auch für über 900 Euro verkauft. Der Import ist also in jedem Fall die preiswertere Option.

Noch eine Sache: Ich hatte im Rahmen des Tests bei Zpacks nachgefragt, ob für die Zukunft geplant ist, nach Europa zu expandieren oder hier zumindest ein Lager einzurichten. Der Markt dafür wäre ja sicherlich da und das würde die Bestellung natürlich deutlich vereinfachen.

Eine definitive Antwort gab es nicht, nur die Aussage „möglicherweise“. Konkrete Pläne hat Zpacks hier wohl noch nicht, aber das kann sich natürlich auch irgendwann ändern. Die Marke ist inzwischen ja auch bei uns recht bekannt. Für die absehbare Zukunft wird es wohl aber beim Import bleiben.

Mein Fazit zum Zpacks Duplex Lite

Weniger Gewicht, mehr Reichweite: Das Zpacks Duplex Lite hat meinen Aktionsradius beim Trekking klar erweitert. Das ist keine Übertreibung. Dieses Zelt hat mir ermöglicht, einige der abgelegensten und beeindruckendsten Gebirgsregionen der Erde zu durchqueren – und das mit einem Maß an Komfort und Wetterschutz, das ich in dieser Gewichtsklasse nicht für möglich gehalten hätte.

Es ist natürlich kein Allround-Campingzelt für Einsteiger. Das Zpacks Duplex ist ein hochspezialisiertes Werkzeug – gebaut für Trekker, die lange Strecken machen, auch in schwierigem Gelände, und ihr Rucksackgewicht auf das absolute Minimum reduzieren wollen. Wenn du nur gelegentlich raus gehst oder maximale Robustheit über alles stellst, wirst du mit anderen Materialien möglicherweise glücklicher.

Was auch klar ist: Ein so leichtes Zelt bringt gewisse Kompromisse mit sich. Für mich überwiegen die Vorteile aber bei weitem, daher bleibt das Duplex Lite ein fester Bestandteil meiner Packliste. Es hat mir im letzten Jahr unzählige starke Momente in den Bergen beschert – und wenn meine Touren so bleiben wie bisher, sehe ich aktuell kaum leichtere Alternativen für die nächsten Abenteuer.

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Hast du noch Fragen oder Anmerkungen? Kennst du andere empfehlenswerte Ultraleicht-Zelte? Dann nichts wie ab in die Kommentare – ich freue mich, von dir zu hören!

Der Beitrag Zpacks Duplex Lite im Test: Was taugt das neue Ultraleicht-Wunder? erschien zuerst auf Der Eskapist.

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Outdooractive: Die Wander-App im großen Praxis-Test https://der-eskapist.de/tipps/outdooractive-wander-app-grosser-praxis-test/ https://der-eskapist.de/tipps/outdooractive-wander-app-grosser-praxis-test/#comments Mon, 16 Feb 2026 19:22:04 +0000 https://der-eskapist.de/?p=17421 In diesem Artikel: Outdooractive ist in Deutschland neben dem Platzhirsch Komoot die Nr. 2 der Outdoor-Navigationsapps. Die App bietet Planungs- und Navigationsfunktionen für Wanderungen, Trekkings, Bergtouren und Radtouren. Dazu gibt’s ein großes Tourenportal mit Touren von Touristikverbänden, dem Alpenverein, aus der Community sowie der Outdooractive-Redaktion. Großes Plus: Die Basis-Version von Outdooractive ist kostenlos und bietet […]

Der Beitrag Outdooractive: Die Wander-App im großen Praxis-Test erschien zuerst auf Der Eskapist.

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In diesem Artikel:

Outdooractive ist in Deutschland neben dem Platzhirsch Komoot die Nr. 2 der Outdoor-Navigationsapps. Die App bietet Planungs- und Navigationsfunktionen für Wanderungen, Trekkings, Bergtouren und Radtouren. Dazu gibt’s ein großes Tourenportal mit Touren von Touristikverbänden, dem Alpenverein, aus der Community sowie der Outdooractive-Redaktion.

Großes Plus: Die Basis-Version von Outdooractive ist kostenlos und bietet in der Gratisversion eine weltweit nutzbare OSM-Basiskarte sowie den Tourenplaner – damit kann man schon viel machen. Für Offline-Funktionen und die vielen Spezialkarten ist der Abschluss eines Abos erforderlich. Outdooractive bietet hierbei zwei Modelle an:

👉 Ich vergleiche die beiden Abo-Modelle ausführlich in dem Artikel Outdooractive Pro oder Pro+ Welches Abo lohnt sich wirklich?

Gelegentlich wird kritisiert, dass man die Vollversion der App ausschließlich mit einem Abonnement nutzen kann. Ich bin selbst nicht der allergrößte Freund von Abo-Modellen, inzwischen ist es bei den kommerziellen Anbietern aber fast schon Standard. Dennoch habe ich mich natürlich auch gefragt, ob die App eine jährliche Gebühr von 30 bzw. 60 Euro wert ist.

Die Basis-Version der App bzw. des Partner-Portals Alpenvereinaktiv nutze ich bereits seit 2016. Für den Test der Vollversion hat mir Outdooractive 2023 freundlicherweise ein kostenloses Jahres-Abo zur Verfügung gestellt, das ich ausgiebig in der Praxis getestet habe. Anschließend habe ich das Abo kostenpflichtig verlängert.

Schauen wir uns also mal an, was die Outdooractive-App kann!

Was mir bei Outdooractive gefällt:

  • Einfache Bedienung sowohl auf dem Smartphone als auch online
  • Große Auswahl an qualitativ hochwertigen topographischen Karten
  • Bereits in der kostenlosen Version gut zu gebrauchen

Was man bei Outdooractive besser machen könnte:

  • Darstellung der OSM-Karte nicht anpassbar
  • Genaue Höhenlinien erst bei starkem Zoom
  • Kein Abstellen der automatischen Trackaufzeichnung bei der Navigation

Tourenportal von Outdooractive im Test

Wer noch nicht weiß, wo es hingehen soll, wird im Tourenportal von Outdooractive fündig. Einerseits mit dem Reiseführer, in dem einzelne Regionen vorgestellt werden. Andererseits mit der Tourensuche, in der du dich selbst auf die Suche machen kannst. Sehr erfreulich: Beide Funktionen sind kostenlos nutzbar und man muss sich auch nicht anmelden, sondern kann einfach ein bisschen stöbern.

Reiseführer

Im Reiseführer stellt Outdooractive einzelne Regionen, Nationalparks, Gebirge oder ganze Länder vor. Das ist durchaus ganz praktisch, wenn man sich inspirieren lassen will. Die Infos sind berechenbar (wenig echte Geheimtipps) aber solide, da sie häufig von den regionalen Touristenverbänden stammen. Vor allem für die touristisch stark erschlossenen Alpen-Regionen und beliebte Ziele in Europa gibt es hier viele brauchbare Infos.

Hier eine vom Alpenverein einstellte Wanderung:

Wanderung im Tourenportal von Outdooractive

Der Reiseführer ist benutzerfreundlich gestaltet: Bei der Suche werden auf den einzelnen Seiten auch gleich die passenden Tourenvorschläge, Übernachtungsmöglichkeiten und Ausflugsziele mitgeliefert. Das ist alles gut miteinander verknüpft und erleichtert das Finden eines möglichen Reiseziels. Was mir persönlich gut gefallen hat: Die Auswahl ist nicht auf Europa beschränkt, sondern beinhaltet auch Destinationen in Übersee.

Tourensuche mit Outdooractive

Die Tourensuche ist nützlich, wenn die Region schon klar ist: Per Scrollen und Zoomen auf der Karte bekommst du passende Touren in der Umgebung eingeblendet. Mit einem Filter lassen sich je nach Vorliebe Wanderungen, Klettersteige, Radtouren, Fernwanderwege etc. einblenden. Außerdem kann man die gewünschte Streckenlänge, Höhenmeter und die Schwierigkeit festlegen.

Tourensuche auf der Karte – die passenden Vorschläge werden links eingeblendet:

Tourensuche der Wander-App Outdooractive im Test.

Die Tourensuche ist prinzipiell ein sinnvolles Feature, z.B. um einfach mal spontan zu schauen, was man an einem bestimmten Ort machen könnte. Leider finden sich hier inzwischen auch viele algorithmisch erstellte Touren (siehe nächster Abschnitt). Der Schwerpunkt liegt klar auf touristischen Regionen in Europa und den Alpen. Exotischere Touren in Südamerika, dem Himalaya etc. werden überwiegend von der Community bereitgestellt.

💡 Mit dem Abschluss des Pro+ Abos werden zusätzliche Premium-Touren freigeschaltet. Diese Touren stammen von Fachverlagen, wie Kompass oder den ADAC-Reiseführern. Seit neuestem sind auch 14.000 Touren aus den Wanderführern des Rother-Verlags dabei. Das ist eine deutliche Aufwertung des Pro+Abos.

Algorithmisch erstelle Wandervorschläge

Eine neue Entwicklung bei den digitalen Tourenportalen ist der zunehmende Einsatz von Algorithmen. Dabei werden Routen nicht mehr nur auf Basis von realen Gegebenheiten, sondern aufgrund von mathematischen Wahrscheinlichkeiten erstellt. Unrühmlicher Pionier dieser Methode war Komoot, der stark auf solche automatisch generierten Vorschläge setzte. Inzwischen nutzt auch Outdooractive entsprechende Verfahren.

Unter dem Nutzerprofil Outdooractive Creative Commons finden sich inzwischen mehrere tausend Routen, die mithilfe automatisierter Prozesse erstellt wurden. Eine stichprobenartige Prüfung meinerseits zeigte dabei ähnliche Schwächen wie bei Komoot: Die Streckenführung wirkt in vielen Fällen wenig durchdacht, teilweise verlaufen Routen auch direkt über Straßen. Das liegt leider in der Natur solcher Systeme: Der Algorithmus „plant“ keine Tour im klassischen Sinn, sondern verbindet einfach vorhandene Wegpunkte. Das kann funktionieren – meistens erreicht es aber nicht die Qualität menschlich geplanter Routen.

Tourenplanung und Bedienung

Keine größeren Änderungen gibt es glücklicherweise beim Tourenplaner, in dem man selbst Touren erstellen kann. Diese Funktion nutze ich schon lange und das funktioniert selbst in der kostenlosen Basis-Version sehr gut. Das Pro-Abo bietet hier einige nützliche Zusatzfunktionen, z.B. kann man sich ein Wegenetz mit bekannten Routen oder verschiedene Karten-Layer einblenden lassen.

Das Grundprinzip ist simpel: Man sucht sich einen Punkt in der Karte raus und klickt anschließend eine Route zusammen. Ausgehend von der gewählten Tour-Art (Wandern, Radfahren, Bergsteigen etc.) erstellt Outdooractive automatisch eine Route anhand des OSM-Wegnetzes. Bei Bedarf lässt sich diese Route auch anpassen, indem man die Punkte verschiebt oder Zwischenpunkte einfügt und diese dann an den gewünschten Ort zieht.

Planung der Wanderung auf der Vereda de la Estrella in der Online-Version des Outdooractive-Tourenplaners:

Tourenplanung mit Outdooractive im Test.

Für die fortgeschrittene Tourenplanung bietet Outdooractive die Möglichkeit, die Auto-Funktion abzustellen und Punkte direkt zu verbinden. Damit kann man auch Touren abbilden, die außerhalb des OSM-Wegnetzes verlaufen. Weiterhin lassen sich Zwischenpunkte und individuelle Wegpunkte einfügen und mit einem Icon markieren, z.B. um Übernachtungs- oder Pausenorte zu markieren.

Ebenfalls erwähnenswert: Bei den Wegpunkten kannst du dir auch die Koordinaten anzeigen lassen. Dargestellt werden folgende Referenz-Systeme:

  • 1️⃣Grad-Minuten-Sekunden (Längengrad/Breitengrad)
  • 2️⃣UTM (Universal Transversale Mercator)
  • 3️⃣Dezimalgrad WGS84

Diese Koordinaten kann man einfach in den Zwischenspeicher kopieren und in anderen Anwendungen einfügen, z.B. in professionellen Tools wie QGIS oder auch einfach in Google Maps oder Google Earth. Ich benutze das recht häufig in Verbindung mit Google Maps, um mir anzuschauen, ob auf einer geplanten Route interessante Highlights liegen.

Die Bedienung des Tourenplaners ist insgesamt sehr intuitiv. Outdooractive hat hier seit Jahren nichts groß geändert, weil er einfach gut funktioniert wie er ist. Sowohl klassische Streckenwanderungen als auch Hin-und-Zurück-Touren mit Rückkehr zum Startpunkt und geschlossene Rundtouren sind mit den Befehlen „Gleiche Route zurück“ und “Route hierhin“ einfach umsetzbar.

Hier habe ich mehrere Punkte auf einmal ausgewählt. Das geht nur im Online-Portal, nicht in der App:

Bearbeitung einer Wandertour mit Outdooractive

Die Planung funktioniert selbst auf dem kleinen Smartphone-Bildschirm relativ gut. Mit dem Online-Planer am PC ist es noch einfacher, weil du hier auch mehrere Punkte auf einmal bearbeiten kannst – praktisch, wenn man einen Teil der Planung wieder löschen will. Unter der Route wird zudem ein Höhendiagramm eingeblendet, das du auch mit dem Mauszeiger entlangfahren kannst.

Synchronisation zwischen Online-Planer und Smartphone

Die Planungen in Outdooractive werden automatisch zwischen Online-Portal und Smartphone synchronisiert. Wenn die Tour fertig ist, speicherst du sie ab. Anschließend taucht sie im Reiter „Meine Seite“ auf und ist innerhalb weniger Augenblicke auf dem Smartphone verfügbar.

Lange Zeit war die nahtlose Synchronisation zwischen verschiedenen Endgeräten ein Alleinstellungsmerkmal der großen kommerziellen Portale. Inzwischen haben hier aber immer mehr andere Anbieter nachgezogen, z.B. Locus Maps und Mapy.com. Das gilt übrigens auch für den nächsten Punkt – das Koppeln mit Garmin-Geräten.

Outdooractive mit Garmin-Smartwatches und Co. koppeln

(Anmerkung: Dieses Feature habe ich selbst nicht getestet. Da es für viele User interessant sein dürfte, gehe ich hier aber trotzdem kurz darauf ein).

Outdooractive ist seit 2022 kompatibel mi den beliebten Smartwatches und Sportuhren von Garmin, d.h. du kannst das Outdooractive-Konto direkt mit Garmin-Geräten und Smartwatches koppeln. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Konten-Synchronisation: Zuerst verknüpfst du den Outdooractive-Account mit Garmin Connect – dadurch werden geplante Touren automatisch übertragen.
  • Outdooractive-App: Mit der speziellen App im Garmin Connect IQ Store verbindest du die Uhr per Internet mit der Outdooractive-Cloud und lädst dir anschließend die gewünschte Tour auf das Endgerät.

Einziger kleiner Haken: Die offiziellen Topo-Karten (swisstopo, IGN, etc. siehe nächster Abschnitt) aus dem Outdooractive Pro-Abo lassen sich nicht auf das Garmin-Gerät übertragen. Grund dafür: Die Vermessungsämter haben die Karten an Outdooractive lizensiert, aber nicht die Installation auf Fremdgeräten wie Garmin. Außerdem nutzt Outdooractive Vektor-Kacheln für seine Karten, die sind aber nicht mit den Garmin-Geräten kompatibel.

Die Karten: Das echte Highlight von Outdooractive

Damit kommen wir zu einem der Highlights von Outdooractive: Den Karten. Hier ist die Auswahl nämlich wirklich extrem gut und das ist weiterhin ein echtes Alleinstellungsmerkmal der App.

Wie fast alle Navigations-Apps ist das Grundgerüst von Outdooractive die Datenbank der Open Street Map (OSM). Das ist eine frei zugängliche Geo-Datenbank der ganzen Welt, in der Nutzer Wege, Straßen, Berge und alle anderen geografisch relevanten Punkte eintragen können, darunter auch viele unmarkierte Wege und Trampelpfade.

In der der kostenlosen Version bietet Outdooractive ausschließlich die Basis-OSM-Karte. Man kann damit durchaus planen, sämtliche Punkte aus OSM werden 1:1 übernommen und korrekt dargestellt. Aber es birgt auch Risiken, weil viele inoffizielle, riskante oder gar nicht zugängliche Wege angezeigt werden.

Basis-OSM-Karte mit grundlegenden Informationen:

Basis-OSM-Karte in Outdooractive.

Das ist aber nur die Basis. Wirklich interessant wird es ab dem Pro-Abo. Damit bekommst du nämlich neben der Outdooractive-Karte (etwas detallierte OSM-Karte) offizielle topographische Karten aus mehr als 15 Ländern weltweit, darunter der komplette DACH-Raum, praktisch alle beliebten Wanderregionen Europas, die Alpen, USA und viele weitere Länder.

In diesen Regionen greift Outdooractive nicht auf die Standard-OSM-Karte zu, sondern legt die amtlichen Daten (z. B. vom Bayerischen Landesvermessungsamt oder swisstopo) über das Wegenetz. Die Karten sind zudem echte Vektorkarten, d.h. man kann stufenlos bis in den Maßstab 1:25.000 reinzoomen.

Zusätzliche Karten-Layer in der Pro-Version von Outdooractive:

Outdooractive Karten

Sehr konservativ gerechnet entspricht das etwa 50.000 Papierkarten, die man kaufen müsste, um die gleiche Abdeckung wie das Pro-Abo zu haben. Im Pro+ Abo erhältst du zusätzlich noch die klassischen Alpenvereins-Karten und Radfahrkarten des ADFC. Aber selbst ohne sind es sehr sehr viele Karten – der theoretische Wert des Kartenmaterials geht in die Millionen.

👉 Die detaillierte Übersicht der Karten mit vielen Beispielbildern findest du in diesem Artikel: Outdooractive Pro und Pro+ im Vergleich.

Es gibt auch andere Outdoor-Apps, die Topo-Karten bieten. Mir ist aber keine bekannt, die so viele offizielle Karten für nur 2,50 Euro im Monat anbietet. Am nächsten kommen dem wahrscheinlich GaiaGPS (eher im US-Raum genutzt) und Locus Maps. Die ist aber leider nur für Android erhältlich und man muss die Karten dort separat mit sogenannten „Lo-Coins“ – einer Art Kryptowährung – per In-App-Kauf erwerben. Das finde ich prinzipiell schon mal abschreckend.

Outdooractive setzt bei den Karten eher auf ein großes Gesamtpaket, das alles Wichtige abdeckt. Für die große Mehrzahl der Wanderer, die in den Alpen oder anderen beliebten Wanderegionen in Europa unterwegs sind, ist das mehr als ausreichend. Insofern finde ich die Kartenauswahl bei den kostenpflichtigen Versionen von Outdooractive insgesamt sehr gelungen.

Nur für kurze Zeit: 2 Monate Outdooractive Pro geschenkt

Ich habe in Zusammenarbeit mit Outdooractive ein Angebot erstellt, mit dem du die Pro-Features der App günstig ausprobieren kannst. Mit dem folgenden Gutschein sparst du 5 Euro für das Pro-Abo – das sind 2 Monate der Premiumversion geschenkt!

So funktionierts:

  1. Auf den Link klicken* und einen Account für Outdooractive erstellen.
  2. Das Pro-Abo auswählen.
  3. Im nächsten Fenster „Gutschein einlösen“ auswählen und den Gutscheincode „ESKAPIST5L“ eingeben.
  4. Verwende alternativ den Gutscheincode „ESKAPIST10J“ um 10 Euro beim Abo Outdooractive-Pro+ zu sparen.

Anschließend wird der Gutschein direkt mit dem Betrag verrechnet und du erhältst Zugriff auf die Premium-Features.

Gibt es gar keine Kritikpunkte bei den Karten? Doch: Die Darstellung der OSM-Basiskarte ist in Outdooractive etwas kontrastarm, die Schummerung von Gebirgszügen könnte für meinen Geschmack noch ein bisschen kräftiger ausfallen. Außerdem muss man dort sehr stark reinzoomen, bis die Höhenlinien mit einer Äquidistanz von 10 Metern dargestellt werden – etwas fummelig, wenn ich auf die Schnelle einen groben Überblick über die Topographie eines Gebirges haben will.

Im Unterschied zu reinen OSM-Apps wie OSMand bietet Outdooractive außerdem keine wirklichen Anpassungsmöglichkeiten. So kann man keine eigenen Karten-Layer oder Tiles hochladen, alternative Stile für Tracks oder Wegpunkte festlegen oder Overlays konfigurieren. Viele User, die einfach nur einem Wanderweg folgen wollen, werden das mit aller Wahrscheinlichkeit nach aber nicht vermissen. Das sind eher Spezialfälle für Leute (wie mich), die alles bis ins kleinste Detail anpassen wollen.

Offline-Karte

Die Offline-Karte ist ausschließlich ab dem Pro-Abo verfügbar. In dem Reiter „Karte“ wählst du oben rechts das Bookmark-Symbol aus. Anschließend legst du den Kartenausschnitt fest, den du herunterladen möchtest. Dieser Ausschnitt wird dann beim Navigieren unterwegs auch angezeigt, wenn du kein Internet hast.

Wichtig: Dabei wird nur der derzeit aktive Karten-Layer heruntergeladen. Wenn du die Basis-OSM-Karte herunterlädst, kannst du im Offline-Modus nur diese Karte nutzen und nicht später auf eine Topo-Karte umschalten.

Offlinekarte von Outdooractive Download

Eine weitere kleine Einschränkung: Das automatische Routing bei der Tourenplanung funktioniert ausschließlich mit Internet-Verbindung. Das liegt daran, dass Outdooractive, nicht alle Daten herunterlädt, selbst bei einem Offline-Download der Region. Ohne Internet werden die Punkte einfach per Luftlinie miteinander verbunden.

Persönlich finde ich, das ist kein Game-Changer, denn die Tourenplanung mache ich ja meist zu Hause wenn ich Internet habe. Und meinen Standort bekomme ich weiterhin auf der Karte angezeigt, kann also selbst navigieren. Dennoch bleibt die Frage, warum eine simple Karten-App wie Organic Maps das kann und ein großer Player wie Outdooractive nicht – vielleicht ein Fall für das nächste Update.

Verschiedene Layer erleichtern die Planung

Ab dem Pro-Abo kann man sich verschiedene Zusatzebenen über die ausgewählte Karte legen, z.B. Hangneigung oder ein Satellitenbild. Sinnvoll für die Tourenplanung finde ich hier vor allem das Wegenetz für Wandern, Radfahren und andere Aktivitäten. Damit sieht man auf einen Blick die offiziellen Wege in einer Region – ideal, wenn du z.B. einem ganz bestimmten Wanderweg oder Fernwanderweg folgen willst.

Weitwanderweg GR-249 auf der topographischen Karte von Andalusien:

Wegenetz auf Wanderkarte in Outdooractive.

Im Wege-Layer sind die meisten offiziellen Wege eingetragen, sogar außerhalb von Europa. In den bekannten Ferienregionen der Alpen sind es sogar so viele, dass es fast schon unübersichtlich wird. Dennoch ist es ein Feature mit hohem Praxiswert, weil ich damit nicht separat kontrollieren muss, wo denn jetzt genau eine bestimmte Route verläuft. Ebenfalls nützlich ist das Einblenden von Bus- und Bahnhaltestellen. Das gibt es sogar schon in der kostenlosen Basis-Version.

GPS-Tracks runterladen

Nachdem die Tour fertig geplant und gespeichert ist, kann man sich dafür auch einen GPS-Track runterladen. Sehr lobenswert: Auch das geht bereits in der kostenlosen Version. Du kannst Outdooractive also auch als Tool benutzen, um GPS-Tracks zu erstellen, zu exportieren und die Tracks dann z.B. mit einem anderen Gerät zu benutzen. So habe ich das lange Zeit gemacht – auch umgekehrt: Man kann eigene GPS-Tracks in Outdooractive importieren und dort bearbeiten.

Runterladen von Tracks:

GPX-Track bei Outdooractive herunterladen

Neben GPX werden zusätzliche die folgenden Formate unterstützt:

  • FIT (für Garmin-Geräte)
  • KML

KML-Dateien sind nützlich, wenn man den Track zur Prüfung vorher nochmal in Google Earth hochladen will. Im FIT-Format werden Daten wie Herzfrequenz oder Sensor-Daten von Smartwatches, Sportuhren und Co. gespeichert.

Eine Sache, die noch zu beachten ist: Die von Outdooractive erzeugten GPX-Dateien sind relativ groß, weil viele Trackpunkte generiert werden. GPS-Geräte haben ein Limit der darstellbaren Trackpunkte, z.B. 10.000 Punkte bei meinem Garmin eTrex 32x. Bei zu großen Dateien wird ein Teil des Tracks abgeschnitten, wenn das Limit überschritten wird. Man kann mit der Basecamp-App den Track aber filtern und die Trackpunkte reduzieren. Damit wird die Datei dann auch kleiner.

Übrigens: Du kannst Touren auch ausdrucken. Dabei wählst du zunächst den Maßstab und das Format (Faltkarte oder Detailkarte mit einzelnen Blättern). Anschließend wird ein PDF erstellt, das du dir ausdrucken kannstt. Das sieht dann ungefähr so aus:

(Zum Vergrößern anklicken)

Leider kann man wegen der Lizensierung nur die Basis-OSM-Karte ausdrucken und nicht die topographischen Detailkarten der Verlage. Dennoch ist es ein interessantes Feature und ich finde es gut, dass Outdooractive die Nutzer von klassischen Papierkarten miteinbezieht. Man kann das auch ohne Outdooractive mit selbst erstellten OSM-Karten machen, eine Beschreibung dazu findest du bei Trekkingtrails. Aber das ist ziemlich aufwendig.

Touren organisieren und synchronisieren

Das ist ein Feature, das sich vor allem an Power-User richtet: Alle selbst erstellten Touren und die vorgefertigten Touren im Portal, kannst du in eigenen Sammlungen speichern und organisieren, z.B. „Will ich noch machen“ und „Habe ich bereits gemacht“. Außerdem gibt es die Möglichkeit, eigene Sammlungen anzulegen.

Interessant wird das vor allem, wenn man sehr viele Touren geplant oder gespeichert hat und den Überblick behalten will. Das Speichern funktioniert intuitiv: Du klickst/ tippst einfach auf „Merken“ und suchst dir anschließend die gewünschte Sammlung raus. Die Sammlungen kannst du später auch auf dem Touren-Portal veröffentlichen.

Social Media Features von Outdooractive

Outdooractive bietet auch einige Social-Media-Funktionen, um sich mit anderen Nutzern der App zu vernetzen. Unter anderem kannst du:

  • 👥 Anderen Nutzern folgen
  • 🏆 An Challenges teilnehmen
  • 📤 Touren von dir hochladen und mit der Community teilen
  • ⭐Andere Touren kommentieren und Fragen zu deinen eigenen Touren bewerten
  • 📸 Fotos und Bewertungen von Ausflugszielen hochladen

Intensiv verwendet habe ich diese Funktionen noch nie. Generell werden die Community-Features meinem Empfinden nach auch von anderen Leuten eher weniger genutzt. Die Zielgruppe von Outdooractive nutzt die Plattform aktiv zur Tourenplanung, nicht so sehr, um sich zu vernetzen und Touren von anderen Leuten nachzulaufen. Bei diesen Social-Features ist Komoot stärker aufgestellt.

Ein Feature, das vor allem Blogger und Content Creator anspricht: Man kann auch Touren mitsamt der Karte auf der eigenen Webseite einbinden. Ich habe das bei ein paar Artikeln gemacht, es sieht recht professionell aus.

Navigation von Outdooractive im Test

Neben dem Tourenplaner bietet Outdooractive auch ein Navigations-Modul. Die Bedienung ist simpel: Einfach unten auf den Reiter „Navigation“ tippen. Anschließend wechselt die App in die Navigations-Ansicht und los geht’s.

Outdooractive Navigation im Test

Der Bildschirm ist übersichtlich gestaltet. In der Mitte findet sich das Kartenbild mit der Route. Darüber die verbleibende Strecke und Zeit, aktuelle Höhe und die bisher zurückgelegten Höhenmeter. Außerdem blendet Outdooractive oben links Richtungspfeile an und gibt auch einen Hinweis darauf, wenn man nicht mehr auf der Route bist.

Outdooractive bietet, wie heute üblich, eine Sprachnavigation an. Das Handy kann theoretisch also auch in der Tasche bleiben. Bei meinen Testwanderungen funktionierte das relativ ordentlich. Es war zwar häufig so, dass die entsprechende Ansage bei Abzweigungen etwas zu spät kam, d.h. ich stand schon mitten auf der Wegkreuzung und fragte mich gerade, wo es jetzt weitergeht. Aber das sind Kleinigkeiten.

Navigation mit Outdooractive:

Wenn man nicht mehr auf der Route ist, gibt es leider kein Re-Routing zurück zum letzten Punkt. Auch dann nicht, wenn das Smartphone online ist. Stattdessen erklärt einem die nette Frau im Handy nur, dass sich der Weg z.B. „50 Meter links von dir“ befindet. Bei Radtouren, wenn man schneller unterwegs ist, kann das durchaus ärgerlich sein. Als Fußgänger fand ich es vernachlässigbar.

Tracks aufzeichnen

Outdooractive bietet auch die Möglichkeit Tracks aufzuzeichnen. Dazu tippt man einfach unten auf den Reiter „Aufzeichnen“ und dann auf „Start“. Normalerweise habe ich zum Aufzeichnen immer mein Garmin eTrex dabei. Es gab aber schon ein paar Fälle, wo das nicht der Fall war und ich spontan mit Outdooractive getrackt habe. Die Aufzeichnung ist gut, keine Ausreißer oder übertriebene Punktewolken.

Einziger Nachteil ist, dass beim Aufzeichnen der Energieverbrauch exponentiell ansteigt. Was mir auch aufgefallen ist: Bei der Navigation mit einer vorher erstellten Route zeichnet Outdoorative automatisch einen Track auf. Die Aufzeichnung lässt sich leider nicht abstellen, was mich persönlich etwas genervt hat. Die einzige Möglichkeit ist, während der Tour auf die Navigation zu verzichten und einfach zu schauen, dass man noch auf der Route ist – das geht natürlich auch.

Fotos machen und automatisch einfügen

Ein Feature, das in die Kategorie „Spielerei, aber ganz nett“ fällt: Mit aktivierter Navigation, kannt man unterwegs in der Outdooractive-App Fotos knippsen. Da die Fotos in der Regel mit GPS-Koordinaten getaggt sind, wird das Bild dann automatisch am jeweiligen Standort eingefügt. Nach dem Ende der Tour kannst du die Fotos hinzufügen, sie werden dann automatisch entlang des Routenverlaufs angezeigt.

Das ist an sich ein kein schlechtes Feature. Es funktioniert aber nur mit dem aufgezeichneten Track und nicht anhand der vorher erstellten Planung. Man muss den aufgezeichneten Track am Ende nochmal bearbeiten und daraus eine Tour erstellen. Gleichzeitig kann man aber auch aus Planungen Touren erstellen. Das ist eigentlich überflüssig bzw. nur dann nötig, wenn man während der Tour nicht die Navigations-Funktion nutzen möchte. Dann kann man aber wiederum keine Fotos einfügen.

Foto-Funktion in der Outdooractive-App:

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist typischerweise der Knackpunkt bei Navigations-Apps. Insofern hat es mich auch nicht überrascht, dass Outdooractive einen recht hohen Energieverbrauch hat.

Ergebnisse in meinem Test

Bei aktivierter Online-Verbindung und einem recht frischen Ersatz-Akku für mein schon etwas älteres iPhone SE2 zog die App mit aktivierter Navigation in 30 Minuten 5% der Batterie. Rechnet man das hoch, kommt man auf maximal 10 Stunden Einsatz. Das ist allerdings etwas zu großzügig geschätzt. Man will ja auch noch Fotos mit dem Handy machen, ab und zu mal auf die Karte schauen etc. und das zieht auch Energie.

Zum Vergleich habe ich dann eine Wanderung komplett im Offline-Modus gemacht. Dabei bin überraschenderweise bei 3,5 Stunden auch auf 35% Energieverbrauch gekommen, es gab also keinen großen Unterschied zur aktivierten Internet-Verbindung. Dabei habe ich die App vollumfänglich genutzt, d.h. Navigation mit Sprachausgabe war aktiviert, ich habe ab und zu mal auf die Karte geschaut und auch ein paar Fotos in der App gemacht.

Meine Einschätzung zum Energieverbrauch

Bei vollem Gebrauch, d.h. aktivierte Navigation mit Tracking, gehe ich davon aus, dass man die App 7-8 Stunden nutzen kann, bevor es eng wird. Das reicht für eine durchschnittliche Tageswanderung und auch für viele mehrtägige Touren, wenn du abends sicher wieder aufladen kannst. Dennoch gehört bei der Navigation mit App immer eine kleine Power-Bank* auf die Packliste für Wanderungen.

Anker PowerCore 10000mAh
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  • Gewicht: 200 g (inkl. Micro-USB-Kabel + Beutel)
  • Kompakte + leistungsstarke Powerbank, ideal für Rucksackreisende
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  • ca. 4-5 Aufladungen von Smartphones
  • Vor Überspannung und Kurzschluss geschützt

Am besten auf Navigationsfunktion verzichten

Ehrlicherweise muss man sagen: Viele Wanderer, mich eingeschlossen, aktivieren die Navigation erst gar nicht. Das ist in den meisten Fällen auch nicht nötig, da man ja einem Weg folgt und nicht ständig auf die Karte schauen muss. Anders sieht es bei Fahrradtouren aus, hier kommt die Navigation vermutlich häufiger zum Einsatz. Für diesen Fall empfiehlt sich ebenfalls die Mitnahme einer Powerbank.

Mein Fazit zur Outdooractive-App

Outdooractive ist eine runde Sache. Es bündelt die wichtigsten Funktionen in einem technisch sauberen, zugänglichen Gesamtpaket. Gut gefällt mir neben dem intuitiven Tourenplaner vor allem die riesige Auswahl hochwertiger topografischer Karten in der Pro-Version. Und wenn du hauptsächlich kürzere Touren in zivilisationsnaher Umgebung machst, kommst du sogar mit der kostenlosen Version gut zurecht.

2,50 Euro pro Monat für die Pro-Version finde ich insgesamt fair, vor allem für Leute, die regelmäßig Touren planen. Etwas kritisch sehe ich den zunehmenden KI-Einsatz. Ich hoffe, dass Outdooractive seinem Kerngeschäft treu bleibt und nicht den Weg von Komoot geht. Ansonsten bleibt die App Stand heute für mich aber weiter eine Empfehlung, wenn du ein leistungsfähiges, einfach zu bedienendes Planungstool suchst.

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Ohne Kaffee komme ich morgens nicht raus und kann keine neue Abenteuer erleben:)

Hinweis: Der Artikel enthält mit Sternchen * markierte Affiliate-Links, die zu Onlinehändlern wie Amazon führen. Wenn du auf einen solchen Link klickst und etwas kaufst, erhalte ich einen geringen Anteil, mit dem ich diesen Blog finanziere. Für dich ist das die beste Art Dankeschön zu sagen, wenn dir der Beitrag gefallen hat. Selbstverständlich entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten.

Hast du noch Fragen oder Anmerkungen zu Outdooractive? Nutzt du andere Navigations-App oder verwendest du lieber eine echte Karte? Dann nichts wie ab in die Kommentare – ich freue mich, von dir zu hören!

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Packliste Trekking mit Zelt – leicht & erprobt (6,5 kg) https://der-eskapist.de/ausruestung/packliste-mehrtageswanderung-trekking-mit-zelt/ https://der-eskapist.de/ausruestung/packliste-mehrtageswanderung-trekking-mit-zelt/#comments Sun, 08 Feb 2026 01:34:01 +0000 https://der-eskapist.de/?p=10473 In diesem Artikel: In diesem Artikel zeige ich dir die Grundausrüstung, die ich auf meinen internationalen Trekking-Touren dabei habe. In der Regel wandere ich von Frühjahr bis Herbst, also bei typischen 3-Jahreszeitenbedingungen. Mit diesem Setup habe ich während meiner 8-monatigen Himalaya-Reise regelmäßig in Höhen über 4.000 Metern gezeltet, gelegentlich auch über 5.000 Meter. Für wen […]

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In diesem Artikel:

In diesem Artikel zeige ich dir die Grundausrüstung, die ich auf meinen internationalen Trekking-Touren dabei habe. In der Regel wandere ich von Frühjahr bis Herbst, also bei typischen 3-Jahreszeitenbedingungen. Mit diesem Setup habe ich während meiner 8-monatigen Himalaya-Reise regelmäßig in Höhen über 4.000 Metern gezeltet, gelegentlich auch über 5.000 Meter.

Für wen ist diese Packliste geeignet?

Geeignet für
  • 🏕️ Mehrtageswanderungen & Trekking mit Zelt
  • 🌤️ 3-Jahreszeiten-Touren (Frühjahr–Herbst)
  • ⛰️ Gemäßigte Regionen & Hochgebirge
Nicht ideal für
  • ❄️ Wintertouren bei dauerhaftem Frost
  • 🏃 Ultraleichtes Fastpacking
  • 🧗 Expeditionen mit Spezialausrüstung

👉 Trekking-Packliste als PDF herunterladen

Meine Trekking-Packliste: flexibel und vielseitig einsetzbar

Mir ist ein Setup wichtig, das mich nicht auf eine bestimmte Region oder ein einzelnes Klima festlegt. Statt vieler Einzel­lösungen setze ich auf einen bewährten Grundstock an Ausrüstung und Bekleidung, den ich je nach Tour flexibel kombiniere und anpasse. So bleibt auch das Basisgewicht überschaubar – bei diesem Setup liegt es bei etwas über 6,5 Kilogramm.

💡 Tipp: Basisgewicht bezeichnet das Gewicht der gesamten Ausrüstung ohne Verbrauchsgüter, z.B. Proviant.

Die meisten Sachen auf der Packliste sind vielseitig einsetzbar. Ich verwende sie auf abgelegenen Höhen-Trekkings im Himalaya oder den Anden ebenso wie auf Hüttentouren oder leichten Mehrtagestouren in Europa. Daher muss ich selten neue Ausrüstung anschaffen. Viele der Gegenstände begleiten mich schon seit Jahren – gekauft wird nur, wenn es wirklich sinnvoll ist.

Bei der Packliste stehen für mich drei zentrale Kriterien im Vordergrund:

🌍 Flexibilität
Die Ausrüstung soll möglichst viele Einsatzbereiche und unterschiedliche klimatische Bedingungen abdecken.
🎒 Geringes Gewicht
Ziel ist ein möglichst leichtes Setup, weil ich mich damit wohler fühle und Natur, Landschaft und das Erlebnis insgesamt viel intensiver genießen kann.
🏕️ Sicherheit
Die Packliste ist nicht ultraleicht. Ich möchte einen gewissen Spielraum haben und keine Kompromisse bei Funktionalität oder Sicherheit eingehen.

Der Preis spielt natürlich auch eine Rolle. Deshalb findest du am Ende des Artikels zusätzlich einige ausgewählte, preisgünstigere Alternativen, die in Qualität und Funktionalität mit den teureren Markenprodukten vergleichbar sind, aber deinen Geldbeutel etwas schonen.

Ganz zum Schluss verrate ich dir außerdem den allerwichtigsten Tipp, den ich dir überhaupt nur geben kann, den aber viele Leute komplett übersehen. Es lohnt sich also, dranzubleiben und den ganzen Artikel zu lesen!

Wanderer mit Rucksack durchquert einen Bergfluss im Himalaya.
Unterwegs im Trans-Himalaya: Selbst auf dieser abgelegenen Tour war mein Rucksack selten schwerer als 10 Kilogramm.

Wie ich diese Packliste nutze – und wo ihre Grenzen liegen

Eine allgemeine „Packliste zum Trekking“ gibt es eigentlich nicht. Man packt immer für ganz bestimmte klimatische und geografische Bedingungen. Mit anderen Worten: Es komt drauf, wo und wann du wanderst. Eine universelle Packliste, die im Schwarzwald genauso gut funktioniert wie im Himalaya oder in den peruanischen Anden, ist unrealistisch.

👉 Regel Nr. 1: Die Ausrüstung muss immer zum Einsatzgebiet passen.

Trotzdem habe ich bei dieser Trekking-Packliste bewusst versucht, ein möglichst flexibles Setup zusammenzustellen. Ich bin kein Gear-Junkie und möchte mir nicht für jede neue Reise ständig Ausrüstung nachkaufen. Stattdessen setze ich auf vielseitig einsetzbare Teile, die ich je nach Tour, Klima und Anforderungen kombinieren kann.

Genau so ist diese Packliste über die Jahre entstanden: aus vielen Touren, ganz unterschiedlichen Bedingungen und dem Wunsch, mit einer überschaubaren Ausrüstung möglichst viele Situationen abzudecken.

Als Beispiel einige Wanderungen, die ich mit dieser Packliste bereits gemacht habe:

Eine Packliste, die in den Alpen genauso funktioniert wie in der Wüste Südspaniens oder im Himalaya – genau das war von Anfang an mein Ziel. Nach vielen Treks, zahlreichen Anpassungen und auch etlichen Fehlgriffen bin ich schließlich bei diesem Basis-Setup angekommen, das ich heute nutze.

Die einzelnen Gegenstände auf der Packliste entsprechen meinen persönlichen Vorlieben und Anforderungen und haben sich auf vielen Touren bewährt. Natürlich gibt es andere gute Ausrüstung. Packlisten, die du online findest, können immer nur eine grobe Orientierung bieten und sind keine allgemeingültige Lösung.

👉 Regel Nr. 2: Die passende Ausrüstung zu finden ist ein Prozess – eine sehr persönliche Reise, die sich mit jeder Tour weiterentwickelt.

Ich hoffe, dass dir die folgende Packliste dabei hilft, deinen eigenen Weg zu gehen.

Rucksack, Zelt & Schlafsystem (Grundausrüstung)

Trekker beim Zelten in Berglandschaft bei schlechtem Wetter.
Rucksack, Zelt Schlafsystem.
Rucksack
Zelt
Isomatte
Schlafsack
Inlett
Daypack

Rucksack: Osprey Talon 44

Den Talon 44 habe ich mir ursprünglich nur als Ersatz angeschaft. Inzwischen ist dieser leichte Trekking-Rucksack mein Favorit: Er hat viele nützliche Features, trägt sich über längere Distanzen sehr angenehm und bietet mit 50 Litern Volumen ausreichend Stauraum um 1 Woche Essen mitzunehmen. Ein hervorragender Allround-Rucksack, der eigentlich bekannter sein müsste.

Osprey Herren Talon 44 Hiking Pack
Osprey Herren Talon 44 Hiking Pack*
von OSPTY|#Osprey
  • Gewicht: 1.400 g
  • exzellenter Leichtrucksack mit Frontzugriff
  • gepolstertes Tragesystem für optimale Gewichtverteilung
  • viel Stauraum für mehrtägige Touren
  • höhenverstellbarer Rücken

Zelt: Zpacks Duplex Lite

Das Zpacks Duplex Lite zählt zu den leichtesten Trekkingzelten überhaupt. Die Anschaffung ist zweifellos kostspielig, da es ausschließlich per US-Import erhältlich ist. Außerdem erfordert es aufgrund des empfindlichen Materials einen sorgfältigen Umgang. Am Ende hat es mich dennoch überzeugt: Der Wetterschutz ist ausgezeichnet, die Belüftung funktioniert sehr gut – und das extrem geringe Gewicht ist in der Praxis schlicht beeindruckend (zum Test).

Zpacks Duplex Lite
Zpacks Duplex Lite*
von Zpacks
  • Gewicht: 431 Gramm
  • Sehr leichtes einwandiges Zelt für 1-2 Personen
  • Verlässlicher Wetterschutz und sehr gute Belüftung
  • Geeignet für 3-Jahreszeiten-Einsatz
  • Zum Aufbau sind 2 Trekkingstöcke erforderlich

Isomatte: Therm-a-Rest NeoAir Xlite

Ein Wackelkandidat auf meiner Packliste und vor der nächsten größeren Tour werde ich sie wahrscheinlich austauschen. Das geringe Gewicht und das extrem kleine Packmaß sind natürlich toll, aber mir ist die Matte in den letzten fünf Jahren dreimal kaputtgegangen – entweder durch Löcher oder Delamination. Bei einfachen Touren sicherlich nicht schlecht, für anspruchsvolles Trekking ist mir diese Isomatte inzwischen aber zu riskant.

Therm-a-Rest NeoAir Xlite NXT
Therm-a-Rest NeoAir Xlite NXT*
von Therm-a-Rest
  • Gewicht: 354 g
  • R-Wert: 4,5
  • 30D reißfestes Nylon
  • Geeignet für 3 Jahreszeiten
  • Sehr kleines Packmaß und hoher Komfort

Schlafsack: Katabatic Palisade – 1°C

Der Daunen-Quilt des US-Herstellers Katabatic bietet eine gut durchdachte Konstruktion mit fester Fußbox, Wärmekragen und einem cleveren Verschlussmechanismus, bei dem man den Quilt mittels Schnüren an die Isomatte anclippen kann. Gleichzeitig wiegt er aber nur gut die Hälfte wie herkömmliche Schlafsäcke. Ich kann damit bis ungefähr 0°C übernachten, ohne dass mir kalt wird. Für niedrigere Temperaturen verwende ich den Katabatic Sawatch*.

Katabatic Gear Palisade -1°C
Katabatic Gear Palisade -1°C*
  • Gewicht: 588 g
  • 3-Jahreszeiten-Quilt für Temperaturen bis ca. 0°C
  • 900 Cuin wasserabweisende Daune
  • Mit Fußbox und kordelverschließbarem Wärmekragen
  • Innovatives Clip-System zum individuellen Befestigen

Inlett: Cocoon MummyLiner Silk

Dieses Seiden-Inlett ist eine praktische Ergänzung zum Quilt. Die zusätzliche Schicht hält den Quilt sauber – z.B. an Tagen, an denen nach der Tour keine Dusche möglich ist und man nachts stärker schwitzt. Nach der Wanderung wandert das Inlett einfach in die Waschmaschine. So muss ich den Quilt seltener reinigen, was die empfindlichen Daunen schont und ihre Lebensdauer verlängert.

COCOON Seiden-Inlett für Schlafsack
COCOON Seiden-Inlett für Schlafsack*
von Cocoon
  • Gewicht: 115 g
  • Material: 100 % Seide
  • angenehmes Gefühl auf der Haut
  • zum Schutz des Schlafsackes vor Verschmutzung
  • als Schlafsack in warmen und tropischen Klimazonen

Daypack: Osprey Ultralight Stuff Pack

Auch auf Mehrtagestouren ist ein kleiner Rucksack sinnvoll – etwa für kurze Tageswanderungen, Stadtbesichtigungen oder wenn am Flughafen das Hauptgepäck eingecheckt wird. Genau hier hat sich der Daypack von Osprey für mich bewährt. Der ultraleichte Tagesrucksack ist schnell einsatzbereit, wiegt extrem wenig und nimmt kaum Platz weg. Auf diesen praktischen Begleiter möchte ich inzwischen nicht mehr verzichten.

Osprey Ultralight Stuff Pack
Osprey Ultralight Stuff Pack*
von Osprey Europe
  • Gewicht: 115 g
  • Zwei elastische Seitenfächer
  • Gepolsterte Schulterriemen aus Mesh
  • Verstellbarer Brustriemen
  • Ideale Ergänzung für Fernwanderungen

Gesamtgewicht Rucksack, Zelt, Schlafsystem: 2.962 g

Bekleidung am Körper

Wanderer mit Trekkingrucksack und Bergen im Hintergrund.
Am Körper getragene Kleidung und Ausrüstung
Schuhe
T-Shirt
Hose
Unterhose
Socken
Trekkingstöcke
Sonnenbrille

Am Körper getragene Kleidung und andere Gegenstände zählen nicht zum Basisgewicht.

Schuhe: Scarpa Mescalito

Der Scarpa Mescalito war mein erster Wanderschuh und wurde mir damals im Fachgeschäft als vielseitiger Allrounder empfohlen. Für viele Touren nehme ich inzwischen auch einfache Trailrunning-Schuhe. Aber der Mescalito ist weiterhin eine gute Alternative, da er etwas robuster ist und dank Vibram-Sohle fast schon an einen klassischen Bergschuh erinnert. Zu Recht ein Klassiker, der einen Ehrenplatz in meinem Schuhschrank hat.

Scarpa Mescalito
Scarpa Mescalito*
von Scarpa Schuhe
  • Gewicht: 810 g (Paar)
  • mittelschwerer Zustiegsschuh mit Vibram-Sohle
  • Sehr hoher Tragekomfort
  • hervorragender Schutz auch im technischen Gelände
  • Der perfekte Allround-Wanderschuh

T-Shirt: Icebreaker Tech Lite

Das Icebreaker-Shirt ist mein täglicher Begleiter auf Tour. Wie alle Merino-Shirts von Icebreaker überzeugt es durch ein angenehmes Tragegefühl und einen gut abgestimmten Schnitt. Besonders im mehrtägigen Einsatz spielen die geruchshemmenden Eigenschaften der reinen Merinowolle ihre Stärken aus: Auch bei starkem Schwitzen bleibt das Shirt vergleichsweise lange frisch. Wenn ich es abends kurz auslüfte, kann ich es problemlos ein paar Wochen am Stück tragen. Als Alterative verwende ich gelegentlich ein atmungsaktives Trekking-Hemd.

Icebreaker Tech Lite T-Shirt
Icebreaker Tech Lite T-Shirt*
von Icebreaker
  • Gewicht: 125 g
  • Versetzte Schulternähte zur Vermeidung von Reibung
  • 100% Merinowolle, sehr angenehmes Tragegefühl
  • Gute Thermo- und Feuchtigkeitsregulierung
  • Hohe Geruchsresistenz

Hose: Maier Sports Latit Zip-Hose

Ebenfalls seit vielen Jahren dabei: Die Maier Sports Latit Wanderhose. Ich habe schon viele verschiedene Modelle ausprobiert, bin aber immer wieder bei dieser Hose gelandet: Sauber verarbeitet, angenehm zu tragen und nach Nässe trocknet das Material vergleichsweise schnell. Durch die abzippbaren Beine kann ich die Hose zudem flexibel anpassen und auch bei wärmeren Temperaturen einsetzen.

Maier Sports Latit Zip-Hose
Maier Sports Latit Zip-Hose*
von Maier Sports
  • Gewicht: 420 g
  • Vielseitig einsetzbar dank Zip-Off-Funktion
  • Flexibles Stretch-Material
  • Schnelltrocknend und atmungsaktiv
  • Alle Taschen mit Reißverschluss

Alternativ: Fjällräven Barents Pro Shorts

Wenn absehbar ist, dass ich überwiegend bei hohen Temperaturen unterwegs bin, greife ich stattdessen zu diesen Shorts von Fjällräven. Das verwendete G-1000-Material ist extrem robust und macht die Hose unempfindlich gegenüber Fels, Geröll oder rauem Untergrund. Sehr praktisch sind auch die großzügigen Beintaschen, in denen sich etwa eine Karte oder andere Kleinigkeiten gut verstauen lassen.

Fjällräven Barents Pro Shorts
Fjällräven Barents Pro Shorts*
von Fjällräven
  • Gewicht: 390 g
  • Extrem robustes, strapazierfähiges G-1000 Material
  • Kann gewachst werden, um die Wasserbeständigkeit zu erhöhen
  • Verstärkte Rückseite
  • Sehr viel Stauraum: 2 Seitentaschen, 3 Beintaschen

Unterhose: Icebreaker Cool-Lite Merino

Die Icebreaker Cool-Lite nutze ich tagsüber als Standard-Unterhose auf Tour. Der Merino-Anteil von rund 50 % wirkt geruchshemmend und reduziert Reibung – ein nicht zu unterschätzender Vorteil bei längeren Etappen und starkem Schwitzen. Sie sind preislich etwas höher angesiedelt, da ich sie sehr lange am Stück trage, lohnt es sich dennoch. Ich verwende die Boxershorts meistens mehrere Wochen, ohne dass es unangenehm wird oder ich sie zwingend waschen müsste.

Icebreaker Cool-Lite Merino
Icebreaker Cool-Lite Merino*
von Icebreaker
  • Gewicht: 64 g
  • Hoher Merinoanteil von 50 %
  • Elastischer Schnitt
  • Hohe Geruchsresistenz
  • Dauerhafter Tragekomfort über längere Zeit

Socken: Smartwool Hike Light

Die Smartwool-Socken zählen zu den besten Trekking-Socken, die ich bis jetzt ausprobiert habe. Sie sind unglaublich bequem und dank dem hohem Anteil an Merinowolle hält sich die Geruchsbildung auch bei wärmeren Temperaturen stark in Grenzen. Schweißfüße und Blasen haben damit fast keine Chance, die Socken trocknen zudem extrem schnell.

Smartwool Hike Light Cushion Crew
Smartwool Hike Light Cushion Crew*
von SmartWool
  • Gewicht: 41 g
  • Hoher Merinoanteil: 56%
  • Separate Meshzonen für bessere Atmungsaktivität
  • Dämpfung an der Fußsohle schützt den Fuß zusätzlich
  • Unglaublich bequem und hohe Geruchsresistenz

Trekkingstöcke: Helinox Ridgeline

Die Trekkingstöcke von Helinox laufen etwas unter dem Radar, viele greifen automatisch zu Leki oder Black Diamond. Ich finde diese hier persönlich besser und man merkt, dass die Helinox-Mutterfirma DAC ein Spezialist für Aluminium-Gestänge ist: Die Stöcke sind sauber verarbeitet, sehr leicht, gleichzeitig aber extrem stabil. Das Verriegelungssystem funktioniert auch bei Belastung absolut zuverlässig. Egal ob mit schwerem Rucksack, bei Furten oder in technischem Gelände: Auf diese Stöcke kann ich mich zu 100% verlassen.

Helinox Ridgeline LB135
Helinox Ridgeline LB135*
von Helinox
  • Gewicht: 464 g
  • Längenverstellbar bis 130 cm
  • Stoßdämpfer reduziert Aufprall-Kräfte und entlastet die Gelenke
  • Schaft aus hochwertiger DAC-Legierung
  • Auch für anspruchsvolle Touren in schwierigem Gelände geeignet

Sonnenbrille: Quechua MH140

Ich habe ein Talent dafür, Sonnenbrillen zu verlieren und kaufe mir deshalb etwa einmal im Jahr eine neue. Irgendwann bin ich so bei den polarisierten Modellen von Decathlon gelandet und dort geblieben. Die Brillen sind preiswert und bieten mit UV-Schutz der Kategorie 3 ausreichend Schutz für die meisten Situationen. Auch bei Gletscherwanderungen im Himalaya haben sie mich nicht im Stich gelassen.

Quechua MH140
Quechua MH140*
von QUECHUA
  • Gewicht: 26 g
  • Gläser Kategorie 3 mit 100 % UV-Schutz
  • Reduzieren Lichtreflexe bei starker Sonnenstrahlung
  • Leicht und robust
  • Preiswerter als teure Modelle bei ähnlicher Qualität

Gesamtgewicht am Körper getragen: 1970 g

Trekking-Kleidung im Rucksack

Trekker macht eine Pause und lehnt sich an seinen Rucksack.
Kleidung im Rucksack.
Mid-Layer
Daunenjacke
Long-Sleeve
Lange Unterhose
Regenhose
Schlauchtuch
Regenjacke
Sonnenschutz
Freizeitschuhe

Mid-Layer: Mountain Equipment Micro Zip Jacke

Die Micro Zip Jacke von Mountain Equipment ist inzwischen mein Lieblings-Fleece. Es trägt sich angenehm und bietet eine gute Wärmeleistung (besser als das bekannte R1-Fleece von Patagonia). Dank Kapuze und durchgehendem Reißverschluss kann ich es zudem sehr flexibel einsetzen – besonders bei langen Wanderungen mit wechselnden Bedingungen ein Vorteil. Außerdem ist es rund 60 Euro preiswerter als das R1 – ohne, dass es sich im Einsatz schwächer anfühlt.

Mountain Equipment - Micro Zip Jacket - Fleecejacke Gr M schwarz
Mountain Equipment - Micro Zip Jacket - Fleecejacke Gr M schwarz*
von Mountain Equipment
  • Gewicht: 310 g
  • Fleecejacke aus Polartex Classic 100M
  • Schnell trocknend und widerstandsfähig
  • 2 Seitentaschen
  • mit Kinnschutz und Kapuze

Daunenjacke: Montbell Plasma 1000 Alpine Downparka

Das Verhältnis Gewicht-Isolationsleistung beim Montbell Downparka dürfte aktuell schwer zu toppen sein. Kehrseite der Medaille: Das Material ist ziemlich empfindlich und für das Tragen mit Rucksack nur bedingt geeignet. Bei Pausen, kalten Abenden vor dem Zelt oder im Camp spielt der Parka seine Stärken aber voll aus – er ist deutlich wärmer als die bekannten Ultraleicht-Modelle von Feathered Friends, Mountain Hardwear und Co. Wer eine etwas preiswertere Alternative sucht, findet mit dem Patagonia Down Sweater Hoody* eine solide Option.

Montbell Plasma 1000 Alpine Downparka
Montbell Plasma 1000 Alpine Downparka*
  • Gewicht: 242 g
  • Extrem leichte und warme Daunenjacke
  • Füllkraft: 1000 Cuin
  • Eingrifftaschen mit Reißverschluss
  • anpassbare Kapuze, Kordelzüge zur Taillenregulierung

Long-Sleeve: Merino Icebreaker 200

Dieses Longsleeve aus 100 % Merinowolle nutze ich abends nach der Tour, häufig auch zum Schlafen. Bei kühleren Temperaturen funktioniert es ebenso gut als Baselayer. Wie alle Sachen von Icebreaker fühlt sich das Material auf der Haut sehr angenehm an und dank der Merinowolle bleibt es auch über mehrere Tage hinweg weitgehend geruchsneutral. Zudem ist das Shirt erstaunlich langlebig – es hat über 6 Jahre gedauert, bis ich mir ein neues Modell zulegen musste.

Icebreaker 200 Oasis Longsleeve
Icebreaker 200 Oasis Longsleeve*
von Icebreaker Merino
  • Gewicht: 219 g
  • Hochwertiges Langarmshirt aus 100% Merinowolle
  • Sehr angenehmes Tragegefühl auf der Haut
  • Versetzte Nähte an den Schultern für mehr Komfort
  • Hohe Geruchsresistenz

Lange Unterhose: Ortovox 185 Rock `N`Wool Pants

Die Merino-Unterwäsche von Orotovox ist mit Abstand die bequemste Funktionsunterhose, die ich je besessen habe: 100 % Merinowolle, wunderbar flauschig und schön leicht. Besonders bei Zeltnächten im Frühjahr oder Herbst oder bei Übernachtungen in den Bergen leistet sie gute Dienste. Je nach Klima kann man darauf auch verzichten, ich habe sie aber meistens dabei, weil sie eh so wenig wiegt.

Ortovox 185 Rock `N`Wool Pants
Ortovox 185 Rock `N`Wool Pants*
von ORTOVOX
  • Gewicht: 165 g
  • Gefertigt aus 100% kratzfreier Merinowolle
  • Geruchshemmend und atmungsaktiv
  • Sehr angenehmes Tragegefühl auf der Haut
  • Vielseitig einsetzbar

Regenhose: Marmot Precip

In Gegenden, wo ich viel Regen erwarte, nehme ich eine Regenhose mit. Damit kann ich dann auch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Tagsüber habe ich zusätzlichen Regenschutz, abends nach der Wanderung nehme ich sie als Wechselhose. Mit der Marmot PreCip funktioniert das deshalb so gut, weil sie locker geschnitten ist und dank dem elastischem Bund angenehm sitzt. Sie fühlt sich eher wie eine leichte Freizeithose an und nicht wie die klassische Regenbekleidung.

Marmot PreCip Eco Pant
Marmot PreCip Eco Pant*
von Marmot
  • Gewicht: 327 g
  • Robuste 2.5-lagige Regenhose mit vollständig versiegelten Nähten
  • Atmungsaktive NanoPro Eco Membran für effektiven Feuchtigkeitstransport
  • Durchgehende Reißverschlüsse bieten optimale Ventilation und Bewegungsfreiheit
  • 3 Hosentaschen mit Reißverschlüssen

Schlauchtuch: Buff

Das multifunktionale Tuch von Buff habe ich bei praktisch jeder Tour dabei. Je nach Temperatur nutze ich es als Schal oder nachts im Zelt als leichte Mütze, wenn es abkühlt. Bei Bedarf kann ich es auch als Windschutz oder Kopfbedeckung für den Tag einsetzen. Ein wirklich tolles, vielseitiges Bekleidungsstück, das mehrere Einzelteile ersetzt und im Rucksack kaum Platz wegnimmt.

Buff Merino
Buff Merino*
von Buff
  • Gewicht: 45 g
  • 100 % natürliche Merinowolle
  • Sehr angenehmes Tragegefühl
  • Zusätzliche Wärme beim Camping, Wandern und Trekking
  • Vielseitig einsetzbar

Regenjacke: Montbell Stormcruiser

Eine Membranjacke, die dauerhaft jedem Regen standhält, gibt es nicht – die Storm Cruiser kommt diesem Anspruch in der Praxis aber zumindest recht nahe. Die 3-lagige Jacke ist so leicht, dass sie auch als Windjacke verwenden kann. Und trotz ihres niedrigen Gewichts ist sie robust genug, dass ich sie auch längere Zeit mit Trekkingrucksack tragen kann.

Montbell Stormcruiser
Montbell Stormcruiser*
  • Gewicht: 284 g
  • extrem leichte und robuste 3-Lagen-Goretex-Jacke
  • mit großen Lüftungsschlitzen zur Wärmeregulierung
  • so leicht, dass sie auch als Windjacke dienen kann
  • Sehr wenige Nähte an denen Wasser eindringen kann

Sonnenschutz: Northface Horizon

Auf Reisen in wärmere Regionen mit viel Sonne greife ich meistens zu einem klassischen Sonnenhut. Die breite Krempe schützt die Augen besser vor direkter Sonneneinstrahlung als eine normale Kappe, außerdem ist so auch der Nacken geschützt. Praktisch bei diesem Modell sind die integrierte Belüftung und der Kordelzug: So bleibt der Hut auch bei Wind sicher auf dem Kopf und lässt sich flexibel anpassen.

Northface Horizon Hut
Northface Horizon Hut*
von The North Face
  • Gewicht: 74 g
  • Sicherer und effektiver UV-Schutz
  • Schweißband leitet Feuchtigkeit ab
  • Gute Belüftung dank Meshgewebe
  • Verstellbarer Kinnriemen mit Kordel

Freizeitschuhe: Exped Camp Slipper

Ich habe lange nach einer Alternative zu klassischen Hüttenlatschen gesucht und bin schließlich bei den Exped Camp Slipper gelandet. Sie sind sehr leicht, angenehm zu tragen und bieten überraschend viel Wärme für ihr geringes Gewicht. Die Sohle ist zwar relativ dünn, gibt aber ausreichend Halt. Für kurze Wege rund ums Camp oder zur Hütte reicht das völlig aus, damit erfüllen sie genau den Zweck, den ich mir wünsche.

Exped Camp Slipper Schuhe
Exped Camp Slipper Schuhe*
von Exped
  • Gewicht: 150 g
  • Warme und bequeme Camping- und Hüttenschuhe
  • Sehr weiches Fussbett
  • Rutschfest, schnell trocknend und atmungsaktiv
  • Kleines Packmaß

Gesamtgewicht Kleidung im Rucksack: 1.798 g

Kochen & Trinkwasser

Wanderer beim Kochen vor Zelt.
Ausrüstung zum Kochen und Filtern von Wasser.
Camping-Kocher
Topf
Tasse
Löffel
Wasserfilter
Trinkflasche

Kocher: Soto Windmaster

Es gibt leichtere Kocher als den Windmaster von Soto, in dieser Gewichtsklasse aber kaum verlässlichere. Der konkave Brennerkopf leitet Wind sehr effektiv ab, was vor allem bei unruhigen Bedingungen ein Vorteil ist. Auch bei starkem Wind oder mit fast leerer Gaskartusche bleibt die Brennleistung stabil, der Gasverbrauch ist dabei vergleichsweise niedrig. Genau dank dieser Zuverlässigkeit schätze ich den Kocher seit vielen Jahren.

SOTO WindMaster
SOTO WindMaster*
von SOTO
  • Gewicht: 98 g
  • Stoßfest und robust
  • Mit eingebautem Piezozünder
  • Sehr sparsamer Verbrauch
  • Konkaves Design des Brennerkopfs schützt vor Windböen

Topf: Snow Peak Trek 700 Titan

Der Titan-Topf von Snow Peak begleitet mich seit meinen ersten Touren. Trotz seines sehr geringen Gewichts ist er äußerst robust und hat genau die richtige Größe, um abends Wasser für Trekkingmahlzeiten, Nudeln oder einfache Gerichte zu erhitzen. Meist esse ich direkt daraus, gelegentlich dient er auch als Becher für Kaffee oder Tee. Der Topf ist schlicht, funktional und macht, was er soll. Daher habe ich bisher keinen Grund gesehen, ihn zu ersetzen und in diesem Leben werde ich mir wahrscheinlich auch keinen anderen mehr holen.

Snow Peak Trek 700 Titan
Snow Peak Trek 700 Titan*
von SNOW PEAK
  • Gewicht: 127 g
  • Sehr hochwertige Verarbeitung
  • Groß genug um 110-g-Kartusche oder Kocher zu verstauen
  • Mit Maßeinheiten auf der Innenseite
  • Lebenslange Garantie

Tasse: Sea to Summit Faltbecher

Gelegentlich möchte ich beim Campen eine zusätzliche Tasse. In diesem Fall nehme ich den Faltbecher von Sea to Summit. Er wiegt kaum etwas, ist geschmacksneutral und lässt sich nach dem Gebrauch platzsparend zusammenfalten. Mit einem Fassungsvermögen von 350 Millilitern passt er für mich ideal für Kaffee oder Tee. Wer mehr Volumen braucht, findet das gleiche Modell auch in größeren Varianten.

Sea to Summit faltbarer Campingbecher
Sea to Summit faltbarer Campingbecher*
von Sea to Summit
  • Gewicht: 53 g
  • Fassungsvermögen: 354 ml
  • Leichter und solider Trinkbecher
  • Faltbar und sehr kleines Packmaß
  • Einfach zu reinigen

Löffel: Toaks Titan

Ein weiterer bewährter Begleiter auf Zelttouren ist der Titanlöffel von Toaks. Durch die lange Form und den großzügigen Löffelkopf eignet er sich gut für Trekkingmahlzeiten, auch direkt aus dem Topf. Gleichzeitig ist er so leicht, dass man ihn im Rucksack kaum wahrnimmt. Neben einem kleinen Taschenmesser ist dieser Löffel das einzige Besteck, das ich unterwegs dabeihabe – und für meine Zwecke reicht das in der Praxis auch vollkommen aus.

TOAKS Titan
TOAKS Titan*
von TOAKS
  • Gewicht: 18 g
  • Hochwertige Verarbeitung aus unbeschichtetem Titan
  • Unkaputtbar
  • Extralang zum einfachen Essen aus Töpfen und Tüten
  • Einfach zu säubern

Wasserfilter: Sawyer Mini + Beutel

Der Sawyer Mini gehört zu den leichtesten Wasserfiltern auf dem Markt. Dennoch bietet er eine sehr feine Filterleistung von 0,1 Mikron, um Bakterien und Protozoen zuverlässig aus dem Wasser zu entfernen. Ich habe mit dem Mini in Peru teilweise echte Giftbrühe gefiltert, in der die Kuhfladen rumschwammen und konnte mich jederzeit darauf verlassen. Inzwischen besitze ich auch den Sawyer Squeeze, der ein bisschen mehr wiegt und ca. 30% schneller filtert. Wenn es auf jedes Gramm ankommt, ist der Mini dennoch keine schlechte Option.

Sawyer Mini PointONE
Sawyer Mini PointONE*
von SAWYER
  • Gewicht: 70 g
  • Verlässlicher Hohlfasermembran-Filter mit 0.1 Mikron
  • Entfernt 99,9% aller bekannten Bakterien und Protozoen z. B Giardien und Salmonellen
  • Lässt sich an Trinkbeuteln, Trinkflaschen und Trinksysteme befestigen
  • Enthält Trinkbeutel 0,5 Liter , Reinigungsspritze und Trinkhalm

Flasche: Platypus Platy Bottle 2 Liter

Die Platy Bottle von Platypus ist eine gute Alternative zu klassischen Trinkflaschen. Im leeren Zustand wiegt sie fast nichts und sie lässt sich platzsparend zusammenfalten, wodurch sie im Rucksack kaum auffällt. Die Haltbarkeit reicht nicht an die einer festen Flasche heran, das muss man ehrlich zugeben – die Platy Bottle ist kein Ding für die Ewigkeit. Außerdem braucht sie nach der Tour etwas länger zum vollständigen Trocknen. Für mich überwiegen dennoch klar die Vorteile.

Platypus Platy Bottle 2 Liter
Platypus Platy Bottle 2 Liter*
von Platypus
  • Gewicht: 39 g
  • Leicht und einfach zu verstauen - 80 % geringeres Gewicht und Volumen als eine Hartflasche
  • Lebensmittelechte Innenbeschichtung mit strapazierfähiger Außenwand
  • Eingearbeitete Silberionen schützen die Flasche vor Schimmel und Bakterien.
  • Frei stehendes Design mit gutem Stand

Gesamtgewicht Kochen + Trinkwasser: 392 g

Technik & Elektronik

Trekker hält GPS Gerät in der Hand.
Technik.
Navigationsgerät
Stirnlampe
Smartphone
Powerbank
USB-Ladestecker
USB-Ladekabel
Kamera
eBook-Reader

Meine Technik:

Navigationsgerät: Garmin eTrex 32x

Das Navigationsgerät eTrex 32x benutze ich überwiegend zum Aufzeichnen von GPS-Tracks. Es ist leicht, bietet alle wichtigen Funktionen und der Energieverbrauch ist erfreulich niedrig. Ein Satz AA-Batterien hält etwa vier bis fünf Tage durch. Das macht es besonders für längere Etappen ohne Lademöglichkeit interessant. Für viele Touren reicht heute ein Smartphone mit Offline-Karte. Wenn du ein leichtes Navigationsgerät suchst, ist das eTrex 32x aber weiterhin die erste Wahl. Schau dir hier meinen Test an.

Garmin eTrex 32x: Wander-GPS mit vorinstallierter TopoActive Europa-Karte
Garmin eTrex 32x: Wander-GPS mit vorinstallierter TopoActive Europa-Karte*
von Garmin
  • Gewicht: 145 g (inkl. 2 AA-Batterien)
  • 2,2-Zoll-Farbbildschirm,  Kartensegmente: 3000
  • Vorinstallierte TopoActive-Europakarte
  • Multi-GNSS (GPS und GLONASS)
  • Bis zu 25 Stunden im GPS-Modus
  • Elektronischer 3-Achsen-Kompass
  • Barometrischer Höhenmesser

Stirnlampe: Petzl Actic Core

Mit einer Lichtleistung von bis zu 450 Lumen und drei einstellbaren Lichtmodi ist die Petzl Actik Core ein zuverlässiger Begleiter. Es kann immer passieren, dass man in die Dunkelheit gerät, eine Stirnlampe halte ich daher für unverzichtbar. Außerdem gibt es nichts nervigeres als im Dunkeln im Zelt nach der Ausrüstung rumzukramen. Ein Vorteil bei diesem Modell: Die Lampe lässt sich per Akku aufladen. Bei Bedarf kann sie aber auch mit herkömmlichen Batterien betrieben werden – eine gute Allround-Lösung.

Petzl Actik Core
Petzl Actik Core*
von Petzl
  • Gewicht: 79 g (inkl. Akku)
  • Sehr gute Leuchtkraft: 450 Lumen
  • Kombinierter Lichtkegel für die Sicht im Umgebungsbereich und im Fernbereich
  • Einstellen des Neigungswinkels an der Trägerplatte
  • Kann auch mit Batterien betrieben werden

Smartphone: Google Pixel 7

Das Google Pixel 7 ist Smartphone und Kamera in einem. Von der Größe her passt es für mich. Die Akkulaufzeit ist solide, besonders im Zusammenspiel mit dem Flugmodus. So komme ich in der Regel ein bis zwei Tage ohne Nachladen aus. Was für mich den Ausschlag gab, war die Kamera: Auch in ungünstigen Lichtverhältnissen liefert sie noch überzeugende Ergebnisse – eine zusätzliche Kompaktkamera nehme ich inzwischen nicht mehr mit.

Google Pixel 7
Google Pixel 7*
von Google
  • Gewicht: 200 g
  • Relativ preiswert
  • Wasserdicht nach IP68
  • Gutes Display
  • Sehr starke Fotos mit 50-MP-Weitwinkelobjektiv

Powerbank: Anker PowerCore 10000mAh

Die Powerbank von Anker ist kompakt und liefert dennoch ausreichend Saft für mehrtägige Touren. Der Hersteller gibt bis zu drei vollständige Ladevorgänge an. Mit meinem Smartphone komme ich in der Praxis sogar auf etwas mehr. Früher hatte ich eine deutlich größere Powerbank mit höherer Kapazität dabei. Für normale Mehrtageswanderungen reicht diese kleinere Lösung vollkommen aus.

Anker PowerCore 10000mAh
Anker PowerCore 10000mAh*
von Anker
  • Gewicht: 200 g (inkl. Micro-USB-Kabel + Beutel)
  • Kompakte + leistungsstarke Powerbank, ideal für Rucksackreisende
  • hochwertige Verarbeitung
  • ca. 4-5 Aufladungen von Smartphones
  • Vor Überspannung und Kurzschluss geschützt

USB-Ladekabel: 3-in-1

Bei Ladekabeln gibt es gefühlt tausend No-Name-Anbieter aus China. Ich habe mir dieses Teil hier bei Amazon bestellt und bislang bin ich auch zufrieden damit. Das 3-in-1 Kabel ist insofern praktisch, weil ich damit verschiedene Sachen aufladen kann und etwas flexibler bin.

3-in-1 Universal-Ladekabel
3-in-1 Universal-Ladekabel*
von GIANAC
  • Gewicht: 40 g
  • Unterstützt alle modernen Smartphones
  • Anschlüsse für iPhone, USB-C und Micro-USB
  • Ermöglicht Aufladen von mehreren Geräten

eBook-Reader: Tolino Shine 3

Viele Leute haben den Kindle von Amazon. Ich mag den Tolino lieber, weil ich damit nicht so stark an einen Anbieter gebunden bin und auch das ePub-Format darstellen kann. Aber auch sonst kann das Gerät überzeugen: Klein, handlich, leicht und ein angenehmes Display mit gestochen scharfer Schrift. Ich lese eigentlich lieber richtige Bücher, aber auf längeren Trips nehme ich inzwischen immer diesen eBook-Reader mit, um mir lange Nachmittage und Abende zu vertreiben.

Tolino Shine 3
Tolino Shine 3*
von Tolino
  • Gewicht: 165 g (inkl. Schutzhülle)
  • Ausreichend Platz für hunderte Ebooks
  • Sehr lange Akkulaufzeit
  • Schnelles Aufladen
  • Hochauflösendes 6-Zoll-Display mit Touchscreen

Gesamtgewicht Technik: 856 g

Schau dir hier meine outdoortaugliche Fotoausrüstung an:

Sonstige Ausrüstung

Sonstige Ausrüstung auf der Packliste zum Trekking.
Sonstige Ausrüstung.
Reisehandtuch
Kulturbeutel
Packsack
Biwaksack
Kompass
Feuerzeug
Taschenmesser
Nagelclipper

Meine sonstige Ausrüstung:

Reisehandtuch: PackTowl Luxe Hand

Ich habe schon diverse Reisehandtücher ausprobiert. Das Mikrofasertuch von PackTowl ist mein absoluter Favorit. Trotz der Größe von 92×42 cm ist es unglaublich leicht und es fühlt sich auch angenehmer auf der Haut an, als die Standard-Mikrofasertücher. Sensationell ist auch, wie schnell es trocknet: Bei Sonnenschein ist das Handtuch in spätestens 15 Minuten wieder trocken. Das perfekte Handtuch für mehrtägige Wanderungen!

PackTowl Luxe Hand
PackTowl Luxe Hand*
von PackTowl
  • Gewicht: 129 g
  • Größe: 42 x 92 cm
  • Geruchshemmendes Reisehandtuch mit kleinem Packmaß
  • Sehr schnell trocknend
  • Ideal für Wandern, Trekking und Camping

Kulturbeutel: Sea to Summit Travelling Light Zip Top Pouch

Eigentlich eine Tasche für Flüssigkeiten am Flughafen. Aber ich habe sie zu einem ultraleichte Kulturbeutel umfunktioniert und das klappt sehr gut: Die Tasche ist robust, wasserdicht und mit 1 Liter Volumen hat sie genug Platz für ein minimalistisches Wasch-Set. Außerdem hat sie an der Seite eine kleine Schlaufe zum Aufhängen an Haken, Nägeln etc. Das Beste ist aber: Im leeren Zustand wiegt das Ding so gut wie gar nichts.

Sea to Summit Travelling Light Zip Top Pouch
Sea to Summit Travelling Light Zip Top Pouch*
von Sea to Summit
  • Gewicht: 25 g
  • Einfaches Öffnen und Schließen mit Reißverschluss.
  • Extrem leicht aber dennoch robust
  • Wasserfest und Auslaufsicher
  • Enthält drei 89ml und drei 40ml Fläschchen.

Packsack: Sea to Summit 20 l

In diesen wasserfesten Packsack packe ich die Klamotten, den Quilt und alles andere, was tagsüber unbedingt trocken bleiben muss. Manche Leute isolieren den Rucksack auch mit einem Müllbeutel gegen Regen. Ich finde den Packsack sicherer, weil Müllbeutel die Angewohnheit haben zu reißen. Und er wiegt auch nicht viel mehr.

Sea to Summit Ultra-SIL Dry Bag 20 l
Sea to Summit Ultra-SIL Dry Bag 20 l*
von SEA TO SUMMIT
  • Gewicht: 53 g
  • 50% leichter als normale Dry Sacks
  • Robustes 30D Ultra-Sil Cordura-Nylongewebe
  • Wassersäule von 2.000 schützt verlässlich gegen Nässe
  • vollständig versiegelte Nähte

Biwaksack: Mountain Equipment

Wenn man kein Zelt dabei hat, sollte man bei Gebirgswanderungen zumindest immer einen Biwaksack für Notfälle in den Rucksack packen. Bei der Mehrzahl der Touren verzichte ich darauf, da ich ja das Zelt habe. Aber es gibt spezielle Fälle, wo ein Biwaksack Sinn macht, z.B. reine Hüttentouren.

Mountain Equipment - Ultralite Bivi - Biwaksack Gr One Size rot
Mountain Equipment - Ultralite Bivi - Biwaksack Gr One Size rot*
von Mountain Equipment
  • Gewicht: 114 g
  • Komplett wasser- und winddicht
  • Reflektiert 90% der Körperwärmestrahlung
  • Sehr kleines Packmaß
  • Der ideale Notfall-Biwaksack

Kompass: Suunto MC 2 Global

Den Kompass nehme ich inzwischen nur noch selten mit. Dennoch bin ich der festen Überzeugung: Jeder, der anspruchsvolle Trekkingtouren macht, sollte sich irgendwann mal mit den Grundzügen der Kompass-Navigation beschäftigen. Da es heute kaum noch einen Markt für Kompasse gibt, ist der Suunto eine der wenigen verbliebenen Allround-Optionen – er eignet sich zum Peilen und zur Kartenarbeit gleichermaßen gut.

Suunto MC 2 Global
Suunto MC 2 Global*
von SUUNTO
  • Gewicht: 70 g
  • Bodenplatte mit Lupe und Skalen, Peilloch und Kimme
  • Idealer Kombi-Kompass für Kartenarbeit und Peilen
  • Mit Schlüssel zur Deklinationskorrektur
  • Globale Nadel: weltweit einsetzbar

Feuerzeug: BIC Mini

Muss man nicht viel zu sagen: Ein kleines Feuerzeug ist die einfachste Methode, um verlässlich ein Feuer zu machen. Alternativ kannst du auch ein Stück Feuerstahl* mitnehmen.

Bic Mini
Bic Mini*
von BIC + sunmondo
  • Gewicht: 11 g
  • Sehr lange Lebensdauer
  • Verlässlicher Zündmechanismus

Taschenmesser: Victorinox Waiter

Ein Taschenmesser vermisst man immer dann, wenn man es nicht dabei hat. Das Modell Waiter der Traditionsmarke Victorinox hat genau die richtige Größe und bietet alle Funktionen, die man beim Camping braucht. Klinge, Korkenzieher, Flaschenöffner, Zahnstocher und Pinzette – damit kannst du z.B. Verpackungen aufschneiden, kleinere Reparaturen vornehmen, Schnüre kürzen und was man sonst noch im Camping-Alltag benötigt.

Victorinox Waiter
Victorinox Waiter*
von Victorinox
  • Gewicht: 34 g
  • Einschließlich Korkenzieher, Kapselheber, Dosenöffner, Zahnstocher und Pinzette
  • Insgesamt 9 nützliche Funktionen
  • Sehr leicht und klein
  • Ideal für Reparaturen, Campingküche etc.

Nagelclipper: Zwilling

Hygiene beim Trekking ist nicht zu unterschätzen. Bei längeren Touren ist ein Nagelclipper daher eine sinnvolle Anschaffung, um sich Finger und Fußnägel zu schneiden. Ich entferne damit auch kleinere Hautfetzen über den Nägeln, die sich unweigerlich immer bilden, wenn ich ein paar Tage draußen unterwegs bin. Bei den Billig-Modellen fallen erfahrungsgemäß irgendwann die Schrauben ab – das wird dir mit diesem Nagelclipper nicht passieren.

Zwilling
Zwilling*
von ZWILLING Beauty Group GmbH
  • Gewicht: 17 g
  • Hochwertiger Nagelschneider aus rostfreiem Edelstahl
  • Sehr gute Verarbeitung und langlebig
  • Saubere Fingernägel auch bei längeren Touren

Gesamtgewicht sonstige Ausrüstung: 419 g

Körperpflege & Erste Hilfe

Hygiene und Medikamente auf der Packliste für Mehrtageswanderungen.
Körperpflege und Erste Hilfe

Hier hat jeder ein bisschen andere Ansprüche und Anforderungen. Je nach Reiseziel und Versorgung vor Ort muss man manchmal zwangsläufig ein bisschen mehr mitnehmen. Ich halte es relativ minimalistisch und komme mit diesen Basics meistens gut klar.

  • Dose für Kontaktlinsen 12 g
  • Kamm 12 g
  • Zahnbürste: 15 g
  • Waschlappen: 40 g
  • Pflasterstrips x 4: 5 g
  • Ibuprofen 600 x 4: 3 g
  • Mullbinde x 1: 5 g
  • Wasserstoff-Peroxid-Lösung zum Reinigen von Wunden ca. 15 ml im Plastikfläschchen 22 g
  • Packung Tempotaschentücher: 25 g

Gesamtgewicht Körperpflege + Erste Hilfe: 139 g

Basisgewicht komplette Ausrüstung

Das Basisgewicht der gesamten Ausrüstung besteht aus allen Dingen, die wir im Rucksack tragen, außer Proviant und Verbrauchsgüter. Am Körper getragene Dinge zählen ebenfalls nicht dazu.

Rechnen wir das mal schnell zusammen. Das sieht dann so aus:

  • Rucksack, Zelt, Schlafsystem: 2.962 g
  • Kleidung im Rucksack: 1.798 g
  • Kochen + Trinkwasser: 392 g
  • Technik: 856 g
  • Sonstige Ausrüstung: 419 g
  • Körperpflege + Erste Hilfe: 139 g

Basisgewicht komplett: 6.566 g bzw. 6,5 Kilogramm

Proviant + Verbrauchsgüter

Proviant und Verbrauchsgüter zählen nicht zum Basisgewicht.

Wenn ich mit Zelt und Campingausrüstung unterwegs bin, benutze ich meistens Ventilgaskartuschen*. Eine 220g-Kartusche wiegt voll etwa 360 Gramm (Gas + Eigengewicht der Kartusche). Dazu rechne ich rund 650 Gramm pro Tag für Essen (getrocknete Trekking-Nahrung, Müsli/Porridge, Müsliriegel, Nüsse + Schokolade für tagsüber).

Da ich einen Wasserfilter habe, trage ich in der Regel maximal 1 Liter Wasser (1000 g). Wasser wiegt sehr viel. Deshalb vermeide ich es, größere Menge rumzuschleppen, wenn es irgendwie geht. In besonders trockenen Regionen ist es aber häufig unvermeidlich.

Auf fünf Tage hochgerechnet, sieht das Gewicht des Proviants ungefähr so aus:

5 Tage Essen + Gaskartusche + 1 Liter Wasser = 4.610 Gramm bzw. 4,61 Kilogramm  

Zu den Verbrauchsgütern zählen Sachen wie Zahnpasta, Sonnencreme, Insektenspray, Seife, Kontaktlinsenflüssigkeit, ein kleines Erste-Hilfe-Set etc. Was man da mitnimmt, ist bei jedem individuell. Bei mir komme ich ungefähr auf 400 Gramm. Wenn es geht, fülle ich die Flüssigkeit vorher in kleine Plastikfläschchen, z.B. die hervorragende Flüssigseife von Dr. Bronner*, und nehme nur so viel mit, wie ich wirklich brauche.

Gesamtgewicht des Rucksacks

Schauen wir jetzt mal, wie viel der Rucksack am Ende wiegt, wenn wir wirklich alles zusammenrechnen. Dazu zählt neben dem Basisgewicht der Ausrüstung auch der Proviant und die Verbrauchsgüter:

  • Basisgewicht: 6.566 Gramm
  • Kompletter Proviant für 5 Tage: 4.610 Gramm
  • Verbrauchsgüter: 400 Gramm

Basisgewicht + Kompletter Proviant + Verbrauchsgüter = 11.576 Gramm bzw. 11,5 Kilogramm

Die 11,5 Kilogramm kommen allerdings nur zu Stande, wenn ich alles auf der Liste mitnehmen würde – was so gut wie nie passiert. Ich plane für ganz konkrete Situationen und Gegebenheiten (siehe Abschnitt Szenario-Planung). Daher muss ich nicht alles mitnehmen. Bei einer Hüttentour in den Alpen oder einer Mehrtageswanderung mit Übernachtung in festen Unterkünften würde ich viel weniger mitnehmen und etwa 5 Kilogramm einsparen.

Beim normalen Zelttrekking mit Proviant für bis zu einer Woche komme ich in der Regel aber auf rund 12-13 Kilogramm. Meistens habe ich zusätzlich zur obigen Ausrüstung noch eine Wanderkarte dabei (ca. 100 g), häufig auch einen Wanderführer (ca. 250 g), ein Notizbuch (ca. 220 g) mit Kuli (7 g) und eine minimalistische Fotoausrüstung.

👉 Bonus-Tipp: Um die Trekking-Stöcke (entweder einen oder beide) wickele ich jeweils einen Streifen Panzer-Tape*. Das wiegt nur ein paar Gramm mehr, aber im Notfall kann ich damit gebrochene Zeltstangen, Löcher in der Kleidung oder abgelöste Schuhsohlen reparieren.

Preiswerte Alternativen für wenig Geld

Outdoor-Ausrüstung kann ziemlich ins Geld gehen. Wenn man alle Produkte auf dieser Liste kaufen würde, ergäbe das die stolze Summe von rund 5.000 Euro. Mich hat es selbst etwas überascht, als ich das mal zusammengezählt habe. Aber natürlich ist es eine Milchmädchenrechnung.

  • 1️⃣ Du brauchst nicht alles auf dieser Packliste: Einige Sachen hast vielleicht schon, andere sind für deine Zwecke eventuell überflüssig (z.B. Navigationsgerät).
  • 2️⃣ Ausrüstung wächst mit der Zeit: Ich habe mir die Sachen nicht auf einen Schlag geholt, sondern im Verlauf von rund 10 Jahren. Häufig schaue ich nach Deals, nutze Rabatt-Aktionen, z.B. den allseits beliebten Amazon Black Friday oder lasse mich zu Weihnachten beschenken.
  • 3️⃣ Vieles ist eine einmalige Investition und ich habe die Sachen seitdem hunderte Male benutzt. Auf Dauer rechnet sich das, ein einzelner Luxus-Urlaub ist viel teurer.

Günstig heißt nicht automatisch schlecht

Am Anfang kann es dennoch sinnvoll sein, auf preiswertes Equipment zu setzen. Die gute Nachricht: Du kannst inzwischen auch für vergleichsweise wenig Geld solide Ausrüstung kaufen. Es wiegt in der Regel ein bisschen mehr und ist vielleicht nicht ganz so bequem. Wenn du gerade erst startest und nicht hunderte von Euro ausgeben willst, ist das meist aber völlig ausreichend.

Ausrüstung und Bekleidung

Eine gute Option für Bekleidung und allgemeine Ausrüstung ist der beliebte Outdoor-Händler Decathlon*. Früher hatte Decathlon nicht den besten Ruf, nach dem Motto „Das ist doch der Outdoor-Aldi für die Sonntags-Wanderer“. Aber ich habe mir im Lauf der Jahre etliche Sachen geholt, die ich seitdem regelmäßig benutze und die nicht wirklich schlechter sind.

Konkret kann ich die folgenden vier Produkte von Decathlon empfehlen:

Fleece-Jacke

Das Fleece hatte ich mir für einen Trip nach Kap Verde geholt, weil es da in Bergen abends schon mal frisch wird, aber eine Polartec-Jacke overkill wäre. Seitdem habe ich es sehr oft und gerne benutzt. Das Ding ist absolut basic, aber warm, bequem und schön leicht. Wirklich ein solides Produkt, wo es nichts zu meckern gibt.

Isolationsjacke

Wattierte Jacke MT100
Wattierte Jacke MT100*
von FORCLAZ
  • Gewicht: 370 g
  • Wasserabweisendes Obermaterial schützt gegen leichten Regen
  • Geeignet für Temperaturen bis 0° C
  • Preiswerte und strapazierfähige Isolationsjacke für kühlere Temperaturen

Ich habe mir diese Kapuzenjacke aus 100 % recyceltem Polyester auf Teneriffa gekauft, weil ich irgendetwas zum Wandern für kühlere Temperaturen brauchte und meine UL-Dauenjacke dafür zu filigran ist. Hält meiner Erfahrung nach bis ca. 0 °C Grad warm, die -5° C Angabe ist etwas unrealistisch. Für Wanderungen im Frühjahr und Herbst aber ein Superding.

T-Shirt

Merinoshirt Travel 500
Merinoshirt Travel 500*
von FORCLAZ
  • Gewicht: 148 g
  • Robustes Mischgewebe aus 70% Merinowolle und Synthetikmaterial
  • Schnelltrocknend und atmungsaktiv
  • Geruchshemmend

Das T-Shirt von Decathlon ist vielleicht nicht ganz so superangenehm auf der Haut wie die Sachen von Icebreaker. Aber dafür kostet es auch nur ein Drittel. Wenn du auf das bisschen Luxus verzichten kannst (und es ist wirklich kein Riesenunterschied), bekommst du hier ein solides, funktionales Merino-Shirt, das macht, was es soll.

Thermo-Unterwäsche

Merino Tights MT500
Merino Tights MT500*
von FORCLAZ
  • Gewicht: 191 g
  • Gutes Tragegefühl dank 86 % Merinowolle
  • 4 % Elasthananteil für Komfort und Bewegungsfreiheit
  • Geruchshemmend

Hier gilt im Prinzip das gleiche wie beim Shirt. Das Tragegefühl ist vielleicht nicht ganz so edel, aber von der Funktion passt es. Ich trage inzwischen doch lieber die oben erwähnte Unterwäsche von Ortovox, weil sie bequemer ist. Aber das hat auch seinen Preis. Wenn du für den Start nicht ganz so viel ausgeben willst, machst du mit der langen Unterhose von Decathlon nichts falsch.

Zelte

Preiswerte Zelte bekommst du z.B. von den China-Marken Naturehike und 3F UL Gear. Diese Zelte haben inzwischen einen guten Ruf in der Community und sind auch außerhalb von Westeuropa sehr beliebt. In Indien gilt Naturehike z.B. als Premium-Marke. Auch das Lanshan von 3F UL Gear ist dort extrem populär und quasi das Highend-Zelt für Himalaya-Treks.

3F UL Gear Lanshan 2
3F UL Gear Lanshan 2*
von RDY
  • leichtes 2-Personen-Zelt
  • robuste Verarbeitung, 15D-Nylon-Ripstop
  • Wassersäule: 5000 mm
  • geeignet für 3 Jahreszeiten
  • Gewicht: 1.079g

👉 Lesetipp: 20 empfehlenswerte Ultraleicht-Zelte im großen Vergleich.

Wie du richtig packst: Szenario-Planung

Wie eingangs erwähnt: Es gibt nicht die eine „ultimative“ oder einzig wahre Packliste. Jeder Trek hat ein anderes Szenario mit anderen Anforderungen. Eine konkrete Packliste ohne geografischen und klimatischen Kontext ist relativ sinnfrei, da sie entweder lebensgefährlich ist (zu wenig Schutz) oder unnötig belastet (zu viel überflüssiges Zeug).

Die obige Packliste von mir ist daher auch keine fixe Inventarliste. Deine eigene ganz persönliche Packliste kann ganz anders aussehen und auch ich passe meine Packliste an die Gegebenheiten an. Eine Packliste ist immer dynamisch und ergibt sich aus der Antwort auf diese drei Fragen:

  • 📅 Wann? (Saisonale Bedingungen)
  • 🧭 Wo? (Geografische Besonderheiten)
  • 👤 Wer? (Individuelle Fähigkeiten und Bedürfnisse)

Beispiel: Wenn du weißt, dass du in einer trockenen regenarmen Gegend im Sommer unterwegs bist, kannst du auf ein geschlossenes Zelt verzichten und nur ein Tarp mitnehmen – das spart Gewicht, ohne dass du an Sicherheit verlierst. Andererseits musst du aber mehr Wasser mitnehmen und brauchst eventuell zusätzliche Behälter.

Trekker mit schwerem Rucksack in den Anden.
Cordillera Vilcamaba, Peru. Durch die fehlende Infrastruktur musste ich hier einen größeren Rucksack und viel mehr Proviant mitnehmen.

Eine gute Packliste ist letztlich das Ergebnis guter Tourenplanung. Du informierst dich vorher über die Gegebenheiten und passt die Packliste an das zu erwartende Szenario an. Dank Internet ist das heute viel einfacher als früher. Es gibt eine Fülle von Informationen oder Möglichkeiten sich mit anderen auszutauschen.

Der große Vorteil dieser Methode: Sie hilft dir dabei, den Rucksack nicht mit „Was wäre wenn“-Gegenständen zu überladen. Anstatt für jede theoretisch mögliche Katastrophe einen eigenen Gegenstand einzupacken, planst du basierend auf wahrscheinlichen Szenarien.

Beispiel: Schlafsystem

Schlechte Planung

„Es könnte frieren, also nehme ich den schweren Winterschlafsack mit.“ → Packen aus Angst statt aus Erfahrung.

Realistische Planung

„Die Statistik sagt Tiefstwerte von 5 °C voraus. Ich nehme einen leichten 5-°C-Schlafsack mit. Falls es doch eine Rekordnacht mit −2 °C gibt (Extremszenario), ziehe ich zusätzlich meine Daunenjacke im Schlafsack an.“

Natürlich gehört immer auch persönliche Erfahrung dazu. Das lässt sich nicht ersetzen oder gänzlich wegplanen. Dennoch gilt: Eine solide Tourenplanung ist viel wichtiger als die neueste oder teuersten Ausrüstung mitzunehmen. Der allerwichtigste Gegenstand auf der Packliste ist dein Verstand.

Wanderer in einsamer Gebirgslandschaft vor Pass.

So baust du deine eigene Trekking-Packliste

Bis du eine vollständige Packliste zusammen hast, die genau zu deinen Anforderungen passt, wird ein wenig Zeit vergehen. Das war bei mir nicht anders und gehört dazu – ebenso die unvermeidlichen Fehlkäufe, z.B. wenn man sich mal wieder von den neuesten Gear-Videos auf YouTube und Co. hinreißen lässt.

Deshalb hier 3 Tipps, die dir dabei helfen eine Packliste zusammenzustellen ohne tausende von Euro auszugeben:

🔍 1: Mache eine Bestandsaufnahme

Bevor du für irgendetwas Geld ausgibst, schau dir deine komplette Ausrüstung und mache eine ehrliche Bestandsaufnahme:

  • Wo stehst du gerade? Bist du bereits gut ausgestattet, kompletter Neuling oder irgendwo dazwischen?
  • Was brauchst du wirklich – was kann noch warten?
  • Und ganz realistisch: Wie viel willst (und kannst) du ausgeben?

🥾 2. Der Weg ist wichtiger als das Ziel

Wenn du gerade erst anfängst, gib nicht unnötig viel Geld aus, indem du auf einen Schlag irgendwelche Best-of-Listen komplett nachkaufst. Am wichtigsten sind erstmal die Basics: Zelt, Schlafsystem und Rucksack. Wenn das steht, kannst du dein Setup nach und nach verfeinern – mit der Zeit findest du von selbst heraus, was für dich funktioniert und was nicht.

⚠️ 3: Vermeide Perfektionismus

Wenn du merkst, dass du dich zunehmend in Details verlierst und versuchst, die Packliste immer weiter zu perfektionieren – Pause einlegen. Bei Ausrüstung kann man sich extrem schnell verzetteln und meistens ist es das nicht wert. Konzentriere dich erstmal auf die großen, wichtigen Dinge. Alles andere muss nicht perfekt sein – gut genug reicht in der Regel völlig aus.

Wanderer sitzt vor Zelt in Bergen und sieht Sonnenuntergang.

Mein wichtigster Tipp an dich

So…das war jetzt eine ganze Menge Input. Falls du noch nicht genug hast, findest du weitere Tipps in meinen Artikel über Ultraleicht-Trekking für Einsteiger. Außerdem gibt es hier eine Übersicht der besten Online-Shops für leichte Trekking-Ausrüstung. Jetzt aber genug gepackt! Ich hoffe, dass ich dir mit dieser Packliste einige nützliche Anregungen geben konnte.

Ach so… wie oben angekündigt eine Sache noch – mein wichtigster Tipp an dich. Vergiss bei dem ganzen Packen, Vergleichen und Abwiegen niemals eine Sache:

Ausrüstung ist immer nur ein Mittel zum Zweck. Am Ende geht es um das Draußensein: Die unvergesslichen Momente in der Natur und die Erlebnisse, die du beim Trekking hast – nicht darum die neuesten Klamotten und das leichteste Gear zu besitzen.

Wanderer mit Trekkingstock überquert Pass und schaut in die Kamera.

Worauf es wirklich ankommt

Viele Leute geraten in Versuchung, ihre Ausrüstung immer weiter zu optimieren. Das kann schnell ausarten, ich hatte selbst so eine Phase. Und die Outdoor-Industrie macht es einem auch sehr leicht. Ständig kommen neue Sachen raus. Im Prinzip kannst du immer wieder kaufen, kaufen, kaufen und wirst trotzdem nie das Gefühl los: Da gibt es schon wieder was Besseres. Das ist natürlich gewollt – that’s capitalism, baby!

In unserer modernen Outdoor-Kultur besteht eine ungesunde Gear-Fixierung – so als ob man möglichst viele Dinge besitzen muss, um rauszugehen. Klar – natürlich braucht es einen Grundstock. Aber ab einem gewissen Punkt, wird die Beschäftigung mit Ausrüstung häufig zum Selbstzweck. Am Ende spielen wir doch wieder nur mit unserer Technik, bloß in einer anderen Umgebung.

Im Himalaya habe ich Trekker kennengelernt, die mit Billig-Tarps und einfachen Schaumstoffmatten auf dem 5.000 Meter hohen Miyar-Gletscher übernachten. Das heißt nicht, dass das jeder so machen muss. Aber es hat mir gezeigt, dass man auch mit sehr wenig sehr viel machen kann. Ob du einen Trek erfolgreich beendest – das hängt in erster Linie nicht von der Ausrüstung ab, sondern vom Mindset, der Erfahrung – und davon, ob du wirklich Lust drauf hast.

In diesem Sinne wünsche ich viele schöne Erlebnisse und viel Spaß bei deinen zukünftigen Unternehmungen:)

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In diesem Artikel:

Outdoor-Ausrüstung, Bekleidung und Co. kann ziemlich ins Geld gehen – vor allem, wenn man noch nicht so viel besitzt und gerade anfängt, sich einen Grundstock für zukünftige Wanderungen, Trekkings und andere Ausflüge in die Natur zuzulegen. Ich kann selbst ein Lied davon singen und habe im Laufe der Jahre wahrscheinlich tausende von Euro für alles Mögliche ausgegeben.

Die gute Nachricht: Es gibt eigentlich ständig irgendwo irgendwelche Deals, bei denen man teilweise wirklich ordentlich Geld sparen kann. Man muss sie nur finden – und das ist gar nicht so einfach. Um euch ein bisschen dabei zu helfen, stelle ich in diesem Artikel einmal monatlich eine Auswahl von interessanten Outdoor-Deals und Schnäppchen vor.

Dazu durchforste ich die Shops, in denen ich auch selbst hin und wieder etwas bestelle und gucke mir die Angebote an. Wenn mir etwas gefällt oder ich glaube, dass das für euch interessant ist, landet es hier in dieser Liste. Natürlich ist die Auswahl subjektiv, aber dafür ist es eine handverlesene Liste. Ich gucke also nicht nur auf den Preis, sondern auch darauf, ob das jeweilige Produkt (meiner Meinung nach) etwas taugt.

📍 Hinweis: Die Preise in den Online-Shops können sich jederzeit ändern. Ich habe alle Artikel zum Zeitpunkt der Veröffentlichung geprüft. Eventuell ist es später aber teurer. Wenn ihr etwas seht, das ihr unbedingt wollt, wartet lieber nicht zu lange. Um direkt von den Deals zu erfahren, wenn ich sie veröffentliche – meldet euch hier zum Newsletter an.

Outdoor-Deals: Bekleidung

Diesen Monat gibt es einen exzellenten Deal für die leichte und warme Fleecejacke Mountain Equipment Micro Zip*, die mich letztes Jahr bei sämtlichen Himalaya-Trips begleitet hat. Außerdem weitere Jacken und Fleecepullis für die kalte Jahreszeit.

Mountain Equipment - Micro Zip Jacket - Fleecejacke Gr M schwarz
Mountain Equipment - Micro Zip Jacket - Fleecejacke Gr M schwarz*
von Mountain Equipment
  • Gewicht: 310 g
  • Fleecejacke aus Polartex Classic 100M
  • Schnell trocknend und widerstandsfähig
  • 2 Seitentaschen
  • mit Kinnschutz und Kapuze
Unverb. Preisempf.: € 99,95 Du sparst: € 28,00 (-28%)  Preis: € 71,95 Preis prüfen*
Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 09:00 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.
Daunenjacke mit Kapuze Columbia Lake 22 II
Unverb. Preisempf.: € 150,00 Du sparst: € 66,01 (-44%)  Preis: € 83,99 Preis prüfen*
Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 06:46 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.
Columbia Fast Trek II Fleecejacke
Unverb. Preisempf.: € 60,00 Du sparst: € 19,31 (-32%)  Preis: € 40,69 Preis prüfen*
Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 16:30 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.
Wanderjacke Herren NH500 bis -10 °C wasserdicht
Unverb. Preisempf.: € 49,99 Du sparst: € 10,00 (-20%)  Preis: € 39,99 Preis prüfen*
Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 09:00 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.
Wanderjacke Damen NH500 -10 °C wasserdicht
Unverb. Preisempf.: € 49,99 Du sparst: € 10,00 (-20%)  Preis: € 39,99 Preis prüfen*
Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 09:00 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

Outdoor-Deals: Schuhe

Freunde von klassischen Wanderstiefeln aufgepasst: Den extrem beliebten Lowa Renegade Evo GTX Mid* bekommt ihr diesen Monat für über 50 Euro preiswerter.

Lowa Renegade Evo GTX Mid Wanderstiefel
Lowa Renegade Evo GTX Mid Wanderstiefel*
von LOWA
  • Bequemer, moderner Wanderschuh mit Gore-Tex-Membran
  • Wasserdicht und Winddicht
  • Vibram-Sohle sorgt für guten Grip
  • geeignet für: Wandern, Trekking
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Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 09:15 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

Outdoor-Deals: Technik

Eine der beliebtesten GPS-Laufuhren: Die Garmin Forerunner 55* gibt’s derzeit zum Top-Preis bei Amazon:

Garmin Forerunner 55 GPS-Laufuhr
Garmin Forerunner 55 GPS-Laufuhr*
von Garmin
  • Laufuhr mit GPS-Aufzeichnung
  • 1,04 Zoll OLED-Display
  • Gewicht: 37 g
  • Bluetooth und WLAN-Verbindung
Unverb. Preisempf.: € 199,99 Du sparst: € 70,00 (-35%)  Preis: € 129,99 Preis prüfen*
Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 09:30 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

Outdoor-Deals: Zelte

Ein gutes Schnäppchen für Camper: Das beliebte 1-Personenzelt von Nightcat* ist derzeit für 135 Euro erhältlich. Hier ist der Deal:

Nightcat Ultralight Tent
Nightcat Ultralight Tent*
von Buythem
  • Typ: Pyramidenzelt
  • Separates Innenzelt: ja
  • Gewicht: 950 g
  • Personen: 1
  • Material: 15D-SilNylon (Außenzelt) 20D-SilNylon (Boden)
  • Wassersäule in mm: 5.000 (Außenzelt und Boden)
Unverb. Preisempf.: € 149,99 Du sparst: € 14,00 (-9%)  Preis: € 135,99 Preis prüfen*
Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 06:45 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

Outdoor-Deals: Rucksäcke

Und noch ein exzellenter Deal: Den allseits beliebten Trekkingrucksack deuter Aircontact Lite 40 + 10* bekommt ihr derzeit zum absoluten Schnäppchenpreis:

deuter Aircontact Lite 40 + 10 leichter Trekkingrucksack
deuter Aircontact Lite 40 + 10 leichter Trekkingrucksack*
von deuter
  • Leichter Trekking-Rucksack mit hohem Tragekomfort
  • Ausgelegt für mittlere Lasten
  • Verstellbare Rückenlänge
  • Separates Bodenfach mit herausnehmbarem Zwischenboden
Unverb. Preisempf.: € 200,00 Du sparst: € 60,01 (-30%)  Preis: € 139,99 Preis prüfen*
Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 10:30 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

Outdoor-Deals: Schlafsäcke + Isomatten

Wenn ihr noch einen Schlafsack für die nächste Saison braucht – der leichte Kunstfaserschlafsack VAUDE Sioux 800 II* ist derzeit zu einem wirklich fairen Preis erhältlich:

VAUDE Sioux 800 II 3-Jahreszeiten Schlafsack
VAUDE Sioux 800 II 3-Jahreszeiten Schlafsack*
von VAUDE
  • Leichter Kunstfaserschlafsack
  • Gewicht: 1000 g
  • Komfort-Temperatur 2°C
  • Mit Wärmekragen & Kapuzenkordelzug
Unverb. Preisempf.: € 120,00 Du sparst: € 41,23 (-34%)  Preis: € 78,77 Preis prüfen*
Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 10:30 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

Outdoor-Deals: Ausrüstung

Ein beliebter Klassiker: Die Wanderstöcke Leki Makalu*, hier in der extra-gedämpften AS-Version und zu einem Top-Preis:

Leki Makalu AS Wanderstöcke
Leki Makalu AS Wanderstöcke*
von Leki
  • Stabiler Wander- und Trekkingstock
  • Höhenverstellbar 110 - 145 cm
  • Mit zusätzlicher Dämpfung
  • 2 SpeedLock-Verschlüsse für sicheren Halt.
Unverb. Preisempf.: € 114,18 Du sparst: € 30,18 (-26%)  Preis: € 84,00 Preis prüfen*
Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 10:30 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

Und das waren die Deals und Angebote in diesem Monat. Vielleicht ist ja die eine oder andere Sache für euch dabei. Die nächsten Angebote kommen dann im März 2026. Wenn ihr ein paar Tipps möchtet, was man überhaupt bei Touren mitnehmen sollte, schaut euch hier mal meine Trekking-Packliste für Mehrtageswanderungen an.

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Mardi Himal Trek: Der komplette Guide + Erfahrungsbericht https://der-eskapist.de/nepal/mardi-himal-trek-ein-geheimtipp-in-der-annapurna-region/ https://der-eskapist.de/nepal/mardi-himal-trek-ein-geheimtipp-in-der-annapurna-region/#respond Sun, 01 Feb 2026 19:17:24 +0000 https://der-eskapist.de/?p=12871 In diesem Artikel: Vor 10 Jahren kannten nur ein paar Eingeweihte den Mardi Himal Trek. Heute zählt er zu den beliebtesten Touren in der südlichen Annapurna-Region. Was ist da passiert? Nun, ganz einfach: Dieser Trek ist so gut, dass sich das früher oder später herumsprechen musste. Die Wege sind technisch einfach, die Landschaften extrem vielseitig […]

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In diesem Artikel:

Vor 10 Jahren kannten nur ein paar Eingeweihte den Mardi Himal Trek. Heute zählt er zu den beliebtesten Touren in der südlichen Annapurna-Region. Was ist da passiert? Nun, ganz einfach: Dieser Trek ist so gut, dass sich das früher oder später herumsprechen musste. Die Wege sind technisch einfach, die Landschaften extrem vielseitig und die Bergaussichten gigantisch: Es gibt kaum einen Trek auf dem man mit so wenig Aufwand solche Himalaya-Panoramen geschenkt bekommt.

Kein Wunder also, dass der Mardi Himal Trek sich schnell zu einem Klassiker entwickelt hat. Meine persönliche Beziehung zu dieser Wanderung ist allerdings etwas komplizierter. Ich bin die Tour bereits 2022 während meines ersten Nepal-Trips gegangen – direkt im Anschluss an den Annapurna Circuit und damals zu einer eher ungünstigen Reisezeit. Ende April war die Sicht miserabel, von den legendären Panoramen bekam ich kaum etwas mit. Entsprechend fiel mein Fazit damals etwas ernüchtert aus.

Zum zweiten Mal auf dem Mardi Himal Trek

Ganz losgelassen hat mich der Mardi Himal Trek trotzdem nie. Im Herbst 2025 war ich dann erneut in Pokhara und hatte ein paar Tage Zeit. Also habe ich mich spontan entschlossen, dem Mardi Himal eine zweite Chance zu geben. Vielleicht würde es dieses Mal besser laufen.

Kurzfassung: Es hat sich gelohnt. Und wie.

Diesmal konnte ich genau das erleben, wofür der Mardi Himal Trek bekannt ist: aussichtsreiche Höhenwege, abwechslungsreiche Berglandschaften und fünf Tage lang absolut geniale Blicke auf die verschneiten Gipfel der Annapurna-Region. Als Bonus konnte ich die Tour sogar noch über einen spannenden Schleichweg abseits der Hauptroute zu einer kleinen Rundwanderung erweitern.

TL;DR: Wenn du nur ein paar Tage Zeit hast und in die Bergwelt des Himalaya eintauchen willst, ist der Mardi Himal Trek eine der besten Optionen in Nepal.

Schauen wir uns die Tour also jetzt einmal genauer an!


Auf einen Blick:

  • 🌄 Anfängerfreundliches Lodge-Trekking mit einigen der besten Panorama-Aussichten der Annapurna-Region
  • 🧭 Länge: ca. 50 km
  • ⛰️ Höhenmeter: + 4.320, – 4.810 hm
  • 🥾 Dauer: 4-5 Tage
  • ⚠️ Schwierigkeit: leicht – mittel
  • 🔥 Abenteuerfaktor: mittel
  • 🏠 Übernachtung und Verpflegung in Gasthäusern am Weg
  • 📍 Kein Guide erforderlich
Mardi Himal Trek Wanderer blick auf die Annapurna Berge

Das erwartet dich auf dem Mardi Himal Trek

Dichte Bergwälder, tolle Aussichtspunkte über die grünen Hügel des Bergvorlands und nur zwei Tage später ein unvergessliches 360°-Panorama mit den schneebedeckten Gipfeln des Annapurna-Hauptkamms: Das ist der Mardi Himal Trek – eine Wanderung, auf der du das Maximum an Landschaft bei minimalem Zeitaufwand bekommst.

Ein weiteres Plus: Die Anfahrt von Pokhara ist sehr kurz, keine holprige 8-Stunden-Busfahrt wie nach Langtang und Co. Die Wege sind überwiegend einfache breite Trekkingpfade, die regelmäßig in Stand gehalten werden. Übernachtet wird in kleinen Lodge-Siedlungen, meist in aussichtsreicher Lage mit tollen Blicken auf die Berge. Kulturell hat der Trek nicht so viel zu bieten, dennoch ist er relativ stark besucht. Allerdings sind es nicht ganz so viele Touristen wie auf dem benachbarten Annapurna Basecamp Trek.

Ein einsamer Geheimtipp?

Wenn wir gerade von Touristen sprechen: Im Internet finden sich viele kommerzielle Anbieter, die den Mardi Himal Trek als „Geheimtipp“ oder „neu entdeckte Route“ bezeichnen. Das ist etwas irreführend. Die Route des Mardi Himal Trek wurde in den frühen 2.000er-Jahren von der Trekking-Organisation TAAN erkundet, die ersten Lodges entstanden um 2012. Vorher war der Trek ein reiner Camping-Trek und nur mit Zeltausrüstung möglich.

Inzwischen ist der Mardi Himal Trek ein typischer Nepali-Teahouse-Trek. Bei meinem ersten Besuch 2022 wurde an etlichen Stellen noch kräftig gebaut. Das ist inzwischen weitgehend abgeschlossen. Spätestens alle paar Kilometer kommst du an einer kleinen Siedlung mit Unterkünften vorbei. Diese Unterkünfte sind auch dringend nötig, denn der Trek ist in den letzten Jahren viel beliebter geworden, vor allem bei indischen und nepalesischen Touristen.

Wanderführer und topographische Karte

Meine Empfehlung: Himalayan Travel Guides – Trekking the Annapurna Circuit

Der exzellente Wanderführer „Trekking the Annapurna Circuit*“ ist das beste derzeit erhältliche Buch zur Annapurna-Region und meine absolute Top-Empfehlung für Individualisten.

In dem Führer werden neben dem Mardi Himal Trek zahlreiche weitere Touren beschrieben, z.B. ABC-Trek, Poon-Hill-Runde und Khopra-Danda-Trek. Außerdem werden die vielen Nebenrouten und Schleichwege vorgestellt, sodass du dir perfekt eigene Routen zusammenbasteln kannst.

Zusammen mit einer guten Wanderkarte* hast du mit diesem Buch den Schlüssel zur Annapurna-Region!

Wenn du noch gerne klassische Papierkarten nutzt: Empfehlenswert ist Mardi Himal Trek* von Nepa Maps im Maßstab 1:50.000. Diese Karte deckt das ganze Gebiet südlich des Mardi Himal ab, einschließlich Dörfer und Lodges. Der Maßstab ist ausreichend. Die Karte bekommst du natürlich auch in Kathmandu oder Pokhara. Zur Planung kann es trotzdem Sinn machen, sie sich vorher zu besorgen.

Ebenfalls empfehlenswert:

Route des Mardi Himal Trek

Der Mardi Himal Trek führt aus dem Hügelland der Provinz Gandaki auf den Bergkamm der genau zwischen den Tälern der Flüsse Modi Khola und Mardi Khola verläuft. Dieser Kamm mündet in den Südwestgrat des berühmten Mount Machapuchare (6.997 m) – mit seinem Doppelgipfel in Form eines Fischschwanz eines der bekanntesten Panoramen des Zentral-Himalaya. Die Trekkingroute endet aber bereits am Mardi Himal (5.535 m), einem eher unscheinbaren Berg in direkter Nachbarschaft des Machapuchare.

Mardi Himal Trek Karte der Route

Die beliebteste Route auf den Mardi-Himal-Grat startet in dem Örtchen Kande, etwa 25 km entfernt von Pokhara am National Highway 3. Von hier aus geht es durch die bewaldeten Vorberge der Annapurna Conservation Area durch eine Reihe von Lodge-Siedlungen bis die Baumgrenze auf 3.000 Metern erreicht wird. Höchster und letzter Übernachtungsort des Treks ist das Mardi Himal High Camp auf rund 3.500 Metern.

Vom High Camp ist ein Tagesausflug zum Mardi Himal Basecamp Pflicht – der Weg zu diesem Aussichtspunkt bietet die besten Panoramen des Treks. Anschließend kehren viele auf dem gleichen Weg zurück und steigen dann nach Sidhing ab. Die von mir entworfene Wanderung folgt stattdessen einem alten Hirtenpfad, der durch herrlich einsame Bergwälder bis zu dem Weiler Lumre im Mardi-Tal führt. Hier besteht eine direkte Busverbindung nach Pokhara.

GPS-Track zum Herunterladen

Mardi Himal Trek GPS Track

Mardi Himal Trek: Etappen mit Start in Pokhara

Wenn du den Mardi Himal Trek von Pokhara aus machen möchtest, ist das hier eine mögliche Aufteilung der Etappen auf fünf Tage. Bei der Planung habe ich mich an der empfohlenen Aufstiegshöhe pro Tag orientiert (wichtig wegen der Akklimatisierung). Daher sind die Distanzen am zweiten und dritten Tag recht kurz. Du kannst die Etappen auch ohne vorige Akklimatisierung genau so nachwandern.

🥾 Etappe🧭 Route📏 Länge⛰️ Höhenmeter
01Kande – Besal Baarica. 25 km Jeep/Bus, 12 km zu Fuß +1070, – 290 hm
02Besal Baari – Low Camp5,2 km+ 630, – 150 hm
03Low Camp – Mardi Himal High Camp4,2 km+ 555, – 20 hm
04Mardi Himal High Camp – Mardi Himal Basecamp11 km+ 760, – 760 hm
05Mardi Himal High Camp – Lumre15,5 km+ 370, – 2.740 hm

Hinweis: Auf dem Rückweg kannst du auch vom High Camp auf dem gleichen Weg zurück zum Low Camp wandern und dort nach Sidhing absteigen. Ich habe die Abzweigung im GPS-Track markiert und stelle im Download-Paket einen zusätzlichen Track dafür bereit. Diese Option bietet sich an, wenn der Abstieg nach Lumre wegen schlechtem Wetter (Schnee, Regen) nicht sicher begehbar ist.

Bei schönem Wetter würde ich die von mir beschriebene Variante aber jederzeit bevorzugen. Der Weg bietet gerade am Anfang tolle Aussichten auf die östlichen Annapurnas, Lamjung Himal und das Mardi-Tal und du vermeidest damit, den schon bekannten Teil der Strecke zweimal zu laufen. In Lumre hast du zudem eine direkte Busverbindung nach Pokhara. In Sidhing fahren hingegen nur Jeeps.

Wanderer auf dem Weg zu einer Lodge auf dem aArdi Himal Trek

Erfahrungsbericht Mardi Himal Trek

Im Folgenden mein Reisebericht zum Mardi Himal Trek basierend auf den Tagebucheinträgen und Fotos von unterwegs. Weiter unten findest du dann alle wichtigen Tipps mit denen du deinen eigenen Trek sauber planen kannst.

Tag 1: Kande – Besal Baari

12. November, 8:30 Uhr. Das Taxi aus Pokhara hat mich in einer guten halben Stunde bis nach Kande gefahren. Am frühen Morgen hängt noch eine dichte Wolkenschicht über den grünen Hügeln, aber der Himmel wird bald aufklaren, das haben mich die letzten Wochen gelehrt. Der erste Aufstieg erfolgt direkt über einen steilen Treppenweg – typisch Nepal. Jede Steigung wird direkt mit großen Treppen aus Stein überwunden und das wird die nächsten Tage auch so bleiben. Ein Glück, dass ich mit leichtem Gepäck unterwegs bin, mein Rucksack wiegt kaum mehr als 5 Kilo.

Wanderer macht Pause und blick auf die Berge
Erste Pause auf dem Weg zum Australian Camp.

Im Australian Camp gönne ich mir auf der Wiese des Hotel Gurans erstmal ein Frühstück, genieße die klare Morgenluft und den ersten von vielen tollen Panoramablicken. Die kleine Lodge-Siedlung liegt auf der Kuppe eines Hügels und müsste eigentlich „Austrian Camp“ heißen. Die ersten Besucher waren österreichische Wanderer und Bergsteiger, die hier in den Anfangstagen des Trekking-Tourismus übernachteten, damals noch im Zelt. Aber das ist lange her und für die Nepali hat sich „Austrian“ und „Australian“ wohl irgendwie gleich angehört…


Durch einen saftig grünen Rhododendron-Wald folge ich dem gut ausgeschilderten Steinweg nach Pothana, ein weiteres schmuckes Dörfchen, zumindest wenn man den Begriff etwas weiter auslegt – es besteht zu 100% aus Restaurant und Lodges für Touristen. Aber diese Aussichten… Vom nahegelegenen Viewtower lasse ich erneut den Blick über die Hügel und Täler schweifen. Die Wolken haben sich verzogen, unter einem strahlend blauen Himmel breitet sich vor mir die Annapurna-Kette in ihrer vollen Pracht aus – herrlich.

Hinter Pothana lasse ich mein Permit am Checkpoint kontrollieren. Der ACAP-Mitarbeiter ist routiniert, schaut nur kurz auf mein Smartphone. Keine Zettelwirtschaft mehr wie noch vor ein paar Jahren, heute gibt’s ein digitales Permit. Ich passiere einige weitere Lodges, eine schöner als die andere. Auch hier hat der Fortschritt Einzug gehalten. Beim letzten Mal waren das noch einfache Bretterbuden, inzwischen machen die wirklich was her.



In Pitham Deurali – hier zweigt ein Weg nach Landruk im Tal des Modi Khola ab – gönne ich mir eine weitere Teepause. Es geht nicht anders, bei diesen Panoramen kann man nicht einfach weitergehen. Machapuchare, Annapurna South, Hiunchuli: Es scheint, als müsste ich nur eine Hand ausstrecken um die Eisriesen zu berühren. Tatsächlich sind diese Gipfel fast 5.000 Meter über mir – und das obwohl sie nicht mal 20 Kilometer Luftlinie entfernt liegen. Es ist wirklich unglaublich, wie schnell die Berge aus dem Hügelland aufsteigen.

Mardi Himal Trek Lodge mit Blick auf den Himalaya.
Toller Blick auf Annapurna South in Pitham Deurali.

Später trennt sich der Weg. Ich nehme die rechte Abzweigung mache einen Abstecher zum Shree Masaikon Barah. Der Aufstieg ist etwas steiler, da die Höhenmeter in einem Rutsch genommen werden. Dafür erwartet mich oben ein hübsches kleines Tempelchen im Wald, auf der anderen Seite des Tals Ghandruk, das größte und reichste Dorf der Region. Was für ein Tiefblick. Von hier oben, 1.000 Meter höher, sehen die Gebäude wie Spielzeughäuser aus…

Blick auf Ghandruk
Tiefblick nach Gandruk, das größte Dorf der Region.

Während ich durch die dichten Bergwälder wandere, ziehen Nebenschwaden zwischen den knorrigen Ästen hindurch, eine tolle Stimmung. Beim nächsten Teahouse an dem kleinen Tümpel „Paknikalde Pokhari“ lehne ich dankend die Einladung ab, meinen Reiseproviant mit einer Portion Gras zu erweitern. Das Zeug wächst hier an vielen Ecken einfach wild und wird auch gerne konsumiert, vor allem von den einheimischen Trekkern – quasi das Nepali-Gegenstück zum kühlen Bier der westlichen Touristen.

Lodge auf dem Mardi Himal Trek
Ich übernachte in dieser schönen Lodge in Besal Baari, die Aussichten sind besser als im Forest Camp und es ist auch viel ruhiger.

Eine gute Stunde später erreiche ich mein Tagesziel Besal Baari. Hier befindet sich ein einzelnes Guesthouse, das Hotel Demand mit einem umwerfend guten Blick auf den Machapuchare. Die meisten Leute gehen bis zum Forest Camp weiter, aber mir gefällt es hier besser. Zusammen mit Akira, einem rüstigen japanischen Rentner, der wie ich alleine wandert, schaue ich mir an, wie die untergehende Sonne die Bergspitzen in ein rötliches Licht taucht. Magisch – und ein wunderbarer erster Tag!

Wanderer Gruppenfoto
Auf dem Trail schließt man schnell Bekanntschaft mit anderen Wanderern.

Tag 2: Hotel Demand – Low Camp

Akira ist schon etwas früher auf den Beinen, ich starte erst gegen 10:00 Uhr, da der Tag ohnehin kurz wird. Auf einem schmalen Waldweg laufe ich zum Forest Camp, das ist eine der größeren Lodge-Siedlungen auf dem Trek. Hier wird es erstmals spürbar voller, da sich an diesem Punkt mehrere Wege treffen. Unter anderem aus dem Örtchen Kalimati im Mardi-Khola-Tal, ein anderer beliebter Startpunkt für Leute, die weniger Zeit haben.


Nach der obligatorischen Teepause geht’s weiter, ab hier beginnt der eigentliche Aufstieg auf den Grat, der mich morgen zum Mardi Himal High Camp führen soll. Wie immer heißt das: Treppen, Treppen und noch mehr Treppen. Zwischen den urtümlichen Stämmen der Rhododendron schlängelt sich der Pfad stetig aufwärts.

Rhododendron Wald auf dem Mardi Trek
Die Rhododendron-Wälder in der Annapurna Conservation Area sind wunderschön.

Mir fällt auf, wie gut das mit blauen Punkten markiert ist. Als ich das erste Mal hier war, musste man manchmal noch ein bisschen raten, wo es denn jetzt genau weitergeht. Inzwischen ist der Weg deutlich besser ausgebaut, die Steintreppen erkennbar neueren Datums. Das gilt auch für das kleine „Rest Camp“, das ich unterwegs passiere. 2022 waren die Lodges hier teilweise noch einfache Wellblechbehausungen. Jetzt haben sie sich in schicke kleine Berghütten verwandelt, komplett mit Terrasse und Aussichtsplattform.

Lodge im Rest Camp
Lodge im Rest Camp.

Natürlich nehme ich jede Gelegenheit zur Pause wahr und genieße ausgiebig die Aussichten. Was für ein Unterschied zum Frühjahr! Im April hatte ich wegen der hohen Luftfeuchtigkeit fast nichts von den Bergen gesehen. Jetzt im November ist der Himmel strahlend blau, die Luft glasklar und der Blick nahezu grenzenlos.

Ausblick auf Machapuchare vom Rest Camp
Blick zum Machapuchare, dem berühmtesten Gipfel der Annapurna-Region.

Trotz meiner Bummelei bin ich schon um 14:00 Uhr an meinem nächsten Etappenziel, dem Low Camp. Macht aber auch nichts. In Nepal läuft die Zeit in einem anderen Tempo und im Herbst vergehen die Nachmittage ohnehin schnell. Tee trinken, noch einen Tee trinken, lesen, die Aussicht genießen und ehe man es sich versieht ist dann meist auch schon Zeit zum Abendessen. Der Sonnenuntergang mit dem rotglühenden Gipfel des Machapuchare ist erneut fantastisch.


Tag 3: Low Camp – Mardi Himal High Camp

Der dritte Tag wird sogar noch kürzer, also lasse ich mir morgens wieder viel Zeit. Auf dem Programm steht – natürlich – mal wieder ein Anstieg, aber das ist bei jedem Trek in Nepal so. Man läuft entweder hoch oder runter, in der ersten Hälfte einer Tour meistens hoch. Die zweite Hälfte besteht dann in der Regel aus einem endlos langen Abstieg, auf dem man die gleiche Distanz der vorigen Etappen in einem einzigen Tag zurücklegt. Aber so weit bin ich noch nicht.

Blick zum Mardi Himal High Camp
Beim Aufstieg zum Mardi Himal High Camp.

Unterwegs gibt es selbstverständlich wieder ausreichend Lodge-Siedlungen, heute erwarten mich Mid Camp, Badal Danda und Lower High Camp, direkt unter dem eigentlichen Mardi High Camp. Ich muss ein bisschen schmunzeln. Die Nepali haben es schon ziemlich ausgereizt und wirklich jede erdenkliche freie Stelle mit einer Lodge zugepflastert. Wenn noch Platz wäre, gäbe es in ein paar Jahren bestimmt auch noch ein Upper Mid Camp oder ein zusätzliches Middle High Camp.

Blick über den Mardi Himal Trek mit Lodges
Blick zurück über die Lodges auf dem Bergkamm – an jeder freien Stelle sind Unterkünfte.

Auf etwa 3.000 Meter erreiche ich die Baumgrenze, die Rhododendronbäume werden immer kleiner. Kurz nach dem Mid Camp auf halber Strecke eröffnet sich dann ein wirklich gigantisches Panorama. Der Grat liegt jetzt in voller Länge vor mir, zu meiner Rechten ragt massiv die riesige Eiswand von Annapurna South auf, im Norden dominiert der Fischschwanz Machapuchare das Blickfeld. Die Luft ist so klar, dass ich die einzelnen Rippen auf dem schlanken Eisgrat zählen kann, der die beiden Gipfel miteinander verbindet.

Wanderer läuft auf dem Mardi Himal Trek.
Oberhalb der Baumgrenze sind die Aussichten auf die Berge fantastisch.

Bevor ich das High Camp auf 3.500 Metern erreiche darf ich mich nochmal auf einer steilen Treppe einen Hügel hochquälen, die Lodges weit über mir immer direkt vor Augen dann bin ich da. Endstation für heute. Das Mardi Himal High Camp ist die letzte große Ansammlung von Lodges auf dem Trek und auch die ist seit dem letzten Mal etwas gewachsen.


Im Highcamp gibt es inzwischen bestimmt 20 Unterkünfte, trotzdem habe ich ziemlich Probleme eine Unterkunft zu finden. Es ist gerammelt voll, ich muss eine Stunde suchen bis man mir im Hotel Magic Mountain schließlich anbietet, dass ich mir mit einem holländischen Trekker ein Zimmer teilen könnte.

Blick vom Mardi Himal Highcamp ins Tal
Wunderbarer Ausblick vom High Camp nach Westen.

Am Nachmittag hängen alle im Gemeinschaftsraum rum, trinken Tee, quatschen. Leider wird es später ziemlich kalt. In der Annapurna Conservation Area darf nicht mit Holz geheizt werden, weil zu viele der schönen Rhododendron-Bäume gefällt wurden. Wenn kein alternatver Brennstoff da ist, bleibt der Ofen aus.

Innenraum des Teahouse im Mardi High Camp
Im Gemeinschaftsraum des Hotel Magic Mountain.

Die Guides lümmeln daher die meiste Zeit im Bett herum, da ist es wenigstens schön warm. Spät am Abend schneit eine chinesische Trekkerin rein, freudestrahlend und sichtlich beschwingt. „I made it – Mardi Himal Basecamp!“ Applaus und High Five von der versammelten Mannschaft. Danach begebe ich mich dann auch ins Bett.  

Tag 4: Mardi Himal High Camp – Mardi Himal Basecamp

2:30 Uhr. Ich liege noch im Bett, aber draußen ist schon die Hölle los. Viele Trekker starten schon extrem früh im High Camp, um zum Aussichtspunkt auf dem Grat zu gelangen, so auch die Wandertruppe aus Indien, die sich gerade startbereit macht. Grund dafür ist wie immer Zeitdruck. Die Inder wollen noch am gleichen Tag wieder ins Tal wandern und anschließend nach Pokhara fahren. Wer’s braucht… Ich drehe mich wieder auf die Seite und schlafe weiter. Geplante Startzeit: 10:00 Uhr. Abends will ich zurückkommen und eine weitere Nacht im High Camp bleiben.

Trekker im Himalaya mit Rucksack
Auf dem Weg zum ersten Aussichtspunkt hinter dem High Camp.

Nach dem typischen Frühstück – Chocolate Pancake und Kaffee – spaziere ich los. Kurz hinter dem  High Camp folgt ein größerer Steilaufschwung, der zum ersten Aussichtspunkt führt. Etwa 400 Höhenmeter, aber auf gepflastertem Weg und teilweise sogar mit Geländer, alles sehr touristenfreundlich.


Kurz nach 11:00 Uhr kommen mir etliche Leute schon wieder vom dem Lower View Point entgegen. Die meisten laufen nur bis hierher, trinken einen Tee und gehen dann zurück. Beim letzten Mal hatte ich das auch so gemacht. Diesmal will ich das gute Wetter voll ausnutzen und bis zum letzten Punkt auf dem Grat wandern, den man noch ohne Kletterkünste erreichen kann. 

Panoramablick auf Machapuchare
Unterwegs auf dem Kammweg hinter dem ersten Aussichtspunkt.

Nach dem Viewpoint wird der Weg schmaler, felsiger und etwas rauer. Jepp…so muss ein richtiger Bergweg aussehen. An einer Stelle darf ich tatsächlich fünf Meter auf einem schmalen Ziegenpfad über einen leicht ausgesetzten Gratabschnitt kraxeln. Na gut… was macht man nicht alles für die Aussicht – und die ist wirklich gut.

Ich bin jetzt zwar schon seit 7 Monaten im Himalaya, aber manchmal haut es mich immer noch um. Vor allem die Farben begeistern mich. Jetzt im Herbst ist das Gras auf dem Bergkamm zu einem kräftig leuchtenden Orangebraun verfärbt. Ein wunderbarer Kontrast zu dem schneeweißen Gipfel des Machapuchare direkt vor mir.


In den Karten sind mehrere Aussichtspunkte auf dem Grat eingetragen. Der letzte, der sogenannte „Upper Viewpoint“ auf rund 4.120 Metern wird von den Locals auch als Mardi Himal Basecamp bezeichnet und ist mit Gebetsfahnen geschmückt. Natürlich lasse ich es mir nicht nehmen, für ein Foto zu posen. Aber der Weg ist noch nicht zu Ende – zumindest für mich. Bis hierhin habe ich zumindest noch ein paar andere Leute gesehen, als ich weitergehe bin ich komplett allein.

Trekker am Mardi Himal Basecamp
Mardi Himal Basecamp – bis hierhin läuft man auf einem einfachem Wanderweg.

Ich komme an einigen Unterständen aus Stein vorbei, der Weg schlängelt sich an der Südflanke eines großen felsdurchsetzen Hügels entlang. Dort oben soll sich das echte Mardi Himal Basecamp befinden, der letzte Stopp für Bergsteiger. Danach kommt nur noch nackter Fels, Schnee und Eis, für Wanderer ist dann endgültig Schluss.

Blick zum Upper Mardi Basecamp.
Auf diesem felsigen Hügel liegt das obere Mardi Himal Basecamp.

Der Weg ist aber schon hier etwas anspruchsvoller. Ich hangele mich auf dem zunehmend undeutlicheren Trampelpfad bis zu einem kleinen Pass auf knapp 4.300 Metern. Danach löst sich der Weg im knöchelhohen Gras auf. Die Hänge sind ziemlich steil, so ganz geheuer ist mir das nicht. Also doch lieber Rückzug, der eine Aussichtspunkt mehr wird jetzt auch nicht so viel besser sein.


Auf dem Rückweg über den Grat bietet sich mir ein fantastisches Bild: Alle Täler sind von einer dichten Wolkenschicht bedeckt, nur einzelne Hügel und die großen Berge ragen aus dem Wolkenmeer heraus. Über mir die Sonne, es ist angenehm warm, fast kein Mensch ist mehr unterwegs.

Blick über das Wolkenmeer auf dem Heimweg zum High Camp.

Das ist der große Vorteil, wenn man sich ein bisschen mehr Zeit nimmt und auch mal ein Tagesausflug drin ist: Solche Momente erlebt man nicht, wenn man durch die Treks durchhetzt und nur schnell Aussichtspunkte abhakt. Gut gelaunt komme ich zurück in die Lodge, der Besitzer liegt natürlich mal wieder im Bett. Ich habe das Gefühl, der verlässt das gar nicht mehr…

Tag 5: Mardi Himal High Camp – Lumre

Und schon ist der Mardi Himal Trek fast zu Ende. Die letzten vier Tage waren wunderbar, jetzt möchte ich das gebührend abschließen und einen etwas spannenderen Weg als die Standardroute nehmen. So gut wie alle Trekker wandern vom High Camp zurück zum Low Camp und von dort nach Sidhing. Es gibt aber eine andere Option, die direkt vom High Camp ins Tal führt. Das finde ich viel interessanter, weil ich damit nicht nochmal das gleiche Stück wie auf dem Hinweg laufen muss.

Alternative Abzweigung nach Sidhing vom High Camp
Hier zweigt der direkte Weg vom High Camp nach Sidhing ab.

Infos über die Route habe ich im Vorfeld nicht gefunden, nur eine uralte Warnung im Internet, dass der Weg gefährlich und riskant sei. Als ich das dem Besitzer des Magic Mountain erzähle – wie immer in seinem Bett hinter der Theke – winkt er nur ab: Kein Problem. „No tourists, but Nepali people walk it all the time.“ Ich soll mir aber mein Mittagessen mitnehmen, unterwegs gibt‘s keine Lodges und bis auf ein paar Ziegenhirten werde ich voraussichtlich niemandem begegnen. Das klingt doch alles genau nach meinem Geschmack! 

Trekker auf dem Weg nach Sidhing.
Tolles Panorama auf dem ersten Abschnitt des Wegs nach Sidhing.

Ich starte um kurz nach 9, etwas zu spät für meinen Geschmack. Die Strecke ist lang, der Abstieg noch viel länger und der letzte Bus in Lumre fährt um 16:00 Uhr, den muss ich auf jeden Fall bekommen. Viel Spielraum habe ich nicht, aber was soll’s – es wird schon gutgehen. Der Einstieg ist dann auch kein Problem: Ein kurzes Stück hinter dem Camp zweigt rechts ein Pfad ab, der einer Wasserleitung folgt. Der einzige Unterschied zur bisherigen Strecke ist eigentlich nur, dass der Pfad nicht mit Steinen gepflastert ist – ansonsten ist es ein normaler Bergweg.

Wanderer steigt durch steile Hänge ab.
Beim Abstieg vom Bergkamm – etwas steiler, aber immer auf gutem Pfad.

Elegant schlängelt sich der Pfad die Hügel hinab, zu meiner Rechten tauchen nochmal Machapuchare und Lamjung Himal auf – was für ein Panorama, der perfekte Abschluss dieser Tour. Während ich durch die offene Graslandschaft absteige komme ich immer wieder an Holzgerüsten vorbei – Unterstände für die Hirten. In der Monsunzeit, wenn das Gras grün und saftig ist, gehen die Gurung-Hirten mit ihren Herden in die Berge und verbringen hier den Sommer. Der traditionelle Unterschlupf sind diese einfachen Shelter, über die eine Plastikplane ausgebreitet wird.


Später gelange ich wieder unter die Baumgrenze, der Pfad ist über und über mit trockenem Laub bedeckt. Viele Leute sind hier wohl tatsächlich nicht unterwegs, der Wald fühlt sich auch anders an. Dicher, wilder, es gibt viel mehr Vögel und überall in den Büschen raschelt es. Interessanterweise ist die Orientierung dennoch einfach, der Weg ist gut markiert. An manchen Stellen finden sich die blauen Punkte im Abstand von weniger 10 Metern an den Bäumen, ich komme gut voran.


Über eine kilometerlange Steintreppe steige ich durch die einsamen Bergwälder ab – eine herrliche Wanderung: Offene Lichtungen, von denen sich wunderbare Aussichten auf den gewundenen Mardi Khola weit unten im Tal bieten, wechseln sich mit dichten Waldabschnitten ab. Ich kraxele zwischen moosbewachsenen Felsbrocken, komme an versteckten Wasserfällen vorbei, überquere munter plätschernde Bächlein.

Wanderer im Wald auf dem Mardi Himal Trek
Die Wälder auf dem Weg nach Sidhing sind einsamer und wilder als auf der vielbegangenen Aufstiegsroute.

Andere Leute treffe ich nicht. Die beiden auf der Karte eingezeichneten Siedlungen – Bhurung und Talung Danda – sind nichts weiter als ein paar Holzhütten mit Gemüsegärten. Schließlich bleibt der Wald zurück und ich sehe die Terrassen von Sidhing vor mir – eine weitläufige Siedlung, die bunten Häuser sind über den gesamten Berghang verteilt. Ich überquere den reißenden Mardi Khola über eine Brücke, die letzten Kilometer laufe ich auf einer Mischung aus Feldwegen und Trampelpfaden immer am Fluss entlang.


Gerade noch rechtzeitig komme ich um Vier in Lumre an – ein wunderbares Dörfchen aus schmucken Steinhäusern, in dem die Ziegen auf den gepflasterten Wegen herumturnen und sich die Blumen in ihrer Farbenpracht geradezu übertreffen. In dem Garten eines Anwesens probt eine Mädchengruppe in traditioneller Tracht zu verträumten Flötenklängen eine Tanzeinlage – zu gerne würde ich noch einen Moment hierbleiben, den Zauber des ländlichen Nepals genießen.

Straße in Lumre
Ankunft in Lumre, ein wunderschönes Dörfchen im Mardi-Khola-Tal.

Aber schon hupt es schrill von der Straße. Noch schnell eine Cola am Kiosk geschnappt und ich sitze wieder im Bus nach Pokhara. Goldgelbe Felder, Wiesen und Bauernhäuser rauschen an mir am Fenster vorbei, aus dem Radio dröhnt der übliche Nepali-Pop. Bald fängt es an zu dämmern, noch ein letzter Blick zurück. Die Täler und Hügel liegen schon im Schatten. Nur der große Machapuchare ragt strahlend weiß im letzten Licht des Tages auf, seinen Nachbarn Mardi Himal kann ich nur erahnen. Ich bin froh, dass ich doch nochmal dort oben war – und freue mich schon auf meinen nächsten Besuch. In ein paar Wochen werde ich mir den Grat auf der anderen Seite des Tals vornehmen…

Blick zum Mardi-Himal-Grat vom Khumai Danda auf dem benachbarten Grat im Osten.

Kommen wir jetzt du den praktischen Tipps für den Mardi Himal Trek!

Anreise

Der Mardi Himal Trek ist unkompliziert und schnell erreichbar – das macht die Tour so beliebt. Um zum Startpunkt in Kande zu gelangen, hast du zwei Optionen:

  • Lokaler Bus/Microbus: ca. 200 NPR
  • Taxi/Jeep: ca. 2.000 NPR
Anreise zum Mardi Himal Trek Infografik.

Öffentlicher Bus Pokhara → Kande

1️⃣ Startpunkt in Pokhara

  • Busbahnhof: Baglung Bus Park
  • Alternativ: Am Siddhartha Highway / Baglung Highway zusteigen

2️⃣ Richtiger Bus

Lokale Busse oder Microbus Richtung:

  • Beni
  • Nayapul
  • Baglung
  • Kushma

👉 Beim Einsteigen dem Fahrer sagen: „Kande“

3️⃣ Fahrt

  • 🕒 Fahrzeit: ca. 50–60 Minuten
  • 💰 Preis: ca. 200 NPR
  • 🛣️ Du fährst auf der Straße Pokhara → Naudanda → Kande

4️⃣ Ausstieg

  • Aussteigen direkt in Kande an der Straße. Von dort:
  • 🥾zu Fuß bergauf Richtung Australian Camp / Forest Camp
  • Der Trek beginnt direkt an der Straße.

Taxi Pokhara → Kande

1️⃣ Startpunkt in Pokhara

  • Beliebiger Ort in Pokhara, z.B. Lakeside
  • ggf. die App InDrive nutzen, um Taxi zu bestellen
  • Jeder Taxifahrer kennt Kande

2️⃣ Fahrt

  • 🕒 Fahrzeit: ca. 40 Minuten
  • 💰 Preis: ca. 2.000 NPR
  • 🛣️ Du fährst auf der gleichen Straße wie der Bus

Ich habe mir für die Fahrt ein Taxi gegönnt, weil ich nicht erst zum Busbahnhof fahren wollte und die Taxis in Nepal ohnehin sehr preiswert sind (Fahrtzeit ca. 40 Minuten). Wenn du am gleichen Tag noch Strecke machen willst (z.B. bis zum Forest Camp) empfiehlt sich auf jeden Fall ein früher Start, dann macht ein Taxi Sinn.

Hängebrücke bei Sidhing.
Hängebrücke bei Sidhing.

Alternative Startpunkte

Kande ist zwar der beliebteste, aber nicht der einzige mögliche Start. Alternativ gibt es folgende Optionen:

  • Kalimati (Mardi-Khola-Tal)
  • Landruk (Modi-Khola-Tal)
  • Ghatte Khola (Baglung Highway)

1️⃣ Kalimati liegt unweit von Sidhing, die Fahrt ist etwas langwierig und die Straße im Unterschied zum asphaltierten Baglung Highway eher schlecht (Offroad-Piste). Außerdem führt der Weg überwiegend durch Wald, die Aussichten sind beschränkt.

2️⃣ Landruk bietet sich an, wenn du direkt vom Annapurna Circuit oder Poon Hill kommst. Ich hatte diesen Weg beim ersten Mal genommen. Auch hier läuft man überwiegend durch Wald und hat kaum Aussichten bis man den Grat erreicht.

3️⃣ Ghatte Khola liegt ein paar Kilometer vor Kande am Baglung Highway. Der Weg führt von der Straße über Dhampus und dann zum Australian Camp. Ebenfalls sehr schön und aussichtsreich, aber steil und ca. 700 Höhenmeter mehr im Aufstieg.

Rückfahrt

Mit der hier beschriebenen Variante kommst du am Ende in Lumre aus. Dort besteht eine Busverbindung nach Pokhara.

Bus Lumre → Pokhara

  • Die Busse fahren im Abstand von 2 Stunden.
  • Der letzte Bus fährt um 16:00 Uhr ab.
  • Starte ausreichend früh und plane für die letzte Etappe ca. 7-8 Stunden.

Alternativ kannst du auch nur bis Sidhing wandern, das machen die meisten geführten Gruppen so. In Sidhing fahren aber bislang keine Busse, sondern nur Jeeps. Tagsüber sollte es kein Problem sein, einen Jeep zu finden, allerdings ist das dann teurer.

Jeep Sidhing → Pokhara

  • Kosten: 2.000 NPR für einen shared Jeep (Jeep mit anderen Personen geteilt) bzw. 10.000 NPR für einen Privatjeep
  • Fahrtzeit: ca. 1 Stunde, der erste Teil der Straße ist sehr holprig (Offroad-Piste)
  • Tipp: Am besten in Kalimati abfahren (ca. 30 Minuten zusätzlicher Fußmarsch, aber preiswerter)
Mardi Himal Trek Wanderer vor Bergpanorama.

Ausrüstung und Packliste für den Mardi Himal Trek

Der Mardi Himal ist ein reiner Lodge-Trek bzw. Teahouse-Trek. Du übernachtest immer in einer Unterkunft. Außerdem ist die maximale Schlafhöhe mit rund 3.500 Metern nicht besonders hoch, es wird nachts nicht übermäßig kalt. Du kannst auf dieser Tour also extrem leicht packen.

Als Anregung hier meine exakte Packliste mit allen Gegenständen, die ich dabeihatte:

Bekleidung

Ausrüstung

Hygiene und Medikamente

  • 4 Pflaster
  • 4 Ibuprofen
  • Waschlappen
  • Zahnbürste
  • Kamm
  • Mikrofaserhandtuch:
  • Kontaktlinsenpflegemittel + Dose
  • Reisepackung Zahnpasta

Essen und Trinken

Tipp: Wenn du einen Wasserfilter hast, musst du keine Plastikflaschen auf dem Trek kaufen. Das würde ich auch empfehlen, denn der Müll wird häufig in der Natur verklappt. Das sieht dann so aus, eher unschön:

Plastikmüll im Wald auf dem Mardi Himal Trek
Plastikmüll landet in Nepal leider häufig in der Natur.

Was ich stattdessen gemacht habe: Eine Plastikflasche in Pokhara gekauft und unterwegs Wasser mit meinem Sawyer-Wasserfilter gefiltert. Dazu habe ich das Wasser zunächst in eine leichte Faltflasche gefüllt und anschließend in die Plastikflasche gefiltert. Ich verwende dieses praktische Modell von Platypus:

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von Platypus
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  • Lebensmittelechte Innenbeschichtung mit strapazierfähiger Außenwand
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  • Frei stehendes Design mit gutem Stand
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Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 06:46 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

Die gesamte Ausrüstung habe ich in einen 25-Liter-Rucksack gepackt (Fake-Osprey, vorher in Pokhara für umgerechnet 10 Euro besorgt). Ich habe das Gesamtgewicht nicht genau gewogen, aber viel mehr als 5 Kilogramm waren es nicht.

Diese Packliste ist zugegebenermaßen ziemlich minimalistisch. Aber man braucht auf diesem Trek auch nicht wirklich viel. Die Wege sind einfach, Essen kaufst du unterwegs, übernachtet wird in der Lodge – komfortabler geht’s nicht. Ich würde daher versuchen auf maximal 10 Kilogramm Rucksackgewicht zu kommen, wobei ich das persönlich schon zu viel finde. Der Mardi Himal Trek ist die ideale Tour, wenn du dich mal am Ultraleicht-Trekking im Himalaya ausprobieren willst.

Schlafsack erforderlich?

Ich hatte bei meinem letzten Trip Mitte November keinen Schlafsack dabei und habe ihn auch nicht vermisst. Auf 3.500 Meter wird es abends natürlich schon kühl, aber nicht extrem kalt. In den Lodges bekommst du warme Fleece-Decken, auf Wunsch sogar zusätzliche Decken. Im Frühjahr ist es natürlich wärmer, dann braucht man erst recht keinen Schlafsack.

Welche Wanderschuhe?

Ich hatte einfache Trailrunner von Columbia dabei (im Sommer in Ladakh gekauft, Modell unbekannt). Diese Schuhe waren ideal: nicht zu schwer und ein gutes Laufgefühl bei den steilen Anstiegen über die Treppen, gleichzeitig aber guter Grip auf den unbefestigten Naturwegen nach dem High Camp. Wanderstiefel wären zumindest mir für den Mardi Himal Trek zu schwer und sind auf den einfachen Wegen auch nicht wirklich erforderlich.

Unterkünfte auf dem Mardi Himal Trek

Der Mardi Himal Trek ist ein Teahouse-Trek. In regelmäßigen Abständen entlang der Route kommst du an Lodge-Siedlungen mit Unterkünften vorbei. Diese Siedlungen sind keine „echten“ Dörfer, sondern wurden rein für die Touristen errichtet. Ab Mitte Dezember schließen die meisten Lodges, die Besitzer gehen dann in ihre Dörfer im Tal und kehren erst Anfang März zurück.

Heißt: Zu den Hauptreisezeiten (Frühjahr/Herbst) kannst du immer in einer Lodge übernachten. Dort bekommst du auch Mahlzeiten, neben dem typischen Dhal Bat auch westliches Essen (Pizza, Spaghetti, Pancakes, Schokopudding etc.) Außerdem gibt es überall Snacks, Getränke und anderen Kleinkram.

Lodge am Berghang auf dem Mardi Himal Trek.
Das aussichtsreiche Magic Moutain Hotel im Mardi Himal High Camp.

Im Unterschied zu den anderen Tea-House-Routen in Nepal gibt es auf dem Mardi Himal etwas weniger Unterkünfte. Das liegt daran, dass an vielen Orten kein Platz für eine Lodge ist. Außerdem ist Wasser auf dem Grat ein knappes Gut. Dazu kommt, dass der Mardi Himal Trek dank TikTok inzwischen auch bei Nepali extrem beliebt ist. In der Hauptsaison kann es daher durchaus passieren, dass es Engpässe gibt und du dir ggf. ein Zimmer teilen musst.

📍 Mein Tipp, wenn du auf eigene Faust gehst: Schreibe der Lodge vorher eine Nachricht per WhatsApp. Die Lodges sind so gut wie alle auf Google Maps vertreten, dort findest du die Nummern. Die Besitzer schreiben in der Regel innerhalb von ein paar Stunden zurück. Im GPS-Track habe ich empfehlenswerte Unterkünfte eingetragen. Dass du gar keinen Platz zum Übernachten bekommst, ist quasi ausgeschlossen. Zur Not werden im Gemeinschaftsraum der Lodge ein paar Matratzen ausgerollt. 

Kosten des Mardi Himal Trek

Wie in der Einleitung erwähnt, bewegt sich der Mardi Himal Trek auf mittlerem Preisniveau – ungefähr so teuer wie der Annapurna Circuit, etwas teurer als Langtang, preiswerter als die Everest-Region. Rechne pro Tag mit etwa 4.000 – 5.000 NPR – damit kommst du gut über die Runden.

Menü mit Preisen vom Hotel Magic Moutan im Mardi Himal High Camp:


Bei meinem zweiten Trip auf dem Mardi Himal Trek, wollte ich aber doch mal ganz genau wissen, wie teuer der Trek ist. Also habe ich mir exakt aufgeschrieben, wie viel Geld ich ausgegeben habe. Im Folgenden die komplette Aufschlüsselung für jeden Tag:

Tag 1

  • Taxi Pokhara Kande: 2.000 NPR
  • Frühstück im Australian Camp, Tibetan Bread + 2 Milchkaffe: 700 NPR
  • Double Forest Guest House, 1 Schwarzer Tee: 100 NPR
  • Hotel Viewpoint, 1 Milchtee: 150 NPR
  • Teahouse Happy with Nature, 1 Schwarzer Tee + 1 Zamosa: 200 NPR Black Tea

Hotel Demand

  • Zimmer 500 NPR
  • Dusche 250 NPR
  • 2 Schwarze Kaffee + 1 Tibetan Bread 590 NPR
  • Veggie Spagetti 475 NPR
  • 2 Schwarze Tee 170 NPR

Gesamt: 5.135 NPR

Tag 2

  • Frühstück, Chocolate Pancake + Schwarzer Kaffee: 480 NPR
  • Forest Camp, Schwarzer Tee 90
  • Rest Camp, Tibetan Bread mit Käse + 1 Milchkaffe 600 NPR

Hotel Low Camp

  • Zimmer: 1.000 NPR
  • Dusche: 300 NPR
  • Päckchen Zigaretten: 700 NPR
  • Milchkaffee: 210 NPR
  • Milchtee: 140 NPR
  • Schwarzer Tee: 100 NPR
  • Packung Pringles: 350 NPR
  • Snickers: 350 NPR
  • Tomato Cheese Pizza: 700 NPR

Gesamt: 5.020 NPR

Tag 3

  • Frühstück, Chocolate Pancake + Milchkaffe: 550 NPR
  • Midcamp: Schwarzer Tee: 100 NPR

High Camp, Hotel Magic Mountain

  • Geteiltes Zimmer: 500 NPR
  • Eimer heißes Wasser zum Duschen: 400
  • Milch Kaffee: 230 NPR
  • Potato Cheese Momo: 620 NPR
  • Schwarzer Tee x 3: 330 NPR
  • Veggie Cheese Spaghetti: 570 NPR

Gesamt: 3.300 NPR

Tag 4

  • Frühstück, Light Breakfast Set: 750 NPR
  • Upper Viewpoint, Schwarzer Tee: 200 NPR

High Camp, Hotel Magic Mountain

  • Geteiltes Zimmer: 500
  • Milchtee 300 NPR
  • Kanne Schwarzer Tee x2 1.000 NPR
  • Potato Cheese Momo: 620 NPR
  • Schokoladenpudding: 520 NPR

Gesamt: 3.890 NPR

Tag 5

  • Frühstück, Chocolate Pancake + 2 Milchkaffe: 910 NPR
  • Lunchpaket (Chapati, hartgekochtes Ei, Snickers): 600 NPR
  • Bus Lumre – Pokhara 300 NPR
  • Taxi von Pokhara Innenstadt nach Lakeside: 500 NPR

Gesamt: 2.310 NPR

  • +3.000 NPR für das ACAP-Permit

💰 Mardi Himal Trek Gesamtkosten für 5 Tage: 22.655 NPR (129 Euro)

Wie du an der obigen Aufstellung siehst, geht 90% des Gelds für Essen weg. Aber es ist für Europäer immer noch ein sehr preiswerter Trek und ich war nicht mal besonders knausrig. In den beliebten Bergregionen der Alpen würde man bei einer Hüttenübernachtung und ähnlichem Verbrauch ungefähr genau so viel Geld für einen einzigen Tag ausgeben.

📍 Wichtig: Nimm ausreichend Bargeld aus Pokhara oder Kathmandu mit! Auf dem Trek gibt es keine ATMs und du kannst in den Lodges nicht mit Kreditkarte zahlen.

Mardi Himal Trek individuell oder mit Guide wandern?

Der Mardi Himal Trek ist eine anfängerfreundliche, nicht zu schwierige Wanderung. Ein Guide ist nicht zwingend vorgeschrieben und es sind relativ viele Solo-Wanderer unterwegs. Ob du mit oder ohne Guide gehst ist letztlich eine individuelle Frage, beides hat Vor- und Nachteile. Ich selbst gehe lieber ohne, weil ich dann mehr Freiheiten habe.

Wenn du auf eigene Faust losziehst:

  • 🗺️ Stelle sicher, dass du eine Offline-Karte der Region auf deinem Smartphone hast, ggf. den GPS-Track
  • 🧭 Frage bei Unklarheiten die Locals über den Zustand der Wege
  • 🚫 Bewege dich niemals außerhalb von Wegen (Gelände ist an vielen Stellen steil)
  • 🌧️ Nimm ausreichend Bekleidung für Schlechtwettereinbrüche mit (Regenjacke)
  • 🌙 Wandere nicht in der Dunkelheit oder bei Regen (Ausrutschgefahr)
  • ⏳ Achte darauf, dass du nicht zu schnell aufsteigst (maximal 500 Meter pro Tag)
  • ⚠️ Lies den letzten Satz nochmal und lerne ihn auswendig – Höhenkrankheit ist kein Spaß
  • 🥾 Sollten Probleme wegen unzureichender Akklimatisierung auftreten → Absteigen

Sicherheit im Notfall: Reiseversicherung

Was für Nepal-Treks immer sinnvoll ist: Eine Auslandskrankenversicherung, die Höhenrettungen und Bergungen abdeckt. Im Ernstfall (Unfälle, unerwartete Probleme mit der Höhe etc.) werden Trekker häufig per Helikopter evakuiert – die Einsätze kosten schnell mehrere tausend Euro.

Darauf solltest du bei der Versicherung achten:

  • 🛟 Bergungs-, Rettungs- und Transportkosten sind abgedeckt
  • 🏔️ Die Versicherung gilt auch in großen Höhen (mindestens bis 5.000 m, besser ohne Höhenlimit)
  • 💰 Die Deckungssumme ist ausreichend hoch (mind. 10.000–15.000 €)
  • 📞 Es gibt eine 24 Stunden erreichbare Notfall-Hotline

Eine gute Option ist die Auslandskrankenversicherung TravelSecure* der Würzburger Versicherung. Sie bietet eine Deckungssumme von 15.000 € und gilt für Reisen bis 56 Tage. Optional kannst du die Deckungssumme mit einer zusätzlichen Bergsportversicherung um 7.500 € erhöhen. Die 15.000 € Basisdeckung bieten aber bereits einen soliden Schutz.

💡 Tipp: Der Alpine Sicherheitsservice (ASS) vom DAV und ÖAV deckt weltweit Bergungskosten bis 25.000 €, allerdings nur bei selbst organisierten Touren. Wenn du Mitglied bist und den Mardi Himal Trek auf eigene Faust machst, ist das eine Überlegung wert. Ansonsten ist eine klassische Auslandskrankenversicherung erforderlich.

Benötigte Permits

Für den Mardi Himal Trek ist ausschließlich ein Permit für die Annapurna Conservation Area erforderlich (ACAP-Permit). Das Permit kostet 3.000 NPR, du bekommst es hier:

  • Touristenbüro Pokhara
  • Touristenbüro Kathmandu
  • Online via ePermit (mein Tipp)
  • Beim Online-Permit reicht es, wenn du die PDF oder den Screenshot auf deinem Smartphone vorzeigst.

Das Permit wird am ACAP-Checkpoint hinter Pothana geprüft, das ist der einzige Checkpoint auf der Route. TIMS wird nicht geprüft und ist für Individualwanderer uninteressant. Ich erwähne es hier nur nochmal, weil mich regelmäßig Fragen erreichen, ob man TIMS noch braucht. Kurzfassung: Nein, braucht man nicht. Ein Guide ist ebenfalls nicht zwingend erforderlich, Solo-Trekking ist erlaubt.

📍 Lesetipp: Verbot von Solo-Trekking in Nepal – Das ist die aktuelle Lage

Wie schwer ist der Mardi Himal Trek?

Die Wege sind bis zum Mardi Himal High Camp technisch einfach – breite Trekkingpfade, häufig gepflastert und regelmäßig gewartet. Die größte Herausforderung sind die kräftigen Anstiege über die zahllosen Treppen – ein Grund mehr so leicht wie möglich zu packen.

Trekker läuft eine Treppe hoch
Typischer Aufstieg im ersten Abschnitt des Mardi Himal Trek.

Auf dem Weg vom High Camp zum Mardi Himal Basecamp sind die Wege unbefestigt, d.h. es sind normale Bergwege, wie man sie z.B. auch aus den Alpen kennt. An einer kurzen Stelle hinter dem Lower Viewpoint ist der Weg etwas schmaler und leicht ausgesetzt (ca. 5 Meter). Ansonen ist der Grat immer ausreichend breit, es gibt keine technischen Passagen oder Kletterstellen.

Blick über den Gratweg zum Mardi Himal Basecamp
Auf dem Weg zum Mardi Himal Basecamp nach dem ersten Aussichtspunkt auf dem Grat.

Der direkte Abstieg vom High Camp nach Sidhing verläuft im ersten Abschnitt für einige hundert Höhenmeter durch relativ steile Grasflanken (ca. 35° Hangneigung). Auch hier gibt es aber jederzeit einen ausreichend breiten, klar erkennbaren Bergpfad. Es gibt keine ausgesetzten Stellen, bei normalem Gehverhalten und gutem Wetter ist der Weg daher ungefährlich.

Ein schönes Kontrastprogramm zu den Bergen des Himalaya ist der Chitwan-Nationalpark im Süden Nepals. Schau dir hier meinen Artikel dazu an:

Beste Reisezeit für den Mardi Himal Trek

Ich bin, wie erwähnt, zweimal auf dem Mardi Himal Trek gewandert: Beim ersten Mal Ende April, beim zweiten Mal Mitte November direkt vor dem Manaslu Circuit. Das zweite Mal war eindeutig besser: Der Herbst (Mitte Oktober bis Anfang Dezember) ist die ideale Reisezeit für den Mardi Himal Trek.

Warum?

  • 🌤️ Sehr klare Luft nach dem Monsun → beste Fernsicht auf Annapurna, Machapuchare & Co.
  • 🏔️ Stabile Wetterlage mit deutlich weniger Wolkenbildung am Nachmittag
  • 🥾 Trockene, gut begehbare Wege, besonders auf den unbefestigten Abschnitten auf dem Grat
  • 🌡️ Angenehme Temperaturen für lange Aufstiege (tagsüber warm, nachts kühl, aber nicht kalt)
  • 📸 Maximale Panorama-Ausbeute – genau dafür lohnt sich der Trek

Zum Vergleich einige Fotos vom Mardi Himal Trek im April (links) und November (rechts):


Beim ersten Mal Ende April hatte ich ziemlich schlechte Sicht-Verhältnisse. Im Süden der Annapurna-Region kann sich die feuchtwarme Luft aus Indien voll ausbreiten. Daher waren die Berge bereits gegen 9:00 Uhr meist komplett im Dunst verschwunden. Richtig gute Sicht hatte ich nur ein paar Stunden direkt nach Sonnenaufgang. Der Herbst ist auf jeden Fall vorzuziehen, auch wenn die farbenprächtigen Rododendron-Bäume im Frühling sehr schön waren.

Schau dir meinen detaillierten Ratgeber zur besten Reisezeit in Nepal an:

Wenn du den Trek doch im Frühjahr machst, würde ich auf jeden Fall zeitig aufstehen, vor allem beim High Camp (spätestens 5:00 Uhr). Dann hast du zumindest noch ein paar Stunden gute Sicht. Ab ca. 8:00 Uhr löst sich alles, was weiter als ein paar Kilometer entfernt ist, in einem weißen Schleier auf. Da man bei diesem Trek die hohen Berge des Himalaya nur von weitem sieht, ist das schon etwas ärgerlich.

So kombinierst du den Mardi Himal Trek mit dem Poon Hill Trek oder ABC-Trek

Aufgrund des dichten Wegnetzes sind fast alle Dörfer in der Region über Fußwege und Dirtroads miteinander verbunden. Deshalb kannst du den Mardi Himal Trek gut mit weiteren Touren kombinieren, z.B. dem Poon Hill Trek oder dem Annapurna Base Camp Trek. Vom Mardi Himal aus gesehen ist das Örtchen Landruk dazu der beste Ausgangspunkt.

Von Landruk aus hast du z.B. die folgenden Optionen:

Mardi Himal Trek + Poon Hill Trek (+ 4 Tage)

  • Landruk – Ghandruk: ca. 4 km, +720, -350 hm
  • Ghandruk – Tadapani: ca. 6 km, +650, – 5 hm
  • Tadapani – Ghorepani: ca. 8,5 km, + 1.100, – 935 hm
  • Ghorepani – Ulleri – Nayapul: ca. 18 km, + 110, – 1.960 hm

Mardi Himal Trek + Annapurna Base Camp Trek (+ 5-6 Tage)

  • Landruk – New Bridge – Jhinu Danda – Chomrong: ca. 9,5 km, + 1.850, – 1.471 hm
  • Chomrong – Deurali: ca. 13 km, + 1.500, – 440 hm
  • Deurali – Annapurna Base Camp, ca. 7km, + 1.300, – 130 hm
  • Annapurna Base Camp – Chomrong, ca. 20 km, + 500, – 2.900 hm
  • Chomrong – Ghandruk: ca. 9,5 km, + 1.350, – 1.320 hm

Schau auf jeden Fall auch in meinen Artikel zum Annapurna Base Camp, da findest du noch ein paar Tipps zu der Route für diese Wanderung. Insgesamt bräuchtest du für beide Optionen ca. 10 Tage Zeit, wenn du die Touren mit dem Mardi Himal Trek kombinieren willst.

Alternativ kannst du natürlich auch einfach nach Belieben von Dorf zu Dorf wandern und nicht einem „vorgegebenen“ Trek folgen. Es gibt in so gut wie jedem Dorf eine Lodge mit Essen und wie gesagt: das Wegenetz ist sehr dicht. Alles was du dazu brauchst, ist eine Wanderkarte*. Dann musst du nicht zwangsweise einen der bekannten Treks machen.

Wanderer macht Pause

Mein Fazit

Nach dem etwas durchwachsenen ersten Mal überrascht es mich, das zu sagen: Aber der Mardi Himal Trek ist tatsächlich eine Superwanderung! Es war doch ein Riesenunterschied, diese Tour nochmal im Herbst zu machen und ich werde das als perfekten Feelgood-Trek in Erinnerung behalten: Nicht zu schwer, trotzdem unglaublich schöne Landschaften und alles in einem sehr überschaubaren Zeitrahmen.

Der Mardi Himal Trek ist inzwischen natürlich schon relativ beliebt und kein Geheimtipp. Extrem überlaufen fand ich es Mitte November aber nicht. Wenn du nur ein paar Zeit hast und einen entspannten Trek im näheren Umkreis von Pokhara machen willst, kann ich also nur sagen: Ab zum Mardi Himal – du wirst es nicht bereuen!

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Hast du noch Fragen oder Anmerkungen zum Mardi Himal Trek? Kennst du andere spannende Treks in der Annapurna-Region oder in Nepal? Dann nichts wie ab in die Kommentare – ich freue mich, von dir zu hören!

Der Beitrag Mardi Himal Trek: Der komplette Guide + Erfahrungsbericht erschien zuerst auf Der Eskapist.

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Meine Trekking- und Outdoor- Fotoausrüstung: Traumfotos leicht gemacht https://der-eskapist.de/ausruestung/fotoausruestung-fuer-trekking-outdoor-wandern-bloggen/ https://der-eskapist.de/ausruestung/fotoausruestung-fuer-trekking-outdoor-wandern-bloggen/#respond Thu, 15 Jan 2026 20:46:12 +0000 https://der-eskapist.de/?p=10677 In diesem Artikel: Beim Wandern und Trekking erleben wir einige der schönsten Landschaften der Erde hautnah aus der ersten Reihe – klar, dass man davon dann auch ein paar schöne Fotos als Erinnerung mit nach Hause bringen möchte. Andererseits möchte ich aber nicht kiloweise schweres Foto-Equipment mit mir rumschleppen, wenn ich z.B. acht Monate durch […]

Der Beitrag Meine Trekking- und Outdoor- Fotoausrüstung: Traumfotos leicht gemacht erschien zuerst auf Der Eskapist.

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In diesem Artikel:

Beim Wandern und Trekking erleben wir einige der schönsten Landschaften der Erde hautnah aus der ersten Reihe – klar, dass man davon dann auch ein paar schöne Fotos als Erinnerung mit nach Hause bringen möchte. Andererseits möchte ich aber nicht kiloweise schweres Foto-Equipment mit mir rumschleppen, wenn ich z.B. acht Monate durch den Himalaya reise.

Ein echtes Dilemma.

Die gute Nachricht: Für gute Fotos braucht man schon lange keine teure und schwere Profi-Ausrüstung mehr. Einige meiner Lieblingsfotos habe ich mit dem Smartphone geschossen, selbst bei den Mittelklasse-Modellen ist die Bildqualität heute sehr gut.

Genau deshalb habe ich die Kamera inzwischen in den Ruhestand geschickt. Stattdessen verwende ich eine minimalistische, wandertaugliche Outdoor-Fotoausrüstung. Das Equipment bietet mir viel kreativen Spielraum, es wiegt nicht viel, ich kann es immer mitnehmen. Und wenn ich ein bisschen aufpasse, steckt es auch etwas härtere Bedingungen weg. Vorhang auf für meine Fotoausrüstung!

Meine minimalistische Ultraleicht-Outdoor-Fotoausrüstung

Meine komplette Outdoor-Fotoausrüstung besteht derzeit aus nur 4 Gegenständen. Da ich meine Packliste für Mehrtageswanderungen gerne so leicht wie möglich halte, schreibe ich das Gewicht direkt dazu:

Macht zusammen 2.185 Gramm – allerdings nur, wenn ich die Drohne mitnehme. Bei vielen längeren Touren verzichte ich in der Regel darauf und komme dann insgesamt auf 1.000 Gramm. Damit kann man schon sehr viel machen, auch Action-Fotos. Schauen wir uns das jetzt mal im Detail an!

Fotos und Landschaftsaufnahmen: Google Pixel 7

Für normale Fotos nehme ich mein Google Pixel 7. Die Pixel-Smartphones haben einen sehr guten Ruf als Foto-Handys, deswegen bin ich nach langer Zeit auch von meinem iPhone umgestiegen. Das hat sich gelohnt, die Fotos mit dem Pixel sind spürbar besser und lebendiger.

Die 50 Megapixel-Frontkamera hat einen 1/1,3″ Sensor – das ist selbst heute noch ein respektabler Wert. Zusammen mit der großen f/1.85 Blende und der Google-Software (HDR+, Nachtmodus etc.) ergibt das sehr detailreiche, natürliche Fotos mit gutem Dynamikumfang, auch bei schlechteren Lichtverhältnissen.

Zum Vergrößern anklicken:


Die Kamera verfügt auch über einen 8-fach Digitalzoom. Natürlich sinkt die Bildqualität wenn man stark ranzoomt. Und für wirklich professionelle Zoom-Fotos, z.B. bei der Tierfotografie, kommt man um eine richtige Kamera nicht herum. Dennoch sind mir mit dem Pixel auch schon ein paar gute Fotos bei starkem Zoom gelungen.

Der größte Vorteil eines Smartphones ist natürlich: Man hat es eh immer dabei und es ist auch schnell zur Hand. Gerade bei Momentaufnahmen, wenn du den Augenblick einfangen willst, ist das ein Riesenvorteil. Außerdem ist die automatische Bildbearbeitungssoftware inzwischen so gut, dass die Fotos ohne große Bearbeitung gut aussehen. Bei dem Pixel könnte man theoretisch zwar sogar im RAW-Format fotografieren. Ich benutze das aber so gut wie nie.

Google Pixel 7
Google Pixel 7*
von Google
  • Gewicht: 200 g
  • Relativ preiswert
  • Wasserdicht nach IP68
  • Gutes Display
  • Sehr starke Fotos mit 50-MP-Weitwinkelobjektiv
 Preis nicht verfügbar Preis prüfen*
Letzte Aktualisierung am 21. Februar 2026 um 20:45 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

Action-Fotos, Videos + Selbstporträts: GoPro Hero 10

Eine Frage, die ich mir immer wieder gestellt habe: Wie bekomme ich gute Fotos von mir? Ich mache nämlich viele Touren alleine. Und auch wenn man mit anderen unterwegs ist, heißt es ja nicht automatisch, dass die Begleitung gute Bilder von einem hinbekommt. Aber allein schon für den Blog möchte ich Fotos, auf denen ich zu sehen bin – am besten in möglichst natürlicher Pose.

Dazu habe ich mir die folgende Lösung überlegt: Eine GoPro-Actionkamera in Kombination mit einem Stativ. Die GoPro Hero 10 hatte ich ich mir ursprünglich auch mal für meinen YouTube-Channel geholt. Tatsächlich eignet sie sich aber nicht nur für Videos, sondern auch gut für Fotos. Aus den aufgenommen Videos kann man nämlich Fotos extrahieren. Und da die 4K-Videos extrahiert eine Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln haben, sieht das im Ergebnis immer noch sehr gut aus.

Zum Vergrößern anklicken:


Das Aufnehmen von Fotos mache ich folgendermaßen:

  • 👉 Kamera auf dem Stativ montieren, platzieren und einschalten
  • 👉 Ins Bild laufen, Video aufnehmen
  • 👉 Video per Bluetooth an mein Smartphone schicken.
  • 👉 Mit der GoPro-Quick-App ein Foto aus dem Video extrahieren.

Das funktioniert sehr gut, sogar von unterwegs, da ich die Bilder direkt auf dem Smartphone extrahieren kann. Und ich brauche dazu nicht mal eine Internetverbindung. Alternativ kann ich das Extrahieren auch später zu Hause mit dem GoPro-Player erledigen.

Früher habe ich solche Fotos mit einem Mini-Stativ* für das Handy gemacht. Das geht auch und es ist leichter als das große Stativ. Allerdings gab es da immer zwei Probleme:

  • ⏱️ Der Timer für den Selbstauslöser auf dem Smartphone ist sehr kurz, meist maximal 10 Sekunden. Für etwas anspruchsvollere Selbstporträts braucht man in der Regel mehr Zeit.
  • ❌ Das Smartphone macht immer nur ein Foto, daher ist es häufig Glückssache einen guten Moment zu erwischen. Aus dem Video kann ich hingegen milisekundengenau den passenden Bildausschnitt extrahieren.

Insgesamt finde ich die Kombination GoPro + großes Stativ daher besser. Mit ein bisschen Übung bekommt man damit sehr aussdrucksstarke Fotos hin. Und wenn ich die GoPro nicht verwende packe ich sie einfach in die Seitentasche meines Trekkingrucksacks – damit ist sie sogar griffbereit, ohne dass ich den Rucksack absetzen muss.

Stativ: Ulanzi MT-71 Stativ für Action-Kameras

Als Stativ benutze ich den ausziehbaren Kamera-Stick von Ulanzi*. Das Stativ ist speziell für Action-Kameras konzipiert und hat die passende Halterung für eine GoPro. Es ist stufenlos höhenverstellbar bis 146 cm – man hat also sehr viel Spielraum und kann sich bei der Bildkomposition richtig schön austoben.

Ulanzi MT-71 Ausziehbares Stativ für Action-Kameras
Ulanzi MT-71 Ausziehbares Stativ für Action-Kameras*
von ULANZI
  • Gewicht: 350 Gramm
  • Stufenlos höhenverstellbar bis 146 cm
  • Drei Beine für sicheren Stand
  • mit passendem Adapter für Action-Kameras
Unverb. Preisempf.: € 24,99 Du sparst: € 2,50 (-10%)  Preis: € 22,49 Preis prüfen*
Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 15:45 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

Drohne: DJI Mini 4K

Vor zwei Jahren habe ich mir bei einem Amazon-Deal eine Drohne zugelegt, weil ich mir gedacht habe, als ordentlicher Reiseblogger braucht man so etwas ja heutzutage. Die DJI Mini 4K* ist winzig und mit knapp 250 g Gewicht sehr leicht. Allerdings kommen ja noch die Ersatzakkus, die Fernsteuerung und der Transportkoffer dazu. Im Endeffekt schleppt man also doch wieder 1 Kilogramm mehr an Ausrüstung mit.

Natürlich ist die Drohne ein tolles Spielzeug und ich hätte sie auch sehr gerne bei meinem letzten Trip nach Indien mitgenommen. Aber in vielen Ländern sind Drohnen gar nicht erlaubt und auch in Deutschland gibt es einige Regeln zu beachten. Daher verwende ich sie eigentlich nur bei kürzeren Ausflügen, Daytrips, Tageswanderungen etc. Wenn ich mehr auf YouTube aktiv wäre, würde ich sie wahrscheinlich öfter verwenden. Man bekommt damit schon geniale Aufnahmen hin, selbst bei einem preiswerten Einsteigermodell wie der Mini 4K.

DJI Mini 4K Drohne mit 4K UHD Kamera
DJI Mini 4K Drohne mit 4K UHD Kamera*
von DJI
  • 4K Ultra HD & 3-Achsen-Gimbal für Natur-Aufnahmen in Kinoqualität
  • Ultraleicht: weniger als 249 g
  • Piloten müssen keine Prüfung ablegen
  • Mit intelligenten QuickShots
Unverb. Preisempf.: € 299,00 Du sparst: € 90,00 (-30%)  Preis: € 209,00 Preis prüfen*
Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 16:45 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

Nicht mehr in Gebrauch: Lumix-Kompaktkamera DC-TZ202

Bis vor zwei Jahren hatte ich zudem noch eine Kompaktkamera, nämlich die Lumix DC-TZ202*. Das ist eine sehr leichte Travel-Kamera (415 g mit Tasche), die mich vor allem durch den 15-fach optischen Zoom angesprochen hat. Die Kamera hat zudem unglaublich viele Einstellmöglichkeiten, man kann tolle Fotos damit machen.


Aber es ist eben eine richtige Digitalkamera und entsprechend empfindlich. Nach meinem Monumental-Trip duch die Cordillera Vilcabamba in Peru ist mir die Lumix dann auch kaputtgegangen – ich konnte sie einfach nicht mehr einschalten. Woran das liegt, weiß ich bis heute nicht. Ich habe die Kamera eigentlich immer gut behandelt und in der Tasche gelagert.

Reparieren ging leider nicht mehr und da die Lumix immer noch sehr teuer ist (ca. 600 Euro) habe ich sie am Ende nicht ersetzt. Die Fotos auf meinem Pixel sehen nicht wesentlich schlechter aus und für die Sorte Reisen, die ich unternehme, sind mir solche Kompaktkameras auf Dauer zu empfindlich – auch wenn ich mit der Lumix viel Freude hatte und es meines Wissens nach immer noch keine Kamera mit einem vergleichbaren Funktionsumfang in dieser Preisklasse gibt.

Panasonic Lumix DC-TZ202 Kompaktkamera
Panasonic Lumix DC-TZ202 Kompaktkamera*
von Panasonic
  • Gewicht: 415 g (mit Tasche)
  • LEICA-Objektiv mit 15x opt. Zoom
  • 1-Zoll-Sensor mit 20.9 Megapixel
  • 4K-Video-Funktion
 Preis nicht verfügbar Preis prüfen*
Letzte Aktualisierung am 30. März 2026 um 16:15 . Angezeigte Preise können sich geändert haben. Alle Angaben ohne Gewähr.

So bearbeite ich meine Fotos

Zum Schluss noch ein paar Worte zur Bildbearbeitung. Dazu verwende ich die kostenlose Bildbearbeitungs-Software Ashampoo Photo Commander. Das Programm bietet viele Funktionen,in der Praxis brauche ich meist aber gar nicht so viel: Ein bisschen den Kontrast und die Sättigung erhöhen, damit die Farben knackiger rüberkommen. Manchmal noch das Rauschen entfernen – das war’s im Großen und Ganzen.

Um die Größe der Bilder anzupassen, benutze ich das nützliche Tool Image Resizer for Windows. Praktisch: Mit dem Programm kann man auch mehrere Bilder in einem Rutsch bearbeiten. Das schont die Nerven, wenn ich von einem Trip mit ein paar Hundert Fotos zurückkomme. Vor der Veröffentlichung auf dem Blog jage ich die Bilder dann noch durch TinyJPG, um die Dateigröße zu reduzieren.

Es gibt natürlich auch kommerzielle Bildbearbeitungsprogramme wie Adobe Lightroom. Für mich lohnt sich das nicht, zumal Adobe die Software inzwischen nur noch über ein Abo mit jährlichen Gebühren vertreibt.

Fazit: Technik ist nicht alles

So… das soll es für’s Erste gewesen sein. Ich hoffe, du hast hier ein paar gute Anregungen mitnehmen können. Eine Sache noch: Komposition und Bildsprache sind am Ende viel wichtiger als teure Ausrüstung. Die großen Meister aus den Anfängen der Fotografie arbeiteten mit Equipment, das nach heutigen Maßstäben völlig primitiv wäre. Und trotzdem machten sie gute Fotos.

Daher gilt: Du kannst auch mit preiswerter Ausrüstung hervorragende Fotos machen – einfach, indem du rausgehst, so oft wie möglich fotografierst und die Ergebnisse anschließend kritisch bewertest. Dadurch werden deine Fotos im Lauf der Zeit automatisch besser. Im besten Fall inspiriert dich der Artikel dazu, jetzt selbst ein bisschen zu experimentieren. Ich wünsche viel Erfolg und viele tolle Fotos!

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Welches Equipment verwendest du für deine Bilder? Smartphone oder Kamera? Hast du andere Tipps, wie man schöne Fotos macht? Dann nichts wie ab in die Kommentare – ich freue mich von dir zu hören!

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Gut und günstig: 7 empfehlenswerte Unterkünfte in Kathmandu https://der-eskapist.de/nepal/kathmandu-beste-hotels-hostels-unterkuenfte/ https://der-eskapist.de/nepal/kathmandu-beste-hotels-hostels-unterkuenfte/#respond Thu, 15 Jan 2026 02:32:02 +0000 https://der-eskapist.de/?p=26345 Jede Nepal-Reise startet und endet in Kathmandu. Die erste überlebenswichtige Frage, die es zu klären gibt, ist daher: Wie zum Teufel soll ich dieses Chaos durchstehen? Direkt gefolgt von der praktischen Frage: Wo kann ich übernachten? Das Angebot im legendären Touristenviertel Thamel ist riesig, es gibt hunderte von Unterkünften für jedes Budget. Um dir die […]

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Jede Nepal-Reise startet und endet in Kathmandu. Die erste überlebenswichtige Frage, die es zu klären gibt, ist daher: Wie zum Teufel soll ich dieses Chaos durchstehen? Direkt gefolgt von der praktischen Frage: Wo kann ich übernachten? Das Angebot im legendären Touristenviertel Thamel ist riesig, es gibt hunderte von Unterkünften für jedes Budget.

Um dir die Suche zu ersparen, stelle ich hier meine persönlichen Favoriten vor. 7 Hotels und Hostels, die mich überzeugt haben: Preiswert, trotzdem komfortabel, freundliches Personal und – in einer Stadt wie Kathmandu nicht zu unterschätzen – eine schöne Lage abseits des Trubels. Ein Ruhepol, an den du dich zurückziehen kannst, wenn es dir draußen zu viel wird.

Bevor ich den Artikel geschrieben habe, habe ich mal nachgezählt: In den letzten paar Jahren war ich zwischen meinen diversen Wander-Touren in Nepal sage und schreibe 13 mal in Kathmandu – inzwischen kennen mich sogar schon die Besitzer der Trekking-Shops und der nette Mann mit der Flöte auf der Chaksibari Marg. Natürlich waren bei den vielen Übernachtungen auch ein paar Fehlgriffe dabei. Damit dir das nicht passiert, kommen jetzt meine Tipps.

Mit diesen 7 Unterkünften machst du garantiert nichts falsch!

1. Kathmandu Garden Home

Das Kathmandu Garden Home* ist mein Lieblings-Hotel in Kathmandu – eine kleine Oase der Ruhe mitten in der Stadt. Kaum tritt man durch das Tor, verblasst der Straßenlärm. Der zentrale grüne Garten im Innenhof und die entspannte Atmosphäre lassen dich sofort vergessen, dass du eben noch den Motorrädern auf der trubeligen Paknajol Marg ausgewichen bist.

Kathmandu Garden Home Innengarten des Hotels

Was mir besonders gefallen hat, ist die außergewöhnliche Freundlichkeit des Personals. Hier wird man wirklich willkommen geheißen, zur Begrüßung beim Check-In gibt’s sogar einen Drink. Und wenn du irgendwelche Fragen hast – Transfers, Tipps für Kathmandu oder ein zeitiges Frühstück: Das Team ist immer hilfsbereit und zur Stelle.

Kathmandu garden home

  • Standard- und Deluxe-Zimmer
  • Bar/Imbiss im Innenhof
  • Schöner Garten
  • Frühstück im Hotel

Die Zimmer sind sauber, geräumig und haben alle eine Klimaanlage. Von der Terrasse bieten sich schöne Blicke auf den Innenhof. Im Garten gibt es ein kleines Bistro, ich habe hier auch gerne mal tagsüber entspannt und gelesen. Morgens erwartet dich ein reichhaltiges Frühstücksbuffet im kontinentalen Stil. Gepäckaufbewahrung wird auch angeboten. Am Ende bleiben hier wirklich keine Fragen offen – daher ist das meine Top-Empfehlung!

2. Kwabahal Boutique Hostel

Das Kwabahal Boutique Hostel* ist inzwischen eines der beliebtesten Hostels in Kathmandu. Im Unterschied zu den klassischen Backpacker-Hostels ist die Ausstattung etwas gehobener, fast schon auf europäischem Niveau, daher der Name „Boutique Hostel“. Was mir auch gefallen hat: Das ist kein Party-Hostel, in dem rund um die Uhr gefeiert wird. Stattdessen bietet es eine Supermischung aus Gemeinschafterlebnis und Ruhe.

Innenhof des Kwabahal Boutique Hostel

Die Unterkunft hat einen schönen großen Innenhof mit Bänken und Sitzecken zum Relaxen. Dazu ein eigenes Restaurant, in dem ich sehr gerne gegessen habe, wenn ich keine Lust hatte, rauszugehen. Auf dem Fernseher laufen manchmal alte Nepali-Musikvideos aus den 80er Jahren – der absolute Renner!

kwabahal boutique hostel

  • Schlafsaal und Privatzimmer
  • Restaurant mit guter Speisekarte
  • Schöner Innenhof
  • Frühstück im Hostel

Neben Dorms bietet das Hostel komfortable Privatzimmer, in denen ich auch immer übernachtet habe. Der Besitzer Pramod hat früher selbst als Trekking-Guide gearbeitet und kann dir daher viele gute Tipps geben. Alles in allem einfach ein richtig gutes Hostel für Alleinreisende, Backpacker und alle, die gern neue Leute kennenlernen, aber auch mal ihre Ruhe brauchen.

3. Hotel Sapana Garden

Nur einen Katzensprung von der Hauptstraße Thamels entfernt, ist das Hotel Sapana Garden* die nächste Unterkunft, die zeigt, dass man in Kathmandu preiswert und entspannt wohnen kann: Zentral gelegen, trotzdem ruhig, ein toller grüner Garten und freundliches Personal. Also alles, was man sich nach einem langen Tag wünscht: ein Ort zum Ankommen und Durchatmen.

Außenbereich des Hotel Sapana Garden.

Die Zimmer sind gut ausgestattet, die Badezimmer sauber und die Betten extrem bequem. Morgens gibt es ein Frühstücksbuffet, das an den zwei Tagen, die ich hier war, zwar genau gleich, dafür aber auch gut war. Ursprünglich bin ich auf dieses Hotel gekommen, weil das Kathmandu Garden Home belegt war. Es ist aber definitiv keine zweite Wahl.

Hotel Sapana Garden

  • Standard-, Deluxe- und Familienzimmer
  • Restaurant im Hotel
  • Schöner Garten
  • Frühstück im Hotel

Da ich das Hotel auf die Schnelle gebucht hatte, war ich etwas früher dran als vorgesehen. Es war aber kein Problem, vor dem eigentlichen Check-In ein Zimmer zu bekommen. Ansonsten hätte ich einfach im Garten relaxt, der ist nämlich wirklich schön. Am Ende hat mir dieses Hotel so gut gefallen, dass ich hier sofort wieder übernachten würde. Empfehlung!

4. Hotel Yambu

Manchmal braucht es gar keinen großen Luxus, sondern einfach einen Ort, an dem alles reibungslos funktioniert. Und genau das bietet das Hotel Yambu*. Das in einer ruhigen Seitenstraße der Leknath Marg gelegene Hotel hat mir vor allem durch die überraschend persönliche Atmosphäre gefallen – ich kam mir fast schon wie in einem Homestay vor, allerdings mit dem Komfort eines Hotels.

Speisesaal des Hotel Yambu in Kathmandu.

Einen Garten hat dieses Hotel leider nicht, dafür eine Dachterrasse und jede Etage hat außerdem ihre eigene Terrasse, auf der man gut entspannen kann. Die Zimmer sind sehr geräumig, schlicht ausgestattet, aber sauber und komfortabel. In dem Hotel gibt es zudem auch die Möglichkeit, Wasser abzufüllen – sehr lobenswert, da man sich dann nicht immer Plastikflaschen kaufen muss.

hotel yambu

  • Standard- und Deluxe-Zimmer, Apartment
  • Restaurant im Hotel
  • Schöne Dachterrasse
  • Frühstück im Hotel

Erwähnenswert ist an dieser Stelle noch der Speisesaal mit tibetanischer Innendeko, der mir sehr gut gefallen hat. Das Personal war, wie bei allen anderen Empfehlungen hier, wieder mal extrem freundlich. Als ich einen Bus nach Pokhara brauchte, gab mir der Manager netterweise den Tipp, wie ich das preiswerter online buchen kann. Eine Super-Unterkunft!

5. Rest Up Kathmandu Hostel

Das Rest Up Hostel* an der Paknajol Marg ist eines der beliebtesten Hostels für preisbewusste Backpacker, denn es ist wirklich extrem günstig – die Nacht im Dorm kostet selbst in der Hauptsaison nur knapp über 5 Euro und die Privatzimmer sind auch sehr preiswert. Dennoch ist es nicht die allerletzte Low-Budget-Absteige, sondern ein netter Ort, um ein paar Tage zu verbringen.

Dachterrasse des Rest Up Kathmandu Hostel.

Das Rest Up Hostel war meine erste Unterkunft in Kathmandu überhaupt und mir wurde es damals auch von anderen Backpackern empfohlen. Natürlich ist es etwas einfacher als die anderen Einträge auf der Liste. Das Privatzimmer war trotzdem sauber, das Bett bequem und die Dusche hat jederzeit verlässlich warmes Wasser geliefert. Außerdem war das Internet superschnell.

Rest Up Hostel

  • Schlafsaal und Privatzimmer
  • Restaurant im Hostel
  • Sehr große Dachterrasse
  • Frühstück im Hostel

Ein Highlight des Hostels ist die zweistöckige mit bunten Gebetsfahnen verzierte Dachterrasse von der sich – zumindest bei smogfreiem Himmel – schöne Blicke auf Kathmandu und den Monkey Tempel bieten. Hier lernt man viele nette Leute kennen, eine kleine Bar gibt’s auch und ich habe hier einige schöne Abende verbracht. Ein tolles Hostel für alle, die den klassischen Backpacker-Vibe suchen.

6. Flock Hostel

In eine ähnliche Richtung geht das Flock Hostel*. Auch hier gibt’s eine tolle Dachterrasse, auf der du den Sonnenuntergang über Kathmandu genießen, Leute treffen oder einfach nur entspannen kannst. Das Flock Hostel wird daher häufig in einem Atemzug mit dem Rest Up Hostel als die beste Backpacker-Unterkunft in Kathmandu genannt.

Flock Hostel Kathmandu.

Auch hier hat mir die Atmosphäre wieder sehr gut gefallen, man kommt sehr schnell mit anderen Leuten ins Gespräch. Häufig ist es heutzutage ja leider so, dass alle nur auf ihr Smartphone glotzen. Dieses Gefühl hatte ich hier eigentlich nie, das Flock Hostel war für mich tatsächlich so etwas wie ein Treffpunkt und ein Ort zum Austausch mit anderen.

flock hostel

  • Schlafsaal und Privatzimmer
  • Restaurant im Hostel
  • sehr schöne Privatzimmer
  • Frühstück im Hostel

Ich hatte hier auch im Privatzimmer übernachtet. Die Zimmer sind einen Tick teurer als im Rest Up, bieten aber auch ein klein wenig mehr Komfort, z.B. Wandspiegel, Fernseher und Polstersessel. Auf der Dachterasse gibt es ein kleines Yoga-Studio, das Hotel verfügt zudem über einen Workspace für remote worker und einen ATM auf dem Gelände. Ein gutes Rund-um-Sorglos-Paket!

7. Everest Boutique Hotel

Zum Schluss noch eine Empfehlung, die ich auf meinem letzten Trip während meiner 8-monatigen Himalaya-Reise entdeckt habe: Das Everest Boutique Hotel* liegt in einer Seitengasse westlich des Zentrums von Thamel, etwas abseits des Trubels – ideal für alle, die zentral wohnen, aber abends trotzdem ihre Ruhe möchten.

Rezeption des Everest Boutique Hotel.

Das Hotel ist preiswert, selbst für die Deluxe-Zimmer. Ich selbst habe mich mit dem normalen Standard-Zimmer begnügt, was für mich völlig in Ordnung war: Kein Luxus aber gemütlich und geschmackvoll eingerichtet mit bequemem Bett, Fernseher und sauberem Bad. Es gibt auch eine schöne Dachterrasse – die Ausblicke waren im November hervorragend!

Everest Boutique Hotel

  • Standard- Deluxe- und Superior-Zimmer mit Whirlpool
  • Restaurant im Hotel
  • schöne Aussicht von der Dachterrasse
  • Frühstück im Hotel

Das Hotel hat ein eigenes SPA und einen Fitness-Raum, beide habe ich selbst aber nicht genutzt. Außerdem ist eine Reiseagentur angeschlossen, über die man Touren und Treks buchen kann. Auch das habe ich nicht in Anspruch genommen. Von dem was ich gesehen habe, sind die Preise aber fair. Insgesamt ein schönes Hotel für wenig Geld!

Weitere Unterkünfte findest du hier:

Und das waren meine Empfehlungen – ich wünsche eine gute Reise und einen erlebnisreichen Trip! Wenn du noch Tipps für Kathmandu brauchst, schau dir hier meinen großen City-Guide an:

Außerdem findest du hier komplette Guides mit vielen nützlichen Infos zu den beliebtesten Treks in Nepal:

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