Vereda de la Estrella: Der schönste Weg in die Sierra Nevada

Die berühmte Vereda de la Estrella ist die klassische Tagestour in der spanischen Sierra Nevada und eine der bekanntesten Wanderungen in Andalusien überhaupt. Auf einem alten Minenweg geht es bis direkt vor die beeindruckenden Nordwände der höchsten Gipfel der Iberischen Halbinsel. In dem Beitrag bekommst du alle wichtigen Infos zu dieser legendären Wanderung im "Himalaya von Andalusien".

In diesem Artikel:

Es gibt viele Wege in die Sierra Nevada, das Hochgebirge im tiefen Süden von Spanien, das diesen Namen trägt, weil seine mächtigen 3.000er-Gipfel im Winter häufig in einem Gewand aus Schnee verhüllt sind. Als einer der schönsten gilt aber zweifellos die berühmte Vereda de la Estrella. Wenn du in Granada irgendjemanden fragst, welche Wanderung du in der näheren Umgebung machen sollst, wirst du mit ziemlicher Sicherheit diesen Namen hören.

Die Vereda de la Estrella (Weg des Sterns) ist zwar eigentlich „nur“ ein alter Arbeitsweg. Angelegt wurde er, um von dem Gebirgsdorf Güejar Sierra einen Zugang zu den Minen zu ermöglichen, in denen früher Kupfer im Gebirge abgebaut wurde. Aber wenn, dann ist das einer der schönsten Arbeitswege der Welt.

Die Route windet sich auf einem schmalen Pfad hoch oberhalb der tiefen Schlucht des Río Genil und endet direkt vor den Nordwänden von Alcazaba (3.369 m), Mulhacèn (3.479 m) und Veleta (3.396 m). Das sind einige der höchsten Gipfel Europas außerhalb der Alpen, der Anblick ist pure Hochgebirgs-Magie. Wenn ich ganz ehrlich bin, sind die Aussichten auf dieser Wanderung nicht viel schlechter als beim Annapurna Base Camp Trek im Himalaya.

Es ist, alles in allem, eine absolute Traumtour, bei der alles zusammenkommt: Ein spektakulär angelegter Weg. Fantastische Landschaftseindrücke zwischen rauschenden Wasserfällen, steilen Felswänden und immergrüner mediterraner Vegetation. Und zum Schluss dieser unvergessliche Panoramablick auf die Gipfel im Herzen der Sierra Nevada. Wenn du nur eine Wanderung im Umkreis von Granada machen willst – das hier ist dein Weg!

Vereda de la Estrella Wanderung in Andalusien.

Auf einen Blick:

  • Spektakuläre Schluchtenwanderung ca. 20 km östlich von Granada mit fantastischen Panoramablicken auf die höchsten Gipfel der Sierra Nevada
  • Streckenwanderung: Rückweg erfolgt auf dem Hinweg, Rundwanderung mit Varianten aber möglich
  • Länge: ca. 22 km (mit Rückweg über Cortijos del Hornillo, siehe unten)
  • Höhenmeter + 1.068, – 1068
  • Dauer: ca. 8 Stunden
  • Schwierigkeit: leicht – mittel
  • Wanderung ganzjährig möglich, im Winter bei Regen und Schnee vorsichtig sein, da teilweise leicht ausgesetzt
  • Anfahrt mit eigenem Fahrzeug einfacher, mit Öffis etwas umständlich erreichbar

Wanderführer für die Sierra Nevada und Andalusien

Meine Empfehlung: Rother-Wanderführer Andalusien Süd

Der Rother-Wanderführer für Andalusien* enthält ingesamt 50 Touren in Andalusien, allein 15 in der Sierra Nevada und die „Vereda de la Estrella“ ist als absolute Top-Tour natürlich auch mit dabei.

Daneben stellt der Autor Bernd Plikat aber noch jede Menge andere Gegenden vor. Andalusien ist sehr vielseitig und hat neben hohen Bergen auch schöne Küsten und ein wunderbares Hinterland zu bieten, in dem keine Menschenseele unterwegs ist.

Wenn du Andalusien zu Fuß entdecken willst, ist dieses Büchlein ein guter Anfang!

Als Wanderkarte für die Region für die Sierra Nevada empfehle ich die exzellente topographische Wanderkarte Sierra Nevada – La Alpujarra 1:40 000* des spanischen Anbieters Edition Alpina. Die Karte enthält neben der Vereda de la Estrella und den Gipfelrouten auf Mulhacén und Co. auch die beliebte Alpujarra-Region im Süden des Massivs und fast den kompletten Fernwanderweg GR-240.

Was ist die Vereda de la Estrella?

Bevor ich zu der Beschreibung der Route komme, noch ein paar Worte zu dem Weg. Die Geschichte dahinter ist nämlich durchaus ganz interessant. Und auf dem Trail selbst gibt es keinerlei Infos dazu, warum und weshalb hier überhaupt so ein toller Weg mitten in die Sierra Nevada hineinführt.

Wie erwähnt ist die Vereda de la Estrella ein alter Zugangsweg zu den Minen in der Sierra Nevada. Das gesamte Gebirge wurde bereits in der Antike unter den Römern, später auch unter den maurischen Herrschern Andalusiens ausgebeutet. Hauptsächlich grub man nach Kupfer und Silber. Die Vereda de la Estrella stammt aber aus dem 19. Jahrhundert. Der Weg sollte die Anfahrt der Pferdekarren vom nächstgelegenen Dorf Güejar Sierra bis zu den Minen erleichtern.

Verlassene Minengebäude an der Vereda de la Estrella.

Im 20. Jahrhundert kam das Großprojekt „Tranvia de Sierra Nevada“ dazu. Diese Bergbahn sollte vor allem den Tourismus in der Sierra Nevada fördern. Gleichzeitig war auch geplant, Schienen auf der Trasse parallel zum Río Genil zu verlegen und die Minen mit Gleisen zu verbinden. Die Bahn war aber nie ein großer Erfolg und die Schienen reichten auch nie so weit ins Gebirge, wie ursprünglich geplant.

Mit dem Beginn des spanischen Bürgerkriegs 1936 wurde der Bergbau in Andalusien schließlich komplett aufgegeben. Die Vereda de la Estrella riss man natürlich nicht wieder ab. In der Folge wurde sie hauptsächlich von Hirten benutzt, um zum Quellgebiet des Río Genil zu gelangen. Durch die große landschaftliche Schönheit entwickelte sie sich schließlich zu einem der beliebtesten Wanderwege Andalusiens.

Karte und GPS-Datei

GPX-Download

Vereda de la Estrella: Beschreibung der Wanderung

Die vielleicht bekannteste Wanderung Andalusiens startet etwas unspektakulär an dem Parkplatz am Restaurant Barranco de San Juan, etwa 8 Kilometer östlich des nächsten Orts Güéjar Sierra (Tipps zur Anfahrt unten). An diesem Punkt treffen sich die beiden Flüsse Rio Genil und Rio Vadilla, und es gibt eine Brücke, die du überquerst. An der Infotafel steigen links ein paar grobe Treppen aus Stein auf – das ist der Einstieg zur Vereda de la Estrella.

Start des Wanderwegs Vereda de la Estrella.

Der Weg ist im Prinzip äußerst unkompliziert, da du immer auf der linken Seite des Río Genil bleibst. Verlaufen ist nicht möglich, vor allem da der Weg schnell aufsteigt und durchweg hoch über dem Fluss verläuft. Links geht es steil zum Fluss runter, rechts genauso steil hoch. An ein paar Stellen zweigen von rechts Trampelpfade aus den Bergen herunter. Die Abzweigungen sind aber immer markiert. Und wenn du immer dem Fluss folgst, kann nichts schief gehen.


Für den Großteil des Weges ist die Vereda de la Estrella als breite Trasse angelegt. Das Laufen ist sehr bequem und auch einfach. Natürlich geht es schon mal ab und zu ein bisschen hoch und runter. Es ist aber eher Genusswandern als Gebirgstour, zumindest im ersten Teil. Erstmal geht es gemütlich weiter, bis du nach ein paar Kilometern zum „Abuelo“ (Großvater) gelangst. Der mehrere hundert Jahre alten Kastanienbaum hat sich hier an den Wänden der Schlucht ein schönes Plätzchen gesucht, um Wurzeln zu schlagen.

Vereda de la Estrella Kastanienbaum Abuelo am Wegesrans.
Der Kastanienbaum „Abuelo“hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel.

Kurze Zeit später folgt der spektakuläre Aussichtspunkt „Viso de las Nortes“ mit dem ersten richtig guten Panoramablick auf die großen Nordwände. Im Prinzip ein Superspot für Fotos. Leider scheint am Morgen die Sonne direkt ins Sichtfeld, sodass ich hier keine guten Bilder machen konnte. Aber vertrau mir – es ist ein wirklich schöner Spot, der sich auch gut für eine erste Pause anbietet.

Blick auf den Mulhacén in der Sierra Nevada.
Am Aussichtspunkt „Viso de las Nortes“ offenbaren sich die ersten Blicke auf die 3.000er der Sierra Nevada.

Immer begleitet vom rauschenden Río Genil tief unten in der Schlucht geht es größtenteils auf gleichbleibender Höhe weiter. Unterwegs kommen wir an zwei verlassenen Minen vorbei, der Mina La Probadora, der Mina de la Justicia und gelangen schließlich zu den Minas de la Estrella, eine richtige kleine Bergbausiedlung, von der immerhin noch ein paar Grundmauern übriggeblieben sind. Heute leben hier allerdings nur noch Kühe…


An der Mina de las Estrellas führt eine Holzbrücke über den Fluss, die wir überqueren. Ab hier wird der Weg insgesamt etwas anspruchsvoller, da die Trasse aufhört. Zunächst geht es auf einem schmalen Trampelpfad dahin. Später wird es zu einem richtigen Bergweg und es müssen auch ein paar kleine Bächlein überquert werden (abhängig von der Jahreszeit und wie stark es geregnet hat).

Flussüberquerung des Rio Genil auf der Vereda de la Estrella.
Hinter der Brücke an der Estrella-Mine hört die Trasse auf, der Weg wird schmaler und felsiger.

Viele Leute kehren bereits an der Mine wieder um. Ich würde dieses letzte Stück aber auf jeden Fall mitnehmen, da die Aussichten auf die Berge umso besser werden, je mehr man sich den großen Gipfeln nähert. An ein paar Stellen muss man leicht kraxeln, aber nichts Dramatisches. Es ist immer deutlich ein Weg zu erkennen. An den wenigen etwas ausgesetzteren Stellen lässt man sich einfach Zeit.

Wanderweg in der Sierra Nevada in Andalusien Spanien.
Auf dem Weg zur „Cueva Secreta“ kurz vor dem offiziellen Ende der Vereda de la Estrella.

Schließlich öffnet sich das Tal und wir gelangen zu dem Punkt, wo sich die zwei Flüsse Río Val de Casillas und Río Genil treffen. Die kleine Brücke ignorieren wir und biegen stattdessen auf einen versteckten Pfad ein, der in das Val de Infierno bis zum Fuss der Mulhacén-Nordwand führt. Dieser Abschnitt ist optional, aber nur sehr kurz – ca. 15 Minuten – und es lohnt sich!


Als Belohnung für den etwas holprigen Pfad erreichen wir schließlich die „Cueva Secreta“. Tatsächlich ist das keine Höhle, wie der Name vermuten lässt, sondern ein großer Felssturz, der eine Art natürlichen Unterschlupf bietet. Hauptsächlich wird er als Biwakplatz für Bergsteiger genutzt, die von hier die Mulhacén-Nordwand hochkraxeln. Es gibt aber auch ein paar ebene Flächen für Zelte vor dem Unterstand (leider auch viele Kuhfladen).

Cueva Secreta Höhle am Ende der Vereda de la Estrella.
Biwakhöhle „Cueva Secreta“.

An der Cueva Secreta endet die Vereda de la Estrella. Für den Rückweg gibt es jetzt mehrere Optionen. Außer du übernachtest hier und überquerst am nächsten Tag den Mulhacén-Gipfel nach Süden (Biwakieren für eine Nacht ist ausdrücklich erlaubt). Viele Leute laufen einfach den gleichen Weg zurück, was natürlich am einfachsten ist. Es gibt aber noch zwei andere Optionen.

Rückweg 1:  Über die Cuesta de los Presidiales

Die harte Tour und der Weg, den ich eigentlich gehen wollte. An dem Zusammenfluss der beiden Flüsse kurz vor der Cueva Secreta überquert man die Brücke und steigt dann auf der anderen Seite des Flusses auf einem unmarkierten Weg wieder auf. Anschließend weiter über die Cuesta de los Presidiales bis zu den verlassenen Refugios Aceral und Cucaracha und dann wieder runter zum Barranco San Juan am Start der Wanderung.

Schwieriger Wanderweg auf der Vereda de la Estrella.
Der steile Aufstieg zur „Cuesta de los Presidiales“ ist nicht markiert und eigentlich auch kein richtiger Wanderweg.

Achtung: Der Weg ist sehr steil und manchmal kaum zu erkennen. Teilweise ist es eher wegloses Bushwacking als Wandern. Ich bin nach einer halben Stunde wieder umgedreht, weil es mir Mitte Dezember zu blöd war (glitschige Steine, halb gefrorenes Gras, alles sehr rutschig und abschüssig). Im Frühjahr oder Herbst aber bestimmt interessant, wenn man eine Herausforderung mag und genug Zeit mitbringt.

Ich würde für diese Variante mindestens 3-4 Stunden zusätzlich einplanen.

Rückweg 2: Über den Sendero Cortijos del Hornillo

Die etwas entspanntere Version, aber landschaftlich trotzdem sehr reizvoll. Hinter den Minas de la Estrella nimmt man die Abzweigung am Wegweiser zu den „Cortijos del Hornillo“ und steigt steil durch den Wald auf. Der Weg nur teilweise markiert, aber kaum zu verfehlen. Und wenn du dich fragst, warum du dir nochmal die ganzen Höhenmeter antun solltest: Die Aussicht oben ist absolut fantastisch.

Aussichtspunkt Cortijo del Hornillo beim Wandern im Hochgebirge von Spanien in Andalusien.
Wunderbarer Blick vom „Mirador del Hornillo“. Die Aussichten von hier oben sind fast noch besser als auf der Vereda de la Estrella.

Auf etwa 1.800 Metern erreichst du einen verlassenen Bauernhof (Cortijo), wo es auch einen Aussichtspunkt gibt. Der Blick von hier auf die Nordwände von Mulhacèn und Alcazaba ist einfach nur der Hammer! Anschließend geht es weiter Weg nach Norden. Ich bin an der Abzweigung zu den Cabañas Viejas wieder auf die Hauptroute. Man kann aber auch noch weiter oben bleiben und erst kurz vor dem Barranco San Juan absteigen.

Für diese Version brauchst du ca. 1 – 1,5 Stunden mehr als den normalen Rückweg in der Schlucht.

Anfahrt zur Vereda de la Estrella

Der nächste Ort ist das etwa 8 km entfernte Güejar Sierra, Von hier führt eine Straße zum Barranco San Juan, wo die Wanderung startet (Google Maps). Hier gibt es zwei kleine Parkplätze und auch ein Restaurant. Achtung bei der Anfahrt: Die Straße ist ziemlich schmal und teilweise nicht mehr als eine Schotterpiste. Bei einer Anfahrt mit eigenem Auto am besten früh ankommen. Die Wanderung ist sehr beliebt und es gibt nur begrenzt Platz auf den Parkplätzen.

Parkplatz Barranco San Juan am Start der Vereda de la Estrella.
Parkplatz am Restaurant im Barranco San Juan am Start der Wanderung. Der Laden hatte sogar im Dezember auf…

Leider ist der Startpunkt nicht oder nur etwas umständlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Eine Möglichkeit wäre mit der Buslinie 0390 von Granada nach Güejar Sierra zu fahren (Fahrplan). Die Fahrt dauert ca. 1 Stunde. Dann müsstest du dir aber noch ein Taxi organisieren, da Güejar Sierra ja noch ein Stück entfernt ist. Ob man in Güejar Sierra überhaupt ein Taxi auf die Schnelle bekommt, ist eine andere Frage…

Theoretisch gibt es auch die Möglichkeit, die 8 Kilometer von Güejar Sierra zu laufen. Der Weg folgt der alten Strecke der Eisenbahn und ist als „Sendero del Tranvía de Sierra Nevada“ markiert. Ich hab das auf dem Rückweg gemacht und es war auch ganz interessant, weil es ein paar Infotafeln zu der Geschichte der Eisenbahn gibt. Allerdings ist die Wanderung selbst ja schon ca. 20 km lang. Das ist dann ein sehr langer Tag!

Weiterlesen: Tranvía de Sierra Nevada: Auf den Spuren der historischen Bergbahn von Granada

Beste Jahreszeit zum Wandern in der Sierra Nevada

Als ideale Jahreszeit für die Vereda de la Estrella gelten der Frühling (März bis Mai) und der Herbst (September bis November). Ich hab diese Wanderung bis jetzt aber schon zweimal im Dezember gemacht und hatte jedes Mal Traumwetter. In der Sierra Nevada fängt der Schnee in der Regel erst bei über 1.500 Metern an. Da die Wanderung größtenteils auf der 1.500-Meter-Marke bleibt, läufst du im Prinzip immer unterhalb der Schneegrenze.

Trotzdem sollte man im Winter ein bisschen aufpassen. Es kann in Andalusien auch schon mal ziemlich heftig regnen. Falls das der Fall ist, würde ich diese Tour nicht machen. Der Weg verläuft fast die ganze Zeit oberhalb einer Schlucht und ist manchmal auch recht schmal. Hier auszurutschen ist nicht so toll. Auch für den Fall, dass es schneien sollte, würde ich von der Wanderung absehen.

Wegweiser Vereda de la Estrella in der Sierra Nevada.
An den größeren Abzweigungen finden sich Wegweiser. Die kleineren Trampelpfade sind meistens unmarkiert.

Wie schwer ist die Vereda de la Estrella?

Im Prinzip ist die Tour nicht besonders schwer. Der Hauptweg ist ordentlich markiert, gut zu laufen und bis zu den Minen kaum zu verfehlen. Danach wird es ein bisschen steiniger. Wenn du schon mal im Gebirge wandern warst, solltest du aber keinerlei Probleme haben. Die größte Herausforderung dürfte, wenn überhaupt, die Länge sein. Deshalb am besten so früh wie möglich starten.

Die in der Beschreibung erwähnte Variante über die Cuesta de los Presidiales ist ein anderes Niveau, da der Weg nicht markiert und deutlich steiler ist. Das war mir zumindest im Dezember nicht ganz geheuer. Auch die Routen von Norden auf den Mulhacèn sind unmarkierte, schwierige Bergwege. Der übliche, einfachere Aufstieg erfolgt von Süden über den Ort Capileira.

Benötigte Ausrüstung

Bei solchen Tageswanderungen auf einfachen Wegen braucht man es Equipment-technisch eigentlich nicht übertreiben. Sinnvoll finde ich die folgenden Sachen:

Praktische Tipps zu der Wanderung auf der Vereda de la Estrella

Hier noch ein paar praktische Tipps zu der Wanderung, die dir eventuell behilflich sein könnten:

Essen und Trinken: Abgesehen von dem Restaurant am Barranco San Juan am Start gibt es unterwegs keine Einkehrmöglichkeiten. Daher ausreichend Proviant und Wasser mitnehmen (1-2 Liter).

Handyempfang: In der Schlucht des Río Genil hast du größtenteils keinen Handyempfang. Deshalb unbedingt vorher eine Offline-Karte runterladen oder ein GPS-Gerät* mitnehmen (zum Test: Garmin eTrex 32x).

Navigation: Abseits der Hauptroute sind die Wege nur schlecht oder gar nicht markiert. Generell sind die Markierungen längst nicht so allgegenwärtig wie z.B. in den Alpen. Eine topografische Wanderkarte* ist deshalb wirklich sinnvoll.

Alternative Wege: Auf OSM-Maps und einigen Navi-Apps sind etliche Wege eingezeichnet, die nicht in den offiziellen Wanderkarten auftauchen. Hier gut aufpassen und lieber umkehren als sich bei irgendwelchen Experimenten zu verlaufen.

Camping: Im gesamtem Nationalpark Sierra Nevada sind Übernachtungsbiwaks für Einzelpersonen und kleine Gruppen (bis 3 Personen) unangemeldet für eine Nacht erlaubt. Der einzige gute Platz mit Zugang zu Wasser ist auf dieser Wanderung die Cueva Secreta.

Wanderweg in der Sierra Nevada.

Mein Fazit

Was soll ich sagen… Ich hab diese Wanderung jetzt schon zweimal gemacht und ich fand es auch in der Wiederholung kein Stückchen langweilig. Es ist natürlich eine allseits beliebte und bekannte Tour und nicht der absolut einsame Geheimtipp. Zumindest im Winter hält sich der Andrang aber in Grenzen. Damit ist diese Tour gerade in der Jahreszeit, wenn man weiter nördlich nicht mehr im Gebirge wandern kann, eine absolute Empfehlung.

Die Vereda de la Estrella war 2018 meine allererste Wanderung in Andalusien überhaupt. Seitdem war ich jetzt dreimal im Winter hier, wobei ich bis jetzt noch nie auf den hohen Gipfeln der Sierra Nevada gestanden habe. Wer weiß… vielleicht schaffe ich es irgendwann nochmal im Frühling in die Gegend und packe es auf den Mulhacèn. Wenn, dann nehme ich bestimmt noch einmal diesen wunderbaren Weg!

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Hast du noch Fragen oder Anmerkungen zu der Tour? Kennst du andere spannende Wanderungen in Andalusien? Dann nichts wie ab in die Kommentare – ich freue mich, von dir zu hören!