In diesem Artikel:
- Kein Trekking ohne Guide mehr in Nepal: Das sind die Fakten
- Das bedeuten die neue Trekking-Regeln in Nepal
- Wer steht hinter dem Nepal Tourism Board?
- Mache ich mich strafbar, wenn ich ohne Guide unterwegs bin?
- Das ist seit 2023 in der Everest-Region passiert
- Wer könnte die neuen Regeln durchsetzen?
- Konflikte wegen unklaren Kompetenzen: Der Fall Langtang
- Wie hoch ist das Risiko, wenn ich ohne Guide wandere?
- Meine Erfahrungen in der Annapurna-Region
- Meine Erfahrungen beim Trekking in zugangsbeschränkten Gebieten
- Warum schreiben so viele Webseiten, dass Trekking ohne Guide verboten ist?
- Was bringt die Zukunft?
- Was sagen eigentlich die Einheimischen dazu?
📌 Wichtig: Es gibt kein Gesetz, das Wandern ohne Guide verbietet. Die Anordnung des Nepal Tourism Board von 2023 ist rechtlich nicht bindend und wird bislang weitgehend ignoriert. Permits werden weiterhin ausgestellt – Details weiter unten. Alle Informationen in diesem Artikel beruhen auf meinen eigenen Erfahrungen vor Ort.
Nepal – das Bergland im Himalaya gilt bei vielen als Heimatland des Trekking und ist weltweit der Anziehungspunkt für Bergbegeisterte, Backpacker und Trekking-Fans, die die mächtigen 8.000er-Eisriesen einmal mit eigenen Augen sehen wollen. Tja… und so schnell kann es gehen: Eine kleine Pressemitteilung reichte aus, um all das durcheinanderzubringen.
Am 01. April 2023 veröffentlichte das Nepal Tourism Board eine Anordnung, die das Trekking ohne offiziell lizensierten Guide verbietet. Einfach den Rucksack schnappen und loslaufen, so wie ich das viele Male gemacht habe – sei es auf der Annapurna-Runde, in der Everest Region oder auf dem Langtang-Trek – all das sollte so nicht mehr möglich sein.
Drei Jahre ist es jetzt her, dass diese Meldung für viel Wirbel und jede Menge Ärger sorgte. Und noch immer ist eine der häufigsten Fragen, die mich zum Thema Nepal-Trekking erreichen: Darf ich das denn jetzt überhaupt noch ohne Guide? Die Kurzfassung: Nein, eigentlich nicht, aber irgendwie doch. Klingt kompliziert? Genau deshalb habe ich diesen Artikel geschrieben.
Schauen wir uns das also mal an!

Solo-Trekking im Nepal: Nur noch mit Guide?
Zuerst schnell die offizielle Version. Das ist in diesem Fall die Pressemitteilung des Nepal Tourism Board. Das Nepal Tourism Board ist eine Organisation, die mit der nepalesischen Regierung zusammenarbeitet und die Entwicklung des Tourismus vorantreiben soll. Hier der Screenshot der Pressemitteilung:
📌 Wichtig: Das Nepal Tourism Board ist keine staatliche Behörde! Darauf werde ich weiter unten noch detailliert eingehen. Genau darin liegt nämlich der Kern des ganzen Problems.
Hier erstmal der Screenshot der Pressemitteilung:

Dort heißt es klipp und klar:
Trekker müssen die Dienste eines offiziell lizensierten Guides in Anspruch nehmen und eine TIMS-Karte durch eine offiziell bei der Regierung registrierte Trekking-Agentur erwerben. Die neue Regel tritt nach dem 31. März 2023 in Kraft.
Kurz zur Erklärung: Die TIMS-Karte (Trekker Information Management System) ist ein System, mit dem die Behörden den Standort von Trekkern nachvollziehen wollen. Dazu soll die Karte beim Eintritt in die Nationalparks und an verschiedenen Checkpoints auf der Route kontrolliert werden. Das TIMS-Permit ist kostenpflichtig, die Einnahmen gehen zu gleichen Teilen an das Nepal Tourism Board und den Verband der Trekking-Agenturen (TAAN).
Bis 2023 war es verpflichtend, dass alle Trekker eine TIMS-Karte mit sich führen, zusätzlich zum eigentlichen Permit für die jeweilige Trekking-Region. Als ich 2022 das erste Mal in Nepal war, wurde TIMS aber nirgendwo kontrolliert. Das deckt sich mit den Erfahrungen anderer Leute. Deshalb wurde auch schon länger kritisiert, dass die TIMS-Karte reine Geldmacherei ist und die eigentlich sinnvolle Idee reine Theorie bleibt, da die Trekker eben nicht konsequent kontrolliert werden.

Das bedeuten die neue Trekking-Regeln in Nepal
Gehen wir die Pressemitteilung gerade nochmal durch und schauen uns an, was da genau drinnen steht:
- Trekker benötigen ab dem 01. April 2023 einen offiziell lizensierten Guide, d.h. er muss bei der Trekking Agencies Association of Nepal (TAAN) registriert sein.
- Die neue Maßnahme soll für alle Trekker gelten. Also nicht nur für Solo-Trekker, sondern auch für Gruppen. Bislang waren etliche Trekking-Regionen, z.B. der Manaslu-Circuit ausschließlich für Solo-Trekker gesperrt, aber nicht für Gruppen von 2 oder mehr Personen.
- Die Regel gilt für alle Gebirgs-Nationalparks von Nepal, für die man bislang bereits eine TIMS-Karte brauchte.
- Im FAQ heißt es außerdem, dass die Regel nur für ausländische Trekker gilt. Nepali sind davon ausgenommen.
- Die Maßnahme wurde zum Schutz der Touristen ergriffen. Immer wieder würden sich Leute verlaufen, unterwegs krank werden oder Naturkatastrophen zum Opfer fallen. Der Guide soll gewährleisten, dass Trekker sofort Zugang zu professioneller Unterstützung bekämen.
- Außerdem sollen somit neue Verdienst-Möglichkeiten im Tourismus-Sektor geschaffen und nicht-lizensierte Guides unterbunden werden.
- An der (komplizierten) Bürokratie für Bergtouren auf die hohen Himalaya-Gipfel ändert sich nichts. Hier braucht man auch weiterhin einen offiziell registrierten Sirdar und ggf. einen Verbindungs-Offizier für Genehmigungen der Gipfel über 6.500 Meter.

Für diese Regionen in Nepal gelten die Regeln
Das Tourism Board hat auch ein FAQ auf seiner Webseite eingestellt und listet die Regionen auf, für die man einen Guide und das TIMS-Permit benötigt. Im Prinzip sind das alle bekannten Trekking-Regionen und sämtliche bekannten Treks:
| Region | Trek |
|---|---|
| Kanchenjunga Region | 1. Kanchenjunga Base Camp via Sele La Pass Trek 2. Kanchenjunga Basecamp Trek 3. Kanchenjunga Base Camp Nango Pass Trek 4. Lumba Sumba Pass Trek |
| Makalu Barun Area | 1. Makalu Basecamp Trek 2. Sherpani Col Pass Trek |
| Everest Region | 1. Everest Basecamp Trek 2. Gokyo Trek 3. Chho La Pass Trek 4. Gokyo Renjo La Pass Trek 5. Three Passes Trek 6. Everest View trek 7. Mera Peak Trek 8. Amphu Labtsha Pass |
| Rolwaling Region | 1. Rolwaling Trek 2. Tashi Labtsha Pass Trek |
| Panchpokhari Bhairabkunda Area | 1. Panchpokhari Trek |
| Helambu Region | 1. Helambu Trek 2. Goshaikunda Trek |
| Langtang Region | 1. Langtang Trek 2. Langtang Gosaikund Trek 3. Tamang Heritage Trek 4. Tamang Heritage Langtang Trek 5. Ganja La pass Trek 6. Tillman Pass |
| Ganesh Himal-Ruby Valley Area | 1. Ganesh Himal – Ruby Valley Trek |
| Manaslu Region | 1. Manaslu Circuit Trek 2. Manaslu – Tsum Valley Trek 3. Tsum Valley Trek |
| Annapurna Region | 1. Annapurna Circuit Trek 2. Nar Phu Annapurna Circuit Trek 3. Mesokanto / Tilicho Pass Trek 4. Poon Hill-ABC Trek 5. Khopra Trek 6. Mardi Himal Trek 7. Sikleh Tara Hill Trek |
| Mustang Region | 1. Upper Mustang Trek 2. Sarebung Pass Trek |
| Dhaulagiri Region | 1. Round Dhaulagiri |
| Dolpo Region | 1. Upper Dolpo – Jomsom Trek 2. Upper Dolpo Trek 3. Lower Dolpo Trek 4. Kagmara Pass Trek |
| Humla Region | 1. Humla Limi Valley Trek |
Von der Regel ausgenommen sind das Kathmandu-Tal (außer Shivapuri-Nationalpark) und die Außenbezirke von Pokhara. Weiterhin erlaubt ohne Guide ist auch das Wandern rund um die größeren Städte. Außerdem sollen eine individuelle Fahrt und die Busfahrt nach Muktinath ebenfalls ohne Führer möglich sein (aber nur mit TIMS-Permit). Der Tempel ist ein beliebtes Ziel für indische Pilger.
Wichtig: Es gab bereits vor dem 1. April 2023 etliche Gebiete in Nepal, in die man nur mit Sondergenehmigung und Führer hineinkam, die sogenannten Restricted Areas (siehe unten). Dazu zählen beispielsweise Upper Mustang und Dolpo (Übersicht). In diesen Gegenden war das Solo-Trekking schon immer verboten. Mit der neuen Regelung soll dieses Verbot auf alle Trekking-Gebiete ausgedehnt werden – auch auf solche, die vorher individuell bereist werden konnten.

Wer steht hinter dem Nepal Tourism Board?
An dieser Stelle lohnt es sich, etwas genauer darauf einzugehen, was das Nepal Tourism Board eigentlich ist und was diese Organisation macht. Auf der Webseite findet sich dazu die folgende Erklärung:
📌 Das Nepal Tourism Board ist eine nationale Tourismusorganisation Nepals. Sie wurde 1998 durch ein Parlamentsgesetz als Partnerschaft zwischen der Regierung Nepals und der privaten Tourismusbranche gegründet. Ziel ist, Nepal als attraktives Reiseziel zu entwickeln und zu vermarkten.
Heißt das also, dass das Nepal Tourism Board eine staatliche Behörde ist? Nicht ganz – das Nepal Tourism Board wurde zwar in Zusammenarbeit mit der Regierung gegründet und wird auch von dieser beaufsichtigt. Es ist aber keine Behörde im engeren Sinne, wie z.B. ein Ministerium, die Polizei oder eine Nationalparkverwaltung.
Eher könnte man sagen, das Nepal Tourism Board ist eine gesetzlich gegründete, staatlich verankerte Organisation. Konkret:
- 👉 eine Public-Private-Partnership (PPP)
- 👉 gegründet durch ein Parlamentsgesetz (Nepal Tourism Board Act, 1998)
- 👉 unter Aufsicht des Tourismusministeriums
- 👉 mit staatlicher Beteiligung, aber nicht Teil der Ministerialverwaltung
Das deckt sich auch mit der öffentlich einsehbaren internen Verwaltungsstruktur des Nepal Tourism Board. Der 11-köpfige Aufsichtsrat besteht nämlich aus:
- 5 Vertretern der Regierung
- 5 Vertretern des Privatsektors
- Chief Executive Officer (Geschäftsführer)
Warum ist all das wichtig? Aus einem einfachen Grund: Da das Nepal Tourism Board keine staatliche Behörde ist, hat diese Organisation keine Befugnis Gesetze zu erlassen. Diese Aufgabe liegt bei den zuständigen Ministerien und in letzter Instanz beim Parlament. Ebensowenig kann das Tourism Board irgendjemanden kontrollieren oder bestrafen. Diese Aufgaben zählen schlicht nicht zu den vorgesehenen Kompetenzen.
Was das Nepal Tourism Board macht:
- 📜 Richtlinien für den Tourismus in Nepal formulieren
- 💡 Empfehlungen aussprechen
- 🚶♂️ Tourismus-Management-Systeme entwickeln und vorantreiben (z.B. TIMS)
👉 Im Prinzip ist das Nepal Tourism Board also so etwas wie die Marketing-Abteilung der nepalesischen Regierung in allen Fragen des Tourismus.
Genau aus diesem Grund wird in der obigen Pressemitteilung auch immer nur von „provision“ gesprochen, also von „Regelung“ und niemals von „Gesetz“. Das sogenannte „Guide-Verbot“ ist kein offizielles Gesetz, sondern erst mal nur ein Vorschlag einer staatlich legitimierten Organisation. Damit es zu einem richtigen Gesetz werden würde, müsste erst darüber im Parlament abgestimmt werden. Genau das ist aber niemals passiert. Und genau deshalb schwebt diese sogenannte „Regelung“ rechtlich gesehen immer noch in einem luftleeren Raum.
Mache ich mich strafbar, wenn ich ohne Guide unterwegs bin?
Rechtlich gesehen nein, da es sich wie oben dargelegt nicht um ein offizielles Gesetz handelt. Es gibt bislang kein Gesetz und keine Verordnung, die das Trekking ohne Guide verbietet.
- ❌ Kein Parlamentsgesetz
- ❌ Keine ministerielle Verordnung
- ❌ Keine im Gesetzblatt veröffentlichte Pflicht
👉 Es existiert kein formell bindendes Recht, das Solo-Trekking in Nepal landesweit verbietet.
Das ist der Kern des Problems: Nationalparks und Behörden können die Regel anwenden, sie sind aber rechtlich nicht zwingend dazu verpflichtet. Das macht die Sache so schwammig.
Und deshalb ignorieren auch so gut wie alle Trekking-Regionen vor Ort die Vorgabe – einfach, weil es geht und weil bei Nichtbeachtung keine unmittelbaren Konsequenzen drohen. Davon abgesehen gibt es natürlich 1.000 Gründe ein Trekkingverbot für Solo-Wanderer nicht umzusetzen: Personalmangel, zu umständliche Kontrollen, mangelhafte Verwaltungsstrukturen, wirtschaftliche Interessen der betroffenen Regionen und und und.
Diese Regeln gelten für Trekker in der Everest-Region
Das war bis jetzt alles etwas theoretisch. Schauen wir uns das also doch mal an einem Beispiel aus der Praxis an: Die Everest-Region. Dort kann man nämlich sehr schön sehen, wie die lokalen Behörden ticken und wie sie tatsächlich handeln.

Die Everest-Region ist eine der wohlhabendsten Provinzen Nepals. Die Sherpa sind gute Geschäftsleute und wissen genau, was sie am Everest haben. Und am liebsten möchten sie sich dabei nicht zu viel von anderen reinreden lassen. Solo-Trekker sind hier seit jeher erlaubt, auch wenn sie nur eine Minderheit bilden. Die meisten westlichen Besucher, vor allem die Everest-Basecamp-Trekker, gehen ohnehin mit einem Guide. Dennoch sind Individual-Touristen grundsätzlich gerne gesehen – schließlich lassen die auch Geld da.
Die vom Tourism Board eingeführte TIMS-Karte kommt in der Everest-Region schon seit längerem nicht zum Einsatz. Die Provinzverwaltung Khumbu Pasanglhamu Rural Municipality erhebt stattdessen seit 2017 ihre eigene Eintrittsgebühr und hat ein eigenes Permit-System entwickelt, die sogenannte Khumbu Trek Card. Die Einnahmen fließen direkt in die Entwicklung der Region, das ganze läuft überwiegend in lokaler Selbstverwaltung. Mit der neuen Regelung wäre die TIMS-Karte jetzt aber wieder verpflichtend gewesen – und diese Einmischung von außen war für die Khumbu Pasanglhamu Rural Municipality nicht akzeptabel.

Bereits wenige Tage nach Veröffentlichung der Pressemitteilung erhob die Regionalverwaltung Einspruch und drohte vor Gericht zu ziehen, falls die Regel für die Everest-Region nicht sofort zurückgezogen würde. Die Argumentation: Nur die Verwaltungsorgane vor Ort hätten das Recht Gebühren und Eintrittsgelder einzuziehen. Indem Trekker jetzt gezwungen würden, eine gebührenpflichtige TIMS-Karte zu verwenden, würden sie damit eine Art versteckte Gebühr durch die Hintertür an das Tourism Board zahlen. Das sei aber illegal, da diese Organisation laut Gesetz gar keine Gebühren eintreiben dürfe. Das Nepal Tourism Board mache sich also strafbar.
Wie man sich schon denken kann, kam es nie zu einem Gerichtsverfahren. Ob die Verantwortlichen im Tourism Board erkannten, wie wackelig ihre Position war, sei dahingestellt. Vielleicht wollte man es nicht darauf ankommen lassen. Vielleicht wurde einigen Leute auch einfach ein bisschen bange, als sie erkannten, wie viel Arbeit da noch auf sie zukommen würde. Eine Pressemitteilung in die Welt zu setzen ist eine Sache. Eine so weitreichende Maßnahme dann auch landesweit durchzusetzen eine andere.
Insofern passierte das, was in solchen Fällen immer passiert: Gar nichts.
Die Behörden in der Everest-Region ignorierten die Ankündigung des Tourism Board ganz einfach und veröffentlichten kurz darauf sogar ihre eigene Pressemitteilung, in der sie das genaue Gegenteil schrieben und individuelle Trekker ausdrücklich weiterhin begrüßten:

Zitat:
Individual-Reisende sind immer in der Everest-Region willkommen. Es ist nicht verpflichtend, einen Trekking-Guide zu nehmen, auch wenn wir es für Hochgebirgsregionen empfehlen.
Kurz darauf wurden die Regeln auf der Facebook-Seite der Behörde nochmal für alle anschaulich zusammengefasst:

Vom Nepal Tourism Board hat man danach nie wieder eine Reaktion darauf gehört. Und genau so oder so ähnlich läuft es auch in den anderen Regionen: Die lokalen Behörden und Verantwortlichen machen ihr eigenes Ding. Was im fernen Kathmandu entschieden wird, mag ja schön und gut sein. Aber wenn:
- diese Regelung rechtlich nicht bindend ist
- die geplante Maßnahme direkt meinen eigenen Interessen widerspricht und
- niemand da ist, der das dann auch vor Ort durchsetzt
Wieso sollte ich dann irgendetwas am Status Quo ändern? Bislang lief es ja gar nicht so schlecht. Das ist der Grund, warum dieses sogenannte „Guide-Verbot“ bislang nicht über eine Pressemitteilung hinausgekommen ist. Ob sich das in der näheren Zukunft ändern wird – nach allem, was bisher passiert ist, sieht es eher nicht danach aus.
Schau dir meinen großen Kathmandu-Guide an:

Wer könnte diese Regel durchsetzen?
Neben dem Tourism Board gibt es in Nepal tatsächlich einige staatliche Organe, bei denen man sich vorstellen kann, dass sie diese Regel wirklich umsetzen könnten – zumindest, wenn es denn irgendwann mal ein offizielles Gesetz gäbe. Dazu zählen z.B.
- ✈️ Ministry of Culture, Tourism and Civil Aviation
- 📄 Department of Immigration
- 🌲 Nationalparkverwaltungen
- 👮♂️ Polizei
Diese Organe sind Vollzugsbehörden mit einem eigenen Beamtenapparat. Es sind offizielle Repräsentanten des nepalesischen Staates, die die Macht haben, Regeln umzusetzen und Verstöße zu ahnden. Sie dürfen kontrollieren, prüfen und bei Verstößen konkrete Maßnahmen ergreifen, beispielsweise dürften sie ein Bußgeld oder eine Strafe verhängen, wenn du an einem Checkpoint ohne Permit erwischt wirst.
All das darf das Nepal Tourism Board nicht – und genau genommen hat es auch gar nicht die Möglichkeit dazu, da es keine eigenen Beamten beschäftigt, die irgendetwas durchsetzen können. Wobei sich natürlich immer noch die Frage stellen würde: Wer von den oben genannten Institutionen ist denn jetzt wirklich dafür zuständig. Die Kompetenzen überschneiden sich ja teilweise.
Konflikte wegen unklaren Kompetenzen: Der Fall Langtang
Dieses Kompetenz-Wirrwar hat in den vergangenen Jahren tatsächlich schon zu einigen Unklarheiten geführt. Ein gutes Beispiel dafür ist das Langtang Valley, eine der beliebtesten Trekking-Regionen Nepals.
Langtang ist ein „echter“ Nationalpark unter direkter Regierungskontrolle, anders als z.B. die Annapurna-Region, für die ein neues Modell entwickelt wurde (siehe unten). Die Verwaltung von Langtang liegt beim Ministerium für Forst und Umweltschutz, die Kontrollen erfolgen durch Soldaten der nepalesischen Armee. Die Soldaten kontrollieren auch die Trekking-Permits. Sie sind allerdings nicht in erster Linie hinter Wanderern ohne Guide her, sondern wollen Wilderei und Schmuggel über die tibetische Grenze verhindern.

Nach der Pressemitteilung 2023 änderte sich erstmal gar nichts, Trekker bekamen auch ohne Guide weiterhin Permits. Ich selbst war 2024 in der Gegend und holte mir das Permit vorher in Kathmandu. Im Februar 2025 verschickte die Nationalparkverwaltung allerdings einen Brief an den Verband der Trekking-Agenturen von Nepal (TAAN).

In diesem Brief heißt es:
Wir fordern die zuständigen Tourismusunternehmer dazu auf, die notwendigen Vorkehrungen zu treffen, um Touristen im Nationalpark mit einem Nature Guide/Trekking Guide zu begleiten. Wir bitten um Unterstützung bei der Begleitung von in- und ausländischen Touristen durch einen Trekkingführer im Langtang-Nationalpark.
Bei diesem Schreiben stellen sich zwei Fragen:
- ⏳ Warum fordert der Nationalpark die Umsetzung einer Regel, die zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon seit zwei Jahren gelten sollte?
- 👮♂️ Warum braucht man überhaupt Unterstützung, wenn es doch genügend Checkpoints und Beamte gibt, die das Verbot durchsetzen könnten?
Eine Antwort darauf habe ich leider auch nicht. Aber zwischen den Zeilen kann man ziemlich deutlich die Unsicherheit der Nationalpark-Verwaltung herauslesen: Wer ist wirklich für die Umsetzung dieser Regel verantwortlich? Wir wissen es nicht – also schickt uns bitte jemanden, der das ein für alle Mal klärt.
Geschehen ist daraufhin allerdings… nichts. TAAN forderte die im Verband organisierten Trekking-Agenturen in einem Schreiben zwar noch einmal dazu auf, sicherzustellen, dass Touristen nur mit Führer gehen:

Der Sinn dieses Schreibens bleibt allerdings unklar. Die Regel hätte erstens ja ohnehin schon gelten sollen. Und zweitens geht die Botschaft völlig am eigentlichen Adressaten vorbei: den Solo-Wanderern. Denn wenn ich wirklich alleine wandern will, gehe ich sicherlich nicht vorher zu einer Trekking-Agentur und sage schnell mal Bescheid, dass ich ohne Guide gehe. Die Trekking-Agenturen waren einfach der komplett falsche Ansprechpartner für diesen Brief.
Für einige Monate schien es 2025 im Langtang Valley tatsächlich Probleme zu geben, weil einige Beamte bei der Permit-Kontrolle so entschieden, andere so. Verlässlichkeit sieht anders aus – und natürlich hat das den Einheimischen nicht gefallen. Schließlich machen viele ein gutes Geschäft mit den Touristen und gerade nach dem Erdbeben 2015 war man hier sehr darauf bedacht, die Leute ins Langtang Valley zu holen und nicht, sie zu verscheuchen.
Irgendwann wurde der Druck der Bevölkerung wohl zu hoch und die Lokalverwaltung sah sich Mitte Oktober 2025 zu diesem Beitrag auf Facebook veranlasst:

Zitat:
Hiermit informieren wir alle ausländischen Trekker, dass die Langtang-Region für individuelles Trekking geöffnet ist. Trekker brauchen keinen Führer oder Porter, um das Gebiet zu betreten und zu erkunden.
Stand 2026 sind Besucher im Langtang Valley also wieder ohne Einschränkungen willkommen, einschließlich Wanderer ohne Guide.
Wie hoch ist das Risiko, wenn ich ohne Guide wandere?
Kann ich mir also einfach das Permit holen, losziehen und mir 100% sicher sein, dass ich keine Probleme habe? Ganz so einfach ist es nicht. Denn im Nepal Tourism Board sitzen ja auch staatliche Vertreter. Das heißt, diese Regelung wird von verschiedenen staatlichen Organen, z.B. dem Tourismusministerium mitgetragen. Das Ministerium hat die Richtlinie auch niemals aufgehoben oder in irgendeiner Form widersprochen.
📌 Es existiert weiterhin eine verwaltungspolitische Maßnahme, die zwar rechtlich unverbindlich, aber staatlich gebilligt ist.
Konkret heißt das: Du kannst nicht wegen Gesetzesbruch verurteilt werden und wirst aller Wahrscheinlichkeit nach auch niemals Strafe zahlen müssen. Was aber – zumindest theoretisch – passieren kann:
- 👮♂️ Ein Nationalpark-Ranger könnte dich zur Umkehr auffordern
- ❌ Dir könnte das Permit verweigert werden
- ❓ In Zweifelsfall hast du keine klare Rechtsgrundlage, auf die du dich berufen kannst
Das Risiko ist nicht so sehr strafrechtlicher, sondern administrativer Natur. Jeder zuständige Beamte, z.B. ein Polizist, ein Nationalpark-Mitarbeiter oder der Beamte am Permit-Schalter, könnte sich quer stellen, dir das Permit nicht ausstellen, dich nicht in den Nationalpark reinlassen oder sonst irgendwie Probleme bereiten – und er kann sich dabei immer auf die Richtlinie des Tourism Board berufen.
In diesem Fall könntest du wahrscheinlich relativ wenig machen.
Dazu muss man sagen: Das ist die Theorie. In der Praxis gibt es mit 99,9%iger Wahrscheinlichkeit nach keine Probleme, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Denn wie oben dargelegt, haben die entsprechenden Regionen, die von dem Verbot betroffen wären, oft gar kein Interesse daran, dass sich irgendetwas ändert. Und wenn sich etwas ändert, dann bitteschön nur unter Mitsprache aller Beteiligten und nicht durch ein einseitiges Dekret.
Meine Erfahrungen in der Annapurna-Region
All das oben geschilderte habe ich im Herbst 2025 erneut selbst erlebt. Ich war von September bis Dezember in Nepal und habe dort u.a. viele Wanderungen in der Annapurna Conservation Area gemacht. Unter anderem Teile des Annapurna Circuit, daneben aber auch etliche unbekanntere Routen, die ich mir bei meinem ersten Besuch 2022 vorgemerkt hatte.

Die Annapurna-Region ist kein Nationalpark, sondern eine „Conservation Area“. Dieses Modell wurde 1985 in dem wegweisenden Annapurna Conservation Area Project (ACAP) entwickelt, um den Naturschutz mit den Bedürfnissen der Einheimischen zu vereinbaren. Ein zentraler Pfeiler ist die lokale Selbstverwaltung – die rund 100.000 Einwohner der Region haben ein Mitspracherecht bei allen wichtigen Entscheidungen, so auch beim Tourismus.
Die Entscheidung des Nepal Tourism Board stieß dementsprechend schon von Anfang an auf große Ablehnung, insbesondere bei den einflussreichen Lodge-Besitzern. Die Annapurna-Region ist die mit Abstand beliebteste Trekking-Region Nepals, es gibt weit über 1.000 Lodges und traditionell einen sehr hohen Anteil an Individual-Touristen. Natürlich ist das ein gutes Geschäft und das will man nicht einfach preisgeben.
Daher besteht in der Annapurna-Region keinerlei Interesse, die Vorgaben des NTB umzusetzen – und so lange es keine klare Entscheidung im Parlament gibt, wird sich das auch nicht ändern. Individualreisen sind heute tatsächlich sogar noch einfacher als vor ein paar Jahren, da man sich inzwischen einfach ein digitales e-Permit holen kann. Ich musste vorher nicht mal mehr zum Touristen-Büro in Pokhara oder Kathmandu gehen, das läuft jetzt alles online. Bei den ACAP-Checkpoints zeigte ich einfach die PDF-Datei mit dem Permit auf meinem Smartphone vor – das war’s.
Ein paar Sachen sind mir bei meinen Treks aufgefallen:
- Checkpoints befinden sich generell nur entlang der bekannteren Treks (Annapurna Circuit, ABC-Trek, Mardi Himal etc.)
- Daneben gibt es unzählige Nebenrouten, die überhaupt nicht kontrolliert werden. Wenn man die entsprechenden Wege kennt, kann man problemlos mehrere Tage wandern, ohne jemals einen Checkpoint zu sehen.
- Die Checkpoints haben nicht immer geöffnet und sind ggf. geschlossen.
- Die Beamten fragen weder nach einem Guide noch nach dem TIMS-Permit. Das Einzige, was kontrolliert wird, ist das Permit für das entsprechende Gebiet (in diesem Fall ACAP).
- Die Lodgebesitzer interessiert es ebenfalls überhaupt nicht, ob man mit oder ohne Guide unterwegs ist.

Meine Erfahrungen beim Trekking in zugangsbeschränkten Gebieten (restricted areas)
Ich habe 2025 auch den berühmten Manaslu Circuit gemacht. Diese Wanderung verläuft in unmittelbarer Nähe der Grenze zu Tibet, daher gilt das Gebiet als „restricted area“ (Sperrzone), der Zutritt ist besonders streng reglementiert. Konkret gelten hier folgende Regeln:
- 👨💼 Zutritt nur mit offiziell lizensiertem Guide
- 2️⃣ Mindestens 2 Personen für den Trek erforderlich
- 🎫 TIMS-Karte erforderlich
- 🏞️ Für die Wanderung wird neben den Nationalpark-Permits ein separates Restricted Area Permit benötigt
- 📜 Zusätzlich wird ein lokales Permit der Regionalverwaltung benötigt
Das Ganze wäre ein ziemlicher bürokratischer Alptraum, wenn man sich selbst darum kümmern müsste. Für den Manaslu Circuit braucht man inzwischen nämlich ganze 4 Permits:
- Manaslu Conservation Area Permit
- Annapurna Conservation Area Permit
- Restricted Area Permit
- Chumnubri Rural Municipality Permit
Zum Glück läuft das in diesem Fall alles über die Agentur*. Wir mussten uns also um nichts kümmern. Das Ganze war aber insofern interessant, als ich mal sehen konnte, wie streng in den restricted areas kontrolliert wird. Man liest ja immer, dass hier die Kontrollen besonders strikt sind und dass individuelles Trekking auf gar keinen Fall möglich wäre.

Ich hatte ehrlich gesagt einen etwas anderen Eindruck. Wir wurden am Start des Treks in Machakhola und in einigen Orten danach schon kontrolliert. Aber unser Guide ist auch immer von selbst zum Checkpoint gegangen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die örtlichen Beamten besonders genau hinschauen. Und wenn wir von der Marsyangdi-Seite über den Larke-Pass gelaufen wären, wäre erstmal gar nichts passiert. Dort gibt es nämlich gar keinen Checkpoint.
Das soll jetzt nicht heißen, dass ich irgendjemanden dazu animieren möchte, ohne Permits und Guide in restricted areas zu wandern. Ich schätze, früher oder später würde es Probleme geben, allein schon, weil die Lodgebesitzer keine Erfahrung im Umgang mit Individualreisenden haben. Aber in der Realität vor Ort gibt es auch viele Grauzonen. Es ist längst nicht alles so klar, wie es im Internet immer wieder dargestellt wird.

Warum schreiben so viele Webseiten, dass Trekking ohne Guide verboten ist?
In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage: Warum finde ich auf vielen Webseiten trotzdem die pauschale Aussage, dass Trekking in Nepal ohne Guide verboten ist? Ich glaube, das liegt an einem einfachen Grund: Es gibt im Internet gar nicht so viele unabhängige Quellen, die wirklich unvoreingenommen über das Thema berichten.
Auf der einen Seite haben wir die Webseiten der Trekking-Agenturen. Diese sind in Nepal häufig Mitglieder des Verbands der Trekking-Agenturen (TAAN), d.h. sie haben ein natürliches Interesse daran, die „offizielle“ Linie weiterzuverbreiten – unabhängig davon, was wirklich passiert. Ausländische Anbieter übernehmen das dann häufig und da sie meist nicht vor Ort sind, können sie gar nicht prüfen, ob das wirklich alles so stimmt.
Auf der anderen Seite sind die internationalen Medien. Natürlich wurde 2023 über die Ankündigung berichtet, aber in der Regel war das nur eine kurze Meldung über die offizielle Version. In den Redaktionen sitzen häufig Leute, die keinen Bezug zum Thema haben und kaum jemand macht sich die Mühe (im Unterschied zu mir), die Hintergründe zu recherchieren. Das ist aufwändig, es kostet Zeit und die hat niemand. Dementsprechend blieb es meist bei einer einzigen News, die niemals überarbeitet, aber trotzdem immer wieder zitiert wird. Auf diese Weise verbreiten sich falsche oder zumindest unvollständige Informationen.
Beschleunigt wird das Ganze heute dann auch noch durch Sprachmodelle wie ChatGPT:

ChatGPT kann natürlich keine verlässliche Antwort auf die Frage liefern, denn diese Modelle durchforsten einfach das Internet und beziehen sich auf vorhandene Quellen. Sind die Quellen falsch, voreingenommen oder unvollständig, beeinflusst das auch die Antwort von ChatGPT.

(Interessant finde ich, dass ChatGPT sogar den vorliegenden Artikel von mir als Quelle heranzieht, aber einzelne Aussagen völlig aus dem Kontext reißt.)
📌 Tipp: Informiere dich vor der Reise in einschlägigen Foren und Nepal-Wandergruppen im Internet, z.B. auf Facebook über den Stand der Dinge. Diese Gruppen gibt es für alle bekannten Wandergebiete wie Annapurna Circuit, Everest und Langtang. Du bekommst da aktuelle Infos zur Lage vor Ort von Leuten, die dort kürzlich selbst unterwegs waren.
Was bringt die Zukunft?
Im Moment ist schwer abzusehen, wie sich das in Nepal weiter entwickeln wird. Persönlich vermute ich, dass sich der Status Quo auf absehbare Zeit erstmal nicht ändert oder alternative Möglichkeiten gesucht werden, um die Sicherheit zu erhöhen, z.B. indem man die Wege besser markiert. Dazu gab es unlängst Ansätze. Ich glaube auch nicht, dass Nepal langfristig eine Art zweites Bhutan werden und den Tourismus vollständig reglementieren will.
Es gibt durchaus Leute, die davon profitieren würden, wenn nur noch reiche Luxusreisende ins Land kommen – z.B. Hotelbesitzer und große Trekking-Agenturen – aber für den Großteil der Tourismusindustrie in Nepal wäre das eine Katastrophe.
- 💔 Unwiederbringlicher Imageschaden, wenn individuelle Reisen vollständig verboten würden
- ❌ Das würde dazu führen, dass Nepal weltweit stark an Beliebtheit verliert
- 💼 Weniger Einnahmen für die lokale Bevölkerung
- 👥 Massenarbeitslosigkeit, wenn ein beträchtlicher Teil der Touristen ausbleibt
Trekking ist in Nepal ein Riesen-Business – da hängt sehr viel dran und es sind viele Leute beteiligt. Ich denke daher, dass es Leute in der Regierung gibt, die das erkennen, die Sache etwas vorsichtiger angehen und nichts überstürzen. Andererseits hat TAAN die Regierung aber zuletzt erneut aufgefordert, das Guide-Verbot durchzusetzen. Ab 2026 müssen sich Touristen bei der Einreise zudem auf einer neuen digitalen Plattform registrieren.
Es gibt also durchaus Bestrebungen, ausländische Besucher stärker zu kontrollieren. Daher ist es nicht völlig auszuschließen, dass das Solo-Trekking-Verbot irgendwann wirklich umgesetzt wird. Wenn du eine Trekking-Tour in Nepal ohne Guide planst, ist es also vielleicht besser, das nicht mehr allzu lange aufzuschieben.

Was sagen eigentlich die Einheimischen dazu?
Bei meinen Trips habe ich mich natürlich auch immer mal wieder mit der Bevölkerung unterhalten – Ladenbesitzer, Guides, Träger und die Betreiber von Lodges und Hotels – und gefragt, was diese von dem Guide-Zwang halten. Die Antwort war eigentlich fast immer gleich: „Eine sehr schlechte Entscheidung. Wenn das kommt, bleiben uns in Zukunft die Leute weg. Diese Regel hilft, wenn überhaupt, nur den großen Agenturen.“
Dazu muss man sagen, dass gerade der Verband TAAN in Nepal von vielen Leuten kritisch gesehen wird, in der Vergangenheit gab es auch Betrugsvorwürfe, weil angeblich Gelder aus den Einnahmen der TIMS-Karte unterschlagen wurde. Einige Guides, mit denen ich mich in Nepal unterhalten habe, bezeichneten TAAN daher schlichtweg als „Scammer“, also Betrüger.
Wahrscheinlich ist das ein bisschen zu einfach. Ich hatte bei meinem letzten Trip auch länger mit Krishna Pariyar geredet, dem Inhaber der Agentur Ammonite Adventures*, der selbst mal 2 Jahre im Aufsichtsrat von TAAN gesessen hat. Natürlich geht es bei TAAN ums Geschäft, aber das ist legitim und es ist auch nicht alles schlecht. Unter anderem erkundet TAAN regelmäßig neue Trekkingrouten. Dazu kommen sinnvolle Maßnahmen wie die Ausbildung von Trail-Inspektoren oder das Einrichten von Tafeln nach der Corona-Pandemie.
Wie immer gibt es also zwei Seiten. In jedem Fall bleibt zu hoffen, dass bei zukünftigen Entscheidungen nicht nur wirtschaftliche Interessen einzelner Akteure im Vordergrund stehen, sondern die Vielfalt des Trekkingtourismus erhalten bleibt. Denn Nepal lebt ja gerade von seiner Offenheit für unterschiedliche Reisestile – und von den Menschen vor Ort, die direkt von den Reisenden profitieren. Eine Regelung, die Sicherheit schafft, ohne unabhängige Trekker auszuschließen, wäre am Ende wohl im Interesse aller.

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Was haltet ihr von der ganzen Geschichte? Habt ihr vielleicht selbst dieses Jahr einen Trek in Nepal geplant? Oder seid ihr gerade vor Ort? Dann nichts wie ab in die Kommentare! Ich freue mich von euch zu hören!






















Hi Selim,
Erstmal danke für deinen Beitrag! Ich hätte einmal eine spezifische Frage und vielleicht kannst du mir dabei ja etwas mehr behilflich sein.
Ich fliege am Montag gemeinsam mit meiner Freundin nach Nepal und werde den Annapurna Circuit beschreiten. Unsere Wanderung startet etwa am 22.03 und endet ca. am 06.04. Wie du vielleicht schon bemerkst, haben wir nun die Situation, dass wir, bevor die „neue Regelung“ in Kraft treten soll, mit unserer Wanderung beginnen werden und wenn sie bereits in Kraft sein sollte, enden werden. Hättest du denn vielleicht eine Einschätzung wie man das nun handhaben sollte? Guide hätten wir ansich nämlich keinen eingeplant gehabt.
Danke schonmal im Voraus! Ein schönes Wochenende wünsche ich dir!
Liebe Grüße,
Lukas
Hi Lukas,
also so wie ich das verstehe, werden erst ab dem 01. April keine neuen Permits mehr ausgegeben. D.h. wenn ihr euch vorher die Erlaubnis besorgt, sollte das keine Probleme geben. Und ich schätze ihr müsst dann nichts weiter machen, einfach den Trek ganz normal beenden. Natürlich kann ich das jetzt hier nur aus Deuschland beurteilen. Am besten ihr holt euch vorher nochmal vor Ort konkrete Infos. Würde mich auch sehr freuen, wenn ihr danach nochmal schreibt, wie das dann genau ab April gehandhabt wird und was ihr für Erfahrungen gemacht habt. Ist ja immer etwas schwierig vom anderen Ende der Welt genaueres zu erfahren:)
Viele Grüße + viel Spaß mit eurer Reise
Selim
Hallo,
Ich bin gerade in Nepal und mache den Tamang Heritage Trail und Langtang mit Tserko ri.
Habe leider erst in Kathmandu von dem neuen Gesetz erfahren , Lange Diskussionen im Touristen Board dort meinte man aber letztlich dass die Kontrollen in der Zeit ersten wohl noch kaum stattfinden werden . In einer Agentur wurde mir letztendlich das gleiche mitgeteilt . Wobei die Strafen relativ hoch sein sollen 100 bis 200 $. Beim Eintritt in der Nationalpark wurde nur Reisepass Visum und das Permit für den Nationalpark kontrolliert . In Syabru Besi wurde ich dann von der Tourist Police kontrolliert, dort aber auch nur der Reisepass . Vielleicht auch nur Glück gehabt. Ich habe vor fünf Jahren die Annapurna Runde gemacht auch ohne Guide und Porter , ging völlig problemlos habe aber auch für alle meine Touren GPS Tracks dabei, hoffe es läuft weiter gut und ich werde nicht kontrolliert, nach Ende der Tour werde ich noch mal berichten .
Viele Grüße Toni
Hi Toni,
und vielen lieben Dank für den Bericht von Ort. Freut mich zu hören, dass soweit alles geklappt hat:) Ich verfolg das im Moment ein bisschen in den diversen Nepal-Facebook-Gruppen. Scheint tatsächlich ein ziemliches Chaos zu sein, aber das war vermutlich auch zu erwarten. Ich bin jedenfalls schwer am Überlegen, ob ich diesen Herbst wirklich nochmal nach Nepal fahren soll. Derzeit dreht sich ja gefühlt alles nur noch um Gebühren, Verbote, Kontrollen usw. Das gefällt mir überhaupt nicht. Naja… will dir jetzt nicht den Trip vermiesen. Ich schätze, wenn man einmal im Land ist, sieht das alles vielleicht auch ein bisschen anders aus. Wünsche dir auf jeden Fall noch viel Spaß und wenig Begegnungen mit der Tourist Police:)
Viele Grüße
Selim
Wir waren schon mehrfach im Himalaya unterwegs und ich halte Deinen Kommentar daher für grob fahrlässig und respektlos.
Es gibt in Nepal keine Wanderkarten, Wegweiser und klar definierte Wanderrouten wie im Schwarzwald. Und man kann da nicht einfach auf eigene Faust rumlaufen, weil man Bock darauf hat. Es ist eines der krassesten Hochgebirge der Erde und absolut anmaßend zu denken als Westeuropäischer Tourist könne man da einfach rumlaufen wie man lustig ist.
Wir erlebten live Lawinen, Felsabbrüche und Spalten im Eis. Und selbst wenn ihr euch in der eisfreien Zone aufhaltet, können da Auto-große Felsblöcke auf einmal den Hang runterkommen. Wenn die über dir eine Straße bauen, nimmt sich in Nepal nämlich niemand die Zeit alles drum rum mit Flatterband abzusperren. Haben wir selbst erlebt.
Es gibt keine detaillierten Karten, weil die Wegverläufe sich infolge von Lawinen, Hangrutschungen, Muren, Straßenbauten usw. ändern. DESHALB sollte man im Dorf vor der nächsten Etappe nach dem aktuellen Wegverlauf fragen können. Und wenn Du keinen Guide hast und kein nepalesisch sprichst riskierst DU DEIN LEBEN!
Ein Guide hilft Dir außerdem in Gefahrensituationen und nimmt Dir auch Gepäck ab, wenn Du zu schwach zum selbst Tragen bist. Es passiert in Gegenden der Welt ohne durchgehende Stromversorgung öfter, dass sich Westeuropäer den Magen verderben. Wenn Du Dein Etappenziel aufgrund von Schwäche nicht erreichst und Deinen Zeitplan dadurch über den Haufen werfen musst, kann man dir nur wünschen, dass Du genug Puffertage bis zum Weiterflug eingeplant hast…
Wir haben noch nie erlebt, dass uns in Nepal ein Guide „gängelt“.
Es ist ein sehr armes Land, in dem Menschen auf die Arbeit im Tourismus angewiesen sind. Die Guides kosten nicht viel für einen Westeuropäer. Es hat neben den Sicherheitsaspekten auch etwas mit Anstand und Ethik zu tun lokale Unternehmen zu unterstützen und damit die Lebensqualität in der Region zu verbessern.
Und zu guter Letzt: DU bist dort Gast des Landes. DIE machen die Regeln.
Hi Tim,
du hast in einem Punkt natürlich recht: Letztlich macht die nepalesische Regierung die Regeln und man muss sich als westlicher Tourist daran halten. Kein Widerspruch von meiner Seite. Man muss die Sache meiner Meinung nach aber auch ein bisschen differenziert sehen. Es gibt nicht den Himalaya, genau so wenig wie es die Alpen gibt. Und es gibt Regionen in Nepal wo man mit ein bisschen Erfahrung und gesundem Menschenverstand durchaus alleine unterwegs sein kann, ohne sich in Lebensgefahr zu begeben.
Für die von mir bereiste Annapurna-Region gibt es z.B. sehr wohl detaillierte Wanderkarten, Wegweiser und sehr sehr klar definierte Wanderrouten. In anderen, weniger bekannten Teilen des Landes wird das möglicherweise anders sein. Aber da fahren eh nur die wenigsten hin. Und man muss auch dazu sagen, dass viele Regionen bereits jetzt für Individual-Reisende gar nicht zugänglich waren und man da ohnehin schon einen Guide brauchte.
Ich widerspreche dir auch gar nicht, dass ein Guide Vorteile bieten kann. Ob man das in Anspruch nimmt, sollte dann aber im Ermessen jedes Einzelnen liegen. Wer ins Hochgebirge geht, setzt sich immer einem gewissen Risiko aus. Das ist hier in den Alpen auch nicht anders, Stichwort: Eigenverantwortung. Und das Argument, dass viele Bewohner von Nepal auf Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen sind: Stimmt – und genau das dürfte jetzt auch zum Problem werden, wenn viele Individual-Reisende nicht mehr kommen. Denn es ja nicht so, dass wir da kein Geld lassen.
Viele Grüße
Selim
Hallo Tim, hi Selim,
ich bin gerade heute zurück aus Nepal (02.04.2023). Und, ja ich habe verkürzt, weil ich mir sonst einen Guide hätte nehmen müssen. Insgesamt war ich drei Wochen unterwegs und kann berichten: Leider wird die Guidepflicht ungewöhnlich streng umgesetzt! Aber nun zu deinem Kommentar! Ich bin in diesem Jahr zum 6. mal in Nepal wandern. Und es gibt hervorragendes Kartenmaterial! In Kathmandu, Pokhara, Syabru Bensi…..findest du extra Kartenshops mit neuen Karten. Zumindest von den gängigen Routen. Es ist auch nicht so, dass man sich wie in Skandinavien die Wege suchen muss! Es sind ja in der Regel die Verbindungen zwischen den Bergdörfern und auch ziemlich genau zu erkennen! Die Steintreppen haben wohl schon so manchen Trekker zum Wahnsinn gebracht! Es stimmt meiner Erfahrung nach nicht, dass die Routen nicht klar zu erkennen sind. Wo ich dir allerdings absolut Recht gebe ist: Mann kann im Hochgebirge nicht einfach so rumrennen! Erfahrung, ein guter körperlicher Zustand, eine realistische Einschätzung des eigenen Könnens, Grundkenntnisse im Lesen einer Karte, sollte der Wanderer schon haben. Auch Kenntnisse der Symptomatik der Höhenkrankheit gehören dazu. Und ja, zum Erleben eines fremden Landes gehört auch die Kenntnis der regionalen Arbeitsweisen/Politik dazu. Das ist aber für mich in der Schweiz genau so zutreffend, wie in Nepal!
In diesem Jahr habe ich leider viele Menschen getroffen, die all das nicht mitbrachten und die in großen Schwierigkeiten waren. Aber nicht, weil Ihnen der Guide fehlte, sondern weil Sie fasch ausgerüstet waren, bei 1m Neuschnee (mit Guide) in kurzer Hose zum Gosikund-See aufgestiegen sind, Die steigende Anzahl von „Erlebnistouristen“ die sich überhaupt keine Gedanken zur Route machen, und den Treck einfach „konsumieren“ nimmt massiv zu. Es sind halt zu viele Menschen im Himalaya unterwegs, die da auf keinen Fall hingehören. Die Guides müssen ja laut Anforderung lizensiert sein! Die lokalen Guides verlieren gerade Ihre Arbeit und sind verzweifelt! Die Guides kommen nun nicht mehr aus den Dörfern in den Bergen sondern aus Kathmandu! Um sich registrieren zu lassen, muss man nämlich Geld haben! – So bleibt es für mich ein zweischneidiges Schwert! Es steigt die Zahl der Konsumtouristen, sicherlich gut für die wirklich sehr arme Bevölkerung, der Individualtourist wandert wahrscheinlich woanders!
Hi Rüdiger,
vielen Dank für deinen Einblick und deine sehr vernünftige Einschätzung. Du hast natürlich völlig recht, dass man sich bei solchen Touren ein bisschen vorbereiten sollte. Eigentlich geht das heute ja auch sehr gut, da es eine Fülle von Info-Material gibt, vieles davon komplett kostenlos im Internet. Umso trauriger ist es, dass viele Leute sich null Gedanken machen.
Zu deiner Einschätzung, dass viele Leute als „Erlebnistouristen“ anreisen: Ja, ist wohl so. Ich weiß natürlich nicht, wie es vor 10, 20 Jahren aussah. Aber ich kann mir schon gut vorstellen, dass das ein etwas anderes Publikum war. Ich hab letztes Jahr auch viele Gruppen auf dem AC gesehen, die das ganze eher unbedarft angegangen sind. Aber das waren überwiegend die Leute mit Guide. Die Individual-Trekker haben bis auf ein paar Ausnahmen eigentlich fast alle einen recht vernünftigen Eindruck gemacht und das war auch meistens nicht deren erste Mehrtagestour. Ich denke, das wird genau die Zielgruppe sein, die man mit solchen Zwangsmaßnahmen wie der Guide-Pflicht verschreckt.
Das mit der Guide-Lizenz sehe ich etwas kritisch. Mein Eindruck war, dass viele der jüngeren nepalesischen Guides eine gute Schulausbildung haben, gut Englisch sprechen und einen tollen ersten Eindruck machen, aber es an echten Fachkenntnissen mangelt. Ich hatte mich mal mit einem unterhalten. Absolut cooler sympathischer Typ. Aber als der mir erzählt hat, dass er für die Lizenz im Prinzip nur einen 30-tägigen Kurs gemacht hat, hab ich mich schon gefragt: Willst du so jemandem im Ernstfall auf über 5.000 Meter wirklich dein Leben anvertrauen? Klar, um bei Sonnenschein ein bisschen zwischen den Dörfern rumzuspazieren braucht’s nicht viel. Da ist die wichtigste Qualifikation vermutlich, dass der Guide die Landessprache kann. Aber wenn dann wirklich mal der unerwartete Schlechtwettereinbruch kommt… dann wird es schnell kritisch, wenn man keine echte Ahnung von Navigieren, Geländeeinschätzung, Gruppenpsychologie etc. hat.
Wenn man das z.B. mit Europa vergleicht: Hier ist die Bergführer- bzw- Bergwanderführer-Ausbildung ja relativ anspruchsvoll und das ist auch gut so. Eben weil es eine Riesenverantwortung ist, Leute in potenziell gefährlichem Gelände zu führen. Ob diese neue Regel da jetzt was dran ändert, weiß ich nicht. Zu wünschen wär’s auf jeden Fall. Ich hoffe auch wirklich, dass die lokalen Guides jetzt nicht alle arbeitslos werden. Das wäre abgesehen von der menschlichen Tragödie ein Riesenverlust, weil gerade die Leute vor Ort ihre Umgebung ja meistens am besten kennen. Naja… schauen wir mal. Im Moment ist das ja noch ein großes Hin und Her:)
Viele Grüße
Selim
Hi, ich wüßte nicht, warum der Kommentar fahrlässig und schon gar nicht respektlos sein soll.
Ich war mehrfach in Nepal, mit und ohne Guides und ich habe leider selbst erlebt, was viele Guides dort veranstalten. Die Kunden werden vorab mit Pillen versorgt, damit es bloß keine Probleme gibt. Wenn es dann zu einer Höhenkrankheit kommt, da es vorher keine Anzeichen wegen der Pillen gab, dann geht nichts mehr. Ich habe bei einem Trekk meinen Guide davon jagen müssen, weil er Umwege gelaufen ist und mich über den Weg belogen hat. Er hatte auch keine Rücksicht auf mich genommen, als ich hohes Fieber bekam. War ihm egal. Soviel zu vielen Guides, die oftmals nichteinmal Prüfungen ablegen mussten. Wenn man sich im Gebirge nicht sicher ist und die Wege nicht erkennen kann oder sein Gepäck nicht allein tragen kann, dann ist natürlich trotzdem ein Guide erforderlich und ratsam.
Die Behauptung, es gebe in Nepal keine ausgeschilderten Wege ist ziemlicher Quatsch. Im Khumbu wimmelt es von Wegweisern, die einheitlich gelben Schilder geben perfekt die Entfernungen in beide Richtungen an. Auch am ABC und in Langtang war die Orientierung nicht schwer. Außerdem gibt es eine ganz hervorragende Kartenserie; hat jeder Buchladen in Thamel. Wer noch nie dort war, ist vielleicht beim ersten Mal mit Guide ganz gut bedient. Aber: Ich hatte die drei Male mit Guide immer das Problem, dass die Guides eher auf die Mentalität von Reisegruppen eingestellt sind.. Ehe ich ihm klargemacht hatte, dass ich meine Aufstehzeit, meine Pausen und meine Lodge-Auswahl (Provision!) bestimme, war immer der „Haussegen“ schief. Seit ich allein gehe, ist das Erlebnis einfach entspannter. Kein Drängen, keine Druck bei der Auswahl der Lodge. Und auch die doch eher gezwungenen Unterhaltungen beim Essen können ganz schön nerven, wenn der Guide eher gebrochen Englisch spricht. Der Kampf zwischen dem Tourism Board und der lokalen Khumbu-Verwaltung ist legendär. Wenn man in Kathmandu in die NTB-Verwaltung östlich vom großen Paradeplatz geht, dann wird einem natürlich die TIMS zu 2000 Rupees verkauft. Oben in Lukla will keiner die Pappe sehen. 2000 Permit in Lukla, 3000 NP in Monjo. Namaste allseits.
Namaste in die Runde.
Ich bin wirklich froh, Nepal „vorher“ gesehen zu haben – ohne Guide!
Denn scheinbar gibt es eine neue „Zeitrechnung“: Trekking in Nepal vor und nach der Regulierung….
Ich war dort 1996 (Annapurna-Runde), dann 2000, 2002 und noch einmal 2019 (immer wieder Everest-Gebiet), also zuletzt kurz vor Corona…. 2019 habe ich – einen Tag vor dem Rückflug nach Kathmandu – in einem Trekking, bzw. Guide-Magazin in einer Lodge in Lukla schon von den Plänen der Regierung gelesen.. Und war schockiert. Als nun meine Frau im März von der aktuellen Lage gelesen und mich informiert hatte, war ich einfach nur traurig. Im Guide-Magazin waren damals als Hauptgründe aufgeführt: Die Individual-Trekker lassen ihren ganzen Müll und zu wenig Geld im Land. Einfach schade, dass man von alleine Reisenden eine so schlechte Meinung hat. Ich bin z.B. in der Everest-Region jedes Mal bis Jiri mit dem Bus, von dort losgelaufen, habe auf dem Weg geschlafen, gegessen, also Geld da gelassen und bin nicht von Kathmandu nach Lukla uns somit über die malerischen Täler hinweg geflogen. Somit hatte ich in Namche auch schon eine Woche in den Beinen, konnte so die Zeit „oben“ absolut genießen und habe sämtlichen Müll und leere Batterien auch wieder mit nach D genommen. Aus meiner Sicht ist die Guide-Pflicht nicht gerechtfertigte und offensichtliche Geldmacherei und ein Fehler. Deshalb war ich auch nie in der Kangchenjunga-Region obwohl die faszinierend sein soll.
Nun gut. Die nächste Trekking-Generation wird es nicht anders kennen. Wer jedoch einmal alleine unterwegs war, wird es nicht vergessen. Ja, viele wollen das in einer Gruppe und mit Koch, Träger und Guide machen, sich auf Fotos und Erlebnisse konzentrieren…und sich abends sofort mit anderen austauschen, das Erlebte teilen…..aber eben nicht alle. Und manchmal ist der Gruppenzwang nebst -tempo gefährlicher als eine gut selbst gestaltete Tour im eigenen Tempo und eigener Pausengestaltung.
Und für alle, die meinen, man muss mehr Geld im Land lassen und die Einheimischen unterstützen und bekommt dann mehr vom Leben der Nepalesen mit….ich hatte viele, sehr gute Gespräche mit den Einheimischen, habe viele tolle Momente mit Kindern erlebt (vielleicht gerade, weil ich nicht in einer großen Gruppe unterwegs war und Stifte verteilt habe), habe mit (den zuletzt sehr wenigen) Trägern versucht zu kommunizieren, wie sie nur abends und nur Dal Bhat gegessen und mich stets über Trekking-Paare und -Gruppen mit Guide und Träger gewundert – für mich: zu laut, störend, mit z.T. „unheimlicher“ Gleichmacherei. Ich trage meine Sachen selber, schlafe in den einfachsten Lodges, Esse das Essen der Einheimischen und möchte nicht in die grellsten, vollsten und mit westlichem Essen (Pizza, Snickers, Coke & Co) verseuchten großen Lodges geführt werden (nur, weil der Guide eine notwendige Vereinbarung mit eben jenen großen Lodges hat). Vielleicht ist meine Sicht da sehr eingeschränkt, aber so werde ich Nepal nicht mehr bereisen (wollen)……Und ja, vielleicht braucht es ja auch nur eine gute Vereinbarung mit dem Guide…
Ich wünsche (dennoch) allen Nepalreisenden eine unvergessliche Tour!
Hi Carsten,
und vielen Dank für deine Einblicke. Ich hatte Anfang des Jahres übrigens die gleiche Idee wie du – von Jiri bis zum Everest Base Camp wandern. So wie ich das verstehe, ist das im Moment auch immer noch möglich. Dieses ganze Bürokratie-Hickhack finde ich aber doch etwas nervig und damit ist Nepal bei mir auch ein Stückchen weiter nach hinten gerutscht. Ich sehe das ähnlich wie du: Auch ohne Guide lässt man ja Geld da. Wenn das jetzt von offizieller Seite nicht mehr erwünscht ist – von mir aus… es gibt ja noch genug andere Länder. Im Moment liebäugele ich ein bisschen mit dem indischen Himalaya. Kann gut sein, dass es mich da nächstes Jahr hinverschlägt:)
Viele Grüße
Selim
Bin absolut deiner Meinung. Schade, ich wollte eigentlich noch ein paarmal dorthin.
Hallo,
in den vergangenen 23 Jahren war ich 14 mal in Nepal, immer solo, auf verschiedenen Routen, zweimal auch solo auf einer Route, die für offiziell für einzelne Personen (ohne Guide) nicht erlaubt ist. Es funktionierte (Kanchenjunga, unteres Dolpo), unterwegs hat es niemanden interessiert, auch die Polizei nicht. Einheimische wussten gar nicht einmal, dass man nicht Allein reisen darf – Eine dumme Bemerkung kam lediglich von einem deutschen Gruppenleiter … Ohnehin sollte man die „Erfahrung“ der Guides / Porter nicht überschätzen. Sie kennen die Landessprache, ja; sind / waren aber selbst nicht immer kundig. Höhenkrank werden auch Einheimische, wenn sie nicht an die Höhe gewöhnt. So haben zwei Trecker berichtet, dass ihr Porter wegen Höhenkrankheit nicht über den Cho La wollte / konnte und sie so einen Umweg gehen mussten. Sicherlich die Ausnahme,
Inwiefern die neue Regelung tatsächlich umgesetzt wird, keine Ahnung. Ich würde mir wünschen, wenn die Erfahrungen aus dem Herbst 2023 hier später wiedergeben würden.
Hält man sich dennoch einmal an die offizielle Regelung, bleiben nur noch wenige Routen übrig. Es gibt aber noch Strecken, für die keine TIMS notwenig war und ist und die auch nicht in der Liste des NTB aufgeführt sind. Hier war ich in den letzten Jahren verstärkt unterwegs. Hier haben sich ohnehin, nach meiner Erfahrung, nur erfahrene Leute (solo) auf den Weg gemacht. Die hat man aber seitens der Regierung gar nicht im Auge.
Es m.E. geht um den organisierten Tourismus und den größtmöglichen Gewinn (wie wohl immer in der Geschichte, allerdings nur für Einige, nämlich das eigene Klientel). Vor diesem Hintergrund ist sicherlich auch die Auseinandersetzung zwischen Kathmandu und der Khumbu Region zu sehen, die sicherlich (meine Hoffnung) mehr Einfluss hat, als andere Gegenden. In Dolpo und Rukum waren die Einheimischen sehr wohl darauf aus, eine eigene Infrastruktur zu schaffen, ohne eine Gängelung durch Kathmandu. In den Gegenden (!) lassen Individual – Trekker nämlich mehr Geld, als wenn sie mit Sack und Pack anrücken und nur der „Zeltplatz“ vermietet werden kann.
Was die Gefahren angeht, ist wohl alles gesagt wurden. Gerade auf den gängigen Routen dürfte die geringer sein, als in machen Gegenden der Alpen. Ja, und die gibt es hier wie dort. Meistens aber für die „Katalogreisenden“. Zitat (sinngemäß) eines Führers eines bekannten dt. Unternehmens: Wir haben viele Stammkunden, die meisten wissen allerdings nicht, was sie sich in den Bergen antun. Viele erreichen wegen Höhenkrankheit das Everest Base Camp nicht“.
Hi Andreas,
und vielen lieben Dank für deinen ausführlichen Kommentar. Ich war zwar noch nicht so oft in Nepal, aber ich denke Einschätzung trifft in vielen Punkten zu. Gerade auch was die Guides angeht, ich hatte das ja schon in einem vorigen Kommentar geschrieben. Dass man auch auf offiziell nicht erlaubten Routen ohne Führer unterwegs sein kann, wie du schreibst, und es niemanden juckt kann ich mir persönlich sehr gut vorstellen. Andererseits kann es vermutlich auch sein, dass man Pech hat, wenn man an einen besonders eifrigen Aufseher gerät. Generell war zumindest mein Gefühl aber, dass man in Nepal viel mit Improvisation/Verhandlungen/persönlichem Auftreten etc. regeln kann. Wie das in Zukunft weitergeht bin ich ebenfalls gespannt, und freue mich natürlich auch über aktuelle Erfahrungsberichte!
Viele Grüße
Selim
Servus, gibt es denn neue Informationen ob man in der Everest Region jetzt auch zwingend einen Guide benötigt. Unsere Flüge nach Nepal und in Nepal sind schon länger gebucht. Natürlich alles ohne Guide. Über Infos wäre ich sehr dankbar. VG Mathias
Hi Mathias,
meinem letzten Kenntnisstand zufolge, wird das mit den Guides nicht konsequent kontrolliert bzw. niemand ohne Guide zurückgeschickt (sowohl im Everest-Gebiet als auch in anderen bekannten Gegenden, z.B. der Annapurna-Region). Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich dir hier natürlich keine 100% Garantie geben kann, aber ich vermute du wirst ohne einen Führer keine Probleme bekommen. Vor allem nicht in der Everest-Region, hier gab es ja ausdrücklich die Info seitens der lokalen Behörden, dass Individual-Trekker weiterhin willkommen sind. Daran hat sich erstmal nichts geändert.
Viele Grüße
Selim
Hallo,
heute war ich auf der offiziellen Webseite des NTB, die in mehreren Sprachen abrufbar ist. Die Inhalte sind je nach Sprache (ich habe lediglich die deutsche und englische Seite verglichen) man mehr, mal weniger umfangreich. Weder auf der deutschen noch auf der englische Seite finde ich etwas von den Einschränkungen bzw. der Guidepflicht. Stattdessen heißt es auf der englischsprachigen Seite…
„It is possible to trek alone or without a Nepali guide, but you would not know what to do in a major storm, zero visibility and plunging temperatures at possibly 5,000 m? Make sure you have all the permits required, and be environmentally and culturally aware. Trekkers can find a trail any time of year. …“
Quelle: https://ntb.gov.np/en/things-to-do/trekking (Abruf 3. August 2023)
Habe ich etwas übersehen, oder hat man das ganze „Projekt“ wieder fallen lassen?
Hi,
auf der Webseite vom Nepal Tourism Board sind die Regeln mit der Guidepflicht immer noch so aufgeführt wie Anfang des Jahres. Kann gut sein, dass die von dir verlinkte Seite länger nicht mehr aktualisiert wurde. Ich würd da aber nicht zu viel drauf geben. Das ganze Prozedere wirkt mich auf mich ziemlich chaotisch. Kann mir gut vorstellen, dass da einfach was in die Welt gesetzt wurde, ohne das wirklich durchzuplanen und mit allen beteiligten Parteien abzusprechen.
Viele Grüße
Selim
Hi,
vielen Dank für die Antwort.
Ich habe jetzt auch mal die Bezirksverwaltung der Khumbu-Region zu dem Thema angeschrieben. Mal sehen ob und welche Antwort icch bekomme ich werde berichten…
Aber für den Fall der Fälle, kannst du evtl eine Agentur für einen Guide ab und bis Lukla empfehlen?
VG Mathias
Hi Mathias,
ja cool, das würde mich auch interessieren, was die sagen. Agenturen kann ich jetzt leider nicht konkret empfehlen, ich plane meine Trips ja in der Regel komplett selbst:) Es gibt aber ein paar gute Facebook-Gruppen, z.B. hier und hier. Da würde ich evtl. mal fragen.
Viele Grüße
Selim
Vielen Dank
Das schaue ich mir mal an
VG Mathias
Hallo zusammen, danke für die ausführlichen Berichte. meine Frau und ich planen auch für 2024 oder 25 einen Trip, den wir vor Corona bereits machen wollten, was dann leider nicht mehr stattfinden konnte. Gibt es mittlerweile ein Update bzgl. der Guide-Vorgabe? Wie oben bereits mehrfacherwähnt, habe ich keine aktuellen Regelungen zu dem Thema gefunden.
Danke & VG Andy
Hi Andreas,
und danke:) Also die letzten Infos, die ich habe ist: Diese ganze Regelung wird nicht wirklich konsequent durchgesetzt. In den Facebook-Gruppen gibt es eigentlich täglich Berichte von Leuten, die z.B. den Annapurna Circuit weiterhin ohne Guide machen. Und in der Everest-Region wurde die Regel soweit ich weiß überhaupt nie angewendet. Ich denke also, es sollte keine Probleme geben.
Viele Grüße
Selim
Hi Selim 🙂
Vielen Dank, dass du das hier so ausführlich thematisierst !!
Ich plane den gesamten März einen Solo Trip am liebsten low Budget und ohne guide…
30 euro pro tag für einen Guide wäre ja bei 10 Tagen 300 Euro plus 150 Euro für Permits dann 450.
Wenn ich im internet schaue finde ich dabei aber eher Angebote ab 1000 euro – meinst du das wird vor Ort dann billiger ?
Ich hatte auch überlegt ob man vielleicht Leute kennenlernt mit denen man sich einen Guide teilen kann. Dann wird es ja vermutlich noch billiger oder?
hast du neben dem Everest gebiet noch Treks im kopf die vielleicht etwas abgelegener sind wo die Guides nicht so kontrolliert werden ?
vielen Dank für deine Einschätzung
LG Jan
Hi Jan,
also ich bin im März ja auch in Nepal und hatte in der letzten Zeit auch nochmal ein bisschen recherchiert und über Internet bei einigen lokalen Kontakten nachgefragt. Es haben eigentlich alle gesagt, dass derzeit nicht kontrolliert wird, ob man mit Guide geht.
Wenn du dir vor Ort einen Guide suchst, ist das auf jeden Fall preiswerter. Bei den Agenturen im Internet zahlst du im Prinzip einfach eine Vermittlungsgebühr drauf. Die Agentur macht ja auch nichts anderes, als bei einer Buchung von dir lokale Guides anzuheuern. Wenn du direkt vor Ort rumfragst, umgehst du diesen Schritt.
Etwas abgelegenere Treks… Puh. Da gäbe es viele Möglichkeiten. Ganesh Himal Ruby Valley würde ich z.B. gerne mal hin. Der Lang Tang Trek ist nicht gerade ein Geheimtipp, aber da soll auch nicht so viel los sein, evtl. dann auf dem Rückweg über die Gosaikunda-Seen nach Helambu. In meinem E-Book stelle ich auch noch einen nicht so bekannten Trek in der Annapurna-Region vor. Westnepal wäre eine weitere Option, z.B. Rara Lake oder Dhorpatan Reservat. Da fahren glaube ich nur sehr wenige westliche Besucher hin.
Viele Grüße
Selim
Hey,
Gibt es Neuigkeiten? Ich werde Mitte Februar den Trek in der Everest Region starten.
Hi Lukas,
wie im letzten Kommentar geschrieben: Im Moment wird wohl nicht kontrolliert. Alles im grünen Bereich:)
Viele Grüße
Selim
Hi Selim,
vielen Dank erst einmal für deine ausführliche Berichterstattung, ein sehr hilfreicher Blog!
Da du oben geschrieben hattest, dass du im März eine Reise in die Khumbu Region planst, …
Kannst du bitte die Augen und Ohren offen halten und anschließend berichten, wie es sich tendenziell bezgl. der Guide Pflicht in dieser Region zu entwickeln scheint?
Ich würde im Frühjahr 2025 gerne den Three Passes Trek machen (starten würde ich das Trekking von Salleri aus).
Das Frühjahr würde ich wählen, da ich die Region im Herbst schon kenne und mir auch erhoffe, dass im Frühjahr etwas weniger auf den Routen (v.a. EBC) los ist. Falls die Zeit für das individuelle Trekking aber auch in dieser Region langsam abläuft, würde ich die Reise evtl. schon auf den Herbst in diesem Jahr vorziehen.
Eine tendenzielle Einschätzung wäre sehr hilfreich. Klar ist natürlich, dass diese nur unverbindlich erfolgen kann, da keiner abschätzen kann, wohin es sich ein paar Monate später entwickelt.
Interessieren würde mich auch, wie es auf den Anreiserouten (Jiri bzw. Salleri bis zum Eintritt in den Sagarmatha-Nationalpark aussieht).
Ansonsten wünsche ich dir viel Spaß und Erfolg auf deiner geplanten Reise ins Khumbu!
Grüße,
Vinella
Hi Vinella,
und vielen Dank:) Genau… ich fahre in ein paar Wochen nach Nepal und ich werde auch die Three-Passes-Runde machen. Wollte zuerst in Jiri starten, aber da gibt es wohl schon relativ viele Straßen. Besser ist anscheinend Bhandar. In Salleri hatte ich zumindest bei Google Maps gesehen, dass da ebenfalls schon ne große Straße gebaut wurde. Auch da ist wahrscheinlich sinnvoller, noch weiter oben zu starten. Darüber werde ich dann aber ausführlich berichten, wenn ich wieder da bin. Ebenso über die ganze Situation mit der Guidepflicht, wie es sich vor Ort darstellt. Ich plane das ganze ohne Guide machen, im Moment sieht das auch alles safe aus.
Viele Grüße
Selim
Hallo zusammen,
das ist eine sehr interessante Seite. Ich bin vom 01.5.-01.06. in Nepal und möchte ebenfalls alleine die Drei Pässe Runde mit der Island Peak machen. Mein Plan wäre, mich für die Besteigung der Peak für ein paar Tage entweder einer Gruppe anzuschließen, bzw. vor Ort einen „Guide“ für die Tage zu organisieren (Ausrüstung würde ich mal einpacken). Sonst bin ich eher ein Freund, meine Tage individuell zu gestalten.
Nun bin ich mir aber nicht sicher, ob das eher eine Wunschvorstellung ist, dass ich auf dem Trek jemanden finde, mit dem ich das umsetzen kann oder nicht. Wenn ich so im Internet stöbere, ist das nicht so leicht.
Ein „Bekannter“ meinte in Mai sind quasi schon sehr wenige Leute (außer die Everest Bestehenden) unterwegs.
Vielleicht kann mir hierzu jemand etwas schreiben, das wäre nice 😉
VG
Hi Schmiddy,
ich war ja auch bis Anfang Mai in der Everest-Region, da waren schon noch relativ viele Trekker unterwegs. Wie du einen Guide für den Island Peak findest, habe ich in diesem Artikel kurz zusammengefasst. Das geht relativ problemlos in Kathmandu. Wegen anderen Leuten: Ich würde mal in den einschlägigen Everest Basecamp Trek Gruppen auf Facebook fragen. Evtl. findest du da jemanden, der das auch machen will und ihr könnt euch vorher absprechen.
Viele Grüße
Selim
Vielen Dank Selim für die Tipps. 🙂
Gerne:)
Wer schon öfter in Nepal war und meint es gebe keine Wanderkarten sollte mal in Thamel in einen bookshop oder am Swajambunath zum Händler gehen. Es gibt eine ganz tolle 1:25:000 Kartenserie. Deutlich besser als die auch recht brauchbare National Georgrafics Serie, die es nur für die Top-Ziele gibt. Die großen Routen (EBC, Gokyo, ABC, Annpurna Circuit, Langtang) sind ausgeschildert, die locals geben auch gerne Auskunft. Allein trekken ist immer ein gewisses Risiko, weil bei zwei logischerweise einer Hilfe holen kann. Aber wenn man eine Ecke wie den Sagarmatha NP kennt, dann ist ein Guide wirklich überflüssig.. Und oft eben auch stressig, wenn man den eigenen Takt bestimmen möchte. Ich bin jedenfalls froh, dass die lokale Verwaltung im Khumbu sich klar positioniert hat. Allen ein herzliche Namaste in Nepal.
Hi Thomas,
ja die Buchläden in Thamel sind bestens sortiert. Ich war gestern dort mal wieder ein bisschen am Stöbern – man hat da wirklich für so gut wie jede erdenkliche Trekking-Region Kartenmaterial. Wenn man das mal mit dem indischen Himalaya vergeicht, wo es bis auf ein paar Ausnahmen so gut wie gar nichts Offizielles gibt, ist das schon was anderes. Die Nepal-Karten wurden übrigens nach Covid fast alle neu aufgelegt und enthalten jetzt teilweise auch neue Routen. Das einzige was sich leider nicht geändert hat, ist die etwas bescheidene Papierqualität:)
Viele Grüße aus Nepal
Selim
Hallo Selim,
vielen Dank, dass du so ausführlich über die Situation berichtest, das hilft wirklich sehr!
Ich starte Mitte April in die Langtang Region (Helambu, Gosainkund, Tamang) und verfolge deine Updates aufmerksam. Kannst du zu den Kontrollen/Nicht-Kontrollen schon kurz etwas sagen?
Viele Grüße und dir weiterhin eine gute Zeit
May
Hallo May,
ich war die letzten Wochen auch in der Langtang-Region unterwegs. Das benötigte Permit für den Langtang-Nationalpark kannst du in Kathmandu oder vor Ort in Syabrubesi kaufen (bzw. auf dem Weg dorthin – es gibt schon Checkpoints vom Militär auf der Straße nach Syabrubesi.) Passfotos brauchte ich dafür nicht. Ein Formular musste ich auch nicht ausfüllen.
In Langtang wurde definitiv kontrolliert und zwar relativ streng. Aber nicht wegen irgendwelcher neuer Regeln, sondern um Schmuggel (z.B. von seltenen Pflanzen aus dem Nationalpark oder Goldschmuggel aus Tibet) zu verhindern. Dabei wurden u.a. auch die Rucksäcke gecheckt. Eine TIMS-Karte ist nicht erforderlich. Es hat auch niemand beanstandet, dass ich ohne Guide unterwegs war.
TLDR: Einfach Permit für Lantang-Nationalpark holen und loswandern:)
Hoffe, dass hilft dir etwas und viel Spaß bei dem Trek
Selim
Hi Selim,
wir waren gestern im Tourist Office in Kathmandu und haben ohne Probleme unsere ACA Permit bekommen. Ebenso die Leute vor uns, die ebenfalls ohne Guide solo unterwegs waren. Das geht also jetzt ebenfalls noch.
Beste Grüße
Sebastian
Hi Sebastian,
und besten Dank für die Infos:)
Viele Grüße
Selim
Danke für die Info!
Hallo zusammen,
kurze Frage zur der TIMS Card. Muss ich diese in Kathmandu holen oder geht das auch auf dem Trek.
Geplant ist ebenfalls der 3 passes trek.
Schon einmal vielen Dank für das Feedback.
LG
Ronny
Hi Ronny,
die TIMS-Karte ist nicht mehr erforderlich, wenn du ohne Agentur gehst. Du bekommst die individuell auch gar nicht mehr, die wird nur noch an die lizensierten Guides/Agenturen verkauft. Für den Three-Passes-Trek brauchst du aber ohnehin nur die lokalen Permits für den Sagarmatha-Nationalpark. Die bekommst du z.B. in Lukla oder Monjo.
Viele Grüße + viel Spaß in Nepal
Selim
Hi,
im Langtang-Gebiet wird nun leider doch seit Mitte Februar ein zertifizierter Guide benötigt. Man gibt nichtmal mehr Permits für die Region heraus, wenn man vorher keinen Guide organisiert hat. Schade, ich hatte für Mai schon alles geplant, nun muss ich umplanen und eine andere Region abwandern.
VG
Hi Ben,
und vielen lieben Dank für die Rückmeldung. Hast du da noch ein paar Detail-Infos? Wo wolltest du dir denn z.B. das Permit besorgen – direkt vor Ort im Tourism Board?
Viele Grüße
Selim
Hallo lieber Selim,
Grüße aus Kathmandu.
Hab erst mal vielen Dank für Deine sehr hilfreichen Webseiten. Wir sind gerade den Weg von Jiri (genauer: Deorali) bis zu den Gokyoseen gegangen und ich kann den gesamten Weg, vielleicht mit Ausnahme der 6km von Bhandar bis Kinja, nur empfehlen. Es werden zwar Straßen hin und wieder gekreuzt oder man muss auch mal einige 100m darauf gehen, aber das stört wenig. Man findet gerade im Teil vor Surke sehr viel Herzlichkeit, Gastfreundschaft und wenig Touristen bei hinreichend vielen Lodges vor. Bei Betreten der Nationalparks werden übrigens 20$ (Gaurishankar) und 30$ (Entry Permit)+3000NPR (20€, Trekkingcard) fällig.
Zum Thema Guidepflicht: Wir waren genau deshalb heute im Tourist board am Durbar Marg. Es ist tatsächlich so, dass man nur noch die Annapurnaregion und Solukhumbu (incl. des Stückes Gaurishankar bei Shivalaya) ohne Guide bereisen kann. Für Langtang und Gosainkund besteht Guidepflicht.
Dazu noch eine Beobachtung: im Khumbu haben wir eher die besseren Lodges bevorzugt, also mit besseren sanitären Bedingungen etc, während die geführten Reisegruppen eher in den billigen einquartiert wurden. So hatten wir in Dhole in unserem „Dhole View Point“ Zimmer mit WC mit eigenem Waschbecken und Sitzklo für 6€ pro DZ, während die Gruppe eines bekannten Reiseveranstalters in der Alpin Cottage Lodge mit 2 Waschbecken für 20 Leute Vorlieb nehmen musste.
Noch eine Info zum Schluss: Bitte an Auslandskrankenversicherung incl. Rettung mit Hubschrauber denken. Wir hatten einen Fall in unserer Gruppe. Klappte Gott sei Dank richtig professionell, aber ohne Heli-Versicherung wären 3800$ für den Heli zu zahlen. Ich hoffe, die Infos helfen dem einen oder anderen bei der Planung.
Viele Grüße
Henning
Hi Henning,
und vielen lieben Dank für diese sehr ausführliche Rückmeldung. Interessant zu lesen, dass dir der Weg von Jiri aus gefallen hat. Ich fand den total langweilig und habe es am Ende bereut, dass ich stattdessen nicht den Island Peak mitgenommen habe. Aber so können sich die Eindrücke eben unterscheiden – und das ist ja auch gut so:)
Wegen der Guide-Pflicht: Wo hast du denn die Info her, dass man für Langtang jetzt zwingend einen Guide braucht? Ich frage, weil mir eine andere Leserin gerade vor ein paar Tagen geschrieben hat, dass sie das Permit problemlos ohne Guide erhalten hat.
Deinem Hinweis mit der Auslandskrankenversicherung kann ich übrigens nur beipflichten. Niemand rechnet mit Notfällen, aber am Ende steckt man nicht drin.
Viele Grüße
Selim
Hallo Selim,
die Info habe ich von den Mitarbeitern im Tourist Board in Kathmandu. Wie es praktisch am Einlass gehandhabt wird, weiß ich nicht, war ja nicht dort.
Viele Grüße
Henning
Okay, na gut… bei den Aussagen wäre ich dann ein bisschen vorsichtig:) Ich habe auf jeden Fall in den letzten Wochen von einigen Leuten gehört, die problemlos ohne Guide unterwegs waren.
Viele Grüße
Selim
Super Blog vielen Dank für die ganzen Infos. Meine Frage wäre ob das Begehen des Manaslu Circuit Treks auch noch ohne Guide möglich ist oder ob ihr eher davon abraten würdet? Ich habe schon eine mehrtätige Route in Swanetien in Georgien alleine mit GPS Trek begangen und bin körperlich ziemlich fit. Mich würde auch interessieren ob man sich irgendwo besser und genauer informieren kann, die „offiziellen“ Seiten im Netz versuchen einem nur immer etwas zu verkaufen. Lg
Hi Nils,
und vielen Dank für die netten Worte:) Zu deinen Fragen:
1) Der Manaslu Circuit liegt in einer Restricted Area, hier war schon immer ein Guide vorgeschrieben. Außerdem braucht man mindestens 2 Personen. Alternativ kann man sich als Solo-Wanderer ein sogenanntes „Ghost-Permit“ besorgen, d.h. du bezahlst ein Permit für eine fiktive zweite Person, die dann „zufällig“ nicht auftaucht. Ist ein bisschen Geldmacherei, aber ich habe in Dharapani eine Australierin getroffen, die das so gemacht hat.
2) Neben Reiseblogs wie diesem hier, sind die im Artikel erwähnten Facebook-Gruppen meiner Meinung nach die beste Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen auf dem Laufenden zu halten. Evtl. noch die englischsprachigen Tripadvisor-Foren für die jeweiligen Länder oder Reddit.
Viele Grüße
Selim
Ciao Selim, vielen Dank für deinen Blog. Ich habe ihn als Reiseführer für meine Trekkings in Nepal (Annapurna Circuit & Langtang-Gosaikunda-Helambu) und Laugavegur in Island verwendet. Ich kann hiermit ebenfalls bestätigen, dass ein Guide nicht notwendig ist. Selbst in Tourist office wo ich mein Permit für Langtang im Oktober 25 abgeholt habe, wurde mir das offiziell bestätigt. Unterwegs hatte ich keine Schwierigkeiten gehabt und konnte den Trek erfolgreich abschliessen. Auch letztes Jahr im Annapurna Gebiet hat überall nur ACAP Bewilligung augereicht. LG
Hi Justas,
und danke für dein Feedback:) Ich hatte ähnliche Erfahrungen gemacht, als ich von Kathmandu ins Helambu gewandert bin. Da kann man sich das Permit unterwegs am Eingang zum Shivapuri-Nationalpark in Sundarijal holen, das war auch kein Problem.
Viele Grüße
Selim
Hallo Selim,
ich möchte im April im Upper-Mustang wandern
benötige ich neben den Guide auch noch einen Trekking-Partner?
Welche Permits benötige ich:
-Mustang Conservation Area Permit
-Restricted Area Permit
-Municipality Permit
-TIMS-Karte
Hallo Günther,
ich war selbst noch nicht in Upper Mustang, aber ja… ich glaube die genannten Permits decken das ab. Ob man immer noch 2 Personen braucht, weiß ich nicht genau, ich glaube schon. Diese Regel wurde aber letztes Jahr diskutiert und soll wohl in Zukunft abgeschafft werden. Was es nicht mehr gibt, ist die Flatrate-Gebühr von 500 Dollar für 10 Tage, das wird jetzt pro Tag abgerechnet (50 Dollar/Tag). Ist also immer noch ein ziemlich teurer Spaß:)
Viele Grüße
Selim
Hallo Selim, danke für deine ausführliche Infos.
Ich habe bereits mein Flug nach Kathmandu gebucht und möchte von Salleri zum Everest Base Camp wandern. Allerdings habe ich jetzt festgestellt, dass ich für die 3 Tage nach Lukla ein special Permit für die Gaurishankar Consversation Area brauche. Andere Foren Seiten schreiben, dass ich keins brauche, wenn ich nicht direkt von Jiri losgehe. Auf der Seite von NTB steht, dass ich ein TIMS Card unbedingt auch für die Everest Region brauche.
Ich habe bereits auch schon ein Jeep von Kathmandu nach Salleri organisiert und checke wirklich nicht was ich alles brauche, die zwei Permmits, die ich in Lukla oder Mosho holen kann, das ist klar, aber muss ich zwingend noch eine Tims Card holen? Vielleicht hast du oder jemand anderes bereits erfahrung von Salleri nach Lukla gesammelt.
Vielen Dank und liebe Grüße Dino
Hi Dino,
genau – für die untere Everest-Region brauchst du das Gaurishankar Conversation Area Permit. Ich hatte mir das in Shivalaya geholt (ein Ort nach Jiri). In Salleri gibt es meines Wissens nach keinen Checkpoint, aber selbst wenn doch irgendjemand fragen sollte – dann holst du das Gaurishankar Permit einfach dort. Ich glaube aber nicht, dass da kontrolliert wird, der nächste Checkpoint sollte am Nationalpark-Eingang in Monjo sein.
Die TIMS-Karte ist für Solo/Individual-Trekker generell nicht erforderlich und erst recht nicht in der Everest-Region, die haben ja ihr eigenes Permit-System. TIMS ist ein Überbleibsel von vor 2023, inzwischen wird das nur noch an Agenturen vergeben. Die Info auf der Webseite, dass man das zwingend braucht, ist in der Eigenlogik von NTB zwar folgerichtig, da NTB ja auch behauptet, dass man Treks nur noch mit einem offiziell bei einer Agentur registrierten Guide machen kann. Das ist aber reines Wunschdenken von NTB und hat nichts mit der Realität zu tun:)
Kurzfassung: Einfach lokale Permits holen, TIMS ignorieren.
Viele Grüße + viel Spaß in Nepal
Selim