In diesem Artikel:
- Tourenportal von Outdooractive im Test
- Tourenplanung und Bedienung
- Konnektivität (Garmin etc.)
- Die Karten: Das große Highlight von Outdooractive
- GPS-Tracks runterladen
- Touren organisieren und synchronisieren
- Social-Media-Features von Outdooractive
- Navigation von Outdooractive im Test
- Akkulaufzeit
- Mein Fazit zur Outdooractive-App
Outdooractive ist in Deutschland neben dem Platzhirsch Komoot die Nr. 2 der Outdoor-Navigationsapps. Die App bietet Planungs- und Navigationsfunktionen für Wanderungen, Trekkings, Bergtouren und Radtouren. Dazu gibt’s ein großes Tourenportal mit Touren von Touristikverbänden, dem Alpenverein, aus der Community sowie der Outdooractive-Redaktion.
Großes Plus: Die Basis-Version von Outdooractive ist kostenlos und bietet in der Gratisversion eine weltweit nutzbare OSM-Basiskarte sowie den Tourenplaner – damit kann man schon viel machen. Für Offline-Funktionen und die vielen Spezialkarten ist der Abschluss eines Abos erforderlich. Outdooractive bietet hierbei zwei Modelle an:
- Outdooractive Pro*: 2,50 Euro/Monat
- Outdooractive Pro+*: 5,00 Euro/Monat
👉 Ich vergleiche die beiden Abo-Modelle ausführlich in dem Artikel Outdooractive Pro oder Pro+ Welches Abo lohnt sich wirklich?
Gelegentlich wird kritisiert, dass man die Vollversion der App ausschließlich mit einem Abonnement nutzen kann. Ich bin selbst nicht der allergrößte Freund von Abo-Modellen, inzwischen ist es bei den kommerziellen Anbietern aber fast schon Standard. Dennoch habe ich mich natürlich auch gefragt, ob die App eine jährliche Gebühr von 30 bzw. 60 Euro wert ist.
Die Basis-Version der App bzw. des Partner-Portals Alpenvereinaktiv nutze ich bereits seit 2016. Für den Test der Vollversion hat mir Outdooractive 2023 freundlicherweise ein kostenloses Jahres-Abo zur Verfügung gestellt, das ich ausgiebig in der Praxis getestet habe. Anschließend habe ich das Abo kostenpflichtig verlängert.
Schauen wir uns also mal an, was die Outdooractive-App kann!
Was mir bei Outdooractive gefällt:
- Einfache Bedienung sowohl auf dem Smartphone als auch online
- Große Auswahl an qualitativ hochwertigen topographischen Karten
- Bereits in der kostenlosen Version gut zu gebrauchen
Was man bei Outdooractive besser machen könnte:
- Darstellung der OSM-Karte nicht anpassbar
- Genaue Höhenlinien erst bei starkem Zoom
- Kein Abstellen der automatischen Trackaufzeichnung bei der Navigation
Tourenportal von Outdooractive im Test
Wer noch nicht weiß, wo es hingehen soll, wird im Tourenportal von Outdooractive fündig. Einerseits mit dem Reiseführer, in dem einzelne Regionen vorgestellt werden. Andererseits mit der Tourensuche, in der du dich selbst auf die Suche machen kannst. Sehr erfreulich: Beide Funktionen sind kostenlos nutzbar und man muss sich auch nicht anmelden, sondern kann einfach ein bisschen stöbern.
Reiseführer
Im Reiseführer stellt Outdooractive einzelne Regionen, Nationalparks, Gebirge oder ganze Länder vor. Das ist durchaus ganz praktisch, wenn man sich inspirieren lassen will. Die Infos sind berechenbar (wenig echte Geheimtipps) aber solide, da sie häufig von den regionalen Touristenverbänden stammen. Vor allem für die touristisch stark erschlossenen Alpen-Regionen und beliebte Ziele in Europa gibt es hier viele brauchbare Infos.
Hier eine vom Alpenverein einstellte Wanderung:

Der Reiseführer ist benutzerfreundlich gestaltet: Bei der Suche werden auf den einzelnen Seiten auch gleich die passenden Tourenvorschläge, Übernachtungsmöglichkeiten und Ausflugsziele mitgeliefert. Das ist alles gut miteinander verknüpft und erleichtert das Finden eines möglichen Reiseziels. Was mir persönlich gut gefallen hat: Die Auswahl ist nicht auf Europa beschränkt, sondern beinhaltet auch Destinationen in Übersee.
Tourensuche mit Outdooractive
Die Tourensuche ist nützlich, wenn die Region schon klar ist: Per Scrollen und Zoomen auf der Karte bekommst du passende Touren in der Umgebung eingeblendet. Mit einem Filter lassen sich je nach Vorliebe Wanderungen, Klettersteige, Radtouren, Fernwanderwege etc. einblenden. Außerdem kann man die gewünschte Streckenlänge, Höhenmeter und die Schwierigkeit festlegen.
Tourensuche auf der Karte – die passenden Vorschläge werden links eingeblendet:

Die Tourensuche ist prinzipiell ein sinnvolles Feature, z.B. um einfach mal spontan zu schauen, was man an einem bestimmten Ort machen könnte. Leider finden sich hier inzwischen auch viele algorithmisch erstellte Touren (siehe nächster Abschnitt). Der Schwerpunkt liegt klar auf touristischen Regionen in Europa und den Alpen. Exotischere Touren in Südamerika, dem Himalaya etc. werden überwiegend von der Community bereitgestellt.
💡 Mit dem Abschluss des Pro+ Abos werden zusätzliche Premium-Touren freigeschaltet. Diese Touren werden von Fachverlagen, wie Kompass oder den ADAC-Reiseführern sowie lokalen Experten und Wanderführern erstellt. Sie bieten meist eine etwas detaillierte Wegbeschreibung.
Algorithmisch erstelle Wandervorschläge
Ein großes Problem der digitalen Tourenportale ist der zunehmende Einsatz von Algorithmen. Dabei werden Routen nicht mehr nur auf Basis von realen Gegebenheiten, sondern aufgrund von mathematischen Wahrscheinlichkeiten erstellt. Unrühmlicher Pionier dieser Methode war Komoot, der stark auf solche automatisch generierten Vorschläge setzte. Inzwischen nutzt auch Outdooractive entsprechende Verfahren.
Unter dem Nutzerprofil Outdooractive Creative Commons finden sich inzwischen mehrere hunderttausend Touren, die mithilfe automatisierter Prozesse erstellt wurden. Eine stichprobenartige Prüfung meinerseits zeigte dabei ähnliche Schwächen wie bei Komoot: Die Streckenführung wirkt in vielen Fällen wenig durchdacht, teilweise verlaufen Routen auch direkt über Straßen. Das liegt leider in der Natur solcher Systeme: Der Algorithmus „plant“ keine Tour im klassischen Sinn, sondern verbindet einfach vorhandene Wegpunkte. Das kann schon funktionieren – meistens erreicht es aber nicht die Qualität menschlicher Routen.
Tourenplanung und Bedienung
Keine größeren Änderungen gibt es glücklicherweise beim Tourenplaner, in dem man selbst Touren erstellen kann. Diese Funktion nutze ich schon lange und das funktioniert selbst in der kostenlosen Basis-Version sehr gut. Das Pro-Abo bietet hier einige nützliche Zusatzfunktionen, z.B. kann man sich ein Wegenetz mit bekannten Routen oder verschiedene Karten-Layer einblenden lassen.
Das Grundprinzip ist simpel: Man sucht sich einen Punkt in der Karte raus und klickt anschließend eine Route zusammen. Ausgehend von der gewählten Tour-Art (Wandern, Radfahren, Bergsteigen etc.) erstellt Outdooractive automatisch eine Route anhand des OSM-Wegnetzes. Bei Bedarf lässt sich diese Route auch anpassen, indem man die Punkte verschiebt oder Zwischenpunkte einfügt und diese dann an den gewünschten Ort zieht.
Planung der Wanderung auf der Vereda de la Estrella in der Online-Version des Outdooractive-Tourenplaners:

Für die fortgeschrittene Tourenplanung bietet Outdooractive die Möglichkeit, die Auto-Funktion abzustellen und Punkte direkt zu verbinden. Damit kann man auch Touren abbilden, die außerhalb des OSM-Wegnetzes verlaufen. Weiterhin lassen sich Zwischenpunkte und individuelle Wegpunkte einfügen und mit einem Icon markieren, z.B. um Übernachtungs- oder Pausenorte zu markieren.
Ebenfalls erwähnenswert: Bei den Wegpunkten kannst du dir auch die Koordinaten anzeigen lassen. Dargestellt werden folgende Referenz-Systeme:
- 1️⃣Grad-Minuten-Sekunden (Längengrad/Breitengrad)
- 2️⃣UTM (Universal Transversale Mercator)
- 3️⃣Dezimalgrad WGS84
Diese Koordinaten kann man einfach in den Zwischenspeicher kopieren und in anderen Anwendungen einfügen, z.B. in professionellen Tools wie QGIS oder auch einfach in Google Maps oder Google Earth. Ich benutze das recht häufig in Verbindung mit Google Maps, um mir anzuschauen, ob auf einer geplanten Route interessante Highlights liegen.
Die Bedienung des Tourenplaners ist insgesamt sehr intuitiv. Outdooractive hat hier seit Jahren nichts groß geändert, weil er einfach gut funktioniert wie er ist. Sowohl klassische Streckenwanderungen als auch Hin-und-Zurück-Touren mit Rückkehr zum Startpunkt und geschlossene Rundtouren sind mit den Befehlen „Gleiche Route zurück“ und “Route hierhin“ einfach umsetzbar.
Hier habe ich mehrere Punkte auf einmal ausgewählt. Das geht nur im Online-Portal, nicht in der App:

Die Planung funktioniert selbst auf dem kleinen Smartphone-Bildschirm relativ gut. Mit dem Online-Planer am PC ist es noch einfacher, weil du hier auch mehrere Punkte auf einmal bearbeiten kannst – praktisch, wenn man einen Teil der Planung wieder löschen will. Unter der Route wird zudem ein Höhendiagramm eingeblendet, das du auch mit dem Mauszeiger entlangfahren kannst.
Synchronisation zwischen Online-Planer und Smartphone
Die Planungen in Outdooractive werden automatisch zwischen Online-Portal und Smartphone synchronisiert. Wenn die Tour fertig ist, speicherst du sie ab. Anschließend taucht sie im Reiter „Meine Seite“ auf und ist innerhalb weniger Augenblicke auf dem Smartphone verfügbar.
Lange Zeit war die nahtlose Synchronisation zwischen verschiedenen Endgeräten ein Alleinstellungsmerkmal der großen kommerziellen Portale. Inzwischen haben hier aber immer mehr andere Anbieter nachgezogen, z.B. Locus Maps und Mapy.com. Das gilt übrigens auch für den nächsten Punkt – das Koppeln mit Garmin-Geräten.

Outdooractive mit Garmin-Smartwatches und Co. koppeln
(Anmerkung: Dieses Feature habe ich selbst nicht getestet. Da es für viele User interessant sein dürfte, gehe ich hier aber trotzdem kurz darauf ein).
Outdooractive ist seit 2022 kompatibel mi den beliebten Smartwatches und Sportuhren von Garmin, d.h. du kannst das Outdooractive-Konto direkt mit Garmin-Geräten und Smartwatches koppeln. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:
- Konten-Synchronisation: Zuerst verknüpfst du den Outdooractive-Account mit Garmin Connect – dadurch werden geplante Touren automatisch übertragen.
- Outdooractive-App: Mit der speziellen App im Garmin Connect IQ Store verbindest du die Uhr per Internet mit der Outdooractive-Cloud und lädst dir anschließend die gewünschte Tour auf das Endgerät.
Einziger kleiner Haken: Die offiziellen Topo-Karten (swisstopo, IGN, etc. siehe nächster Abschnitt) aus dem Outdooractive Pro-Abo lassen sich nicht auf das Garmin-Gerät übertragen. Grund dafür: Die Vermessungsämter haben die Karten an Outdooractive lizensiert, aber nicht die Installation auf Fremdgeräten wie Garmin. Außerdem nutzt Outdooractive Vektor-Kacheln für seine Karten, die sind aber nicht mit den Garmin-Geräten kompatibel.
Die Karten: Das echte Highlight von Outdooractive
Damit kommen wir zu einem der Highlights von Outdooractive: Den Karten. Hier ist die Auswahl nämlich wirklich extrem gut und das ist weiterhin ein echtes Alleinstellungsmerkmal der App.
Wie fast alle Navigations-Apps ist das Grundgerüst von Outdooractive die Datenbank der Open Street Map (OSM). Das ist eine frei zugängliche Geo-Datenbank der ganzen Welt, in der Nutzer Wege, Straßen, Berge und alle anderen geografisch relevanten Punkte eintragen können, darunter auch viele unmarkierte Wege und Trampelpfade.
In der der kostenlosen Version bietet Outdooractive ausschließlich die Basis-OSM-Karte. Man kann damit durchaus planen, sämtliche Punkte aus OSM werden 1:1 übernommen und korrekt dargestellt. Aber es birgt auch Risiken, weil viele inoffizielle, riskante oder gar nicht zugängliche Wege angezeigt werden.
Basis-OSM-Karte mit grundlegenden Informationen:

Das ist aber nur die Basis. Wirklich interessant wird es ab dem Pro-Abo. Damit bekommst du nämlich neben der Outdooractive-Karte (etwas detallierte OSM-Karte) offizielle topographische Karten aus mehr als 15 Ländern weltweit, darunter der komplette DACH-Raum, praktisch alle beliebten Wanderregionen Europas, die Alpen, USA und viele weitere Länder.
In diesen Regionen greift Outdooractive nicht auf die Standard-OSM-Karte zu, sondern legt die amtlichen Daten (z. B. vom Bayerischen Landesvermessungsamt oder swisstopo) über das Wegenetz. Die Karten sind zudem echte Vektorkarten, d.h. man kann stufenlos bis in den Maßstab 1:25.000 reinzoomen.
Zusätzliche Karten-Layer in der Pro-Version von Outdooractive:

Sehr konservativ gerechnet entspricht das etwa 50.000 Papierkarten, die man kaufen müsste, um die gleiche Abdeckung wie das Pro-Abo zu haben. Im Pro+ Abo erhältst du zusätzlich noch die klassischen Alpenvereins-Karten und Radfahrkarten des ADFC. Aber selbst ohne sind es sehr sehr viele Karten – der theoretische Wert des Kartenmaterials geht in die Millionen.
👉 Die detaillierte Übersicht der Karten mit vielen Beispielbildern findest du in diesem Artikel: Outdooractive Pro und Pro+ im Vergleich.
Es gibt auch andere Outdoor-Apps, die Topo-Karten bieten. Mir ist aber keine bekannt, die so viele offizielle Karten für nur 2,50 Euro im Monat anbietet. Am nächsten kommen dem wahrscheinlich GaiaGPS (eher im US-Raum genutzt) und Locus Maps. Die ist aber leider nur für Android erhältlich und man muss die Karten dort separat mit sogenannten „Lo-Coins“ – einer Art Kryptowährung – per In-App-Kauf erwerben. Das finde ich prinzipiell schon mal abschreckend.
Outdooractive setzt bei den Karten eher auf ein großes Gesamtpaket, das alles Wichtige abdeckt. Für die große Mehrzahl der Wanderer, die in den Alpen oder anderen beliebten Wanderegionen in Europa unterwegs sind, ist das mehr als ausreichend. Insofern finde ich die Kartenauswahl bei den kostenpflichtigen Versionen von Outdooractive insgesamt sehr gelungen.
Nur für kurze Zeit: 2 Monate Outdooractive Pro geschenkt
Ich habe in Zusammenarbeit mit Outdooractive ein Angebot erstellt, mit dem du die Pro-Features der App günstig ausprobieren kannst. Mit dem folgenden Gutschein sparst du 5 Euro für das Pro-Abo – das sind 2 Monate der Premiumversion geschenkt!

So funktionierts:
- Auf den Link klicken* und einen Account für Outdooractive erstellen.
- Das Pro-Abo auswählen.
- Im nächsten Fenster „Gutschein einlösen“ auswählen und den Gutscheincode „ESKAPIST5L“ eingeben.
- Verwende alternativ den Gutscheincode „ESKAPIST10J“ um 10 Euro beim Abo Outdooractive-Pro+ zu sparen.
Anschließend wird der Gutschein direkt mit dem Betrag verrechnet und du erhältst Zugriff auf die Premium-Features.
Gibt es gar keine Kritikpunkte bei den Karten? Doch: Die Darstellung der OSM-Basiskarte ist in Outdooractive etwas kontrastarm, die Schummerung von Gebirgszügen könnte für meinen Geschmack noch ein bisschen kräftiger ausfallen. Außerdem muss man dort sehr stark reinzoomen, bis die Höhenlinien mit einer Äquidistanz von 10 Metern dargestellt werden – etwas fummelig, wenn ich auf die Schnelle einen groben Überblick über die Topographie eines Gebirges haben will.
Im Unterschied zu reinen OSM-Apps wie OSMand bietet Outdooractive außerdem keine wirklichen Anpassungsmöglichkeiten. So kann man keine eigenen Karten-Layer oder Tiles hochladen, alternative Stile für Tracks oder Wegpunkte festlegen oder Overlays konfigurieren. Viele User, die einfach nur einem Wanderweg folgen wollen, werden das mit aller Wahrscheinlichkeit nach aber nicht vermissen. Das sind eher Spezialfälle für Leute (wie mich), die alles bis ins kleinste Detail anpassen wollen.
Offline-Karte
Die Offline-Karte ist ausschließlich ab dem Pro-Abo verfügbar. In dem Reiter „Karte“ wählst du oben rechts das Bookmark-Symbol aus. Anschließend legst du den Kartenausschnitt fest, den du herunterladen möchtest. Dieser Ausschnitt wird dann beim Navigieren unterwegs auch angezeigt, wenn du kein Internet hast.
Wichtig: Dabei wird nur der derzeit aktive Karten-Layer heruntergeladen. Wenn du die Basis-OSM-Karte herunterlädst, kannst du im Offline-Modus nur diese Karte nutzen und nicht später auf eine Topo-Karte umschalten.

Eine weitere kleine Einschränkung: Das automatische Routing bei der Tourenplanung funktioniert ausschließlich mit Internet-Verbindung. Das liegt daran, dass Outdooractive, nicht alle Daten herunterlädt, selbst bei einem Offline-Download der Region. Ohne Internet werden die Punkte einfach per Luftlinie miteinander verbunden.
Persönlich finde ich, das ist kein Game-Changer, denn die Tourenplanung mache ich ja meist zu Hause wenn ich Internet habe. Und meinen Standort bekomme ich weiterhin auf der Karte angezeigt, kann also selbst navigieren. Dennoch bleibt die Frage, warum eine simple Karten-App wie Organic Maps das kann und ein großer Player wie Outdooractive nicht – vielleicht ein Fall für das nächste Update.
Verschiedene Layer erleichtern die Planung
Ab dem Pro-Abo kann man sich verschiedene Zusatzebenen über die ausgewählte Karte legen, z.B. Hangneigung oder ein Satellitenbild. Sinnvoll für die Tourenplanung finde ich hier vor allem das Wegenetz für Wandern, Radfahren und andere Aktivitäten. Damit sieht man auf einen Blick die offiziellen Wege in einer Region – ideal, wenn du z.B. einem ganz bestimmten Wanderweg oder Fernwanderweg folgen willst.
Weitwanderweg GR-249 auf der topographischen Karte von Andalusien:

Im Wege-Layer sind die meisten offiziellen Wege eingetragen, sogar außerhalb von Europa. In den bekannten Ferienregionen der Alpen sind es sogar so viele, dass es fast schon unübersichtlich wird. Dennoch ist es ein Feature mit hohem Praxiswert, weil ich damit nicht separat kontrollieren muss, wo denn jetzt genau eine bestimmte Route verläuft. Ebenfalls nützlich ist das Einblenden von Bus- und Bahnhaltestellen. Das gibt es sogar schon in der kostenlosen Basis-Version.
GPS-Tracks runterladen
Nachdem die Tour fertig geplant und gespeichert ist, kann man sich dafür auch einen GPS-Track runterladen. Sehr lobenswert: Auch das geht bereits in der kostenlosen Version. Du kannst Outdooractive also auch als Tool benutzen, um GPS-Tracks zu erstellen, zu exportieren und die Tracks dann z.B. mit einem anderen Gerät zu benutzen. So habe ich das lange Zeit gemacht – auch umgekehrt: Man kann eigene GPS-Tracks in Outdooractive importieren und dort bearbeiten.
Runterladen von Tracks:

Neben GPX werden zusätzliche die folgenden Formate unterstützt:
- FIT (für Garmin-Geräte)
- KML
KML-Dateien sind nützlich, wenn man den Track zur Prüfung vorher nochmal in Google Earth hochladen will. Im FIT-Format werden Daten wie Herzfrequenz oder Sensor-Daten von Smartwatches, Sportuhren und Co. gespeichert.
Eine Sache, die noch zu beachten ist: Die von Outdooractive erzeugten GPX-Dateien sind relativ groß, weil viele Trackpunkte generiert werden. GPS-Geräte haben ein Limit der darstellbaren Trackpunkte, z.B. 10.000 Punkte bei meinem Garmin eTrex 32x. Bei zu großen Dateien wird ein Teil des Tracks abgeschnitten, wenn das Limit überschritten wird. Man kann mit der Basecamp-App den Track aber filtern und die Trackpunkte reduzieren. Damit wird die Datei dann auch kleiner.
Übrigens: Du kannst Touren auch ausdrucken. Dabei wählst du zunächst den Maßstab und das Format (Faltkarte oder Detailkarte mit einzelnen Blättern). Anschließend wird ein PDF erstellt, das du dir ausdrucken kannstt. Das sieht dann ungefähr so aus:
(Zum Vergrößern anklicken)



Leider kann man wegen der Lizensierung nur die Basis-OSM-Karte ausdrucken und nicht die topographischen Detailkarten der Verlage. Dennoch ist es ein interessantes Feature und ich finde es gut, dass Outdooractive die Nutzer von klassischen Papierkarten miteinbezieht. Man kann das auch ohne Outdooractive mit selbst erstellten OSM-Karten machen, eine Beschreibung dazu findest du bei Trekkingtrails. Aber das ist ziemlich aufwendig.
Touren organisieren und synchronisieren
Das ist ein Feature, das sich vor allem an Power-User richtet: Alle selbst erstellten Touren und die vorgefertigten Touren im Portal, kannst du in eigenen Sammlungen speichern und organisieren, z.B. „Will ich noch machen“ und „Habe ich bereits gemacht“. Außerdem gibt es die Möglichkeit, eigene Sammlungen anzulegen.



Interessant wird das vor allem, wenn man sehr viele Touren geplant oder gespeichert hat und den Überblick behalten will. Das Speichern funktioniert intuitiv: Du klickst/ tippst einfach auf „Merken“ und suchst dir anschließend die gewünschte Sammlung raus. Die Sammlungen kannst du später auch auf dem Touren-Portal veröffentlichen.
Social Media Features von Outdooractive
Outdooractive bietet auch einige Social-Media-Funktionen, um sich mit anderen Nutzern der App zu vernetzen. Unter anderem kannst du:
- 👥 Anderen Nutzern folgen
- 🏆 An Challenges teilnehmen
- 📤 Touren von dir hochladen und mit der Community teilen
- ⭐Andere Touren kommentieren und Fragen zu deinen eigenen Touren bewerten
- 📸 Fotos und Bewertungen von Ausflugszielen hochladen
Intensiv verwendet habe ich diese Funktionen noch nie. Generell werden die Community-Features meinem Empfinden nach auch von anderen Leuten eher weniger genutzt. Die Zielgruppe von Outdooractive nutzt die Plattform aktiv zur Tourenplanung, nicht so sehr, um sich zu vernetzen und Touren von anderen Leuten nachzulaufen. Bei diesen Social-Features ist Komoot stärker aufgestellt.
Ein Feature, das vor allem Blogger und Content Creator anspricht: Man kann auch Touren mitsamt der Karte auf der eigenen Webseite einbinden. Ich habe das bei ein paar Artikeln gemacht, es sieht recht professionell aus.
Navigation von Outdooractive im Test
Neben dem Tourenplaner bietet Outdooractive auch ein Navigations-Modul. Die Bedienung ist simpel: Einfach unten auf den Reiter „Navigation“ tippen. Anschließend wechselt die App in die Navigations-Ansicht und los geht’s.

Der Bildschirm ist übersichtlich gestaltet. In der Mitte findet sich das Kartenbild mit der Route. Darüber die verbleibende Strecke und Zeit, aktuelle Höhe und die bisher zurückgelegten Höhenmeter. Außerdem blendet Outdooractive oben links Richtungspfeile an und gibt auch einen Hinweis darauf, wenn man nicht mehr auf der Route bist.
Outdooractive bietet, wie heute üblich, eine Sprachnavigation an. Das Handy kann theoretisch also auch in der Tasche bleiben. Bei meinen Testwanderungen funktionierte das relativ ordentlich. Es war zwar häufig so, dass die entsprechende Ansage bei Abzweigungen etwas zu spät kam, d.h. ich stand schon mitten auf der Wegkreuzung und fragte mich gerade, wo es jetzt weitergeht. Aber das sind Kleinigkeiten.
Navigation mit Outdooractive:



Wenn man nicht mehr auf der Route ist, gibt es leider kein Re-Routing zurück zum letzten Punkt. Auch dann nicht, wenn das Smartphone online ist. Stattdessen erklärt einem die nette Frau im Handy nur, dass sich der Weg z.B. „50 Meter links von dir“ befindet. Bei Radtouren, wenn man schneller unterwegs ist, kann das durchaus ärgerlich sein. Als Fußgänger fand ich es vernachlässigbar.
Tracks aufzeichnen
Outdooractive bietet auch die Möglichkeit Tracks aufzuzeichnen. Dazu tippt man einfach unten auf den Reiter „Aufzeichnen“ und dann auf „Start“. Normalerweise habe ich zum Aufzeichnen immer mein Garmin eTrex dabei. Es gab aber schon ein paar Fälle, wo das nicht der Fall war und ich spontan mit Outdooractive getrackt habe. Die Aufzeichnung ist gut, keine Ausreißer oder übertriebene Punktewolken.
Einziger Nachteil ist, dass beim Aufzeichnen der Energieverbrauch exponentiell ansteigt. Was mir auch aufgefallen ist: Bei der Navigation mit einer vorher erstellten Route zeichnet Outdoorative automatisch einen Track auf. Die Aufzeichnung lässt sich leider nicht abstellen, was mich persönlich etwas genervt hat. Die einzige Möglichkeit ist, während der Tour auf die Navigation zu verzichten und einfach zu schauen, dass man noch auf der Route ist – das geht natürlich auch.

Fotos machen und automatisch einfügen
Ein Feature, das in die Kategorie „Spielerei, aber ganz nett“ fällt: Mit aktivierter Navigation, kannt man unterwegs in der Outdooractive-App Fotos knippsen. Da die Fotos in der Regel mit GPS-Koordinaten getaggt sind, wird das Bild dann automatisch am jeweiligen Standort eingefügt. Nach dem Ende der Tour kannst du die Fotos hinzufügen, sie werden dann automatisch entlang des Routenverlaufs angezeigt.
Das ist an sich ein kein schlechtes Feature. Es funktioniert aber nur mit dem aufgezeichneten Track und nicht anhand der vorher erstellten Planung. Man muss den aufgezeichneten Track am Ende nochmal bearbeiten und daraus eine Tour erstellen. Gleichzeitig kann man aber auch aus Planungen Touren erstellen. Das ist eigentlich überflüssig bzw. nur dann nötig, wenn man während der Tour nicht die Navigations-Funktion nutzen möchte. Dann kann man aber wiederum keine Fotos einfügen.
Foto-Funktion in der Outdooractive-App:



Akkulaufzeit
Die Akkulaufzeit ist typischerweise der Knackpunkt bei Navigations-Apps. Insofern hat es mich auch nicht überrascht, dass Outdooractive einen recht hohen Energieverbrauch hat.
Ergebnisse in meinem Test
Bei aktivierter Online-Verbindung und einem recht frischen Ersatz-Akku für mein schon etwas älteres iPhone SE2 zog die App mit aktivierter Navigation in 30 Minuten 5% der Batterie. Rechnet man das hoch, kommt man auf maximal 10 Stunden Einsatz. Das ist allerdings etwas zu großzügig geschätzt. Man will ja auch noch Fotos mit dem Handy machen, ab und zu mal auf die Karte schauen etc. und das zieht auch Energie.
Zum Vergleich habe ich dann eine Wanderung komplett im Offline-Modus gemacht. Dabei bin überraschenderweise bei 3,5 Stunden auch auf 35% Energieverbrauch gekommen, es gab also keinen großen Unterschied zur aktivierten Internet-Verbindung. Dabei habe ich die App vollumfänglich genutzt, d.h. Navigation mit Sprachausgabe war aktiviert, ich habe ab und zu mal auf die Karte geschaut und auch ein paar Fotos in der App gemacht.
Meine Einschätzung zum Energieverbrauch
Bei vollem Gebrauch, d.h. aktivierte Navigation mit Tracking, gehe ich davon aus, dass man die App 7-8 Stunden nutzen kann, bevor es eng wird. Das reicht für eine durchschnittliche Tageswanderung und auch für viele mehrtägige Touren, wenn du abends sicher wieder aufladen kannst. Dennoch gehört bei der Navigation mit App immer eine kleine Power-Bank* auf die Packliste für Wanderungen.
- Gewicht: 200 g (inkl. Micro-USB-Kabel + Beutel)
- Kompakte + leistungsstarke Powerbank, ideal für Rucksackreisende
- hochwertige Verarbeitung
- ca. 4-5 Aufladungen von Smartphones
- Vor Überspannung und Kurzschluss geschützt
Am besten auf Navigationsfunktion verzichten
Ehrlicherweise muss man sagen: Erfahrene Wanderer aktivieren die Navigation in der Regel erst gar nicht. Das ist in den meisten Fällen auch nicht nötig, da man ja einem Weg folgt und nicht ständig auf die Karte schauen muss. Anders sieht es bei Fahrradtouren aus, hier kommt die Navigation wahrscheinlich häufiger zum Einsatz. Für diesen Fall empfiehlt sich ebenfalls die Mitnahme einer Powerbank.
Mein Fazit zur Outdooractive-App
Outdooractive ist ein rundes Komplettangebot, das vor allem durch seinen intuitiven Tourenplaner und die riesige Auswahl hochwertiger topografischer Karten in der Pro-Version überzeugt. Wenn du hauptsächlich kürzere Touren in zivilisationsnaher Umgebung machst, kommst du sogar mit der kostenlosen Version gut zurecht.
Für die Planung anspruchsvoller Treks nutze ich persönlich inzwischen spezialisiertere Anwendungen wie QGIS, OSMand oder Garmin Basecamp. Diese Tools bieten mehr Möglichkeiten, sie erfordern aber auch deutlich mehr Einarbeitung. Genau hier liegt die Stärke von Outdooractive: Es bündelt die wichtigsten Funktionen in einem technisch sauberen, zugänglichen Gesamtpaket. Für Tageswanderungen, Wochenendtrips oder mehrtägige Touren in Europa ist das mehr als ausreichend.
2,50 Euro pro Monat für die Pro-Version finde ich insgesamt fair, vor allem für Leute, die regelmäßig Touren planen. Kritisch sehe ich den zunehmenden KI-Einsatz. Ich hoffe, dass Outdooractive seinem Kerngeschäft treu bleibt und nicht den Weg von Komoot geht. Ansonsten bleibt die App Stand heute für mich aber weiter eine Empfehlung, wenn du ein leistungsfähiges, einfach bedienbares Planungstool suchst.

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Hast du noch Fragen oder Anmerkungen zu Outdooractive? Nutzt du andere Navigations-App oder verwendest du lieber eine echte Karte? Dann nichts wie ab in die Kommentare – ich freue mich, von dir zu hören!




















Vielen Dank für Deine Einschätzung. Allerdings bin ich mit der Handhabung der Tourenplanung nicht Deiner Meinung. Meine Erfahrung zeigt, dass es hier erheblichen Nachbesserungsbedarf gibt. So werden bei gesetzten zahlreichen Punkten, beim Löschen (nachträgliches Bearbeiten) eines dieser Punkte, wahllos neue Reihenfolgen eingeführt..–Am dämlichsten ist es aber, dass trotz des Setzens von neuen Punkten, einfach andere Wege dargestellt werden, die nicht in der Folge der Punkte sind –> es entstehen Nebenstrecken und diese falschen Strecken lassen sich nicht löschen!
Das ist sogar bei Garmin einfacher.
Dann werden Wege nicht erkannt, obwohl sie vorhanden sind (zum Beispiel in der Topografischen Karte), nur weil es Feldwege (?) oder andere unbefestigte Wege sind?? Bleibt für mich völlig unverständlich, und somit absolut unbrauchbar.
Das Abo habe ich deshalb auch sofort wieder gekündigt!
Hi Volker,
ich glaube ich kann nachvollziehen was du meinst: Wenn man bei einer bereits geplanten Strecke, einzelne Punkte rausnimmt, kann es sein, dass die App sich selbst neue Routen aussucht. Das hat wohl mit der automatischen Routing-Funktion zu tun. Ich finde das persönlich nicht so schlimm, da man sich die Strecken wie im Artikel beschrieben ja relativ einfach neu erstellen kann. Aber vielleicht haben wir da etwas andere Ansprüche:)
Dass Wege nicht auf Anhieb erkannt werden, kenne ich eigentlich nur in einem Fall, nämlich wenn die Route über alpine bzw. unbefestigte Wege führen soll. In dem Fall hilft es, wenn man direkt auf den Anfang dieses Wegstücks klickt und die Route relativ kleinteilig entlang des Abschnittes entlangführt. Das ist zugegebenermaßen etwas umständlich, aber es kommt auch nicht ständig vor. Insofern finde ich das auch nur eine kleine Einschränkung und würde die App auch nicht als „absolut unbrauchbar“ ansehen.
Viele Grüße
Selim
Hallo Selim,
Es gibt auch noch die Möglichkeit eine Route zu planen und anstatt der Navigation die Funktion ‚Als Vorlage‘ (oben rechts unter den 3 Punkten) zu verwenden. Dann verhält sich die App wie dein Etrex beim Folgen eines Tracks und du folgst einfach der Route indem du schaust ob du noch auf der Linie bist. Vielleicht ist der Akkuverbrauch geringer, da die App keine Abweichung, Ankunftszeit etc. berechnen muss, sondern nur deinen gegenwärtigen Standort anzeigt und aufzeichnet. Beim Nutzen als Vorlage wird automatisch aufgezeichnet, so wie auch beim Etrex, wenn man einem Track folgt.
Viele Grüße
Frank
Hallo Frank,
und vielen lieben Dank für den Hinweis. Das werde ich mir mal am Wochenende genauer anschauen:)
Viele Grüße
Selim
Hallo Selim,
danke für Deine ausführliche Beschreibung, bzw. Test. In Großen und ganzen bin ich da bei Dir, mir gefällt OA vor allem, weil es nicht so überladen ist, wie bei Ko..und ich benötige da auch kein soziales Netzwerk beim Planen.
Was mich stört, und da hat wohl OA auch noch keine Lösung sind die entweder häufig zu späten Ansagen und teilweise auch mißverständlichen Hinweise bei der Navigation.
Hast Du auch die Erfahrung gemacht?
Hi Stefan,
ich benutze die Navigationsfunktion eigentlich nicht wirklich. Habe das nur mal für den Test ausprobiert. Wie im Test erwähnt, kam die Sprachansage dann manchmal etwas zu spät. Ich kann mir vorstellen, dass das beim Radfahren tatsächlich etwas nervt. Beim Wandern finde ich es nicht so schlimm, da ist man ja langsamer unterwegs.
Viele Grüße
Selim