In diesem Artikel:
- Interaktive Wanderkarte für Garmisch-Partenkirchen
- Die 10 schönsten Wanderungen in GaPa für Gipfelstürmer
- Gut zu wissen zum Wandern in Garmisch-Partenkirchen
- Wo übernachten in Garmisch?
- Benötigte Ausrüstung für Wanderungen in Garmisch-Partenkirchen
- Häufige Fragen und sonstige Tipps
- Mein Fazit zu Garmisch-Partenkirchen
Garmisch-Partenkirchen zählt zweifellos zu den bekanntesten Wanderregionen der deutschen Alpen. Aus gutem Grund: Zwischen Wettersteingebirge, Karwendel und den bayerischen Voralpen entfaltet sich eine Gebirgswelt, die auf kleinstem Raum maximale Landschaftsdramatik bietet: schroff abfallende Kalksteinwände über tiefblauen Seen. Endlose Wälder, Schluchten, reißende Gebirgsbäche und gewaltige Felsengipfel. Und mittendrin: die Zugspitze, Deutschlands höchster Berg.
All das hat mich schon vor Jahren angezogen. Damals war ich in Garmisch, aber nur für ein verlängertes Wochenende, um durch das Reintal auf die Zugspitze zu wandern. Ganz losgelassen hat mich die Region nie, obwohl ich nach Corona mehr zum Nepal-Trekking im Himalaya und in anderen fernen Gebirgen unterwegs war. Diesen Sommer wollte ich aber mal wieder etwas mehr von Europa entdecken. Als mich GaPa Tourismus zu einer Pressereise nach Garmisch eingeladen hat, habe ich deshalb ohne groß zu überlegen sofort zugesagt.
Zwei Wochen lang war ich jeden Tag auf den Wanderwegen rund um Garmisch-Partenkirchen unterwegs – und wie ich mir schon vorher dachte, hat es sich voll gelohnt! Die Gegend ist ein Paradies für Bergfreunde. Die Wege und die Gipfelpanoramen müssen sich kein bisschen vor den großen Bergen der Welt verstecken. Und was mir am besten gefallen hat: Es gibt genügend Wanderungen, die ganz und gar nicht überlaufen sind.
Hier zeige ich dir meine zehn Lieblingstouren: spannende Bergwanderungen, aussichtsreiche Überschreitungen und anspruchsvolle Gipfelabenteuer. Zu jeder Tour findest du eine detaillierte Wegbeschreibung, Karte und einen GPX-Track zum Nachwandern.
Interaktive Wanderkarte für Garmisch-Partenkirchen
Alle 10 Touren auf einen Blick. Klicke auf eine Tour, um den Routenverlauf auf der Karte und weitere Informationen anzuzeigen. Über „Tour ansehen“ gelangst du anschließend direkt zur jeweiligen Tour im Artikel.
Einfache Wanderwege ohne ausgesetzte Stellen. Je nach Tour können Strecke und Höhenmeter trotzdem eine gute Kondition erfordern.
Längere oder steilere Anstiege und unebenes Gelände. Gute Kondition und Trittsicherheit erforderlich.
Lange, steile oder alpine Touren mit erhöhten Anforderungen an Kondition, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit. Bei Klettersteigen ist die passende Ausrüstung und Erfahrung erforderlich.
Bester Wanderführer und Karte
Meine Empfehlung: Rother Wanderführer Zugspitze mit Ammergauer Alpen

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In dem handlichen Buch werden neben den beliebten Wegen auf Zugspitze und Co. auch etwas weniger bekannte Gipfelwanderungen für erfahrene Berggänger vorgestellt. Außerdem diverse Touren im angrenzenden Umland.
Als Wanderkarte empfehle ich die Outdoor-Karte Garmisch-Partenkirchen und Wettersteingebirge* im Maßstab 1:35:000 von Kümmerly+Frey.
Die 10 schönsten Wanderungen in GaPa für Gipfelstürmer
Im Folgenden nun die detaillierte Beschreibung der Wanderungen. Wie die Überschrift schon andeutet, führen alle Touren auf einen Gipfel oder einen hohen Pass, was im Endeffekt fast das gleiche Erlebnis bietet (Wanderungen 4 und 7). Es sind überwiegend Tagestouren für Gebirgswanderer im mittleren bis gehobenen Schwierigkeitsgrad.

Die beliebten Spaziergänge im Tal (Eibsee-Rundwanderung, Philosophenweg, Kramerplateauweg etc.) habe ich hier nicht berücksichtigt. Nicht, weil sie aufgrund des geringen Anspruchs automatisch schlecht sind. Aber wenn du das Beste sehen willst, das Garmisch-Partenkirchen zu bieten hat – dann musst du hoch in die Berge. Diese Wanderungen spielen in einer anderen Liga und sind landschaftlich deutlich spannender.
Bei der Auswahl der Touren waren mir wie immer die folgenden Punkte wichtig:
Gibt es ein spezielles landschaftliches Highlight oder eine besonders schöne Aussicht vom Gipfel, die die Tour zu etwas Besonderem macht?
Da ich mit öffentlichem Nahverkehr und zu Fuß unterwegs war, wollte ich keine langen Anfahrten (maximal 30 Minuten bis zum Startpunkt, einzige Ausnahme: Tour 7).
Ich mag schmale Pfade und Gebirgssteige. Breite Forstwege und Straßen versuche ich wenn möglich zu vermeiden, wenn das nicht geht nur in Maßen.
Ich bin kein Bergsteiger, aber ich gehe sehr gerne im Gebirge wandern. Anspruchsvolle Wege und Höhenmeter gehören für mich dazu.
Am Ende geht es um das Gesamterlebnis, nicht um Schwierigkeit oder technischen Anspruch. Einfache Wanderungen sind auch okay, sofern der Rest stimmt.
Mit diesen Kriterien im Hinterkopf bin ich auf die folgenden 10 Touren gekommen, die sich wirklich lohnen.
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1. Durch die Partnachklamm zum Eckbauer
Diese zu Recht beliebte Wanderung startet in der Partnachklamm, dem größten Touristenmagnet von Garmisch und einem der bekanntesten Naturhighlights von ganz Bayern. Bis zu 80 Meter tief hat sich die Partnach ins Wettersteingebirge gegraben, Der Wanderweg verläuft direkt entlang der reißenden Stromschnellen durch die Felsenschlucht – das sollte man sich schon anschauen. Keineswegs langweilig ist aber auch der Rückweg über den Eckbauer. Das ist zwar nur ein kleiner Gipfel, dafür mit großer Aussicht über das Wettersteingebirge in seiner ganzen Pracht. Eine wunderbare Tour zum Eingehen und Kennenlernen der Gegend!
Karte & GPX
Wegbeschreibung anzeigen
Wir starten an der großen Olympiaschanze von Garmisch und folgen dem unübersehbaren Wegweiser und den vielen anderen Leuten Richtung Partnachklamm.
Schließlich erreichen wir das Kassenhäuschen, wo man sich Tickets holen kann. Kurz darauf beginnt der eigentliche Weg durch die Klamm.
Der Weg durch die Schlucht ist relativ kurz – nur etwa 1 Kilometer. Durch die hochaufragenden Steilwände und den rauschenden Fluss ist es dennoch ein schönes Erlebnis.
Am hinteren Ende der Schlucht befindet sich eine weitere Schranke. Wir folgen dem Weg, der kurz darauf rechts in den Wald abzweigt.
Der Weg führt nach einem kurzen Anstieg zur Kaiserschmarrn-Alm und kurz darauf zum Gasthaus am Vorder-Graseck. Hier bietet sich der erste tolle Panoramablick.
Vom Vordergraseck geht es weiter auf einem asphaltierten Weg, der aber schnell zu einem schönen Waldweg wird.
Nun folgt der größte Anstieg der Tour: Knapp 300 Höhenmeter geht es in vielen Kehren durch den Wald.
Schließlich erreichen wir die schön gelegene Eckbauer-Alm, die einen fantastischen Blick auf das gesamte Wettersteingebirge bietet – der perfekte Ort für eine Pause auf der Terrasse.
Anschließend folgen wir dem Wegweiser Richtung Olympiaskistadion – der Weg verläuft noch eine Weile auf dem Bergkamm, immer mit schönen Blicken ins Wetterstein.
2. Kreuzeck über alte Olympia-Bobbahn
Das Kreuzeck (1.651 m) ist einer der bekanntesten Aussichtsberge von Garmisch-Partenkirchen und bei Skifahrern berühmt-berüchtigt für die steile Kandahar-Abfahrt. Die meisten Leute fahren mit der Seilbahn nach oben, um die Aussicht zu genießen. Mit etwas Kreativität bei der Routenwahl kann man aber auch auf einer schönen Wanderroute nach oben laufen. Die Rundtour, die ich hier vorstelle, startet am malerischen Rießersee und führt von dort entlang der traditionsreichen Olympia-Bobbahn aus den 1930er Jahren bis zum Gipfel – teilweise direkt auf der Originaltrasse! Zurück geht es über den wenig bekannten, aber sehr stimmungsvollen Rießersee-Höhenweg.
Karte & GPX
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Los geht`s an der Bushaltestelle Aule-Alm-Fußweg. Hier laufen wir mit tollem Blick auf die Waxensteine durch die Felder.
Der Weg bringt uns in wenigen Minuten zur Aule-Alm. Danach verzweigt sich der Weg, links geht es zum Bobbahn-Museum (geöffnet Mittwochs 14:00 – 16:00Uhr).
Egal welchen Weg wir nehmen, erreichen wir gut 20 Minuten später das Westufer des malerischen Rießersees.
Hier finden sich einige Infotafeln zur Geschichte der Bobbahn, wir folgen dem Weg direkt am Ufer entlang.
Noch vor dem Seehaus zweigen wir links in den Wald ab und folgen nun dem alten Zuschauerweg, der direkt entlang der Strecke der Bobbahn verläuft.
Wir passieren das Herzstück der Bobbahn, die berüchtigte „Bayernkurve“. Die Bobschlitten rasten damals mit über 100 km/h durch diese 180-Grad-Steilkurve.
Teilweise auf der Originaltrasse, teilweise direkt daneben folgen wir der Bobstrecke durch den Wald bis wir zum Startpunkt gelangen.
Hier zweigt rechts ein steiler Waldweg ab, der im oberen Verlauf aber schnell flacher wird und uns in einer guten halben Stunde zur schön gelegenen Toni-Hütte führt.
Danach beginnt der größte Anstieg der Wanderung – rund 600 Höhenmeter, teilweise durch den Wald, teilweise entlang der Strecke der Kandahar-Abfahrt.
Eine gute Stunde später erreichen wir das Kreuzeck, wo wir uns eine verdiente Rast gönnen und den tollen Blick auf die Alpspitze genießen.
Anschließend geht es ein Stück zurück zur Kreuzalm, hier verläuft direkt neben der breiten Piste ein unscheinbarer Bergpfad, der durch den Wald zum Gipfel des noch höher gelegenen Kreuzjochs führt.
Der Weg ist schmal und an einigen Stellen leicht ausgesetzt (T3). Als Belohnung erwartet uns ein schön gelegenes Gipfelkreuz mit wunderbarem Blick auf Wetterstein und Karwendelgebirge.
Der Weg führt dann an der Bergstation des Kandahar-Express vorbei und bietet geniale Panoramablicke auf Garmisch-Partenkirchen.
Der Abstieg zum Sauwankl (1.537 m) führt über steile Stufen und ist teilweise mit Drahtseilen versichert.
Danach durchqueren wir das Skigebiet am Hausberg – im Sommer etwas trostlos, aber der Abschnitt ist zum Glück nur recht kurz.
Nach dem Bayernhaus befinden wir uns wieder auf einem schönen Fußweg, der direkt oberhalb des Reintals verläuft.
Der Weg führt in einer langen Schleife um den Hausberg herum. Wer mag, macht am unteren Ende noch einen kurzen Abstecher zur idyllisch an einem See gelegenen Kochelberg-Alm ( + 15 Minuten).
3. Wank-Rundwanderung
Die Wanderung auf den Wank gehört zu den Klassikern in GaPa – nicht zu lang, nicht zu schwierig und als Belohnung wartet oben ein prächtiges 360° Grad-Panorama, das von Karwendel und Estergebirge über das gesamte Loisachtal bis zur Alpspitze, Zugspitze und den anderen großen Wettersteingipfeln reicht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten auf den Berg zu kommen – die hier beschriebene Rundtour folgt der klassischen Route und ist quasi die Ideallinie: Aufstieg über die aussichtsreiche, sonnige Südwestflanke, Rückweg über die Esterbergalm mit schönen Blicken ins einsame, dicht bewaldete Estergebirge. Ein Highlight ist auch der letzte Abschnitt auf dem schmalen, landschaftlich reizvollen Hüttlsteig.
Karte & GPX
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Wir starten an der Kirche St. Sebastian in Partenkirchen und folgen zunächst der Route der Via Alpina durch das Ortzentrum.
Unser erster Zwischenstopp ist die bewirtschaftete Tannenhütte, die wir gut 30 Minuten später erreichen.
Danach geht es in vielen Kehren immer weiter aufwärts. Unterwegs bieten sich an vielen Stellen tolle Blicke auf das Loisachtal und die Berge.
Schon einen weiteren Kilometer später erreichen wir die ebenfalls sehr aussichtsreich gelegene Ecken-Hütte (nicht bewirtschaftet).
Danach beginnt der längste Teil des Aufstiegs – gut 700 Höhenmeter trennen uns noch vom Gipfel. Teilweise laufen wir direkt unterhalb der Wank-Seilbahn.
Der Aufstieg ist durchaus schweißtreibend, aber immer auf einfachen Wegen. Schließlich sehen wir die Gebäude der Sonnenalm vor uns, direkt daneben befindet sich das Wank-Haus des DAV.
Der Ausblick von der Terrasse ist großartig – vor uns liegt das gesamte Loisachtal mit den Gipfeln des Wettersteingebirges ausgebreitet wie auf dem Präsentierteller.
Anschließend verlassen wir das flache Wankplateau Richtung Norden. Eckenberg und Ameisenberg können optional bestiegen werden, die Aussichten sind aber nicht viel besser.
Auf einem wunderbar angelegten, schmalen Bergpfad steigen wir nun in ein Seitental mit der abgelegenen Esterbergalm ab.
Die Esterbergalm liegt nicht direkt am Weg. Wer mag, macht noch einen Abstecher (ca. 30 Minuten). Ansonsten folgend wir der breiten Piste, die zurück ins Loisachtal führt.
Schon einen halben Kilometer später zweigen wir links von der Piste auf den schmalen, sehr aussichtsreichen Hüttlsteig ab, der oberhalb von Farchant zurück nach Partenkirchen führt.
4. Höllentalklamm und Hupfleitenjoch
Die Höllentalklamm ist sowas wie die große Schwester der Partnachklamm und landschaftlich nochmal ein gutes Stück spektakulärer. Dafür muss man aber auch ein bisschen arbeiten. Der Weg ist länger, steiler und anstrengender – aber was für eine Belohnung den Wanderer hier erwartet: Beeindruckende Felsszenerien, himmelhohe Steilwände und das Höllental, das ganz anders als sein Name vermuten lässt, tatsächlich paradiesisch schön ist. Krönender Abschluss der Tour ist der spektakulär angelegte Felsensteig zum Hupfleitenjoch auf 1.750 Metern: die Tiefblicke ins Höllental sind sensationell! Wenn du nur eine Tour in Garmisch machen willst – hier ist ein heißer Kandidat!
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Wir starten in Hammerbach an der kleinen Kapelle Mariä Himmelfahrt. Hier folgen wir dem zunächst breiten und asphaltierten Klammweg entlang des Hammerbachs.
Nach einem guten Kilometer zweigen wir rechts auf einen schon merklich naturnäheren Weg, der stetig ansteigend durch den Wald hochzieht.
Etwa 30 Minuten später erreichen wir nach einem kurzen steilen Aufstieg und dem Abzweig zum Stangensteig die Höllentalklamm-Eingangshütte.
In der Hütte befindet sich ein kleines, aber interessantes Museum zur Erschließung der Klamm im 19. Jahrhundert. Danach geht es weiter durch die Klamm.
Der Klammweg ist schmal und spektakulär angelegt. Gelegentlich werden kleine Tunnel durchquert und Steilstufen durch Stahltreppen überwunden.
Schließlich öffnet sich die Klamm. Wir überwinden eine steile Geländestufe über mehrere Serpentinen und gelangen zu einem schönen Pausenplatz am Ende der Klamm.
Von hier sind es nur noch gut 10 Minuten zur gut besuchten Höllentalangerhütte. Wem der Trubel zu viel, der findet in den umliegenden Wiesen viele ruhige Rastplätze.
Die Blicke über den Anger ins obere Höllental sind schon hier beeindruckend, es wird aber noch viel besser!
Wir folgen dem ausgeschilderten Weg rechts neben der Höllentalangerhütte und gelangen kurze Zeit später auf einen schön angelegten Gebirgssteig, der hoch über dem Tal zu den Knappenhäusern führt.
Der Weg ist leicht ausgesetzt (stellenweise Drahtseile). Etwas auf halbem Weg zu den Knappenhäusern muss eine etwa 5 Meter hohe Felsstufe gesichert heruntergekraxelt werden.
Im weiteren Verlauf werden die Aussichten ins obere Höllental immer besser. Der Blick reicht über den Aufstiegsweg bis zu den Überresten des Zugspitzgletschers im Talschluss.
An den Knappenhäusern (keine Bewirtschaftung) bietet sich eine kurze Verschnaufpause an. Hier sieht man schon den weiteren Weg bis zum Hupfleitenjoch.
Bis zum Hupfleitenjoch sind es von den Knappenhäusern gut 40 Minuten. Hier haben wir auf 1.750 Metern den höchsten Punkt der Tour erreicht.
Danach führt der Weg leicht absteigend durch Latschenfelder bis wir schließlich auf den breiten und viel frequentierten Fußweg zum Kreuzeck treffen.
Für den Rückweg bietet sich der Jägersteig an, der noch vor dem Kreuzeck abzweigt und an der Längenfelderbahn beginnt.
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5. Kramerspitz-Überschreitung
Wenn man in Garmisch steht und über das Loisachtal nach Süden schaut, kann man ihn nicht übersehen: Der formschöne Kramerspitz ist von Garmisch betrachtet der alles dominierende Berg der Ammergauer Alpen, sein Gipfelkreuz ruft den Wanderer förmlich zu sich. Und das ist eine Einladung, die man annehmen sollte! Die Tour ist lang und erfordert durch den kräftigen Aufstieg ausreichend Kondition. Dafür wird man mit spannenden Bergwegen, herrlichen Landschaftseindrücken und viel Ruhe belohnt. Und natürlich einem fantastischen Logenblick auf das Zugspitzmassiv – der Kramer gilt durch seine freistehende Lage nicht umsonst als einer der besten Aussichtsberge der Region.
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Der beste Startpunkt vom Zentrum Garmischs ist die Bayernhalle. Hier folgen wir dem breiten Asphaltweg der durch die Kramerhänge auf den bei Spaziergängern beliebten Kramerplateauweg führt.
Der erste Teil bis St. Martin verläuft eher unspannend auf einem asphaltierten Weg. Der in einigen Karten eingetragene alternative Kramersteig ist im unteren Abschnitt aber nicht zu empfehlen, da sehr steil und verwachsen.
In St. Martin treffen wir auf den Kramersteig. Ab hier wird der Weg zu einem schönen Bergpfad, der stetig durch die Hänge nach oben zieht.
Gut eine halbe Stunde nach St. Martin erreichen wir die Felsenkanzel (kurzer Abschnitt mit Drahtseilen) – der erste tolle Aussichtspunkt, aber es kommen noch viele weitere.
Der Weg führt danach weiter zum Königsstand. Wir zweigen aber bereits nach einem guten Kilometer links ab und folgen weiter dem Kramersteig. Ab hier wird der Weg anspruchsvoller (T3).
Der Weg zieht teilweise recht steil über loses Geröll nach oben. Linkerhand öffnet sich der Blick auf den Kramerspitz – bis zum Gipfel sind es von hier aber noch gut 2 Stunden.
Auf rund 1.700 Metern erreichen wir die Latschenzone. Der schmale Pfad führt hier in leichtem Auf und Ab über eine Reihe von Felsköpfen, teils mit einfachen Kraxeleien.
Wir passieren die markante Mittergernnadel – laut Internet-Nutzer Andy84 sehr leicht zu besteigen. Ich habe dennoch die Hände in den Hosentaschen gelassen und bin weitergelaufen.
Oben angekommen bietet sich ein toller Blick auf den Kramerspitz. Davor ein markanter Vorgipfel, den wir nordseitig auf schmalem Pfad durch die erodierten Hänge umgehen.
Hinter dem Vorgipfel wird der Pfad wieder breiter und verläuft weiter auf der flach abfallenden Nordseite des Kramerspitz-Massivs.
Eine gute halbe Stunde hinter dem felsigen Hügel kommt endlich der Hauptgipfel in Sicht. Das letzte Stück führt über einfaches Geröll bis zum Gipfelkreuz.
Der Blick von oben ist fantastisch: Karwendel, Alpspitze, die Höllentalspitzen und das Zugspitzmassiv – die gesamte Bergwelt Garmischs breitet sich vor uns aus.
Der Abstieg vom Gipfel führt über eine mäßig steile Erosionsrinne – relativ rutschig, aber der Weg ist gut mit einem Drahtseil gesichert.
Anschließend laufen wir eine ganze Weile auf gleicher Höhe bzw. mäßig absteigend, immer begleitet von großartigen Blicken auf die Berge im Norden.
Über eine Latschengasse steigen wir dann zu der idyllisch auf einem Sattel gelegenen Steppberg-Alm ab, wo wir uns endlich eine wohlverdiente Pause gönnen.
Für den Rückweg gibt es mehrere Optionen. Etwas länger, aber viel schöner als der direkte Weg ist der Gelbes-Gwändl-Steig, der in spektakulärer Wegführung durch die felsigen Hänge an der Südwestflanke des Kramermassivs verläuft.
6. Hoher Fricken über die Kuhfluchtwasserfälle
Der Hohe Fricken wird nur selten besucht – wahrscheinlich, weil es keine Seilbahn und keine Einkehrmöglichkeit am Weg gibt. Vielleicht aber auch, weil die Wege hinauf nicht ganz einfach sind. Genau das macht ihn zum gefundenen Fressen für alle, die gerne abseits der ausgetretenen Pfade unterwegs sind. Die Wanderung führt von den malerischen Kuhfluchtwasserfällen auf einem sehr urwüchsigen und teils ziemlich steilen Waldweg auf den Gipfel. Zurück geht es auf schmalen, aussichtsreichen Bergpfaden durch die Ausläufer des einsamen Estergebirges und einem kaum bekannten Schleichweg direkt oberhalb der Wasserfälle mit entsprechend schönen Tiefblicken.
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Los geht`s im Zentrum von Farchant unweit des Bahnsteigs. Im Dorfladen können wir zur Not noch ein bisschen Proviant einkaufen.
Anschließend überqueren wir die Brücke über die Loisach und laufen auf dem Kuhfluchtweg in Richtung Wasserfälle.
Bis zu den unteren Wasserfällen ist der Weg breit, sehr gut ausgebaut und relativ beliebt bei Spaziergängern.
Am Ende des Wegs überqueren wir eine kleine Brücke und steigen über eine Stahltreppe entlang der Wasserfälle auf. Ab hier wird der Weg schmaler und steiler.
Kurze Zeit später erreichen wir ein Warnschild am Ende des ausgebauten Bereichs. Das soll wohl vor allem Spaziergänger ohne passendes Schuhwerk abschrecken.
Die Warnung ist nicht ganz unberechtigt: Der Weg ist recht steil und verläuft an vielen Stellen über rutschige Wurzeln.
Teilweise laufen wir direkt an der Abbruchkante, wo die bewaldeten Hänge des Fricken ins Tal abfallen.
Auf etwa 1.200 Metern erreichen wir einen kleinen Unterstand, der sich gut zur Pause anbietet. Hier gibt es auch einen schönen Aussichtspunkt.
Anschließend müssen einige Felsschrofen hochgekraxelt werden – im Aufstieg recht einfach, aber der Weg ist weiterhin steil, schmal und stellenweise leicht ausgesetzt.
Etwa 200 Höhenmeter weiter oben erreichen wir die Latschenzone. Ab hier wird der Weg merklich flacher.
Zum sind es aber noch gut 45 Minuten, da der Weg nicht direkt hinaufführt, sondern einen großen Schlenker über die Nordwestflanke macht.
Ein letzter Abschnitt über den latschenbewachsenen Grat bringt uns schließlich zum Gipfelkreuz auf 1.940 Metern.
Für den Rückweg laufen wir zunächst ein Stück zurück zu dem Sattel über dem Frickenkar, vor uns erhebt sich der Bischof (2.033 m).
Von hier führt dann ein wunderschön angelegter, deutlich leichterer Bergpfad ins Tal runter zur Esterberg-Alm.
Um zurück nach Farchant zu gelangen folgen wir zunächst dem breiten Fahrweg für knapp 1,5 Kilometer.
An einer Bank mit Aussichtspunkt zweigen wir schließlich rechts von der Piste ab und folgen einem heute nicht mehr genutzten, etwas überwachsenen Fahrweg in den Wald.
Dieser Weg bringt uns in gut 15 Minuten zu einem kleinen Unterstand. Hier beginnt ein Wildschutzgebiet.
Neben der Hütte zweigt ein schmaler Pfad in den Wald ab. Der Weg ist ähnlich steil wie der Aufstieg entlang der Wasserfälle, aber gelegentlich mit einem roten Punkt markiert.
7. Wetterstein-Durchquerung über die Meiler-Hütte
Diese großartige, grenzüberschreitende Wanderung startet auf der österreichischen Seite des Wettersteins und führt durch das einsame Bergleintal direkt über den Wettersteinhauptkamm. Dort oben steht in luftigen Höhen eine der ungewöhnlichsten Berghütten der Ostalpen – die Meilerhütte direkt auf der Landesgrenze zwischen Deutschland und Österreich. Auch der lange Abstieg nach Garmisch über das Königsschloss am Schachen weiß zu gefallen: Der Panoramablick über das Reintal bis zur Zugspitze ist gigantisch, besser wird es im Wetterstein nicht mehr. Als Tageswanderung recht ambitioniert, aber ganz weit oben in der Liste meiner Lieblingswanderungen!
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Start ist an der Haltestelle in Reindlau im oberen Leutschtal. An der Kreuzkapelle zweigt ein schmaler Pfad zwischen den Gebäuden ab, dem wir folgen.
Ab hier wird der Weg zu einem anspruchsvolleren Bergpfad, in den schattigen Passagen sind die groben Felsbrocken zudem teils feucht und recht rutschig.
Der Aufstieg zum Pass erfolgt über mehrere große Geländestufen und ist zum Glück nicht allzu steil. Für die knapp 1.300 Meter sind dennoch gut 4 Stunden einzuplanen.
Danach bleibt die Vegetation vollständig zurück und wir wandern durch die bizarre Mond- und Gerölllanschaft des Leutscher Platts.
Auf 2.250 Metern zweigt links ein schmaler Pfad durch die Schuttreißen ab, der zur Partenkirchner Dreitorspitze und dem Hermann-Barth-Klettersteig abzweigt – eine beliebte Tagestour.
Wir halten uns stattdessen weiter geradeaus. Schließlich kommt die Meilerhütte in Sicht, die wir nach einem kurzen letzten Anstieg erreichen.
Die Meilerhütte liegt auf rund 2.370 Meter auf dem Dreitorspitzgatterl und direkt auf der Landesgrenze zwischen Österreich und Deutschland – ein fantastischer Logenplatz und die Pause haben wir uns verdient!
Der Abstieg auf der anderen Seite ist im oberen Bereich recht steil. Auf dieser Seite des Passes ist aber deutlich mehr los, da viele Leute von Garmisch als Tagesausflug hochwandern.
Begleitet von großartigen Aussichten steigen wir zur Frauenalpl ab, einem flachem Gratabsatz mit saftigen Wiesen – eine wahre Oase in der kargen Kalksteinwüste des Wettersteins.
Die Ausblicke von hier oben sind unbeschreiblich gut und zählen zu den besten Bergpanoramen rund um Garmisch: Vor uns liegt das gesamte Reintal – der Blick reicht über das Zugspitzplatt bis zum Münchener Haus auf dem Gipfel der Zugspitze.
Über die markante Felsflanke der Teufelsgsaß steigen wir dann recht steil zum idyllisch gelegenen Schachenhaus ab. Wer mag, besichtigt hier noch das berühmte Königshaus von Ludwig II.
Hinter dem Schachenhaus folgen wir für rund 3 km dem breiten und für Spaziergänger gut ausgebautem Königsweg.
Der Weg überwindet rund 800 Meter, für den Abstieg sind etwa 1,5 Stunden einzuplanen. Unterwegs bieten sich immer wieder tolle Ausblicke bis nach Garmisch.
Schließlich kommen wir am Hintereingang der Partnachklamm aus. Hier gibt es mehrere Optionen für den Rückweg. Am schnellsten ist durch die Klamm zu laufen, allerdings muss man dafür Eintritt zahlen.
8. Alpspitz-Ferrata
Der Klettersteig auf die markante Kalksteinpyramide der Alpspitze zählt zu den beliebtesten Touren rund um Garmisch. Nicht ohne Grund: Der Weg bietet großartige Einblicke in die wilde Felsenwelt des Wettersteins, ein lohnendes Gipfelziel und dank zahlreicher Kraxelpassagen auch eine gute Portion Nervenkitzel. Dennoch ist der Klettersteig einfach genug, dass sich normale Bergwanderer mit Ausrüstung und ein bisschen Erfahrung daran versuchen können. Die hier beschriebene klassische Route führt nach dem Gipfel über die aussichtsreiche Ostflanke und den Nordwandsteig zurück zum Start. Eine recht kurze, aber erlebnisreiche Tour, die sich gut für einen halben Tag eignet.
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Start ist an der Bergstation der Alpspitzbahn. Am besten die erste Seilbahn morgens nehmen – der Klettersteig ist extrem beliebt und entsprechend gut besucht.
Auf dem gut ausgebauten Wanderweg laufen wir ca. 10 Minuten nach Süden. An einem grasigen Plateau erreichen wir den Einstieg des Klettersteigs.
Der Steig startet mit einer kurzen steilen Kraxelpassage (B), allerdings mit Stiften und Drahtseil gesichert. Generell ist die Alpspitzferrata extrem gut abgesichert.
Anschließend steigen wir leicht über teilweise gesicherte Passagen mit einzelnen Klammern (A/B) und einer ersten längeren Bügel-Leiter auf (4 m, B)
Hier erreichen wir eine der fotogensten Stellen der Alpsitz-Ferrata: eine gut 8 m hohen Leiter (A/B).
Der Aufstieg führt zu einem weiteren kleinen Plateau. Von hier bieten sich schöne Blicke über den südlich vorgelagerten Blassengrat.
Über gut gesicherte Geröllpfade (A) gewinnt man weiter an Höhe. An einigen steileren Stellen führt die Route über leicht querende Passagen, die mit Stiften bestens abgesichert sind (A/B).
Wir gelangen nun zum einem Kessel, in dem wir das letzte Drittel der Route einsehen können. Ab hier wird das Gelände plattiger.
Über eine längere Klammernreihe (B) klettern wir nun leicht linksseitig in die Westflanke der Alpspitze.
Schließlich erreichen wir den Gipfel der Alpspitze und gönnen uns erstmal eine ausgedehnte Brotzeit mit Traumblick über das Wetterstein bis zur Bergwelt Tirols. Sogar die fernen Gipfel der Stubaier Alpen kann man von hier sehen!
Der Abstieg führt uns dann über die weitläufige Alpspitz-Ostflanke, die im oberen Bereich stark mit Schutt und Geröll bedeckt ist. Stöcke sind hilfreich!
Einige hundert Meter nach dem Einstieg zieht der Steig nach rechts. Es folgt ein Steilaufschwung, den wir herabkraxeln (Drahtseile, A/B).
Kurz bevor wir das Oberkar erreichen, muss eine weitere Steilstufe überwunden werden: Entweder über Stahlbügel (B) oder direkt daneben etwas einfacher über eine Leiter.
An der Abzweigung zum Berardeinkopf biegen wir links ab, um auf den Nordwandsteig zu gelangen. Kurz darauf folgt eine weitere Kraxelpassage (A/B).
Der Nordwandsteig ist generell etwas einfacher, bis zum Ausstieg müssen nur noch zwei kurze Passagen herabgekraxelt werden (A).
9. Zugspitze über das Reintal
Die Wanderung durch das Reintal ist die einfachste Route auf den höchsten Berg Deutschlands, aber das bedeutet nicht, dass sie langweilig wäre. Es ist eine Tour voller Gegensätze: Stille, Einsamkeit und dichte Wälder im abgeschiedenen Reintal, später die karge Felswüste des Zugspitzplatts und zum Abschluss eine kräftezehrende Kraxelpartie, die die letzten Reserven fordert. Oben angekommen dann das totale Kontrastprogramm am vielleicht stärksten verbauten Gipfel der Alpen. Über die Kommerzialisierung der Zugspitze kann man sich streiten. Die Wanderung ist aber ein echtes Erlebnis – auch ohne den Zusatz, dass man den höchsten Berg des Landes besteigt.
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Die klassische Route startet am Olympiastadion in Garmisch – von hier laufen wir zunächst 2 km auf breitem Spazierweg bis zum Eingang der Partnachklamm.
Der eigentliche Weg durch die Klamm ist nur recht kurz, aber ein schöner Auftakt der langen Wanderung.
Schon gut 15 Minuten später erreichen wir das hintere Ende der Klamm, wo auch der Weg zum Vordergraseck abzweigt.
Wir laufen stattdessen ins Reintal. Der folgende Abschnitt zieht sich gut 6 km auf mäßig spannenden Forstwegen, dafür aber nur mit wenig Steigung.
Rund 1,5 hinter der Partnachklamm erreichen wir den Umschlagplatz für die Reintalangerhütte. Hier endet die Forstpiste.
Auf einem Waldweg laufen wir dann noch ein kurzes Stück zur Bockhütte, die wir gut 30 Minuten später erreichen.
Hinter der Bockhütte wird der Weg noch schmaler und führt jetzt für lange Zeit direkt am Oberlauf der Partnach entlang, allerdings immer noch ohne größere Steigung.
Je weiter wir ins Reintal hineinlaufen, desto breiter wird das Flussbett. Die Partnach wird zu einem Rinnsal und verschwindet schließlich ganz unter der Erde.
Eine gute Stunde später erreichen wir die Diensthütte der Bergsteiger-Riege München. Ab hier beginnt der Weg langsam nach oben zu ziehen.
Je weiter wir aufsteigen, desto mehr öffnet sich das Reintal. 2 Kilometer weiter folgt ein Anstieg über eine Geländestufe, über die der Partnachfall stürzt.
Danach sind es noch gut 20 Minuten bis zur Reintalangerhütte, die sich gut als Übernachtungsplatz anbietet.
Hinter der Reintalangerhütte geht es zunächst für 1 km flach weiter. Danach steht der erste größere Anstieg über eine steile Geländestufe an.
Nach einem kurzen flachen Abschnitt in der Latschenzone folgt direkt ein weiterer Steilaufschwung. Diesmal schon in merklich alpinerem Gelände mit kurzen Schrofenabschnitten.
Gut 2 Stunden nach Aufbruch erreichen wir schließlich die schön gelegene Knorrhütte, die sich perfekt für eine kurze Pause anbietet.
Der Weg zieht nun stetig nach oben und führt uns in zunehmend kargerer Umgebung auf das weitläufige Plateau des Zugspitzplatts.
Auch hier sind mehrere Geländestufen zu überwinden. Im weiteren Aufstieg verwandelt sich die Landschaft endgültig in eine Geröllwüste.
Nach rund 3 Kilometern und 500 Höhenmetern stetigen Aufstiegs erreichen wir das Gletscherskigebiet Sonnalpin am westlichen Ende des Platts. Hier beginnt der schwierige Abschnitt.
Die Route führt zunächst in einigen Serpentinen für rund 150 Höhenmeter durch ein steiles, sehr rutschiges Schuttfeld.
Auf etwas 2.700 Metern endet der Schutt am felsigen Südwestgrat der Zugspitze. Hier beginnt der gesicherte Abschnitt der Route.
Der Weg ist durchweg mit einem Drahtseil gesichert, aber stellenweise überraschend luftig und mit einigen kleinen Kraxelpassagen.
Die Route führt uns neben der Forschungsstation Schneefernerhaus direkt auf den Kamm. Von hier aus sieht man schon das Münchner Haus und die übrigen Installationen auf dem Gifpfel.
Wir folgen dem Kamm noch für knapp 20 Minuten bis wir schließlich unvermittelt an einer Betontreppe rauskommen, die hoch zum Gipfelplateau führt.
10. Zugspitze über das Gatterl
Die Wanderung auf die Zugspitze vom Nachbarort Ehrwald auf Tiroler Seite ist eine lohnende Alternative für alle, denen die Reintal-Route zu lang ist. Die Tour hat aber auch landschaftlich einiges zu bieten: Von den Almwiesen Ehrwalds steigt man recht schnell in freies alpines Gelände auf, das großartige Blicke auf den sonnenverwöhnten, südlichen Teil des Wettersteins bietet. Highlight ist die Grenzüberschreitung über das „Gatterl“ – ein schmaler Felsdurchgang mit einer eisernen Grenztür zwischen Österreich und Deutschland. Das letzte Stück verläuft dann identisch zur Reintal-Route. Mit etwas Planung und frühem Start ist die Wanderung tatsächlich sogar gut als Tagestour möglich.
Karte & GPX
Wegbeschreibung anzeigen
Vom Zentrum in Ehrwald gehen wir nach Süden und folgen dem markierten Wanderweg Richtung Ehrwalder Alm.
Am Gaisbach ist der Weg als Altmühlen-Steig ausgeschrieben. Er führt stetig ansteigend durch den Wald, eine halbe Stunde später erreichen wir offenes Gelände.
Wir passieren die Talstation der Ehrwalder Alm. Schon hier unten bieten sich prächtige Blicke auf das Zugspitzmassiv von Süden.
Rund 1,5 Stunden nach dem Start in Ehrwald erreichen wir die Bergstation der Ehrwalder Alm. Wer mag, überspringt den ganzen ersten Abschnitt und startet hier.
Auf breitem und bequemen Spazierweg wandern wir weiter bis zur kleinen Pestkapelle und biegen hier auf den Max-Klotz-Steib ab.
Der gut ausgebaute Weg bringt uns in gut 15 Minuten zur Hochfelder Alm. Hier enden die Spazierwege und der Wanderweg beginnt.
Der Weg zieht zunächst mäßig ansteigend durch die Grasflanken südlich des Wettersteinmassivs nach oben.
Auch hier bieten sich fantastische auf die gewaltigen Kalksteinberge, die das Zugspitzplatt gegen Süden abschirmen.
Der Weg führt stetig ansteigend zu dem kleinen Pass „Am Brand“ auf 2.116 m. Danach geht es kurz flach weiter zu dem Sattel „Feldernjöchl“.
Anschließend zieht die Steigung wieder an und wir wandern weiter in Richtung Gatterl – der Einschnitt ist hier schon im Hintergrund zwischen den gezackten Felsen zu erkennen.
Der letzte Aufstieg erfolgt über eine steile Felsrinne, die durchgängig mit einem Drahtseil gesichert ist.
Der Abstieg auf der anderen Seite ist nicht ganz so steil und führt uns nun in Richtung Zugspitzplatt, das wir im Hintergrund schon sehen.
Der Weg folgt dem Talschluss des Reintals und ist überwiegend einfach. Nur an ein paar Stellen führt er durch leicht unübersichtliches Schrofengelände – hier gut auf die Pfeile achten.
Rund 20 Minuten später erreichen wir die Hütte. Ab hier folgt die Tour dann dem Verlauf der Reintal-Route bis zum Gipfel der Zugspitze.
Gut zu wissen zum Wandern in Garmisch-Partenkirchen
Schwierigkeit und alpine Erfahrung
Die hier beschriebenen Wanderungen sind überwiegend Bergwanderungen, die in alpines Gelände führen. Dazu zählen steile Schrofen, Geröllfelder und teilweise auch ausgesetzte Passagen. Wie überall in den deutschen und österreichischen Alpen, sind kritische Stellen so gut wie immer mit Drahtseilen und Steighilfen gesichert. Dennoch ist für die Touren ein gewisses Maß an Erfahrung und Trittsicherheit erforderlich, es sind keine einfachen Spaziergänge im Tal. Bei der Alpspitz-Ferrata kommen (einfache) Klettersteigpassagen hinzu.
Wetter und beste Zeit zum Wandern
Die Wanderungen eignen sich am besten für die Sommer-Saison von Juli bis Anfang Oktober, ich habe alle Touren in der ersten Septemberhälfte gemacht. In den tieferen Lagen bis ca. 1.500 Metern kann man auch schon früher oder noch später wandern, außerhalb der Saison ist hier ansonsten mit Schnee zu rechnen. Beachte, dass im Sommer am Nachmittag häufig Gewitter auftreten. Daher immer früh starten – am besten spätestens um 8:00 Uhr.
Anreise und Mobilität
Garmisch-Partenkirchen ist gut mit der Bahn erreichbar*. Ich bin mit dem ICE von Berlin nach München gefahren, überraschenderweise sogar ohne Verspätung. Von München dauert die Fahrt mit der Werdenfelsbahn (RB 6 / RE 61 / RE 62) rund 1:15 h. Im Ortsgebiet selbst kommt man mit Bussen recht gut rum. Es ist deutsche Provinz, man muss also etwas planen. Aber es gibt bis ca. 21:00 Uhr ausreichend Verbindungen. Praktischerweise sind viele der Wanderungen von Garmisch aus ohne Busfahrt mit einem kurzen Fußmarsch zu erreichen.
Seilbahnen
Die Berge rund um GaPa sind bestens erschlossen, es gibt insgesamt 8 große Seilbahnen in der Umgebung. Dazu zählen die Seilbahnen auf die Zugspitze, die Alpspitze (Osterfelderkopf), den Wank, die Kreuzeckbahn und die Eckbauerbahn. Damit kann man die Wanderungen bei Bedarf auch abkürzen. Für die Benutzung musst du natürlich zahlen, am teuersten ist die Zugspitzbahn (78 € für Berg- und Talfahrt). Tipp: Mit der Gästekarte bekommst du eine Fahrt auf den Eckbauer (Berg- oder Talfahrt) gratis.
Wo übernachten in Garmisch-Partenkirchen?
Ich habe die erste Woche in der Pension Debicher Wastl übernachtet, die mir von GaPa-Tourismus für die Dauer der Pressereise gestellt wurde. Das ist ein gemütliches Gästehaus mit schönen holzverkleideten Zimmern ein paar Minuten vom Bahnhof entfernt. Frühstück war auch dabei und zwar sehr gut und reichlich. Die Besitzerin Frau Grassegger gibt sich wirklich Mühe, den Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen.

In der zweiten Woche bin ich auf das Camping Resort Zugspitze umgezogen, weil noch schönes Wetter war. Der Campingplatz liegt in Schmölz, ca. 30 Minuten zu Fuß vom Ortszentrum GaPa entfernt und hat ein paar gute Zeltwiesen, eine davon direkt an der Loisach. Der Preis war okay (ca. 28 Euro/Nacht für einen Zeltplatz), erfreulicherweise muss man für warme Duschen nicht extra zahlen. Auf dem Platz übernachten viele Wanderer und Bikepacker, mein Tipp für Budget-Reisende!

Tipp: Bei einer Übernachtung in Garmisch-Partenkirchen oder Grainau erhältst du eine Gästekarte. Diese Karte bietet ein paar Vergünstigungen. Das Beste ist aber: Du kannst sie für die Dauer deines Aufenthalts auch als Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr nutzen und musst nicht dafür zahlen. Ausnahme sind die Buslinien 323 und 314 zum Eibsee, die als touristische Beförderungsangebote gelten. Hier musst du für eine einfache Fahrt 6 € zahlen. Das Deutschlandticket wird für den Eibseebus nicht anerkannt.
Du brauchst noch eine Unterkunft in Garmisch?
Ob Gästehaus, Ferienwohnung oder Hotel – finde passende Übernachtungsmöglichkeiten rund um Garmisch-Partenkirchen.
Benötigte Ausrüstung für Wanderungen in Garmisch-Partenkirchen
Für die Wanderungen benötigst du die übliche Ausrüstung für Sommer-Touren im Hochgebirge.
- 20–30 Liter
- Platz für Wasser, Verpflegung, Wechselkleidung und Regenjacke
- Zwiebelprinzip für wechselnde Temperaturen
- Regenjacke
- Warme Schicht für Gipfel und höhere Lagen (z. B. Fleecejacke)
- Entlastung bei längeren Auf- und Abstiegen
- Besonders hilfreich auf steilen und gerölligen Passagen
- Smartphone mit Offline-Karten oder GPS-Gerät
- GPX-Track vorab herunterladen
- Powerbank für längere Touren
- Ausreichend Wasser und Proviant
- Erste-Hilfe-Set und Blasenpflaster
- Stirnlampe als Reserve
- Sonnenschutz, ggf. persönliche Medikamente
Die richtigen Wanderschuhe
Ich wandere inzwischen sehr häufig mit Trailrunning-Schuhen, vor allem bei meinen längeren Trekking-Touren. In Garmisch-Partenkirchen hatte ich seit langem mal wieder die klassischen Meindl-Bergschuhe Meindl Vacuum GTX dabei – und ich muss sagen, ich habe es nicht bereut!

Die Bergwege im Wettersteingebirge sind teilweise sehr geröll-lastig. Auf den steilen Gebirgssteigen kommt man schnell ins Rutschen, generell ist das Terrain durch den scharfkantigen Kalkstein ziemlich rau. Ein Geröllschutzband und eine robuste Verarbeitung der Schuhe bieten einen klaren Mehrwert. Man sieht zwar immer mal wieder örtliche Trailrunner mit Leichtschuhen. Geschadet haben die schweren Wanderschuhe aber nicht und ich würde sie auch wieder mitnehmen.
Noch Fragen zum Wandern in Garmisch-Partenkirchen?
Was ist die schönste Wanderung in Garmisch-Partenkirchen?
Die mit Abstand beliebteste Wanderung ist der kurze Spaziergang durch die Partnachklamm. Es gibt aber viele weitere interessantere Touren. Wenn du nur Zeit für eine Wanderung hast, empfehle ich als Alternative die Höllentalklamm mit der anschließenden Wanderung über das Hupfleitenjoch.
Warum ist die Eibsee-Rundwanderung nicht in deiner Liste?
Weil die Eibsee-Wanderung meiner Meinung nach ziemlich überbewertet ist. Der See ist schön, aber nicht das leibhaftige Paradies, als das er in Social Media immer dargestellt wird. Und der Weg selbst ist eher unspektakulär. Schau dir als ruhigere Alternative mal den Stuibensee an .
Brauche ich ein Auto, um zu den Wanderungen zu gelangen?
Nein, die Wanderungen erreichst du gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Verbindung mit einem kurzen Fußmarsch. Bedenke auch, dass die Parkplätze gerade in der Nähe von beliebten Wanderungen sehr schnell voll sind.
Kann ich die Wanderungen mit Hund machen?
Das kommt auf den Hund an! Ich würde aber sagen, dass du alle hier beschriebenen Touren bis auf die Alpspitze relativ unkompliziert mit einem Vierbeiner machen kannst, sofern der Hund ein bisschen Bergerfahrung hat.
Kann ich überall mit Karte bezahlen?
In Garmisch, der Partnachklamm und den Stationen der Bergbahnen ja. Auf den Hütten und Bergasthöfen kommt es drauf an. Einige erlauben die Kartenzahlung ab einem bestimmten Betrag (z.B. 20 €). Bei anderen geht es gar nicht. Nimm bei Wanderungen daher immer etwas Bargeld mit.
Kann ich die Zugspitze über das Reintal an einem Tag besteigen?
Ja, aber wirklich nur, wenn du konditionsstark bist und schon mal solche langen Touren mit vielen Höhenmetern gemacht hast. Für die meisten normalen Wanderer lautet die Antwort „Nein“ – eine Übernachtung in der Reintalangerhütte ist sinnvoller.

Mein Fazit zu Garmisch-Partenkirchen
Garmisch-Partenkirchen wird gerne auf die Zugspitze, den Eibsee und die Partnachklamm reduziert – dabei kann diese Region so viel mehr. Und das gilt vor allem auch für Wanderer, die gerne etwas anspruchsvollere Touren machen. Nur ein paar hundert Meter abseits der Seilbahnen und bekannten Aussichtspunkte erwartet uns eine Bergwelt, die zwar gut erschlossen ist, sich an vielen Stellen aber immer noch rau und ursprünglich zeigt.
Als ich nach den zwei Wochen zurück in die Stadt gefahren bin, war das mit der Überzeugung: Garmisch ist eigentlich noch viel besser als Social Media und die Hochglanz-Prospekte es darstellen. Das sind richtige Berge. Und man müsste hier noch ein paar weitere Sommer verbringen, um wirklich jeden Steig und jeden einsamen Gipfel kennenzulernen. Ich habe da auf jeden Fall ein paar Kandidaten auf der Liste und früher oder später werde ich wiederkommen. Hier gibt es noch viel zu entdecken!
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Was sind deine Lieblingswanderungen in Garmisch-Partenkirchen? Kennst du andere spannende Touren? Dann nichts wie ab in die Kommentare – ich freue mich darauf, von dir zu hören.





















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